Allgemeine Mtlimen für den I.Mai 1936
bleibt den einzelnen Ortsgruppen überlassen, ob sie I die einzelnen Dörfer im Bereich ihrer Ortsgruppe
Martha Frohwein-Büchner
elttrieg
Am 25. April jährt sich, wie man uns schreibt, der Todestag (am 24. April der Geburtstag) der Hessenschriftstellerin ^ ~ ‘
zu verständigen.
In gröheren Städten wird es zweckmäßig fein, die Betriebe die Kameradschaftsfeiern für sich durchführen zu lassen, kleine Betriebe schließen sich zusammen. Wir bitten solche Betriebe, die betreffenden Vereinbarungen rechtzeitig zu treffen.
Die Entscheidung darüber, ob eine gemeinsame Feier für die gesamte Bevölkerung, oder die Feiern von den einzelnen Betrieben durchgeführt werden, hat die zuständige Ortsgruppe der NSDAP.
In Gießen werden kameradfchafts- feiern nur von den Betrieben durchge- fährt. Die Betriebe wollen sich rechtzeitig für geeignete Lokale. Musik und Unterhaltung sorgen. Kleinere Betriebe wollen sich zusammenschließen, damit die Feiern auch würdig ausgestaltet werden können. In diesem Jahre führt jede Ortsgruppe die Veranstaltungen des 1. Mai f ü r s i ch durch. Es
Das Verbot für Sonderfeiern anläßlich des 1. Mai für irgendwelche Organisationen. Ver- bände, Vereine gilt nicht für die Kamerad- ichaftsfeiern der Betriebe. Die Kameradschaftsfeiern der Betriebe werden wie alljährlich am 1. Mai durchgeführt. Den genauen Zeitpunkt (nach dem Staatsakt) bestimmt der Vetriebsführer. Es wird erwartet, daß dabei auf die Gefolgschaft Rücksicht genommen wird, so daß alle an diesen Feiern teilnehmen können. Wir erwarten von allen Betrieben, daß sie am 1. Mai eine Kameradschaftsfeier durchführen.
In kleineren Orten und Dörfern wer- den jedoch Feiern für die gesamte Bevölkerung von der zuständigen Ortsgruppe der NSDAP. durchgeführt. Betriebe in solchen Dörfern und Orten schließen sich, falls sie nicht zu groß sind, dann diesen örtlichen Feiern für die gesamte Bevölkerung an. In Zweifelsfällen haben sich die zuständige Ortsgruppe und der zuständige Vetriebsführer vorher
Oiepolizeistunde am 1 .Mai aufgehoben
Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Aus Anlaß des Nationalfeiertages des Deutschen Volkes am 1 Mai ist die Polizeistunde oom 1. auf 2. Mai aufgehoben. Erlaubnisse zu Veranstaltungen, die aus Anlaß des Nationalfeiertages am 1. Mai ftattfmden, werden stempelfrei erteilt.
........ Martha Frohwein-Büchner. Sie wurde geboren am 24. April 1872 in Horrweiler als Tochter des Pfarrers und Schulrats Friedrich Büchner. In der Familie sind früher bereits literarisch hervorgetreten: Georg Büchner („Dantons Tod", „Woyzeck"); Ludwig Büchner („Kraft und Stoff") und Friedrich Büchner („Deutsche Märchen"). — Martha Frohwein-Büchner, bekannt als „Hessebaas", vereinigte mit dichterischer Begabung einen köstlichen, volksnahen Humor. Ihre fröhliche Art verschaffte ihr einen großen Kreis von Freunden und Anhängern; besonders bezeugen zahl-
Auguste prasch-Grevenberg im Frankfurter Schauspielhaus.
Daß Hjalmar Bergmans viel gespielter „Nobelpreis" nicht aus dem Gegensatz familiärer Besonderheiten, sondern aus den Spannungen, wie sie das Leben verursacht, seinen eigentlichen dramatischen Antrieb erhält, bewies das Frankfurter Gastspiel Heinrich Georges und Auguste Prasch-Grevenberg s. Personifizierte Gegensätze waren der Rolf Swedenhjelm sen. Georges und die Schwägerin und Haushälterin Marta Boman von Frau Prasch- Grevenberg. Dort die wuchtige, massige Kraft und Energie, der starre Einsatz verkörperter Dogmatik und Ehre, hier nur das fraulich-mütterliche Verstehen, das nicht halt macht vor den Realitäten des Lebens, sondern diese bejaht und bewältigt, mit allen Mitteln. Frau P r a s ch gab die wissende und deshalb verzeihende Frau, während George einen Trotz darzustellen verstand, der erst im mutigen Geständnis der Schwägerin gebrochen wird. Wohl waren die Mittel der Kunst Heinrich Georges eindringlicher und wirksamer; aber bei Auguste Prasch-Grevenberg spürte man in jedem Satz, besonders in der vollkommenen Geschlossenheit der Gesamthaltung, die beruhigende Fülle und den Erkenntnisreichtum der Wahlmutterschaft. Der Erfolg des Gastspieles ergab sich schon allein aus diesen beiden Leistungen.
k. h.
Aeubesetzung der handwerklichen JNeisterpriisungsausschüsse
Ein neuer Abschnitt in der Handwerköerneuerung.
Die Liebigshöhe als Gießener Gemäldegalerie
Jahresversammlung des Oberhessischen Kunstvereins.
Für die Ausstattung eines Liebigszimmers Hal Geheimrat Sommer bereits die sur diesen ^Lebensabschnitt Liebigs in De^racht kommenden E r innerungsstücke in Aussicht gestellt. Gleichzeitig wird die Liebigshöhe in den für Die Sytunft geplanten Grünanlagen- Gur t e l, der von der Schlageter-Allee, über die Lrcher Straße nach dem Nizza bis zum Schreiber-Weg fuhren wird, einbezogen. Durch die nähere Heranführung der Straßenbahn an die Liebigshöhe wird auchi De: bequeme Besuch gefördert werden. Der Kunstverein wird in der Lage sein, neben dieser ständigen städtischen Gemäldegalerie, die den ganzen Sommer geöffnet bleibt, auch seine ständigen Winterausstellun- gen im Turmhaus durchzuführen.
Der Oberbürgermeister Hal sich in bereitwilligster Weife den Plänen des Stadtbaurats Gravert geneigt gezeigt und dem Verein die Liebigshöhe überlassen und deren Ausgestaltung zugestimmt.
Dafür wurde ihm besonderer Dank ausgesprochen. Stadtbaurat Gravert schloß mit einer ^uf- forderung zur weiteren Werbung für den ttunit- verein und seine Bestrebungen.
Aus den Reihen des Ausschusses wurde dem Vereinsführer einmal der Dank für seine umsichtige Geschäftsführung, weiterhin aber auch für die oe» reitwillige Uebernahme der Vereinsfuhrung ausgesprochen.
Das kleine Mädchen Rena. >
Von Adolf Aowakowfky ,
Jedermann, der einmal verliebt war, erinnert sich ! der Unbeschreiblichkeit dieses Zustandes, und er I kennt sie umso eindringlicher, je jünger und je un- ' geschickter er in den Angelegenheiten fernes Her- ] zens ist. ... ..
Georg Ostermann bekümmerten noch nicht Die ■ banalen Weisheiten der Abenteuer, auch war ihm jene Klugheit der Erfahrenen gleichgültig geblieben, die in der fraulichen Anmut nichts anderes als eine durchsichtige List der Natur zu erkennen vor- gibt. In dem Augenblick nun, da Georg das Mädchen Rena kennen lernte, war ihm zu Mute, als senke sich langsam ein Stein auf sein Herz, und Dies Ge- fühl verließ ihn nicht, so lange er dem schonen Mädchen gegenüber saß. Die Natürlichkeit ihres Wesens, der zärtliche Ausdruck ihrer glänzenden blauen Augen, die junge Offenheit ihres ungeschminkten Gesichts und vor allem die besondere Schönheit ihres Lächelns — sie drangen so verwirrend in ihn, daß er Platz zu nehmen vergaß, bis ihn die Freunde zum zweiten Male dazu aufforderten. Da saß er unter ihnen; sie schienen die Nähe des Mädchens zu kosten, scherzten und lachten, und Georg suchte es gleich ihnen zu tun. Bald aber empfand er die Gegenwart des jungen Mädchens mit all der Ergriffenheit, zu der ein junger Mensch fähig ist, und sie benahm ihm die Sprache. —
So blickte er nachdenklich auf [eine Hände, und neben einem unklaren Bedauern, Das ihn rätselhaft zu erfüllen begann und von dem er nicht wußte, ob es ihm selber galt oder dem Mädchen, wuchs zugleich eine leise Eifersucht, die auf die Bewegungen, Blicke und Worte des Mädchens acht gab und mit Unbehagen jedes wie eine Gunst erscheinende Zeichen beobachtete.
„Kindchen", sagte Juch soeben, darum bemüht, das Mädchen zu verwöhnen. Georg maß das Gewicht der vernommenen Zärtlichkeit und beneidete den Freund um das Vorrecht des vertraulichen Wortes. Er saß still auf seinem Platz und hörte dem fröhlichen Gespräch zu. Seine Einsilbigkeit, die trotz des vorzüglichen, zur Feier von Renas Geburtstag gespendeten Rotweins nicht wich, erregte die Aufmerksamkeit des umschwärmten Fräuleins, und er erschrack, als er sich mit einer plötzlichen Frage von ihr angesprochen wußte und der Blick ihrer großen blauen'Augen — unerträglich, so schien es ihm — in den seinen hastete.
Seit jenem Tage waren einige Wochen vergangen. Sooft Georg an Rena dachte, sehnsüchtig und ihrem Lächeln nachsinnend, fühlte er Freude. Aber
Freude verdanken und die fröhliche, sonnige Dichterin nicht vergessen. Eins ihrer Gedichte, „Der ABC- Schütz , ist übrigens in das Reichsschullesebuch ausgenommen worden.
Zeitschriften.
Eine der eigenartigsten Persönlichkeiten und eines der bewunderungswürdigsten Ereignisse des Welt- krieges sind unstreitig der englische Oberst Lawrence und sein arabischer Feldzug gewesen. Abeik merkwürdiger noch als die von ihm vollbrachten Leistungen'sind die, Willen und Kraft dieses Mannes erregenden geistigen und seelischen Antriebe, die zu so gewaltigen Erfolgswirkungen führten, deren Unausgeglichenheit ihn aber auch innerlich zerstörte und ihn schließlich tragisch enden ließ. Eine feinfühlige Betrachtung dieses ebenso umfassenden wie komplizierten Geistes bietet Eugen Gottlob Winkler im April-Maiheft der „Deutschen Zeitschrift" (Verlag G. D.W. Callwey, Müv-
freuliche Mitteilung machen, daß die Stadtverwaltung aus seinen Antrag hin
die alte „Liebigshöhe" dem Oberheffischen Kunstverein zur Verfügung gestellt hat. Beim Umbau der „Liebigshöhe" wird der älteste und baufällige Teil eingeritten werden. Der bisherige Saal ist dem Kunstoerein überlassen. Durch einige Umänderungen wird hier ein neues Heim als Ersatz für die für die SA.-Standarte frei- gemachten Räume geschaffen, in dem die verstreut untergebrachten Gemälde des Kunstvereins eine ständige Gießener Galerie bilden sollen.
Der Besitz des Vereins stellt eine reichhaltige und schätzenswerte Sammlung dar, deren Besuch durch zeitweilige Ausstellungen neuer Künstler gefordert werden wird. Im Zuge der Umbauarbeiten an der Liebigshöhe, vor der durch die Abtragung des erhöhten Triebs und die Verlegung des Sportplatzes ein großes freies Aufmarschgelände und um Die Liebigshöhe herum ein großer „Liebigspark geschaffen werden soll, will der Kunstverein dieser Liebigshöhe das Ansehen im Sinne der „Mathil- denhöhe" Darmstadt geben.
Die hier in würdiger und guter Form gepflegten Ausstellungen sollen dann den ganzen Sommer über geöffnet sein und ein guter Anziehungspunkt auch für die Fremden fein.
Freunden und Anhängern; besonders bezeuge reiche Briefe von Feldgrauen aus dem Ußi die Dankbarkeit für die frohen Stunden, die ihre Dichtungen jedermann verschafften. Das bekannteste Merkchen „Hesse-Späß" erlebte 14 Auflagen. In Gießen fand „Das Mäuschen" (Pfeiffersche Verlagsbuchhandlung, Gießen) besondere Verbreitung. Ihre Märchen „Aus Nebelreich und S o n n e n l a n d" bringen jedem, der noch etwas vom Kinde in sich fühlt, reichen Gewinn und hohen Genuß. Jeder, der Martha Frohwein-Büchner einmal hat vortragen hören, wird ihr Stunden reinster
auch leises Leid quälte ihn, ihr nicht wieder begegnet zu sein. , r . „
Eines Abends, als er aus Dem Schauspielhaus trat und den Theaterwagen zu erreichen sich beeilte, sprach ihn eine Helle, warme Stimme an, und beglückt und erschrocken erkannte Georg das Mädchen. Doch da sie dem Wagen zuschritt, verschloß ihm sein pochendes Herz den Mund. Erst als sich Rena zum Einsteigen anschickte, wagte er, ihre Hand zurückhaltend, die Frage: „Wollen Sie nicht noch erst eine kleine Erfrischung zu sich nehmen?" Das war gewiß nicht geschickt gesagt; das junge Mädchen sah ihn an, ein wenig schien es Georg, als sei dem Fräulein eine Verzögerung der Heimfahrt recht, ja, als hätte es seinen Einspruch erwartet; und indes sie dem Restaurant zuschritten, empfand er hohe Dankbarkeit zu dem Unbekannten, das diese Begegnung herbeigeführt.
Sie sprachen von dem Freunde, und Georg glaubte eine leichte Verlegenheit bei der Erwähnung Juchs wahrzunehmen. Das so gern zur Fröhlichkeit bereite Gesicht des Mädchens wurde ernst, und da Georg schwieg, bann der Unterhaltung eine neue Wendung zu geben sich mühte, begann Rena plötzlich: „Ich stehe vor meiner Verlobung mit Juch, aber ich fürchte mich davor."
Georg blickte überrascht auf: „Sie fürchten sich? Warum?"
Das junge Mädchen hob die Hand, als berge Deren Höhlung gleichsam ihr Herz und dessen Geständnis. „Sie sind Juchs Freund", fuhr sie fort, „und Ihnen wollte ich's sagen. Ich habe feit meinem Geburtstag oft an Sie gedacht, weil ich das Gefühl habe, daß Sie verstehen könnten, was ich meine. — Juch behandelt mich wie ein Kind, nicht wie eine Frau. Er beoatert mich, aber ich ertrage es nicht, daß er mich ,Kindchen«, immer nur .Kindchen« nennt. Ich glaube fast, daß er nicht einmal meinen Vornamen mehr weiß. Sie kennen ihn, Sie wissen, wie nett er ist, aber mich mit ,Kindchen« anzureden, mich immer als Kindchen zu behandeln, das ertrage ich nicht. Wenn ich ernst bin, glaubt er’s mir nicht. Schlimmer noch ist, daß ich nicht ins Theater oder ins Kino darf, wenn es dort ein ernstes Stuck gibt. — Ich glaube, ich liebe ihn nicht mehr.
Georg hatte zugehört. Es verwunderte und beunruhigte ihn, daß Rena gerade zu ihm, ihrem zufälligen Bekannten, über eine Angelegenheit sprach, die für viele Mädchen überhaupt nicht von solcher Bedeutung wäre. Gewiß nur, weil Rena in ihm ■ den Unbeteiligten, den Gleichgültigen sah, konnte sie so zu ihm sprechen. Das betrübte und erregte ihn.
„So war es heute abend so etwas wie untreue, । als Sie zu ,Don Carlos« ins Theater gingen", ' jagte er kühl.
Die Auswirkung der Gesetzgebung in der Praxis.
Jetzt hat der dritte Abschnitt begonnen. Die Me^ sterprüfungsausschüsse — für das Deutsche Reich rund 7000, nämlich für jeden Beruf in jedem Kam» merbezirk etwa einer — haben die fachlichen Vorschriften bei den Prüfungen anzuwenden. Um Die Grundgedanken richtig durchzuführen, bedarf es einer eindeutigen nationalsozialistischen Einstellung und eines hervorragenden fachlichen und betriebswirtschaftlichen Könnens uno Wissens. Die Auflösung der bisherigen Melsterpru- fungsausschüsse und die Richtlinien für die Neubesetzung geben die Möglichkeit, überall die geeigneten Männer zu berufen. Die weitere Auswirkung des großen Befähigungsnachweises wird darin bestehen, daß auf der Grundlage der neuen fachlichen Vorschriften das gesamte Ausbild ungs- wesen im Handwerk neu ausgerichtet wird.
Oie Wandergesellen aus Hesien-Aaffau
LPD. Frankfurt a. M., 23. April Nach dem feierlichen Auftakt am Sonntag in Berlin, wobei in Anwesenheit von Vertretern der Partei und Der DAF. ReichshanDwerksrneister SchmiDt eine grundsätzliche Ansprache halten wird, geht auch im übrigen Deutschland das Gesellenwandern von- statten. In Frankfurt a. M. treffen sich am nächsten Dienstagabend im Traditionslokal „Zum Storch etwa 30 Wandergesellen (Bäcker, Metzger, Schreiner, Schneider) aus dem Gau Hessen-Nassau zu einer Entlassungsfeier, wobei Landesobmann Gau- walter Willi Becker und (Baubetriebsgemein- schaftswalter Josef Becker die Ansprachen halten werden. Jeder Wandergeselle erhält an diesem Abend sein Wanderbuch und ein Scheckheft mit 60 Gutscheinen z u je 50 Psg., die unterwegs bei den Dienststellen der DAF. eingelöst werden können. Am Mittwoch früh 10.30 Uhr werden die Wandergesellen aus Hessen-Nassau vom Römer- berg aus in Marsch gesetzt, und zwar in der Richtung Frankfurt—Berlin—Kurmark-Pommern—Kö- nigsberg—Hamburg. Wer von Junggesellen noch Lust verspürt und die nötigen Voraussetzungen erfüllt, kann sich bei der Gaubetriebsgemeinschaft Handwerk der DAF. (Bürgerstraße 69/77) melden, um zu einem weiteren Termin auf Wanderschaft geschickt zu werden.
chen. In Verbindung mit Dem Vortrag Der neuen Satzungen. Die geringe, aber notwendige Aenderun- gen erfahren, wurden die Wahlen zum Ausschuß durchgeführt. Die neuen Satzungen sehen eine Beschränkung der Mitgliederzahl des Ausschusses auf 10 vor, in denen die Vereinsführung einbegriffen ist. Dereinsführer bleibt Stadtbaurat Gravert. Schriftführer ist Lange, Schatzmeister Gries- büuer, Stellvertreter sind Professor V e l k e , Ge- Heimrat Sommer, Juwelier Hammermann; für die Provinzialbehörde wurde Regierungs-Baurat Kuhlmann, für den Kreis Gießen Kreisdirektor Dr. Lotz, für die Stadt Oberbürgermeister R i t» ter gewählt. Als Vertreter des Faches und der Universität kommt Professor Rauch hinzu.
Baurat Gravert teilte mit, daß die in Vorbereitung befindliche Ausstellung, deren zweite Abtei- lung von dem Danziger Fritz H e i d i n g s f e l d bestritten wird. Die letzte Ausstellung im Turmhaus während der Winterreihe darstellt. Die an sich letzte Ausstellung der Winterreihe wird im Foyer des Stadttheaters durchgeführt werden. Hierfür sind besondere Belebungen des Ausstellerbesuches vorge- sehen, die zugleich eine Werbung für den Kunstver- ein Darstellen sollen.
Diese Ausstellung Der Deutschen Gesellschaft für Goldschmiede- kunst bringt 75 Frauenbildnisse im Schmuck.
In diesem Frühjahr sollen Ausflüge in Omnibussen zu einigen Kunstorten durchgeführt werden, z. B. Hersfeld, Fulda, Gelnhausen.
Zum Schluß konnte Baurat Gravert die er-
„Ja. Ich werde Juch sagen, daß ich im Theater war. Ich will eine Auseinandersetzung herbeiführen, die für mich entscheidend ist." Renas Hand spielte mit Georgs Zigarettenbehälter, und diese kleine Unart war wie eine Hebe Vertraulichkeit, die ihn über die silberne Dose mit Rena zu verbinden schien. Er streichelte die kleine Hand, und das Mädchen entzog sie ihm nicht.
„Und weshalb", begann Georg, „erzählen Sie gerade mir, was Sie beunruhigt?" Da traf ihn wieder der volle, etwas erschrockene Blick ihrer Augen, und ihr Mund verzog sich zu einem trotzigen Ausdruck, als sie ihre Hand zurücknahm.
Als sie das Restaurant verließen, sagte Rena: „Ich möchte nicht fahren."
Sie waren schon ein weites Stück gegangen, schweigsam und nachdenklich, und diese Schweiasam- keit war wie ein Zwiegespräch. Plötzlich legte Rena ihren Arm in den seinen, und als Georg überrascht zu dem Mädchen herabblickte, begegnete sein Blick ihrem Lächeln. Er fühlte sich reich und beschenkt, während er neben ihr hergmg, und er genoß die Entdeckung, daß eine Liebe erwidert wer- den kann, auch wenn nicht ein einziges Wort darüber gesprochen ward.
LPD. Der Reichs- und Preußische Wirtschaftsminister hat die Auflösung der bisherigen Meisterprüfungsausschüsse zum 31. Juli 1936 verfügt und gleichzeitig Richtlinien für die Neubesetzung erlassen. Damit ist die entscheidende Voraussetzung Dafür geschaffen. Daß Die neue Handwerksgesetzgebung in bezug auf den großen Befähigungsnachweis in wirksamer und sinnvoller Weise in die Tat umgesetzt wird.
Damit Hut ein neuer Abschnitt in Der Erneuerung des handwerklichen Prüfungs- und Bildungswesens im Dritten Reich begonnen.
Die Gesetzgebung.
Mit der dritten HandwerksoerorDnung, also mit dem großen Befähigungsnachweis, ist die Meisterprüfung das Tor zum selbständigen Handwerk geworden. Nur wer die Meisterprüfung bestanden hat, darf einen Handwerksbetrieb eröffnen. Damit hat die Meisterprüfung eine entscheidende Bedeutung für die Leistungssteigerung im Handwerk und für das Lebensschicksal des jungen Handwerkers bekommen. Sie mußte deshalb erneuert werden. Sie mußte modern, einheitlich, gerecht und nachprüfbar gemacht und für das Wohlergehen der Volksgesamtheit ausgerichtet werden.
Die Auswertung der Gesetzgebung.
Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat zusammen mit den Reichsinnungsverbänden und Handwerkskammern und in ständiger Fühlung mit dem Reichswirtschaftsministerium eine gewaltige geistige Vorarbeit geleistet, um die Meisterprüfung zu erneuern. Auf Grund einer eingehenden l e - bensnahen Berufsanalyse wurde festgestellt, aus welchen Grundtätigkeiten sich die einzelnen Berufe zusammensetzen, welche Berufe als handwerkliche Vollberufe anerkannt werden können und welches Maß der Leistung im einzelnen gefordert werden muß. Bei diesen Untersuchungen hat das Deutsche Handwerksinstitut wertvolle Mitarbeit geleistet.
So entstehen für rund 125 handwerkliche Dollberufe die fachlichen Vorschriften für Die Meisterprüfung. Die ersten hiervon sind bereits als Richtlinien vom Reichswirtschaftsministerium genehmigt, die übrigen folgen nach ihrer Fertigstellung. Eine Reihe von Fachbüchern, in denen die fachlichen Vorschriften eingehend erläutert werden, sind in Vorbereitung. ____________________________
Das Wirken des Oberhessischen Kunstvereins, der am Donnerstag im Turmhaus am Brand seine diesjährige Jahresversammlung unter dem Vorsitz des Vereinsführer, Stadtbaurat Gravert, abhielt, ist eine stille und stetige Werbung für unsere ^Aus dem vom Vereinsführer erteilten Jahresbericht für 1935 ging die rege Tätigkeit hervor, wie sie sich in den sieben Ausstellungen des Vereins aus* drückte. Die rege Anteilnahme an diesen Ausstellungen ergab sich aus der Förderung dey Veranstaltungen durch die bereitwillige Zurverfügungstellung von Bildern aus Gießener Privatbesitz (Hans Kraus, München) und durch Inanspruchnahme persönlicher Beziehungen zu den Künstlern. Wei- terhin war aber auch ein erfreulich starker Besuch zu verzeichnen. Eine Stickerei- und Spitzen-Werk- schau des Reichsbundes für Volkstum und Heimat und die Weihnachtsausstellung der oberhessischen Künstler war in dieses Programm eingeschlossen. Die letztere Schau wurde von den Künstlern selbst durchgeführt.
Auf der Weihnachtsverlosung für die Mitglieder des Kunstvereins wurden Werke im Gesamtwerte von 1290 Mark abgegeben. Die Durchschnittszahl der Besucher betrug 200, gegenüber 212 1934 und 204 1933. Im Verhältnis zu Frankfurt a. M. war der Besuch sehr zufriedenstellend, so daß trotz des ■ Rückganges der Zahl der Mitglieder des Vereins, die Iaht der Kunstfreunde erfreulicherweise angestiegen
ist. Schatzmeister, Bankdirektor © r i e s b a u e r, ermattete die Jahresabrechnung, die geordnete Kassen- verhältnijse aufwies. Ihm wurde Dank ausgespro-
zu zentralen Veranstaltungen zusammenziehen, oder jedes Dorf den Tag für sich durchführen lassen. Die Ortsgruppen sind allein für die Durchführung Des 1. Mai zuständig und dafür verantwortlich. Ls sind sofort festzulegen: die Ausmarschplähe, die Anmarschwege und die notwendige llebertragungsmög- lichkeit für den Staatsakt und die Jugendkundgebung. Die Itebertragung der Jugendkundgebung und des Staatsaktes wird unter allen Umstanden und bei jeder Witterung im Freien durchgeführt. Die Maiplakette wird von den Ortsgruppen verkauft. Diejenigen Ortsgruppen, die die Plaketten noch nicht auf der Kreisleitung abge- holt haben, wollen das umgehend nachholen. Genauere Einzelheiten über die einzelnen Veranstaltungen gehen den Ortsgruppen noch zu.
Die Kleidung am Tag der nationalen Arbeit ist der Festanzug der DAF., Zivil- oder Berufskleidung. In Uniform marschieren lediglich die Beauftragten der NSDAP., die Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen. Festwagen ständischer Organisationen oder Festwagen mit histori- schen Darstellungen usw. können bei den Festzügen mitgeführt werden. Kitsch ist zu vermeiden.
In Gießen werden keine Fest wagen mitgeführt.
Grünschmuck für Häuser, Fenster, Lokale, Verkehrsmittel, Fahrzeuge ist rechtzeitig zu bestellen.
Kreisleitung wetterau der NSDAP.


