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Ur. 96 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Zreitag, 24. April 1956

Aus Der Provinzialhauptstadt.

Wenn man drauf pfeift.

Es tut auf die Dauer nicht gut, berechtibten Aerger stillschweigend herunterzuschlucken. Kräftiges Aussprechen erleichtert das Gemüt, und so sei hier mit aller Deutlichkeit gesagt, daß dieser Frühling seinem Namen grausame Unehre macht. Gewiß, man muß gerecht sein. Wir leben im April und haben schon als Kinder gelernt, daß dieser Monat seine neckischen Launen hat. Daß in ihm sommer­liche Wärme, Zephirlüfte, rauhe Winde, Sonnen­strahlen und übermütiges Schneegestöber in über­raschendem Wechsel die Menschen in Atem hält. Aber der heurige April hat keine neckische, sondern einfach nur schlechte Laune. Er läßt uns kalt, wir fühlen uns betrogen. Und das ist ein erbitternder Zustand.

Wir fühlen uns um so mehr betrogen, als die Natur in rührender Gewissenhaftigkeit tut, was im Frühling ihre Aufgabe ist. Alles blüht, was zu blühen hat. Die Forsythien haben ihre goldige Auf­gabe glänzend gelöst und treten nun, müde er­blassend, den Mandelbäumchen und Quitten ihren Platz ab. Aber wer achtet ihrer in den Vorgärten, die sich sonst liebevollster Aufmerksamkeit erfreuen?

Auch Hyazinthen und Tulpen blühen. Doch ach, wie sind Wind und Regen mit ihnen umgesprun­gen! Flach liegen sie auf der Erde, schmutzig und unansehnlich, geknickte Hoffnungen, direkt reihen­weise. Unermüdlich blühen auf allen öffentlichen und privaten Beeten die Stiefmütterchen. Man klam­mert sich förmlich an ihre fröhliche Buntheit, d. h. wenn man nicht gerade unter dem Regenschirm, nur auf Pfützen achtend, feinem Ziel ober der Straßenbahn zustrebt, wenn Schneeschauer nicht die Augen blenden, oder man nur beschäftigt ist, sich mit festgehaltenem Hut gegen den eisigen Wind vorwärtszukämpfen.

Immerhin winkt uns Menschen endlich irgendwo ein Zimmer mit traulichem Ofen oder traulicher Zentralheizung. Die armen Bäume, Sträucher und Blumen aber haben Tag und Nacht die schlechte Dauerlaune des April auszubaden. Die Bäume halten sich allerdings noch weise zurück. Sie halten sich an ihre jahrzehntelange Erfahrung: vor dem Mai ist keinem zu trauen. Dagegen haben die Sträucher den Ehrgeiz Heranwachsender Jugend und blühen sich durch alle Anfechtungen hindurch. Sie können die erlittene Unbill auch immer noch besser abschütteln, als die armen Blumen unmittel­bar über dem naßkalten Erdboden.

Diese können es vor allem nicht begreifen, daß die Drosseln trotz allem so unentwegt fingen.Uns würde jeder Ton in den Kelchen stecken bleiben", flüstern sie bewundernd,woher nehmen Sie bloß Ihren Elan?"Pflichtgefühl und Üeberlieferung", antwortet dann wohl die Drossel des Gartens und probt dabei eine besonders schwierige Strophe, außerdem lenkt das Singen von der Umwelt ab, erwärmt zugleich den inneren Vogel, und schließ­lich der Umschwung kann jeden Tag eintreten, und dann müssen wir mit unserrn musikalischen Können auf der Höhe sein. Die Menschen erwarten das einfach von uns. Daher pfeifen wir auf Wind und Wetter, und Sie sehen ja, wie weit wir damit kommen. Aus der Vogelperspektive betrachtet, sieht sich überhaupt alles anders art. Erstreben Sie auch ein wenig Aufschwung. Sie werden sehen, es kommt Ihnen selbst am meisten zugute." E. v. M.

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag.

NSG.Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.45 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20.30 bis 21.30 Uhr und 21.30 bis 22.15 Uhr Schwimmen im Volksbad; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. Stadttheater: 20 bis 22.30 UhrTiefland". Gloria-Palast, Seltersweg: Savoy-Hotel 217". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Schloß Vogelöd". Mieterverein Gießen: 20.15 Uhr imKühlen Grund" Jahreshauptversammlung.

Stadttheater Gießen.

Heute, von 20 bis 22.30 UhrTiefland", Oper von Eugen d'Albert. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W b e d e. 27. Vorstel­lung im Freitag-Abonnement.

Zur Uraufführung

im Gießener Stadttheater erworben.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Lehrling gesucht", die neue Schwankoperette von Karl Ludwig Lindt, Musik von Karl D i er­go rb t, Gesangstexte von Hans Altendorf, würbe von Intendant Schultze-Griesheim für bas Stabttheater in Gießen zur Uraufführung für die kommenbe Spielzeit erworben.

Burg Gleiberg ÄZanderferienlager fürKraft durch Freude".

NSG. Die NS.-GemeinschaftKraft durch Freube" richtet Wanberferienlager ein, in benen für bie Dauer von 8 bis 14 Tagen schaffenbe Men­schen zur Lagergemeinschaft zusammengefaßt wer­ben. Abseits vom Getriebe bes Frembenverkehrs sollen kleine Gruppen in kamerabschaftlicher Ver- bunbenheit ihren Urlaub verbringen. Ein Berggast- haus ober sonstige Unterkunft ist ber Stanbort, von wo aus gemeinsame Wanberungen burchgesührt wer­den, wo Sport getrieben wirb, unb wo auch bie Ur­lauber engste Verbinbung mit ber Natur haben. Ein landschaftlich schön gelegenes Gebiet wirb in allen Gauen für bie KdF.-Wanderer bereitgestellt. Der Gau Hessen-Nassau hat ben Gleiberg bei Gießen für dieses Lager vorgesehen, das vom 5. bis zum 13. September 1936 durchgeführt wird.

Es handelt sich bei der Unterbringung nicht um Massenquartiere, Zelte ober begleichen, nein, m Räumen unb Häusern, wie sie besser nicht zu benfen sjnb, werben auch unsere Wanderer untergebracht. Ein möglichst enger Kontakt zwischen ben Urlaubern unb ben Volksgenossen ber Umgebung bieses Lagers soll in erster Linie erstrebt werben.

Sieuersteckbrie^

Gegen ben Rechtsanwalt Dr. Leopolb Katz, ge­boren am 2. Dezember 1878 unb besten Ehefrau Jakobine, geb. Grünebaum, geboren am 16. Dezem­ber 1890 zu Frankenthal, zuletzt wohnhaft in Frank­furt a. M., Eysseneckstroße 4, (vorher in Gieße n), ist seitens bes Finanzamtes in Frankfurt a. M. em Steuersteckbrief erlassen worben. Die Steuerpflichti­gen fchulben dem Reich eine Reichsfluchtsteuer in Höhe von 40 871,25 RM. Es ergeht hiermit bte Slufforberung, bie Genannten, falls sie im Inland betroffen werben, vorläufig festzunehmen und sie un­verzüglich dem Amtsrichter, in dessen Bezirk die Festnahme erfolgt, vorzuführen.

Ltt!

0 werdenDankopfer der Nation" entgegengenommen?

Die Ghrenlisten liegen in den SA.-Stnrmlokalen auf.

DasDankopfer der Nation", zu dem vom Stabschef der SA. aufgerufen wurde, soll alle SA.-Kameraden und alle Volksgenos­se n im Opfer für den Führer und damit für das deutsche Volk einig sehen. Es ist eine Ehren­pflicht jedes SA.-Kameraden und dar­über hinaus für jeden Volksgenossen, der sich dem Dritten Reich verbunden fühlt, seinen Namen in eine der Ehrenlisten einzuzeichnen.

Diese Ehrenlisten für das Dankopfer liegen bei den Stürmen der SA.-Standarte unserer Stadt in den Sturmlokalen aus. Zum Teil können die Spen­den während des ganzen Tages über gegeben wer­den. 3n allen Lokalen, die das Standquartier eines Sturmes darstellen, ist die Dankopferstelle durch ein Plakat gekennzeichnet.

Nachstehend geben wir bie Lokale bzw. Ge­schäftszimmer bekannt, in benen die Dank 0 p'f er­list e n aufliegen:

Sturmbann I: R12/116 Cafe Ebel, Burg­graben; R 11/116Aquarium", Walltorstraße; I/L116Frankfurter Hof", Marktlauben.

Sturmbann II: Sturm 5/116: Bahnhofstraße 27, Hinterhaus, 1. Stock (Geschäftszimmer). Sturm 8/116Hof von Holland", Dammstrahe. Sturm 45/116Stadt Wehlar", Ecke Ludwigstraße und Riegelpsad. Sturm 46/116: Gastwirtschaft Teichler, Ludwigstraße. Sturm 47/116:Zum Andres", Son- nenftraße. Nachrichtensturm 116:Zum Löwen", Neuenweg.

Das Erholungswerk des deutschen Volkes.

Aufruf des Führers der SA-Gruppe Heften.

SA-Kameraden der Gmppe Hessen!

Das Erholungswerk bes deutschen Volkes ruft uns auf ben Plan. Das Erholungswerk bezweckt, möglichst vielen arbeitenben Volksgenossen burch kostenlosen Aufenthalt in einer Freistelle bie not­wendige Erholung zu verschaffen.

In der kommenden Werbewoche wird es unsere Pflicht sein, diesen Gedanken des praktischen Nationalsozialismus, in dem sich das gesamte Volk gebend und empfangend einig fühlen soll, in die breiteste Oessentlichkeit zu tragen.

Hunberttausende unserer Volksgenossen unb dar­unter auch so viele unserer SA.-Kameraden haben

eine solche Erholung verdient, und auf der anderen Seite sind hunderttausende unserer Volksgenossen in der Lage, durch Schaffung einer Freistelle ihre Verbundenheit mit jenen anderen beweisen zu können.

Was in den letzten Jahren erreicht worben ist, soll diesmal noch übertroffen werden.

Die SA. wird sich bei der Werbung freudig in die erste Reihe stellen.

Damit hilft sie nicht nur so vielen eigenen Kame­raden, sie beweist damit aufs neue ihre Verbunden­heit und Verankerung in ber Gesamtheit.

SA.-Kameraden, helft mit und werbt im Dienst für Führer und Volk.

Der Führer der Gruppe Hessen.

B e ck e r l e, Gruppenführer.

Gießener Verkehrswerbung.

Der Gesamtoorstanb bes Gießener Derkehrsver- eins trat am gestrigen Donnerstagabend unter bem Vorsitz von Bürgermeister Dr. Hamm im Stadt­haus Bergstraße zu einer Sitzung zusammen, in der man sich mit Fragen ber Gießener Verkehrs- roerbung beschäftigte.

Der Vereinsführer, Bürgermeister Dr. Hamm, gab zunächst an Hand bes neuen Reichsgesetzes über ben Reichsfrembenverkehrs-Verband vom 26. März 1936 einen Ueberblicf über bie Neugestal­tung ber beutfdjen Frembenverkehrs- Werbung. Nach biefer gesetzlichen Neuordnung ist als maßaebenbe Werbeorganisation für bas ganze Reich ber Reichsfrembenverkehrs- Verband geschaffen worben. Gleichzeitig würben bie bisherigen Landesverkehrsverbänbe unb deren Unterglieberungen aufgelöst, deren Vermögen und Verpflichtungen auf bie Lanbesfrembenverkehrs- Verbände übergeleitet werben.

Nach einer weiteren Bestimmung kommt auch die Auflösung der lokalen Verkehrsvereine in Betracht, jedoch ist in dieser Hinsicht bis jetzt noch kein bestimmter Termin bekannt gewor­den; es ist aber damit zu rechnen, daß die Auflösung der lokalen Verkehrsvereine schon zu einem nahen Zeitpunkt eintreten wird.

Die Verkehrswerbung wirb auf völlig neue Grund­lage gestellt, wobei die Werbeaufgaben der lokalen Verkehrsvereine auf bie Gemeinden übergehen, bie alsFremdenverkehrs gemeind en" bem Reichsfremdenverkehrs - Verband angehören, wenn bie Zahl ber jährlichen Fremdenübernachtun­gen in den Gemeinden regelmäßig ein Viertel ihrer Einwohnerzahl übersteigt (was bei Gießen der Fall ist) ober wenn bie betreffenben Gemeinben mit einem erheblichen Ausflugsverkehr zu rechnen haben. In welcher Weise bie Kosten ber Frernden- verkehrswerbung ber Gemeinben künftig gebecft werben, b. h. ob aus allgemeinen Steuermitteln ober auf Grunb einer befonberen Werbeabgabe ber in erster Linie interessierten Geschäftskreise, steht bis jetzt noch nicht fest.

Im weiteren Verlaufe ber Sitzung teilte Bürger­meister Dr. Hamm mit, baß bieUfa" einen Film über Hessen unb Oberhessen ge- breht hat, ber bis jetzt nur einem geschlossenen Kreis gezeigt würbe unb ber als Werbefilm für unsere engere Heimat u. a. auch auf großen Dampfern usw. vorgeführt werben soll.

Ein neuer Stadtplan von Gießen, der alle er­forderlichen Angaben über unser Straßennetz und die öffentlichen Einrichtungen enthält, ist kürzlich erschienen.

Bei einer kürzlichen Mttgliederwerbung unter den Geschäftsleuten konnten für ben Verkehrsverein 30 neue Mitglieder gewonnen werben.

Als Veranstaltung bieses Sommers kommt nachbem verschiedene anbere große Pläne sich leider als undurchführbar erwiesen haben wiederum ein

Vlumenschmuckwettbewerb

zur Durchführung, zu dessen wirksamer Ausgestal­tung die Beteiligung der gesamten Bevölkerung er­wartet wird. Die Bewertung der geschmückten Fen­ster durch sachkundige Männer soll im Verlaufe des Sommers auf einem zweimaligen Rundgang zu verschiedenen Zeiten erfolgen.

Das Vorstandsmitglied, Gartenarchitekt Schwarz, hat zur Verschönerung unseres Stadt­bildes eine Reihe von beachtenswerten Vorschlä­gen gemacht, die von dem Vorstand begrüßt wur­den. 11. a. schlägt Herr Schwarz vor, künftighin bei Hausbauten und der Einrichtung von Vor­gärten einheitlich nur eine niedrige Einfriedi­gung der Vorgärten zu schaffen, damit der Garten gewissermaßen als eine offene Rasen- und Garten­fläche wirken kann. Weiter schlägt er vor,

in den Anlagen öffentliche Springbrunnen

zu schaffen, eine Anregung, die in unserer brunnen­armen Stadt besonders begrüßenswert erscheint. In diesem Zusammenhang wurde weiter der Vor­schlag gemacht, den Goldfischteich am Hitler- Wall einer gründlichen Reinigung zu unterziehen und dort auch einen besseren Wasserzufluß für die Fische zu schaffen, damit sich bie Goldfische nicht immer nur an einer Stelle in unmittelbarer Nähe bes Wassereinflusses zusammenfinben. Die Sport- unb Spielplätze müßten, nach ben Empfeh­lungen bes Herrn Schwarz, in ihrer Umzäunung gleichfalls nach ben Gesichtspunkten ber gärtneri­schen unb landschaftlichen Gestaltung hergerichtet werben, bamit auch sie in Zukunft nicht mehr einen Bretterzaun aufweisen, sonbern eine lebenbe Um­zäunung in Gestalt einer Hecke haben. Dieser Vor­schlag begegnete allerbings auch gewissen Einwän- ben, so baß er zu einer Aussprache mit ben Ver­einen Anlaß geben wirb. Schließlich empfahl Herr Schwarz noch

die Schaffung von Rasenflächen in den einzelnen Stadtgebieten,

um auf diese Weise den Grünschmuck unseres Stadt­bildes zu erhöhen.

Am Schluß der Sitzung beschäftigte man sich noch mit der Herausgabe einer neuen Werbe­schrift für bie Stabt Gießen. Ein Aus­schuß, aus einigen Vorstandsmitgliedern bestehend, soll diese Angelegenheit weiter bearbeiten.

GporiamtKraft durch Freude".

heute folgende Kurse:

Allgemeine Körperschule, Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 25. Von 19.45 bis 21 Uhr, Großen- Buseck, Neue Schule. .

Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lollar, Kan­tine ber Fa. Buberus.

Schwimmen, Frauen unb Man n e r. Von 20.30 bis 21.30 unb von 21.30 bis 22.15 Uhr, Volksbab. ..

Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Umversitats-Reit- inftitut. , .

Achtung! Tenniskurse!

Ab 1. Mai beginnen bie K. d. F.-Tenmskurse, welche für Anfänger unb Fortgeschrittene einge­richtet werben. Die Kosten betragen für ben sechs- ftünbigen Kursus für Mitglieber der DAF 4 80 Mark,' für Nichtmitglieder 6 Mark. In diese Ge­bühr ist die Platzbenutzung, Bälle, Schlager und Balljungengebühr mit einbegriffen. Bei genügen­der Beteiligung werden auch Vormittagskurse ein­gerichtet.

Für die Kurse: Retten, Fechten, Rollschuhlaufen, Kindergymnastik, Schach werden noch Anmeldun­

gen auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, an­genommen.

Für bie Kurse: Allgemeine Körperschule, Fröhl. Gymnastik, Schwimmen ist keine vorherige An- melbung ersorberlich. Die Anmelbung kann vor Beginn' ber Kurse in ber llebungsftätte bei den Lehrkräften erfolgen.

Jeder Deutsche kann an k. d. F.-Sportkursen teilnehmen!

»Ser franke Hund."

Sonderausslellung der Veterinär-Medizinischen Fakultät Gießen in Köln.

DerReichsverband für bas beutsche Hunbewesen" veranstaltet am 25 unb 26. April in Köln eine Reichssieger-Ausstellung für Hunbe aller Rassen, oerbunben mit einem züchterische Fragen behandelnden kynologi- schen Kongreß. Auf besonderen Wunsch bes RDH. beteiligt sich an bieser Veranstaltung auch bie V e - t e r i n ä r - M e b i z i n i s ch e Fakultät ber Universität Gießen mit einer Ausstellung unter bem Kennwort:Der kranke Hun d". Die Veterinärinstitute unb Kliniken haben geeigne­tes Anschauungsmaterial in Gestalt von pathologi- gisch-anatomischen Präparaten veränderter Organe, Diaposittoe, Zeichnungen, Parasiten tt a. zur Ver­

fügung gestellt unb beschicken bamit einen größeren Ausstellungsstanb in ber Messehalle, ähnlich ber im vorigen Jahre gelegentlich ber Welthunbeausstellung in Frankfurt erfolgten Ausstellung. Das reichhaltige Lehrmaterial bürfte nicht nur bem Hunbebesitzer unb -züchter, sonbern auch bem Mediziner vom Stanbpunkt ber vergleichenben Krankheitslehre manche Anregung bieten.

Deutsche Arbeitsfront.

Ortsgruppe Gießen-Nord.

Die Mttgliebsbücher können während ber Dienst- ftunben Dienstags unb Freitags von 20 bis 21 Uhr auf ber Geschäftsstelle Gießen, Bahnhofstraße 46 pari, gegen Vorlage ber Steuerkarte unb Rückgabe ber gelben Ersatzmitgliederkarte in Empfang ge­nommen werden.

Nie Laienheiferin im Luftschutz.

Immer stärker bringt bie Erkenntnis burch, daß im Selbstschutz des Volkes gegen ßuftangriffe die Frau unb bas Mäbchen eine bebeutenoe Rolle spielen werben, ja baß mit ber inneren Bereit­willigkeit unb ber praktischen Einsatzfähigkeit bes weiblichen Teiles ber Bevölkerung bie Möglichkeit ber Selbsthilfe im Ernstfall steht unb fällt.

Zu ben Aufgaben, für bie bie Frau in besonde- rer Weise geeignet erscheint, gehört bie Wahrneh­mung ber Pflichten einer Laienhelferin. Die Wichtigkeit dieses Postens kann nicht hoch genug eingeschätzt werben. Jeber weiß, wie schwierig oft­mals ber Umgang mit alten unb kranken Volks­genossen ist unb wie häufig es vorkommt, baß ein falscher Zungenschlag bie Quelle mancher Reibun­gen unb Spannungen wirb; man stelle sich nur einmal bie Verhältnisse in einem Hause nach er­folgtem Fliegeralarm vor. Ganz naturgemäß wer­ben bie Menschen erregt sein, unb es wirb nicht leicht sein, bie im Schutzraum untergebrachten Hausbewohner für die Dauer des Angriffs zur Ruhe unb Zurückhaltung zu veranlassen. Alles hängt von ben Fähigkeiten bes Luftschutzhauswartes unb von feinen Helfern ab. Hier kann bie Laien­helferin Großes leisten. Allein ber Umstanb, baß Kranke sich nicht verlassen fühlen, sonbern Hilfe für ben Notfall um sich wissen, ist von großer Be­deutung für diszipliniertes Verhalten.

Wenn Verletzten im Ernstfall bis zum Eintreffen der Sanitäter vorläufige Hilfe zuteil wird, so übt bies natürlich eine segensreiche Wirkung aus, auch auf bie Hausbewohner. Umgekehrt: Ist eine Helfe­rin nicht vorhanben, weiß niemanb um bie Be- hanblung von Branbwunben unb Knochenbrüchen, von Schlagaberoerletzungen unb Kampfstoffoerletzten, bann kann es leicht geschehen, baß Unruhe entsteht ober gar eine allen verhängnisvoll roerbenbe Panik ausbricht.

Diese kurzen Darlegungen mögen genügen, um die große Bedeutung klar zu machen, bie ber Leistung einer Laienhelferin in ber Front bes Selbstschatzes zuzumessen ist. RLB.

Neues Arbeitsabkommen zwischen Neichsnährstand undNS.-Frauenschast.

ZbR. Der Reichsbauernführer hat mit der Reichs­frauenführerin ein neues Arbeitsabkommen ver­einbart, das von dem gegenseitigen Willen zur Gemeinschaftsarbeit getragen wird. Die Frauen­arbeit im Dritten Reich stellt heute ein einheitliches Ganzes bar, in das sich alle politischen, kulturellen unb ständischen Gruppen einfügen. Zwischen Reichs- nährstanb unb NS.-Frauenschaft hat seit jeher eine zielklare Zusammenarbeit bestauben. Die Grund- lage hierfür schuf bas Abkommen vom 26. Februar 1935. Auf biefetn Abkommen fußen bie zur Rege­lung ber Einzelheiten getroffenen späteren Verein­barungen. Hierfür ist bas neueste Arbeitsabkommen von heroorragenber Wichtigkeit, da es bie stänbische Glieberung ber Reichsnährstandsfrauenarbeit be­sonders berücksichtigt unb bie Organisation ber Zu­sammenarbeit mit ber NS.-Frauenschaft bis in bie unterste Einheit regelt.

Für bie Führung der Frau auf bem Lande gilt als gemeinsame Parole bes Reichsnährstandes und ber NS.-Frauenschaft ber Satz:Grunbsätzlich ist Wert barauf zu legen, baß bäuerliche Frauen auch von einer Bäuerin (bzw. fianbfrau, fianbarbeiterin) geführt werben."

Auf Grunb ber klaren organisatorischen Bestim­mungen in bem neuen Abkommen wirb nunmehr, sowohl seitens ber NS.-Frauenschaft, als auch sei­tens ber Reichsnährstanbsglieberungen, bie prak­tische Durchführung ber Gemeinschaftsarbeit ihre letzte Vollenbung erfahren.

** Luftpo st-Nachbringeflüge Köln Cherbourg. Vom 3. Mai an werben zur Be­schleunigung bes Briefpostverkehrs mit Amerika roieber Reichspostflüge (Nachbringeflüge) von Köln nach Cherbourg, bie ben DampfernBremen" und Europa" Spätlingspost nachbringen, eingerichtet. Erste Nachbringeflüge ab Köln 10.00, an Cherbourg 14.30, am 3., 13., 23. unb 30. Mai. Zeitgewinn bis zu brei Tagen (burch Erreichung eines früheren Dampfers). Die neben ben gewöhnlichen Auslands- gebühren zu entrichtenben Luftpostzuschläge betragen nur 15 Rpf. für je 20 Gramm. Nähere Auskunft erteilen bie Postanstalten. Vorausflüge von ben DampfernBremen" unbEuropa" auf ihren Ame­rikafahrten finben nicht mehr statt, ba bas Luftschiff Hinbenburg" in ben Monaten Mai bis Oktober eine Reihe von Fahrten nach ben Vereinigten Staaten von Amerika mit Postbeförberung ausführen wirb. Kleine Strafkammer Gießen.

Der H. F. aus Almenrob würbe wegen lieber« fretung ber Reichsstraßenverkehrsorbnung zufünf « unbbreißig Reichsmark Gelb strafe ver­urteilt. Der Angeklagte fuhr burch Verschulben mit seinem Motvrrab gegen einen Bauernwagen.

Wegen fahrlässiger Körperverletzung in Tateinheit mit einer Uebertretung ber Reichsstraßenverkehrs- orbnung würbe ber I. Sch. aus Löschenrvb bei Fulba vom Amtsgericht Fulba zuzweiMvnatenGe- f ä n g n i 5 verurteilt. Der Angeklagte erfaßte am 20. März 1935 auf ber Landstraße Angersbach-- Lanbenhausen beim lleberholen eine Rabfahrerin unb schleifte sie etwa 20 Meter mit. Durch ben Un­fall, ber baburch entstauben ist, baß ber Angeklagte mit zu großer Geschwindigkeit und zu dicht an ber Rabfahrerin vorbeifuhr, erlitt bie Rablerin schwere Verletzungen. Auf Grunb ber Beweisaufnahme in ber gestrigen Berufungsverhanblung, insbefonbere ber Vernehmung zweier Sachverständigen, erkannte bas Gericht unter Aufhebung bes erstmaligen Ur­teils auf 12 0 Reichsmark © e l b ft r a f e evtt. 24 Tage Gefängnis. Der Angeklagte trägt neben ben Kosten der Hauptklage auch bie Kosten der Nebenklage.