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Mittwoch, 23. September 1956
186. Jahrgang
Ur. 223 Erstes Blatt
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an, die auf dem weichen Wiesenboden fast lautlos vorwärts kommen. Nur bei plötzlichem Aussetzen des Schlachtenlärms hört man das Rasseln ihrer Gleitketten. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit chieben sie sich an den Waldrändern entlang, um ie von feindlichen MG-Nestern zu säubern. Spielend überwinden sie die Unebenheiten des Bodens, rutschen sie in die Bachtäler, steigen am gegenüberliegenden Ufer empor, immer darauf bedacht, außer Sicht der Abwehrgeschütze des Feindes zu bleiben. Auf einem freien Abhang schwenken sie unter heft i g.e m Feuer der blauen Panzerabwehrkanonen in breiter Front zur Höhe ein. Nicht alle kommen durch das Abwehrfeuer; aber der ersten Welle folgt eine zweite und eine dritte und unmittelbar hinter ihr immer dichter d i e Schützen in langen Ketten. Soweit es sich mit dem Glas verfolgen läßt, scheint der Vorstoß gut voranzukommen. Berittene Dortruppen der bespannten und motorisierten schweren I n - fantriewaffen fegen vorüber, um neue Stellungen auszusuchen, in die sie fast nur Minuten später einwechseln. Die Eigenart des Geländes, aber auch der starke Einsatz aller Waffengattungen und nicht zuletzt der erbitterte Widerstand des Gegners verlangt von den Führern und Unterführern bei dem schnellen Nachrücken vielfach schnelle und selbständige Entschlüsse. In dieser Phase des Kamp-
Im ganzen Manövergebiet herrscht bei der Bevölkerung große Freude über die Anwesenheit der Truppen. Immer wieder beobachtet man Bilder wie dieses, aus dem die herzliche Freundschaft aller Nolksqenollen zu unseren jungen Soldaten spricht. Eine Gruppe auf dem Marsch erhält von den Em-
Wohnexn belegte Hrote als kleinen Imbiß, ^Preije-Bild-Hentrale-A^
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Karte zu den Manövern des Gruppenkommandos II. (Scherl-Bilderdienst-M.)
ger Kampf tobt und die blaue Artillerie, deren Stellungen durch vorzügliche, dem Gelände ange- paßte Tarnungen kaum zu erkennen sind, mit einheitlichem Feuer in den Kampf eingreift.
„Die Stellung wird gehalten."
Obwohl an die Truppen, Angreifer wie Derteidi- ger, am Vortage und zum Teil auch noch in der Nacht außergewöhnliche Anforderungen gestellt wurden, zeigen sie eine bemerkenswerte Frische, die nicht zuletzt dadurch erreicht worden ist, daß ihre Führer durch klugen und 1 verteilten Einsatz ihrer Truppe auch im „Bewegungskrieg" noch immer Zeiten der Ruhe zu verschaffen wissen. Nicht zuletzt aber trägt zu der guten Stimmung die Anteilnahme der Zivilbevölkerung bei, die nicht müde wird, den Soldaten der jungen deutschen Wehrmacht, soweit es in ihren Kräften steht, Erleichterungen zu verschaffen. Bezeichnend für den Geist der hier in schwerem Kampf liegenden Truppen ist die Antwort, die uns die in vorderster Linie kämpfenden Verteidiger der blauen Armee auf unsere Frage nach den Kampfaussichten zuriefen: „Die Stellung wird gehalten!"
Der Führer bei den Truppen.
Berlin, 22. Sept (DNV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verbrachte auch den heutigen Tag im Alanöver- gelände. Lr wohnte zunächst dem Angriff der roten Partei und später den Kampfhandlungen auf blauer Seite bei.
Dank des II. Armeekorps.
LPD. Kassel, 22. Sept. Das Generalkommando des IX. Armeekorps in Kassel
1 teilt mit: Der reibungslose Verlauf der Herb st - Übungen des IX. Armeekorps und der Feld- parade vor dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht verpflichtet das Generalkommando allen beteiligten Dienststellen
' der Partei, ihrer Gliederungen und angeschlossenen ‘ Verbände, des Staates und der kommunalen Behörden herzlich für ihre unermüdliche und verständ-
1 nisvolle Unterstützung bei der Vorbereitung und ' Durchführung der Herbstübungen und der Feld- ' parade z u danken.
' Der Dank des Generalkommandos gilt darüber hinaus der Bevölkerung im Manövergebiet und im Paradegelände. Sie hat die Truppen in der entgegenkommendsten Weise ausgenommen und gern manches Opfer gebracht, um der Truppe eine Erleichterung zu schaffen und den Ausbildungszweck der Herbstübungen sicherzustellen. Die Verbundenheit zwischen Volk und Wehrmacht konnte nicht schöner und sichtbarer zum Ausdruck kommen als durch die reiche Ausschmückung der Dörfer und Städte im Manövergebiet. Die Disziplin der Paradebesucher und das bereitwillige Eingehen auf jede Anordnung der Absperrmannschaften hat dazu beigetragen, daß die Feldparade ohne jeden Zwischenfall verlausen ist. Das Generalkommando sieht in diesem Verhalten der Bevölkerung und in der Begeisterung aller Volkskreise für die neue Wehrmacht den Ausdruck der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft. Ueber die Tage der Herbstübungen und der Feldparade hinaus wird sich diese Gesinnungsgemeinschaft und Tatbereitschast fruchtbar für Führer, Volk und Wehrmacht auswirken.
Verkehrsregelung am 23. September.
Moderne Waffen im Kampf.
Der zweite Manövertag der Großen Herbstübung 1936
Die Uebungsleitung der Großen Herbstübung 1936 Gru.-Kdo. II, Schlüchtern, gibt bekannt: Der Uebungsraum hat sich nach Fühlungnahme der Parteien Blau und Rot wesentlich verkleinert. Er wirb nunmehr begrenzt durch die Orte: Hanau — Fulda — Hersfeld — Alsfeld — Bad-Nauheim. Dieser Raum unterliegt am 23. 9. folgender Verkehrsbeschränkungen: Für Durchgangsverkehr bleibt der g e - famte Raum völlig gesperrt. Die Straße Hersfel — Fulda — Hanau wird zeitweise auf längere Strecken gleichfalls völlig gesperrt. Kraftfahrzeugbesitzern, die diese Straße benutzen wollen, wird empfohlen von vornherein eine Umgehungsstraße zu wählen. Leitstellen für die mit Kraftfahrzeugen eintreffenden Zuschauer sind am September eingerichtet in: Gelnhausen, Bad Orb, Herolz, Rothemann (10 km südostwärts Fulda), Herbstein, Schotten und Ortenberg. Kraftsahr- zeuge werden an diejen Leitstellen nach Aushändi«
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Bad-Nauheim, 22. Sept. (LPD) Die lacht zum Dienstag verlief im Kampfgebiet mhig Die Truppen beider Parteien hatten am Montag erhebliche Marschlei st u ngen vollbringen müssen, um sich in dem schwierigen Ge- ände günstige Stellungen zu sichern, die ihr: wei- eres Vorgehen erleichtern sollten. Die A u f - lärungsabteilungen blieben unter vollem Ansatz ihrer motorisierten und berittenen Streit- fräfte, ihrer Fußtruppen und ihrer Flugzeuge bemüht, die Stärke des Gegners und seine Bewegungen zu erkunden.
Es war zu- erwarten, daß sich die „kriegführenden" Parteien bei ihrem Vormafch in das wege- arme Uebungsgebiet der alten natürlichen Ver- lehrsstraßen bedienen würden, die der Umgebung j>es Vogelsberges im Gesamtbild der geographischen Struktur Deutschlands ihre besondere Bedeutung verleihen und die den Norden und Nordosten des Deiches mit feinem Süden verbinden. Da die o t e Partei aus südwestlicher Richtung etwa über Franks urt—Hanau anmarschierte und dabei einen der beiden Verkehrswege, die „Hessische Senke", die zwischen Vogelsberg und Taunus die mitteldeutsche Gebirgsschwelle kreuzt, schon hinter sich gelassen hatte und endlich die Blaue Armee etwa' aus der Richtung Kasse l—H o m - b e r g—L auterbad) von Norden nach Süden vorstieß, näherten sich beide auch dem anderen großen Verkehrswege, der das Kinzigtal aufwärts Über den Vogelsberg und Rhön verbindenden Landrücken mit dem Lauf der Fulda ins Kasseler und Thüringer Gebiet führt. In der Tat standen sich die Spitzen beider Parteien am Abend des Montag auf diesem Landrücken in der Linie Lichenrod südöstlich des Vogelsberges und Schlüchtern am Südostabhang der Hohen Rhön etwa in der Mitte dieser Verkehrsstraße gegenüber.
Rot zum Angriff entschlossen
Der Kommandierende General des (roten) V. Armeekorps, General der Infanterie Geyer, her nach den Erkundungen feiner Aufklarungs- । ibteilungen den Eindruck gewann, dem Gegner an : Kräften überlegen zu fein, entschloß sich zum Angriff auf feinem linken Flügel, der für den P2 g 9 Uhr vormittags, angesetzt wurde. Der vT -lauen Armee befahl, die erreichte
,-nf allen Mitteln bis zum Eintreffen L : n noch in Marsch befindlichen Teile
lein 2Irm.c zu behaupten, der durch den Angriff der roten Kampfgefchwader verzögert worden war. Die rote Division, bei der der Schwerpunkt des Angriffes lag, wurde m der Nacht durch Artillerie und Einheiten der Panzeytruppen verstärkt, um den Durchbruch in das Fuldatal zu er- ^Am Morq-N des zweiten Kampftages liegen di- Fronten in leichtem Nebel. Der tstmmel ist verhangen. Gegen den bleichfarbenen Horizont heben sich die waldbestandenen Höhen wie Scherenschnitte °b. In aller Frühe sind trotz des wenig freundlichen Wetters die Schlachtenbummler wieder in hellen Scharen hinausgee.lt und halten die das voraussichtliche Kampfgebiet umlagernden Aus- Isichtspunkte, aber auch die Anm°rMr°tz-n besetzt, um so mehr, als sie aus einem MaueranWagl erfahren haben, daß der Führer >m Manover- qelände weilt. Auf dem Wege zum linken Flügel der roten Partei, von dem der Angriff ausgeh^n soll, scheint alles in tiefstem FAden zu uegen. Ueber der Wolkendecke zieht ein Aufklarungsflieg seine Kreise. Plötzlich stößt er herab und streicht wie ein Habicht über die höhen, von wütendem Ab- wehrfeuer empfangen. Dann verstummt der X. . Wieder ist es |o still, daß man aus der Ferne den Jubel hört, mit dem der Führer in den Ortschaften begrüßt wird.
Der Angriff beginnt.
Punkt 9 Uhr setzt mit einem Schlag h e f ti ges Artilleri-feuer von R ° t auf die blauen Stellungen ein und sofort tragt 'N praz'fer Zusammenarbeit auch die In anterie der hier liegen den Division ihren Angriff °°,r. Steckt durch ein mörderisches M G-F euer. Ilitzschnell sich die Truppen unter dem Schutz der eigene Artillerie und der aus verdeckter Stellung schieße den schweren Infanteriewaffen unter g-sth Ausnutzung jeder sich im Gelände bietendeni Set kling gegen die von Blau besetzten W not8 Erft wenn sie beim Überqueren d» Ud-n wellen Feuer erhalten, greifen sie auch chrerstlts den Feuerkamps ein. Es ist -in wundervolles mll^ tärifches Schauspiel, das sich 6'" ben. S^‘a*rof"r bummlern bietet und von 'hnen Spannung verfolgt wird. Den Abschnitt beyerr^ bie dicht mit dunklen Tannen bestand«,- hohe Hundsloh im Südosten des Alsbergs und hier empfangt die Angreifer lchw»ftes Feuer aus den Waldrändern. Immer häufiger m 11 greifenden Schützen in Deckung gehen- Abe,.selbst ein geringes Nachlassen des Agne sch nützen sie sofort zu weiterem Dorgehen aus. G rode auf dem äußersten Teil des unk n. _ fl ier raten Partei ist der Widerstand besonders er bittert unr ein weiteres Vorwärtskommen an- lcheinend unmöglich.
amvfwagen greifen ein.
Da rollen plötzlich, durch die Mulden gedeckt i u>« ü tz n - & Wto.-her
Unter Bild zeigt den Führer im Manövergelände. Rechts neben ihm^eneralfeldmarschall von fBlomber g. Links Generaloberst Freiherr vonFntfch sowie der Oberbefehlshaber der Gruppe II General der Artillerie Ritter von Leed. — (Prefse-Jlluftratwn-Hoffmann-M.)
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General-Anzeiger für Oberheffen
Prudi uns Derlag: »MIM, UnWlu.Bnd,. uns SI.I.S..U«..I In «,»<». Sch-m-l<«, uns »ich-ilsi,,iin rch-m--!-
fes bleibt wenig Zeit zu umständlichen Kombinationen, hier darf nicht gezaudert, hier muß gehandelt werden. Während eine neue Welle Der Panzerkampfwagen vorgeht, um die Waldränder aufzurollen, werden auch schon die Reserven nachgezogen. Eine halbe Stunde nach dem Beginn des Angriffs erscheint der Kommandeur der hier vorgehenden Division in der verlassenen Ausgangsstellung, um mit den Regimentskommandeuren bereits die neu entstandene Lage zu besprechen.
Vlau rüstet zum Gegenstoß.
Die Gäste-Gruppen, die von Generalmajor von Zeppelin betreut werden, verfolgen inzwischen die Entwicklung der Dinge bei der Blauen Partei. Durch den Einsatz der Panzerkampfwagen haben die roten Angreifer überraschend schnell Boden gewonnen und einige wichtige Höhenpunkte besetz en können. Das unübersichtliche Gelände scheint jedoch den beabsichtigten Durchbruch vereitelt zu haben, denn auf dem rechten Flügel der blauen Armee, der den Hauptstoß auszuhalten hatte, werden bei unserem Eintreffen schon die Kräfte für einen Gegenstoß bereitgestellt, während in den Waldungen noch immer ein hefti-
tzrfcheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Vezugrpreis.
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