Meldet euch zum HZ.-Landdienst!
NSG. Junge Deutsche im Aller von 16 bis 25 Jahren finden sofort Arbeit im Landdienst der Hitlerjugend. Die deutsche Landwirtschaft steht mitten in der Erntezeit und braucht Arbeitskräfte. Die Ernährung des deutschen Volkes muß wieder für ein Jahr gesichert werden.
Die gesunde schaffensfreudige Jugend hat die Pflicht, mitzuhelfen im Dienst am deutschen Boden.
Ihr steht nicht allein draußen am Acker; ihr gehört dort einer großen Gemeinschaft an, die tausende Kameraden umfaßt, die sich freiwillig dem Ehrendienst auf dem Lande verschworen haben.
Aus allen Berufen und Gauen arbeiten über 6000 Landdienstler draußen in den Dörfern und Höfen, in Gruppen von 10 bis 30 Mann. Sie sind
zusammengeschweißt im Erleben der Kameradschaft und der gemeinsamen Arbeit und Aufgabe.
Die Entlöhnung erfolgt entsprechend dem Atter und der Leistung nach dem vollen Landarbeitertarif.
Folgt unserem Ruf! Meldet euch sofort!
Tüchtige Kerle können auch über den Winter im Landdienst verbleiben und zu Führern herangebildet werden. Ihr schafft euch im Landdienst eine Existenzmckglichkeit und darüber hinaus schafft ihr an der Erneuerung unseres Volkes!
Fordert Anmeldeformulare für den Landdienst durch den Gefolgschaftsführer von den Bannen oder dem Referat Landdienst der Gebietsführung Hessen-Nassau, Wiesbaden, Adolf-Hitler-Haus, an.
preisverzeichmsseundpreisschilbelsürMschfleisch.
Der Reichsstallhalter in Hessen — Landesregierung — hat auf Grund der Verordnung zur Regelung des Verkeyrs mit Schlachtvieh vom 27. Febr. 1935 in der Fastuna der Verordnung über Kleinhandelshöchstpreise für Gefrierfleisch vom 7. Jan. 1936 folgende Anordnung im Anzeiger der Hessischen Landesregierung bekanntgegeben:
Ziffer 1.
Wer Frischfleisch im Kleinhandel feilhält, ist verpflichtet, in seinen Verkaufsräumen und Schaufenstern oder auf Märkten und Markthallen an seinen Verkaufsständen eine Preistafel nachstehenden Musters anzubringen:
Preistafel.
Rindfleisch.
Schlachtungen von Ochsen und Färsen. I. Qualität, II. Qualität, III. Qualität.
a) Rindfleisch zum Braten mit Beilage, b) Rindfleisch zum Braten ohne Beilage, c) Rindfleisch zum Kochen (Suppenfleisch), d) Lendenbraten ohne Beilage, e) Roastbeef ohne Beilage, f) Gehacktes.
Schlachtungen von Kühen und Bullen. I. Qualität, II. Qualität, III. Qualität.
a) Rindfleisch mit Beilage zum Braten, b) Rindfleisch ohne Beilage zum Braten, c) Rindfleisch zum Kochen (Suppenfleisch), d) Lendenbraten ohne Beilage, e) Roastbeef ohne Beilage, f) Gehacktes.
Schweinefleisch.
a) Schweinefleisch zum Braten mit Beilage, b) Schweinefleisch zum Braten ohne Beilage, c) Kotelett wie gewachsen, d) Schnitzel ohne Beilage, e) Kammstück wie gewachsen, f) Bauchlappen,
g) Flomen (Schmalz roh), n) Schmalz ausgelassen.
Kalbfleisch. (Mastkalb, Kalbfleisch.)
a) Kalbfleisch zum Braten mit Beilage,
b) Kalbschnitzel,
c) Kalbskotelett wie gewachsen,
d) Nierenbraten,
e) Bug und Brust.
In diese Preistafel, die von allen Verkaufsstellen von Frischfleisch an gut sichtbarer Stelle ausgehängt werden muß, sind die Preise einzutragen, zu denen das Fleisch verkauft wird. Soweit einzelne Fleischsorten oder Qualitäten ständig nicht geführt werden, oder für längere Zeit nicht vorrätig sind, bleibt die betreffende Spalte leer.
Soweit eine Verkaufsstelle nur Fleisch einzelner Tierarten führt (z. B. reine Rinds-, Schweineoder Kalbsmetzgerei), genügt der Aushang einer entsprechenden Teilpreistafel. Hierbei ist jedoch
ebenfalls das obige Muster insoweit einzuhatten, als innerhalb der einzelnen Tierarten die Bezeichnung der Fleischstücke und der Qualitäten wie in der Musterpreistafel eingehalten werden muß.
Bezüglich der zulässigen Verkaufspreise von Schweinefleisch (Braten mit Beilage, Bauchlappen, Karrse und Kammstück, Schmalz) wird auf die hierüber seitens der Kreisämter und Polizeidirektionen ergangenen Anordnungen verwiesen. Die zulässigen Kleinverkaufshöchstpreise für Rindfleisch ergeben sich aus meiner Bekanntmachung vom 22. Mai 1936, veröffentlicht im Anzeiger der Hessischen Landesregierung vom 26. Mai 1936. Für die anderen Fleischsorten bestehen Preisbindungen nicht.
Ziffer 2.
Die in den Derkaufsauslagen befindlichen Fleischstücke sollen mit einer Beschilderung versehen werden, aus der sich Fleischsorte und Qualität der einzelnen Stücke ersehen läßt. Auf diesen Schildern ist die nochmalige Angabe des Preises erwünscht.
Ziffer 3.
Verstöße gegen diese Anordnung werden gemäß der Verordnung über Ordnungsstrafen bei Zuwiderhandlungen gegen Preisschildervorschriften und Preisfestsetzungen vom 8. Januar 1935 verfolgt.
Ziffer 4.
Diese Anordnung tritt am 1. August 1936 in Kraft.
Schöffengericht Gießen.
In einer langen Verhandlung hatte sich das Gericht gestern mit dem Karl Walther aus Wie- seck und dem Adolf Steinbach aus Gießen wegen fortgesetzten Betrugs zu befassen. Der Angeklagte Walther, der bereits vorbestraft ist, war früher als Rechtsbeistand tätig; dieses Gewerbe wurde ihm jedoch wegen Unzuverlässigkeit entzogen. Danach beschäftigte er sich mit Handelsvertretungen. In dieser Eigenschaft vertrieb er ein Buch, das einem guten vaterländischen Zweck gewidmet war. Der Angeklagte schloß sich mit dem Mitangeklagten Steinbach zusammen, und beide versuchten nun in Gießen und in der Umgegend, das Buch zu verkaufen. Um ihrem Geschäft mehr Erfolge zuzuführen, spiegelten sie einer ganzen Anzahl Handwerker vor, sie kämen im Auftrag von behördlichen und anderen öffentlichen Stellen. Der Erlös des Buches würde für vaterländische Zwecke verwandt, werden. Sollten sich die Zeugen zur Abnahme des Buches nicht entschließen, so müßten sie geschäftliche Nachteile gewärtigen, da die Listen Der betreffenden Personen nach Berlin geschickt würden. In Wirklichkeit handelte es sich bei allen diesen Angaben um ein groß angelegtes Schwindelmanöver, durch das eine ganze Anzahl kleiner Handwerker erheblich geschädigt wurde. Als der geistige Urheber der ganzen Angelegenheit, so be-
Nachdruck verboten!
32 Fortsetzung.
Verfluchtes Gold!
Vornan von 3. Schneider-Ioerstl.
Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
Hylmar empfing ihn bereits am Parktor. „Ist er sehr verändert?"
„Nicht sehr!" sagte Wolfgang und eilte mit raschen Schritten dem Hause zu, wo Oskar ihn erwartete und ihm den Mantel abnahm.
„Was sagt er über Marias Verschwinden, Wolfi?" fragte Hylmar.
„Er weiß nichts davon."
„Hast du ihm nichts gesagt?"
„Nein, ich habe es nicht fertiggebracht. Ich habe gesagt, sie sei krank. Vielleicht kommt doch heute oder morgen eine Nachricht von ihr."
„Wahrscheinlich überhaupt keine mehr", meinte Hylmar. „Komm jetzt. Ich habe mit dem Mittagessen auf dich gewartet." Während sie aßen, klingelte das Telephon.
Oskar kam gelaufen. „Die gnädige Frau!
Zu zweit sprangen sie auf und liefen in das Zimmer hinüber. „Mama!"
„Hylmar, du?"
„Ja, Mama", log Wolfgang, der den Hörer in den Fingern hielt. „Ja, Mama!"
„Kannst du Maria Terry verständigen daß sie morgen abend am Schnellzug ist, der von Garmisch aus um acht Uhr fünfundzwanzig nach Tirol wei- tergeht?" .
„Mama!" rief Wolfgang. „Kommst du mit die- fern Scknellzug?"
„3a r
„Darf ich dich sehen?"
„Aber gewiß, mein Bub. — Wo A Wolfgang.
Dessen Augen ruhten in flehender Bitte aus Hylmar, der den zweiten Hörer am Ohr hatte, „ur ift mit den Skiern unterwegs. Vielleicht kann ich ihn verständigen. Ich bin für alle Falle morgen abend am Schnellzug in Garmisch. Du mußt uns helfen, Mutter. Maria ist seit vier Tagen abgangig.
„Um Gottes willen!"
„Sprechen Sie noch?" fragte die Zentrale.
„Warum unterbrechen Sie uns? schrie Wolfgang aufgebracht, hörte noch ein Knacken im Apparat und dann nichts mehr. „Mutter, bist du nach da? rief er etliche Male, aber die Frage blieb unbeantwortet. . . ...
„Warum hast du Denn gelogen?" wunderte sich Hylmar, der Mühe hatte chn abzuhalten, der Zentrale einen Krach zu schlagen.
„Ich habe doch nicht gelogen! „
„Du hast dich für mich ausgegeben.
„Ach fo!“ sagte Wolsgang. „Mamas erste Frage war nämlich: „hylmar du? Wenn sie gewußt
hätte, daß ich es bin, würde sie vielleicht gleich wieder eingehängt haben."
„Das ist ja Unsinn", entgegnete Hylmar. Dann breitete er die Arme aus und machte einen tiefen Atemzug. „Sie weiß sicher Rat! Wir bestimmen sie, die Weiterfahrt aufzugeben. Sie muß mit uns nach Grainau. Jetzt schlüpft sie uns nicht mehr durch. Nötigenfalls schicke ich ihr einen Detektiv nach, damit wir immer wissen, wo sie ist. Wenn jemand Maria findet, ist es die Mama — und dann sag doch selbst, Wolfi, wir brauchen sie ja auch. Dringend brauchen wir sie! Wenn sie erst wieder bei uns ist, hat alles gleich ein anderes Gesicht. Das Leben bekommt wieder Sinn, so ist es ja auch nichts mehr. — Oder?"
Oskar hatte abserviert und brachte nun den warmgestellten Braten. „Mamas Zimmer sind doch in Ordnung?" fragte Hylmar.
„Ich werde sofort nachsehen, Herr Hylmar."
„Ich glaube, sie hatte immer Vorliebe für Veilchen", meinte Wolfgang.
„Für Veilchen und Narzissen", bestätigte Oskar und reichte den Pudding.
„Also Veilchen und Narzissen", sagte Wolfgang. „Sie vergessen doch nicht, Oskar?"
„Ganz sicher nicht, Herr Wolfgang!" *
Der Abendschnellzug, der auf die Minute pünktlich in Garmisch einlief, war nur schwach besetzt. Das Fenster in einem Abteil zweiter Klasse glitt herab. Hylmar hatte die Mutter sofort erkannt. Hertha Amselmanns Gesicht beugte sich tief herab. „Grüß Gott, mein Bub! Wie schön, daß ich dich wieder einmal sehe. Willst du nicht hereinkommen? Ich bin ganz allein. Was ist mit Maria?"
„Mutter!" sagte er und griff nach der Hand, die ihm über die falte Wange streichelte. „Erbarm dich doch!" Er verspürte das Zittern ihrer Finger und hielt sie noch fester zwischen den seinen. „Wir haben jetzt doch niemand mehr, als dich!"
„Mein großer Junge!"
„Wenn du wüßtest, Mutter, wie notwendig wir dich brauchen. Kannst du nickt erst morgen weiter- reisen?" Er merkte sofort ihr Zögern, das schon halbe Gewährung bedeutete und drängte bittend: „Ich habe den Schlitten draußen stehen! — Komm, Mutter!"
„Mein Gepäck!" sagte sie und blickte unsicher nach dem Netz hinauf, in dem zwei große Lederkoffer verstaut waren. Draußen rief der Schaffner: „Bitte, einsteigen!"
„Mutter!---"
Sie zerrte bereits an den Koffern. Mit einem Sprung gewann Hylmar den Wageneingang, lief den Gang hinunter und riß das Gepäck herab. „Schnell, Mutter!"
„Platz nehmen, bitte!"
Ein Koffer purzelte in den Schnee. Der zweite folgte. Aufgeregt jchob Hylmar die schlanke Gestalt Der Mutter vor sich her, sprang über das Trittbrett
tonte der Vertreter der Anklage, ist einzig und allein der Angeklagte Walther anzusehen, der sich bisher allen Nachforschungen geschickt zu entziehen verstand. In der gestrigen Hauptverhand- lung versuchten die Angeklagten, insbesondere Walther, sich durch allerlei Behauptungen aus der Sache herauszuziehen, so daß sich der Vorsitzende des Gerichts noch am Nachmittag zur Ladung weiterer Zeugen entschloß, die das Gegenteil des Vorbringens der Angeklagten bestätigten. Das Gericht verurteilte Walther zu einer Gefäng- n i s ft r a f e von einem Jahr und fünf Monaten, unter Anrechnung von drei Monaten
Untersuchungshaft, Steinbach zu neun Monaten Gefängnis.
In einer wetteren Sache wurde ein Mann aus einer oberhessischen Stadt zu sieben Monaten und Zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Dem Angeklagten waren als Gehilfe bei der Stadt- kaffe Quartiergelder anoertraut. Bei der lieber« gäbe der Geschäfte will er ein Defizit von 20 Mark gehabt haben. Um die Deckung dieser Differenz herbeizuführen, fälschte er Quittungen und zog unberechtigterweise Steuergelder ein und behielt den Betrag für sich.
Oberheffen.
Oberhessische Trachtengruppen und Gpielscharen in Hamburg.
Beim Weltkongreß „Freizeit und Erholung".
NSG. Der Bahnhof in Frankfurt a. M. bot am Mittwochabend ein buntes Bild. Der Sonderzug der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Gau Hessen-Nassau, fuhr nach Hamburg zum Weltkongreß für „Freizeit und Erholung". Und was dieses Bild so bunt machte, das waren Die Trachtengruppen aus dem oberhessischen Gebiete, die Dorfspielschar Alten-Buseck bei Gießen, die Trachtengruppe aus dem „Hinterland" unseres Gaues, dem Dörfchen Dexbach im Kreise Biedenkopf. Diese frischen Jungens und Mädels führten einen Erntekranz mit. Sie bringen in Hamburg neben den Tänzen ihrer Heimat auch frische Volkslieder, die oben im „Hinterlande" noch abends am Dorfbrunnen oder unter der Linde und in der Spinnstube gesungen werden. Die Busecker Spielschar spielt ein oberhessisches Heimatstück „Die oberyessische Honigküch e", das abends in den Proben entstanden ist.
Weiterhin fährt die W e 11 e r a u e r Spiel- fchar aus Friedberg unter ihrem Leiter Oberstudiendirektor Philipps, in Oberheffen bekannt als Der „Unkel Kuneroad". Sie spielen Heimatstücke aus der schönen „Werreraa" vom „Kroage- kneppche, der Bienekenigin und vivatserickgestellt", Dann fingen sie Volkslieder aus ihrer Heimat „Deham is deham", „Amfellied", „He, Kuneroad" und andere mehr. Weiterhin bringen Die Wetterauer eine Bauernkapelle mit nach Hamburg, Die mit ihnen von Platz zu Platz zieht, wenn sie von ihrem Spielwagen herab.„Aus dem Volke, für das Volk" spielen.
So wird der Gau Hessen-Nassau am Weltkongreß würdig vertreten sein, zeugen ja noch einige Wagen von der Schönheit unserer Heimat und ihren Erzeugnissen.
Von einer Sense durchbohrt und getötet.
LPD. Schotten, 22. Juli. In dem Kreisort Ulfa ereignete sich heute nachmittag ein schrecklicher Unfall. Die 59jährige Landwirtssrau Elisabeth Jäger fiel, als sie mit dem Fuhrwerk vom Feld heimfahren wollte, durch Das plötzliche Anziehen der Pferde nach hinten um und stürzte in eine Sense, die an Der Leiter Des Wagens mit Der Spitze nach oben lag. Die Sense durchbohrte den Körper der Frau in Der Herzgegend, jo daß der Tod auf der Stelle eintrat.
Landkreis Gießen.
* Heuchelheim, 23. Juli. Der hiesige Weißbinder Ewald Möller zog sich durch einen schweren Sturz eine Gehirnerschütterung zu und mußte in ärztliche Behandlung nach Gießen gebracht werden.
< Reiskirchen, 23. Juli. Gestern feierten, wie wir schon kurz berichteten, die Eheleute Philipp Walter, Bahnwärter i. R., und Frau Katharina geb. Launspach das seltene Fest der goldenen Hochzeit mit einer kirchlichen Trauung. Es ist dies, wie alte Leute erzählen, feit lanaen Jahren das erstemal in unserem Dorf. Wegen der Selten
heit dieses Festes nahm Die Einwohnerschaft regen Anteil an Dem Glück Der beiDen Alten. Diele Glückwunschschreiben und Blumen wurden dem Jubel- paar überreicht. Besonders feierlich gestaltete sich die Trauung durch den Ortsgeistlichen in der hie- sigen Kirche. Viele Einwohner hatten sich hierzu eingefunden. Mit dem Lied „Lobe Den Herrn" wurde das Paar mit den Hochzeitsgästen empfangen. Der Pfarrer sprach über den Psalm 34 „Ich will den Herrn loben allezeit". Dann fand die Einsegnung unter dem Oraelspiel „So nimm denn meine Hände" statt. Anschließend überreichte er dem Brautpaar ein Glückwunschschreiben des Landesbischofs. Am Nachmittag brachte der hiesige Kinderhort und abends der Singkreis den Hochbetagten ein Ständchen. Die beiden sind schon viele Jahre treue Leser des Gießener Anzeigers. Hoffen wir, daß ihnen ein glücklicher Lebensabend beschert wird.
—.— Queckborn,23. Juli. Die Ernte hat auch hier begonnen, leider ist Die Arbeit sehr erschwert durch Die viele Lagerfrucht. Die Maschinen können nicht wie sonst in vollem Umfang eingesetzt werben. — Die vier KinDer aus Wetter an Der Ruhr, Die von Der NSV. aus hier im LanDaufenthalt waren, fuhren am gestrigen Mittwoch wieDer ab. Sie hatten sich bei ihren Pflegeettern sehr wohl gefühlt unb gut erholt.
= Lauter, 23. Juli. Am heutigen Donnerstag können zwei hochbetagte Einwohner unseres Ortes Geburtstag feiern. Wagnermeister Karl ReiDt begeht feinen 8 2. Geburtstag in aller körperlichen und geistigen Frische. Noch täglich ist er in seiner Werkstatt tätig und hilft auch in der Landwirtschaft feines Sohnes mit. Seine Frau kann im nächsten Monat den 80. Geburtstag feiern. Im Jahre 1928 beging Das Ehepaar Das Fest der goldenen Hochzeit. Ferner wollende! Heinrich Wieß - n e r I. fein 76. Lebensjahr. Seine Ehefrau steht im 78. Lebensjahr. Auch dieses Ehepaar konnte schon goldene Hochzeit feiern.
Kreis Friedberg.
LPD. Bad-Nauheim, 22. Juli. Als ein Hotel« angestellter mit seinem Motorrad an der Umgehungs- straße Den Bahnkörper überqueren wollte, fuhr er Durch ein Versehen gegen die noch nicht ganz geöffnete zweite Schranke. Er kam dabei mit feiner Maschine zu Fall, wobei er so unglücklich stürzte, daß er mit dem Kopf auf das Pflaster auf« schlug und bewußtlos liegen blieb.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen.
wie toll ein Möbel heute ousfehen?
Schlank, sportlich und — natürlich braungebrannt! Das ist zeitgemäß und ein Zeichen von gesunder Lebensweise. Und wer schön bräunen will, benutzt Nivea- Creme oder Nivea-Öl. Es schützt und bräunt zugleich
und fing sie in Den Armen auf — an ihnen vorüber rollten Die Wagen aus dem Bahnhof.
Im Schein Der Laternen sahen sie sich in Die Augen, „Mutter!" sagte er — bückte sich plötzl, nach Den Koffern unD hielt Den Kopf auf Die Brust gesenkt. So ging er ihr voraus, sah sich zuweilen um, ob sie ihm auch folgte unD ließ ihr erst an Der Sperre Den Vortritt.
Das MonDlicht fiel hell über Den weiten Platz, auf Dem Der Schlitten ftanD. Als sie schon ganz nahe waren, kam ihnen eine Gestalt entgegen. „Die Ross' wolln nimmer stehn, Herr Amselmann."
„Gleich!" sagte Hylmar. „Bitte, Mutter!" Sie schlüpfte unter Die große FellDecke. Ein einziges Mal wanDte sich Der Lois zurück, nickte Dann unD ließ Den PferDen Die Zügel locker.
Herrgott, war Das ein Weib! So eins lief nicht einmal in Partenkirchen herum, wo er Doch schon zuweilen sünDhaft schöne Gesichter gesehen hatte. UnD Das war nun Die Mutter seiner beiDen Brotherren. 28 Jahre hätte er ihr gegeben. Und keinen Tag mehr. Wenn sie ganz früh geheiratet hatte, mutzte sie aber mindestens 40 fein.
„Was ist denn?" fragte Hylmar, als er zum wiederholten Male Den Kopf schüttelte.
„I hab' mir bloß was denkt, Herr Amselmann!" „So! — Aber es scheint nicht ganz zu stimmen?" „Na, gar net, Aber das ist allweil fo wann ma ins Spintisieren kommt, da ftimmts nimmer."
Hertha Amselmann hätte ihren Jüngsten gern gefragt, wo er dieses Naturkind gefunden und feit wann er es sich dienstbar gemacht hatte. Aber in dem Schweigen ringsum, das nur von Dem Huf- fchlag Der PferDe und dem Läuten der Schellen unterbrochen wurde, hätte Der Lois sicher alles verstehen können, unD Das wollte sie nicht.
Hylmar empfand eine unbestimmte Angst. Die Mutter hatte noch nicht ein einziges Mal nach Wolfgang gefragt. Als könnte sie feine Gedanken lesen, sagte sie unvermittelt: „Warum habt ihr mich Denn gestern abenD belogen?"
„Wieso?" r ,
„Es war Doch Wolfgang, Der mit mir gesprochen hat, nicht?"
„Ja, Mutter!"
„Siehst Du!" lächelte sie zurück. ,UnD warum ist er jetzt nicht mit Dir an Den Zug gekommen?"
„Er Dachte, Du würDest Dich Dann vielleicht nicht bestimmen lassen, auszusteigen."
„Sv kleinmütig ist mein großer Junge?
„Er glaubt, Du zürnst ihm noch immer Mutter.
Darauf erfolgte keine Antwort. Aber als nach einer halben StunDe Der Schlitten vor Dem Wochen- enDhaus in Grainau hielt, ging Hertha Amselmann Dem Sohn mit raschen Schritten voran. 3n Dem großen, gutDurchheizten Wohnzimmer kam Wolf- gang Der Mutter entgegen. „Darf ich Dir guten Tag sagen, Mama?"
„Aber gewiß, mein Bub. Ich habe Dich eigentlich schon an Der Bahn erwartet." Dabei nahm sie sein
Gesicht in ihre schmalen HänDe, küßte ihn und strich ihm tröftenD über die Wange. „Das ist doch nun alles vorbei, Wolfi." Sie wählte absichtlich Den Kosenamen seiner Knabenzeit. „UnD Das mit Maria ist sicherlich nur halb so schlimm. Ihr habt es nur nicht richtig angefangen."
„Wir haben alles getan", verteidigte er sich, wenn auch noch mit schwankender Stimme.
„Jedenfalls habt ihr das Beste gewollt", gab sie zu. „In der heutigen Zeit verschwindet man nicht mehr so leicht. Und wenn, dann wird man meist sehr bald gefunden: so ober so."
„Denkst Du an einen SelbstmorD?" fragte er erschrocken.
„Ich denke an alles, Wolfgang, und erwäge jede Möglichkeit. Obwohl — mit neunzehn Jahren liebt man das Leben noch zu sehr, um es so ohne weiteres von sich zu werfen. Zuerst müßt ihr mir erzählen, wie sich das Ganze zugetragen hat. Erst, wenn ich das Warum und Weshalb weiß, kann ich mir ein Urteil bilden und danach handeln."
Hylmar und Lois sorgten für den Abtendtisch. Lois sagte so von ungefähr: „Is das a blitzsaubere Person, Ihre Frau Mutter."
Hylmar stieß mit einer langzackigen Gabel in das saftrote Geräucherte und nickte lächelnd. „Gar nicht, als ob wir ihre Söhne wären, was?"
„Na, gar net", gab Lois zu. „Wissen S', wen i heut troff fjab', da i auf den Schnellzug gwart hab'?"
„Ich habe keine Ahnung."
„Den Steffen!"
„UnD?! — Was hat er Denn gesagt?"
„Nix. Kannst nix machn, wann einer net will." „Was will er Denn nicht, Lois?"
„Glaubn, daß a fo is, wie i's ihm gfagt hab'. Daß d' Freiln Maria sich bloß versteckt ghattn hat bei Ihnen, daß gar net Ihr Gschpusi is, wie man halt so sagt. Wie i ferti gwesn bin mit reön — und i hat/ schön grebt — hat er mir ins Gsicht glacht. Wann's net ber Steffen gwesn wär, Hütt i ihm eine aberghaut."
„Also glauben will er's nicht", sagte Hylmar unb trat vom Herb zurück, besten Glut unbehaglich würbe. Dann war wohl nichts mehr gutzumachen. Selbst bann nicht, wenn man Maria fanb. „Vom Gegenteil läßt sich eben ein Mann schwer überzeugen", meinte er bebauernb.
Der Lois kam ba nicht mit bei biesem Gebauten- gang unb machte ein etwas bummes Gesicht. Was Die Stabtleute manchmal für merfroürDige Ansichten hatten. Da müßte ja ein jeDer ein Wickelkinb zum Schatz nehmen. Von Dem wüßt man Dann toDsicher, Daß es nur seine Mutter im Arm ghabt hat und sonst keiner. Aber a lebfrisches MaDl von zwanzia ober zweiunbzwanzig! Herrgott, Das hatte Doch Blut in Den ADern unD Augen im Kopf unD einen MunD... UnD einer mußte Doch Der erste sein. Wär sauber, wenn Da jeDe schon nach Dem zweiten ober Dritten Mal Gernhaben abgenützt wär.
(Fortsetzung folgt!)


