einigten Staaten auch auf Auswanderer aus dem Vereinigten Königreich eine um jo stärkere Anziehungskraft ausübten. Die britische Koionialpolitik widmete sich dann immer ausschließlicher der Entwicklung der Produktivkräfte in den Gebieten mit starker farbiger Bevölkerung. Soweit mit der Zeit auch in Kanada und Australien die Erschließung jungfräulichen Bodens durch freie Kolonisation ein wirksames Tempo annahm, handelte es sich vorwiegend um das Ergebnis wachsender Unabhängigkeit vom Mutterlande.
Die sog. „zweite industrielle Revolution", d. h. die Mechanisierung des Arbeitsvorganges auch in der Landwirtschaft, brachte nun schon vor dem Weltkriege eine rasche Sättigung der überseeischen Einwanderungsländer mit Menschen zuwege. In den Vereinigten Staaten ergab sich aus dieser Entwicklung die Losung: „Dom Einwanderer zur Maschine!" Man begann die Einwanderung abzudrosseln. Die lateinischen Länder und die britischen Dominien folgten diesem Beispiel. Als nach dem Kriege ein neuer Massenzustrom Europamüder sich durch die noch vorhandenen Lücken der Beschränkungsgesetzgebung zu wälzen drohte, wurden die Tore überall mehr und mehr für neuen Zuzug aus der alten Welt, wie viel früher schon aus Asien, so gut wie völlig geschlossen. Trotzdem entwickelte sich selbst in so dünn besiedelten Ländern wie Kanada und Australien während der Weltwirtschaftskrise noch viel „technologische Arbeitslosigkeit". So konnte es geschehen, daß die Auswanderung Englands genau so wie diejenige kontinentaleuropäischer Länder völlig ins Stocken geriet.
Nur durch planmäßige kolonisatorische Unternehmungen großen Stils wird das neu geschaffene britische Ueberseesiedlungsamt die Auswanderung nach den Dominien neu zu beleben vermögen. An und
für sich ist die Bevolkerungskapazitat der Dominien bisher nur zu einem geringen Bruchteil ausgenutzt. Offenbar muß das Streben nach Mechanisierung der Güterbeschaffung vor dem Streben nach der Erfüllung leerer Räume mit Menschen zurücktreten, auch wenn man sich dabei in großem Umfange mit den angeblich „rückständigen" bäuerlichen Betriebsformen der alten Welt behelfen muß. Unter dem Zwange der durch die Weltwirtschaftskrise entstandenen Notzustände hat sich sowieso der Bevölkerung sowohl der Vereinigten Staaten wie Kanadas ein starker Zug zur Rückanpassung vom Farmer zum Bauern bemächtigt. Anspornend wirkte dabei die Beobachtung, daß festlandeuropäische Einwanderer mit ihren „primitiven" landwirtschaftlichen Methoden die Krise besser zu überstehen vermochten, als große, mit allen technischen Errungenschaften ausgestattete Farmen. Das Verhältnis zwischen Raum und Menschen ist auch für den Bestand überseeischer Kolonialherrschaft entscheidend. Die Welt der Farbigen macht sich von der Kontrolle des weißen Mannes zusehends unabhängig; um so wichtiger ist es, diejenigen Kolonialgebiete dichter mit weißen Menschen zu besetzen, wo die farbige Urbevölkerung bis auf geringe Reste verschwunden ist. Wenn England dabei kontinentaleuropäische Einwanderer entraten zu können glaubt, so mag es zusehen, wieweit es mit seinem geringen Heberschuß an Bevölkerung kommt. Bald genug dürfte sich Herausstellen, daß es der Mitwirkung verwandter und befreundeter Völker bedarf, um die riesigen kolonisatorischen Aufaaben zu bewältigen, deren Lösung die Behauptung seiner überseeischen Machtstellungen gebieterisch erheischt, auch wenn diese anderen Völker nicht mehr dafür zu haben sind, ihm bloß „Kulturdünger" zu liefern.
Sie Walhalla „Mmeslenipel her deutschen Mion".
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Der Führer hat dem Antrag des bayrischen Ministerpräsidenten Ludwig Wagner stattgegeben und die Walhalla bei Regensburg als „Ruhmestempel der deutschen Nation" in seine Obhut genommen. Am 40. Todestag Anton Bruckners wird dessen Büste dort ausgestellt werden. — (Scherl-Archiv-M.)
Brüder und Schwestern im fernen Land
Ihre Betreuung durch die Auslandsorganisation der NSDAP.
politische Gtudentenbewegung in China.
Hon unserem O.-Mtai beiter.
Schanghai, im Januar.
An dem Tage, als in N o r d ch i n a die Bildung des autonomen Rats proklamiert wurde, gingen die Pekinger Studenten auf die Straße. Die Schüler der Reichsuniversität und zweier anderer innerhalb der Mauern der Hauptstadt untergebrachten Hochschulen demonstrier- ten gegen diese Neubildung, die niemand in Nordchina wolle. Hohe chinesische Würdenträger sind sehr vorsichtig. Sie zeigen sich niemals einer Volksmenge, geschweige denn einer demonstrierenden. Sie empfangen nur hinter wohlgeschützten Mauern eine Delegation und stellen dann hinter jeden Delegierten zwei Bewaffnet auf. Die Studenten waren jedoch schon zu weit vorgedrungen, um mit ihnen xu verhandeln, infolgedessen rückte die Feuerwehr aus und fing bei zwanzig Grad Kälte an zu spritzen. Diese erste Studentenkundgebung war gewiß keine große revolutionäre Tat, aber sie hat doch Eindruck in Peking gemacht. In den ganzen diplomatischen Verwicklungen, die schließlich zur Bildung des Pekinger autonomen Rats führten, war immer von einer „spontanen Willenskundgebung des Volkes" geredet worden. Aber diese Stimme des Volkes hatte man nie gehört. Peking erlebte diese wichtigen Stunden äußerlich in völliger Apathie. Die Studenten waren die ersten — und sind bis jetzt die einzigen geblieben — die jener Stimmung Ausdruck gaben, die doch wahrscheinlich im Stillen die meisten Chinesen bewegte. Infolgedessen hatten auch die Studenten die allgemeine Sympathie und man hörte oft, wie Polizei und Feuerwehr getadelt wurden. Die Ausländer waren der gleichen Meinung, ausgenommen natürlich die Japaner, die recht erbost waren. Denn nach japanischer Theorie verlangte ja gerade das Volk die Unabhängigkeit oder mindestens Autonomie für Nordchina.
Man fühlte sich in die Zeit vor 10 Jahren zurückversetzt, als es in China noch eine revolutionäre Bewegung gab. Man merkte jedoch im Dezember 1935 sehr bald, daß es keine wirklicheVolks- bewegung mehr in China gibt. Der Studentenbewegung im Zentrum und im Süden des Landes fehlte der Elan. Von den Schanghaier Hochschulen, deren es ein gutes Dutzend gibt, haben sich drei zu Taten aufgerafft. Die Studenten der Zentraluniversität begannen einen Zug durch die Hauptstraßen des „Settlements". Die Venval- tung der internationalen Niederlassung war in großer Besorgnis. Man mußte schließlich dem Studentenzug englische Polizisten entgegenstellen, aber mit der dringenden Mahnung, keinesfalls von der Waffe Gebrauch zu machen, damit nicht die Antijapanbewegung plötzlich eine Spitze gegen England bekäme. Mit großer Anstrengung gelang es der Polizei, die Demonstration zu zerstreuen, aber mehrere englische Polizisten sind dabei ernsthaft verletzt worden.
Die Schüler der Fu Tan und der Tan-Schi- Hochschule hatten ein anderes Programm. Sie wollten nach Nanking, damit die Regierung die Stimmung der Studentenschaft kennenlernt, und den Mut zu einer nationalen Politik gewinnt. Da nun Nanking 350 Kilometer von Schanghai entfernt ist, besetzten die 3000 jungen Leute der beiden Lehranstalten den Schanghaier Hauptbahnhof, drängten sich durch die Bahnhofsperren, und saßen, ehe jemand einschreiten konnte, in allen bereitstehenden
Leerzügen. Sie saßen dort zunächst 24 Stunden. Die Behörden waren vollkommen hilflos, sie getrauten sich nicht, geaen die Studenten energisch einzuschreiten, andererseits gab Nanking dringende Anweisung, die Fahrt der Schanghaier Schüler nach der Hauptstadt unter allen Umständen zu verhindern. Man habe genug mit den eigenen Universitäten zu tun. Auf den Schanghaier Bahnsteigen ein ewiges Hin- und Herlaufen junger Leute, und die Lautsprecher in beständiger Tätigkeit, große Reden wurden gehalten. Die Professoren ermahnten ihre Schüler, in die Internate zurückzukehren. Die Reden waren voller Schmeicheleien. Allmählich wuchs den Studenten der Mut.
Am nächsten Tage wollten die Demonstranten auf eigene Faust losreißen. Ein paar besonders entschlossene Leute von der Technischen Fakultät requirierten zwei Lokomotiven und begannen sie m Betrieb zu setzen. Am Nachmittag setzten sich zwei oollgeladene Züge in Bewegung, im ersten 1300 Studenten von der Fu-Tan-Ünioersität, im zweiten 1200 von Tung Tschi. Die Bahnbeamten stellten alle Signale auf „Halt", suchten alle Weichen zu sperren, die Studenten wußten mit den Lokomotiven nicht Bescheid, im Schneckentempo kam man vorwärts. 30 Kilometer hinter Schanghai e n t g l e i st e die Tung-Tschi-Lokomotive, die Studenten konnten sie nicht wieder in die Schienen bekommen. Infolgedessen war die Linie gesperrt, an Weiterfahrt war für den zweiten Zug nicht zu denken. Die Regierung schickte sofort Autobusse zu der „Unglücksstelle". Es war kein großes Unglück geschehen. Eine Lokomotive war unbrauchbar geworden, doch war niemand verletzt. Aber es war kalt, und man hatte nichts mehr zu essen. Infolgedessen waren die Autobusse bald gefüllt, und die jungen Ausreißer wurden wieder nach Hause verfrachtet.
Die Fu-Tan-Studenten aber fuhren weiter. Man wollte noch am selben Abend in der Kreisstadt Wusih sein; denn man hatte Hunger. In Wusih saß nämlich ein Landrat, der Alter Herr der Fu-Tan-Unioersität war und der Reisegesellschaft bereits seine Einladungen entgegengeschickt hatte. Der Landrat von Wusih ist ein jovialer Herr. „Habt keine Angst um euren Zug", erklärte er den Studenten, „den nimmt euch keiner weg." Ein großes Bankett wurde gegeben. Am nächsten Morgen war die Reiselust schon etrbas kleiner, aber der Zug stand bereit, also fuhr man weiter. Zwölf Kilometer hinter Wusih rannte der Akademikerzug in einen auf der Strecke wartenden Panzerzug. Die Nanking-Regierung hatte ihn den Demonstranten entgegengeschickt. Mit diesem Krach war die Reise zu Ende. Die Studenten bestiegen die überall bereitstehenden Autobusse und kehrten heim. ♦
Die Studentenbewegung dürfte damit ihren Abschluß gefunden haben. Der Pekinger Auftakt war eine gute und notwendige Demonstration. Die Sympathiekundgebung der Schanghaier hat der Sache eher geschadet. Als während der Schanghaier Kämpfe im Jahre 1932 die Schanghaier Studenten zu demonstrieren begannen, hat Tschiangkaischek neben jeder Universität militärische Werbe- st e l l e n einrichten lassen, damit den Studenten Gelegenheit gegeben wird, ihren Patriotismus auch durch die Tat zu beweisen. In diesem Dezember erklärte ein chinesischer Beamter: „Die Regierung glaubt nicht, daß sie jetzt gegenüber den Studenten zu so rigorosen Maßnahmen (!) greifen muß."
Geschichten aus aller Welt.
Bereits Anfang des Jahres 1931 gab die Notwendigkeit, die immer zahlreicher werdenden Mitglieder der NSDAP, im Ausland zusammenzufassen und die Idee des Führers weiter in das Auslandsdeutschtum hineinzutragen, den Anstoß zur Gründung einer Ausländsabteilung der Partei. Bei der Machtübernahme fand so der Nationalsozialismus an vielen Plätzen des Auslandes Orts- und Landesgruppen vor, denen nun die Aufgabe zufiel, alle Deutschen jenseits der Grenzpfähle unter der Fahne des Führers zu vereinen.
Seit dem Bestehen der Auslandsorganisation der NSDAP, werden im Ausland nur die Volksgenossen, die die reichsdeutsche Staatsangehörigkeit besitzen, in die Bewegung ausgenommen. Hierdurch brachte die Partei klar zum Ausdruck, daß sie sich keinesfalls in die Angelegenheiten fremder Staaten einmischen wolle. Die wirksame Ausbreitung der nationalsozialistischen Gedankenwelt hing von der Einsatzbereitschaft und der Tatkraft der um die Seele ihrer auslandsdeutschen Volksgenossen ringenden Parteigenossen ab. Jenen alten Kämpfern draußen ist es zu verdanken, wenn die Bewegung an fast allen Plätzen der Erde, wo Deutsche ansässig sind, auch in den beiden letzten Jahren einen immer größeren Zustrom erhielt. Ohne Presse und Propagandamöglichkeiten, wie sie sich in der Heimat boten, hat hier eine Schar Unverzagter allen Schwierigkeiten und Anfeindungen zum Trotz, von der Heimat weit entfernt, den Kampf geführt und das Lügengewebe zerrissen, das die Feinde des neuen Deutschland über das Dritte Reich gesponnen.
Heute zählt die Auslandsorganisation der NSDAP, in der ganzen Welt rund 5 0 0 Ortsgruppen. Der Sitz der AO. befindet sich seit einiger Zeit in der Reichshauptstadt. Nach einem den Anforderungen entsprechenden großzügigen Ausbau sind hier 170 Mitarbeiter, zum größten Teil selbst Ausländsdeutsche, mit der ständigen Durchführung der über alle Erdteile sich erstreckenden auslandsdeutschen Organisation beschäftigt. Heber ihren ursprünglichen Rahmen hinaus ist die AO. der NSDAP, durch Gesetz zur Trägerin des neuen Staatsgedankens im Auslandsdeutschtum geworden und hat damit die alleinige Führung in der auslandsdeutschen Arbeit übernommen. Sämtliche Auslandsortsgruppen unterstehen dem Gauleiter Bohle. Der Auslandsorganisation erwächst die Aufgabe, die Gruppen entsprechend den jeweiligen Erfordernissen des betreffenden Landes mit den geistigen Waffen zu versehen, die ihnen helfen können, nationalsozialistisches Denken und Handeln allen deutschen Volksgenossen draußen zu vermitteln.
Dem Gauleiter gegenüber trägt das Stabs- a m t d e r A O. die Verantwortung für die gesamte Organisation Unter den Sachgebieten ist die praktische Deutschtumsarbeit, die dem Kultur amt zufällt, von besonderer Wichtigkeit. Nach seinen Zwecken ist dieses Amt aufgeteilt in die Abteilungen
für Schulwesen, akademische Auslandsarbeit, Volkstum, Kulturaustausch, Leibesübungen usw. Für den gegenseitigen kulturellen Austausch der Völker untereinander stellt der Ausländsdeutsche den Mittler zwischen dem Reich und dem Ausland dar. Den unter den Ausländsdeutschen und ihrer Hitler- Jugend Heranwachsenden Führern wird die Aufgabe zufallen, die verständnisvolle Zusammenarbeit der Nationen weiter auszubauen.
Betreuung der auslanddeutschen Presse, sowie Berichterstattung an die Presse über die ausland- deutschen Fragen ist Sache des Presseamtes in der AO. Es gibt 30 Parteizeitungen in allen Teilen der Welt, die unsere Brüder draußen über die Vorgänge in der Heimat in Wort und Bild auf dem Laufenden halten. Hierzu tragen auch die Aus - landredner der NSDAP, bei, von denen z. B. am 1. Mai 1935 insgesamt 52 im europäischen Ausland 160 Veranstaltungen durchführten. Neben dem Rundfunk spielt auch der Film als Verbindung mit dem Vaterland eine wichtige Rolle. Eine eigene Filmstelle der AO. versorgt die einzelnen Landesgruppen mit Schmal- und Tonfilmen, die dann bei der Vorführung einem immer größeren Kreis auslanddeutscher Volksgenossen einen Einblick in die wahren Verhältnisse des neuen Deutschlands geben.
Die NS. -Volkswohlfahrt im Ausland erstreckt sich nicht nur auf die Durchführung des Winterhilfswerks. U. a. werden jährlich etwa 15 0 0 0 Kinder aus dem europäischen Ausland zur Erholung nach Deutschland verschickt und gleichzeitig mehreren Hunderten minderbemittelter erholungsbedürftiger Mütter die Möglichkeit gegeben, ihre Kräfte wiederherzustellen und dabei ihre Heimat für ein paar Wochen wieberzu- sehen. Das R e ch t s a m t der AO. übernimmt die rechtliche Betreuung der Deutschen im Ausland, im Jugendamt ist die auslandsdeutsche Jugend zusammengefaßt, während die nationalsozialistischen Frauen der „Arbeitsgemeinschaft der deutschen Frau im Ausland" angehören. Außer der Auslandsorganisation der Deutschen Arbeitsfront sind schließlich noch zu erwähnen: das Außenhandelsamt, der Hafendienst, der die Verbindung mit den einlaufenden deutschen Schiffen in ausländischen Häfen auf» nimmt, die Abteilung „S e e f a h r t", die heute schon 22 000 auf allen Weltmeeren fahrende Parteigenossen verbindet, und das Amt für Beamte des Deutschen Reiches, die ihren Wohnsitz im Auslande haben. Das gewaltige Organisationswerk der NSDAP, im Ausland im einzelnen zu schildern, würde viele Seiten füllen. Seine Aufgabe läßt sich mit wenigen Worten umreißen: Ausrichtung der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft im Auslandsdeutschtum, damit der Nationalsozialismus ein einendes Band um alle Deutschen der Welt schlinge!
Die Bundespolizei räumt auf.
B/Li. Washington.
Die amerikanische Bundespolizei hat jetzt den letzten gefährlichen Menschenräuber — Kidnapper — der Vereinigten Staaten gefangen nehmen können. Es handelt sich um einen Thomas Robinson, der im vorigen Jahr 50000 Dollar wieder in Freiheit setzte. Heber ein Jahr lang hatte die Polizei nach dem Verbrecher gesucht.
Allein in den letzten zwei Wochen konnten vier der gefährlichsten Verbrecher Amerikas dingfest gemacht werden, nämlich außer Robinson noch der „public enemy nr. 1" Alvin Karpis und Harry Campbell, die 1934 den Bankier Paul Bremer entführten und dessen Familie um 200 000 Dollar erpreßten, sowie der Verbrecher Mahan, der vor einem Jahr den neunjährigen Sohn des amerikanischen Holzkönigs Weyerhauser raubte. Die Polizei nimmt an, daß das Land jetzt vor Verbrechern dieser Art sicher ist.
Die Strafen, die auf Entführung in Verbindung mit Erpressung stehen, sind vor zwei Jahren außerordentlich verschärft worden. Von den oben genannten Kidnappers hat einer bereits eine Strafe von 60 Jahren Zuchthaus erhalten, ein anderer wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, und der „öffentliche Feind Nr. 1" dürfte, da auch er einen Mord auf dem Gewißen hat, sein Leben auf dem elektrischen Stuhl beenden. Bisher sind in den Vereinigten Staaten zwei Kidnappers hingerichtet worden. Dem Gesetz nach kann jeder Menschenraub mit dem Tode bestraft werden.
„Bogelfallen" im Kanal.
E. Z. Dover.
Der Aermelkanal bildet sich immer mehr zu einer Vogelfalle aus, und zwar durch die Oelschichten, die die Dampfer auf der Wasserfläche hinterlassen. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden bereits annähernd 500 Vögel aufgefunden, die auf dem Wasser umhertrieben und unfähig waren, sich von der Wasserfläche zu erheben, weil ihre Federn völlig mit Del getränkt waren. Im vorigen Jahr wurden in der gleichen Küstengegend 776 Vögel geborgen. In den meisten Fällen sind die Tiere nicht mehr zu retten, sondern müssen getötet werden. Nach Angabe der Küstenwachen nimmt die Verschmutzung des Kanalwassers von Jahr zu Jahr zu.
Eine merkwürdige Entdeckung.
(—) Liverpool.
Entdeckungen gehen oft von den seltsamsten Zufällen und Gegenständen aus: Galvani mußte mit einem toten Frosch hantieren, Newton einen ebenso berühmten wie legendären Apfel fallen sehen und James Watt in den Teekessel gucken. Einem Engländer ist jetzt eine etwas andere, aber nicht minder merkwürdige Entdeckung gelungen. — Dieser Entdecker war, was den Zufall noch verblüffender macht,
kein Geringerer als der Vorsitzende der Anglv-Jrani- fchen Erdölgesellschaft, der kürzlich einmal von seinen Geschäften ausspannen wollte und darum einen Ausflug in die Purbeck-Hügel in der südenglischen Grafschaft Dorset machte. Von einigen Wanderstunden ermüdet, ließ er sich auf einem niederen Rasenhügel nieder, von wo er eine hübsche Aussicht genoß, in seiner andachtsvollen Beschauung aber bald durch das unangenehme Gefühl gestört wurde, daß seine Hosen naß wurden. Als er aufstand, mußte er die Feststellung machen, daß seine helle Sporthose von der Berührung mit dem Erdboden dunkel und feucht geworden waren, und beim Versuche, diesen Fleck zu reinigen, machte er die noch überraschendere Entdeckung, daß die aus dem Boden gedrungene Feuchtigkeit petroleumhaltig war. Als smarter Geschäftsmann ließ er das Gelände gleich in den nächsten Tagen heimlich von feinen Bodenchemikern untersuchen, die hier tatsächlich ein reiches Erdölvorkommen einwandfrei feftfteüen konnten. Das ganze Gebiet ist schon heute im Besitz feiner Gesellschaft. Die Hose jedoch gehört unbedingt in ein Museum.
König Georgs Briefmarkensammlung.
E. Bl London.
Erst jetzt ist entschieden worden, was aus der berühmten Briefmarkensammlung des verstorbenen Königs Georg von Großbritannien werden soll. Entgegen den Erwartungen des internationalen Briefmarkenhandels wird die Sammlung nicht verkauft werden, obwohl die Söhne des verstorbenen Königs sich nicht sonderlich für das Sammeln von Briefmarken interessieren.
Die Sammlung des Königs hatte nach der letzten Schätzung einen Wert von fünfzehn Millionen Mark. Diese Schätzung ist jedoch schon ziemlich alt; heute wird der Wert der Marken äußerstenfalls fünf Millionen Mark betragen. Dabei käme auf jede einzelne Marke immer noch ein Durchschnittswert von etwa 50 Mark, da die Sammlung rund 100 000 Marken enthalten soll. Ob die Sammlung weitergeführt werden wird, steht noch dahin. König Georgs Interesse für Briefmarken ging so weit, daß er keinen Tag — falls er nicht krank ober auf Reisen war — vergehen ließ, ohne seine Sammlung zu besichtigen. Nach Ansicht des Händlers des Königs, eines Herrn Niffen, hat der König jede einzelne feiner 100 000 Marken gekannt.
Der letzte Droschkenkutscher von Paris.
(z) Paris.
Die letzte Pferdedraschke der Seinemetrvpvle ist vor kurzem außer Dienst gestellt worden. Ihr Besitzer erhielt vom Magistrat in Anerkennung feiner langjährigen treuen Dienste im Interesse des Fremdenverkehrs die „Goldene Stadtmedaille". Monsieur Chevallereau, der, wie man sieht, sogar einen „einschlägigen" Namen trägt (cheval: Pferd), hat seine Droschke fünfundvierzig Jahre lang, seit 1891, durch
^Geheimnis gufenVerdauun9 . BuIlfjch-Sall


