Allgemeine Richtlinien für den I.Mi 1936
An den Nachwuchs in der HZ
Eizac
Die NSV. ruft zur Sommerarbeit. Stellt Frei- plähe für Erholungsbedürftige der jüngeren und älteren Generation zur Verfügung?
Vom Neubau
des deutschen Theaters.
Oer Aufgabenkreis der Neichötheaterkammer
Vollzieht sich die Wirksamkeit der Reichskulturkammer im allgemeinen schon so, daß die meisten Volksgenossen wenig davon spüren, so gilt das von einem Teil dieser Organisation — der Reichskulturkammer — ganz besonders: er scheint wirklich nur die „Leute vom Bau" etwas anzugehen. Wirklich nur? Werden wir nicht alle davon betroffen? Denn was auf organisatorischem Gebiete beschlossen wird, wirkt naturgemäß auch auf die Bühne und auf die Darsteller, es wirkt auf das Drama selbst und auf seine Verfasser, denen es nicht gleichgültig sein kann, wie der theatralische Nachwuchs beschaffen ist: es wirkt weiter auf uns, die wir als Zuschauer vor dem Vorhang sitzen.
In diesem Jahre fallen der Reichstheaterkammer besonders wichtige Aufgaben zu. Der M ü n ch e - ner Reichstheaterwoche folgen die Heidelberger Festspiele und die Bayreuther Festwochen; während der Olympiade werden
den BDM. überwiesen werden. Nein, es soll für jedes Mädel eine heilige Verpflichtung sein. Wir sind stolz in der Jugend des Führers zu sein, aber wir wissen auch, daß wir einmal so werden müssen, wie er uns haben will. Zeigt nun, liebe Kameradinnen, die ihr jetzt zu uns gekommen seid, daß ihr mit großem Ernst und mit viel Freude in unseren Reihen steht.
Heil Hitler!
Die Obergau-Jungmädelführerin. Gez.: Erika De sch. 950000 Gier für die NSD. gesammelt Hessische I u n g m ä d e l sammelten zum Abschluß des Winterhilfswerkes in allen Städten und Dörfern Hessen-Nassaus Eier zum Osterfest. Wie die nunmehr vorliegende Abschlußzählung ergeben hat, konnten von den Jungmädeln insgesamt 950 000 Eier an die NSV. zur weiteren Verteilung übergeben werden. _________
Das Verbot für Sonberfeiern anläßlich des 1. Vlai für irgendwelche Organisationen. Verbände. Vereine gilt nicht für die Kamerad- schaftsf eiern der Betriebe. Die Kameradschaftsfeiern der Betriebe werden wie alljährlich am 1. Mai durchgeführt. Den genauen Zeitpunkt snach dem Staatsakt) bestimmt der Vetriebsführer. Es wird erwartet, daß dabei auf die Gefolgschaft Rücksicht genommen wird, so daß alle an diesen Feiern teilnehmen können. Wir erwarten von allen Betrieben, daß sie am 1. Vlai eine Kameradschafts- feier durchführen.
In kleineren Orten und Dörfern wer- den jedoch Feiern für die gesamte Bevölkerung von der zuständigen Ortsgruppe der NSDAP, durchgeführt. Betriebe in solchen Dörfern und Orten schließen sich, falls sie nicht zu groß sind, dann diesen örtlichen Feiern für die gesamte Bevölkerung an. In Zweifelsfällen haben sich die zuständige Ortsgruppe und der zuständige Betriebsführer vorher zu verständigen.
In größeren Städten wird es zweckmäßig sein, die Betriebe die Kameradschaftsfeiern für sich durchführen zu lassen. Kleine Betriebe schließen sich zusammen. Wir bitten solche Betriebe, die be- treffenden Vereinbarungen rechtzeitig zu treffen.
Die Entscheidung darüber, ob eine gemeinsame Feier für die gesamte Bevölkerung, ober bie Feiern von ben einzelnen Betrieben burchgesührt werben, hat bie zustänbige Ortsgruppe ber NSDAP.
In Gießen werben Kamerabschafts- feiern nur von ben Betrieben durchge- führt. Die Betriebe wollen sich rechtzeitig für geeignete Lokale. Musik unb Unterhaltung sorgen, kleinere Betriebe wollen sich zusammenschliehen. batnit bie Feiern auch roürbig ausgestaltet werben können. In biesem Jahre führt j e b e O r t s g r u p p e die Veranstaltungen bes 1. Mai für sich burch. Es bleibt ben einzelnen Ortsgruppen überlassen, ob sie die einzelnen Dörfer im Bereich ihrer Ortsgruppe zu zentralen Veranstaltungen zusammenziehen, oder jedes Dorf den Tag für sich durchführen lassen. Die Ortsgruppen sind allein für die Durchführung des
An die in den BMM. überwiesenen Zungmädel.
Meine lieben Kameradinnen!
Durch euren freiwilligen, treuen Dienst in der Jungmädelschaft habt ihr bewiesen, daß ihr wißt, was es heißt, in der Jugend des Führers zu stehen. Mit dem 20. April, dem Geburtstag des Führers, eit ihr nun aus eurer Jungmädelschaft in die ernstere BDM.-Arbeit getreten. Froh und stolz sollt ihr sein, daß ihr nun noch mehr als bisher schaffen und arbeiten dürft. Bleibt das, was ihr verspracht, als Jungmädel zu sein, als ihr zum erstenmal die Kluft trugt: offene, gerade saubere Mädel, denen gute Kameradschaft, Gehorsam und frohe Einsatzbereitschaft Selbstverständlichkeit ist.
Heil Hitler!
Die Obergauführerin. Gez.: Else Riese.
Den neuaufgenommenen Zungmädeln zum Geleit.
Liebe Kameradinnen!
Am Geburtstage unseres Führers seid ihr nun probeweise ausgenommen in die Hitlerjugend. Ihr sollt nun in den ersten drei Monaten zeigen, ob ihr wirklich würdig seid, einmal Jungmädel genannt zu werden. Mädel, die meinen, man braucht nur seinen Beitrag ordentlich zu zahlen, und ab und zu einmal zum Dienst zu gehen, und dann wäre man ein ordentliches Jungmädel, die werden dann schon bald merken, daß auch von den Jüngsten, den
leistet, hat diese Prüfung nicht zu scheuen; der Nachweis aber wird so von den fragwürdigen Kräften befreit, die ihrer Unzulänglichkeit wegen ohnehin niemals ein Engagement finden würden. Wer sich dieser Leistungsprüfung nicht unterziehen will, muß sich schon selbst um eine Stellung bemühen; er ist also nicht aus dem Beruf gewiesen, er bleibt auch weiterhin Mitglied der Reichstheaterkammer und kann vielleicht darauf rechnen, eine der Stellen zu erhalten, die für die Nichtverrnitt- lungsfähigen offengehalten werden.
Die gleichen Grundsätze gelten bei der Pflege des Nachwuchses: die wirklich Berufenen und Hoffnungsvollen sollen gefördert, die Schwachen und Aussichtslosen sollen von einem Berus abgehalten werden, der ihnen nur Enttäuschungen brächte. Daher hat die Reichstheaterkammer die Berufsberatung eingerichtet, eine sehr segensvolle Institution, die manchen Anfänger vor der Ausbeutung durch gewissenlose Lehrer und Theaterschulen bewahren kann: alle Obmänner der Fachschaft Bühne, die durch ganz Deutschland verstreut sind, geben darüber Auskunft. Einstweilen sind diese Beratungsstellen freilich bei den Eltern beliebter als bei den Söhnen oder Töchtern, denen hier jeder romantische Traum vom Theater genommen wird. Wer sich berufen glaubt, kann sich einer Eignungsprüfung unterziehen, die ihn vor schweren Zeitverlusten und Schädigungen bewahren wird.
Das ist, in knapper Darstellung, das Gerüst, das die Reichstheaterkammer in den letzten zehn Monaten aufgerichtet hat. Es handelt sich dabei scheinbar nur um organnisatorische Einrichtungen und Bestimmungen. Wie aber alles Organisatorische auch auf den Menschen, feine Anfänge und feine Entwicklung übergreift, so werden sich auch diese Maßnahmen an allen Beteiligten und Betroffenen segensvoll auswirken, denn ihre Grundsätze sind einfach und natürlich. Es handelt sich überall darum, die wirklichen Kräfte zu fördern und die Nichtkönner allmählich auszuschalten ober überhaupt von einem Beruf fernzuhalten, dem sie nicht gewachsen wären. Es geht also darum, eine n a - türliche Auslese vorzunehmen, dem Theater nur die Menschen zuzuführen, die ihm gewachsen sind und allmählich eine Erscheinung der Vergangenheit auszumerzen: das Künstlerproletariat. Erst die Reichstheaterkammer hat es ermöglicht, die Fülle der Fragen, die damit zusammenhangen, zu lösen und so die Bühne zu einem wirksamen Werkzeug deutschen Wesens im nationalsozialistischen Sinne zu gestalten. bo.
Wieder werden die Werbetrommeln der einsatzbereiten Hitlerjungen, neben denen der Gliederungen der Bewegung, dich aufsuchen, um einen Freiplatz von dir geschenkt zu erhalten. Wir werden auch diesmal auf deine erprobte Opferwllllg- feit vertrauen, im besonderen deshalb, weil dir dadurch Gelegenheit gegeben wird, dem Führer einen Teil des Dankes abzutragen, den du ihm schuldest.
Der Führer des Gebietes 13 Hessen-Nassau: Potthoff, Oberbannführer.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
* Annerod, 23. April. Am heutigen Donnerstag können die Eheleute Heinrich Haas und Frau Marie, geb. Dörr, das Fest der silbernen Hochzeit begehen.
* Lollar, 23. April. Am morgigen Freitag, 24. April, gelangt hier in zwei Vorstellungen der Film „Volk in Gefahr" zur Aufführung. Den zahl- reichen arbeitenden Volksgenossen soll damit Gelegenheit gegeben weiden, sich den Film ebenfalls anzusehen. .
CD Staufenberg, 22. April. Der dieser Tage hier abgehaltene Mütterschulungskursus beendete seine Arbeit mit einer Abschlußfeier. Die Frauenschaftsführerin Mittermeier hieß die Teilnehmerinnen willkommen. Die Frauenschaft und die Frauenhilfe trugen mit einigen Liedern zur Verschönerung des Abends bei. Die Theatergruppe von Alten-Bufeck wartete mit lustigen Vorführungen auf. Bei Kaffee und Kuchen nahm die Feier einen schönen Verlauf. — In unserer Gemeinde wurden sieben Knaben und acht Mädchen in die Schule neu ausgenommen. Zwei Kinder wurden zurückgestellt.
ch Daubringen, 22. April. Beim ersten S ch u l g a n g wurden die Kinder nach altem Brauch mit einer Brezel bedacht. Der füngfte Schuljahrgang besteht aus 12 Knaben und 8 Mädchen. Für bewiesenen Sparsinn schenkt die Genossenschaftskasse der Schule 20 Mark. Unsere hiesige Schule erhielt ferner als Ehrengabe vom Deutschen Fußball-Bund für die errungene Kreis- meisterschaft eine schöne Plakette.
V Watzenborn-Steinberg, 22. April. Aus der Schule wurden hier 26 Knaben und 24 Mädchen entlassen. 54 ABC-Schützen (26 Knaben und 28 Mädchen) nahmen den Schulbesuch auf.
□ Harbach, 22. April. Gegenwärtig stehen auf dem Kirschberg die Bäume in Blüte. Die kalten Aprilschloßen der vorigen Woche haben die Entfaltung der Kirschblüten gehemmt und zum Teil völlig unterdrückt. Von einer Vollblüte, wie wir sie so schön vor zwei J-ahren erlebt haben, kann in diesem Jahre leider keine Rede sein. Aller Voraussicht nach wird deshalb der Ernteertrag nicht besonders ausfallen, zumal die Nächte viel zu kalt find. Immerhin lohnt sich auch jetzt noch der Anblick der Kirschbaumanlagen. Das Weiß der Baumblüte wett- eifert mit dem Blütenschnee der Schlehenhecken, die , sich am Rande des Atzwaldes hinziehen. Einen stim- । mungsvollen Hintergrund dieses einzigartigen Land- : schaftsbildes boten seither die verschneiten Hänge des Taunus.
Auf der Fugend!
Aufruf
zum Erholungswerk des deutschen Volkes!
Ein gesunder Geist entwickelt sich nur in einem gesunden Körper!
Tausende von Familien forderten verganJe
nen Jahre ein persönliches Opfer von sich, mbem sie für etliche Wochen erholungsbedürftige Kinder zu sich nahmen, und damit zur Stählung und Gesunderhaltung des Körpers und Geistes unserer Jugend beitrugen! Dies war ein Zeichen echten nationalsozialistischen Geistes!
Tausende von Kindern warten auch in diesem Jahr wieder auf einige Tage oder Wochen Sonnenfreude. Hunderte von Volksgenossen m unserem Gau, die tagtäglich neben der Erfüllung ihrer beruflichen Pflichten sich für das Werk des Führers aufopfern, an dem du teilnehmen darfst, bedürfen einer Ausspannung.
Deutsche Arbeitsfront.
Ortsgruppe Giehen-Nord.
Die Mitgliedsbücher können während der Dienststunden Dienstaas und Freitags von 20 bis 21 Uhr auf der Geschäftsstelle Gießen, Bahnhofstraße 46 pari, gegen Vorlage der Steuerkarte und Rückgabe der gelben Ersatzmitgliederkarte in Empfang genommen werden.
Kein Lohnausfall der Heimarbeiter am 1. Mai.
Der Reichs- und Preußische Arbeitsminister teilt mit: Auch der deutsche Heimarbeiter soll den 1. Mai, den Feiertag des deutschen Volkes, feiern können, ohne daß seine Festfreude durch Entgeltausfall getrübt wird. Es wird daher erwartet, daß alle Auftraggeber, Zwischenmeister und Hausgewerbetreibenden die von ihnen beschäftigten Heimarbeiter so stellen, daß sie keinen Entgeltausfall erleiden. Im Interesse der einheitlichen Behandlung soll jeder Heimarbeiter 4 v. H. der im Monat April verdienten Entgelte erhalten. Selbstverständlich darf der den Heimarbeitern für den 1. Mai zuftehende Entgelt nicht etwa dadurch geschmälert werden, daß die Ausgabe von Heimarbeit für den Rest des Monats April entgegen den geschäftlichen Erfordernissen unterlassen wird. Ein derartiges Verfahren wurde dem Gedanken der Arbeitsoerbundenheit, dem der 1. Mai gewidmet ist, völlig widersprechen. Da es für die Zwischenmeister und auch für die Hausgewerbetreibenden, die selbst wesentlich am Stück arbeiten, wirtschaftlich meistens nicht erträglich ist, wenn ihnen der Arbeitsausfall zur Last fällt, ist es auch Pflicht aller Auftraggeber, den Zwifchenmei- stern und den genannten Hausgewerbetreibenden die von ihnen gezahlte Entgeltsumme zu ersetzen.
Schöffengericht Gießen.
Sechs junge Leute aus Nieder-Ohmen wurden wegen Sachbeschädigung zu Gefängnisstrafen von drei Wochen bis zwei Monaten verurteilt.
Das Gericht beschäftigte sich sodann mit dem Juden Meier Mühlstein aus Gießen. Der Angeklagte, der in Gießen eine Sackfabrik betreibt, kaufte von August 1934 bis Mai 1935 zur Herstellung von Säcken Faserstoffe, die um diese Zeit besonders knapp waren, zu höheren Preisen ein, als gesetzlich vorgeschrieben. Ebenso war der Verkaufspreis der fertigen Säcke, entgegen den gesetzlichen Bestimmungen der Faserstoffverordnung, höher bemessen. Der Angeklagte verzichtete außerdem sowohl auf eine ordnungsmäßige Buchführung, als auch auf die Führung eines Lagerbuches. Er entschuldigte seine Vergehen mit nicht vermeidbaren Umständen, die in ber Knappheit der Säcke gelegen und eine Preiserhöhung erforderlich gemacht hätten. Das Gericht erkannte auf eine Geldstrafe von 600 Mk., eventuell 60 Tage Gefängnis.
die meisten Berliner Theater geöffnet fein, und die Dietrich-Eckart-Bühne wird mit einem Schauspiel und einer Oper bespielt werden; alle diese Ereignisse werden sich in diesem Jahre mehr denn je unter dem Urteil des Auslands abwickeln.
Was hat die Reichstheaterkammer in ihren organisatorischen Arbeiten — sie wurden vor zehn Monaten begonnen und haben jetzt ihren Abschluß gesunden — geleistet, was wurde erstrebt, was erreicht?
Die Reichstheaterkammer besteht heute aus drei Fachschaften: der Reichssachschast Buhne der jeder angehören muß, der heute am deutschen Theater in irgendeiner Weise mitarbeiten will; der Reichsfachschaft Artistik, die alle Gruppen der ehemaligen Artistenverbände erfaßt hat; der Reichsfachschaft Tanz, die alle tänzerischen Organisationen umschließt.
Die zweifache Aufgabe der Reichstheaterkammer besteht darin, die künstlerischen W e r t e zu entdecken und zu steigern, zugleich aber ist sie bemüht, alle sozialen Härten zu vermeiden und auszugleichen. Auf diesem Gebiet ist der Zustand heute so: auf 22 000 bis 23 000 Mitglieder der Kammer kommen nur 13 000 Plätze, die überhaupt verfügbar sind, so daß etwa 8 000 bis 9 000 Menschen stellenlos wären und nicht beschäftigt werden könnten. Das sieht zunächst böse aus, erscheint aber nicht mehr so bedenklich, wenn man hört, daß von den Unbeschäftigten 70 bis 75 v. H. wegen künstlerischer Unzulänglichkeit ohnehin aus- fallen. Die tatsächliche Lage ist heute so, daß die Nachfrage auf manchen Gebieten —bei den Chorsängern und den jungen Darstellern und Darstellerinnen — schon nicht mehr befriedigt werden kann.
Auf welche Weise kann der Schauspieler eine dieser Stellen erhalten? Durch den Buhnen- n a ch w e i s der Reichstheaterkammer, die die monopolisierte Nachweisstelle für das ganze Reich ist und über Zweigstellen in Preslau, Frankfurt, Köln, München und vom 1. Oktober ab auch in Dresden verfügt. Die bisher tätigen Agenten sind abgeschafft worden — warum? Weil sie weniger einen Beruf und mehr eine Konfession darstellten. Hätte man sich einen Nachwuchs arischer Agenten heranbilden wollen, so wäre darüber viel Zeit vergangen; außerdem gewährt der Bühnennachweis der Kammer die Möglichkeit strenger Überwachung und sofortigen Eingreifens. Freilich, nur der Schauspieler darf sich an den Bühnennachweis wenden, der zuvor die Prüfung auf seine Vermittlungsfähigkeit bestanden hat. Wer wirklich etwas
Welt in sich birgt. Was um diesen Kern sich nun herumkristallisiert, ist schon unterschiedlicher. Die persönliche Neigung beginnt mitzuschwingen. Aber das ist kein Fehler. Denn gibt es etwas Persönlicheres als unser Verhältnis zu unfern Büchern? — wenn wir von dem Verhältnis zu lebendigen Menschen absehen. .
Will man daher einem Menschen beim Ausbau einer kleinen eigenen Bücherei behilflich fein, fo geschieht es am besten durch Hinweis und Anregung, wozu das eigene Beispiel vielleicht den besten Beitrag zu geben vermag, und durch Warnung, damit nichts Entbehrliches angeschafft werde. Sonst aber sollen wir ihm, gerade wenn es sich um einen jungen Menschen handelt, nicht die Freude des eigenen Findens nehmen, wenn wir ihn auch gelegentlich behutsam lenken können. Nicht iy jedem Lebensalter erscheint uns dasselbe Buch „unentbehrlich", wenn es uns auch in weiterem Sinne unentbehrlich war, weil wir durch es hindurchgehen mußten. Auch unser Bestand an Büchern, mag er groß oder klein sein, ist etwas, was mit uns wächst und sich wandelt — gut, so lange es so ist und er und wir nicht erstarren und verstauben! Eine kleine Reihe von Büchern aber werden wir nie erschöpfen, so weit wir auch wachsen werden. Und dies sind dann die wirklichen unentbehrlichen Bücher. B- Kn.
Die Bibel, „Faust" und Homer.
Mit zehn Büchern auf einsamer Insel.
Im Scherz pflegt man wohl manchmal die Frage zu stellen: Welche Bücher würden Sie auf eine einsame Insel mit sich nehmen? Die Antwort wird meist je nach der Liebhaberei des Befragten verschieden ausfallen; auf tiefe persönliche Neigung wird ja zunächst mit der Frage gezielt. Aber über das Persönliche hinaus spielt dabei doch noch ein anderes Moment mit. Aus jene sagenhafte einsame Insel nehmen wir nicht dies oder jenes Buch mit, das uns gerade gefällt, sondern Bücher, die so gehaltvoll sind, daß sie uns immer wieder etwas zu geben vermögen, daß sie unausschöpfbar scheinen. Solche Bücher würden wir mit uns nehmen.
Aber wenn wir wirklich eine Auswahl - in dem gedachten Sinne vornehmen sollen— wie schwer wird dann die Entscheidung! Besonders wenn es sich um eine beschränkte Anzahl Bände handelt. Sollten wir Goethe wählen, den „Faust" und die Gedichte, und dafür auf Hölderlin verzichten? Oder müssen wir Keller aufgeben, wenn wir uns für Stifter entscheiden? Der ungeheure Reichtum unserer Dichtung wird mit einem Male offenkundig, ja geradezu bedrängend. Kein Werk ist durch das andere ersetzbar, kein Dichter gegen einen andern auswechselbar. Dabei haben wir noch nicht berücksichtigt, wie viel dichterisches Gut der Weltliteratur so vollkommen eingedeutscht worden ist, daß wir fast nicht mehr das Gefühl haben, uns einer lieber» setzung gegenüber zu sehen. Shakespeare und Homer, gehören sie nicht auch zu unserer deutschen Dichtung? Und wie steht es mit dem Buch der Bücher, der Bibel? Dazu müssen wir noch das Nibelungenlied nehmen, das ja auch wenige in der Ursprache lesen werden, und manches aus ber nordischen Dichtung.
So wird unsere Bücherreihe immer länger und die Wahl immer schwieriger. Sie wird aber zu einem fast unmöglichen Kunststück, wenn mir uns auf nur zehn Bücher beschränken sollen. Wie es eine westdeutsche Zeitung in einer Rundfrage vorschlug. Der Gedanke dabei war, festzustellen — oder wenigstens zur Diskussion zu stellen — welche Bücher als Grundstock einer kleinen Bücherei dienen können, Bücher, die ein Leben lana standhalten und niemals zur Last werden, kurz Die unentbehrlich sind Es ist interessant, daß in den Antworten, ine veröffentlicht werden, drei Bücher fast nirgends fehlen: die Bibel, „Fausts und Homer. Das sind allerdings Bücher, von denen jedes eine
10- und 11jährigen schon mehr verlangt wird. Wir wollen Mädel haben, die treu, kameradschaftlich, zuchtvoll und gehorsam sind, und so in großer Liebe zu unserem Führer gern und freudig ihren Dienst tun. r
Es ist kein Zufall, daß wir Jungmadel am Geburtstag des Führers aufgenommen und auch tn
1. IHai zuständig unb dafür verantwortlich. Es sind sofort festzulegen: bie Aufmarschplähe, die Anmarschwege unb die notwendige Ueberlragungsmög- lichkeit für den Staatsakt und die Jugendkundge- bung. Die Uebertragung der Iugendkundge- b u n g und des Staatsaktes wird unter allen Umständen und bei jeder Witterung im Freien durchgeführt. Die Vlaiplakelle wird von den Ortsgruppen verkauft. Diejenigen Ortsgruppen, die die Plaketten noch nicht auf der Kreisleitung abge- hott haben, wollen das umgehend nachholen. Genauere Einzelheiten über die einzelnen Veranstaltungen gehen den Ortsgruppen noch zu.
Die Kleidung am Tag der nationalen Arbeit ist der Fesianzug der DAF., Zivil- oder Berufskleidung. In Uniform marschieren lediglich die Beauftragten der NSDAP., die Abordnungen der Partei und ihrer Gliederungen. Festwagen ständischer Organisationen oder Festwagen mit historischen Darstellungen usw. können bei den Festzügen mitgeführt werden. Kitsch ist zu vermeiden.
In Gießen werden keine Fe st wagen mitgeführt.
Grün sch muck für Häuser, Fenster, Lokale, Verkehrsmittel, Fahrzeuge ist rechtzeitig zu bestellen.
Kreisleitung Wetterau der NSDAP.
Seflellung von 8i(f)tengrün für den l.Kai.
Am 1. Vlai sollen Fenster, Türen und alle öffentlichen Lokale und Gasthäuser mit frischem Grün geschmückt werden. Es werden geliefert Fichten- reiser in Wellen und Bäume in beschränkter Anzahl.
Die Bestellungen sind spätestens bis Vlontag, 27. April, 16 Uhr, bei der Stadtverwaltung, Bergstraße, Zimmer 8, abzugeben, damit diese ordnungsgemäß erledigt werden können.
Kreisleitung Wetterau der NSDAP.
Nundfunkprogramm.
Freitag, 24. April.
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. 6.30: Frühkonzert. In ber Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagsmusik. 100 Minuten musikalischer Frohsinn! Hörer, schaltet euch ein, jetzt startet Frankfurt a. M.! 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk, Wetterbericht. 13.15: Mittagsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: Wunschkonzert. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Volk und Reich. Ein Blick in deutsche Zeitschriften. 15.30: Das aktuelle Buch. 15.45: Wer kennt die Meister deutscher Erzählkunst? Ein literarisches Preisrätsel. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Werner von Siemens. Ein Bahnbrecher im Zeitalter ber Elektrizität. Eine Hörfolge. 18: Musik am Nachmittag. 19: Die Peitsche. Ein ergötzliches Funkkabarett. 19.45: Der Tagesspiegel bes Reichssenbers Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Aus bem Hor- fpielpreisausschreiben bes Reichssenbers Breslau. 1. Preis: Sohlen unb Absätze. Hörspiel von V. B. Schwerla. 21.20: Das Liebesbuett. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus bem Senbebezirk. 22.20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. Von Kurt G. Sell. 22.30: Sportschau ber Woche. 22.45: Unterhaltungskonzert bes Rundfunkorchesters


