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Im Ernstfall ist es unmöglich, viel im Zimmer zu arbeiten. Der Sinn der Verdunkelung aber ist, daß die tägliche Beschäftigung wie im Frieden seinen Gang nimmt. Außerdem werden die freien Licht­strahlen reflektiert und so zum Fenster hinausge- roorfen, daß Lichtreflexe an anderen Häusern, oder auf dem Erdboden sichtbar sind. Dies würde dem Flieger ein willkommener Wegweiser sein. Die wirksame Verdunkelung wird nur durch Abblen­dung der Fenster möglich sein.

Die deutsche Arbeitsfront jV N.g.-öemeinschaftfiraft durch freude"

Abteilung Deutsches Volksbildungswerk.

Am Freitag, 23. Oktober, 20.30 Uhr findet die Eröffnung des Volksbildungswerkes 1936/37 in der Aula des Gymnasiums statt. Es sprechen Kreislelter Pg. Dr. Hildebrandt und Gauyauptstellenlei- ter Pg. Handwerk, Frankfurt a. M. Eintritt frei. Alle Parteigenossen und Volksgenossen sind hierzu eingeladen.

Professor Bechtel spricht am Donnerstag, 22. Oktober, 20.15 Uhr im Kunstwissenschaftlichen

Die Jugend stellt sich in den Dienst des Winter- hilfswerkes. Laßt sie nicht vergeblich an Eure Türe klopfen! Sie wird am 24. Oktober das Brot für bedürftige Volksgenossen bei Dir in Empfang nehmen!

Institut (Ludwigstraße 34) über:Raumfragen im Lahntal" mit Lichtbildern. Eintritt frei.

Montag, 26. Oktober, 20 Uhr im Stadttheater, Kundgebung aus Anlaß derW oche des Deut­schen Buches" veranstaltet vom Goethebund. Karten zu 30 Pf. sind im Vorverkauf nur im Musikhaus E. Challier erhältlich.

Abteilung Reisen, Wandern, Urlaub. Radwanderung.

Am Sonntag, 25. Oktober, wird eine Radwande­rung durchgeführt über: Butzbach durch das Sie­benmühlental nach Braunfels und zurück über Wetzlar nach Gießen. Die Abfahrt erfolgt pünktlich um 8 Uhr an der Ecke Frankfurter Straße - Liebig- straße. Rucksackverpflegung. Führung Wanderwart Richter.

Sonderzug zum Fußballänder­kampf Deutschland Italien.

Zu dem Fußball-Länderkampf, der am 15. No­vember in Berlin im Olympia-Stadion stattsindet, wird eine Sonderzugfahrt durchgeführt. Der Teil- nehmerpreis beträgt für Fahrt einschließlich eine Uebernachtung mit Frühstück, sowie einem guten Platz im Stadion nur 18 Mark. Für die Anschluß­strecke nach Frankfurt tritt die bekannte Verbilli­gung in Kraft. Die Abfahrt des Sonderzuges erfolgt in Frankfurt a. M. am 14. November, 10,05 Uhr, Rückkunft in Frankfurt am 16. November 9,39 Uhr. Anmeldungen zu dieser Fahrt können umgehend auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, eingereicht werden.

Sitzung des Provinzialausschusses.

Am Samstag, 24. Oktober, vormittags 8.30 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungs­gebäudes zu Gießen, Landgraf-Philipp-Platz 3, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses statt mit folgender Tagesordnung:

Klage des Moritz Siesel in Ober-Mockstadt gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 24 Juni 1936 wegen Versagung der Legitimations­karte für 1936 Kj.

Klage des Benni Grünebaum in Düdelsheim gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 24. Juni 1936 wegen Versagung der Legitimations­karte für 1936 Kj.

Klage des Levi Grünebaum in Rohrbach gegen den Bescheid des Kreisamt Büdingen vom 11. Juni 1936 wegen Versagung der Legitimations­karte für 1936 Kj.

Klage des Josef Grünebaum in Rohrbach gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 11. Juni 1936 wegen Versagung der Legitimations­karte für 1936 Kj.

Klage des Samuel Oppenheimer in Rohr­bach gegen den Bescheid des Kreisamts Büdingen vom 11. Juni 1936 wegen Versagung der Legitima­tionskarte für 1936 Kj.

Klage des David Meyer zu Holzheim gegen den Bescheid des Kreisamts Gießen vom 13. Mai 1936 wegen Versagung des Wandergewerbescheins für 1936 Kj.

Klage des Isidor M e y e r zu Gambach gegen den Bescheid des Kreisamts Friedberg vom 25. Januar 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kj.

Klage des Julius Lion in Alsfeld gegen den Bescheid des Kreisamts Alsfeld vom 9. Juni 1936 wegen Versagung der Legitimationskarte für 1936 Kalenderjahr

Warnung vor Mißbrauch der Bezeichnungpatenwein".

Fwd. Der Werberat der deutschen Wirtschaft warnt vor dem Mißbrauch der BezeichnungPa­tenwein". Nur diejenigen Gaststätten und Firmen sind befugt, Patenwein zu verteilen und auszu­schenken, die von den zuständigen Organisations­ausschüssen ausdrücklich dazu zugelassen sind. An­dere Weine dürfen nicht als Patenwein bezeichnet werden. Die Gaststätten und Ladengeschäfte sind berechtigt, die vorhandenen Bestände mit der KennzeichnungPatenwein" bis zum 31. Dezember 1936 auszuverkaufen.

Gießener Dochenmarktpreife

* Gießen, 22. Okt. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: D. f. Molkereibutter, Vi kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,42, Marken­butter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, Kl. A 12, Wirsing (grün), Vt kg 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8, Grünkohl 15, Rosenkohl 30 bis 35, Feldsalat 80 bis 90, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 7 bis 10, Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln, neue 5 kg 40, % kg 4 Pf., 50 kg 3,20 Mk., Falläpfel, % kg 5 bis 6 Pf., Aepfel 15 bis 25, Boskop 23 bis 28, Birnen 8 bis 15, Zwetschen 10 bis 12, junge Hähne 1, bis 1,10, Suppenhühner 80 bis 90, Gänse 1,, Tauben, das Stück 50 bis 60, Nüsse, % kg 40 bis 50, Blumen­kohl, das Stück 50 bis 70, Salat 10, Endivien 5 bis 10, Oberkolrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 20 bis 30, Radieschen, Bd. 10 Pf., Weiß-

Die Schule im Dienst der Volksgemeinschaft

Kreisversammlung im NGLB.

In der schönen Turnhalle der neuen Pestalozzi- schule hielt gestern vormittag der National- sozialistische Lehrerbund im Kreis Gie­ßen eine Versammlung ab, zu der die Lehrkräfte der Volksschulen im Kreise fast ausnahmslos er­schienen waren. Der Versammlung ging der Früh­sport der jüngeren Lehrer voraus, der von Turn­lehrer Mohr geleitet wurde und einige Hebungen der Körperschule brachte, die von den Junglehrern sehr einheitlich geturnt wurden. Anschließend wurde eine Morgenfeier gehalten, die kurze Rezi­tationen brachte: außerdem wurde gemeinsam ein Lied gesungen. In der Turnhalle eröffnete dann

Kreis- und Stadtschulrat Nebeling

die Versammlung, der er zunächst den Morgen- 0 vorausstellte:Du glaubst nicht, was ein

, h vermag ..." (Boaislav von Selchow) und ihn im Hinblick auf die Leistungen unserer gesam­ten Volksgemeinschaft in der Gegenwart zu der Form abwandelte:Du glaubst nicht, was ein Volk vermag ..." Dem Erzieher seien, so fuhr er u. a. fort, im Werk der stetigen Leistungssteigerung in unserem Volke große Aufgaben zugewiesen. Der Appell zur Leistungssteigerung in unserem Volke gelte gleichermaßen für Lehrer und Schule. Der Redner warf dann die Frage auf: Wie können wir die Leistung der Schule steigern? und beantwortete diese Frage, indem er darauf hinwies, daß alle großen Leistungen, wo sie immer erzielt werden mögen, der sorgfältigen Planung und Vorbereitung bedürften. Auch in der Schularbeit müsse plan­mäßig aufgebaut werden, und zwar müsse es von langer Hand und für größere Zeiträume geschehen. Die ziemlich knapp bemessene Zeit, die dem Lehrer zur Verfügung stehe, müsse sorgfältig ausgenutzt werden. Allein dadurch könne die Arbeit in der Schule in der Ruhe geschehen, mit der sie geschehen müsse. Anschließend hielt

Dr. Wagenbach, Gießen

vom Arbeitsamt Gießen (Abteilung Berufsberatung) einen Vortrag über das ThemaBerufsbe­ratung und Schule". Er wies eingangs dar­auf hin, daß die Aufgaben der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung nicht darin allein bestehen könnten, Arbeitsvorhaben zu finanzieren, vielmehr fei ein wichtiges Aufgabengebiet, für einen rich­tigen Arbeitseinsatz zu sorgen, d. h. die Volksge­nossen nach ihren Fähigkeiten und nach ihrer Eig­nung in das Berufsleben einzufügen. Der Redner legte in seinen weiteren Ausführungen die Unter­schiede zwischensubjektiver" undobjektiver" Ar- beitslosigkeit dar und kam dann auf die Aufgaben der Berufsberatung zu sprechen, die den jungen Menschen dahin leiten wolle, wo er von Anfang an, und nach feiner Eignung feinen zukünftigen Arbeitsplatz am besten ausfülle. Vor allem solle in Zukunft vermieden werden, daß in verschiedenen Berufen zu Zeiten eines erhöhten Arbeitsanfalles immer wieder ein großer Facharbeitermangel auf­trete. Notwendig für eine befriedigende Lösung von Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung sei, daß beide planmäßig von einer Hand, von einer zen­tralen Stelle aus, erledigt würden, weil dann allein die Möglichkeit bestehe, sinnvollen Arbeitseinsatz zu pflegen, der lediglich aus einer genauen Beob­achtung der Wirtschaft und ihrer Struktur heraus möglich sei.

Es gehe nicht an, daß der Lehrer oder der Pfar­rer in irgend einem Dorfe oder auch in der Stadt, in einer durchaus wohlmeinenden und verständ­lichen Bemühung, dem jungen Menschen weiter helfen wolle. Es müsse berücksichtigt werden, daß bei einer solchen Hilfe zur Lehrstellenvermittlung die Uebersicht über die Notwendigkeiten des Wirt­schaftslebens fehlen müßten, und zwar deshalb, weil der Lehrer schwerlich einen Ueberblicf über die Bedürfnisse am Arbeitsmarkt haben könne und es ihm außerdem auch feine knapp bemessene Zeit nicht möglich werden ließe, sich darüber zu orien­tieren.

Das Entscheidende in der Gegenwart sei nicht die Frage:Wieviel verdiene ich in diesem oder jenem Beruf?", die Fragestellung laute vielmehr:Wie diene ich meinem Volke am besten?" Die Schule habe deshalb die große Aufgabe, mitzuhelfen, daß in der Jugend, wie auch in der Elternschaft das Verständnis für die Notwendigkeiten unserer Volks­gemeinschaft geschaffen bzw. vorbereitet werde. Es müsse der Jugend vor allem klar gemacht werden, daß es nicht lediglich darauf ankommen könne, zu welchem Beruf der JungeLust habe", vielmehr müsse die Berufswahl in allererster Linie nach Eig­nung und vorhandener Fähigkeit entschieden wer­den. Die Schule müsse den Berufsberater wissen lassen, welche Fähigkeiten der Lehrer an dem ein­zelnen Schüler beobachten konnte, da dies im Ge­samtbild der Beurteilung von Wichtigkeit sein könne. Die ländliche Schule habe darüber hinaus die besondere Aufgabe, dafür zu sorgtzn, daß ein Zustrom der ländlichen Jugend zur Stadt vermie­den werde.

Dr. Wagenbach sprach sodann in grundsätz­lichen Ausführungen und an Hand von vielen Bei­spielen über die verschiedenen Typen der Menschen und ihre Eignung für den einen oder anderen Be­ruf. Er gab zu erkennen, wie der Einsatz erfolgen müsse, wenn ein Mensch der Gruppe mitbasieren­der" oderfluktuierender" Aufmerksamkeit ange­höre und deshalb nur ganz bestimmten Berufen zugewiesen werden könne. Der Schule erwachse also hier die Aufgabe, mitzuarbeiten an der Er­kenntnis des Menschen und seiner Fähigkeiten, könne also eine Arbeit leisten, die der Volksgemein­schaft in ihrer Gesamtheit dient.

Schulrat N e b e l i n g dankte dem Redner für seine ausgezeichneten Worte und stellte auch seinerseits die Notwendigkeiten des richtigen Berufseinsatzes heraus. Im weiteren Verlauf der Versammlung sprach der Gausachbearbeiter für Werkunterricht

Lehrer Muffel-Worms

über das ThemaWerkunterricht und neue deutsche Schule." Der Redner gab in großen Zügen einen Ueberblicf über die Möglichkeiten des Werkunter­richts, auch einen Ueberblicf über die mannigfachen Schwierigkeiten, die dem Werkunterricht entgegen­stehen können und erläuterte dann an Beispielen Der Westend-Schule zu Worms die Systematik der Arbeit, wie sie gepflegt werden müsse, wenn sie von dauerndem Wert für die Schüler sein solle. Er wies besonders darauf hin, daß das Dritte Reich, in dem die Arbeit und die hohe Arbeitsleistung im Vordergrund stünden, auf diese Vorbereitung des jungen Menschen für eine Berufstätigkeit nicht verzichten könnte. Selbstverständliche Voraussetzung für die Einführung des Werkunterrichts in den Schulen sei allerdings eine sinngemäße Ausbildung der Lehrer. Es müsse möglich werden, den Werk­unterricht bis in die kleinste Schule vorzutragen. Das könne allerdings nur geschehen, wenn man sich in den Formen, in denen der Werkunterricht gepflegt werden soll, weise Beschränkungen auf­erlege. Das gelte hinsichtlich des Aufwandes an Werkzeugen und der Anforderungen an die Fertig­keiten der Lehrkräfte. Auch die Raumfrage dürfe keine Schwierigkeiten machen, d. h. es dürften be­sondere Werkstätten für den Werkunterricht nicht notwendig werden. Der Sinn des Werkunterrichts sei darin zu sehen, daß durch ihn der theoretische Unterricht an der Schule durch die mit dem Werk­unterricht verbundene Anschauung vertieft werde., Im Flugzeug-Modellbau, der heute schon an vielen Schulen gepflegt werde, habe der Werkunterricht besondere Belebung und neue Aufgaben gefunden. An der Schule liege es, eine Arbeit auszubauen, die dem jungen Menschen vorwärts helfe und ihm den Weg in das Berufsleben erleichtere.

Schulrat Nebeling betonte, daß die Erzieher­schaft niemals gegen den Werkunterricht sei, nur sei es bisher schwer möglich gewesen, die ideale Form zu finden. Es sei klar, daß das Kind bei eigener Arbeit und wenn es selbst Hand angelegt habe, einer Sache viel näher komme, als in ande­rem Falle. Das Prinzip des Werkunterrichts im Unterricht sei anerkannt. Es bedürfe aber auch für diese Arbeit der vorherigen genauen Planung.

Verschiedenes.

Zum Abschluß der Versammlung gab der Ver­sammlungsleiter noch verschiedene amtliche Be­kanntmachungen zur Kenntnis. Er erinnerte zu­nächst an die Schu Sparkassen und wies dar­auf hin, daß es gar nicht darauf an komme, daß das eine Kind mehr spare wie das andere, wich­tiger sei, daß in jedem Kinde die hohen sittlichen Werte des Sparens geweckt werden. Ferner gab er bekannt, daß in Ankunft die Schulferien vom Stadt- und Kreisschulamt einheitlich f e st g e s e tz t würden. Innerhalb eines Kreisge­bietes sei diese Festsetzung selbst mit Rücksichten auf Erntezeiten ohne weiteres möglich. In weiteren Ausführungen gab Schulrat Nebeling einen Ueber­blick über die in vielen Schulen unseres Kreises gepflegte Arbeit im Segelflugzeug-Modell­bau. Es sei vorgesehen, auch in diesem Jahre wieder einen Mo dellwett bewerb zu ver­anstalten. Auch eine Ausstellung solle im Früh­jahr abgehalten werden.

Der Erfolg des Aufenthaltes von Schulklassen un­seres Kreises in Schullandheimen sei erfreu­lich groß gewesen. Die Durchführung habe sich rei­bungslos vollzogen. Eine Schullandheim-Tagung werde demnächst im eigenen Schullandheim des Kreises in Kesselbach abgehalten. In weiteren Mit­teilungen beschäftigte sich Schulrat Nebeling mit dem ThemaLuftschutz u n d S ch u l e" und betonte, daß sich auch die Schule in den Dienst der Luftschutz­erziehung stellen müsse.

Turnlehrer Mohr sprach anschließend über die unmittelbar bevorstehenden Winterkampf­spiele der hessischen Schulen und über das neu­eingeführte Korbballspiel. Den zahlreichen Versamm­lungsteilnehmern war im Anschluß an seine Ausfüh­rungen Gelegenheit gegeben, auf dem Schulhof das Korbballspiel in praktischer Ausübung kennnenzuler- nen.

Nach der Vorführung des Korbballfpiels wurde die Versammlung in der Turnhalle in feierlicher Weise geschlossen. Schulrat Nebeling wies kurz auf die schon eingangs erwähnte Notwendigkeit der Lei­stungssteigerung hin, sprach insbesondere über die Ausgaben, die auch der Schule aus der Forderung der Rohstoffversorgung des deutschen Volkes er­wachsen und schloß dann mit einem Treuegelöbnis zum Führer und dem deutschen Vaterland die Ver­sammlung. Gemeinsam wurden die beiden National­hymnen gesungen.

Kurzlehrgang für dieWinterkampfspiele

Nach der Mittagspause fand für die Turnunter­richt erteilenden Lehrer der Volks- und höheren Schulen in der Turnhalle der neuen Pestalozzischule ein Kurzlehrgang für die Winterkampfspiele der Schulen statt. Die Vertreter der einzelnen Schulen meldeten ihre Teilnahme am Fußball-, Hand­ball- oder Korbballs piel. Der Kreis Gie- ßen-Land wird in fünf Bezirke eingeteilt, in denen die einzelnen Spiele ausgetragen werden. Für den Bezirk Gießen-Land übernimmt Turnlehrer Hel - l e r (Wieseck) die Spielleitung, für den Bezirk Lon­dorf Lehrer Heil (Allendorf a. d. Lda.), für den Bezirk Grünberg Rektor Weisel (Grünberg), für den Bezirk Hungen Lehrer Sommeriad (Rod-, heim a. d. Horloff) und für den Bezirk Lich Tum- lehrer Schön (Lich).

Turnlehrer Mohr (Gießen) führte in eingehen­der Besprechung in das neue Korbballspiel ein, das die meisten der kleineren Schulen als Kampfspiel erwählt haben und ließ durch die jüngeren Lehr­kräfte das Spiel vorführen.

kraut, 50 kg 3,50 Mk., Rotkraut 6, bis 7,, Wir­sing (gelb) 5, bis 6,, Aepfel 15, bis 25,, Bos­kop 23 bis 28, Mark.

Die Industrie- und handeskammer Gießen gibt Auskunft: 855: Mit Ablauf des 31. Dezem­ber 1936 verliert eine Reihe älterer Postwertzei­chen die Gültigkeit zum Freimachen von Postsen­dungen. Nähere Auskunft erteilt die Kammer. 856: Möglichkeiten der Kurssicherung. 857: Ver­ordnung über die Regelung der Handelsspannen für Rundfunkempfangsgeräte und Lautsprecher. 858: Abschluß der Berliner Verhandlungen mit der Schweiz. Zweites Zusatzabkommen zum Verrech­nungsabkommen. 859: Aufnahme von RM.- Münzen in die 200-Gulden-Freigrenze in Danzig.

860: Vorschriften für die Bezahlung deutscher Einfuhrwaren in der Mandschurei. 861: Die Lage im Zahlungsverkehr Spaniens mit Deutsch­land. 862: Neue Frachtbriefe im gewerblichen Güterfernverkehr. 863: WerbeheftSchnellste Beförderung von Frachtgutladungen auf der Deut­schen Reichsbahn von Ausland zu Ausland", Neu­ausgabe Winter 1936/37, liegt bei der Kammer xur Einsichtnahme auf. 864: Anordnung Nr. 36 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Deckung vordringlichen Reifenbedarfs). 865: Anordnung Nr. 37 der Ueberwachungsstelle für Kautschuk und Asbest (Deckung des Reifenbedarfs in der Fahrzeugindustrie). 866: Gebührenord­nung der Reichsstelle für Eier als Ueberryachungs- stelle. 867: Herabsetzung des monatlichen Höchst­

betrags für Reisen nach der Schweiz von 500 RM. auf 400 RM. 868: Neufassung der Liste für Waren, deren Ausfuhr Zahlungen aus ASKJ. und über private Verrechnungen unzulässig sind.

*

** 90 Jahre Großscher Männerchor in Gießen. Zu unserem Bericht vom Dienstaa über diese Jubiläumsfeier ist nachzutragen, daß auch der GesangvereinLiederkranz" Gießen als Gastverein an der Jubiläumsfeier des Bruderver­eins teilgenommen hat.

** Unfälle. Der 26jährige Bergmann Eduard Freund von hier, Kanzleiberg 7, mußte unter Ver­dacht auf schwere innere Verletzungen in die Chirur­gische Klinik eingeliefert werden. Der etwa 50 Jahre alte Pferdepfleger August Schneider, Bahnhofstraße 29, erlitt durch den Hufschlag eines Pferdes, der ihn ins Gesicht traf, erhebliche Ver­letzungen der linken Gesichtshälfte. Der bedauerns­werte Mann mußte ebenfalls in die Klinik gebracht werden.

Schöffengericht Gießen.

Der A. V. aus Hochelheim, Kreis Wetzlar, der seit etwa einem Jahre mittels Lastwagen ein Fuhrge- schäft betreibt, fuhr am 17. Juni mit seinem 2XA* Tonnen-Lastkraftwagen, der mit Bausteinen be­laden war, in Gießen durch die Liebigstraße in Richtung Frankfurter Straße. Er überquerte die Ludwigstraße, die neuerdings als vorfahrtsberech­tigte Straße gilt. (Der Angeklagte hat in der gestri- gen Hauptverhandlung zugegeben, daß ihm dies bekannt gewesen sei.) An der Kreuzung Ludwig- straße-Liebigstraße kam es zum Zusammenstoß zwi­schen dem Lastkraftwagen des Angeklagten und dem auf einem Kleinkraftrad fahrenden Sp. von Gie­ßen. Sp. befuhr die obere Ludwigstraße in Rich­tung Liebigstraße, er geriet unter den Lastkraft­wagen des Angeklagten und wurde überfahren, so daß der Tod auf der Stelle eintrat.

In der gestrigen Hauptverhandlung haben die Zeugen übereinstimmend bekundet, daß der Ange­klagte teils mitrasender" Geschwindigkeit, teils mit erheblicher" Geschwindigkeit gefahren ist und daß der Angeklagte und darin besteht hauptsächlich seine Fahrlässigkeit das Vorfahrtsrecht nicht be­achtet hat. Er hat seine Sorgfaltspflicht ganz er­heblich außer Acht gelassen, grob fahrlässig gehan­delt und damit den Tod des Sp. verschuldet.

Der Vertreter der Anklage beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnis st rafe von 5 Monaten. Seitens der Verteidigung wurde vorgetragen, daß der Angeklagte lediglich das ge­gebene Dorfahrtslecht des getöteten Sp. unbeachtet gelassen habe und daß die Strafe in der beantrag­ten Höhe den Angeklagten nicht treffen dürfe.

Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefängnis st rafe von drei Mo­naten und legte ihm die Kosten des. Verfahrens auf. Strafschärfend wurde berücksichtigt, daß durch den Tod des Sp. die Familie ihren Ernährer ver­loren hat, strafmildernd, daß der Angeklagte noch nicht vorbestraft und des Kraftfahrens noch nicht allzulange kundig ist, wenn er auch hierdurch be­sonders verpflichtet war, noch größere Vorsicht wal­ten zu lassen. Außerdem hat das Gericht für fest- gestellt erachtet, daß auch der Getötete mit einer nicht unerheblichen Geschwindigkeit die stark ab­schüssige Ludwigstraße gefahren ist, so daß auch diesen eine Fahrlässigkeit und ein Mitverschulden trifft, wenn auch nicht in dem Grade, wie bei dem Angeklagten.

Rundfunkprogranim.

Freilag, 23. Oktober.

6 Uhr: Das deutsche Lied; Morgenspruch: Gym- nastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.45: Nach­richten und Sportvorschau. 10: Schulfunk. 11: Haus­frau, hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozial­dienst. 12: Frankfurter Mittagsmusik. 13: Nach­richten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Frank­furter Mittagsmusik. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (21). 15: Volk und Wirtschaft. Ein­kaufskredit für die Familie. 15.15: Kinderfunk. Ach­tung, unsere ganz Kleinen! Aufgestellt zur Tum­melstunde! 15.30: Von Koblenz: Aus einem stillen Winkel im Westerwald. Von Willy Arndt. 16: Chor­musik. 16.30: Unterhaltungskonzert. 17.30: Wenn die Post nicht wäre. Dom reitenden Boten zum Postflugzeug. Hörfolge. 18: Musik zum Feierabend. 19: Kompositionen von Hans Oskar Hiege. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nach­richten. 20.10:Die Regimentstochter". Komische Oper in zwei Auszügen von Gaetano Donizetti. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sende­bezirk. 22.30: Unterhaltungskonzert. 24 bis 2: Nacht­musik.

Samslag, 24. Oktober.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fröhlich flingts zur Morgenstunde. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugenütag: BDM.-Sport! 9.30: Anläßlich der Alemannischen Kulturwoche in Freiburg: Jugend- kundgebung im Paulussaal. Es spricht der Dichter Jakob Schaffner. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.15: Anläßlich der Alemannischen Kultur­woche: Die feierliche Eröffnung der Tagung aus dem Kaufhaus. 12: Buntes Wochenende. 13: Nach­richten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sende­bezirk. 13.15: Buntes Wochenende. 14: Nachrichten. 14.10: Da lacht das Herz! 15: Volk und Wirtschaft. Allerlei Neuigkeiten. 15.15:Und mögen die Spießer auch schelten . . ." Hier lacht der Pimpf. Der Schlagerkrieg oder der zurückgerollte Käse. 15.30: HJ.-Funk. 16: Froher Funk für alt und jung. Lustiges Kaleidoskop aus Tonfilm und Operette. 18: SA. musiziert. 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55: Rus der Jugend. 20: Nach­richten. 20.10: Lachen im Weinmond. Ein großer Bunter Abend. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: Sportschau. 22.30: ... und morgen ist Sonntag. 24 bis 2: Nachtkonzert.

fü/is Backen:

Rührteig: Rühren Die

Lutter, Zucker und Eier (mH ©eifero Vanillin-Zucker l D oder Oacköl Zitrone bezw, ________ Bittermandelöl) schaumig, t,,e ®*e öie anderen Zutaten hinzufügen. Lei Biskuitteig; Schlagen Sie Eigelb, Zucke» und wasser mit dem Schnee» befen zu einer cremeartigen Masse und nehmen Sie stets dr. Getker's Backpulver