merksamkeit zugewandt. In den Anfängerkursen wird systematisch, Schritt für Schritt, die Methode des Blindschreibens bis zur völligen Beherrschung erlernt, ein Fortaeschrittenen-Kurs dient der Festigung der Sicherheit, beginnt mit der Steigerung der Geschwindigkeit und macht den Schreiber mit der formgerechten Anordnung des modernen kaufmännischen Briefes vertraut. Der Praktiker-Kurs fördert khn so, daß er allen Anforderungen in Kurzschrift und Maschinenschreiben genügt und führt ihn darüber hinaus in die Klasse der Meisterschreiber.
Die Kurse der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Stenografenschaft beginnen, wie aus der heutigen Anzeige zu ersehen ist, in Kurzschrift am Montag, 31. August, in der Alten Pestalozzischule, Werner- wall 18, und im Maschinenschreiben am Dienstag, 1. September, in der Oeffentlichen Handelslehranstalt, Liebigstraße.
Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung Ortsgruppe Gießen.
Die Kriegsopfer der Ortsgruppe Gießen der NSKOV. fahren am Sonntag, 23. August, an den schönen Rhein.
Abfahrt ab Gießen 7.58 Uhr bis Niederlahnstein. Don da ab Dampferfahrt mit Musik unter Besichtigung der Burgen Stolzenfels, Marksburg usw. bis Braubach und weiter.
Ankunft in Koblenz gegen 13 Uhr^ daselbst ge- weinschaftliches Mittagessen, anschließend Besichtigung unter Führung von Kameraden, und zwar Festung Ehrenbreitstein, Besichtigung der Anlagen in Arenberg, oder Fahrt nach dem Rittersturz, oder Besichtigung des Weindorfs, oder Rundgang durch die Stadt je nach Wahl.
Abfahrt von Koblenz 20.43 Uhr, Ankunft in Gießen 22.24 Uhr.
Sammelplatz zur Abfahrt in Gießen vor dem Bahnhof 7.30 Uhr.
Sammelplatz zur Rückfahrt ab Koblenz vor dem Bahnhof 20.15 Uhr.
Standquartier in Koblenz Leseverein in Koblenz, Firmungstraße 28.
Soweit wie möglich Dienstanzug der NSKOV.
Fahrkarten können die Stützpunkte ab Freitag mittag gegen Bezahlung auf der Geschäftsstelle in Empfang nehmen. Bis 17 Uhr müssen sämtliche Karten abgerechnet sein.
Die Stützpunktobmänner erhalten die Fahrkarten mit dem Vermerk, in welches Abteil (numeriert) einzusteigen ist. Die Nummern sind leserlich an den Abteilen angebracht. Es wird dringend gebeten, genau darauf zu achten, damit es beim Ein- und Aussteigen keine Verzögerung gibt.
Gießener Wochenmarktpreise.
* Gießen, 22. Aug. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 14, Klasse A 13, Klasse B 12, Klasse C UM, ungezeichnete 10, ausländische 12, Wirsing, M kg 8 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 7 bis 10, gelbe Rüben 5 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 5 bis 10, Bohnen, grün 10 bis 20, gelb 10 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 25 bis 30, Zwiebeln 8 bis 10, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln, M kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 4,20 bis 4,50 Mark, Frühäpfel, M kg 10 bis 40 Pf., Falläpfel 5 bis 8, Birnen 15 bis 25, Pfirsiche 60 bis 65, Pflaumen 18 bis 20, Zwetschen 18 bis 20, Mirabellen 25 bis 30, Himbeeren 35, Brombeeren 30 bis 40 Pf., junge Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 80, Salat 5 bis 10, Salatgurken 5 bis 25, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Sellerie 20 bis 25, Radieschen, das Bündel 10 Pf.
*
** Ein Siebzigjähriger. Am heutigen Samstag, 22. August, wird der Rentner Johannes G r ü n, Kaiserallee 8 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische 70 Jahre alt.
** Verdingung von S t r a ß e n b a u arbeiten. Das Tiefbauamt der Provinzialdirektion Oberhessen veröffentlicht in unserer heutigen Ausgabe eine Bekanntmachung über die Verdingung von Erd- und Straßenbauarbeiten auf der Landstraße Münster—Bodenrod. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen.
** Von einem Wachmann erwischt. Wie die Rheinische Wachgesellschaft uns mitteilt, entdeckte einer ihrer Wachmänner in der letzten Nacht in der Waschküche eines Hotels einen Mann, der durch das Fenster eingestiegen war. Der Wachmann verständigte einen Polizeibeamten, so daß der Eindringling dingfest gemacht und zur Vernehmung auf die Polizeiwache gebracht werden konnte. Dort wurde der polizeibekannte Inhaftierte, da eine Diebstahlsabsicht nicht in Betracht kam, nach Feststellung des Sachverhaltes wieder entlassen. — Ein anderer Wachmann der Wachgesellschaft entdeckte in einer der letzten Nächte auf seinem Rundgang einen Brand von Briketts, die in einem Betrieb um einen Kessel herum aufgeschichtet waren. Durch tatkräftiges Eingreifen konnte der Wachmann den bis dahin noch kleinen Brand alsbald löschen.
** Heraus mit den leeren Weinflaschen! Im Hinblick auf das „Fest der deutschen Traube und des Weines" vom 19. bis 27. September t)at sich ergeben — wie auch im vergangenen Jahre bei der Patenwein-Aktion —, daß der Einzelhandel und der Weinhandel nur schwer in der Lage sind, den Wein sofort abzufüllen, weil die leeren Flaschen fehlen. Dagegen stehen unzählige Weinflaschen ungenutzt und vergessen in irgendeiner Ecke der Haushaltungen. Es ergeht aus diesem Grunde an alle Hausfrauen die Bitte, leere Weinflaschen ihrem Einzelhändler gegen das ortsübliche Flaschenpfand zur Verfügung zu stellen.
Amtsgericht Gießen.
Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wurde der 41jährige A. B., der bereits vorbestraft ist, wegen Unterschlagung und Betrugs in eine G e ■ fängnisstrafe von zwei Monaten genommen. B. hatte sich eine Wohnung gemietet und dabei angegeben, er sei Polizeibeamter a. D., obwohl er erwerbslos war. Er verschwand eines Tages mit einer beträchtlichen Mietschuld. Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. Da er auf die Aussichtslosigkeit der Rechtsoerfolgung im Termin hingewiesen wurde, nahm er seinen Einspruch zurück. Die Staatsanwaltschaft hatte bezüglich der Beschuldigung der Unterschlagung die öffentliche Klage fallen gelassen. Die weiteren Kosten des Verfahrens wurden dem Angeklagten auferlegt.
Das Gtadttheater ist -ein Theater.
Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben:
Das Stadttheater Gießen wirbt in diesen Tagen und Wochen für seine künstlerische Arbeit und damit vor allem um Unterstützung durch zahlreichen Besuch eines festen Besucherstammes. Aber das Theater ist in den Möglichkeiten einer großzügigen Werbung sehr begrenzt. Großstädtische Propaganda verlangt nicht unerhebliche Mittel finanzieller Art. Unser bestes Werbekapital ist unser künstlerisches Wollen und Können, und das muß weithin sichtbar herausgestellt werden. Der Erfolg der Werbung wird dadurch entschieden, daß der künstlerische Ruf des Stadttheaters möglichst viele Ohren erreicht. Es gilt Ungläubige zu überzeugen, Wankelmütige und Unentschlossene mit Begeisterung zu erfüllen. Stärkste Werbe-Wirkung hat die Werbung von Mund zu Mund:
Das Stadtthealer ist dein Theater!
Zu dieser Werbung muß sich jeder verpflichtet fühlen. Die Vorbereitungsarbeiten für die Eröffnung der kommenden Spielzeit find in vollem Gange. Viele Theaterfreunde haben den Ruf unserer Werbung vernommen und sind bereitwilligst gefolgt. Aber es sind auch noch viele, denen zum Entschluß der letzte Anstoß fehlt. Es ist unser aller Aufgabe, auch derjenigen, die nicht berufsmäßig
mit dem Theater zu tun haben, dafür Sorge zu tragen, daß ein festlich erwartungsvolles und überfülltes Haus an allen Spielabenden bei uns sich wohlfühlt. Denn Theater ist aufbauende Kultur — und wir wollen auf niemand verzichten!
Um der Werbung den persönlichen Reiz zu geben, hat die Intendanz in diesem Jahre erstmalig den
Werbepreis
eingeführt. Jeder Theaterfreund, der neue Platzmieter im 1., 2. oder 3. Ring wirbt, erhält einen Werbepreis in Form von Gutscheinen für eine beliebige Vorstellung bzw. sogar
eine Freiplahmiele.
Der Werbepreis wird jedoch nur für die Gewinnung von solchen Platzmietern gewährt, die in der letzten Spielzeit keine Platzmiete hatten.
Es ist somit jedem Theaterfreund die Möglichkeit geboten, unabhängig davon, ob er selbst Platzmieter ist oder nicht, für das Theater zu werben und selbst in den Genuß des Theaterbesuchs zu gelangen. Es ergeht an alle Theaterfreunde und darüber hinaus an jeden die dringende Bitte, die kommenden Tage zur letzen Werbung zu nützen. Sagt es allen Freunden und Bekannten immer wie- der und wieder:
das Stadttheater ist dein Theater!
KyWuser-WelWeßen im Kreisverband Gießen
Eine starke Entwicklung des Kleinkaliberschießens im Deutschen Reichskriegerbund (DRKB.) ist überall festzustellen. Die Mitglieder im DRKB. sind als alte Soldaten in Disziplin gewöhnt und befolgen die vielseitigen Anweisungen, die von der oberen Bundesleitung und dem Bundesführer, SS.-Ober- führer und Oberst a. D. Reinhardt an die Landesführer (für Hessen ist es Generalleutnant a. D. Fett, früher Oberst in Gießen) gegeben werden. Den Landesführern unterstehen die Kreisverbände, die in Gemeinschaft mit den Kriegerkameradschaften die sog. Kleinarbeit voranzubringen haben. SS.-Oberführer Oberst Reinhardt hat zur Erhaltung der Wehrfähigkeit des deutschen Volkes und besonders feiner alten gedienten Soldaten dem Schießsport innerhalb des DRKB. besonderen Wert zugesprochen. Seine an die Bundeskameradschaften gerichtete Ermahnung: „Diejenige Kameradschaft, die nicht schießt, taugt nichts!" hat im
Kreisverband Gießen erhöhte aufmerksame Beachtung gefunden, seitdem Kreisschießwart Albin Klein nicht allein für die Spitzenleistungen, sondern auch für die Massenbeteiligung Auszeichnungen gibt. Da manche dem DRKB. (Kyfshäuserbund) fernstehende Volksgenossen der stillen Arbeit der Kyffhauser-Männer für die Erhaltung der Wehrfähigkeit des deutschen Volkes noch nicht das richtige Verständnis entgegenbringen bzw. diese noch nicht kennen, seien
die Ergebnisse des 1935er- und des 1936er- Kyffhäufer-Wetlschießens innerhalb des Kreis- verbandes Gießen
nachstehend veröffentlicht. Es haben geschossen in:
1935 1936
Schützen Ringe
Schützen Ringe
Albach
8
538
8
711
Allendorf (Lahn)
4
108
8
500
Allendorf (Lumda)
—
—
4
280
Allertshausen
4
268
20
1454
Alten-Buseck
8
794
4
341
Annerod
24
2236
24
2839
Bellersheim
8
674
12
814
Beltershain
—
—
15
1709
Bersrod
8
611
20
1750
Bettenhausen
—
—
11
1080
Beuern
16
1368
20
1607
Birklar
4
221
16
1137
Burkhardsfelden
12
879
16
1707
Daubringen
20
1975
8
825
Dorf-Gill
56
3996
56
4430
Eberstadt
12
1094
12
1317
Ettingshausen
16
1410
32
2572
Garbenteich
—
—
8
636
Geilshausen
41
3143
48
4229
Gießen: Kr.-Kam. 1874
134
7945
36
4066
Gießen: Ehem. 115er
—
—
6
404
Gießen: Ehem. Leibdrag.
12
456
8
577
Göbelnrod
8
599
16
1263
Großen-Buseck
4
395
12
895
Großen-Linden
4
316
12
661
Grünberg
16
841
20
2016
©rüningen
8
674
12
1082
Hattenrod
4
279
4
404
Harbach
—
—
.—
—
Hausen
8
766
12
1112
Heuchelheim
—
—
12
953
Holzheim
8
749
20
1887
Hungen
20
1323
12
963
Inheiden
36
1957
12
920
Kesselbach
28
1771
20
1712
Klein-Linden
4
285
8
702
Langd
16
977
12
901
Lang-Göns
4
350
16
1173
Lauter
8
751
8
789
Leihgestern
28
2628
40
3792
Lich
8
779
7
679
Lollar
8
763
12
1207
Londorf
4
265
12
1078
Lumda
12
1013
32
2456
Mainzlar
24
1894
12
1181
Münster
4
403
4
465
Muschenheim
16
1371
7
714
Nieder-Bessingen
4
196
4
304
Nonnenroth
12
694
37
2651
Obbornhofen
12
897
12
1047
Ober-Bessingen
8
622
8
652
Ober-Hörgern
4
377
4
470
Odenhausen
4
442
8
717
Oppenrod
4
429
4
297
Queckborn
4
256
9
974
Rabertshausen
—
—
4
258
Reinhardshain
12
713
8
511
Reiskirchen
20
2141
20
2435
Rodheim (Horloff)
——
—
4
308
Röthges
4
379
12
974
Rüddingshausen
12
1174
24
2665
Ruttershausen
12
975
8
825
Saasen
—
•-----
4
371
Stangenrod
4
362
4
450
Staufenberg
12
1194
30
2788
Steinbach
48
3211
40
3871
Steinheim
—
—
—
——
Stockhausen
8
897
18
1702
Trais-Horloff
—
——
—
—
Treis (Lumda)
12
1044
28
1988
Utphe
12
1166
20
1740
1935 1936
Schützen Ringe Schützen Ringe
Villingen
16
1290
16
1253
Watzenborn-Steinberg
4
303
12
757
Weickartshain
—
—
4
335
Weitershain
12
1282
16
1526
Wieseck
48
2805
40
3352
Zusammen 955 71664 1144 99211
Die 20 besten Mannschaften (je 4 Mann)
erzielten folgende Gesamtringzahlen:
Annerod
(1. Mannschaft
595 Ringe
Reiskirchen
(4.
ff
585
ff
Grünberg
(1.
ee
547
re
Gießen
(2.
ee
545
ff
Ruttershausen
(1.
516
ee
Rüddingshausen
(6.
ff
514
et
Gießen
(4.
506
et
Reiskirchen
(?.
■»
499
ee
Annerod
(4.
ee
492
ff
Beltershain
(3.
491
M
Gießen
(3.
ff
491
ff
Dorf-Gill
(4.
ff
487
ff
Beltershain
(1.
ee
486
ff
Annerod
(6.
479
ff
Gießen
(5.
479
ff
Annerod
(3.
Jf
474
ff
Göbelnrod
(1.
ff
474
Steinbach
li
ee
474
ff
Haufen
tt.
ff
472
ee
Ober-Hörgern
(1.
470
ff
Geschossen wurde freihändig auf 50 Meter Entfernung auf die normale Zwölfer-Ringscheibe. Jeder Schutze hatte je fünf Schuß liegend, stehend und kniend, also 15 Schuß abzufeuern. Insgesamt waren
in diesem Zähre 1144 Kameraden angelreten.
den
der Schütze Philipp Damm XL, Reiskirchen, hat den Titel „Meisterschütze" 1936 des Kreisverbandes Gießen des DRKB." für feine 158 Ringe sich erschossen.
158 Ringe
155 „
154 „
153 „
150 „
150 „
150 „
149 „
149 „
146 „
144 „
144 „
143 „
142 „
142 „
142 „
141 „
140 „
140 „
140 „
140 „
139 „
139 „
139 „
139 „
138 „
Wilhelm Schomber II., Geilshausen
Die 1. Mannschaft von Annerod hat mit erreichten 595 Ringen die „Kreismeisterschaft 1936 des Kreisverbandes Gießen im DRKB." errungen;
davon sind bei diesem Wettschiehen
die 26 besten Einzelschüßen:
Philipp Damm XL, Reiskirchen Philipp Glaub, Reiskirchen Wilhelm Schwarz, Annerod Heinrich Wendel, Reiskirchen Karl Magel, Annerod Konrad Rabenau, Annerod Kurt Strack, Gießen (Krieg.-Kam.) Karl Mootz, Gießen (Krieg.-Kam.) Wilhelm Paulus, Rüddingshausen Walter Müller, Klein-Linden Heinrich Appel, Gießen Ludwig Röhm, Grünberg Heinrich Schomber, Ettingshausen Willi Georg, Gießen Wilhelm Kraus, Lich Ludwig Krämer, Ruttershausen Karl Keßler, Annerod Christoph Müller, Annerod Georg Schütz, Grünberg Heinrich Felde, Mainzlar Heinrich Wagner, Muschenheim Erich Kinkel, Gießen (Krieg.-Kam.) Otto Schönau, Gießen (Krieg.-Kam.) Karl Dem II., Leihgestern Karl Erdmann, Ruttershausen
Oberhessen.
Sitzung der Ratsherren in Grünberg.
+ Grünberg, 21. Aug. Die Ratsherren unserer Stadt beschäftigten sich heute mit folgenden Angelegenheiten: Deckung von Ausgaben der Stadt Grünberg, die im Voranschlag von 1935 nicht vorgesehen waren. Die Ratsherren nehmen die Erklärungen des Stadtrechners Gehringer zu dem vorgelegten Verzeichnis der im Voranschlag nicht vorgesehenen Mehrausgaben für 1935 entgegen, ebenso die Erklärungen über Die Deckung durch die entstandenen Ueberschüsse.
Errichtung eines Arbeitsdienstla- gers in Grünberg. Bürgermeister Wagner führte hierzu folgendes aus: Am 26. Juni hat der Gruppenführer der Gruppe Alsfeld in einer Besprechung mit Bürgermeister, Beigeordneten und einem zugezogenen Ratsherrn die Errichtung eines Arbeitsdienstlagers in Aussicht gestellt. Als Platz wurde das städtische Gelände am Sportplatz vorgesehen, bas gegenwärtig als Grabgelände verpachtet ist. Den Pächtern wurde vorsorglicherweise bereits gekündigt. Die Errichtung des Lagers ist an folgende Bedingungen geknüpft: 1. Kostenlose Stellung des Geländes. 2. Uebernahme von Wasser- und Lichtanschluß. 3. Anfuhr der Materialien. 4. Errichtung einiger Schuppen zum Lagern von Kartoffeln, Lebensrnitteln, Holz, Kohlen und Geräten. Außerdem wäre schon vorher die Unterbringung eines Bautrupps in Stärke von 52 Mann zu übernehmen, der die reichseigenen Ba- rarfenbauten für das Lager zu errichten hätte. Der
zugezogene Architekt Balser gibt Auskunft über die Kosten der von der Stadt zu übernehmenden Leistungen, die er schätzungsweise bis zu 2000 Mark annimmt. Die Mehrheit der Ratsherrn ist grundsätzlich mit der Errichtung eines Arbeitsdienst, lagers einverstanden; wegen der angespannten fi- nanziellen Lage der Stadt wird der Vorschlag gemacht, zur Herabminderung der Kosten noch meliere Verhandlungen zu pflegen.
Schaffung eines Freiplatzes amPost- g e b ä u b e. Dem vorgelegten Plane, der u. a. die Verlegung der dortigen Tankstelle vorsieht, wird allseits zugestimmt. —
Vertrag der Sadt Grün berg mit dem Turnverein wegen Ueberlassung der Turnhalle für Veranstaltungen der Stadt und der NSDAP. Der zunächst für ein Jahr vorgesehene Vertrag berechtigt die Stadt, sowie die Ortsgruppe der Partei und ihre Gliederungen bis zu zwölf Veranstaltungen in der Halle abzuhalten gegen einen Pauschalbetrag von 150 Mark. Sachliche Kosten, wie Licht, Heizung und Reinigung der Halle sind hierin nicht einbegriffen und sind von dem jeweiligen Veranstalter zu tragen. Veranstaltungen der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", bei denen dieselbe Eintritt erhebt, fallen nicht unter den Vertrag. —
Den Schluß der öffentlichen Sitzung bildeten Mitteilungen des Bürgermeisters. Die eine betraf den Kauf eines 1800 Quadratmeter großen Grundstückes in der Diebsturmstraße zu einem Quadratmeterpreis von 1,80 Mark. (Auf dem Grundstück ist mittlerweile mit dem Bau des ersten Hauses der gemeinnützigen Baugenossenschaft begonnen worden.) Weiterhin hat die Stadt das Grundstück am „Spitzen Stein", auf dem sich das Zeltlager der HI. befindet, durch Drängen des seitherigen Besitzers, der sich auf eine Verlängerung des Pachtverhältnisses in der seitherigen Weise nicht mehr einlassen wollte, zwecks Erhaltung des Lagers käuflich erwerben müssen, wobei sie freilich für das etwa 1600 Quadratmeter große Grundstück den verhältnismäßig hohen Preis von 1200 Mark zahlen mußte.
Ratsherrensihung in Lauterbach.
Lauterbach, 21. Aug. Die Ratsher - ren unserer Stadt tagten gestern in einer öffentlichen Sitzung. Bürgermeister Thiele machte zunächst Mitteilungen über den Verkauf des Krankenhauses Eichhof an den Frauen v e r e i n.
Dann gab er über die vor einiger Zeit durchgeführte Prüfung der st ä d tischen Regie- betriebe durch einen staatlichen Wirtschaftsprüfer Kenntnis. Nach dem Prüfungsbericht müssen die städtischen Wirtschaftsbetriebe für die Folge rechnungsmäßig für sich geführt werden. Für das Elektrizitätswerk sowie für das Wasserwerk sind künftig Rücklagen in Höhe der Abschreibungen zu machen. An den Quellen sind Großwassermesser einzubauen, um die Übersichtlichkeit des Wasser- Verbrauchs zu gewährleisten. Bei dieser Gelegenheit wies der Bürgermeister darauf hin, daß im nächsten Jahr der Tarif für Wasserbenutzung in Gärten je nach dem Größenverhältnis gestaffelt wird. Für die Stromabnehmer wird im kommenden Jahr ein Einheitstarif eingeführt werden. Die beiden städtischen Regiebetriebe, so heißt es in dem Schlußbericht, werden auf Grund dieser Neuregelungen nach wie vor rentabel arbeiten.
In den letzten Jahren waren die Mietrückstände bei der Stadt auf eine beträchtliche Höhe geraten. Um diesem Uebel, der vielfach den guten Willen zum Zahlen vermissen ließ, abzustellen, mar die Stadtverwaltung gezwungen, mit besonderen Maßnahmen vorzugehen. Bürgermeister Thiele konnte nun mitteilen, daß der größte Teil der rückständigen Mieten jetzt hereingeholt ist.
Nach einem Erlaß des Reichsministers des Innern sind in Gemeinden über 5000 Einwohner drei Polizei beamte zugelassen, die allerdings nur noch Polizeidienst versehen und mit anderen Ar- beiten nicht mehr betraut werden sollen. Von den zur Zeit hier vorhandenen vier Polizeibeamten soll daher einer Ratsdiener werden.
Im Interesse des Stadtbildes sollen die vielfach noch mit Holz und allem Möglichen belegten freien Plätze in der Stadt als Grünanlagen hergerichtet werden.
Lauterbach
verkauft das Krankenhaus Eichhof.
□ Lauterbach, 21. Aug. Der Bürgermeister der Stadt Lauterbach übergibt heute der Öffentlichkeit eine bedeutsame Erklärung, derzufolge er im Einvernehmen mit dem Stadtrat den Verkauf der Gebäude des Krankenhauses Eichhof für 85 000 Mark an den Frauenverein beschlossen hat. Grund des Verkaufs ist, daß die Gebäude des Krankenhauses für den städtischen Haushalt eine zunehmende Belastung bedeuten, da die Wirtschaftlichkeit und die teure Unterhaltung in keinem Verhältnis zu dem Aufkommen stehen. Der Bürgermeister betont in seiner Veröffentlichung, daß die Stadt durch das Krankenhaus, das von ihr 1928 gekauft und seitdem vom Frauenverein betrieben wurde, rund 100 000 Mark verloren hat, da sie seitdem Jnstandsetzungsarbeiten an ihm in Höhe von 65 000 Mark vornehmen mußte und einen Zinsverlust von 23 000 Mark zu verzeichnen hat, von 1928 bis 1934 gerechnet. Um die Fortführung des Krankenhauses durch verstärktes Aufziehen einer Fremdenpension zu gewährleisten, hätte die Stadt jetzt wiederum 30 000 Mark für Reparaturen und Umbauten aufwenden müssen, welche Mittel ihr aber nicht zur Verfügung stehen. Der Frauenverein hat sich beim Ankauf des Krankenhauses Eichhof verpflichtet, die Umbau- und Jnstandsetzungsarbeiten in Höhe von 30 000 Mark vorzunehmen und dadurch neben dem Betrieb des Krankenhauses das Erholungsund Fremdenheim Eichhof im Dienst des Fremdenverkehrs der Stadt auszubauen. Die Stadt hat Vorsorge getroffen, daß sie das Objekt auch nach dem Verkauf noch in der Hand hat und feine Zweckbestimmung nötigenfalls wahren kann.
Bürgermeistertagung in Lauterbach.
£ Lauterbach, 21. Aug. Hier fand gestern eine Tagung der Kreisabteilung Lauterbach des Deutschen Gemeindetages statt, in der als erster Sprecher Bürgermeister Dr. Hamm (Gießen) als Gebietsreferent des Fremdenverkehrswesens m Oberhessen über die Ausgaben des Fremdenverkehrs und über den Reichsfremdenoer- kehrs-Verband sprach und die notwendige Förderung der Dorfverschönerungs-Aktio n betonte. Als Fremdenverkehrsgemeinden, die dem Landesverkehrsverband anzugehören haben, form für den Kreis Lauterbach die Städte Lauterbach und Schlitz, ferner Herbstein und Hochrvaldhausen in Betracht.


