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von zwei Millionen erreichen, wozu rund elf Millionen aus ge bildetet Reser- v e n treten werden, ungerechnet die 13 Millionen Männer, Frauen und Kinder, die durch die staat­liche Organisation Ossoaviachim militärisch ausgebil­det sind, um im Kriegsfälle sofort als Schützen, Fah­rer, Gleitflieger, Fallschirmspringer, Gasschutzleute und ähnliches Verwendung finden zu können. Die Luftwaffe wird vordringlich vermehrt werden, obwohl heute schon der roten Armee 4700 einsatz­bereite Flugzeuge zur Verfügung stehen. In der Motorisierung ist die rote Armee allen ande­ren Heeren weit überlegen. Kein Wunder, daß diese wahnsinnigen Rüstungsausgaben den Staatshaus­halt bis zum Aeußersten anspannen. Der Militär­etat für 1936 in Höhe von 14,8 Milliarden Rubel bedeutet eine Verzehnfachung des Voranschlags von 1934, ungerechnet die bei der soeben angeordneten Heeresvermehrung unausbleiblichen Nachforderun­gen. Damit erreichen die reinen Militärausgaben Sowjetrußlands die Höhe des gesamten französischen Staatshaushalts.

Derartige Rüstungen kann ein Land seiner ohne­hin bis zum äußersten ausgepowerten Bevölkerung nur auferlegen, wenn es glaubt, daß die Zeit für den Entscheidungskamps nahe ist. Moskau hofft, daß sich an dem spanischen Bürgerkrieg ein Welt­brand entzündet, der das europäische Abendland in ein Chaos verwandeln und dem Bolschewismus die Möglichkeit geben soll, seine Herrschaft aufzu­richten. Für diese Gelegenheit rüstet Sowjetruß­land und wo es den Schwerpunkt der bolschewisti­schen Offensive sieht, zeigt der Plan, die neuen durch die Heeresvermehrung entstehenden Truppenforma­tionen in die westlichen Grenzbezirke zu legen, wo bereits fieberhaft an der Errichtung von Kasernen, Barackenlagern und Flugplätzen gebaut wird. Durch Heranführung des strategischen Bahnnetzes an die verbündete Tschechoslowakei wird die gewaltige Truppenkonzentration der Roten Armee im Westen zu einer unmittelbaren Bedrohung Mitteleuropas. Angesichts dieser fieberhaften Aktivität der roten Militärs und der gleichzeitigen Kraftanstrengungen Moskaus für die Bölfchewifierung Spaniens kann es nicht wundernehmen, daß Deutschland, das die kommunistische Seuche am eigenen Leibe gespürt hat, die Augen offen hält. Deutschland hat an den spanischen Dingen nur das eine direkte Interesse, seine eigenen Landsleute aus dem Hexenkessel des Bürgerkrieges in Sicherheit zu bringen, es hat daher auch dem französischen Neutralitätsvorschlag grundsätzlich zugestimmt, aber es muß erwarten, daß alle in Frage kommenden Mächte den Grund­satz der Nichteinmischung ebenso peinlich befolgen, wie die deutsche Regierung selber. Die versteckte Sabotage der Neutralität durch französische Volks­frontkreise und die offene Verhöhnung durch Mos­kau, noch mehr aber das völkerrechtswidrige Ver­halten der Madrider Volksfrontregierung, die ihren Kriegsschiffen erlaubt, deutsche Dampfer auf offener See nach Piratenmanier zum Stoppen zu zwingen, macht jeden Nichteinmischungspakt von vornherein illusorisch. Wird es der französischen Regierung nicht gelingen, den Moskauer Bundesgenossen zur Ordnung zu rufen, nach dessen Pfeife die spanischen Kommunisten tanzen, so bleibt das Zustandekom­men eines Nichteinmischungspaktes, der den spani­schen Brandherd isolieren könnte, sehr proble­matisch.

OieNaiionalisten rüsten zu neuem Vorstoß aus Madrid

Das Hauptquartier nach Valladolid verlegt.-Kampf um Malaga.

Paris, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.)Echo de Paris" meint, die Herstellung der Verbindung zwischen Sevilla und Granada durch die Einnahme von Loja, das noch am Donners­tag in den Händen der Marxisten gewesen sei, stelle einen wichtigen Abschluß im Aufmarsch der Natio­nalisten dar. Der ganze Gebirgszug der Provinz Granada stehe nun unter Kontrolle der Nationa­listen. Die Verlegung des Hauptquartiers von Burgos nach Valladolid, kaum 100 Kilo­meter von Madrid entfernt, lasse darauf schließen, daß die Nationalisten ihre militärischen Lage nicht nur für gesichert halten, sondern daß ein neuer Vorstoß der nationalen Truppen an der Gua­darrama-Front aus Madrid bevorstehe. Aus Se­villa seien mit der Bahn bereits schwarze Abtei­lungen aus Marokko stammender Truppen des Generals Franco in Richtung Salamanca, abgegangen, die die in Avila liegenden Streit­kräfte verstärken sollen. Diese frischen Truppen würden m allernächster Zeit zu den vor Madrid in starken Stellungen liegenden nationalen Truppen stoßen.

Der Sender Burgos bestätigt die Nachricht, wo­nach sich der Stab von Burgos nach Valladolid begeben habe. In Bilbao verschlechtere sich die Lage für die Roten stündlich. Alle wichtigen Be­darfsartikel feien in der Stadt ausverkauft, die Lebensmittel äußerst knapp. In Salamanca stünden die Stoßtruppen für den Angriff auf Ma­drid bereits in Reserve. Im Guadarrama-Gebirge seien zahlreiche Angehörige der Guardia Civil zu den Nationalisten übergegangen. Eine katalanische Milizabteilung soll in der Nähe von Huesca blutig zurückgeschlagen worden sein. Die Nationalisten hätten viele Gefangene gemacht und zahlreiches Kriegsmaterial erbeutet. General Mola habe er­klärt, er werde in zehn Tagen Madrid nehmen. Sämtliche Vorbereitungen zum An­griff feien bereits getroffen. In der Provinz Ma­laga lägen heute 21 000 Mann, denen es binnen kurzem gelingen würde, die Stadt Malaga sowie die Provinz in den Besitz der Militärgruppe zu bringen. Die Militärgarnison von Malaga soll ich bereits gegen die Madrider Regie­rung erhoben haben. Heftige Straßen- kämpfe tobten in mehreren Gegenden der Stadt.

Verzweifelte Laae der "Roten in G jon.

Hendaye, 21. Aug. (DNB.) Die von den natio­nalistischen Truppen belagerte Stadt Gijon hat.

Das schraffierte Gebiet befindet sich noch in den Händen der Madrider Volksfrontregierung bzw. der bolschewistischen Milizen. Um das Gebiet an der spanischen Nordküste, hauptsächlich um San Sebastian und Jrun, wird noch heftig gekämpft. (Scherl-Bilderdienst-M.)

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wie aus einem auftzesangenen Funkspruch hervorgeht,! von La Coruna gab bekannt, daß ein neuer die Madrider Regierung dringend um sofortige HilferufderMarxistenvon Gijonan die Hilfe gebeten. Madrid hat auf diesen Hilferuf Madrider Regierung aufgefangen worden fei, in dem geantwortet, daß die Entsendung irgendwelcher Re- die Lage der Stadt als verzweifelt bezeichnet fernen im Augenblick völlig unmöglich werde. Madrid habe Gijon jedoch befohlen, zu fei, da alle Streitkräfte im Norden fürdenSchutz schweigen, da derartige Nachrichten nicht oer- v o n Bilbao benötigt würden. Der in den , breitet werden dürften.

Händen der Nationalisten befindliche Rundfunksender ' --------

Die nationale Regierung von Burgos protestiert gegen Neutralitätsbruch Frankreichs.

Flugzeuggeschwader mit französischen Abzeichen bombardierten nationalistische Truppen.

Scharfer Protest Deutschlands in Moskau und Madrid.

Berlin, 21. Aug. (DBB.) Der deutsche Botschafter in Moskau und der deutsche Geschäftsträger in Madrid haben bei den dies­bezüglichen Regierungen wegen der ver­hetzenden und verleumderischen Pro­paganda der Rundfunksender gegen Deutsche aufs schärfste protestiert.

MarxistenkreuzerLiberias bedroht türkisches Handelsschiff.

L i s s a b o n , 21. Aug. (DNB.) Wie aus Cadiz be­richtet wird, hat der durch den Zwischenfall mit dem deutschen DampferK amerun" bereits unrühm­lich bekannt gewordene MarxistenkreuzerLiber- t a d" am Freitag versucht, eintürkischesHan- d e l s s ch i f f, das sich auf dem Wege nach Cadiz befand, zur Untersuchung anzuhalten. Das rote Piratenschiff konnte sein Vorhaben allerdings nicht a u s f ü h r e n , da die nationalistischen Küsten- b a 11 e r i e n das Feuer eröffneten und der Kreuzer unter diesen Umständen es vorzog, die Flucht zu er­greifen.

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Wie jetzt bestätigt wurde, haben die Bolschewisten in Madrid Spaniens berühmtesten Boxer Pao- I i n o Uzcudun standrechtlich erschossen. Dieses Bild von Paolino wurde vor kurzem in Madrid aufgenommen. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Lissabon, 22. Aug. (DRV. Funkspruch.) Ein Vertreter der Regierung von Burgos hat der portu­giesischen Regierung und den ausländischen diplo­matischen Vertretungen folgende Rote zugestellt: An der Guadarrama - Front hat ein Geschwader von fünfzehn Flugzeugen die Stellung der nationalen Truppen angegriffen. Bei mehreren dieser Flugzeuge wurden einwandfrei fran­zösische Abzeichen festgestellt. Bei lo- lesa und anderen Orten der San Sebastian-Front haben Flugzeuge französischer Ab­lammung Bomben auf die nationa­len Truppen abgeworfen. Daraufhin kehr­ten sie zu ihrer Basis nach Frankreich zurück. An der San Sebastian-Front wurde außer­dem bei den marxistischen Truppen eine große Menge französischen Kriegsmate­rials fesigestellt.

Die Vurgos-Regierung stellt sich den ausländischen Regierungen zur Rachprüfung der Richtigkeit dieser Feststellungen zur Verfügung. Die Burgos-Regie- rung protestiert auf das schärf sie und appelliert an die Ritterlichkeit der ausländischen Mächte. Die Unterstützung, die die roten Milizen im Kampf gegen die nationale Erhebung durch die ranzösische Regierung erfahre, sei ein B r u ch des internationalen Rechts.

England erkennt die marxistische Blockade nicht an.

London, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.)Mor- ning Post" meldet, die englische Regierung habe der Madrider Regierung mitgeteilt, daß sie die an gewissen spanischen Küstengebieten erklärte Blockade nicht anerkenne, daß erstens die Blockade

nicht wirksam gemacht werden könne und zweitens ein Kriegszustand amtlich nicht anerkannt sei. England werde jedem Versuch, britische Schiffe außerhalb der spanischen Territorialgewässer auf­zuhalten und zu durchsuchen, mit Gewalt ent­gegentreten. Die spanischen Küsten würden zur Zeit von den britischen Handelsschiffen gemieden; sollten sie jedoch in ihre Nähe kommen, dann sei das Vorhandensein britischer Kriegsschiffe in den

spanischen Gewässern eine ausreichende Garantie gegen jede Belästigung. Die britische Regierung lege der Aufrechterhaltung der Freiheit der Meere in der gegenwärtigen Lage die größte Se- deutung bei. Man glaube, daß eine Einm//chung in die ausländische Schiffahrt den Frieden Europas gefährden müsse. Daß diese Besorgnisse voll gerecht- fertig seien, zeige der Zwischenfall des deutschen DampfersKamerun".

Italien stimmt dem Aeutralitätsvorschlag zu.

Befriedigung in Paris.

Rom, 21. Aug. (DNB.) Der italienische Außen­minister hat dem französischen Botschafter eine Note überreicht, in der unter Aufrechterhaltung des italienischen Standpunktes über dieindirekte Einmischun g", d. h. über öffentliche Geld­sammlungen und Freiwilligenanwerbungen, er­klärt wird, daß die italienische Regierung sich ver­pflichtet,die direkte oder indirekte Ausfuhr, die Wiederausfuhr ober den Transit von nach Spanien, nach den spanischen Besitzungen ober ber spanischen Marokkozone bestimmten Waffen, Munition unb Kriegsmaterial, wie auch von montierten ober auseinandergenommenen Flugzeugen unb Kriegsschiffen z u verbiete n", unbbiefes Verbot auf alle in Ausführung begrif­fenen Verträge anzuwenden."Diese Erklärung wird für die italienische Regierung in Wirksamkeit treten, sobald die Regierungen Frankreichs, Eng­lands, Portugals, Deutschlands und Sowjetrußlands ebenfalls beigetreten fein werden." Außerdem er­scheint es der italienischen Regierung wesentlich, daß diese Nichteinmischungsoerpflichtung auch von den

anderen wichtigen europäischen Staaten mit Kriegsindustrien übernommen wird.

Die italienische Antwort wird von ber Pariser Presse begrüßt.Jour" erklärt, nun bleibt ber französischen Regierung nichts weiter übrig, als bie Linksrabikalen in Frankreich selbst zum Schweigen zu bringen, ben illegalen Wasfenhanbel abzustoppen unb bie Sammlung von Freiwilligen burch bie Rote Hilfe zu unterbin' ben, sowie jeben Waffentransport ber spanischen Miliz mit ber Eisenbahn über Sübfrankreich zu verhinbern.Oeuvre" meint, bie etwas gespannte Atmosphäre fei burch bie Antwort Roms wieder ein wenig auf gehellt worden.Figaro" ist ber Ansicht, bie italienischen Vorbehalte zu den Gelbsammlungen unb Freiwilligen-Melbungen feien glücklicherweise von ber Regierung in Rom ganz fallen gelassen. Man habe angesichts ber schwierigen internationalen Lage in Rom geglaubt, von biefen Einwänben Abstanb nehmen zu können. Italien habe bie gleiche Haltung wie Englanb ein­genommen. Eine Ueberbrücfung ber verschiedenen europäischen Ansichten sei nun möglich.

Der Bolschewismus schreitet zur llederoahme der Macht. ^Revolutionäre Kontrollausschüffe überwachen die Madrider Regierung.

Spanischer Nobelpreisträger in Madrid ermordet.

London, 21. Aug. Nach einer Meldung aus Sevilla hat General be Llano burch ben Runb- funk bekanntgegeben, baß in Mabrib ber hervor- ragenbe spanische Bühnenschriftsteller Jacanto B e- n a d e n t e, die beiden Brüder Seraphim Ayvarez Quintero und Joaquin Ayvares 2 u i n t e r o sowie der Maler Jgnacio Culoaga ermordet worden seien. Benävente hat im Jahre 1932 den Nobelpreis für Literatur erhalten. Culoaga war einer der kühnsten Amateur- stier k ä p f e r, ber noch im Alter von 60 Jahren in die Arena ging.

Der Moskauer Gender fordert zum Massenmord auf.

London, 22. Aug. (DNB. Funkspruch.) Wie Daily Mail" berichtet, gab in ber spanischen Senbung der Moskauer Funkstation am Freitagabend ber Ansager bekannt, bah bie Lage im spanischen Bürgerkrieg zur Zeit für bie Nationa­listen günstig stehe. Der Sprecher forberte bie spa­nischen Genossen auf, alle Faschisten, bie noch in dem von ben Marxisten besetzten Gebiet zu iin- ben seien, z u vernichten. Von Kompromissen bürfe keine Rede sein. Es müsse bis zum Tode gekämpft werden.

Allnächtliche Maffenerschießungen

Lissabon, 21. Aug. (DNB.) Von einem hier eingetroffenen unbedingt zuverlässigen Gewährs­mann wird über die Zustände in Madrid berichtet: Die Regierung Giral existiere nur noch dem Namen nach. Offenbar läßt man sie "och bestehen, weil das Vorhandensein eines Kabi­netts, in dem links bürgerliche Elemente vertreten sind, dem Ausland gegenüber als Tar­nst n 8 d es Bolschewismus erwünscht ist. In Wirklichkeit hat die Regierung schon von Anbeginn an unter der zunehmenden Kontrolle der bolschewistischen und anarchistischen Elemente gestanden. Jetzt sind in verschiedenen Ministerien bereits ganz offen revolutionäre Kontrollausschüffe gebildet worben, bie die Arbeit ber Regierung genau überwachen. Die Re­gierung hat ihr Selbstbeftimmungsrecht damit ein- gebüßt.

Das zeigt sich darin, daß trotz ihrer papierenen Erlasse in Madrid noch immer jede Rächt

zahlreiche rechtsstehende Perso­nen, meistens von anarchistischen Millzsoldaten, aus den Wohnungen geholt und an Ort und Stelle oder an einem entlegenen Platz er­schossen werden. 3n der Rächt zum Montag betrug die Zahl nach Angaben von Mitgliedern der Miliz zwischen 60 und 70 Personen, in den letzten Rächten zuvor etwa 50. In der Rähe des Madrider Südbahnhofes sind über 200 aus Andalusien eingetroffene, dort gefangen ge­nommene Rationalisten erschossen worden. Diese wehrlosen Opfer eines fanatischen, von außen in die spanische Arbeiterschaft hinein­getragenen Hasses sollen mit Hochrufen auf das neue Spanien als Helden in den Tod gegangen fein.

Interessant ist es auch gegenüber den prahlerisch in bie Welt gefunkten ©iegesmelbungen bes Roten Senbers, sich einmal von Angehörigen ber Miliz selbst schilbern zu lassen, wie es im