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Devisen ringende deutsche Volkswirtschaft schädigt, können dem Reisenden hieraus erhebliche Unan» nehmlichkeiten, ja sogar in bestimmten Fällen harte Strafen erwachsen.

** D i e Ortskrankenkasse mahnt! In unserem heutigen Anzeigenteil veröffentlicht die All­gemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Gießen eine Mahnung zur Bezahlung der Beiträge vom August. Säumige Zahler mögen diese Anzeige beachten.

3eber Hausbesitzer muß an die Schaffung eines Schuhraumes denken.

**AnallePlatzmieterdesStadtthea- t e r s. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrie­ben: Die Theaterkasse bittet, um unnötigen Andrang an der Abendkasse zu vermeiden und rechtzeitigen Anfang und Ende der Vorstellung nicht zu gefährden, die Raten für die jeweilige Platzmiete an der Tages­kasse während der Kassenstunden zu den angegebenen Zeiten einzulösen. Außerdem macht die Theaterkasse darauf aufmerksam, daß aus kassentechnischen Grün­den Gutscheine nur bis 13 Uhr geholt werden können. Spätere Meldung oder Umtausch am Tage nach der Vorstellung kann nicht berücksichtigt werden.

Ausruf des Landesbauernsührers zur Fahrt zum Vüüeberg.

Landvolk in Hessen-Nassau!

Zum vierten Male rüstet unser nationalsozialisti­scher Staat zur gemeinsamen Feier des Erntedank­festes. Wieder wird der Führer selbst auf dem Bückeberg erscheinen und dem Landvolk den Dank und die Anerkennung ganz Deutschlands ausfprecben für ein neues Jahr unentwegter harter Arbeit^ Mit dem deutschen Landvolk vereinigt sich am Ernte­danktag die junge deutsche Wehrmacht, um auf dem Bückeberg das gemeinsame Gelöbnis zu erneuern, in Treue den heimatlichen Boden zu bebauen und zu schirmen. .. r

Wir Hessen-Nassauer wollen auch in diesem Jahre unserem Gau bei der Feier des Erntedanktages wieder alle Ehre machen. Ich gebe daher der festen Hoffnung Ausdruck, daß aus jedem Dorf in Hessen- Nassau zahlreiche Männer und Frauen zum Bucke- berg fahren, um dort am Ehrentag des deutschen Bauern teilzunehmen und dem Führer zu bewei­sen, daß wir ihm ewig dankbar sind für die Er­rettung und Wiederaufrichtung des Vaterlandes.

Frankfurt a. M., 19. September 1936.

Der Landesbauernführer.

I. V.: Seipel, Landesobmann.

Wabend am Tag des deutschen voikslumö.

Mit einer eindrucksvollen Festveranstaltung be­ging der VDA. (Verein für das Deutschtum im Auslande) am Samstagabend den im Reiche über­all gefeiertenTag des deutschen Volkstums". Das Stadttheater war bis auf den letzten Platz besetzt.

Der Schülerchor der Oberrealschule unter Leitung von Musiklehrer Blaß schuf mit zwei schönen Chören aus demLiede von der Glocke" von Rom­berg die Ueberleitung zu der Begrüßungsansprache des Bezirksleiters des VDA.,

Kreisschulrat Aebeling.

Er äußerte sich erfreut über den zahlreichen Besuch und dankte für das große Interesse, das den Auf­gaben des VDA. entgegengebracht wird. Gleichzei­tig dankte er allen, die sich bereitwillig in den Dienst der guten Sache gestellt hatten.

Er wünschte, daß alle ergriffen werden möchten von der Not der Deutschen im Auslande und darin erkennen, wie groß und ernst die Aufgabe ist, die den Deutschen im Reiche gestellt ist, damit sie mehr und mehr in den Reihen des VDA. mitmar­schieren und erfüllt werden vom volksdeutschen Denken.

Von einigen Schauspielern des Gießener Stadt­theaters wurde dann K. Zieglers Volksstück aus dem Freiheitskampf Kärntens,Südmark im Pur­pur" aufgeführt. Der anhaltende Beifall war durch­aus verdient. Das vom Schülerchor zum Vortrag gebrachteVaterlandslied" von Methfessel leitete über zu der Ansprache des Ortsleiters,

Kreisdirektor Dr. Lotz.

Der Redner sagte u. a.: Es ist so, daß viele im Reiche vergessen haben, daß wir im Besitze des deutschen Volkstums sind, weil es uns niemand streitig macht. Wir sprechen die deutsche Sprache, schicken unsere Kinder in die deutsche Schule und können uns gar nicht vorstellen, daß das auch an­ders sein könnte. Bisweilen werden wir wach, wenn die Notschreie aus der Ferne uns entgegendringen, wenn wir die Sehnsuchtsstimmen der Ausländs­deutschen hören. Niemand hat diesem ewigen und unaufhörlichen Kampf der Deutschen um ihre Eigen­art besser Ausdruck gegeben, als der Führer selbst, der größte Ausländsdeutsche. Neben den früheren Gegnern unseres deutschen Volkstums ist noch ein

gefährlicherer aufgetaucht: die elende Pest des Bol­schewismus.

Seit Adolf Hitler Führer des deutschen Volkes ist, ist es auch mit dem VDA. anders geworden, dem es jetzt leichter gemacht ist, seine Aufgabe zu er­füllen. Aber seine Aufgabe ist auch eine größere geworden, er hat das ganze Volk zu erfassen im volksdeutschen Denken. Der einzelne muß den Kampf der Deutschen jenseits der Grenze um ihr Volkstum begreifen und kennenlernen. Aus der Kenntnis dieser volksdeutschen Not soll den Volks­genossen im Reich die heilige Verpflichtung er­wachsen, die Deutschen jenseits der Grenzen nicht zu verlassen im Leben und im Sterben. Das Erlebnis dieses Tages des deutschen Volkstums soll uns zum Bewußtsein bringen, daß wir eine große Schicksalsgemeinschaft sind und wachwerden im volksdeutschen Denken und den Glauben bewahren an ein siegreiches Ende dieses volksdeutschen Rin­gens, das nicht ausbleiben kann, da Adolf Hitler uns führt! So möge der Volksbund für das Aus­landsdeutschtum über seine Kraft hinauswachsen und alle deutschen Volksgenossen aufrütteln, damit das ganze deutsche Volk ein Bund zum Schutze seines Volkstums werde.

Die Ausführungen fanden sehr starken Beifall. Hierauf brachten einige weitere Mitglieder des Stadttheaters das NotbildLehrer Zessinger" von I. Hieß zur Darstellung.

Schulrat Tlebeling

gab in seinem Schlußwort noch einmal einen Ueber- blick über die großen Aufgaben des VDA., der nicht nur alle Volksgenossen im Bunde zusammenfassen, sondern dem Volke das volksdeutsche Denken ver­mitteln will, das Bewußtsein, daß jeder dritte Deut­sche außerhalb der Grenze wohnt und von den 100 Millionen unseres Volkes nur 60 Millionen das Glück haben, auf deutschem Boden zu sein, während das andere Drittel unseres Volkes täglich und stünd­lich um die Erhaltung seiner Eigenart kämpfen muß. Erst aus dieser Erkenntnis heraus wird es uns im Reiche gelingen, so zu handeln, wie es die Not des gesamten Volkstums erfordert. Mit dem Treugelöbnis zum Führer und den Nationalliedern klang die würdige Feier desTages des deutschen Volkstums" in Gießen aus.

Vezirks-Mrinetag des ASDM. in Gießen.

ßen, daß die Jugend im guten alten Marinegeist erzogen wird, dadurch immer ein enges Zusammen­arbeiten gewährleistet ist und die alten Seemänner ihre Kenntnisse und Erfahrungen in fruchtbarer Weise an die Jugend weitergeben können. Wie tark die Auswirkung der bisherigen Tätigkeit des NSDMB. schon ist, wird durch die Tatsache be­wiesen, daß der Bund in den letzten beiden Jahren eine Mitgliederzahl von 25 000 auf 60 000 steigern konnte.

Der Redner machte sodann noch Mitteilungen über dieDeutsche Marine-Zeitung", die Himer- bliebenen-Unterstützungskasse, sowie über die Wie­dereinführung von Ehrennadeln und Ehrenurkun­den für langjährige Zugehörigkeit zu den Marme- kameradschaften. Weiter forderte er zu reger Pflege des Schießsports auf und gab in diesem Zusam­menhang die besten Ergebnisse eines Wettbeweros- chießens bekannt, das in diesem Jahre zum ersten Male im Marinebund vom Gau Hessen durchge­führt worden ist. Beim Gruppenschießen erhielten die K a m e r a d s ch a f t L i m b u r g den ersten und die Kameradschaft G i e ß e n den zweiten Preis, vom Einzelschießen konnten die Kameraden Frey und Koch von der Marinekameradschaft Gießen mit dem dritten bzw. vierten Preis, der Kamerad Ernst von der Marinekameradschaft Limburg mit dem fünften Preis ausgezeichnet wer­den.

Am Schluffe seiner Rede huldigte Fregattenkapi­tän Ackermann mit Worten tiefgefühlten Dan­kes und unwandelbarer Treue dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, dem Retter des deutschen Volkes, dem Schöpfer der neuen deutschen Wehrmacht und der Kriegsmarine, dem allein das deutsche Volk seine wiedererrungene Freiheit und volle Geltung in der Welt zu verdanken hat. Be­geistert stimmte die Versammlung der Kameraden in das Gruß- und Treugelöbnis für den Führer ein.

Gemeinsam wurde sodann das Mittagessen aus der Gulaschkanone eingenommen, das vortrefflich mundete.

Vorführungen der Marine-HZ.

Am Nachmittag nahm Fregattenkapitän Acker­mann den Vorbeimarsch der Marine-HI., die mit ihrem Spielmannszug an dem Ehrenmal aufmar- schiert war, ab. Der schneidige Aufmarsch fand gro­ßen Gefallen, dem der Gauführer durch einige an­erkennende Worte Ausdruck gab, in dem er sie auf» munterte, in diesem frischen Geiste weiter zu ar­beiten.

Nachher zeigten die Gießener Marme-Hitler- Jungen, was sie gelernt haben. Eine Gruppe schlang Knoten, während die andere den Signal- dienst zeigte und eine weitere sich in der Schieß- kunst übte. Zum Schluß zeiate sich die Gießener Gruppe im Bootsdienst, wobei der Kapitän mit auf die Lahn hinausfuhr, von ihrer besten Seite. Anschließend an die Hebungen der Gießener Gruppe zeigte auch die Bad-Nauheirner Gruppe den Bootsdienst.

Daß diese Hebungen den besten Eindruck auf den Gauführer gemacht hatten, offenbarte sich in der Ansprache, die er dann vor der Front der auf­marschierten Marine-HI. hielt. Der Kapitän be­sprach u. a. die einzelnen Hebungen und bezeichnete deren gute Durchführungen als Ausdruck des vor­trefflichen Geistes, der sowohl die Gießener wie die Bad-Nauheimer Gruppe auszeichne.

Sehr belustigend war die Durchführung der Gruppenmeifterfchaft im Tauziehen, das zwischen Dillenburg und der aus Gießener Angehörigen zu­sammengestellten Mannschaft ausgetragen wurde. Der Marinebund Dillenburg sicherte sich die Grup­penmeisterschaft.

Im Schießwettbewerb wurden sehr gute Ergeb­nisse erzielt. Sieger mit 35 Ringen bei jeweils drei Schüssen wurde Eichelmann, Wohnbach. 2. und 3. Sieger mit je 34 Ringen, Ruckelshausen, Marine- HI. Gießen. Weiter mit 34 Ringen: 4. Seiler, Wölfersheim. 5. Solbach, Siegen, 6. Heinen, Dil­lenburg, 7. Gräfingholt, Gießen, 33 Ringe. 8. Schäfer, Wetzlar, 9. Eichelmann, Wohnbach, zugleich auch 10. mit 32 Ringen. 32 Ringe: 11. Seibert, Gießen, 12. Gräfingholt, Gießen. Bei dem

Kanieradschastsabend

hielt bann Kapitän Ackermann nochmals edi, längere Ansprache, indem er zunächst die erfolg­reiche Arbeit des Gießener Bundes, der auf eine 44jährige Tradition zurückblicken kann würdigte. Mit Anerkennung sprach er von dem frischen Geist in der Gießener Gruppe und von der guten Zu­sammenarbeit mit den anderen Partei- und Soldo- tenkameradschaften. , . . .

Anknüpfend an das große Erlebnis der Herost­manöver, das feit zwei Jahrzehnten wieder zum ersten Male größer und eindringlicher denn je ao- gehalten wurde, wies er darauf hin, daß hier nicht nur deutsche Männer als Soldaten des neuen Volks­heeres aufmarschierten, sondern auch ein Material zur Schau gestellt wurde, um das uns die ganze Welt beneiden kann. So wurden die Manöver eine

Sendet Aufnahmen vom Reichsparteitag 1936 ein.

Die Organisationsleitung des Reichsparteitages 1936 bittet alle Partei- und Volksgenossen, die am diesjährigen Reichsparteitag teilgenommen und photographische Aufnahmen hergestellt haben, je einen Abzug mit genauer Angabe des Hrhebers, des Dargestellten und der evtl. Archiv-Nummer an die Organisationsleitung Nürnberg, Generalfeldmarschall- oon-Hindenburg-Platz 1, für Archivzwecke einzusen- den. Sämtliche Vervielfältigungs- und Veröfient- lichungsrechte an den Bildern bleiben den Urhebern gewahrt.

Warnung an alle Welt und zugleich eine große Demonstration für den Frieden!

Bei einem Rückblick auf den Trugschluß der Ab­rüstung erinnerte der Redner nochmals daran, daß es den Feinden in Versailles nicht darauf ankam, Deutschland abzurüsten, sondern vor allem seine Wehrpflicht zu vernichten, die der Jungborn unserer Nation ist und der Grund für unseren Wiederauf­stieg. Daß ihnen die Niederhaltung der Deutschen nicht gelungen ist, ist dem Weitblick des Führers und Kanzlers zu danken.

Mit dem Abschluß des deutsch-englischen Flotten- abkommens hat der Führer erneut sein Genie be­wiesen. Mit Stolz haben wir erlebt, wie der Füh­rer den für den Abschluß geeignetsten Augenblick ergriff, als England einen starken Rückhalt suchen mußte, um sich seine Weltgeltung zu sichern. Da­mit hat der Führer einen neuen Abschnitt einer Politik der deutschen Seegeltung erreicht.

Auf dem Reichsparteitag hat der Führer zum kompromißlosen Kampf gegen den Weltbolschewis­mus aufgerufen und damit starken Eindruck in aller Welt erreicht. Dabei ist jeder einzelne Volks- genösse aufgerufen, sich zu üben und sich einzu­gliedern in die große Abwehrfront. Dabei dürfen auch die Frauen nicht fehlen: denn wir wissen aus den letzten Erfahrungen, daß ein Krieg sich nicht nur an der Front abspielen wird. Die Marine­kameradschaften wollen den Gedanken der Wehr­haftigkeit mit ins Volk tragen. Ihre Aufgabe ist es aber auch, der deutschen Seegeltung zum Erfolg zu verhelfen. Nur in einer geschlossenen Front des Volkes, einer vollständigen Unterordnung unter die Führung wird es möglich sein, die großen Ziele zu erreichen, denen der Führer und Kanzler mit Umsicht, weitem Blick und zäher Energie zustrebt. Ihm zu folgen soll uns Freude und Verpflichtung sein.

Der Kapitän sprach erfreut von der guten Unter­stützung, die solche Ziele bereits in der Gießener Marinekameradschaft gefunden haben, und stellte sie den anderen Kameradschaften als Vorbild hin. Der Gießener Kameradschaft widmete er ein dreifaches Hurra.

Kameradschaftsführer L i ch (Gießen) dankte ihm dafür und ließ die Ansprache ausklingen in der erneuten Verpflichtung auf Führer und Volk.

Ein gemütlicher Kameradschaftsabend, zu dem sich auch zahlreiche Angehörige eingefunden hatten, be­schloß den Tag.

Starkenburg und Rheinhessen.

Am gestrigen Sonntag vereinigten sich zahlreiche Angehörige der Marine-Kameradschaften von Gie­ßen, Friedberg, Bad-Nauheim, Wetzlar, Limburg, Dillenburg und Siegen zum Bezirks-Mann e- t a g in Gießen, der im Bootshaus der Marine- Kameradschaft Gießen stattfand. Die Tagung erhielt dadurch besondere Bedeutung, daß der Gauführer des NSDMB. des Gaues Hessen, Fregattenkapitän Ackermann, in grundsätzlichen Ausführungen zu den Kameraden sprach.

Die Tagung wurde vor dem Gefallenendenkmal der Marinekameradschaft Gießen mit einer

Totenehrung

eingeleitet, zu der die Teilnehmer mit ihren Fah­nen angetreten waren. Die Gedenkrede hielt Fre­gattenkapitän Ackermann, der dabei auf den heldischen Geist hinwies, aus dem heraus die 35 000 gefallenen Kameraden der Marine ihr Leben für das Vaterland opferten. Wenn die alten Solda­ten ihren gefallenen Kameraden Dank und Ehre für ihr großes Opfer bekunden, so danken sie auch in gleicher Weise dem Manne, der durch seinen Kampf und seine rastlose Arbeit Deutschlands Wie­dergeburt herbeigeführt hat, dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Die alten Seeleute danken dem Führer auch besonders dafür, daß er dem deutschen Volke wieder eine neue Kriegsmarine gegeben und ihm die Geltung zur See wieder­errungen hat. Wir wissen heute, daß das Opfer unserer Gefallenen nicht umsonst war, denn dank dem Führer und seiner nationalsozialistischen Be­wegung, die geboren wurde aus dem Heldengeist der gefallenen Frontkameraden, ist das deutsche Volk wieder zu neuer Macht und Gröhe emporge­stiegen, und damit ist die Dankesschuld für das Opfer erfüllt, das unsere Gefallenen gebracht hatten. Daraus ergibt sich aber auch für alle Deutschen die Pflicht, den heldischen Geist der Gefallenen weiter- zugeben an die deutsche Jugend und sie zu be- geistern für den Einsatz aller Kraft für die Gröhe des Vaterlandes. Sodann legte der Redner als äußeres Zeichen des Dankes und des Gedenkens an die Gefallenen einen Kranz am Ehrenmal nie­der, während die Kameraden und die Gäste in einer Minute ehrfurchtsvollen Schweigens ver­harrten.

Anschließend versammelte man sich im Bootshaus, wo Kameradfchaftsführer L i ch von der Marine­kameradschaft Gießen den Kameraden von aus­wärts und ihren Angehörigen die herzlichen Grüße der Gießener Manne-Kameradschaft übermittelte und die besten Wünsche für einen erfolgreichen Ver­lauf der Tagung ausfprach.

Der Gauführer des NSDMB. des Gaues Hessen, Fregattenkapitän Ackermann, sprach sodann,

nachdem er für den Gruß der Gießener Kamerad­schaft gedankt und die Grüße des Bundesführers übermittelt hatte, über

Zweck und Ziele des 71SDMB.

Er legte zunächst in großen Umriffen dar, daß der eigentliche Zweck des kameradschaftlichen Zusammen­schlusses der alten Marinesoldaten auf der früheren Grundlage nunmehr erfüllt sei, nämlich die Schaf­fung eines Ehrenmals für d i e gefalle­nen Kameraden der früheren deutschen Kriegs­marine, das in Laboe an der Stelle des früheren alten Panzerturmes vor dem Kieler Hafen errichtet wurde. Mit diesem Ehrenmal hätten die alten See­männer der Kriegsmarine nicht nur die gefallenen Kameraden geehrt, sondern auch ein sichtbares Zei­chen des kameradschaftlichen Gedankens und der kame­radschaftlichen Verbundenheit vor aller Welt ge­schaffen. Der Führer und Kanzler habe es mit be­sonderer Anerkennung vermekrt, daß dieses Ehrenmal ganz allein durch die Spenden der Mitglieder der Kameradschaften im Verlaufe von zehn Jahren er­standen ist, als Ausdruck des Gemeinschaftsgedan­kens und des Kameradschaftsgeistes der Frontsol­daten, wie ihn der Frontsoldat und Führer Adolf Hitler selbst erlebt und dem ganzen deutschen Volke gegeben habe .

Vor zwei Jahren sei nun der Marinebund um« aegrünbet worden zum Nationalsozialistischen Deut­schen Marinebund (NSDMB.), der für seine Arbeit andere Aufgaben zu erfüllen hat, als der frühere Marinebund. Der NSDMB. soll eingegliedert sein in den großen Gedanken der nationalsozialistischen Bewegung. Der Bund ist nicht mehr ein eingetra­gener Verein, sondern eine Organisation, die un­mittelbar dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine unterstellt ist. Den Bundesführer bestimmt Der Ober­befehlshaber der Kriegsmarine. In den NSDMB. find alle Marinekameraden aufzunehmen, sowohl aus der früheren kaiserlichen Marine, als auch aus der späteren Reichsmarine und der jetzigen Kriegs­marine. Aus dieser kameradschaftlichen Verbunden­heit der alten Marinesoldaten ergibt sich auch die gute Kameradschaft mit der Manne-SA. und der Marine-HI. In dem Bund gibt es keinen Unter« schied zwischen alt und jung, ebenso wie es keinen Unterschied gibt zwiscken den Angehörigen der ver­schiedenen Schichten, sondern alle sind vereint unter dem großen Gesichtspunkt der soldatischen Kamerad­schaft und der Pflichterfüllung im Dienste der Ge­meinschaft bis zum Letzten. In diesem Geiste ist der Dienst im NSDMB. zu erfüllen nach den Be­fehlen, die vom Oberbefehlshaber der Kriegsmarine und vom Bundesführer gegeben werden. Es muß dafür gesorgt werden, daß sich alle alten Ange­hörigen der Marine im NSDMB. zusammenschlie-

Vater ersticht seinen Sohn und begeht Selbstmord.

LPD. Darmstadt, 19. Sept. In dem 750 Einwohner zählenden Orte Würzberg im hessi­schen Odenwald, Kreis Erbach, ereignete sich in der Nacht zum Samstag ein Familiendrama, dem zwei Menschenleben zum Opfer leien. Heber den Hergang der Tat erfahren wir: In einem Hause nahe dem Dorfausgang lebte der 66 Jahre alte Adam Köhler schon seit längerer Zeit mit der Familie seines Sohnes sowie mit der eigenen Ehefrau in Unfrieden, so daß schon mehr- ach von berufener Seite vermittelnd eingegriffen werden mußte. Köhler, der von einer Rente lebte und durch Nebenbeschäftigung noch zusätzlichen Ver­dienst sich verschaffte, sprach in letzter Zeit mehr und mehr dem Alkohol zu. Als am Freitag gegen 23 Uhr der Vater Köhler seinen Rundfunkempfänger noch laut spielen ließ, ging sein Sohn zu ihm und bat mit Rücksicht auf die leidende Mutter, die ge­trennt von dem Mann bei ihrem Sohn im gleichen Hause wohnte, um Rücksicht. Diese Dorsprache ver­setzte den alten Köhler in solche Wut, daß er plötz­lich das Schlachtmesser zog und s e i n e m S o h n i n die B r u st st a ch. Der Stoß war mit solcher Wucht geführt, daß der Stahl fast 20 Zentimeter in die Brust eindrang und direkt ins Herz traf. Der (Betroffene fiel mit den Worten:Jetzt hat er mich totgeftochen!" feinem 16jährigen Sohn in die Arme und starb gleich darauf. Der Täter flüchtete. Die Suche nach ihm wurde sofort ausgenommen, und auch die Beamten der Staatsanwaltschaft und die Mordkommission trafen noch in der Nacht in Würzberg ein. Gegen Morgen wurde d e r Mör­der erhängt aufgefunden; er hatte seinem Leben selbst ein Ende gemacht. Der Ermordete, der auch dem Gemeinderat und der SA. angehörte, hinterläßt Frau und Kind.

Schmuggler- und Hehlerbande das Handwerk gelegt.

Lpd. Mainz, 16. Sept. Die 50jährige vorbe­strafte Christine Eckert aus Wiesbaden fuhr in der Zeit von Juli bis September 1935 sechsmal nach Straßburg, kaufte dort Zigaretten« Papier und schmuggelte es nach Deutschland ein. Bei diesen Reisen nahm sie insgesamt 1090 Mark in Banknoten mit, die sie versteckte. In Straßburg wechselte sie das deutsche Geld in fran- zösische Franken um und bezahlte damit ihre einge­

kaufte Ware. Von diesem Geld brachte sie noch 40 Franken zurück. Entgegen den Anordnungen des Devisengesetzes bot sie das ausländische Geld nicht der Reichsbank zum Hmtausch an. Don den 36 500 Büchelchen Zigarettenpapier, das sie über die Grenze schmuggelte, gab sie 26 500 dem 28jährigen August Kreinbihl und dessen 27jähriger Ehefrau Margarete, beide aus Mainz, die ihrerseits das Papier wieder an eine Reihe von Kleinhehlern weiter gaben. Diese Kleinhehler veräußerten das Zigarettenpapier an ihnen unbekannte Abnehmer. Die Zweite große Strafkammer in Mainz verurteilte die Eckert we­gen Steuerhinterziehung und Devisenvergehen zu einem Jahr und sechs Monaten Ge­fängnis, 17 000 Mark Geldstrafe, ersatzweise drei Monate Gefängnis, 3000 Mark Geldstrafe oder zwei Monate Gefängnis, 2000 Mark Geldstrafe, oder 2 Monate Gefängnis und zu einer Wertersatz» strafe von 5300 Mark oder ein Monat Gefängnis. Zwei Monate der Hnterfuchungshaft wurden ihr angerechnet. August Kreinbihl erhielt sechs Monate Gefängnis, ab ein Monat Unter» fuchunshaft, 13 000 Mark Geldstrafe, oder drei Mo­nate Gefängnis, eine Werterfatzftrafe von 5300 Mark oder ein Monat Gefängnis und eine Ge­fängnisstrafe von einem Monat abzüglich ein Mo­nat Untersuchungshaft. Alle übrigen Angeklagten wurden wegen Hehlerei zu Gefängnis und hohen Geldstrafen verurteilt.

Preußen.

Kreis Biebentopf.

Biedenkopf, 20. Sept. (LPD.) Don einem eigenartigen Mißgeschick wurde der Arbeiter Lud­wig Bernhard in dem Kreisort Hartenrod betroffen. Er fuhr mit dem letzten Zuge abends von Gladenbach nach Hartenrod. Müde von der Arbeit schlief er ein, und als der Zug in Hartenrod einlief, schlief er weiter. Auch von dem Zug­personal wurde er nicht entdeckt. Da der Zug von Hartenrod wieder leer nach Gladenbach zurückkehrt, machte der Schläfer erneut die Rück­fahrt mit. Unterwegs wachte er auf und sprang bei der Station Wommelshausen aus dem fah­renden Zug. Der bedauernswerte Mann erlitt dabei einen Oberarmbruch und Gesichts» Verletzungen, die seine Heberführung in die Chirurgsche Klinik nach Gießen notwendig machten. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend be­friedigend.