Bayern
Die Internationale Sechstageiahrt
3:3 (1:1).
Gau Bayern: 1860 München
Um den „Tschammer-Pokal".
Im Kampf um den Tschammer-Pokal fanden am Sonntag zwei Wiederholungsspiele statt. VfL. Benrath weilte vor 14 Tagen in Berlin und konnte damals gegen den Altmeister Hertha-BSC. nur ein mageres 1:1 erringen. Diesmal wurde es bedeutend anders. In einem überlegen geführten Kampf gelang den Benrathern ein hoher 8:2- (2:0--) Sieg. Nicht viel besser erging es dem VfB. Stuttgart, der vor zwei Wochen dem FC. Schalke 04 in einem glänzenden Spiel hartnäckigen Widerstand entgegensetzte und ein 0:0 herausholen konnte. Auch in diesem Kampf wurde das erste Ergebnis klar korrigiert, denn der VfB. verlor glatt mit 6:0 (2:0) Toren. Benrath und Schalke haben sich damit ebenfalls für die 4. Hauptrunde qualifiziert.
Iußball der Gauliga-Mannschasten.
Die Spiele in Hessen.
Ueberraschungen haben die vier Spiele in Hessen am Sonntag nicht gebracht. Hanau 93 weilte bei Kurhessen Marburg und zeigte sich in einer vorzüglichen Form. Mit 6:1 (1:0) gewannen die Hanauer auf Grund ihrer rein spielerischen Ueberlegen- heil und stärkten damit ihre Spitzenstellung in der Tabelle. Borussia Fulda dagegen unterlag in Hersfeld — wie man es nicht anders erwartet hatte — mit 0:2 (0:1). Ein wenig interessantes Spiel lieferten sich die beiden Neulinge Kewa Wachenbuchen und Spvgg. Niederzwehren. Wachenbuchen spielte eifriger und schneller: sein hoher 4:0- (1:0)-Sieg war verdient. Im vierten Spiel trennten sich der Spielverein Kassel und VfB. Friedberg nach aufregendem Spielverlauf — Friedberg führte noch wenige Minuten vor Schluß mit 3:2 — unentschieden
München 0:4; BC. Augsburg — Wacker München 1:1; ASV. Nürnberg — 1. FC. Nürnberg 2:3; VfB. Jngolstadt-Ringsee — Spvgg. Fürth 1:2; FC. 05 Schweinfurt — VfB. Koburg 8:1.
Gau Südwest: Eintracht Frankfurt — Sportfreunde Saarbrücken 5:1; Kickers Offenbach — SV. Wiesbaden ausgefallen; FK. Pirmasens — FSV. Frankfurt 4:1; Union Niederrad — Borussia Neunkirchen 3:1; FV. Saarbrücken — Wormatia Worms 3:5.
Wieseck (mit Schäfer und Wacker) als die Stärkeren. Infolgedessen fiel das Entscheidungsspiel diesen beiden Mannschaften zu.
Schon von Anfang an entwickelte sich ein zäher Kampf. In der ersten Halbzeit blieb die Mannschaft von Niedergirmes mit 5:1 im Vorteil. Erst in der zweiten Halbzeit zeigte sich Wieseck wieder gefestigter und entwickelte ein gutes Zusammenspiel, wodurch es ihnen auch vergönnt war, auf 7,7 gleichzuziehen. Hieraus ergab sich eine Spielverlängerung von 7 Minuten. Die 1. Mannschaft von Wieseck setzte alles daran, jede Torgelegenheit auszunutzen und konnte mit einem Endergebnis von 6:4 in der Verlängerung als Sieger des Waldeslustpokals hervorgehen. Werbewart Fritz Kling dankte im Namen des Radfahrer-Vereins Wieseck den Spielern, sowie dem Spielleiter. Ferner dankte er dem Stifter des Waldeslustpokals. Mit der Uebergabe des schönen Pokals brachte er der siegenden Mannschaft und dem edlen Radsport ein dreifaches „All-Heil" aus.
Deutsche Erfolge bei der Hollandbecher-Regatta.
Bei der Holland-Becher-Regatta endete das wichtigste Rennen, der Große Einer um den Holland- Becher, mit dem Siege des Holländers ten Houten, nachdem der Rüsselsheimer Füth ausgeschlossen worden war. Füth versteuerte sich — in Führung liegend — und führte dadurch ein Zusammenstoß mit ten Houten herbei. Der Zwei-Längen-Sieg Fäths konnte daher nicht anerkannt werden. In den übrigen Konkurrenzen gab es nur deutsche Siege.
Kurze Sportnotizen.
Die Deutsche Segel - Mei st erschaft, die auch in diesem Jahre von den 10-qm-Olympia- Jollen entschieden werden sollte, müße bei der ersten Entscheidungsfahrt am Sonntag auf dem Müggelsee wegen Flaute abgebrochen werden. Auf Anordnung des Verbandsführers wurde bestimmt, daß die diesjährige Meisterschaft nicht weiter ausgetragen wird.
♦
Bernd Rosemeyer und Ernst von Delius wurden von der Auto-Union für das am 27. September stattfindende Feldberg-Rennen im Taunus gemeldet. Insgesamt wurden fast 190 Meldungen beim vorläufigen Nennungsschluß abgegeben.
Freistoß von rechts kam hoch vor das Tor. Mund und Haupt behinderten sich gegenseitig, und der Halblinke schoß unhaltbar ein. Jetzt konnten die Gießener das Spiel offener gestalten, aber ihr Jnnensturm war zu weich. Als Der Linksaußen des Gastgebers scharf vor das Tor flankte, konnte Balser den Ball nur abklatschen, und der Mittelstürmer verwandelte zum 2:0. Nach Wiederbeginn waren die Gießener frischer als ihr Gegner. Unermüdlich griffen sie an, und die dritte Ecke brachte ihnen den ersten Erfolg. Von Bischof wurde die Ecke hoch vor das Tor getreten und Schmidt verwandelte durch Kopfstoß unhaltbar. Als der rechte Läufer halbhoch zu dem Jnnensturm schlug, war das dritte Tor für die Dillenburger fällig. Ihr Halbrechter schoß unhaltbar an dem herausgelaufenen Balser vorbei in die Ecke. Nachdem der rechte Läufer des Gastgebers erneut zu hart gegen Szpo- nick gewesen war, mußte er vom Platz. Jetzt wurden die Gießener klar überlegen. Immer wieder greifen sie an und konnten das zweite Tor aus einem Gedränge im Strafraum erzielen. Mund ging jetzt auch noch in Sturm und der Ausgleich schien nahe, als der Spielleiter abpfiff.
VfB.-Relchsbahn II — Dillenburg II 2:2.
Dieses Spiel wurde sehr hart durchgeführt. Von beiden Parteien mußten je 2 Spieler das Feld verlassen. Die Dillenburger gingen in Führung, aber die Gießener konnten bis zur Halbzeit ausgleichen. In der zweiten Halbzeit rissen die Gießener die Führung an sich, aber kurz vor Schluß konnten die Dillenburger erneut den Gleichstand erzielen.
Radballspiele um den Waideslustpokal in Wieseck.
Zum dritten Male wurde der Waldeslust-Pokal zur Austragung am gestrigen Sonntag ausgeschrieben. Leider waren mehrere Mannschaften des Bezirks zum Kampf nicht angetreten. Infolgedessen mußten die Spiele zwischen Niedergirmes und den Wiesecker Mannschaften ausgetragen werden. In den Vorspielen zeigten sich die Mannschaften Niedergirmes (mit Hagner und Volte) sowie die 1. von
Oie Spiele der Bezirksklasse der Gruppe Gießen —Dill.
Wetzlar — Lollar 3:1
Dillenburg — VfB.-R. Gießen 3:2. Bissenberg — Frohnhausen 2:2.
VfB.-Reichsbahn Gießen.
3:2-7Nederlage in Dillenburg.
Nachdem Fehling und Leutheuser I. abgesagt hatten, fuhren die Gießener ohne jede Siegesaussicht nach Dillenburg. Wenn auch die Gießener Mannschaft ihr Letztes hergab, so konnte sie doch nicht Die in ihrer Gesamtleistung besseren Dillenburger schlagen. Die Dillenburger Mannschaft besitzt einen zuverlässigen Tormann, eine schlagsichere Verteidigung und eine unermüdlich arbeitende Läuferreihe. Ihr gefährlichster Mannschaftsteil ist der Sturm. Diesem Gegner gegenüber hatten die Gäste einen schweren Stand. Wenn sie trotzdem nur knapp unterlagen, so ist das ihrem Mannschaftsgeist zuzuschreiben. Die Gießener stellten sich dem Schiedsrichter Niersbach, der sehr gut leitete, mit: Balser; Haupt, Knauß; Michel, Mund, Feuster; Bischof, L. Schmidt, Jacob, Herr, Szponick. Balser im Tor hielt, was zu halten war. Die Verteidigung war der beste Mannschaftsteil der Gießener. Die Läuferreihe zerstörte gut, es fehlte hier aber am nötigen Aufbau. Der Gießener Sturm war während der Dauer des ganzen Spieles keine Einheit.
Von Beginn an waren die Dillenburger im Angriff. Immer wieder war es ihr rechter Flügel, der durch geschickte Kombinationszüge sich durchsetzen konnte. Dann brach Szponick durch, wurde aber von dem rechten Läufer gelegt. Der Freistoß landete hinter dem Tor. Weiter erwies sich die Gießener Hintermannschaft vorläufig als unschlagbar. Zwei Angriffe der Gäste von rechts scheiterten an dem linken Verteidiger der Dillenburger. Auch zwei Ecken des Gastgebers brachten keinen Erfolg. Dann fiel das erste Tor für die Dillenburger. Ein
Oie zweite Etappe.
Mit einer Fahrstrecke von 392,5 Kilometer stellte der zweite Tag der Internationalen Motorrad- Sechstagefahrt mit einer großen Schleifenfahrt durch den nördlichen Schwarzwald wieder große, aber doch nicht so anstrengende Anforderungen an die Teilnehmer wie am ersten Tag.
Große Ueberraschungen gab es für viele Teilnehmer schon am Start, denn in der Nacht hat die Luft zahlreicher Schläuche das Weite gesucht. Bereits 20 Kilometer nach Freudenstadt erwartete die Teilnehmer die erste schwierige Prüfung, eine Steilabfahrt über 2 Kilometer war zu bewältigen, bei der aber nur etwa 1,5 Meter Wegbreite bei einem Gefälle von fast 35 v. H. zur Verfügung standen. Gleitend und rutschend erreichten die Fahrer das Tal.
Entlang dem Schwarzwald-Bähnle ging es dann über Zell durch das Kinzigtal aufwärts nach Haßloch und Über Oberwinden zur Martinskapelle, wo über 1000 Meter Höhe erreicht wurden. Nach etwa 200 Kilometer kam die erste Sonderprüfung bei Oberried (Hohe Brücke), eine Bergprüfung über 5 Kilometer, wenig später folgte bei Fahl die zweite über 4,6 Kilometer. In einer Talfahrt längs der Menzenschwander Alb wurde dann St. Blasien erreicht, wo eine Zwangspause den Teilnehmern nach 247,5 Kilometer Fahrt eine kurze Erholung bei einem kleinen Imbiß brachte. Von St. Blasien aus waren noch 145 Kilometer über Neustadt, Fuchsfalle und Schiltach bis zum Ziel Freudenstadt zu fahren.
Ausgezeichnet bewährte sich in der Zwangs-Jm- bißpause die Verpflegungs-Organisation durch das NSKK. Dann aber ging es weiter zur Schlußfahrt nach Freudenstadt. Die Straßen und Wege waren zum größten Teil trocken, so daß die Anstrengungen des zweiten Tages weit geringer waren als des ersten. Der Kampf um d i e „Internationale Trophäe" entwickelte sich weiter
zu einem Zweikampf zwischen der englischen und der deutschen Mannschaft, die beide wieder strafpunktfrei Den zweiten Tag beendeten. Ausgeschieden sind 13 Fahrer. Die deutsche BMW.-Mannschaft bewältigte alle Schwierigkeiten. Die letzten 80 Kilometer bis Freudenstadt gaben noch einmal die Möglichkeit aufzudrehen. Einen Vorsprung, den Fleischmann dabei herausholte, benutzte er dazu, vor dem Ziel einen Reifen auszuwechseln, in den ein Nagel eingedrungen war. Als nach zehn Stunden Fahrzeit die zweite Etappe beendet war, lagen noch 207 Teilnehmer im Rennen.
Dritte Etappe in den Alpen.
Die lange Strecke in Die Bayerischen Alpen bedeutete am Samstag den ersten schweren Prüfstein der Internationalen Sechstagefahrt. Von den 246 gestarteten Einzelfahrern blieben noch 190 im Rund, somit ist rund ein Fünftel auf Der ersten Hälfte Der Fahrt ausgeschieDen. Und von Den 190 Mann gingen nur 99 strafpunktfrei auf Die vierte Tagesstrecke; 16 gaben am Samstag auf. Darunter Die ersten wegen Erschöpfung. Von Den 88 abgenommenen Mannschaften überstanden nur noch 24 die ersten Drei Tage fehlerlos.
Im Kampf um Die Internationale Trophäe finD immer noch DeutschlanD unD Eng- lanD als einzige strafpunktfreie Nationalmannschaften an Der Spitze. Hinter ihnen folgen Frankreich (230 Strafpunkte), Italien (300), Tschechoslowakei (309). Im Kampf um Die Silbervase sind bisher fünf Mannschaften — Darunter leiDer keine Deutsche — ohne Strafpunkte durchgekommen. In der Reihe der strafpunktsreien Fabrik-Mannschaften, die um Die Große Goldmedaille der F.J.C.M. kämpfen, stehen nur noch sieben: Ariel A, Austro- Daimler-Steyr, Auto-Union - DKW. A, BMW., Matchleß, Rudge, Triumph-England. Am Samstag ereilte hier leider zwei deutsche Mannschaften das Schicksal: Auto-Union B und NSU. Im Wettbewerb um Den Preis Des Führers des deut
schen Kraftfahrsports stehen als strafpunkt- freie Klub-Mannschaften nur noch vier deutsche, vier englische, eine schottische und eine irische.
Im Olympischen Kunsteis-Stadion vermißte man am Start zum vierten Fahrtag in der DKW.» Silberoasen - Mannschaft Walfried Winkler. Auf ärztliche Anordnung muhte er wegen Bindehautentzündung ausscheiden. Mit 467,5 Kilometer stand den Teilnehmern Die längste Tagesstrecke Der ganzen Fahrt bevor. Sie führte von Garmisch-Partenkirchen über Die Zeitkontrollen Jachenau, Geisach, Weyarn, Mauthäusl ins Berchtesgadner Land. Bei Weyarn war auf der Reichsautobahn eine 10-Kilometer- Flachprüfung mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten eingelegt. Die Mittagskontrolle hielt die Bewerber bis gegen 14 Uhr am Königssee fest. Auf fast gleicher Strecke führte die Fahrt zunächst zu einer Bergprüfung am Kesselberg. Dann hieß das Ziel Der letzten Tagesetappe Garmisch-Partenkirchen. 190 Fahrer machten sich noch auf Den Weg, ein Fünftel Der Teilnehmer ist also schon ausgeschieden. Auch der vierte Fahrtag brachte wieder zahllose Schwierigkeiten und es gab daher auch wieder viele Ausfälle.
Leichtathletik-Gaukampf Südwest-Hessen.
Der Leichtathletik - Gaukampf zwischen Südwest und Hessen wurde am Sonntag in Hanau ausgetragen und endete mit einem Siege von Südwest mit 26 465,12 zu 22 058,31 Punkten. Der Regen, der den ganzen Vormittag niederging, ließ zwar später nach und hörte bei Beginn der Kämpfe ganz auf, doch fanden sich nur etwa 400 Zuschauer zu dem Leichtathletik-Treffen ein. Es gab harte Kämpfe und trotz der aufgeweichten Bahnen auch gute Leistungen. Sofort zu Beginn sicherte sich Südwest eine knappe Führung und _gab sie bis zum Schluß nicht mehr ab. Ueberraschend war, daß Leineweber (Fulda) den Frankfurter Kersch in beiden Kurzstrecken schlagen konnte. Im Weitsprung wurde Haßlinger (Süd- west) und Kermer (Hessen) um 6 Zentimeter überboten. Bei den Staffeln wurde jeweils nur eine Mannschaft gewertet, da bei den 4X100 Meter wegen zweimaligen Fehlstarts Hessen disqualifiziert wurde und bei den 4X400-Meter Die Mannschaft von Südwest wegen Behinderung vom ersten Plag ausgeschlossen wurde.
Ergebnisse:
100 Meter: 1. Leineweber (H.) 11; 2. Kersch (S.) 11,1; 3. Diederichs (S.) 11,2; 4. Jung (H.) 11,7. 2 0 0 Meter: 1. Leineweber (H.) 22,8; 2. Kersch (S.) 23,1; 3. Jung (H.) 23,2; 4. Diederichs (S.) 23,4. 400 Meter: 1. Seibert (H.) 51,3; 2. Schäfer (S.) 51,6; 3. Fries (H.) 54,1; 4. Holbein (S.) 54,8. 800 Meter: 1. Held (S.) 2:02,9; 2. Zehnter (H.) 2:03,2; 3. Creter (S.) 2:03,9; 4. Seibert (H.) 2:04. 1500 Meter: 1. Fornoff (S.) 4:14; 2. Walpert (H.) 4:16,8; 3. Menikheim (H.) 4:26,2; 4. Löwen (S.) 4:26,3. 5 00 0 Meter: 1. Neidel II. (H.) 15:53,8; 2. Waffenschmied (S.) 15:59,8; 3. Haag (S.) 16:08,4; 4. Neidel I. (H.) 16:13,0. 110 - Meter - Hürden: 1..Häffner (S.) 17,0; 2. Sabottka (H.) 17,04; 3. Hermann (H.) 17,06; 4. Junkers (S.) 18.
Weitsprung: 1. Kermer (H.) 9,91 Meter; 2. Haßlinger (S.) 6,85; 3. Häffner (S.) 6,46; 4. Scheller (H.) 6,43 Meter. Hochsprung: 1. Schmidt (S.) 1,80 Meter; 2. Holbein (S.), Hahnebuch (H.), je 1,75; 3. Peter (H.) 1,65 Meter. Stabhochsprung: 1. Janke (H.) 3,30; 2. Salomon (H.), Bieg (S.), je 3,10; 4. Dautenheimer (S.) 3,00 Meter. Dreisprung: 1. Gottlieb (S.) 13,78; 2. Frenzen (S.) 12,79; 3. Werner (H.) 12,75; 4. Scheller (H.) 12,45 Meter.
Diskuswerfen: 1. Lampert (S.) 55,95 ; 2. Kilo (H.) 42,59; 3. von Höfe (H.) 40,20 ; 4. Ortgen (S.) 38,83 Meter. Kugelstoßen: 1. Lampert (S.) 14,23; 2. Luh (H.) 13,47; 3. von Höfe (H.) 12,73; 4. Junkert (S ) 12,62 Meter. Speerwerfen: 1. Menkel (H.) 55,12; 2. Roth (H.) 50,38; 3. Lampert (S.) 47,28; 4. Bieg (S.) 43,35 Meter. Hammerwerfen: 1. Becker (S.) 49,51; 2. List (S.) 44,46; 3. Storch (H.) 42,90; 4. Luh (H.) 35,09 Meter.
4X100 Meter: 1. Südwest 44,6; 2. Hessen 44,7 (Hessen disqualifiziert). 4X100 Meter: 1. Südwest 3:31,7; 2. Hessen, Handbreite zurück (Südwest wegen Behinderung disqualifizert).
DfB.-ReichSbahn-Leichtathletik.
Die Jugend erringt im Kampf um die Deutsche Vereinsmeisterschaft in Klasse B 5757,70 Punkte.
Bei dem am Sonntaq ausgetragenen zweiten Versuch um die Deutsche Vereinsmeisterschaft zeigten
Roman von Jlfe Schuster.
Copyright 1936 by Aufwärts - Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68
3. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Der Verleger Paul Laverenz schickt einen halb verdeckten Blick zu seinem Freund hinüber. Sonderbar ist er heute aufgeregt, irgendwie belastet. Aber egal, er wird ihm trotzdem sagen, was er unbedingt wissen muß. „ _ m
„So, also anrufen hast Du mich wollen? Wo brennte Denn Dann? Hast Du ein neues Buch über Juristerei in Arbeit, was ich Dir verlegen soll? scherzt er.
„Nein, es ist etwas anderes — Friedel, hier sind Die Schlüssel, steigen Sie in Den Keller, eine Flasche von Der Seltensten, rechts hinten!"
Bis Das Mädchen mit Flasche und Gläsern rote- Derkommt, reden die beiden Männer vom Bretter, vom Garten und dem letzten Prozeß, den Brandes gewonnen hat. Als aber die Gläser zusammenklin- gen, steuert Laverenz auf sein Thema los.
„Ich bin gestern Abend deiner Tochter begegnet, Herbert. Sie war aber so in Gedanken, Daß sie mich gar nicht bemerkt hat. In der Augsburger Straße. Und da ging sie dort in eine kleine Molkerei, aus der sie auch nicht gleich wiederkam. Warten konnte ich nicht, weil ich eine Sitzung hatte. Hast Du eine Ahnung, was Deine Tochter in kleinen Milchläden zu suchen hat?"
„In MilchläDen? Sie wird etwas gekauft haben," sagte BranDes, auf eine sonderbare Welse
irritiert. _ , , .. ,. .
„War aber nach Ladenschluß, Herbert, fing ber Verleger wieder an, hob sein Glas und tat einen genießerischen Zug. „Heute früh habe ich mich nun unauffällig erkundigt; die Inhaberin ist ein junges Ding, etwa in Hannas Alter und heißt Liefet Gottschalk. Kennst Du sie?"
„Keine Ahnung, Paul. Mir ist niemals —
„tzch glaube. Du hast überhaupt wenig Ahnung von Dem, was Deine Tochter tut, was? Entschul
dige, wenn ich Dir Das frank und frei ins Gesicht sage. Aber mir gefällt Hanna nicht mehr. Merkst du nichts?"
„Merken? Nein. Sie hat ja, was sie braucht, Paul. Von Freundinnen will sie nichts wissen, ich rede ihr da auch nicht hinein, sie ist ja alt genug."
„Die hat eben nicht, was sie braucht!", sagt da Paul Laverenz mit Nachdruck. „Mir tut sie in der Seele leib, bas arme Ding. Es fehlt ihr nicht nur bie Mutter, sonbern auch ber Vater, Das ist es."
Herbert Branbes sieht nachbenklich bem Rauch seiner Zigarre nach. Ein ungutes Gefühl kriecht in ihm hoch. Langsam steht bie Opposition in ihm auf.
„Du irrst bich ba boch etwas, Paul. Hanna hat ihre eigenen Gesetze, nach benen sie lebt, unb ich lasse ihr barin volle Freiheit, weil ich weiß, Daß ich mich auf sie verlassen kann."
„Zugegeben. Aber tut sie bas nicht aus Grünben ber eigenen Bequemlichkeit? Ich möchte einmal wissen, wieviel Sätze von Belang ihr Beiben am Tage mtteinanber rebet? Sie ist boch ein kluger Mensch, neigt babei zur Grübelei unb braucht jemanden, ber ihr allzu schweres Gebankengut erleichtert."
„Du kennst Hanna ja recht gut, Paul, ich bin überrascht."
Der Verleger sitzt und raucht, fein Gesicht bleibt gleichmäßig ernst unb besinnlich. Er hört ben letzten Satz bes Freundes nicht unb setzt nun hinzu:
„Du solltest Hanna auch manchmal mit ber Mor- holt zusammenbringen, nicht nur immer mit ihr allein bie Abende verbringen. Die ist Doch auch noch jung —"
„Das ist es ja, was Hanna nicht will. Sie lehnt Melanie ab."
„Sie — lehnt — Melanie ab. So. Melanie. Du willst —" Paul Laverenz stockt, er überlegt noch einmal, es ist nicht immer eine leichte Sache, einem Freunb, Der zehn Jahre älter ist, als man selbst, gute Ratschläge zu geben. Er kommt auch nicht mehr Dazu, Brandes lächelt und sagt sehr ruhig:
„Du wirst es kaum erraten, Paul. Aber ich will Melanie heiraten. Ober glaubst bu, baß sie ber Mensch ist, ber ohne weiteres bie Freundin eines Mannes wirb? Ich habe es nie versucht, weil sie mir bazu immer zu schabe war, unb weil ich wußte, daß daran unsere gute Freundschaft zerbrechen würde. Aber schließlich bin ich ja nur ein Mensch,
noch dazu einer, ber seit Jahren allein lebt unb eigentlich seiner ganzen Veranlagung nach für die Einsiedelei nicht geschaffen ist. Ich kann auch nicht jede Frau um mich haben, ich verlange zuviel, unb in Melanie Morholt habe ich alles gefunden. Sie ist sehr klug, sehr kultiviert, offen unb ohne falsche Prüderie. Sie ist ein blendender Kamerad, und ich kann mir vorstellen, daß sie auch als Frau das Glück eines Mannes fein kann. Um aber auf Hanna zurückzukommen Paul —"
Der Verleger steht auf einmal auf. Er hebt bie Hand, als wolle er bie weitere Rede Des FreunDes unterbrechen. Er ist blaß geworben, fein männliches fast asketisch-strenges Gesicht wirb scharf —
„Weil wir beim Aussprechen sind, Herbert, und weil ich bir herzlich bantbar für beine Offenheit bin — ich habe Hanna sehr lieb — unb ich", es ist boch schwerer, als er gebacht hatte, „ich habe ben Wunsch, sie zu meiner Frau zu machen. Ich — hatte nicht bie Absicht, mit bir davon zu sprechen, ich wollte mir erst selber Gewißheit verschaffen, wie weit Hannas Gefühle diesen Wunsch rechtfertigen — aber ich sehe, daß Offenheit vielleicht Das Beste ist, auch um Deinetwillen."
Der Rechtsanwalt ist so verblüfft, daß er vorerst schweigt. Er starrt feinen Freund, Den er nun feit einem Jahrzehnt wie feine Westentasche zu kennen glaubt, fast neugierig an. Ist es Denn menschenmöglich? Der arbeitsame Verleger, Der jeDes Buch, Das er herausbringt, wie eine Kostbarkeit liebt, ber bafür bekannt ist, Daß er sich aus Frauen nicht viel macht, obgleich sie ihm sehr entgegenkommen, hat nicht nur Heiratsgebanken, sonbern hat sich Dabei Hanna ausgesucht? Hanna, bie so wenig Schmiegsamkeit kennt, bie mit jebem Satz akabemisches Denken verrät, auf Den flüchtigen Bekannten in ihrer schlanken, sportlichen Art fast unfraulich wirkt? Die so selten lacht unb selbst ben harmlosesten Freuden Der Jugend aus Dem Weg gegangen ist? Dem Anwalt wirD es heiß. Er hat Die feste Ueberzeugung, Daß Hanna niemals ja zu Dieser Verbinbung sagen wirb, — warum, weiß er eigentlich selber nicht. So sagt er fast unsicher, schon um Den Freunb nicht zu kranken, ober ihm alle Hoffnung zu nehmen:
„Ich bin mehr als überrumpelt, Paul, — ich — weiß auch gar nicht, was ich dazu sagen soll."
„Das ist auch gar nicht nötig, es genügt. Daß Die Fronten klar sind. Der Zweck meines Kommens war ja ein anderer, es sollte eine Moralpredigt werden, — Hannas wegen, Herbert."
„Ich will sie als gegeben hinnehmen, alter Junge. Ich will auch gutmachen, so weit ich davon überzeugt bin, falsch gehandelt zu haben. Aber Hanna macht es einem schwer, Das glaube mir bitte. Sie hat eine Mauer um sich aufgebaut unD läßt in ben seltensten Fällen ba hinüber schauen. Ich kann mir benfen, baß in ihrem Gärtlein bie seltsamsten Blumen blühen, — sie wäre sonst wohl nicht bie Tochter ihrer Mutter.
Agnes war selber wie eine Blume, die bei Der geringsten Berührung sich fest schließt."
Herbert Brandes hatte Die Zigarre weggelegt. Er sitzt mit vorgebeugtem Körper, fein Kopf ist gesenkt. Paul Laverenz hört zu, er rührt sich nicht, sieht zum Fenster hinaus und weiß, daß Der Freund von Dingen spricht, die sonst behütet im Innern ruhen. Er horcht auf jedes Wort, vor seinem geistigen Auge werden Mutter und Tochter zu einer Gestalt.
„Ich habe Jahre gebraucht, um ihr ganzes Vertrauen zu gewinnen, ihre große Scheu zu überwinden und aus ihr eine blutswarme Frau zu machen. Sie war von zerbrechlicher Schönheit, und ich war eigentlich immer in Angst, ihr weh zu tun. Erst als sie kränker wurde, fielen die Schranken, die ihre Scheu aufgerichtet hatte, langsam, eine nach der andern. Sie hat mir kurz vor ihrem Tode noch bekannt, Daß sie nun wisse, wie schwer ich es mit ihr gehabt hätte, unD daß es besser sei, wenn sich ein Mensch mehr auf Die Wirklichkeiten Des Lebens einstelle, statt auf seine Illusionen.
In Diesem Sinne sollte ich auch Hanna erziehen, ich tat es insofern, als ich ihre ganze Erziehung mehr auf Das Sportliche einstellte. Vielleicht vergaß ich zu sehr Das Blut ihrer Mutter, Paul."
Es bleibt lange still zwischen Den beiden Männern. Der eine sitzt reglos in seinem Sessel und läßt feine Gedanken weit zurückwanbern. Der an- bere sieht in den bunten ©arten, aus jedem Blumengesicht ersteht ihm das Antlitz Der Frau, die er liebt. Es hat sich für ihn jäh verändert . . .
(Fortsetzung folgt.)


