Einzelbild herunterladen

Nr. 95 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag, A.April 1936

Der Treueid auf den Führer.

Die feierliche Vereidigung der politischen Leiter durch den Stellvertreter des Führers.

München, 20. April. (DNB.) Den Abschluß und zugleich den Höhepunkt der großen Veranstal­tung am Geburtstag des Führers bildete in der Hauptstadt der Bewegung am Abend die feier­liche Vereidigung der. politischen Leiter, der Gauwalter, der HJ.-Führer" und BDM.-Führerin- nen auf dem Königlichen Platz. Stunde und Stätte des AS.es machten ihn zu einer Kundgebung von unerhörter Eindringlichkeit, zu einem Gelöbnis, stets im Geiste des Mannes zu leben, dessen Ge- burtstag sich heute symbolhaft aus dem Alltag her­ausgehoben hat und der aufs neue zu einem Tag der Gemeinschaft und Einheit zwi­schen Volk und Führung geworden ist, aber auch zu einem Gelöbnis, nach dem Vorbild jener Männer zu leben, deren eherne Sarkophage als ewige Mahnung und Forderung Zeugen des Schwä­res waren. Darum wurde die Feier auf dem Königlichen Platz zu einem packenden und aufrüt­telnden Erlebnis nicht nur für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bewegung, sondern auch für die ungezählten Volksgenossen, die stumme Zeugen des Eides dieser Männer und Frauen waren.

In der siebenten Abendstunde begann der Auf­marsch der Kämpfer und Kämpferinnen, die in drei Marschsäulen durch die Tore der Propyläen auf den Königlichen Platz schritten. Eine knappe halbe Stunde dauerte der Aufmarsch. Dann stan­den die 12 0 0 0 politischen Leiter der Reichsleitung, der Gauleitung, des Kreises München, der DAF.-Walter und -Warte, die Walter der ange­schlossenen Verbände wie aus Erz gegossen.

Dem Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner wurden dann die 12 000 in München und die über 25 000 im Traditionsgau angetretenen Kämpfer und Kämpferinnen gemeldet, mit denen zur gleichen

Stunde im ganzen Reich Tausende und aber Tau­sende im Geist auf dem Königlichen Platz standen.

Unter den Ehrengästen bemerkte man die Reichs­leiter Bormann, Fiehler, Grimm, Dr. Ley und Reichsstatthalter Ritter von Epp, führende Persön­lichkeiten der nationalsozialistischen Gliederungen, Ministerpräsident Siebert an der Spitze der Mit­glieder der Landesregierung, hohe Offiziere der Wehrmacht und Vertreter der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden.

Atemlose Stille lag auf dem weiten Platz, als der Gauleiter, Staatsminister Adolf Wagner, den er st en Gruß dem Führer entbot. Sein Sieg­heil fand donnernden Widerhall bei den Zehntnu­senden. Dann gab er ein Telegramm an den Füh­rer bekannt.

Das KampfliedVolk ans Gewehr" rauschte über den Platz. Dann blendeten die Scheinwerfer zu beiden Seiten der Tribünen ab, so daß der ganze Platz wieder im Schein der Fackeln und der Feuer auf den Pylonen lag. Auf ein kurzes Kommando standen die 12 000 Amtsleiter still, und, von Fanfaren und Trommelwirbel empfangen, be­trat der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß mit seiner Begleitung den Platz. Reichsaus­bildungsleiter G o h d e s meldete

764 002 Nationalsozialisten und Nationalsozia­listinnen im ganzen Reich zur Vereidigung auf den Führer angetreten, unter ihnen 126 475 Politische Leiter, 546 408 Mitarbeiter und Mit­arbeiterinnen der Bewegung und 91119 Führer und Führerinnen der HI. und des BDM.

Dann neigten sich die 300 Fahnen. Einen Augen­blick gedachten die Tausende der Toten der Bewe­gung. Anschließend sprach

der Stellvertreter des Führers:

Deutsche Männer und Frauen! Deutsche Jungen und Mädchen! Ihr seid angetreten, den Schwur auf den Führer zu leisten. Ihr hier in München legt Euer Treuegelöbnis ab auf dem Königlichen Platz angesichts der Gefallenen, die in ihrem Ehrentempel Wache halten am Braunen Haus. Wir senken die Fahnen. Wir gedenken in Ehrfurcht der Gefalle­nen vom 9. November, gedenken eines Horst Wessel, eines Herbert Norkus, eines Wilhelm Gustloff und all brr vielen anderen, die ihr Leben ließen für Deutschland. Unser Trost ist die stolze Gewißheit: Sie starben nicht umsonst. S i e gingen in den Tod, auf das Deutschland lebe: Und Deutschland lebt. Solange aber Deutschland lebt, lebt auch ihr Name fort in Deutschland.

Die Fahne hoch? Wir wenden unsere Ge­danken dem Manne an seinem Geburts­tage zu, der Symbol geworden ist für das Lebten unseres Volkes, für feine Lebenskraft, für seinen Lebenswillen. Er ist zu­gleich zum Symbol geworden für den tiefinner- lichen Friedenswillen unseres Volkes. Unser Geburtstagswunsch ist, daß sein Schaffen, all' sein Sorgen um unser Volk auch künftig beglei­tet ist vom Segen Gottes und belohnt wird durch immer neue Erfolge daß insbesondere Erfolg haben möge sein Ringen um den Frie­den. Unsere Wünsche für ihn sind damit Wünsche für unser Volk und für unsere Nation.

Jeder von Euch, der nun durch seinen Eid hin- zutritt zur Führerschaft Adolf Hitlers sei sich be­wußt: Nicht die Rechte sind das Wesentliche an Euerem Amte, das Wesentliche sind die Pflichten Die Rechte sollen nur dazu dienen, Euch die Ausübung Euerer Pflichten zu erleich­tern. Nicht die Uniform und nicht die Abzeichen sind das Wesentliche, sondern wesentlich ist das Herz darinnen, wesentlich ist der Charakter.

Nicht der Titel, nicht der Rang, nicht die Ab­zeichen schaffen Euch die wahre Autorität, sondern Euere Haltung und die Frucht Eueres Wirkens schafft Euch die wahre Autorität. Die höchste Autorität, die je einer in Deutschland be­saß, schuf sich ein Mann ohne jeden Titel, ohne jeden Rang, ein Mann im schlichten braunen Rock, ein Mann, der nur eines war und nur eines ist:

Führer! Führer in seinem Wesen, Führer in seiner Haltung, Führer in seinem Verantwor- tungsbewuhtsein, Führer in der Hingabe an sein Werk.

Niemand kann sagen, das Schicksal hätte es die­sem Mann leicht gemacht, aufzusteigen zum Führer seines Volkes. In früher Jugend, alleinstehend im Leben, ohne Menschen, die ihn förderten, ohne Geld, das ihm helfen konnte, als junger Arbeiter auf das Unverständnis und den Haß seiner nächsten Umgebung angewiesen, ein Soldat des Weltkrieges wie Millionen, ein Machtloser inmitten des Un­sinnes der Revolten, ein politischer Führer ohne Gefolgschaft, ein Kämpfer 'für sein Volk, gegen den alle Mittel der Beeinflussung dieses Volkes standen, gegen den bis zum Schluß stand die reale Gewalt der Machthaber. Und trotz allem: Die Führer­persönlichkeit setzte sich durch!

Jeder von euch hat es leichter, denn ihr tretet ein in die allumfassende politische Organisation, die der Führer schuf, die den Erfolg auf ihrer Seite hat. Alles, was einst gegen den Führer im Innern wirkte, wirkt heute für ihn und damit auch für euch. Seine Autorität stärkt euere Autorität. Erzeiget euch dessen würdig, seid euch aber auch bewußt, daß die Haltung jedes einzelnen von euch wiederum zurückwirkt auf die Autorität des Führers. Euere Haltung, euer Wirken ist wesentlich für die Stimmung im Volke, für die Bereitschaft des Volkes, freudigen Herzens dem Führer zu folgen. Seid ihr vorbildlich, so erleichtert ihr dem Führer sein Wirken und sein Leben, seid ihr schlechte

Unterführer, erschwert ihr es ihm.

Ungeheuer la st et das Amt auf dem Führer. Wir wollen alles tun, es ihm zu erleichtern. Ihr tragt die Verantwortung für die Haltung des Volkes in euerem Bereich: Ihr

seid verantwortliche Führer, keine parla­mentarischen Führer. Jeder von euch soll Vor­bild sein, wie einst Adolf Hitler Vorbild war und heute Vorbild ist. Jeder soll sich so halten und jeder soll so wirken, als hänge allein von ihm es ab, daß feine Gefolgschaft und alle die anderen Volksgenossen, vor deren Augen er wirkt, ihm so freudig folgen wie einst die alten Kämpfer dem: Führer folgten. Fühlt euch nicht als Vorge­setzte, sondern als Vertrauensleute des Volkes. Der Führer hat nicht durch Befehle das Volk geeint und hinter sich gestellt, sondern durch das Vertrauen, das er sich schuf. Die alten Kämpfer fanden einst den Weg zum Führer, weil seine vorbildliche Persönlichkeit sie anzog. Es waren seine schlichten, männlichen Tugenden, die sie an­zogen.

Weil Adolf Hiller ehrlich und freu war, stan­den feine allen Kämpfer ehrlich und freu zu ihm. Weil er das Gute predigte, zog er gute Menschen an. Weil er das Heroische verkündele, kamen heroische Eharakfere, kamen Kämpser- nafuren zu ihm. hallet euch wie der Führer, und ihr werdet Vertrauen ernten. In allem fei euch der Führer Vorbild. Fragt euch in allem euerem handeln: Wie würde der Führer han­deln?, und ihr werdet nicht fehlgehen.

Seid euch bewußt: Nach dem Worte des Führers dient ihr dem anständigsten Volk der Welt! Es ist das Volk, das wie kein zweites sich bekannt hat zu einer Ehre und dem Führer, der ihm seine Ehre wiedergab. Ihr habt vor euch das Volk der 99 Prozent! Auch wenn ein Volk fehlt oder falsch handelt, seid euch bewußt: Wenn Deutsche dieser 99 Prozent einmal fehlen oder falsch handeln, so tun sie es nicht aus bösem Willen, sondern aus Unvermögen, aus Unkenntnis oder aus Schwäche.

Seht in jedem Volksgenossen zuerst den Ar­beiter für unser Volk, den Beschützer des Volkes. Seht in jeder Dolksgenossin zuerst die Mutter der Kinder unseres Volkes. Ihr sollt Diener sein dieses Volkes, so wie der Führer sich als erster Diener dieses Volkes fühlt, so wie der große König einst nichts anderes als erster Diener seines Volkes sein wollte. Bei euch soll jeder Volksgenosse seine Sorgen ablegen kön­nen, bei euch soll jeder Volksgenosse sich Rat suchen können.

In diesem Verlrauensverhälfnis zwischen Volk und Partei, zwischen Volk und Führung festigt sich die Geschlossenheit des Ganzen für alle Zeiten und allen Stürmen zum Trotz.

In dieser Geschlossenheit, in dieser Einigkeit in dieser Bereitschaft, sich einzugliedern, zu wirken für das Ganze, entstanden die g r o ß e n W e r k e des Führers, die Autobahnen, die neue Armee, die neuen Schiffe, entstand ein neues gesundes Bauern­tum, entstand ein neues Arbeitertum, das sich eins fühlt mit der Nation, entstand ein Arbeitsdienst, der den Begriff der Arbeit adelt, entstand eine neue Jugend. Aber vergeßt über dem, was durch den Nationalsozialismus wurde, nicht, was Gutes vor­dem war, was unsere A l t v o r d e ren schufen an Großem und Schönem: auf dem Königlichen Platz vereint sich, was vordem wurde, zu edler Har­monie mit dem, was Neues durch den Führer und seine Zeit ersteht.

Den herrlichen Erinnerungen an das alte Nürn­berg reiht sich würdig an das Neue, das Werdende. Der Führer baut nicht um des Neuen willen unter Verachtung aller Tradition, er fetzt nicht Kublkge- bilde neben Baudenkmäler der Renaissance der Gotik. Alles, was er schafft, atmet den Geist des Geistes unseres Volkes. Dieser Geist ist zeitlos. Er wirkt in die Zukunft, wie er in der Vergangen­heit wirkte. Das überkommene Wirken dieses Gei­stes aus der Vergangenheit aber ist Tradition. Habt Achtung vor der Tradition unseres Volkes!

Besonders an euch, HJ.-Führer und BDM^-Fuh- rerinnen, ist es, die Achtung vor d i e f e r T r a - d i t i o n auf die Kommenden, auf die Jugend zu übertragen. In Städten und Dörfern, in Straßen und Plätzen, in unserem Boden, aber auch in Musik und Dichtung lebt die Kunst fort und das Wirken der Väter und Vorväter, so wie in unserem

Leben in jedem Jungen und jedem Mädchen die Ahnen fortwirken.

Habt Achtung und lehrt Achtung vor dem vielen Großen, das wir der Vergangenheit verdanken und das der Achtung wert ist. Nur dann können wir auch von den Kommenden Achtung verlangen vor dem, was wir schufen, und vor dem, was unsere Jugend schaffen wird.

Der Nafionafsoziafismus wurzelt in feinem Volk und in der stolzen Vergangenheit dieses Volkes. Er ehrt bewußt die Tradition. Der haßerfüllteste Gegner des Nationalsozialis­mus, der Bolschewismus, verneint die Werte der Vergangenheit, verachtet die Tradition. Der B o l - schewismus ist die Wurzellosigkeit. Was wurzellos ist, ist nicht von Bestand. Die Völker, über die er sich ausbreitet, will er zum Absterben bringen weil er sie entwurzelt.

Wir wollen aber nicht, daß unser Volk abstirbt, und deshalb haben wir dafür gesorgt, daß der Bolschewismus nie wieder Fuß faßt in Deutschland. Die Sicherheit vor der geisti­gen Infektion durch den Bolschewismus ist die große geistige Erziehungsorganisation der Nation: di e nationalsozialistische Bewegung. Die Sicherheit vor der Bolschewisierung durch Gewalt im Innern ist die nationalsozialistische SA. und SS. Die Sicherheit vor der Bolschewi­sierung durch Gewalt von außen ist die n a t i o - nalsozialistische Wehrmacht. Seit dem 7. März ist vorgebaut, daß der Bolschewismus auch nicht über eine offene Grenze im Westen sich Ein­gang erzwingen kann. Diese Bollwerke gegen den Bolschewismus verdankt Deutschland einzig und allein dem Führer.

Das deutsche Volk Hal Adolf Hiller am 29. März gedankt. Es Hal ihm gedankt durch eine Verlrauenskundgebung, wie sie noch kein Volk der Welt einem Führer gegeben hat. Die Wehrmacht hat ihren Dank für das, was der Führer aus ihr gemacht hat, heule abgesiattet durch die Paraden zu Ehren des Führers. Diese Paraden sind mehr als bloße Schaustücke. Sie zeigen der Well: Der Friede, um den der Führer ringt, wird gesichert

durch eine neue Wehrmacht mit mo­dern st en Waffen, eine Wehrmacht, die in Treue steht zum Führer und

Reich.

Die nationalsozialistische Bewegung dankt dem Führer durch den stillen Schwur jedes einzelnen, mit Einsatz aller Kraft und aller Hingabe zu wir­ken in seinem Geiste. Wir Nationalsozialisten wollen ihm die Erneuerung unseres Versprechens schenken, unseres Schwures, immer eingedenk zu sein des Schwures der Treue, des Schwures, zu halten, was auch kommen möge, so wie die alten Kämpfer zu ihm hielten durch alle Not und alle Gefahr.

Wir erneuern das Versprechen: Adolf Hitler, wir stehen zu Dir immerdar, so wie Du zu Deinem Volk stehst immerdar! Dieses Volk wird zu Dir stehen, zu dem, was Du ihm gabst, noch in hunderten von Jahren, wie sich Dein Geist und Dein Werk fortwirken werden in un­serem Volk durch hunderte von Jahren.

Ihr aber, die ihr durch euere Eidesleistung ein­gereiht werden sollt in das Heer der politischen Kämpfer des Führers, prüft euch, ob ihr euch stark genug fühlt, den Eid auf Adolf Hitler in seinem Geiste zu halten. Kein Nachteil soll dem erwachsen, der nicht mitschwört und dann hingeht und ehrlich sein Amt niederlegt, weil er sich für zu schwach hält. Wehe aber dem, der schwört und seinen Schwur nicht hält. Bedenkt euch nun: Wir kommen zum Eide. Ihr leistet ihn bei den Wächtern der Idee an den ehernen Sarkophagen der Tempel. Sprecht ihr und in allen Gauen des deutschen Vaterlandes mir nach

Ich schwöre Adolf Hiller uuerschütlerliche Treue.

Ich schwöre ihm und den Führern, die er mir beslimml, unbedingten Gehorsam."

Emst und feierlich sprechen die 12 000 auf dem Königlichen Platz und die Hunderttaufende im gan­zen Reich die Schwurformel nach. Mit den Wor­ten:Die Eidesleistung ist geschehen", beendet Rudolf Heß den Verpflichtungsakt der über 760 000, die sich von dieser Stunde an dem Führer und seiner Bewegung verschworen haben.

Die feierliche Vereidigung in Berlin.

Or. Goebbels spricht.

Berlin, 20. April. (DNB.) Wie im ganzen Reich, so fand auch an den beiden größten Versamm­lungsstellen B e r l i n s , in der Deutschlandhalle und im Sportpalast, am Abend des Geburtstages des Führers die feierliche Vereidigung von 41418 Politischen Leitern der Partei, Gauwaltern der Gliederungen und angeschlossenen Verbände sowie HI., Jungvolk-Führern und BDM.- Führerinnen statt. Im Sportpalast wurden mehr als 17000 und in der Deutschlandhalle rund 23 000 ver­eidigt. Die Feier im Sportpalast erhielt ihre be­sondere Weihe durch eine Rede des Gauleiters Dr. Goebbels.

In der dichtgefüllten Riesenhalle des Sportpalastes herrschte schon lange vor Beginn der Feier eine be­geisterte Stimmung. Der Aufmarsch der Tausende hatte sich in gewohnter Ordnung und Disziplin voll­zogen. Immer wieder klangen die Kampflieder der Bewegung auf, bis um 20.15 Uhr ein Helles Kom­mando den Einmarsch der Fahnen ankündete.

Bald darauf erschien, mit stürmischen Heil-Rufen begrüßt, Gauleiter Dr. Goebbels, in dessen Be­gleitung man u. a. den stellvertretenden Gauleiter Görlitz er und SA.-Gruppenführer Gras Hell­dorf sah. Nach der Stärkemeldung des Organisa­tionsleiters Schach nahm

Dr. Goebbels

das Wort zu seiner Rede. Er hob zur Einleitung hervor, daß es kein Zufall ist, wenn gerade am Ge­burtstag des Führers diese Vereidigung vor­genommen wird.

Diese Bewegun g", so betonte er,ist ja sein ureigenstes Werk, ein Werk, dos er schuf, um damit dem deutschen Volk seinen inne­ren Frieden, seine politische Einheit und dadurch auch seine außenpolitische Freiheit zurückzugeben.

Der Führer ist für uns der Inbegriff der na­tionalen Wiederauferstehung unseres Volkes ge­worden. Darum bekennen wir uns zu ihm aus tiefstem Herzen. Alle Liebe und alles Ver­trauen zu diesem Wann gründet sich auf die einzigartige Perfönlichkeit, die dem deutschen Volk in Adolf Hitler erstanden ist."

Man hat oft versucht, den Führer und seine Bewegung auseinanderzureden. Das war ein un­tauglicher Versuch am untauglichen Objekt! Der Führer hat auf diese Versuche auf dem Parteikon­greß des vergangen Jahres die klare Antwort ge­geben: Die Partei und ich sind eins!" Glaube niemand", so rief Dr. Goebbels unter stürmischer Zustimmung aus,daß er mit solchem Bemühen je Erfolg haben könnte!"

Dr. Goebbels setzte sich dann mit denen ausein­ander, die sich anmaßen, verächtlich von denklei­nen Hitlern" zu reden.Diese Männer", so er­klärte er unter stürmischem Beifall,haben vor die­sen Kritikastern mindestens das voraus, daß sie mehr Arbeit, mehr Verantwortung und mehr Pflich­ten auf ihre Schultern laden.

Zum mindesten haben diesekleinen Hitler" den Ehrgeiz, dem großen Hitler nachzueifern in der Treue zum Volk, im Fleiß, in der Disziplin und im Einordnungsvermögen unter das allgemeine Ganze. Wäre die Partei ver­bürokratisiert, wie manche es wahr haben möchten, so hätte sie nicht die Schlacht vom 29. März so erfolgreich schlagen können. Denn dieser Wahlkampf ist ja nicht vom Staat, er ist von der Partei ge­führt worden."

Die Partei ist heute die größte politische Orga­nisation, die man in Europa kennt. Wo gäbe es in einem anderen Lande eine Organisation, die sich

mit ihr messen könnte! Daß sie gut durchorganisiert ist, liegt in der Natur der Sache. Was wir tun, das tun wir nämlich gründlich. Diese Partei führt den Staat durch ihre Menschen. Sie ist ein Füh­rungsorden im besten Sinne des Wortes. Die besten Nationalsozialisten sollen in ihm sein, und von ihnen wiederum die besten an der Führung teil­haben. Sie sollen sich durch besondere Pflichter­füllung vor den anderen auszeichnen. Denn ein Führungsamt in der Partei ist die höchste Würde, die ein Deutscher im politischen Leben erreichen kann. Der Amtswalter der Partei nimmt hohe Pflichten auf sich. Er hat dann aber auch im Gegen­satz zu denen, die nichts tun, das Recht, im öffent­lichen Leben mitzubeftimmen."

Auf die Eidesleistung übergehend betonte Dr. Goebbels, daß *

der Eid auf den Führer nicht etwa auf Zeit abgelegt werde, sondern daß er ein Lebensbe­kenntnis fei.

Wie wir alten Amtsträger in der Zeit vor acht oder zehn Jahren, so sollen auch Sie beweisen, daß Sie in Treue zum Führer st ehe n. Dieser Eid auf den Führer ist sozusagen der Eid des politischen Sdldaten. Er schließt in sich eine hohe Ehre, aber auch eine hohe Pflicht. Die Geschichte unserer Partei ist zwar kurz, aber sie ist glorreich. Unsere Bewegung hat eine reiche Tradition, die es zu wahren und zu hüten gilt. Nur so werden wir jener Führungsorden bleiben, der dazu berufen ist, für alle absehbare Zeit der deutschen Nation die Klarheit der Führung und die Konsequenz des politischen Handelns zu geben. Dann aber wird diese Partei unsterblich sein, und es wird sich in ihrer eigenen Unsterblichkeit die Ewigkeit unseres ganzen Volkes ge­währleisten."

Ergriffen stimmten die mehr als 41000 Amts­walter in das Sieg-Heil ein, das der Gauleiter zum Abschluß seiner Rede auf die alte, stolze, kampferprobte, herrliche nationalsozialistische Bewe­gung und ihren Führer ausbrachte.

Nachdem das von Dr. Goebbels ausgebrachte Sieg-Heil auf den Führer verhallt war, wurde die Reich sfendung aus München übernommen.

Lautlose Stille herrschte in dem gewaltigen Oval des Sportpalastes, in die plötzlich die eindringlich mahnende Stimme von Rudolf Heß drang.

Zur gleichen Zeit waren mehr als 25 000 Amts­walter und Amtswalterinnen der Deutschen Ar­beitsfront, der NSV., der NSKOV., der Frauen­schaft und der Reichsleitung der Frauenschaft in der Deutschlandhalle angetreten, um den Eid abzu­legen. Hierher wurde auch die Rede Dr. G o e b b e l s übertragen.

Vernichtende Niederlage der Abessinier an der Ogadenfront

Asmara. 20. April. (Funkspruch des Kriegs­berichterstatters des DRV.) Die im italienischen Hauptquartier bereits feit längerer Feit erwartete Zerschlagung der letzten noch kampf­fähigen abessinischen Armee scheint nun- mehr Tatsache geworden zu sein. Wie von amtlicher italienischer Seite am Wontag bestätigt wird, wurde in den letzten Kämpfen die in der Pro­vinz Ogaden stehende abessinische Armee Ras Rassibus vollständig aufgerleben. Nähere Einzelheiten über den Verlauf der Schlacht, die zur Auhergefechtsehung dieses abessinischen Heeres führte, liegen noch nicht vor.