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21.3.1936
 
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Ilandins Erklärung vor der Kammer

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ihren Wunsch nach einer Erleichterung der Span­nung betont. Es sei jetzt Sache der deutschen Re­gierung, zu zeigen, welchen Beitrag sie zu diesem Ziele zu leisten bereit sei. Herrn von Ribben­trop habe er einen kurzen Umriß dieser Vorschläge gegeben. Der Botschafter habe sofort erklärt, daß er keine Stellung nehmen wolle, solange er nicht den gesamten Wortlaut gesehen habe, und daß er alle Vorbehalte hinsichtlich der Stellung­nahme seiner Regierung mache. Am späten Abend

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Paris, 20. März. (DNB.) Die französische Kammer nahm eine ausführliche Erklärung des Außenministers über die Londoner Verhandlungen und die dort gefaßten Beschlüsse entgegen.

Flandin führte u. a. aus, die Regierung bringe nach Tagen schwerer Beunruhigung die Festi­gung des Friedens. Die französische Regie­rung würde es gewünscht haben, daß dasGesetz des internationalen Rechtes" durch die Rückkehr zu einer Lage, wie sie vor dem 7. März im Rheinland bestanden habe, ohne Einschränkung wiederhergestellt würde. Dieses Ergebnis hätte erzielt werden können, wenn die Signatar­mächte des Locarno-Vertrages sich dahin einig ge­wesen seien, einen genügend energischen Druck auf Berlin auszuüben. Aber er habe sich sehr bald davon überzeugen können, daß diese Eini­gung nicht habe zustandegebracht wer­den können. Den französischen Bemühungen sei es aber zum mindesten gelungen, Beschlüsse durchzu­setzen, die diesmal den Methoden der vollendeten Tatsache nicht das Vorrecht gäben, nachdem die Reichsregierung geglaubt habe, durch die Handlung vom 7. März die Rheinlandzonevon jeder inter­nationalen Knechtschaft" freizumachen. Verhandlun­gen überdie endgültigen Satzungen des Rheinlan­des" wie überhaupt über alle anderen Fragen könn­ten erst eröffnet werden, wenn Deutschland ausdrück­lich alle ihm jetzt gestellten Bedingungen an­genommen habe, die ein unzertrennliches Ganzes darstellten. Es könne keine Rede davon sein, daß eine internationale Streitmacht einen Teil französischen oder belgischen Gebietes besetzen könne. Das würde auch, wie Flandin zur Betonung der französischen Auffassung von Gleichberechtigung hin­zufügte, eine ungeheuerliche Ungerechtigkeit gewe­sen sein, die ein französischer Unterhändler, der keine Belehrungen über Vaterlandsliebe notwen­dig habe, niemals von demjenigen angenommen haben würde, dereneigentümliche Einstellung" die Aufgabe während der schwierigen Verhandlungen nur verwickelt gestaltet habe. Hinsichtlich des

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London. 21.März. (DJIB. Funkspruch.) Reu­ter berichtet, in diplomatischen Kreisen Londons glaube man, daß gewisse deutsche Gegenvor­schläge zu dem Locarno - Memorandum eine Grundlage für weitereBesprechungen abgeben könnten. Man habe die Auffassung, daß es sich um den a l l e r e r st e n Abschnitt einer Verhand- lnngsperiode handele, die sich sehr lange ausdehnen könne. England werde versuchen, Europa zu be­stimmen, daß es einer Politik folge, die man d i e britische Politik" nennen könne, und die sich bisher als erfolgreich erwiesen habe. 3n britischen Kreisen wird mit Rachdruck darauf hingewiesen, daß Frankreich undBelgien ihre For­derungen, zu denen sie sich in Paris entschlossen, f o weit heruntergeschraubt hätten, daß es seht an Deutschland sei, eine Geste im Inter­esse der Gesamtheit zu machen. Ls scheine, daß zwei Konferenzen in Aussicht genommen feien. Die erste würde eine Konferenz der Locarno­macht e mit Deutschland fein, die die Vor­schläge des Führers, die Revision des Sta­tus quo im Rheinland und die gegenseitige Anter- stühungspakte aller fünf Machte zu beraten hätte. Erst zu einem weit späteren Zeitpunkt werde dann eine zweite Konferenz mit weiteren Aufgaben einberufen werden, an der eine große Zahl von Staaten teilnehmen würde.

Scharfe Kritik der Londoner Abendpreffe.

London, 20. März. (DNB.) Auf Grund der ersten Berichte über die Denkschrift der Locarno­mächte enthalten die Abendblätter Stellungnahmen, die deutlich beweisen, daß sie von der englischen Oeffentlichkeit nichtohne Kritik hingenom­men wird. Es ist dabei allerdings zu berücksich­tigen, daß die Abendpresse sich ausschließlich aus Oppositionsblättern zusammensetzt. So schreibt derStar" u. a., wir haben noch einen langen Weg zu gehen. Hitler verlangt, daß Deutsch­lands minderberechtigte Stellung beendet werden soll. Die vorläufigen Programmpunkte für die Uebergangszeit beenden sie nicht, sie unter­streichen sie Der Gedanke einer Konferenz, die sich mit jeder Sache beschäftigen soll, die ander­weitig nicht behandelt wird, fesselt einige Leute ganz außerordentlich. Er ist jedoch kaum als praktische Politik anzusehen.

Im Evening Standard heißt es u. a., in dem Plan befinden sich gewisse Dinge, die nicht von besorgten Staatsleuten, sondern von böswilli­gen politischen Satirikern hätten ins Auge gefaßt sein können. Da ist der Plan für eine neutrale Zone, die von internationalen Truppen bewacht werden soll, aufderdeutschenSeite der deutsch-französischen Grenze. Vor etwa vierzehn

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des Freitag habe er, Eden, Ribbentrop den Wort­laut geschickt, nachdem dieser vom Kabinett gebilligt worden sei. Dies sei die Lage. Die Regierung habe verfucht, der Gefahr zu begegnen. Es sei eine sehr ernste Gefahr gewesen. Außerdem habe England versucht, eine Gelegenheit für eine R e -

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Locarnooertrages sei nichts geändert, solange der Vertrag nicht regelrecht gekündigt sei.

Die französischen Vertreter hätten aber darauf be­standen, daß sofort Abkommen getroffen würden, um die mögliche Durchführung der militä­rischen Garantien sicherzustellen. Die englische Re­gierung habe diesem Vorschlag ihre Zustimmung ge­geben. Er stelle eine entscheidende (Stoppe auf dem Wege der französisch-englischen Rachkrlegsbeziehun- gen dar. An Deutschland sei eine Aufforde­rung gerichtet worden. Wenn Deutschland sie an­nehme, so öffneten sich neue Aussichten für die Festigung des europäischen Friedens. Wenn Deutsch­land die Aufforderung ablehne, so sei die eng­lische Regierung mit der französischen Regierung einig in der Auffassung, daß die Lage dann sofort erneut überprüft werden müsse.

Die Locarno-Mächte hätten nicht gewollt, sich auf ein negatives Programm zu beschränken, da Reichs­kanzler Hitler Porschläge umrissen hätte, die positiv zu sein scheinen. Welche Vorbehalte und welche Einwände sie auch auslösen könnten, so hätte man vermeiden müssen, daß man sagen könnte, Frankreich stelle ihnen nur Verneinungen entgegen. Aus den späteren Verhandlungen sollten zu­sammen mit einem neuen Statut der Rheinlandzone genaue und umfassende Konventionen des gegen­seitigen Beistandes zwischen den Westmächten her- oorgehen, deren Anwendung durch technische Abkom­men gesichert sein würden. In diesen Verhandlungen würden die Vorschläge des Reichskanzlers Hitler alle Aufmerksamkeit finden, die sie verdienten. Die eng­lische Regierung beabsichtige, dem Locarnovertrag treu zu bleiben. Sie sei einverstanden, in Zukunft die praktischen Mittel der Gewährleistung der fran­zösischen Sicherheit ständig und wechselseitig zu be­achten.Die schriftlichen Zusicherungen , die ich in dieser Hinsicht von dem Staatssekretär Eden erhalten habe, haben eine Bedeutung, die niemand in Frank­reich verkennen wird." (Der Brief Edens wurde von Flandin verlesen.) Die Rede des Außenministers wurde von der Linken und der Mitte mit starkem Beifall ausgenommen, während die Rechte sich zu­rückhaltend verhielt.

Tagen hat Hitler die Gefahr auf sich genommen, Europa zu trotzen, indem er seine Legionen in das vertragsmäßig entmilitarisierte Rheinlandgebiet sandte. Heute wird er aufgefordert, nicht diese Sol­daten zurückzuziehen, sondern es zu gestatten, daß eine internationale Truppe in das Rheinland eindringt, um als Polizei es au über­wachen. Deutschland wird diesen Plan für eine neutrale Zone innerhalb seines Gebietes a b l e h - n e n. Es wird auch einen anderen Teil des Planes ablehnen, die Bestimmung, daß es den französisch­sowjetrussischen Pakt dem Internationalen Gerichtshof im Haag unterbreiten soll. So scheint es- noch bevor die Aussprache beginnt, daß der neue Plan zum Scheitern verurteilt ist. Was soll dann geschehen? Die Franzosen er­warten, daß, wenn Deutschland den Plan ablehnt, automatisch ein französisch - britisches Bündnis kommt. Zweifellos würde das Bündnis nicht offen als solches bezeichnet werden. Das bri­tische Volk wird sich gegen diese Art des neuen Locarno z u wehren haben, und zwar wird es sich ganz energisch dagegen zu wehren haben.

In einem Brief an denDaily Telegraph" schreibt Hauptmann U n m i n :Es kommt eine Zeit, wo jeder Vertrag, um moralisch gerecht zu bleiben, eine Aenderung fordert. Ich glaube nicht, daß juristische Verurteilun­gen uns dem Frieden näher bringen. Was wir wollen ist eine realiftische Prüfung der heutigen Fragen im Lichte der heutigen Um­stände. Wir müssen aufhören, unsere Tatkraft für den Versuch zu verschwenden, die Lage von 1920 aufrechtzuerhalten."

Einige Morgenblätter berichten, daß im Unter­haus ftarke Besorgnisse wegen der mi­litärischen Verpflichtungen vorhanden seien, die in denFriedensplan" der Locarnomächte in Gestalt von Briefen Englands und Ita­liens an Frankreich und Belgien ins Auge gefaßt werden.Daily Expreß" schreibt, das Unterhaus werde am Dienstag sicherlich gegen jeden Plan revoltieren, der England ver­pflichten würde, sich an irgend einem fest- ländischen Krieg zu beteiligen. Die Ab­geordneten seien auch keineswegs entzückt von der Aussicht, daß britische Soldaten zur Bewachung der geplanten neutralen Zone entsandt werden sollen.

Kein Ultimatum

London, 21. März. (DNB. Funkspruch.) Die Samstag-Morgenblätter wiederholen im wesent­lichen ihren Appell an Deutschland, seinerseits einen Beitrag zu liefern. Fast ohne Ausnahme heben sie hervor, daß die Möglichkeit einer Berichtigung oder Abänderung der Vorschläge, die im Memorandum der Locarnomächte ihren Niederschlag gefunden haben, bestehe, ja sogar von der britischen Regie­rung gewünscht werde, die hierbei in vollem Um­fange die Unterstützung der öffentlichen Meinung finde. DerDaily Telegraph", dieTimes" und die Morning Post" sind sich einig mit Blättern wie

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derDaily Herald" und dieNews Chronicle", daß die gestrigen Vorschläge keineswegs alsUl- timatumangesehen werden könnten. Es wird im Gegenteil übereinstimmend betont, daß die vier Mächte durchaus bereit seien, deutsche Gegenvorschläge zu erörtern, was dann zu weiteren ausgedehnten Verhandlungen führen würde.

Times" schreibt, hinsichtlich der Vorschläge sei von vornherein festgestellt, daß sie den e r ft e n und nicht bereits den endgültigen Z u - st a n d einer Vereinbarung darstellten. Sie seien ein Kompromiß, auf das sich die vier Lo­carnomächte hätten festlegen können. Eine Verein­barung zwischen ihnen und Deutschland solle erst noch kommen. Man dürfe auch nicht außer acht lassen, daß es auf eine große Unordnung und viel­leicht sogar auf eine Gefahr hingedeutet hätte, wenn die Locarnomächte zunächst nicht zu einem vorläu­figen Einverständnis gekommen wären. Es sei ge­lungen, dies zu vermeiden und es müsse als ein Fortschritt bezeichnet werden, daß die internatio­nale Verständigung wenigstens soweit gebracht wor­den sei.

Die Vorschläge der Locarnomächte machten ge­wiß nicht den Eindruck übermäßiger Spitzfindigkeit aber sie seien schließlich nur Sie Schale, d i e den Kern enthalte. Ein Ultimatum stellten sie nicht dar, und sie seien mit voller Absicht z e i t- l i ch begrenzt und würden beiseite geworfen und vergessen werden, wenn man an die Arbeit für die Dauermaßnahmen gehe.

Alle Nachrichten aus Berlin, schreibt das Blatt weiter, deuten darauf hin, daß man in dem Vor­schlag, a u f deutsches Gebiet fremde Po­lizeitruppen zu legen, eine Beeinträch­tigung der Gleichberechtigung sehen und dies a b l e h n e n werde. Dies wäre aber keineswegs lebensgefährlich und eine Verein­fachung dieses umständlichen Planes, durch die eine internationale Polizeitruppe völlig ver­schwinden würde, wäre keineswegs be­dauerlich.

bäuerlich. Es werde nicht bestritten, daß die vor­geschlagenen Sicherheitsmaßnahmen für die Ueber­gangszeit deutsche Zugeständnisse erfor­dern. Ihr Gewicht sei aber gering im Vergleich zu denOpfern", die Frankreich bereits zur Befriedung der Lage gebracht habe.

News Chronicle" berichtet, daß im Unter­haus sich ein st a r k e r W i d e r st a n d gegen die vorgeschlagene neue einseitige Rhein- landzone bemerkbar mache, und daß Lloyd George sich vor allem gegen ein Militärbündnis

mit Frankreich wende. Eine starke Gruppe im Hause sei wegen der offensichtlichen Kapitulation gegen­über dem französischen Standpunkt besorgt. Diese Kapitulation sei auf Sir Austen Chamberlain zurückzuführen, der seine Pläne der Regierung auf­zuzwingen versuche.

Aus aller Welt.

Prämienziehung zur Reichswinterhitfe-Lotterie.

Die öffentliche Prämienziehung zur Reichswinterhilfe-Lotterie fand in München statt. Aus allen Kreisen der Bevölkerung hatten sich zahlreiche Prämienscheinbesitzer eingefun­den und verfolgten gespannt den Verlauf der mehr als dreistündigen Ziehung. Die Auslosung der 615 Prämiengewinne aus der Gewinntrommel wurde in der Reihenfolge der 15 Lotterieserien vorgenom­men. Auf jede Serie trafen hiermit eine Tausend- marfprämie und 40 Prämien zu je 100 Mark. In den 15 Serien fiel je eine Prämie von 10 0 0 R M. auf folgende Nummern: 441594, 1976 570, 1085 288, 1 984 151, 704 668, 1259 969, 490 987, 924 431, 1821 427, 988 831, 1058 949, 1460155, 1 471 121, 1 936 321, 951393. (Ohne Gewähr.)

Mark Twain hält einen Vortrag.

Der große amerikanische Humorist Mark Twain kam einst in eine Stadt, um eine Vorlesung zu halten, und da ihn am Eingang des Gebäudes niemand begrüßte, ging er hinein und wollte mit anderen Besuchern m den Saal treten. Der Auf­seher hielt ihn an und sagte:Bitte, Ihr Billett". Mark Twain beugte sich zu ihm und flüsterte: Schon gut, ich bin der Vortragende selbst." Der Aufseher aber sah ihn prüfend an und sagte ganz laut, daß die Umstehenden es hören konnten: Nein, das gibts nicht, dreie sind schon dagewesen und haben gesagt, sie wären die Vortragenden. Die habe ich reingelassen. Aber ich habe mir geschworen: der nächste Vortragende muß bezahlen."

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für* Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwort- lich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. II. 36: 10 556. Druck und Verlag: Brühl'sche Univexsitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., jämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

Das Echo der

Paris, 21. März. (DNB. Funkspruch.) Die Presse rechnet mit einer deutschen Ablehnung des Memorandums der Locarnomächte. Gewisse Blät­ter finden dieses Viererabkommen nicht einmal starr genug, um ein einseitiges Locarno zustande zu bringen. Auch wird die Forderung nach einer Verstärkung der Heere der Bürg­schaft s rn ä ch t e erhoben, um Frankreich w i r k- l i ch Schutz gewähren zu können. Die Ham­burger Rede des Führers wird als das e r ft eN e i n" gewertet.

DasJournal" schreibt, die in London gefun­dene Verständigungsgrundlage enthalte für Deutsch­land recht unangenehme Züge, die jedenfalls für den Augenblick seinen Zorn erregen würden. Aber sie enthalte auch sehr viel angenehmere Aussichten, nämlich die Bestätigung der vollendeten Tatsache und das Angebot, den großen Wieder­aufbau auf den von Hitler vorgeschlagenen Grund­lagen ins Auge zu fassen. Das Schiedsverfahren fei rein rückblickend, denn es gelte von vornherein als verabredet, daß ungeachtet des Ausfalles des Spruches in Zukunft alles geändert werde. Man werde den Rheinpakt, man werde Lo­carno revidieren. Man werde daher die Deut­schen auffordern, sie möchten die rechtliche Regelung, die sich ja einzig und allein auf die Vergangenheit beziehe, annehmen. Die politische Seite werde man bann in Zukunft berücksichti- g e n. Deutschland werde versuchen, der symboli­schenStraße", die die 20-Kilometer-Zone bedeute, zu entgehen.

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pariser presse.

Der Berliner Berichterstatter desJournal** erklärt, er habe den Eindruck, daß man in London, Paris und anderswo noch nicht völlig die deutsche Politik begrif­fen habe und nur allzu große Neigung zeige, die nationalsozialistische Herrschaft mit der von Weimar zu verwechseln. Die Zeiten hätten sich geändert. Die Ver­urteilung durch den Völkerbund lasse Hitler unberührt. Daß man aber etwa auch nur einen einzigen Augenblick daran glaube, von den Deutschen irgend etwas zu erreichen, mit Vor­schlägen wie denen von London, zeige, daß man um mindestens drei Jahre rückständig sei.

In einem Telegramm desMatin" aus London wird erklärt, die englische Regierung rechne mit einer verneinenden Antwort aus Berlin, scheine aber an die Möglichkeit deutscher Gegen­vorschläge zu glauben. Der Berliner Bericht­erstatter des Blattes bemerkt, die Rede des Führers in Hamburg habe den Zweck, die diplomatische Tätigkeit Ribbentrops in London wirksam zu unterstützen.Le Jour" ist mit dem in London Erreichten unzufrieden. Das Blatt kenn­zeichnet die Haltung der französischen Regierung wie folgt:Zurückgehen und habet ausrufen, daß man vorwärts geht!"

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