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Landschaftsbund Volkstum und Heimat.

Der Landschaftsbund Volkstum und Heimat hält am movylgen Mittwoch, 22. Januar, in der Aula des Gymnasiums einen Lichtbildervortrag ab. Stu­dienrat Ernst Hölzel wird über das Thema Deutsches Weidwerk im Wandel der Zeiten" spre­chen. Auf die heutige Anzeige sei besonders hinge­wiesen.

Münchener Kunstausstellung verlängert.

Die Gemäldeausstellung des Münchener Künstler­bundesIsar" im Oberhessischen Kunstoerein (Turmhaus am Brand) wird wegen regen Inter­esses bis einschließlich Sonntag, 26. Januar, ver­längert. Täglich Führungen um 17 Uhr. Besuchs­zeiten von 1113 und 15.3018 Uhr. Schul­klassenbesuche außer dieser Zeit sind nur möalich bei vorheriger Anmeldung. (Siehe heutige An­zeige.)

Musikalische Abendfeier.

Die Bezirksinspektion Mitteldeutschland der Gtoß- deutschen Feuerbestattung kündigt in unserem heuti­gen Anzeigenteil für kommenden Donnerstagabend eine musikalische Abendfeier in der Aula der Uni­versität an. Die Leitung der Veranstaltung hat Universitäts-Musikdirektor Professor Dr. fernes» vary. Näheres in der heutigen Anzeige.

Vortrag über die Leipziger Messe.

Die Industrie- und Handelskammer Gießen ver­anstaltet am morgigen Mittwochabend im Saale des Universitäts-Cafes einen Vortrag überDie Leipziger Messe im nationalsozialistischen Deutsch­land." Lichtbilder werden die Ausführungen des Vortragenden bereichern. Alle beteiligten Wirt­schaftskreise werden bei diesem Vortrag erwartet. (Siehe heutige Anzeige.)

Die Sprechstunden der Gauleitung.

Wie in den parteiamtlichen Bekanntmachungen mitgeteilt wird, sind die Sprechstunden der Gau­leitung mit sofortiger Wirkung wie folgt festgesetzt worden: vormittags: Dienstag, Mittwoch, Donners­tag und Freitag von 10 bis 12 Uhr: nachmittags: Dienstag, Mittwoch und Freitag von 17 bis 18 Uhr. Außerhalb dieser Zeit sind Rücksprachen nur in drin­genden Fällen nach vorheriger Anmeldung möglich.

SportamtKrast durch Freude".

heule folgende Kurse:

Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.

Neue Schwimmkurse, für Frauen und Männer. Von 20 bis 21 Uhr, neuer An­fängerkursus, Volksbad. Don 21 bis 22 Uhr, für Anfänger und Fortgeschrittene, Volksbad.

Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Unioerfitäts-Rett- institut, Brandplatz.

700000 ritten Attacke!"

Was für 700 000? Nun, die Holzreiterchen, die die Hitler-Jugend bei chrem Großeinsatz für das WHW. in der Zeit vom 18. bis 22. Dezember 1935 verkaufte. Das Ergebnis, das erst heute endgültig bekannt wird, im Gebiet Hessen-Nassau war glän­zend. Mit dem Verkauf von 700 000 Holzreitern und einem SakirmAergebnis von über 140 000 RM. mar­schiert das Gebiet Hessen-Nassau mit an der Spitze aller Gebiete. Diese Leistung verdient um so größere Achtung, als in unserem Gebiet die Sammlung nicht einmal durch die gesamte Hitler-Jugend durch­geführt wurde. Der Bund Deutscher Mädel in der Hitler-Jugend Hessen-Nassaus hatte bekanntlich kurz vorher mehr als 10 000 Weihnachtspakete fertig- gestellt, was ebenfalls eine außerordentliche Leistung darstellt. So wurde der Verkauf der Holzreiterchen und die Straßensammlung nur durch Hitlerjungen und Pimpfe durchgeführt.

Einjähriges Bestehen

des Ergänzungs-Bataillons 53.

LPD. Das Ergänzungs-Bataillon 53 in Gießen begeht am 25. d. M., 20 Uhr, in der Volkshalle in Gießen die Feier seines einjährigen Bestehens. Im Jahre 1935 find viele Volksgenossen aus dem Hessen­lande und der Rheinprovinz in 8-Wochen-Lehr- gängen im Schützen- und Maschinengewehrdienst ausgebildet worden. Die 25- bis 35jährigen, denen durch die Fesseln des Versailler Vertrages es in den

ORäffd der Geschwindigkeit.

Don Or Helmut Thomasius.

Größer und größer werden die Geschwindigkei­ten, die die heutige Technik entwickelt. Was eben noch einen staunenswerten Erfolg darstellte, ist viel­leicht morgen schon überholt. Alle unsere Verkehrs­mittel, welcher Art sie auch sein mögen, nehmen mit wenigen Ausnahmen an diesem Wettstreit teil, der ein rasches zeitliches Schrumpfen der Entfernun­gen herbeiführt, und dessen Ende vorerst noch nicht abzusehen ist. Auf die 0rage gibt es vorerst noch keine Antwort, wann die höchste technisch mögliche Schnelligkeit erreicht fein, wann es heißen wiro: bis hierher und nicht weiter! Die Folgen dieser un­entwegt sich steigernden Beschleunigung wirken sich nicht nur auf die Fortbewegung selbst und auf so vielerlei aus, was damit zusammenhängt, sie ziehen auch weitere Kreise, erfordern vor allem die Bereit­stellung neuer technischer Hilfsmittel. Allerlei muß in feinem Verlauf genau ergründet werden, was sich mit so ungeheurer Geschwindig­keit vollzieht, daß ihm unser Auge nicht mehr zu folgen vermag. Für die Zergliederung derartig schneller Vorgänge hat sich die Zeitlupenauf­nahme bereits trefflich bewährt. Es werden im gleichen Zeitabschnitt mehr Bilder des zu unter­suchenden Bewegungsoorgangs auf einem Film ausgenommen als gewöhnlich. Läßt man dann die­sen Film mit der üblichen Geschwindigkeit abrollen, so ziehen, da diese Geschwindigkeit ja viel geringer Et als die bei der Aufnahme verwendete, im glei­chen Zeitabschnitt weniger Bilder vor unserem Auge vorüber als während dieses Abschnitts ausgenommen wurden. Die Bewegung erscheint also um so mehr verlangsamt, je mehr Ausnahmen in der gleichen Zeit gemacht wurden. Wir haben jetzt Gelegenheit, alle Einzelheiten des Vorgangs in Ruhe zu beobach­ten. Das Verfahren hat sich in unzähligen Fällen bewährt und wird in der Technik, insbesondere zur Prüfung der Arbeit von Maschinen und zur Erkennung von Fehlern und Unregelmäßigkeiten bei dieser Arbeit häufig angewendet.

Dabei macht es im allgemeinen keinerlei Schwie­rigkeiten, das Getriebe oder bestimmte Einzelteile einer Maschine aufzunehmen. Die Kamera steht ruhig vor ihr. Sobald aber der aufzunehmende Ge­genstand nicht mehr ortsfest ist, sondern sich selbst weiterbewegt, ändern sich die Verhältnisse. Dann muß auch Die Kamera, und zwar mit einer seiner Schnelligkeit anaepatzten Geschwindigkeit bewegt werden. Der Abstand zwischen ihrem Objekt und ihren aufzunehmenden Teilen muß stets richtig blei-

Keine Veschäst'gung mehr ohne Arbeiisbuch.

DNB. Nach einer soeben erlassenen Verordnung des Reich^arbeitsministers dürfen in folgenden Be­triebsgruppen Arbeiter und Angestellte, für die ein Arbeitsbuch auszustellen ist, vom 1. März 1936 an nur beschäftigt werden, wenn sie im Besitz eines ordnungsmäßig ausgestellten Arbeitsbuches sind.

1. Industrie der Steine und Erden,

2. Eifen- und Stahlgewinnung,

3. Metallhütten- und Metallhalbzeugwerke,

4. Herstellung von Eisen-, Stahl- und Metall­waren,

5. Maschinen-, Apparate- und Fahrzeugbau (auch mit Gießerei),

6. Elektrotechnische Industrie,

7. Optische und feinmechanische Industrie,

8. Chemische Industrie,

9. Papierindustrie,

10. Leder- und Linoleumindustrie,

11. Kautschuk- und Asbestindustrie,

12. Baugewerbe und Baunebengewerbe,

13. Großhandel,

14. Einzelhandel,

15. Verlagsgewerbe, Handelsvermittlung und son­stige Hilfsgewerbe des Handels,

16. Geld-, Bank-, Börsen- und Versicherungs­wesen.

Wer entgegen den gesetzlichen Vorschriften einen Arbeiter oder Angestellten beschäftigt oder sich als Arbeiter oder Angestellter beschäftigen läßt, macht sich strafbar.

Die Verbraucher in her Erzeugungsschlachi.

Was bedeutet überhaupt Erzeugungsfchlacht? Es bedeutet weitestgehend die Möglichkeit schaffen, das D e u t f ch e D o l k aus den Erzeugnissen seines ihm zur Verfügung stehenden Bo­dens zu ernähren, da hiervon einzig und allein seine politische Freiheit, sein Be­stand überhaupt gesichert wird. Die Außerackt- lassung oder nicht genügende Wahrnehmung dieser Tatsachen in den letzten Jahrzehnten hat namen­loses Elend über unser gesamtes Volk gebracht.

Die ungeheure industrielle Entwicklung im letzten Jahrhundert hatte zur Folge, daß große Teile unse­res Volkes in den Städten des Westens zusammen­strömten und hier die Meinung Allgemeingut wurde, es mache uns nichts aus, die notwendigen Lebensmittel, wie Getreide, Fette, Gemüse und alles mögliche billig aus dem Ausland hereinzuneh­men. Dies ging so weit, daß bei allen Behörden nur der einseitige Verbraucherstandpunkt zur Richt­schnur ihrer Anordnungen wurde und unsere deut­schen Märkte dem Ausland auf Gedeih und Ver­derb ausgeliefert waren. Hierdurch wurde die deut­sche Jnlanderzeugung natürlich schwer geschädigt. Sie ging in Qualität und Menge mit jedem Jahr mehr und mehr zurück. Bei Ausbruch des Krieges -haben unsere Gegner sich die Blöße Deutschlands sofort zunutze gemacht und uns rücksichtslos alle Zufuhren von Lebensrnitteln und Rohstoffen ab­geschnitten. Solange Deutschland nicht in der Lage

ist, sich selbst zu ernähren, ist es immer wieder die­ser Notlage ausgesetzt, deshalb Erzeugungsschlacht und deshalb agrarpolitische Gesetze: wie das Reichs­nährstandsgesetz, das Reichserbhofgesetz, die Markt­ordnungsgesetze und das Entschuldungsgesetz.

Die städtische Verbraucherschaft muß in allererster Linie bestrebt sein, die Erzeugnisse der deutschen Scholle zu verbrauchen, indem sie lernt, deutsche Erzeugnisse von Ausländischen zu unterscheiden. Wir können und wollen es dem deutschen Volk nicht direkt verbieten, hier und da, wenn es notwendig ist, ein ausländisches Erzeug­nis zu kaufen, jedoch es muß bedenken, daß hier­durch die deutsche Landwirtschaft einer Einnahme beraubt wird, die sie zur Verbesserung ihrer Be­triebe, so wie die deutsche Wirtschaft im allgemeinen, zum Wiederaufbau bitter notwendig haben. Denn es ist klar, nur durch die restlose Verwertung ihrer Erzeugnisse zu gerechten Preisen werden die Erzeuger in die Lage versetzt, wieder Gelder zur Bodenoerbesserung, besseren Düngung, Qualitäts­verbesserung, Mehrerzeugung und Anschaffung der notwendigen technischen Betriebsmittel auszugeben. Dies wirkt sich dann wieder in einer Verminde­rung der Arbeitslosigkeit in den Städten aus und trägt zur Erhöhung des industriellen Umsatzes bei. Wir rufen deshalb der städtischen Verbraucherschaft zu:Kämpft mit in der deutschen Er­zeugungsschlacht!"

letzten V/t Jahrzehnten nicht vergönnt war, von chrem vornehmsten Recht Gebrauch zu machen, als wehrhafte deutsche Männer im Notfall für Volk und Staat mit der Waffe in der Hand eintreten zu dürfen, haben den Zwang einer oft harten Aus­bildung voll Begeisterung und freiwillig auf sich genommen. Sie alle sind auch mit ihren Ange­hörigen herzlich eingeladen zu dieser Feier in ihrem ehemaligen kurzen Standort. Die Feier, die ja erst durch die Wehrgesetzgebung unseres Führers und Kanzlers, des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht, ermöglicht ist, soll, um auch den ärme­ren Volksgenossen den Eintritt möglich zu machen, so billig wie möglich gehalten werden. Für ein Ein­trittsgeld von 0,50 Mark wird eine Festschrift ge­liefert mit Beiträgen von Vorgesetzten und Schützen des Ergänzungs-Bataillons 53 über den Aufbau und das Leben in und bei der Unterkunft in der Gailfchen Fabrik. Besondere Einladung wird an die ehemaligen Angehörigen des Ersatz-Bataillons 53 versandt. Anmeldung der Teilnehmer bis Mittwoch, 22. Januar, auf einfacher Postkarte an Ergänzungs- Bataillon 53 Gießen erwünscht.

Verlängerung der Straßenbahn bis zur Artillerie-Kaserne.

Das Kreisamt Gießen hat die Pläne für die Wei­terführung der elektrischen Straßenbahn (rote Li­nie) in Gießen von der jetzigen Endhaltestelle bis zu der Schneise vor dem Hause Grünberger Straße 42, gegenüber dem Eingang zur Artillerie- Kaserne, vom morgigen 22. Januar bis zum 4. Fe­bruar einschließlich während der üblichen Dienst­stunden (8 bis 13 Uhr und 15 bis 18.30 Uhr) auf Zimmer 6 des Kreisamts zur Einsichtnahme offen­gelegt. Innerhalb dieses Zeitraumes können Ein-

ben. Das geht, solange die Schnelligkeit ein gewisses Maß nicht überschreitet und sich keine sonstigen störenden Umstände geltend machen. Der dahin­rasende Schnellzug ist schon soundsooft ge­filmt worden. Das konnte in der Weise bewirkt werden, daß vor ihm ein anderer Zug dahinfuhr, von dem aus der Film gedreht wurde. Jetzt haben wir aber die neuenfliegenden Züg e", die teils mit Dampflokomotiven, teils elektrisch, teils dieselelektrisch fahren. Hier läßt sich die Aufnahme bei höchster Geschwindigkeit nicht so ohne weiteres von einem zweiten Zug aus durchführen, beson­ders wenn es sich darum handelt, das Triebwerk samt den von ihm ausgehenden Geräuschen in Form eines Tonfilms feftzuhalten.

Diese Aufgabe wurde in anderer Weise gelöst. Die Kamera wurde in der Lokomotive befe- st i g t und so eingerichtet, daß sie selbständig ar­beitete. Das erscheint einfach und war doch schwer, denn wie soll man eine Kamera an einer Dampf­lokomotive erschütterungsfrei befestigen? Die auf die Treibachse wirkenden Hauptkurbeln sind, um das Anfahren zu ermöglichen, um 90 Grad gegenein­ander versetzt. Man strecke den einen Arm senkrecht nach oben, den anderen wagerecht nach vorn, dann mache man die entsprechenden Drehbewegungen. Man wird sofort erkennen, welche Erschütterungen diese Stellung der Hauptkurbeln nach sich zieht. Die Aufnahme des Triebwerks wurde dennoch, und zwar in der Weife durchgeführt, daß unterhalb des rechten Zylinders ein Gestell besonderer Bauart an­gebracht würbe, dessen Plattform gegen die Erschüt­terungen unempfindlich gemacht werden konnte. Auf diese Plattform wurde die eine Kamera gestellt. Eine zweite Kamera, die unter einem anderen Win­kel arbeitete, der ein weiteres Gesichtsfeld nach hin­ten zu erschloß, wurde am äußersten Punkt eines eisernen Gestells angeordnet, das drei Meter weit seitwärts vom vordersten Teil des Lokomotivrah- mens aus herausragte.

Auch hier gelang es, eine Bauart zu finden, die ein ruhiges Arbeiten der Kamera gestattet. Die Strecke, auf der der Zug fuhr, war für selbsttätige Wasseraufnahmen eingerichtet. Ein kleiner Fluß wird in einen Kanal geleitet, der zwi­schen den Schienen entlang fährt. Wenn die Ma­schine Wasser fassen will, braucht der Zug des­wegen nicht anzuhalten. Es wird ein Rohr in den Kanal hinabgelassen, durch das das Wasser in­folge der bei der Fahrt entwickelten Geschwindig­keit emporsteigt und in den Wasserbehälter des Tenders emströmt. Auch dieser Vorgang und sein Verlauf mußten gefilmt werden. Deshalb trat un­ter der Lokomotive noch eine Dritte Kamera

Wendungen gegen die Pläne schriftlich beim Kreis­amt erhoben werden. Nach Ablauf der Frist werden Einwendungen nicht mehr entgegengenommen.

Hervorragendes Ergebnis

der WNdspende im Kreis Gießen.

Die Jägerschaft des Kreises Gießen hat über das Forstamt Gießen das Winterhilfswerk in einer außerordentlich tatkräftigen Weife unterstützt. Die Wildfpende Der Jägerschaft im Kreise Gießen er­brachte nicht weniger Denn 78 Rehe unD 171 Hasen, Die zum Teil in Gießen zubereitet unD verteilt, zum Teil nach Frankfurt a. M. gebracht rourDen, um Dort notleiDenDen Volksgenossen zugute zu kommen.

polizeibencht

Festnahme wegen Abkreibung.

Von Der Kriminalpolizeistelle Gießen roirD uns nutgeteilt:

Vor etwa zehn Tagen murDen in Bleichen- bach ein junges Mädchen und ihr Verehrer wegen Abtreibung festgenommen. Im Laufe Der Ermitt­lungen wurde festgestellt, daß eine ältere Frau in Hanau die Abtreibung bet dem Mädchen gegen Be­zahlung vorgenommen hatte. Auf Grund Der Personenbeschreibung unD Hausbezeichnung konnte Die Frau, Die nach Den Aufzeichnungen Der Krimi­nalpolizei Hanau bereits früher wegen gleicher Straftaten in VerDacht stand, ermittelt und festge- nommen werden. Es handelt sich um eine 60jährige Frau. Obwohl die Beschuldigte hartnäckig leugnet, Dürfte sie auf GrunD Der bestimmten Angaben Der MitbeschulDigten unD Der bei ihr bei Der Durch­suchung ihrer Wohnung unD Körpervisitation vor-

in Tätigkeit, für Die gleichfalls eine von Erschüt­terungen freie Art Der Aufstellung gefunden wurde. Sanft und ruhig fahren trotz ihrer außergewöhn­lichen Geschwindigkeit die neuen schnellen Züge dahin. Die Technik hat es verstanden, ihren Lauf äußerst gleichmäßig zu machen. Das schließt nicht aus, daß doch einmal irgendein Umstand auftau­chen kann, der sich störend geltend macht. Bei einem solchen Zug erfolgte ein merkwürdiges Schwingen Der Wagen, sobald eine be­stimmte Schnelligkeit erreicht war. Die Ursache ließ sich auf gewöhnlichem Weg nicht ermitteln. Des­halb mußte auch hier der Zeitlupenfilm zu Hilfe genommen werden. Es handelte sich Darum, Die Berührungsstelle Der Schiene mit Dem in voller Fahrt außerordentlich schnell sich drehenden Rad in zahlreichen Einzelbildern festzuhalten. Die Ka­mera mußte nahe an Die Schiene herangebracht, es mußte für genügend Beleuchtung und vor allem auch wieder für Erschütterungssreiheit gesorgt werden, wenn die Schwingungen des Wagens ein­traten. Auch hier gelang es, eine allen Anfor­derungen genügende Aufhängung Der Kamera zu finDen. Diese rourDe in einen Kasten eingeschlossen, um sie gegen einzelne Steine zu schützen, Die in­folge Der Schnelligkeit manchmal von Der Schienen­bettung aus emporgeschleudert werden. Räder ver­schiedener Art, alte und neue wurden eingesetzt. Durch die Aufnahme ergab sich der Verdacht, daß die Verjüngung der Räder zwischen Achse und Rad­kranz vielleicht die Ursache der Schwing­gungen sein könnte. Es wurden Räder

ohne jede Verjüngung, aber mit einem Rad­kranz von gleicher Form und Größe wie bisher

geprüft. Die Schwingungen hörten auf, und auch auf den Zeitlupenaufnahmen ließen sich keine grö­ßeren Schwingungen mehr erkennen.

Das blieb auch so, nachdem der Versuchswagen 50 000 Kilometer gefahren mar. Eine Frage, die große Schwierigkeiten bereitete, wurde somit ledig­lich dadurch gelöst, daß es gelang, in rasender Fahrt mit einer schwingungsfrei aufgehängten Zeit­lupenkamera lange Reihen von Aufnahmen zu machen.

Eigene Wagen zur Untersuchung von Tunnels gibt es schon lange. Von ihnen aus werden Die Tunnelwände angeleuchtet, um sie ge­nau beobachten zu können. Besondere Arten von Tunnels erfordern aber besondere Arten derartiger Wagen. Auf einer Strecke mit 29 Tunnels, an denen festgestellt werden muß, ob sich die Tunnel­wölbung nicht verändert hat, wurde ein Wagen in Betrieb gesetzt, Der so leicht ist, Daß er beim Herannahen von Zügen ohne Mühe von zwei

gefundenen Beweisstücke als überführt anzusehen fein. Sie wurde unter Haftbefehl gestellt.

Diebstähle im Vühnenraum Des Sladtthealers.

In den letzten Tagen wurden wiederholt aus Den OarDeroberäumen Der Schauspieler und Der übri­gen Mitspielenden im StaDttheater Geldbeträge aus den Kleidungsstücken entwendet. Auf Grund der Ermittlungen konnte am 18. Januar der in Gießen wohnhafte 18jährige Karl Fischer aus Alsfeld, Der sich Eingang in den Bühnenraum zu verschaffen wußte, ermittelt und festgenommen werden. Fischer ist geständig.

Oie Ehefrau

in her Angestelitenversicherung.

Im Falle der Heirat kann die Ehefrau Des Ver­sicherten nach Der Heirat Die Hälfte Der für sie be­zahlten Beiträge zur Angestelltenversicherung nach § 47 Des AVG. zurückerhalten oder aber diese Ver­sicherung freiwillig fortsetzen. Mit Der Zurückerstat­tung erlischt jeDer Anspruch Der Angestelltenoersiche- rung.

Die Ehefrau Des Versicherten kann, wenn sie sich weiterversichert, im Falle einer Erkrankung, Die Durch eine Kur behoben werden kann, Die Durchfüh­rung eines Heilverfahrens beantragen unD hat, wenn sie berufsunfähia im Sinne Des AVG. wird oDer wenn sie Das 65. Lebensjahr vollenDet hat, An­sprüche auf RuhegelDer aus Der Angestelltenversiche­rung, sofern Die Anwartschaft erhalten unD Die Wartezeit erfüllt ist.

Das Ruhegeld wird auch gezahlt, wenn Der ver­sicherte Ehemann gleichfalls RuhegelDer Der An­gestelltenversicherung erhält. Es können also zwei Renten an eine Familie gezahlt roerDen; allerDings ist es nicht zulässig, Daß zwei Renten an eine Person gezahlt werDen. Im Falle Des ToDes Des Ver­sicherten erhält Dann die Witwe nicht Die Witwen­rente aus Der Versicherung Des Ehemannes zu ihrem Ruhegeld, sondern sie erhält nur die höchste Der beiDen Renten.

Gietzener Wochenmarktpreife.

* Gießen, 20. Jan. Auf Dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, Das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, Das Stück 4 bis 10, Eier, in­ländische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15 bis 16, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 90, Zwie» beln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarz­wurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, Das Pfund 4 Pf., der Zentner 3,30 bis 3,50 Mk., Aepfel, Das Pfund 10 bis 30 Pf., Birnen 25, Nüffe 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Blumenkohl, Das Stück 25 bis 40, Salat 40, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf.

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** D i e Zustellung Der Steuerbe- scheiDe über Die Burger st euer betrifft eine Bekanntmachung Der Bürgermeisterei in un­serem heutigen Anzeigenteil, auf Die wir besonders Hinweisen.

** Nichts damit zu tun. Herr Wilhelm W i ß n e r, Lahnstraße 3, bittet uns mitzuteilen, daß er mit dem Wilhelm Wißner, der in dem Ge­richtsbericht im Gießener Anzeiger vom vorigen Mittwoch genannt wurde, nicht identisch ist und mit der ganzen Strafsache überhaupt nichts zu tun hat.

** Hauptversammlung des Wester» waldvereins Gießen. Die Ortsgruppe Gie­ßen des Westerwaldvereins hielt am Samstag ihre Hauptversammlung ab. Der Ortsgruppenführer Gg. Mader verlas einleitend einen Neujahrsaufruf des Reichswanderführer Prof. Dr. Werner und betonte, daß es sich auch der Gießener Verein zur Aufgabe gefetzt habe, Heimat und Scholle näher kennenzulernen und die Brücken zwischen Stadt und Land zu festigen. Der Jahresbericht für 1935, der sodann zur Verlesung gelangte, ließ gute ideelle Fortschritte erkennen. Es wurden auf Wanderun­gen 900 Kilometer zu Fuß zurückgelegt. 950 Wan­derer nahmen teil. Es wurde von der Ortsgruppe ein Lichtbildervortragsabend, ferner fünf Diet» abenbe, ein Heimatabend abgehalten, zwei Besich­tigungen durchgeführt und eine Großwanderung an

Mann aus den Schienen herausgehoben werden kann. Auf diesem Wagen befindet sich eine Platt­form. Von ihr aus werden schwingende Hebel über die Wände hinweggeführt, deren Drehpunkt genau in der Tunnelachse liegt. Wo sich die Wölbung in­folge irgendwelcher Umstände verengt hat, zeichnen die Hebel weiße Striche auf, so daß die betreffen­den Stellen nachgearbeitet werden können.

Musikverstänhige Ameisen.

Bienen können dazu gebracht werden, Schachteln mit Zucker nach ihrer Farbe zu unterscheiden, Schmetterlinge lernen zwischen Apfelsaft und ande­ren Flüssigkeiten einen Unterschied zu machen, und eine bestimmte Art der Ameisen besitzt ein so hohes Musikoerständnis, daß sie auf Die hohen Stakkato- töne einer Geige reagiert. Das finD nur einige Bei­spiele Des besonders hoch entwickelten Sinnesvermö- gens mancher Insekten, wie Dr. H. Eltringham in einem Vortrag der Entomologischen Gesellschaft in London angeführt hat.Viele Infekten find so hoch organisiert", sagte er,daß ich mich veranlaßt sehe, ihnen in mancher Beziehung Fähigkeiten zu­zuschreiben, die über instinktives Handeln hinaus­gehen. Ameisen erkennen sich untereinander und unterscheiden sich unfehlbar von Mitgliedern einer feindlichen Kolonie. Ebenso ist bei ihnen bekannt­lich die Gewohnheit ausgebildet, sich zu den größten Unternehmungen zweckmäßig zu oereiniaen und so Werke zustande zu bringen, Die im Vergleich zu Der geringen Größe Der Tiere geraDezu als ungeheuer­lich erscheinen."

Hochschulnachrichten.

Vor kurzem starb in Halle, 84 Jahre alt, der emeritierte Professor der Theologie, Geheimer Kon- fiftorialrat D. Dr. Ferdinand Ka11enbusch. Kat- tenbusch war von 1879 bis 1904 in Gießen tätig und hat hier seine bekanntesten Werke (Das apo­stolische Symbol";Konfessionskunde") verfaßt. Von Gießen ging er nach Göttingen und von dort (1906) nach Halle. Hier widmete er sich der Theologiege­schichte (Die deutsche evangelische Theologie seit Schleiermacher", 6. Auflage 1933) und Dem Stu- Di um Luthers, Das in zahlreichen Aufsätzen reiche Früchte trug. Kattenbusch war EhrenDoktor De« Gießener Philosophischen Fakultät. Er blieb aucy nach seinem Fortgang in enger VerbinDung mit Der Theologischen Fakultät unD Der hessischen Pfarrer­schaft.