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Nr. 17 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberheffen)

Dienstag, 2l.ZanuarM6

schreibungen der überschwenglichen Südländer nicht mehr gesteigert werden.

1236 wurden die Mauren vertrieben, und damit hielt die christliche Kultur ihren Einzug. Dieses Jahr stellte einen Wendepunkt dar. Cordoba ver­fiel und verlor seine Bedeutung, da andere Städte an seiner Stelle aufblühten. Und was machte man aus der Moschee? Wenige Tage nach der Eroberung wurde sie der heiligen Jungfrau geweiht. Die Tore nach dem Hof wurden zugemauert, der kost­bare Fußboden mit anderen Steinen bedeckt, die Decke verlor ihr eigenartiges Gepräge, und nicht zuletzt baute man in die Mitte einen gewaltigen Hochaltar hinein, der noch heute wie ein Fremd­körper, ja wie eine Kirche für sich wirkt. Heute sieht man jedoch die Fehler vergangener Jahrhun­derte ein und versucht den alten Zustand wiederher­zustellen. Man hat jedoch schon 40 Jahre damit ver­bracht und ist immer noch nicht fertig geworden.

Wenn auch außer dem steinernen Zeugen nicht mehr viel an die Maurenherrschaft erinnert, so werden doch noch viele Jahrhunderte der maurischen Moschee in Cordoba ihre Bewunderung zollen.

Kurzlebige Städte.

Dor rund 2300 Jahren erbaute Amenophis IV., der Echnaton genannt wurde, eine Stadt, deren Ueberreste vor einiger Zeit von einer britischen Forschungsgesellschaft ausgegraben worden sind. Der ägyptische Herrscher hatte versucht, an Stelle der alten Religion die Verehrung einer einzigen Gott­heit, des Sonnengottes Aton, einzuführen. Er be­gründete bei Tell el Amarna eine neue Residenz. Aber sofort nach seinem Tode wurde die neue Gott­heit abgeschasst, und Amenophis selber brandmarkte man als Ketzerkönig. Rach den gemachten Funden ist die Stadt nicht länger als zehn Jahre bewohnt gewesen. Einen ähnlichen Fall hat die indische Geschichte mit der Stadt Fatepur Sikri aufzuwei­sen, die von dem großen Akbar gegründet worden ist. Dieser Großmogul von Indien, der seine Herr­schaft über ganz Nordindien und das östliche Af­ghanistan ausbreitete, und der eine Verschmelzung der verschiedenen sich bekämpfenden Religionen durch Begründung eines neuen Kultes versuchte, hat die Stadt zu Ehren des Scheichs Salim errich­tet, aber sie wurde nur siebzehn Jahre bewohnt und dann aus einem nicht feststellbaren Grunde von der gesamten Bevölkerung verlassen. Sie hat einen ansehnlichen Umfang, und die herrlichen Palastt befinden sich trotz ihres Alters von ungefähr vier­hundert Jahren noch in gutem Zustand. Seit dem Tode des Scheichs Salim haben die Nachfahren dieses Würdenträgers fein Grab sorglich gepflegt.

Starhemberg lehnt eine Volksabstimmung ab

Die Furcht vor dem Volkswillen

n i ch t d e u

eltkriegs-Alliierten, verdankt, und

Ein freies und unabhängiges Oesterreich liegt im Sinne der göttlichen Weltordnung. Mit diesen Worten begann der Vizekanzler Starhemberg seine Rede vor dem sonntäglichen Generalappell der Vaterländischen Front, und gleich danach prägte er den Satz: Weil wir gute Deutsche sind, müssen wir es energisch ablehnen, in ein politisches System ge­zwungen zu werden, das in seinem innersten Wesen undeutsch und deutschsremd ist. Das scheinen mann­hafte Worte zu sein, die dem österreichischen Vize-

Die Frage ist nur allzu leicht beantwortet.

Was der Vizekanzler als ein im innersten Wesen undeutsches System bezeichnete, das ist nach seiner Meinung nicht etwa der Faschismus, der Völker­bund oder die französische Demokratie, sondern das Deutsche Reich Adolf Hitlers. Was über 40 Millionen erwachsene deutsche Menschen in mehre­ren Abstimmungen als ihr politisches Glaubens­bekenntnis aus freien Stücken bekräftigt haben, was für 40 Millionen erwachsene Menschen Inhalt und Sinn ihres Lebens ist, das also ist nach der Auffassung des österreichischen Vizekanzlers nicht der echte Ausdruck des Deutschtums. Die Berechti­gung, das unverfälschte Deutschtum zu repräsentie­ren, soll offenbar nur dem gegenwärtigen ö st e r -

sozialistischen Bewegung Adolf Hitlers hat es die Vaterländische Front" Schuschniggs und Starhem- bergs bisher ängstlich vermieden, ihre Politik und ihre Auffassung vom Deutschtum mit Hilfe einer Wahl oder Abstimmung durch das Volk in Oe st erreich bestätigen zu lassen.

Starhemberg empfindet den in dieser Unterlassung liegenden Widerspruch augenscheinlich selbst sehr stark, denn er hat sich vor den Amtsträgern der

sügung ständen. Da der reichsdeutsche National­sozialismus nicht die Absicht hat, mit der Vater­ländischen Front in Konkurrenz zu treten, kann Starhemberg nur die Propaganda der österreichi­schen Nationalsozialisten im Auge gehabt haben. Wenn sich die Wiener Regierung aber nicht einmal dieser innerösterreichischen Propaganda gewachsen fühlt, so ist das ein bezeichnendes Einge- ständnis der Schwäche des gegenwärtigen österreichischen Systems.

So wie in diesem Punkte Starhemberg keine positive Lösung des deutsch-österreichischen Problems zu geben vermochte, so war auch seine ganze Rede von inneren Widersprüchen durchzogen. Besonders deutlich wurde diese Unsicherheit, als Starhemberg aus die staatliche Zukunft Oesterreichs zu sprechen kam. Es sei unmöglich, ein Oesterreich der Zukunft

wir, wohin gehen wir?" Das immer noch unbe­friedigte Sehnen habe endlich seine Erfüllung ge­funden in dem schlichten, namenlosen Zimmer­mannssohn aus Nazareth, der nicht nur gewaltiger predigte als die Schriftgelehrten und darum vom Volke verstanden wurde, sondern der auch durch sein Leben die Wahrheit seiner Erkenntnis bewies. Als Parallele hierzu entwickelte der Redner ein Bild des deutschen Sehnens nach der großen Volks­gemeinschaft durch Jahrhunderte hin, die Kämpfe und Nöte in diesem Ringen und das langsame Weiterschreiten auf dem Wege zu diesem Ziel. Dann sei, genau wie vor 1935 Jahren ein einfacher Mensch, der namenlose Gefreite des Weltkrieges, gekommen und habe das große deutsche Sehnen gestillt. Auch er habe anders und gewaltiger ge­redet als die Schriftgelehrten, und auch er sei vom Volke verstanden worden. So habe das Werk der deutschen Einigung geschehen können, die Aufer­stehung aus Schmach und Schande.

Der Minister sagte, es sei Unsinn zu glauben,

reichischen Regierungssystem zustehen. Es ist aber nicht recht erfindlich, aus welchen Tat­sachen die Wiener Machthaber diesen Anspruch her­leiten wollen. Denn im Gegensatz zur national1

Spruche der

baß die jetzige Wiener Regierung sich auf Gnade oder Ungnade einem außerdeutschen Zwange unterworfen hat. Um so erstaun­licher ist es, wenn ein Mitglied eben dieser Regie­rung so tapfere, freiheitliche Gedanken vertritt. Hat Starhemberg sein eigenes Programm verraten?

kanzler alle Ehre machen und die wir Reichsdeut­schen gerne unterstreichen würden. Denn es ist ja gerade das Unglück des jetzigen österreichi­schen Staates, daß er sein Entstehen fremden, ~ e ro a 11 e n , nämlich dem

in Konkurrenz zu treten mit den Mitteln, die den Nationalsozialisten zur Verfügung ständen.

Aus dem Funktionärappell am Sonntag erwähnte auch Bundeskanzler Dr. Schuschnigg, daß man in der letzten Zeit in Oesterreich ver­suche, für eine Volksabstimmung Propa­ganda zu machen. Je mehr man aber glaube, die Regierung zwingen zu können, d e st o später werde die Volksabstimmung durchgeführt werden. Er freue sich, feststellen zu können, daß Oesterreich begründete Aussicht habe, durch Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zu den Nachbar st aaten, zu denen bisher nicht die nötige Fühlung bestanden habe, einen Fortschritt in der Konsolidierung des Landes zu machen.

Fürst Starhemberg erklärte, daß ein freies und unabhängiges Oesterreich im Sinne der christ­lichen Weltordnung liege. Einen Anschluß Oesterreichs an Deutschland, einen Zu­sammenschluß Oesterreichs mit deutschen Stämmen in der Form, daß Oesterreich in ein zentralistisches Reich eingegliedert würde, lehne er ab. Der Kampf gegen die Anschluß-Ideologie sei ein Haupt­programmpunkt der Vaterländischen Front. Wenn er die Theorie bekämpfe, daß Oesterreich ein wider­rechtlich abgetrennter Teil des Deutschen Reiches sei, daß Oesterreich nicht eine Provinz von Groß- Deutschland werden dürfe, so schließe diese Auf­fassung sein Bekenntnis zu einem gesunden deut­schen Denken nicht aus. Gerade weil er und seine Freunde gute Deutsche seien, wollten sie i m Sinne der österreichischen Vergangen­heit den Weg in die Zukunft gestalten. Er müsse es ablehnen, in ein politisches System gezwungen zu werden, das seinem innersten Wesen nach un­deutsch und deutschfremd sei. Wenn es Leute in Oesterreich gebe, die behaupteten, daß der Anschluß

gestalten zu wollen, das nicht in irgendeiner Form in der Vergangenheit verwurzelt sei. Diese Ver­gangenheit aver heißt für Starhemberg: Habs­burg. Mit Nachdruck betonte der Bundesführer derVaterländischen Front", daß der Begriff Habs­burg untrennbar mit dem Vaterlande verbunden fei und daß die monarchistische Propaganda absolut in der Richtung derVaterländischen Front" liege. Um den Oesterreichern diesen Braten schmackhaft zu machen, verteidigte Starhemberg die Habsburger Familie gegen den Vorwurf, sie sei eine degenerier­tes, undeutsches Herrscherhaus. Herr Starhemberg hätte das nicht tun sollen. Vielleicht saß unter den Zuhörern einer seiner alten Kampf­genossen aus jener Zeit, da der einstige Heimwehr­führer die Habsburger selbst als Spanier be­zeichnete. Starhemberg sollte überhaupt etwas vorsichtiger in der Beurteilung seines künftigen Herrscherhauses sein, denn jeder, der die Familien­geschichte der Habsburger kennt, weiß, daß der Thronprätendent Otto zwar einen deutschen Vater gehabt hat, daß aber seine Mutter Zita aus dem welschen Hause Bourbon-Parma stammt. Die jetzt noch lebende, in Steenockerzeel residierende Ex­kaiserin Zita aber war es, die im Großen Kriege das deutsch-österreichische Heer an ihre Verwandten in Frankreich und Italien verriet, diese mit einer ungeheuren Blutschuld beladene Frau ist es, die im Zusammenspiel mit allen deutschfeindlichen Kräften des Auslandes die Rückkehr ihres Sohnes auf den Thron der Väter in Wien betreibt. Starhemberg aber preist das Haus Habsburg als ein deutsches Haus. Man kann es dem deutschen Volke in Oester­reich wahrlich nicht Übelnehmen, wenn es sich leidenschaftlich dagegen wehrt, unter dem Dache dieser Monarchie zu wohnen.

Der Sinn dieser ganzen monarchischen Propa­ganda wird sofort klar, wenn man hört, wie der Vizekanzler und Führer der schwarz-gelben Front die Anschlußfrage behandelt. Er sieht im Anschluß Oesterreichs ein zentralistisches Reich, in dem Oesterreich nichts als eineProvinz" Groß­deutschlands wäre. Gegen diese Ideologie zu kämp­fen, sei die Hauptaufgabe der Vaterländischen Front. Starhembergs Sorge, bei einer Volksab­stimmung unangenehme Überraschungen zu erle­ben, ist mehr als bezeichnend.

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Reichsminister Kerrl spricht zu den Krauen Hannovers.

Wien, 20. Jan. (DNB.) Die Vaterlän­dische Front hat am Sonntag einen Funk- tionärappell abgehalten, bei dem Bundes­kanzler Dr. Sch u sch n i g g und Vizekanzler F ü r st Starhemberg gesprochen haben. Am Tage vor­her hielt die Vaterländische Front eine Presse­konferenz ab, auf der Vizekanzler Fürst Starhemberg die Vaterländische Front als gemeinsame Plattform für verschiedene politische Gruppen bezeichnete, die allmählich zu einem Kampfblock z u s a m m e n w a ch s e n wollten, der eine e inheitliche Zielsetzung im Ra h- m e n des Dollfuß-Programms haben solle Der Grundsatz werde praktisch durchgesetzt werden, daß niemand außer der Vaterländischen Front berechtigt sei, in Oesterreich Politik zu ma­chen. Dieser Grundsatz behindere in keiner Weise das politische Mitbestimmungsrecht der öfterreichi= schen Bevölkerung, da die Vaterländische Front zwei Millionen Mitglieder zähle und das vater­ländische Oesterreich verkörpere. Jeder, der vom Staat bezahlt werde, müsse auch der Vaterländi­schen Front angehören. Das habe nichts zu tun mit einem absolut undeutschen Kadaver-Gehorsam gegen­über der Staatsführung (!). Fürst Starhemberg wandte sich dann gegen die vielfach verbreitete Auf­fassung, daß es im heutigen Oesterreich zwei mit­einander um d i e Vormacht ringende Richtungen gebe, die Richtung Schusch­niggs und die Richtung Starhembergs. Allerdings bestünden innerhalb der Vaterländischen Front verschiedenartige Auffassungen über viele Probleme des öffentlichen Lebens und es würden über die Probleme innerhalb der Vater­ländischen Front Diskussionen geführt. Da sei aber durchaus begrüßenswert.

Starhemberg wandte sich ferner gegen die Ge­rüchte, d"ß er nach dem Thron oder der Reichsverweserschaft in Oe st erreich ft r e b e. Eine Monarchie in Oesterreich sei nur möglich, wenn sie den historisch-traditionellen Wünschen entspreche. Es sei aber falsch, daß man nun etwa am Vorabend der Ausrufung der Mon­archie stehe. Kaiser Otto werde sich niemals unter solcher Voraussetzung ausrufen lassen, da er bestimmt keinerlei Erschütterungen der Ruhe Euro­pas heraufbeschwören wolle und eine Monarchie in Oesterreich stets in der Gesamtheit des österrei­chischen Volkes verwurzelt fein müsse.

Starhemberg begründete dann den Totali­tätsanspruch der Vaterländischen Front. Er werde mit allen Mitteln danach streben, daß sämt­liche P o st e n des öffentlichen Lebens ausnahms­los, und möge es sich auch um die scheinbar be­deutungslosesten Posten, beispielsweise eines Ver­einsvorstandes in irgendeinem kleinen Orte han­deln. ausschließlich von Oesterreichern, die be­wußte Oesterreicher sind, besetzt würden. Auf eine Anfrage, wie stark die kommende Mi- l i z sein würde, antwortete Fürst Starhemberg, es würden alle Mitglieder der Wehrverbände, soweit sie sittlich einwandfrei wären, in die Miliz über­nommen werden.

Aus eine weitere Frage, was an den Gerüch­ten über eine bevorstehende Bolfsab ff im­mun g wäre, erwiderte Fürst Starhemberg. eine Volksabstimmung komme in abseh­barer Zeit in Oe st erreich nicht in Frage. Wohl werde erwogen, im Rahmen der ständischen Körperschaften nach Möglichkeit dem Gedanken der Wahlen Rechnung zu tragen. An sich könne Oesterreich eine Volksabstimmung wohl abhallen, wenn es die Garantie hätte, daß diese unbeeiufluh- bar ^i. Eine Abstimmung fei aber Sache der Propaganda, und diese hänge ab von den zur Verfügung stehenden Witteln. 3n die­ser Hinsicht sei Oesterreich nicht in der Lage,

tete nämlich, eine Abstimmung fei Sache der Propaganda und diese hänge ab von den zur Verfügung stehenden Mitteln. Der österreichische Staat könne aber nicht in Konkurrenz treten mit den Mitteln, die den Nationalsozialisten zur Ver-

an das heutige Deutschland vereinbar sei mit einem richtigen und ehrlichen Bekenntnis zum Vaterland, so sage er, das sei Schwindel und Betrug.

Zum innerpolitischen Kurs erklärte Fürst Starhemberg:Radikaler, systematischer und hartnäckigr als bisher wollen wir den Kampf gegen versteckte und offene Feinde des vater­ländischen Gedankens führen. Nicht nur die öffentlichen Angestellten, nicht nur die Beamten und Angehörigen der bewaffneten Wacht müssen vaterländisch denken und verlieren das Recht, öffentliche Funktionen auszuüben, wenn sie nicht bewußt und erprobt vaterländisch sind, sondern auch in der Wirtschaft haben Vaterlandsfeinde nicht mehr das Recht, aus der österreichischen Volkswirtschaft zu leben. Wir find entschlossen, stärker und gröber als bisher zuzupacken." Eine gesunde monarchistische Propa­ganda liege absolut in der Richtung des vaterlän­dischen Gedankens. Er könne sich vorstellen, daß einmal der Zeitpunkt komme, wo die Begriffe Habsburg und Oesterreich wieder zu beider Glück und Aufblühen zusammenkämen, nicht nur zu Nutz und Frommen Oesterreichs, sondern zum Heile ganz Europas. Er wandte sich dann gegen die Art, mit der die nationale Propaganda in Oester­reich früher den habsburgischen Gedan- k e n gegeißelt habe. Von dieser Seite sei erklärt worden, Habsburg sei ein degeneriertes, undeut­sches Herrscherhaus und deshalb abzulehnen. Diese verlogene Legendenbildung über das Haus Habs­burg werde er bekämpfen, weil die Schaffung dieser Legenden Oesterreich schade.

Hannover, 19. Jan. (DNB.) Im Kuppelsaal der Stadthalle sprach vor den Amtsträgern der N S. - F r a u e n s ch a f t Reichsminister K e r r l. Er knüpfte an das Raabe-Wort an:Habt Acht auf die Sachen, schaut auf zu den Sternen!" das für die Kämpfer der Bewegung heiße, zwar auf das Alltägliche des Lebens zu achten, sich darin aber stark, Denn er yal iicy vor oen zimisiragern uer nicht zu verlieren, sondern das Hochziel der Vaterländischen Front" heftig wenn auch erfolg- Bewegung nie aus den Augen zu lassen.

los bemüht, diesen Mangel zu erklären. Er behaup-1 Der Minister ging aus von der uralten Frage i.i. ..n-ri-r. tut.r«: x-' * menschlichen Suchens und Sehnens:Woher kommen

geben dem Ganzen ein heiteres Gepräge.

Cordoba zehrt von feiner Vergangenheit. Schon

beutenbfte Schöpfung der maurisch-religiösen Kunst in Spanien. Staunend steht man vor dem gewal­tigen Kunstwerk. Dian mag unsere gotischen Dome noch so sehr ins Herz geschlossen haben, man kann dem Kunstempfinden der Mauren seine Achtung nicht versagen. Monumentalität war ein wichtiger Faktor. Iftaä) den verschiedenen Erweiterungen nimmt die Moschee ein Rechteck von 180 Meter

X 130 Meter ein. Der gewaltige Komplex ist von einer zinnengekrönten Mauer umgeben. Durch den Turm für die Muezzin (Rufer des Gebets) gelangt man in den Patio de los Naranjos, der feinen Namen nach dort stehenden Apfelsinenbäumen hat. Es herrscht eine feierliche Stille in diesem einstma­ligen Hof der Reinigungen, wo die Araber sich auf den Antritt in das Heiligtum vorbereiteten.

Betritt man das Innere der Mafchee, so mag es zunächst wundernehmen, daß man hier keine hohen Schiffe mit gewaltigen Pfeilern antrifft. Man sieht nur Säulen und immer wieder Säulen, über 850 an der Zahl. Unwillkürlich wird jeder Besucher von ehrfürchtiger Andacht gepackt. Die Stimmung wird durch das Halbdunkel des Lichtes gewaltig beeinflußt. Der Raumeindruck ist über­wältigend. Die Perspektive all der verschiedenen Säulen verschiebt sich bei jedem Schritt. Die Ge­samthöhe des Innern beträgt nur 11 Meter, wobei die Säulen im allgemeinen das Maß von 4 Me­tern nicht überschreiten. Die verbindenden weiß- roten Hufeisenbogen geben dem Ganzen zunächst ein befremdendes Gepräge. Man zählt 19 schmale Längsschiffe, die alle durch einen Bogen nach dem Hof geöffnet waren. Gegenüber befinden sich die Gebetsnischen, die dem Gesamteindruck die rechte Harmonie verliehen. Der Fußboden war einst voll­kommen mit Mosaik ausgestattet. Die Decke be­stand aus geschnitztem Balkenwerk, das in rot-gold- blauen Farben erstrahlte. Dazu hatte jedes Längs- schiff wieder eine andersgeartete Decke.

Dieses Wunder der Baukunst läßt es uns be­greiflich erscheinen, daß Cordoba der bedeutendste Wallfahrtsort des westlichen Islams wurde. Der Glanz der Stadt konnte nach den orientalischen Be­

stürzten mit einem metallischen Ton auf den Estrich; sie glänzten hell in dem Flurdunkel.

Der Bauer traf feine Tochter weinend über den

goldenen Spänen.

Cordoba und die Mauren

13 on Dr. $r h Zeffel, Madrid.

Er wollte ihr eine Birke Umschlagen.

Die nicht! Sie ist krank. Es hat ihr jemand einen

C Da °wand*'er sich 3U einem alten mächtigen

Lia roanuie vi r o crox**««« hielt le nen

nichts mehr."

Halte die Schürze her." .

Er hackte die Späne hinein, wartete gar nicht auf zentrum des Islams. Studierende aus dem ganzen den Dank, sondern verschwand im Gebüsch. Dem Abendlande kamen hierher. Der Höhepunkt der Mädchen aber wurde die Schürze immer schwerer, i Blütezeit fiel in das 10. Jahrhundert.

daß sie kaum noch die Zipfel in den schmerzenden £a5 bedeutendste Denkmal aus jener Zeit ist die Fingern halten konnte. Auf der Schwelle des Hauses ehema[ige Hauptmoschee des westlichen Islams. Sie mußte sie die Schurze fallen lasten, und die Spane - &er größten Kirchen der Welt und die be- ri.-: molnfftirhort T nn nut hert flrftrim- .1 ... .. .. ' - -r. . <^..._ri

Der schadet nichts mehr", sagte der Bärtige. I in Cordoba sest, nachdem er aus Damaskus ver- Das Mädchen schaute den Baum von allen Seiten 1 trieben worden war. Er erklärte feine Uuabhängig- qenau an, dann stimmte es zu:Nein, dem schadet feit vom Kalifat des Ostens. Cordoba wurde die

- " Hauptstadt des spanischen Kalifats. Bald wurde es

eine der reichsten Städte Europas und ein Kultur-

unhon,.. Iaate ... ml[ ,el|tlll ________ zur Römerzeit war di- Zeit em strategisch wichtiger

haben? sagte mn i f Bie W-stgot-nz-it ist ziemlich purios vorbei-

Es ist gut brummte der inan, u im r,qan(,etL gine Epoche der Blut- erlebte die Stadt

vor der Holzsammlerin her. Sie h e nun aue 8 8 9 fierr(d,^[t der Mauren. Nach der ent-

Sch°u verloren und fürchtete sich mcht m-yr.- Di- unr-r^-e^^ I^i Zeres de la Frontera im

beiden kamen an den Waldrand, 9l 1 » oahre 711 hielten sie auch hier ihren Einzug. Adder-

dorrte Fohre mit abgestorbenen A-sten und rot- W^711 der Omajaden setzte sich

braunen Nadeln 1

Bettelumkehr.

Von Josef Friedrich perkonig.

Ein Bergbauer, dem die schiefen Aecker und Wiesen wenig eintrugen, geriet schließlich in Schul­den. Sein Weib starb vor Kummer, Knecht und Magd verließen ihn, so daß er nur mehr mit feiner Tochter hauste. Und die ganze Gegend nannte den verwahrlosten Hof nur noch dieBettelumkehr . Weil der letzte Bergteil schon verkauft war, muhte die Tochter in fremden Wald gehen, um Holz zu holen. Aber wie sie auch suchte, sie fand kein dürres Reisig in den Farnkräutern und keine trockenen Fichten- und Föhrenzapfen auf dem Moose. Als sie eben heimkehren wollte und traurig war, weil sie nun nicht einmal die Abendmilch sieden konnte, trat ein bärtiger Mann aus dem Gesträuch. Er trug eine Hacke auf der Schulter und sah unheimlich aus. Das Mädchen erschrak bis tief in ihr Herz hinein, als er sie mit rauher Stimme anredete:

Was tust du hier im Wald?"

Ich bin arm und suche abgefallenes Holz, er­widerte sie voll Angst.

Du hast ja eine leere Schürze."

Ach, ich kann keines finden, der Wald ist wie De2a$minfte ihr der Mann, daß sie ihm folgen

Sie zögerte eine Weile, aber endlich ging sie ihm langsam nach, tiefer und tiefer in ben Wald hinein. Bei einer Tanne hielt er, hob die Axt, um Holz vom Stamm zu spalten.

Nicht von diesem Baum", bat sie,er ist so schon UT1I)a9nriUn)oUte er ihr von einem anderen die Schürze °°^cht"von diesem, es ist ein Spechtnest in dem Stämme; die Vögel würden sich erschrecken.

Ties und nachhaltig sind die Eindrücke, die Cor­doba auf jeden Fremden ausübt. Am nördlichen Ufer einer großen Schleife des Guadalquivir und am Fuße der Sierra de Cordoba, einem Ausläufer der Sierra Morena, ist die Stadt wunderhübsch ge­legen. Noch heute erkennt man den Grundriß der einstmals maurischen Stadt. Enge, winklige Gassen deuten an, daß man früher mit dem Raum sehr sparsam umgegangen ist. Dort stehen viele kleine Häuser mit entzückenden Höfen, in die man von der Straße hineinsehen kann. Hohe Palmen zieren sie häufig. Hier und auf den Straßen trifft man Apfel­sinenbäume, von denen in dieser Jahreszeit die reifen Früchte herabhängen. Nach Norden erstreckt sich der moderne Teil der Stadt mit seinen breiten Straßen und Alleen, mit seinen Caf6s, in denen der Spanier so gern seine freien Stunden verbringt, und mit den Klubs, wo man nur Manner antrifft, die das Straßenleben betrachten und dabei ihre Dis­kussionen über die neuesten Tagesereignisse fuhren. Das Klima ist im Winter milde. Nur ganz wenige Häuser haben Heizung. Cordoba ist eine typisch an­dalusische Stadt, wo man die Männer des einfachen Da wancu- er U=) »u .................Volkes noch mit den bekannten breitkrempigen Hüten

Stranf aber bie Hand des Mädchens hielt fernen sich,. Jungen ziehen singend durch die Straßen und isirunr, aver uic>/- v Lu.« x.« runr,« ein heiteres Kevraae.

bereits hoch erhobenen Arm.

, Seht Ihr nicht, daß die Ameisen dann ihr Haus haben?", sagte sie mit leisem Dorwurf.