Ausgabe 
20.7.1936
 
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besprochen. Mit Dankesworten an die Erschienenen

kommenden Jahr die Einfuhr dieses Samens auf und vor allem für die vielen Anregungen beschloß das allernotwendigste beschränkt jein wird. Sehr der Vorsitzende die Versammlung in üblicher Weise.

Hierauf

Oberheffen

Fahne in

des Reichs übergegangen. LPD. Bad-Rauh ei

Serlungssingen des Kreises Ohm-Lmdatal

<1

Fahnenweihe des Gesangvereins ,/<5ermonio// Lauter

Nachdruck verboten!

29. Fortsetzung.

Fahne! Wir folgen dir!

Fahne! Dich lieben wir.

Wir schwören mit Herz und Hand getreu auf Leben und Tod zu singen für Führer und Vaterland um Freiheit, Arbeit und Gott!"

In reger Aussprache wurden viele praktische Er­fahrungen ausgetauscht. So wurde u. a. daran er­innert, daß namentlich die Aussaat desRiesen­honigklees" sehr vorsichtig vorgenommen werden soll, damit kein Samen verloren geht, weil im

ausführlich wurde die auf der Station der Gießener Ortsfachgruppe sehr befriedigend ausgefallene

Königinnenzucht

.........heim, 18. Juli. In einer Lehmgrube verunglückte ein 39jähriger Werk­meister dadurch, daß das Förderseil der Kipp­wagen riß und mit seinem schweren Ende gegen den Kopf des Unglücklichen schlua. Der Werkmeister wurde ins Krankenhaus geschafft, wo er nach mehre­ren Stunden seinen schweren Verletzungen

wieder gelenkig zu machen.Ich bin doch kein Waschweib."

Na, das bist net. Aber das Grausn wird dir komm, wann i dir's sagen wollt. Der Data hat Bankerott gemacht. Jetzt is die Polizei hinter ihm drein, und das Madl hat bei mir Unterschlupf gsucht. Und jetzt muß i's versteckt haltn, und niemand soll wissn, daß 's da is. Die Haar könntn dir grau werdn, wenn man bloß dran denkt. Haft was gehört?" fragt er ängstlich, als Steffen nach der Tür horchte.

Es hat jemand gerufen!"

Mit zwei Sätzen war der Lois draußen.

Ist Wolfgang gekommen?" fragte Maria über das Treppengeländer geneigt.

Jessas na! Tun's net glei neigehn?! Das kann Ihnen ja 's Leben kostn! Glei gehn S' net!" Er war ganz blaß im Gesicht, als er wieder zu Steffen ins Zimmer trat.Jetzt hat's Angst ghabt, es könnt einer kommen fein, der ihr was antun will."

Was für einer?" Steffens Blick lag durchdrin­gend in dem seinen.

Von der Polizei halt."

Du belügst mich, Lois!" Der schüttelt nur den Kopf.Doch!" beharrte Steffen.Ich glaubte, mehr Vertrauen von dir erwarten zu dürfen."

I derf dir's ja net sagn! I kann ja net!" Hor- nester legte den Kopf verzweifelt gegen die weiß­gescheuerte Tischplatte, hob ihn unvermittelt und sah Steffen geradewegs an.Kennst einen Herrn Amselmann in der Stadt drinnen?"

Rein."

Mächtig reich is er."

Der Lois seufzte, als müßte er die Zugspitze ab­tragen.Dem gehört das Madl."

Ach so! Nicht dir also?"

Nein! I muß bloß aufpassen drauf."

Auf ein großes Mädchen", lachte Rolf abfalltg. Na, da hast du ja eine nette Beschäftigung. Aber bei Frauenzimmern dieser Art hilft auch die beste Beaufsichtigung nichts. Die bleiben was sie sind ..."

Du!--" Der Lois ächzte mit geballten Fäu­

sten, sein Atem keuchte dicht vor Steffens Gesicht. Du!--" Dann war es vorbei. Die Schultern

fielen ihm nach vorne, und ein verzweifeltes Lä­cheln stand um seinen Mund.Das hättst net sagn dürfn, Steffen, das net. Magst 'naufgehn zu ihr und magst dir's anschaun?"

4- Lauter, 19. Juli. Unser vom großen Ver­kehr etwas abseits gelegenes Dorf, das lang hin­gestreckt in einem Tale, durchkreuzt von der Straße GrunbergL-aubach liegt, aber durch seine großen Obstanlagen, besonders Kirschen und Aepfel, einen guten Ruf genießt, hatte am Sonntag seinen großen Tag: Fahnenweihe des GesangvereinsGermania" und Wertungssingen des Kreises Ohm-Lumdatal! Seit der Schulhauseinweihung im Jahre 1910 hatte keine größere Veranstaltung in unserem Dorfe statt­gesunden und so hatte man alles aufgeboten, um dieses Fest: Fahnenweihe und Wertungssingen wür­dig zu begehen.

Als Einleitung fand am Samstagabend am Ehrenhain vor dem Garten des Schulhauses eine

Gedenkfeier

statt. Bei der sich bann anschließenden geselligen Feier aus dem Festplatze, der an der Straße nach Laubach gelegen, gab der Vereinsführer H. V i e h l eine eingehende Schilderung über den im Jahre 1900 gegründeten Verein und seine Geschichte.

28. Landesfeuerwehrtag in Nieder-Olm

Heber 800 oberhessische Feuerwehrmänner in Rheinhessen.

Verfluchtes Gold!

jRoman von 3- Echneider-Zoerstl.

Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.

land" von Hermann Grabner.

Hierauf erfolgte durch den Vertreter der Partei, Kreisamtsleiter H e h (Grünberg), die Weihe der zur Anheftung an die Dereinsfahnen bestimmten Haken- kreuzwimvel. Eingehend schilderte der Redner, wie durch diese Handlung die hinter den Fahnen mar- schierenden Sänger zu treuen Anhängern des Füh­rers und seiner Bewegung werden sollten, und wie die Partei die Arbeit der Gesangvereine als echte, wahre Arbeit an Volk und Vaterland zu schätzen wisse und daher daran Anteil nehme. Die Haken­kreuzwimpel weihte er dann durch Berührung mit der Sturmfahne des SA.-Sturmes 3/116 (Grünberg), während Kreisführer Gengnagel sie alsdann an die Vereinsfahnen heftete.

Die Fahnen folgender Vereine erhielten Wimpel: Lauter, Burg-Gemünden, Göbelnrod, Weickartshain, Stockhausen, Queckborn, Ober-Ohmen, Grünberg mit den beiden VereinenMännerchor" undSänger­kranz", Lehnheim, Reinhardshain, Nieder-Gemün- den, Saasen, Ruppertenrod, Groß-Eichen, Larden­bach und Harbach. Als Schluß der Kundgebung er­klangen dann die beiden MassenchöreNur die Tat macht frei" (Komponist unbekannt) undKameraden, wir marschieren (Jürgen Niel).

Der Zug ordnete sich hierauf wieder und mar­schierte zum Festplatz. Für den festgebenden Verein jprach hier der Vereinsführer die Begrüßungsworte, worauf noch Choroorträge verschiedener Kreis- und Gastvereine folgten.

Den Ausklang bildete Tanz und Volksfest, das bei günstigem Wetter einen guten Verlauf nahm, wäh- , rend die Vorfeier am Samstagabend unter anhalten- | dem Regen etwas beeinträchtigt wurde.

Nieder-Olm, im Herzen Rheinhessens, im lieblichen Selztal, am Fuße rebenumkränzter Hügel gelegen, stand am Samstag und Sonntag im Zeichen des 28. Landesfeuerwehrtages. Bereits am Samstag­vormittag trafen Vertreter der Wehren ein, uub ber Sonberzug aus Oberhessen brachte am Nachmittag die Vertreter unserer heimischen Wehren in den Festort.

Die Straßen prangten zu Ehren der aus ganz Hessen herbeigeeilten Feuerwehrleute in festlichem Schmuck. Nach dem Eintreffen der oberhessischen Kameraden begann sofort in zwei Sälen die Ta­gung.

Landesfeuerwehrführer Müller begrüßte die Vertreter der Regierung, der Brandversicherungs­kammer, des Reichsstatthalters und der Feuerwehr­kameraden.

Der Präsident der Brandversicherungskammer sagte weitere Unterstützung zu. Beigeordneter H o r n - Nieder-Olm überbrachte den Willkommen­gruß der Gemeinde und wünschte der Tagung vollen Erfolg.

Daraufhin hielt der Landesfeuerwehrführer eine kurze Aussprache, in der er der Toten des Welt­krieges, der Bewegung und der Feuerwehren ge­dachte. Die nun beginnende eigentliche Arbeits­tagung bezeichnet er als Führerschulung. Die fachliche Ausbildung dagegen geschehe auf der Feuerwehrschule.

Es wurden sodann einige Telegramme verlesen, in denen der Tagung guter Erfolg gewünscht wurde. Gauleiter Sprenger war durch Kreis­leiter Dr. Hildebrandt-Gießen vertreten.

Präsident Krebs von der Btandversicherungs- kammer erhielt für seine Verdienste um das Feuer­löschwesen das Feuerwehrehrenkreuz. Sodann folgte die Ehrung einiger verdienter Feuerwehrkameraden durch Überreichung des Hessischen Feuerwehr- Ehrenkreuzes. Auch der Landesfeuerwehrführer Müller erhielt das Ehrenkreuz und von dem

Er füllte eben das zweite Glas, als unten ein Schlitten vorfuhr, der Rolf Steffen brachte. Stef­fen läutete erst gar nicht lange, ließ die Dackel kläf­fen und stapfte durch den Schnee nach dem Haus. Grüß Gott, Lois! Ist das nicht fix gegangen? Steht es schlimm?" rief er unter der Tür.

Besser geht's! Mein Gott, was tut man denn net, wenn man sich nimmer z' helfen weiß. Jetzt hat's dich aber richtig ausgfrorn. Magst net retn- kornmen zu mir?" . ,

Natürlich!" sagte Rolf.Reizend hast du s, lobte er, in die niedere Stube tretend." Da kann man schon seine Freude haben. Wenn ich etwas durchwärmt bin, führst du mich zu der Kranken.

Ja, ja!" stotterte der Lois.Z'erst machst dir's aber a bisserl kommod. Weißt, Steffen, es war gar nimmer notwendig i mein weil s halt grad so gut schlafn tut das Madl/

Steffen wurde aufmerksam.Hör einmal Lots, vor mir brauchst du dich nicht zu genieren und fein Versteckspiel zu treiben. Was ist denn eigentlich los? Ich glaube, ich weiß es, auch wenn du mir s nicht eingestehen willst: du hast etwas angefangen.

Lois sank auf die Bank neben dem ^enfter unb fühlte, wie ihm bie Knie zitterten.Was soll i beim angfangt habn, Steffen? Was beim.

Weißt bu's wirklich nicht?"

Nix weiß i! Wahr unb wahrhaftig, Steffen. Unb bann in jähem Begreifen.A so meinst s. Na, na, bas mußt net benken!"

Ich habe dich boch nicht gekränkt?" entschulbigte sich Rolf. r

Woher beim! Aber weißt, Steffen $trr5 gott von Ninive! Der Lois würbe jetzt mit Kratzen hinter ben Ohren kaum mehr fertig.A ganz a verzwickte Gschicht is bas! A ganz a verzwickte. Wann i reben bürst, Steffen, ba tätft fchaun!'

Warum barfft bu benn nicht reden?" verwun­derte sich Rolf, die Hände reibend, um feine Finger

Danke, jetzt nicht mehr. Ich habe für alle Fälle eine Medizin für sie mitgebracht. Wenn es eine gewöhnliche Erkältung ist, hilft sie sicher. Wenn nicht, mußt du einen Arzt holen. Ihr Herr Amsel­mann wird sicher für alles aufkommen."

Für alles, ja!" sagte der Lois treuherzig, der sich vorkam, als sitze er auf einem Karussell, das sich mit rasender Geschwindigkeit im Kreise drehte. Wenn Sie's wissn tat, Rolf, möcht's nimmer lebn. Aber sie weiß ja nix."

So empfindlich ist die Kleine", spottete Steffen. Armer Kerl!" Dabei schüttelte er den Lois an den Schultern.Laß dir einen Rat geben: schau, daß du sie aus dem Hause bringst. Dieser Herr Amselmann soll sich einen anderen Wärter für seine Geliebte suchen. Für dich ist sie eine Gefahr."

Die die das Madl meinst?"

Das Mädl, ja. Sei doch ehrlich, Lois! Mach mir doch nichts vor! Du bist ja selber verliebt in sie."

Hornester lachte, daß ihm die Tränen kamen.I bin verliebt in sie! Das hab' i selber noch net gwußt."

Das glaube ich dir aufs Wort. Aber jetzt weißt du's."

Jetzt weiß i's, ja, Steffen. Also i bin verliebt in sie! Da wird s' aber schaun, wann i ihr das sag."

Du machst ihr sicher eine Freude mit diesem Ge­ständnis." _ ä

Allweil, Steffen! Trink jetzt dein Tee. Das derfst mir net abschlagn", drängte er, als Rolf die Tasse beiseite schob.Schau, ber geht ja net auf d' Rech­nung von Herrn Amselmann. Den hab' i selber zahlt aus meiner Taschn."

Steffen lächelte, setzte bie Tasse an den Mund unb trank.Bist boch ein guter Kerl, Lois!" sagte er bann. Mit einem schweren Atemzug erhob er sich von ber Bank, burchquerte bie Stube unb blieb vor dem Ofen stehen.Möchtest bu dich verbessern?

Verbessern? A na! Mir paßt's ganz gut ba. I weiß schon, was b meinst", sagte er, als Rost zu sprechen beginnen wollte.In b' Stabt pass i net nein, Steffen. Da is 's mir z' eng, weißt. I brauch Lust und Sonn' und Wald unb Berg, und bas hab' i alles ba in ber Grainau. So lang mich ber Herr Amselmann bhalt, bleib i."

Unb wenn das Mädchen eines Tages geht?

A so, bas Mabl, bas laßt bir keine Ruh' mehr", sagte er ernst.Schad, daß dir's net anschaun magst. Aber is vielleicht besser, net.--Also: wann das

Madl geht, nachher bin i halt wieder alleinigs. Das macht aber nix. Magst noch a Schalerl Tee?"

Danke! Aber wenn du einen Schluck Milch für mich hast?"

Freili. An ganzen Liter kannst habn. Magst a Haut drauf? Oder soll i's durchseihn? Sie will s' allweil durchgseiht habn."

Ich nicht!"

Möchst einen Zucker in bie Milch?"

Danke, lieber eine Brise Salz."

Akkurat wie sie! Sie will a allweil a Salz drinnen habn, unb's schmeckt so grauslig. Du, wer hätt' das seinerzeit beim Straßenbau denkt, daß wir uns da wieder treffn tätn?"

Ja, es ist merkwürdig", meinte Steffen.

Hast jetzt a sicheres Brot?" erkundigte sich Hör- nefter.

Ich bin noch immer nichts, mein Lieber. Mein Examen beginnt erst im Mai. Aber meine Mutter lebt jetzt wieder mit meinem Vater zusammen. Er ist der Sänger Steffanelli."

Dann bist also jetzt ein Herr Amselmann?"

So ähnlich, ja!" Diesmal mußte Rolf doch herz­lich lachen.Ich hätte dir so gern gholfen", sagte er bann.Aber bu willst ja nicht."

Na, bank bir schön. Wann i mich aber wirklich einmal nimmer auskennen sollt, bann nimm i mir schon bie Courage unb such dich auf, ober i schreib' bir. Bloh a Frag' hätt' i gern noch beantwort' ghabt."

Welche?"

Bist gar nimmer verliebt in bas Mabl weißt schon damals?"

Steffens Gesicht wurde abweisend.Ich habe dir schon in Garmisch gesagt, daß ich sie vergessen habe. Vollkommen! Vielleicht ist sie auch bei einem Herrn Amselmann. Sehr wahrscheinlich sogar."

Und bu hilfst ihr net!" rief ber Lois empört, Laßt sie einfach bem anbern?"

Wie soll ich ihr benn helfen?" erwiderte Steffen. Ich denke, ich bin ihr alles, komme in ihre Woh­nung und muß mir sagen! assen, daß sie fort ist. Kein Mensch weiß wohin. Einfach verschwunden. Ich warte Tage, Wochen, feine Zeile von ihr. Nichts." Fortsetzung folgt.

(Großen-Buseck);Eintracht" Reinhardshain, Mu­siker Sommer lad (Beuern);Eintracht" Nieder- Gemünden, Lehrer Graulich (Burg-Gemünden); Eintracht" Saasen, Musiker Volk (Gr.-Buseck); Liederkranz" Ruppertenrod, Musiker D a u p e r t (Ulrichstein) undGesangverein" Groß-Eichen, Leh­rer Appenheimer.

Nach beendigtem We'rtungssinaen fand in An­wesenheit der Vereinsführer unb Chorleiter eine Kritik statt. Der Wertungsrichter wies zunächst auf bie heute bestehenben mancherlei Schwierig­keiten ber Gesangspflege hin. Demgegenüber be­tonte er, baß er im hiesigen Kreise eine gute Leistungsstufe habe feststellen können, ebenso er­freulich sei es, baß auch bie neuere Gesangsliteratur gepflegt werbe. Weiterhin folgte bann eine Be­sprechung der Einzelleistungen. Den Bundesver- einen wird außerdem nochmals eine schriftliche Be­wertung ihrer Leistung zuaesanbt.

Nach einer Probe der Massenchöre und einer etwa einftünbigen Mittagspause fand ein

festlicher Umzug

durchs geschmückte Dorf statt. Voraus Reiter, bann im Wagen Ehrenmitglieber des festgebenden Ver­eins, darunter auch die beiden ersten Vereins- birigenten: Lehrer i. R. Krebel (Friebberg) unb Lehrer Benber (Lang-Göns), dann Schulmäd­chen, weißgekleidete Jungfrauen mit ber noch in ber Hülle ruhenben Fahne, ber Dorstanb bes Kreises unb hierauf nach Stimmen georbnet die Sänger ber Kreisvereine. Am Ehrenmal vor dem Schul- Haufe fand dann eine

Kundgebung

statt. Mächtig erklang unter Stabführung von Kreischormeister Dönges (Merlau) als Begrü­ßungschorDeutschland! Heil'ger Name!" von W. Baußnern. Die Begrüßungsansprache hielt Kreisführer Gengnagel (Grünberg), der nach Begrüßungsworten an die Vertreter ber Partei und ben Sangesbrüdern der Kreisvereine auch die Gast- vereine aus dem benachbarten Chattiakreis will­kommen hieß und besonders den wieder erstandenen Sängerkranz" Grünberg als neues Mitglied im Deutschen Sängerbund und daher als Kreisverein begrüßte. Nach einem von Fräulein M. Rinker vorgetragenen Fahnenspruch weihte der Kreisführer die neue Fahne mit den Worten:

Der Sonntagvormittag brachte das

Wertungssingen.

Beteiligt waren dabei die Vereine des südlichen und östlichen Teiles des Kreises, da die im nördlichen Gebiet des Kreises gelegenen Vereine ihr Wer­tungssingen bereits am 5. Juli in Londor.f abge­halten hatten.

Folgende 15 Kreisvereine unter ihren Chor­leitern stellten sich dem Wertungsrichter, Musik­direktor Dr. Werner (Frankfurt a. M.):Ger­mania" Lauter, Ernst Nicolai (Großen-Buseck); Eintracht" Burg-Gemünden, Lehrer Graulich; Eintracht" Göbelnrod, Lehrer Allendörfer; Liederkranz" Flensungen, Lehrer Dönges (Mer­lau);Männergesangverein" Weickartshain, Lehrer Langohr;Liederkranz" Stockhausen, Lehrer Ranft;Jugendtreu" Queckborn, Musiker Rud. Nicolai (Großen-Buseck);Germania" Ober- Ohmen, Musiker Daupert (Ulrichstein);Män­nerchor" Grünberg, Musiklehrer Leib (Gießen); Liederkranz" Lehnheim, Musiker Rud. Nicolai

erlag.

+ Aus der nordwestlichen Wetterau, 19. Juli. Das ersehnte Erntewetter hat sich einge­stellt. Wenn in den nächsten Wochen alles das gut eingebracht werden kann, was auf den Aeckern steht, bann wirb unsere Gegenb eine Rekordernte wie seit Jahren nicht erzielen. Sowohl die Winter- wie bie Sommerfrucht stehen sehr gut. Un­sere Gegenb ist von schweren Unwettern, wie sie bie jübliche Wetterau erleben mußte, verschont geblie­ben. Allerbings liegen viele Getreidefelber auf ebe­ner Erbe, was ein beschwerliches Ernten bes Getrei- bes zur Folge hat. Die Maschine kann nicht wie in ben anberen Jahren ausgiebig benutzt werben. Die zu ermartenbe gute Ernte wirb ben Landwirt für biefe Mehrarbeit entschäbigen. Die Hackfrüchte ha­ben sich unter ber Feuchtigkeit ber letzten Wochen auch sehr gut entwickelt. So sind auch hier die Ernteaussichten recht erfreulich. Einen geringen Er­trag bringen in diesem Jahr die Apfelbaume. Besser sind die Aussichten für Mirabellen, Pflaumen und Zwetschen, ebenso reichlich wie fast jedes Jahr tra­gen die Birnbäume. Der in unserer Gegend nicht seltene Walnußbaum dürste in diesem Herbst recht erträglich sein. Die Beerenernte in ben Gärten war burchweg recht befriebigenb. In reicher Menge gab es Stachel- unb Johannisbeeren, nicht minder er­tragreich waren die Himbeersträucher und die Erd- beerbeete.

Kreis Friedberg.

pb Butzbach, 19. Juli. Der Inhaber des Hotels Hessischer Hof, Herr Alwin Fricke, hat ab 1. Au­gust d. I. das Hotel nebst bem großen Saal an ben Besitzer bes Nassauer Hofes in Weilburg, Herrn Herrn. Müller, verpachtet. Das Hotel wird am 1. August geschloffen, um umgebaut und neu her­gerichtet zu werben. Das zum Anwesen gehörige Kino nebst bem CafL wirb von bem seitherigen Be­sitzer weiter betrieben. In letzter Zeit hat mehr­facher Besitzwechsel von Geschäften ftattgefunben, so ist bas Geschäftshaus von Simon am Marktplatz von Schuhmachermeister Chr. Rotharbt ange­kauft, unb basjenige von Jsibor Krämer, Wei- feler Straße, von Kaufmann B e r n b t erworben worben. Weiterhin ist ber sog. Benbersche Amthof zwischen dem ehemal. Oberförsterei­gebäude unb dem Amtsgerichtsgebäude in den Besitz

Österreichischen Feuerwehrverband das Österreichi­sche Feuerwehrkreuz I. Klasse.

Es folgte nun der Vortrag des Kreisfeuerwehr- führers Leichter- Neu-Isenburg über dieA l a r- mierung ländlicher Feuerwehre n", wo­bei er besonders über öffentlichen Alarm und stillen Alarm sprach.

Weiter sprach ein Vertreter des Reichsluftschutzes über dieZusammenarbeitvon Lufts chutz und Feuerwehren.

Es wurde bekanntgegeben, daß beabsichtigt ist, die Feuerwehrfachschule für das ganze Jahr hin­durch einzurichten. Für diesen Zweck wird von den Wehren pro Mitglied und Jahr ein Beitrag von 10 Pf. gefordert, dem die Versammlung zustimmte.

Branddirektor N o e h l - Mainz gab nun Aus­kunft über verschiedene Anfragen. Kreisseuerwehr- führer Wernher - Oppenheim gab Auskunft über Einteilung und Neugliederung der Wehren. Branddirektor N o e h l - Mainz refe­rierte über Katastrophentaktik und bie Feuerlöschgesetzgebung. Da nun die Feuerwehren als Polizei-Exekutive anerkannt sind und neben der Wehrmacht und der Polizei öffent­lichen Sicherheitsdienst bei Gefahren ausüben, sind bie (Semeinben verpflichtet, bie Kosten für die Weh­ren zu tragen.

Landesfeuerwehrführer Müller dankte ber ©emeinbe Nieber-Olm und den Nachbargemeinden für die freundliche Aufnahme. Je ein Telegramm an den Führer unb Reichskanzler, sowie an ben Reichsstatthalter unb Gauleiter Sprenger, in bem 6000 hessische Feuerwehrleute Treue unb Ge­folgschaft gelobten, wurden abgefanbt.

Mit dem Horst-Wessel-Lied und dem Deutsch­landlied wurde die Tagung geschlossen. Der Sams­tagabend war der Begrüßung und Ehrung der Nieder-Olmer Wehr zu ihrem 50jährigen Bestehen gewidmet. Trotz des schweren Gewitters haben sich tausende Feuerwehrleute eingefunden, die den hei-

nahm Dereinsführer V i e h l die neue v__.z______die Obhut bes Vereins. Fräulein E. Ro ck

überreichte fobann eine von ben Jungfrauen und Frauen bes Ortes gestiftete Fahnenschleife. Dann übergab ber Vereinsführer die Fahne bem Fahnen­träger H. Peter, ber sie in Treue zu tragen ver­sprach. Es folgte ber GesamtchorFür Deutsch-

Tödlicher DerkehrSunfall zwischen Lich und Nieder-Bessingen.

* Lich, 20. Juli. In ber vergangenen Nacht gegen 1 Uhr ereignete sich auf ber Straße zwischen Lich und Nieber-Bessinaen ein schwerer Verkehrs­unfall Ein Motorradfahrer namens Willi Kauf­mann aus Kelkheim im Taunus stieß mit einem Radfahrer zujammen und erlitt dabei Verletzungen, die seinen Tod zur Folge hatten. Der Radfahrer, ein Mann aus Pohlgöns, kam mit leichteren Ver­letzungen davon, lieber die Ursache des Unfalls liegen nähere Meldungen noch nicht vor. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.

Landkreis Gießen.

T Mainzlar, 19. Juli. Nach dem Standes­amtsregister wurden hier in der Zeit vom 1. Januar bis 30 Juni geboren 9, Eheschließungen fanden 5 statt, (Sterbefälle 6.

D ß i cfa, 17. Juli. Gestern gegen 19 Uhr ereignete sich an der Ecke Butzbacher Straße und Gießener Straße vor dem Eingang zum Schlohpark em Ber­ke h rs u n f a l l. Ein aus der Garbenteicher Straße in die Butzbacher Straße einbiegender Motor r a d- fahrer aus Münzenberg konnte bie unübersicht­liche, scharfe Kurve nicht in vorschriftsmäßiger Weise nehmen unb gelangte auf bie linke Straßenseite, wobei er auf ein entgegenEommenbes Lieferauto auffuhr. Obwohl beide Fahrzeuge sofort scharf brem­sten, war der Anprall so stark, daß das Motorrad einige Meter zurückgeschleudert wurde wobei der Fahrer unter das Kraftrad zu liegen kam. Außer einigen nicht unerheblichen Beinverletzungen kam der Verunglückte noch glimpflich davon, lediglich Die Maschine wurde stark bejchädigt.

+ Grünberg, 19. Juli. Am Samstagnach­mittag ereignete sich hier ein Slutounfall, ber glücklicherweise glimpflich abging. Ein Auto aus Berlin, bas von ber Rosengasse aus beim Ein­biegen in bie Alsfelder Straße anscheinend nicht weit genug rechts ausbog, wurde von einem ent­gegenkommenden Auto stark an der Unken Seite angefahren. Dadurch wurde es schwer beschädigt, zum Glück blieben aber die beiden Insassen unver­letzt. Der Zusammenstoß entbehrte nicht einer ge­wissen Komik, denn das anstoßende Auto, das aus dem Kreise Alsfeld stammt unb auf seinem Ver­deck mehrere Körbe mit Heibelbeeren trug, entleerte diese Labung größtenteils auf bie Straße. Da es unversehrt blieb, konnte es nach ben sofort auf­genommenen polizeilichen Feststellungen seine Fahrt fortsetzen, währenb die Weiterfahrt des Berliner Autos erst nach mehrstündigen Reparaturarbeiten möglich war.