Ausgabe 
20.5.1936
 
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Oie Deutsche Reichsbahn im Jubiläumsjahr 1935.

Ein Spiegel -es allgemeinen Aufstiegs -er -rutschen Wirtfchafi.

Genfer Apparat beherrschte, mochten diese Bemühun­gen nützlich und folgerichtig erscheinen. Mit welcher Bedenkenlosigkeit die französische Dormachtspolitik dabei verfuhr, in welchem Matze sie auf diese Weise den anderen Mitgliedern ihren eigenen Willen als Recht" aufzwang, ist zur Genüge bekannt.

Frellich, um so größer war auch die Verlegenheit, als im italienisch-abessinischen Konflikt zum ersten­mal das Genfer Gesetz und die französischen Inter­essen auseinanderklafften. Das groteske Schauspiel begab sich, daß ausgerechnet die Macht, die bisher den Genfer Ueberstaat schaffen wollte, nun zum glühendsten Verfechter der Freiheit der Mitglieder wurde. In krassem Widerspruch zu seinem bisherigen Verhalten rückte Frankreich nun auf einmal den Grundsatz der Entschließungsfreiheit der Mitglieder in den Vordergrund. Wenn dieser Wechsel des Standpunktes einer tieferen Einsicht ent­sprungen wäre, so hätte sich hier eine vernünftige Entwicklung anbahnen können. Damit war aller­dings kaum zu rechnen. Wenn die französische Politik was die Zukunft anbetrifft die eben gewonne­nen Erkenntnisie wieder verleugnet, wenn sie aber­mals den Standpunkt wechselt und einer Verschär­fung des Artikels 16 das Wort redet, so beweist sie damit aufs neue, daß sie im Völkerbund auch weiter­hin nur ein Instrument zur Wahrneh­mung ihrer eigenen Interessen erblicken will.

Wie aber gedenkt England sich zu verhalten, jenes England, das bisher eine vernünftigere Auf­fassung vom Völkerbund vertreten hat? Heute sehen wir es ebenfalls auf dem Wege, feinen bisherigen Ansichten abzuschwören. Herr Baldwin proklamiert die Notwendigkeit automatischer Sanktionen, mili­tärische Maßnahmen seien ein Teil der kollektiven Sicherheit, das genaue Gegenteil also dessen, was England im Abefsinienkonflikt vertreten und gefor­dert hat. Man klagt heute in England über den Pre­stigeverlust der englischen Politik. Glaubt man ihn durch solche Wendigkeit etwa auszugleichen? Das Gegenteil ist der Fall. Denn diese Wendung läßt doch nur den fatalen Schluß zu, daß sie allein von eigensüchtigen Interessen diktiert ist, daß England mit einem automatisch wirksam werdenden Völker­bund eben besser zu fahren gedenkt. Herr Baldwin hat so das Kunststück fertig bekommen, auch die frü­here, vernünftigere Völkerbundspolitik seines Lan­des vor der Welt noch nachträglich zu diskreditieren und als ein Erzeugnis eigensüchtiger Interessen­erwägungen bloßzustellen.

All dies ist kein guter Auftakt. Aber abgesehen von der bedenklichen Gesinnung, die sich hier bei zwei führenden Völkerbundsmächten offenbart auch in sachlicher Hinsicht widerspricht das Streben nach Verschärfung des Artikels 16 allen wahren Erfordernissen. Es ist gewiß richtig und notwendig, aus den Erfahrungen mit dem Sank­tionsfeldzug gegen Italien zu lernen, und die man­gelnde Durchschlagskraft lediglich finanzieller und wirtschaftlicher Sanktionen mag den Gedanken an militärische Maßnahmen nahelegen. Trotzdem ist dieser Schluß im tiessten Grunde falsch. Denn die Verhängung von Sanktionen, die Anwendung des Artikels 16 also, ist ja nurdas Schluß st adium einer kollektiven Aktion. Und die Mißstände des Genfer Kollektivismus haben sich gerade bei den vorhergehenden Etappen herausgebildet. Sie sind vor allem in der Art und Weise begründet, wie bisher die kollektive Aktion in Gang gebracht werden konnte. Wer den nötigen machtpolitischen Druck anfetzen konnte, der brachte auch den Genfer Apparat für sich in Bewegung. Die kleineren Staaten können davon ein Lied singen. Sie haben zur Genüge erkannt, daß ihre Mitwirkung am Genfer Kollektivismus zwar schwere Opfer fordert, aber immer mehr darauf hinausläuft, von Stärke­ren und Einflußreicheren für deren Zwecke miß­braucht zu werden. Durch eine mehr automatisch'e Gestaltung des Sanktionsmechanismus würde diese Gefahr nicht beseitigt, sondern nur gesteigert wer­den. Es ergäbe sich eine Konstruktion, die, lediglich auf die Interessen der Großmächte zugeschnitten, alle anderen Mitglieder noch mehr als bisher deren Diktat ausliefern würde.

Cs ist überhaupt die Frage, ob ein Zustand des Völkerlebens möglich ist, bei dem die Nationen, ohneRücksicht auf ihreInteressen allein den Forderungen abstrakter Normen folgen. Die Idee, daß alle Staaten, ausnahmslos, jeden Vorstoß gegen das internationale Recht als gegen s i ch gerichtet empfinden sollen, ist allzu theoretisch. Es wird bei jedem Konflikt immer Interessierte und Uninteressierte geben, und so gewiß die Völker dem Gesetz der nationalen Ehre zu folgen wissen, so fremd werden sie doch immer den Ansprüchen aus­legungsfähiger Paragraphen gegenüberstehen. Frankreich konnte den deutschen Schrill vom 7. März bis zum Ermüden alsfeindselige Hand­lung" hinstellen, nicht einmal das französische Volk wäre gegen dieseAngriffshandlung" zu mo­bilisieren gewesen. Nicht ein blutleerer Ueberstaat kann das Ziel der Volkerbundsreform sein. Die Staatsmänner werden vielmehr zu den natürlichen Gegebenheiten und Grundgesetzen des Dölkerlebens zurückfinden und auf dieser Grundlage einen Döl- kerbunb gestalten müssen, der i n w e i s e r S e l b st- beschränkung, unter Verzicht auf gefährliche Illusionen, dem Frieden und dem Fortschritt wirk­lich dienen kann.

Japan und -ie Flottenfrage.

T o k i o , 20. Mai. (DNB. - Funkspruch, Ostasien- dienst.) Ausländische Agenturen hatten die Nach­richt verbreitet, daß die japanische Regierung be­schlossen habe, England einen Ausgleich im Fernen Osten und ein zweiseitiges Flollenabkommen vor­zuschlagen.Tokyo Nichi Nichi" erklärt, diese Nach­richt beruhe lediglich auf Vermutungen, die ihren Ausgangspunkt in der RegierungserUarung haben. Die japanische Regierung wünscht wohl eine fried­liche Verständigung mit allen Völkern, insbesondere mit den Nachbarstaaten, sowie mit England und Amerika, vorausgesetzt, daß Japan als die aus­schlaggebende Macht im Fernen Olten anerkannt wird. Der Sprecher des Auswärtigen Amtes teilte mit, daß die englische Mitteilung über die von Großbritannien beabsichtigte weitere Indiensthaltung von Zerstörern mit einer Gesamttonnage von 40 000 Tonnen, über die im Flottenvertrag vorgesehene Zerstörertonnage von 150 000 Tonnen hinaus in Tokio eingetroffen sei. Aus der Haltung der japanischen Presse kann man schließen, daß Japan der Absicht der britischen Re­gierung nicht ohne weiteres zustimmen dürfte. Die Blätter vertreten die Auffassung, daß der englische Vorschlag dem Londoner Flöt- tenvertrag widerspreche, und die zwischen­staatlichen Abreden verletze. Die einseitige Ver­mehrung der Zerstörertonnage durch England mache den Londoner Flottenvertrag gegenstandslos.

Es gibt wohl kein anderes Unternehmen in Deutschland, das sich der gleichen Beliebthell und Volkstümlichkeit erfreut wie die Reichsbahn. Fast alle Volksgenossen sind mit diesem Verkehrs­mittel persönlich irgendwie in Berührung gekom­men, fast alle Volksgenossen verfolgen die Fort­schritte der Eisenbahn mit großem Interesse. Wenn es auch nicht jedem vergönnt ist, die jeweils neuesten Schöpfungen der Eisenbahn-Ingenieure selber in Augenschein zu nehmen, so werden doch die Zei­tungsberichte über die Indienststellung neuer Strom» linien-Lokomotiven und neuerfliegender" Züge, über die organisatorischen Glanzleistungen der Reichsbahn bei den großen nationalen Festen oder über die Einführung bedeutsamer technischer Neue­rungen, über die Tarifgestaltung oder über den Ein­satz beiKraft durch Freude'' stets mit größter Aufmerksamkeit gelesen. Im vergangenen Jahr, dem hundertsten der deutschen Eisenbahngeschichte, wurde diese allgemeine Anteilnahme am deutschen Eisenbahnwesen durch eine Reihe von Ereignissen und festlichn Veranstaltungen besonders geweckt.

Und wenn es noch eines Beweises bedurft hätte für die Berechtigung des Stolzes, mit dem das deutsche Volk auf seine Reichsbahn blickt, dann hat diesen Beweis der Geschäftsbericht der Deutschen Reichsbahngesellschaft über das vergan­gene Geschäftsjahr geliefert. Das ist ein umfang­reicher Band von 146 Seiten, und schon dadurch rein äußerlich dokumentierend, welche Bedeutung das größte Verkehrsunternehmen der Welt für unser nationales Wirtschaftsleben besitzt. Wer sich dann noch die Mühe macht, in diesem stattlichen Geschäftsbericht zu blättern, der wird eine Fülle von interessanten und aufschlußreichen Angaben finden, die in jedem einzelnen Falle bestätigen, daß hier wirklich der getreueste Spiegel unseres national­wirtschaftlichen Aufstiegs vorliegt. Aus dem reich­haltigen Material feien hier nur einige wichtige Tatsachen herausgegriffen.

Die Steigerung der Verkehrs- und Betriebsleistungen der Reichsbahn war 1935 im Vergleich zu 1934 so groß, daß der Lei­stungsumfang des letzten Vorkriegsjahres nicht nur erreicht, sondern zum Teil sogar überschritten wurde. So nahmen die beförderten Mengen im Güterverkehr gegenüber 1934 um 14,2 v. H. und gegenüber 1933 um 37,6 v. H. zu. Die Zu­nahme in der Zahl der beförderten Personen betrug 9,5 v. H. gegenüber 1934 rund 20 v. H. gegenüber 1933. Diese erfreuliche Entwick­lung war aber nur möglich auf Grund der all­gemeinen deutschen Wirtschaftsbele- bung, die in steigendem Maße seit 1933 eingesetzt hat und deren natürliche Folge eben ein (e b fy a f >

Grä felfing bei München, 19. Mai. (DNB.) Ein grauer trüber Himmel spannt sich über Gräfel­fing. Der Ort ist heute eine einzige Trauergemeinde. Umflorte Fahnen wehen von allen Häusern. Ueber- all ruht die Arbeit. Ein langes Spalier von trau­ernden Volksgenossen säumt die Wege zum neuen Friedhof außerhalb des Ortes. SS.-Männer halten den Eingang zur Friedhofskapelle frei. Auf einem dunkelrot ausgeschlagenen und mit Tannengirlan­den geschmückten Sockel ruht der Sarg. Ein rot- samtenes Tuch mit schwarzem Hakenkreuz auf wei­ßem Grunde deckt ihn. Vor dem Sarge liegt das schwarzsamtene Kissen mit den Orden und Aus­zeichnungen. Vier Sturmführer der SS. halten mit blanken Degen die Totenwache. Um 10 Uhr rücken die Fahnen an: voraus die Blutfahne, dann folgen die Fahnen der StandarteDeutschland", der SS.- Standarten 1 und 34, der SA., des NSKK., der Politischen Leiter. Eine Abordnung des Stoßtrupps Hitler ist angetreten. Die Män­ner tragen die feldgraue Mütze, die gleiche, wie sie in der ersten Kampfzeit getragen wurde, als Julius Schreck, der Gründer des Stoßtrupps, noch in ihren Reihen stand. Alle tragen den Blutorden. Inmitten der Stoßtruppführer steht die einzige Trägerin die­ser Auszeichnung, Schwester Pia. Die Forma­tionen der Bewegung, SS.-Verfügungstrupp, die Totenkopfverbände, SA., NSKK., HI., Politische Leiter schließen den Ring um die Grabstätte.

Die Trauerseier.

Nun krachen zwölf Böllerschüsse in die Stille des Friedhofes, sie künden die Ankunft des Füh­rers, der in langsamer Fahrt durch das dichte Spalier der trauernden Volksgenossen gefahren kommt. Der Führer tritt mit tiefernsten Zügen an das Fußende des Sarges und erhebt die Hand zum letzten Gruß. In der Begleitung des Führers befinden sich der Stellvertreter des Füh­rers, Reichsminister Rudolf Heß, Reichs­pressechef Dr. Dietrich, Obergruppenführer Brückner und Brigadeführer Sch a u b. Ein riesiger Kranz aus Lorbeer mit weißen Lilien, den der Führer seinem toten Kameraden und Mitkämp­fer widmet, trägt in seinen Schleifen das Hoheits­zeichen und die Inschrift:Meinem alten treuen Mitkämpfer und lieben Kameraden Julius Schreck Adolf Hiller." Der Führer stellt sich an den rechten Flügel des Führerkorps der Partei. Man sieht' Generaloberst Göring, die Reichsminister Dr. Goebbels, Darrs und Frick, den Stabs­chef der AS. Lutze, den Reichsführer-SS. Himmler, den Korpsführer NSKK. Hühnlein, die Reichsleiter, den Botschaften von Ribben­trop, zahlreiche Gruppenführer und Gauleller, darunter auch Gauleiter Sprenger, Obergrup­penführer Sepp Dietrich, die Adjutanten Oberst- leutnant Hohbach und Standartenführer Wiede­mann, Flugkapitän Baur und die beiden Aerzte Dr. Brand und Dr. Hasse.

Der Musikzug der StandarteDeutschland" spielt feierlich und ernstDeutsche Trauermusik" von Dr. Hanfstaengl._ Dr. Schott tritt an den Katafalk. Seiner Gedächtnisansprache legt er das Wort zu Grunde: ,Laß kommen die Hölle, mit mir zu strei­ten / Ich will durch Tod und Teufel reiten!"

Er feiert den Toten als einen der Treuesten und Tapfersten und Redlichsten. Neun Jahre hat er den ehrenvollen Posten eines ständigen Begleiters am Steuer des Wagens des Führers ausgefüllt. In dem Bewußtsein, uns, dem Volke das Teuerste, das wir heute besitzen, durch taufend Gefahren hindurch gerettet zu haben, durste der Verblichene die Augen für immer schließen. Er war dem Führer aber nirfji bloß der absolut verläßliche Steuermann, er mar ihm der Volksgenosse, der mit ihm ein

terer Warenaustausch und ein erwei­terter Reiseverkehr ist, dessen Bewältigung die Aufgabe der Reichsbahn darstellt.

Mit der stell ansteigenden Linie dieser Derkehrs- ziffern kann zwar die Entwicklung der Ein­nahmen nicht ganz Schritt hatten, weil die Deutsche Reichsbahn nicht ein privatkapitalistisches Profitunternehmen, sondern ein s o z i a l i st i s ch e s Gemeinschaftsunternehmen des deutschen Volkes ist, und well sie deshalb im Gesamtinteresse von Volk, Staat und Wirtschaft Maßnahmen durch­führen mußte, die die Einnahmeseite belasteten. Man denke nur an die Förderung der einheimischen Rohstoffversorgung, an die Frachtermäßigungen für die Förderung der nationalen Arbeit, an Die Fracht­freiheit für Transporte des Winterhilfswerks und an die zahlreichen Tarifermäßigungen im Personen­verkehr. Trotz aller dieser einschränkenden Umstände vermehrten sich die Einnahmen im Güterverkehr um 8,6 o. H. gegenüber 1934 und um 28,1 v. H. gegenüber 1933, im Perso­nenverkehr um 7,8 v. H. gegenüber 1934 und um 16,9 v. H. gegenüber 1933. Ein überzeugendes Bild von der Wiedererstarkung des deutschen Wirt­schaftslebens und von der entsprechenden Besserung des Gefchäftsergebnisses der Reichsbahn erhält man jedoch erst, wenn man die Gesamtausgaben den Gesamteinnahmen der Betriebsrechnung gegenüberstellt. Es ergibt sich dann ein Ueber - schuß von 152,2 Millionen Mark! Im Gefchäftsjahr 1934 betrug aber der Ueberfchuß nur 24 Millionen Mark, während 1933 und 1932 sogar Fehlbeträge von 136 Millionen Mark bzw. 66,7 Millionen Mark ausgewiesen werden mußten.

Bei der Bemessung und Verteilung der Ausgaben hat sich die Reichsbahn auch im vergangenen Jahre von den gemeinwirtschaftlichen und sozialen Ideen des neuen Staates leiten lassen. Das kommt schon dadurch zum Ausdruck, daß die Perfonalaus- gaben in Höhe von 2335 Millionen Reichsmark mit 68,13 v. H. aller Betriebsausgaben Den wich­tigsten und größten Ausgabeposten der Be­triebsrechnung von 1935 bildeten. Daneben sind durch die sachlichen Ausgaben für die Betriebs­führung sowie für die Unterhaltung und Erneue­rung Der Bahnanlagen und Fahrzeuge im Jahre 1935 insgesamt etwa 1,5 Milliarden RM. der deutschen Wirtschaft zugeflossen. Dabei ist be­sonders beachtenswert, daß diese Arbeiten 1935 erst­malig im Rahmen des regelmäßigen Wirtfchaftsplanes finanziert wurden und nicht in Der Form eines besonderen Arbeitsbefchaf- fungsprogramms zusätzlicher Art wie 1933 und 1934. Die Jnitialzündung der ersten Arbeitsbeschaffungs­aktion hat gewirkt, der Motor Der deutschen Wirt-

Stück Leben, ein Lebensschicksal teilen durfte. Dieses Glück ist ihm bis zuletzt vergönnt geblieben. Das man auch für Die Hinterbliebenen ein Trost und tiefoeglückendes Gefühl fein: er hat das Vertrauen des Führers genossen bis in feine letzten Stunden!

Ein Mann vom Stoßtrupp Hitler nimmt das Ordenskiffen, ein anderer Mütze und Degen. Sechs SS.-Führer heben den Sarg auf. Hinter Dem Sarge folgen die Hinterbliebenen, dann Der Führer mit Dem Führerkorps.

Unter Den Klängen Des Chopinfchen Trauer­marsches trifft Der Trauerzug am Grabe ein. Sal­ven krachen, Die Musik spielt Den Präfentiermarfch. Unter feinen Klängen wird Der Sarg in Das Grab gesenkt.

Reichssjjhrer SS. Himmler

tritt vor Das Graft SolDatisch kurz und ernst sind feine Worte:Nach zwanzig Jahren Kampf ruht nun Dein Leib, Du hast gekämpft unD nur an Kampf unb Treue geDacht bis z u Deinem letzten Tage. Du warst Derjenige, Der Den Stoßtrupp Hitler gründete, Du warst Derjenige, Der im Jahre 1925 Die erfte Staffel Dieser heute größten Schutzstaffel in München ge- grünDet hat. JmmernurwarstDuim Dien ft, zwanzig Jahre Deines Lebens, von Dem Augenblick an, als Du SolDat würbest. Immer nur wärest Du beDacht, von Dem Augenblick an, als Du Den Mann, Der unser Führer ist, kennenlerntest, lerntest, ihm treu zu sein unD ihm zu Dienen. Du warst einer von denen, die sich bemühten, ihm jeden Wunsch und jeden Gedanken von den Augen abzulesen und zu erfüllen, warst einer von Denen, Die niemals an s i ch gedacht haben, und Du bist ein Vorb ilD an Tapferkeit unD Kühnheit. So rauh, wie Du nach außen warst, innerlich warst Du ein gütiger Mensch und warst mit Recht beliebt. Du bist ein Held unserer Zeit, hast gekämpft und

schäft läuft heute selbsttätig auf immer höheren Tourenzahlen.

Leider reichte Der Ueberfchuß der Betriebsrech- nung von 152,22 (24,05) Mill. Mark nicht^aus, um Die Lasten der Gesamtrechnung zu Decken. So konn­ten der gesetzlichen Ausgleichsrücklage statt Der vorgesehenen 2 v. H. Der gesamten Be­triebseinnahmen 71,7 Mill Mark nur 27L Mill. Mark, D. h. 44,2 Mill. Mark zu wenig, zugeführt werben. Auch Die Rücklage für Die Einziehung von Vorzugsaktien, Die 1935 in Höhe von 36 Mill. Mark hätte gebilDet werben müssen, konnte nicht beDacht werDen. Die Reichsbahn muß mit allem Nachdruck Dahin streben. Den Ausgleich ihrer Gesamtrechnung auf anDere Weise sicherzustellen. Ohne Schaffung neuer Einnahmen wäre ein Fehlbetrag von 29 Mill. Mark zu erwarten ge­wesen, Der sich bei Durchführung DringenD notwen» Diger weiterer Unterhaltungs- und (Erneuerung^ arbeiten mit einem Aufwand von 136 Mill. Mark auf 165 Mill. Mark erhöht haben würde. Zur Deckung dieses Bedarfs mußten 100 Mill. Mark auf tarifarifchem Wege hereingehott wer­den, während Der Restbetrag von 65 Mill. Mark aus erwartetem weiterem Verkehrszu­wachs ,'Ober auch aus erneuten Sparmatz- nah m en in Der Verwaltung Der Deutschen Reichs­bahn erbracht werben soll. Es ist zu hoffen, baß mit bem Gesetz über Den Güterfernverkehr mit Kraftfahrzeugen Das schwierige Problem des Verhältnisses zwischen Güterfernverkehrsgewerbe unb Reichsbahn einer Lösung Angeführt ist. Die Den beiDerfeifiaen Belangen bienen und ber deutschen Volkswirtschaft zum Nutzen gereicht n wird. Der Reichsbahn-Regelgütertarif blieb nach Höhe und Aufbau auch 1935 unverändert. Mit Wirkung vom 20. Januar 1936 sind die Güter - und Tier­tarife mit einem 5prozentigen Zuschlag belegt Das erscheint vielleicht als eine Härte gegenüber Der Wirtschaft, aber anderseits ist die Reichsbahn zur Erfüllung ihrer großen nationalen und sozialen Aufgaben gezwungen, in Zukunft ihre notwendigen Ausgaben durch eine organische Steigerung der Ein­nahmen auszugleichen.

Der ganze Geschäftsbericht für das Jubiläums- fahr Der Reichsbahn ist durchzogen von dem Wil­len, der Volks ge samt hei t und dem natio­nalsozialistischen Staat zu dienen. Der Führer hat den deutschen Eisenbahnern bei Den Iubiläumsfeier- lichkeiten in Nürnberg selber Den Weg gewiesen: So wie einst Die Deutsche Reichsbahn mitgewirkt hat, Grundlagen zu schaffen für Die politische (Eini­gung Der deutschen Nation, so wirb bieses gewaltige Unternehmen auch in Zukunft bie Grundlagen mit» schaffen für den sozialistischen Aufbau des Reiches!"

bist nun Vorbild. Und so sehen wir dich, und so nehmen wir von dir Abschied für die Erdenzeit, die jeder von uns noch zu leben hat. Wir wissen, wir alle treffen uns an einem Ort, in einem Ge­danken, in einem Kampf wieder, wo wir auch in dem großen Weltall des Herrgotts fein mögen. Und so, wie wir kämpfen, bienst bu brüben in Walhall für deinen Führer für die Bewegung und für Deutschland!"

Die Musik spielt das Lied vom guten Kameraden, die Fahnen senken sich. Dann legt ber Führer den Kranz nieder, den er seinem unveroeßlichen Julius Schreck widmet. Schweigend in tiefster Er­griffenheit nimmt der Führer Abschied von seinem Kameraden. Nachdem dann die übrigen Kränze am Grabe ihren Platz gesunden hatten, fährt Der Reichsführer-SS. Himmler fort:Wir haben uns nun von dir verabschiedet. Du lebst in unseren Reihen so, als ob du noch da wärst. Und nun habe ich Dir, lieber Kamerad Schreck, eine Ehre zu ver­künden, Die Dein Führer für Die bestimmt hat Als Du die Staffel grünDeteft, war sie ein Häuflein non zehn Mann. Von heute ab soll laut Befehl des Führers die 1. Standarte Der SS. in München Dtn NamenJulius Schreck" führen. Wir alle wollen bestrebt sein, Daß diese Standarte bem Träger bieses Namens, dem Mann, der ein Heros in unseren Reihen war, Ehre macht!"

Als alter Kampfgenosse und einer der ältesten Kameraden des Verblichenen tritt jetzt der Führer des Stoßtrupps Hitler, SA.-Brigadesührer B e r ch - told, vor, um ein kurzes unb schlichtes Abschiebs- wort zu sprechen. Das Kamvflieb ber Beweaung, bas Horst-Wessel-Lieb, klingt über die offene Gruft. Während die Kapelle bas SS.-SturmliedWenn alle untreu werben" spielt, tritt ber Führer noch einmal vor bie Grabstätte des getreuen Julius Schreck, grüßt noch einmal Den Toten, grüßt zur Seite, wo die Angehörigen stehen unb verläßt bann Den FrieDhof.

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?lef£5 »ifttelegramm gibt einen Ausschnitt von der Feier. Der Sarg roirD von sechs SS.-Führem aus der FneDhofskapelle getragen. Im Hintergrund erkennt man (unterhalb des runden Fensters) den Führer (Scherl-Bilderdienst-M.) 7 ü 9

Oer Führer am Grabe Julius Schrecks.