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die innermongolischen Streitigkeiten enthielt. Der Gegenstoß Moskaus, das mit Hilfe der meu­ternden Truppen des Gouverneurs der im Süd­westen an Suiyuan grenzenden Provinz Schensi Tschanghsueliang und der Gefangennahme Tschiang- kaischeks einen Druck auf die Entschließungen der Nankinger Zentralreaierung ausüben will, müßte Japan zu einer Aenderung seiner Haltung in der Inneren Mongolei zwingen, wenn es der chinesi­schen Zentralregierung nicht sofort gelingen sollte, Die Meuterei in Schensi niederzuschlagen und den kommunistischen Einfluß aus Nordwestchina hinaus- zudrängen, wie Japan es ja in den letzten Ver­handlungen mit Nanking nachdrücklich gefordert hat. Daß es den Einflüsterungen Moskaus nicht schwer gefallen ist, Tschanghsueliang dazu zu bewegen, von Tschiangkaischek den offenen Kampf gegen Japan zu verlangen, ist nicht schwer zu verstehen, denn Tschanghsueliang haßt natürlich die Japaner, die ihn aus der Mandschurei, der Satrapie seines Va­ters Tfchangtsolin, hinausqedrängt haben. Aber für die Zentralregierung in Nanking steht weit mehr auf dem Spiel, wenn sie sich entscheiden soll zwi­schen Kampf gegen Japan unter Preisgabe an den Bolschewismus oder Einreihung in die anttkom- munistifche Front unter der Führung Japans.

Dr. Fr. W. L.

TsHangstmellana lenkt ein?

Heute wird Tschiangkaischek in Nanking zurückerwartet.

schanghai. 18. Dez. (Oslasiendienst des DNB.) Am Donnerstag traf in Nanking ein eigen­händig geschriebener Brief des Mar­schalls Tschiangkaischek an den chinesi­schen Kriegsminister ein, in dem die Einstel­lung der Luftangriffe auf Sianfu ge­fordert wird. Der Brief lautet: Beunruhigt durch die Luftangriffe, die von den Nankinger Streit­kräften in der Nähe von Sianfu eröffnet wurden, ersuche ich, die sofortige Einstellung dieser Aktion zu befehlen. So weit mir eine Zusage möglich ist, werde ich wahrscheinlich bis zum Samstag nach Nanking zurückkehren.

Kriegsminister hoyingchlu erklärte, angesichts der Aussichten einer Rückkehr Tschiangkaischeks nach Nanking sei allen Nankinger Streitkräften in Schensi die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten befohlen worden, aber der Dormarsch werde bis zur Vernichtung der Rebellen fortgesetzt, falls die zugesagte Freilassung des Marschalls Tschiangkaischek nicht am Samstag er­folge. Die gesamte chinesische Militärmacht sei mobilisiert worden.

Der aus Sianfu in Nanking eingetroffene Ge­neral Tschiangtingwen erklärte, Mar­schall Tschanghsueliang selbst habe Tschiangkai­schek gebeten, nach Nanking zu fahren, um dort die Einstellung der Feindseligkeiten zu erwir­ken. Der Stimmungsumschwung im Lager Tschanghsueliangs ist offenbar auf den nieder- schmkllernden Eindruck zurückzuführen, den das Bombardement der Nankinger Luftge- schwader auf die Umgebung Sianfus gemacht hat. General Tschiangtingwen teilte weiter mit, er fei von Marschall Tschiangkaischek beauftragt worden, Nanking davon zu unterrichten, daß die Meuterer offenbar die Nutzlosigkeit eines weiteren Wider st andes gegen die Zentralregierung eingesehen hätten, zumal deren Politik wie die letzten Ereignisse be­wiesen hatten vom ganzen chinesi- schen Volk unterstützt werde.

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Die Mongolenführer Fürst T e w a n g und Choshihhai, die mit der Provinzialregierung von Suiyuan in Kampf stehen, haben auf die Nachricht von Tschiangkaischeks Gefangennahme so­fort die Einstellung des Kampfes befohlen, um der Nanking-Regierung volle Handlungsfreiheit zur Bekämpfung der nationalen Gefahr zu geben. Hinter der Größe dieser Gefahr, die China be­troffen habe, müßten ihre Forderungen zurücktreten.

Das Mittelmeerproblem.

Grundsätzliche Einigung zwischen England und Italien.

London, 19. Dez. (DNB. Funkspruch.) wie Daily Mail" meldet, ist zwischen England und Ita­lien eine grundsätzliche (Einigung erzielt worden. In den Besprechungen zwischen (Eben und Botschafter Grandi seien gute Fortschritte gemacht worden Man hoffe, Anfang nächsten Jahres in Rom und London eine gemeinsame Verlautbarung zu veröffentlichen, in der die Uebereinstimmung der beiden Regierungen dahin gehend zum Ausdruck gebracht werde, daß die Interessen (E n g - lanbs unb Italiens im Mittelmeer nicht zueinander im Widerspruch fftin- ben, unb daß ber Status quo aufrechter­halten werden müsse. Die (Einigung werde sich nicht gegen dritte Mächte richten. 3n der Frage der Anerkennung der (Eroberung Aethiopiens durch Italien sei eine befrie­digende Regelung getroffen. Die Umwand- tung der britischen Gesandtschaft in Addis Abeba in ein Generalkonsulat und eine Mitteilung über den Inhalt dieser Regelung würden in kürze bekannt- gegeben werden.

Amerikas Ausrüstung zur Gee.

Gewaltige Aufwendungen nach Ablauf des Flottenvertrags.

Neuyork, 18. Dez. (DNB.) Der Neubau von Schlacht-, Hilfskreuzern und Flugzeugen wird tm Jahre 1937 das Hauptaugenmerk der Marine sein. Mit Ablauf des Londoner Flottenvertrages am Ende dieses Jahres wird die Flotte bis 1942 a u f d i e Höch st st arte gebracht werden. Der Dau von 82 Fahrzeugen, Kreuzern, Zerstörern, U-Booten und Flugzeugmutterschiffen ist nahezu vollendet. Der letzte Kongreß hat bereits weiter 528 Millionen Dollar bewilligt. Angesichts der Bereitschaft Eng­lands, zwei Großkampfschiffe zu bauen, erwartet das Marineamt, daß Präsident Roosevelt bald den Befehl zum Bau zweier moderner Groß- kampfschiffe gibt, wofür die Pläne bereits fertiggestellt sind. Beide Schiffe fallen in die 35 000- Tonnen-Klasse und sollen mit 35,5» oder 40,6=cm» Geschützen bestückt werden Die Kosten betragen je Schiff 50 Millionen Dollar, die Bauzeit wird auf drei bis vier Jahre berechnet. Die Marineflug­

waffe soll bis 1942 auf eine Starke von 1910 Flugzeugen gebracht werden gegenüber einer Jetzt- stärke von lall Flugzeugen. Im kommenden Jahr werden 4 0 0 moderne Tank - 'und Beob­achtungsmaschinen im Werte non 30 Mil­lionen Dollar erbaut werden. Zur Durchführung des auf zehn Jahre festgesetzten Bauprogramms

polens internationale Stellung.

Oberst Beck über das Verhältnis zu Deutschland und Danzig.

Warschau, 18. Dez. (DNB.) Vor dem Aus­wärtigen Ausschuß des Senats sprach am Freitag Außenminister Beck über die Stetigkeit der polni­schen Methoden in der Außenpolitik, das Verhältnis zu Sowjetrußland gebe weder zu irgendwelchen Erschütterungen noch zu tiefen Mißverständnissen Anlaß. Ausführungen auf der 8. Sowjettagung ent­hielten eine gewisse Drohung. Mit aufrichtiger Be­friedigung habe er aber ersehen, daß kein Grund zu einer Beunruhigung gegeben sei. Eine gewisse Nervosität macht sich auch in den Beziehungen zu unseren Nachbarn in Westen in der öffent­lichen Meinung bemerkbar, und zwar auf beiden Seiten der Grenze. Dies ändert jedoch nichts an meiner tiefen Ueberzeugung, daß der große rnb mutvolle Entschluß zu einer freundschaftlichen Ge­staltung ber Beziehungen zwischen uns unb dem Deutschen Reich sowohl für die direkten Interessen unseres Landes wie im Gesamtkomplex der Ver­hältnisse auf dem europäischen Kontinent weiter­hin seinen Wert behält.

Ein Besuchsaustaulch zwischen den höchsten mili­tärischen Faktoren Frankreichs unb Polens habe gewisse mit ber Frage ber Landesverteidigung in Verbindung stehende Abkommen zur Folge ge­habt. Die freundschaftlichen Beziehungen veider Länder haben sich auch in einer äußerst befriedigen­den Weise entwickelt. Die Zusammenarbeit mit R u- mänien hätte ebenfalls ihren vollen Ausdruck ge-

Eden vom Nichteinmischungspakt enttäuscht.

London, 18. Dez. (DNB.) Im Unterhaus er­klärte Außenminister Eden, da er Demokrat fei, sei es für ihn nicht schwierig, eine Antwort auf die Frage zu geben, was für eine Regierung er in Spanien zu sehen wünsche. Er wünsche in Spanien die Regierung zu sehen, die Spanien haben wolle. Er halte es für die Pflicht aller Völker, sich aus diesem spanischen Streit heraus» zuhalten, damit das spanische Volk seine hin­reichend tragischen Schwierigkeiten aus seine eigene Weise lösen könne. Die Nichtein­mischung habe die auf sie gefetzten Erwartun­gen nicht erfüllt. Er müsse sich aber fragen, öb dies ausreiche, um die Nichteinmischung aufzu­kündigen, was doch nur das Ergebnis haben würde, daß mehr Waffen nach Spanien gelang» ten, und zwar ohne jede Kontrolle. Er glaube, daß dies die Gefahr eines europäischen Krieges näherbringen würde. Man könne sagen, daß trotz des Nichteinmischungsabkommens Waffen von Deutschland, Sowjetrußland und Italien ge­schickt worden seien. Er glaube aber, daß das Nicht­einmischungsabkommen die Bedeutung dieser Ver­tragsbrüche vermindert habe. Trotzdem sei die Lage außerordentlich unbefriedigend. Of­fensichtlich wäre der beste Weg, daß eine Kon­trolle eingeführt werde. Weder die britische, noch die französische Regierung hätten erwartet, daß

Madrid erneu! unter schwerem Artilleriefeuer.

Starker Nebel behindert eine Abwehr der Roten.

Toledo, 19.Dez. (DNB. Funkspruch.) An der Blabrlber Front hat am Freitag gegen 21 Uhr ganz plötzlich ein schweres Artilleriefeuer ein­gesetzt. woraus man auf die Vorbereitung eines neuen Angriffs der nationalen Trup­pen schließt. Die roten Verteidiger von Madrid können dieses Feuer nicht erwidern, da fast un­durchdringlicher Nebel ihnen jede Mög­lichkeit nimmt, den Standort der nationalen Bat­terien auch nur annähernd zu bestimmen. In einem Madrider Bericht heißt es, daß diese Beschießung die schwerste sei. die man seit 10 Tagen erlebt habe. Alle anderen militärischen Operationen sind augenblicklich unmöglich. Die Stadt liegt in einem undurchdringlichen Nebelschleier, die Sicht ist kaum 10 Meter, und die Kraftwagen in den Straßen von Madrid können nur im Fuß- gängerlempo fahren.

Die rote Anarchie.

Belgische Freiwillige verlassen enttäuscht die roten Stellungen.

Salamanca, 19. Dez. (DNB- Funkspruch.) In Valencia ist es nach Schluß einer politischen Kund­gebung zwischen Kommuni st en und Au­ll rchisten zu einer schweren Schießerei gekom­men, da Kommunisten Hochrufe auf Sowjetrußland ausbrachten, die die Anarchisten mit den Rufen Es lebe das freie Spanien!" beantworteten. Die vorgesehene Uebersiedlung ber roten Machthaber oon Valencia nach Cartagena hat ebenfalls ihren Grund in den schweren Meinungsverschiedenheiten zwischen Anarchisten unb Kommunisten. Largo C a - b a l l e r o ist z. B. in der letzten Zeit von seinen Dolksfront'Kameraden" des öfteren mit dem Tobe bedroht worden.

3n Barcelona wurdenhohe sowjetrussische Gäste" in einem eleganten Auto durch die Stadt gefahren. Eine Gruppe roter Milizen war über das Erscheinen unb die unbekümmerte Haltung dieserGäste", die so gar nicht in das schwer vom Schicksal geprüfte Barcelona paßte, so erbittert, daß ie die Insassen des Wagens unter Feuer nahmen. Es entwickelte sich ein lebhaftes Feuer­gefecht, bei dem dieLeibwache" der Sow­jet ruffen unbekümmert in die Menge schoß unb fünf Arbeiter tötete.

In Almeria, wo ein früherer Bandit, ber sich wegen eines Mordes an einem Händler lange Zeit verborgen halten mußte, alsPoli­zeipräsident" auftritt, sind zahlreiche Frauen b in geri d)tet worden unter ber Beschuldigung, Mitglieder ber katholischen Ver­bände zu sein. Diejenigen Gefangenen, die dar- auf warten, daß ihnen der Prozeß gemacht werde,

würden im nächsten Jahr über 100 Millionen Dol­lar angefordert werden.

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Das Marineamt erklärte, es beabsichtige, über die Grenze des Flottenpaktes hinaus, 59 00 0 Tonnen an Zerstörern beizubehalten, um der englischen Haltung begegnen zu können.

funben. Der Aufenthalt des Ministervräsidenten Göring in Polen habe der in Deutschland be­stehenden Tendenz Ausdruck gegeben, auf dem Wege persönlicher Begegnungen die Festigung der Be­ziehungen anzustreben.

Die Danziger Angelegenheiten um- fassen eine Reihe unserer lebenswichtigen Inter­essen. Wenn es sich darum handelt, die Respektie­rung dieser Interessen zu sichern, die das Gebiet diplomatischer Fragen bedeutend überschreiten, so kann ich an dieser Sache nichts ändern. Ich muß übrigens feststellen, daß der Senat der Freien Stadt Danzig das Bestehen dieser unserer Rechte bestätigt, ebenso wie wir auch nicht die Absicht haben, die Rechte der Freien Stabt in irgendeinem Punkte anzutasten. Die Verwicklungen der letzten Zeit hatten ihre Quelle in einem Konflikt zwischen dem Senat und Organen des Völkerbundes. Auf Wunsch des Völkerbundes haben wir die Aufgabe übernommen, einen Ausweg aus ber Situation zu finden. Wir führen Verhandlungen zur Siche­rung einer wirksamen und praktischen Realisierung unserer Rechte und Interessen in der Freien Stadt und zur Beseitigung der zwischen dem Repräsen­tanten des Völkerbundes und dem Senat entstan» denen Schwierigkeiten. Seit einer Woche schreiten diese Verhandlungen günstig fort, und ich hoffe, daß wir auch diesmal unsere Mission werden erfüllen können.

ihre ersten Versuche zu einer Vermittlung in Spa­nien selbst ober in Europa Unterstützung finden würden. Aber sie beide seien entschlossen, d i e Sache w e i t e r z u t r e i b e n, vielleicht sei ihren Anstrengungen doch schließlich ein Erfolg beschieden. Großbritannien lege auf die humanitären Bemü­hungen besonderen Wert, da es hoffe, daß dadurch die Verbitterung gemildert werde, und daß so die Aussichten einer Vermittlung steigen.

Er glaube, feststellen zu können, daß die Lage Großbritanniens heute in Europa sicherlich besser sei, als am Ende des vorigen Jahres. Das sei für die Aufrechterhaltung des Friedens durchaus nicht ohne Bedeutung. Ein anderer Faktor, den man beachten sollte, sei die Herzlichkeit der engen Be­ziehungen zwischen Großbritannien unb Fr ank- reid), eine Herzlichkeit, bie um so wichtiger fei, weil sie nicht explosiv sei, denn beide Länder hätten klargestellt, daß ihr Ziel die Sicherung einer europäischen Regelung sei und bleibe. Er empfinde Befriedigung darüber, daß eine deutsche Nachrichtenagentur vor zwei Tagen erklärt habe, daß die kürzliche Rede Blums unö seine eigene einen ehrlichen Versuch darstellten, einen Weg aus den gegenwärtigen Schwierigkeiten zu finden, und daß sie den Anfang eines echten Wiederaufbau­werkes darstellten.

befinden sich teils in einer unbedachten Zuckerfabrik, teils auf einem in der Bucht oor Anker liegenden Küstendampfer und schließlich auf einem zerfallenen Verbrecher- schiff eng zusammengepfercht unb dem Hunger­tod nahe. Die bolschewistischenAusschüsse" benutzen die Verhaftungen und Prozesse, um sich persönlich zu bereichern. Für Pässe, die den Inhaber berechtigen, das Land zu verlassen, wer­den 2500 Peseten verlangt. Kaufleute, die Geld einkasfieren, werden verhaftet. Freilassung er» folgt gegen Zahlung -eines Drittels oder der Hälfte des eintaffierten Geldes.

Zahlreiche belgische Freiwillige der in­ternationalen roten Division haben in der belgischen Botschaft in Madrid Zuflucht gesucht, und sich g e - weigert, an die Front zurückzukehren, da sie oon den bolschewistischen Machthabern in gemeinster Weise getäuscht worden seien. Sie glaubten, große Vorräte von Kriegsmaterial vorzufinden. Man habe ihnen ferner eine regel­mäßige unb ausreichende Versorgung mit Lebens- Mitteln und Munition versprochen. Seit ihrem Ein­treffen in den ersten Verteidigungslinien feien sie doch niemals abgelöst worden und hätten schwer unter Hunger und Kälte zu leiden. Die Truppen General Francos seien den roten Horden 'n jeder Hinsicht überlegen Enttäuscht und n^if, tert fordern die belgischen Freiwilligen ihre Rück- beförderung in die Heimat.

Kleine politische Nachrichten.

Die Weihnachtsfeier des Gaues Groß- Berlin b er NSDAP, im Saalbau Friedrichs­hain, auf ber Reichsminister Dr. Goebbels spricht, wirb am Montag, 21. Dezember, von 18.50 bis 19.15 Uhr von allen deutschen Sendern über­nommen.

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Der Führer und Reichskanzler nahm den Besuch feiner königlichen Hoheit des Herzogs oon Aosta, Dioifionsgeneral ber italienischen Luftwaffe, ber sich zur Zeit in Deutschland be­findet, entgegen. Ferner empfing ber Führer unb Reichskanzler den vor einigen Tagen in Berlin eingetroffenen Geschäftsträger der spanischen Nativ- nalregi-erung Alvarez de Estrada.

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. Der Führer und Reichskanzler empfing m ber Reichskanzlei in Anwesenheit von Gauleiter Forster die Danziger Kreisleiter ber NSDAP. Die Danziger Parteigenossen statteten vorher dem Reichsmimster Dr. Goebbels einen Besuch ab.

RegierungundGewerkschasten tn Frankreich.

Mit dem Aufkommen ber Volksfront Regierung hat die außerparlamentarische Regierung des All- gemeinen Gewerkschaftsverbandes unter Iouhaux an Einfluß gewonnen. Jouhaux hatte sich anfänglich ber Aufnahme ber Kommunisten in die Gewerkschaften widersetzt, dann aber kapituliert. Die Gewerkschaften haben die kommunistischen Zer­setzungskünste nachdrücklich erfahren und Jouhaux hat sich deren radikalsten Forderungen hemmungs­los verschrieben. So hat er zu Beginn dieses Mo­nats ultimativ verlangt, alle großindustriellen Be­triebe zu verstaatlichen und die Kreditwirtschaft in marxistischem Sinne zu beeinflussen, wobei es, ne­benbei bemerkt, zu der ergötzlichen Tatsache gekom­men ist, daß die Regierung Blum den französischen Kapitalisten für Darlehen ober Anleihen doppelt so hohe Zinsen verspricht als sie die konservative eng­lische Regierung den britischen Kapitalbesitzern für entsprechende Zwecke zubilligt.

Die französischen Gewerkschaften sind an und für sich wohl zahlenst.irk, spielen aber gegenüber der landwirtschaftlichen Bevölkerung, die durch den Bauernführer Dorgeres jetzt zum Streik gegenüber den Großstädten veranlaßt wurde, weil für Gemüse usw. allzu niedrige Preise gezahlt worden waren, keine Rolle. Der Allgemeine Ge- werkschastsverband hat durch seine angezettelten Streiks, durch die widerrechtliche Besetzung von Be­trieben, durch die verfahrenen Verhältnisse in der nordwestlichen Eisenindustrie um Lille herum sich jetzt den Streik der Landwirte auf den Hals ge­laden, der die Regierung Blum in unvorhergesehene Schwierigkeiten stürzt.

Zudem ist der Allgemeine Gewerkschaftsverband finanziell schwach. Der französische organi­sierte Arbeiter hat stets sehr ungern Beiträge ge­zahlt, unb bie finanziellen Opfer für bie Gewerk­schaftsbewegung standen in krassem Gegensatz zu den großen Worten der Gewerkschaftsführer. Das mag daher kommen, daß die Gewerkschaftsbewegung in Frankreich aus verschiedenen Quellen zusammenfloß, die heute noch bie Kompro- mißtaktik ber Gewerkschaftsleiter bestimmen. Einmal ist der anarcho-syndikalistische Charak­ter eines Teiles der französischen Arbeiterschaft sehr stark, ber in den ersten Jahren nach der Jahrhundert­wende zu wilden Streiks führte, sogar französische Regimenter ergriff, antiparlamentarisch mar, aber aus Mangel an Geldmitteln zusammenbrach.

Dann umfaßt der Allgemeine Gewerkschaftsver- band die eigentlichen Marxisten, die in der letz, ten Zeit von den französischen Moskowitern aufge- fressen wurden. Während z. B. unter dem zu Kriegs- beginn ermordeten Leiter der französischen Gewerk­schaften, Jaures, die Gewerkschaftspolitik im­merhin national-französisch war, steht sie heute nach manchen Wandlungen unter dem Diktat Moskaus, dessen Ausführungsorgan Jouhaux ist. Daher lassen sich die Rezepte erklären, mit denen bie Gewerkschaftspolitik in der letzten Zeit arbeitete: Die Besetzung der Fabriken durch die Belegschaften, die Terrorisierung der Mehrheit der Arbeiter durch eine organisierte Minderheit, die Versprechen ber Regierung, dem gesetzlosen Zustand ein Ende zu machen, über die sich die Gewerkschaften glatt hin­wegsetzten.

tim die Streikbewegung in gesetzliche Bahnen zu leiten, sie schließlich zu verhindern, hatte die Regierung Blum eine Gesetzesvorlage über kne obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit eingebracht. Dieser Gesetzentwurf enthielt nicht den Zwang für beide Parteien, sich der Schiedsgerichts­barkeit zu unterwerfen. Wenigstens sah die Regie­rung Blum davon ab, auch ber Arbeiterschaft bis Erfüllung oorzuschreiben und von ihr im Notfälle zu erzwingen, wenn die Gewerkschaften sich dem Schiedsspruch nicht fügten. Dafür aber wurde der marxistischen Gewerkschaftsminderheit absolute Voll- / macht gegeben, im Namen der Arbeiterschaft zu verhandeln. Die R ad i k a l s o z i a l i st e n wünsch­ten die Schiedsgerichtsrechtsvrechung den ordent­lichen Gerichten zu übertragen, während die Gewerkschaften sie der Regierung allein überlassen wollen. Die Regierung selbst hat dazu bezeichnenderweise noch keine klare Stellung ein­genommen, da die Radikalsozialisten auf ihrer Ein­stellung beharren und das sogenannte Matignon- Abkommen, das eine Reihe von Streitfragen zwi­schen Unternehmern und Arbeitern regelte, nicht als Grundlage der neuen Schiedsgerichtsvorl^ge anerkennen wollen. Rechtsvrechung gerade in Ar­beitskonflikten, so sagen sie, sei eine Sache der ordentlichen und überparteilichen Gerichte, während eine Regierung mehr ober minder Partei sei.

Wie zu erwarten war, ist es darüber im fran­zösischen Senat zu einer ausgedehnten Debatte ge­kommen, in der Senatoren der Rechten, wie Lemery und Millerand, ber Regierung den Dor­wurf machten, eine sorgfältig vorbereitete Komydie den Franzosen vorgesekt zu haben, in der dis wirk­liche Objektivität der Schiedssprüche nur auf dem Papier stände. Zumal die Regierung immer wieder die Ausschreitungen der Streikenden dulde und keine Anstalt gemacht habe, sie aus den wider­rechtlich besetzten Betrieben zu entfernen, obgleich die Regierung Blum wiederholt ihre Zusage der Aufrechterhaltung von Gesetz und Ordnung gegeben hätte. Die Regierung Blum beschränkte sich dar­aus, zu versichern, bei ber bevorstehenden Kammer­debatte über innerpolitische Fragen werde sie eine Erklärung abgeben, aber noch heute weiß kein Mensch, welchen Standpunkt sie einnehmen will. Denn Blum steht dem Ultimatum der Gewerk­schaften gegenüber, während andererseits die Schwierigkeiten aus den Streikbewegungen ihm über den Kopf wachsen. rt.

Wer regiert in Varis?

Paris, 18. Dez. (DNB.)Jntransigeant" be­richtet, daß sich dieser Tage in den Straßen von Paris ein Zug von Polizisten gebildet hat, die zum Hotel Matignon marschierten, um L^on Blum Forderungen zu unterbreiten. Man erzählt, daß der Ministerpräsident anderweitig beschäftigt war. Aber man hatte alle Mühe, die Polizisten zu überreden, mit ihren Forderungen nach Hause zu gehen, ohne daß sie Blum gesehen hätten. Sie meinten, er müsse alle anderen Geschäfte Tiegen lasten, um sich mit ihnen über ihre Sonderanliegen zu unterhalten, sobald sie dies für zweckmäßig er­achten. Andere Beamte gehen noch tuet» ter. Die Beamten des Haupttelegraphen- amtes haben an denGenosten Blum" ein Schrei­ben gerichtet, in dem sie ihm ihreBeunruhigung" und ihreEmpörung" mitteilen, weil sie gezwun­gen sind, Telegramme zu befördern, die faschi- tenfreundliche Nachrichten enthalten und wissentlich die Zwischenfälle in der Arbeiterschaft enfitellen". Das Haupttelegraphenamt wüste vor allem der Volksfront zur Verfügung stehen. Im

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