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Führer: Theo Schauß, Schäfer, Großen-Linden). S. g. 2:Schweitzer" Altdeutscher Hund (Besitzer und Führer: Alfred B a st i a n , Schäfer, Dillheim).

G. 1:Türk" Altdeutscher Hund (Besitzer und Führer: Theodor Werner, Langd).

G. 2:Schallo" Altdeutscher Hund (Besitzer und Führer: Heinrich Roth, Schäfer, Saasen).

G. 3:Mohr" Altdeutscher Hund (Besitzer und Führer: Leo Herrmann, Schäfer, Oppershofen).

Aus der Provinzialhauptstadt

Mondnacht im Nadelwald.

Mein Heimweg führte mich kürzlich auch durch Wald. Schrägab der harten Straße zog ein lauschiger Pfad durch buschiges Laubgehölz. Mit dem Hoch­wald öffnete sich eine lange Schneise mit kurzem Gras, spärlichen Herbstblumen und tiefen Wagen­spuren. Langsam wuchs mir die feierliche Stille nach innen, und körperlich gelöst versank ich in die Einsamkeit des dunkelnden Waldes.

Ein Heegstück mit halbwüchsigem Kiefernbestand gab den Blick nach einer Seite frei, der Mond brach leuchtend herein und wurde mein Gefährte. Weißes Gewölk neckte sich mit seinem vollen Rund, das in mildem Glanz am klaren Abendhimmel bald auf­blitzte und bald durch Wolkenfetzen schimmerte. Ein samtweicher Fußpfad nahm mich in die dunklen Hallen eines dichten Fichtenwaldes. Millionenfach zerteilt glitzerte das Mondlicht in den Wipfeln und gestaltete mit den Millionen feiner Nadeln einen zaubrischen Filigranschmuck über dem schwarzen Waldboden. In einem lichteren Kiefernstück mit mächtigen Stämmen floß magischer Glanz um die hellbraunen Rinden in der Höhe, die Nadelmassen der Gipfel hingen zu dunklen Wolken geballt im Mondlicht und warfen im munteren Spiel des zie­henden weißen Gewölkes gespenstische Schatten in die Tiefe.

Der lange Waldrand fiel in ein breites Wiesen­tal ab. Hoch oben schwebte jetzt die volle Mond­scheibe im freien Raum und durchwirkte den feinen Nebel der windstillen Landschaft mit einem silbri­gen Schimmer.

Bald stand ich wieder auf harter Landstraße. Aus dem Tal keuchte der Motor eines schweren Last­wagens herauf und blendete mit langen, glühenden Lichtkegeln meine Augen. Flinke Autos zischten mit drängenden Hupenstößen an ihm vorbei, und Kraft­räder knatterten fern und nah über die nächtliche Straße. Umbrandet von Lärm und Gefahren des hastenden Verkehrs war es mir, als erwachte ich jählings zur Wirklichkeit und die vergangene Stunde versänke hinter mir wie ein schöner Traum.

Aber war sie denn eben erst nicht auch Wirk­lichkeit gewesen?

Ich bin nicht mondsüchtig, wollte auch keineswegs eine miserable Alltagsstimmung durch romantische Beleuchtung verdrängen, und doch mußte ich immer wieder nach dem Wald dort oben auf dunkler Höhe zurückschauen. Traum? Nein! Es war so wie damals, als ich an einem klaren Wiesenbächlein die erste Eidechse staunend in meinen Kinderhänden hielt und sie meinen Kameraden zeigte.

Und langsam heimwärts wandernd erkannte ich ganz die beseligende Wirklichkeit jener einsamen Wegstunde, da der Wald mit seinen tausend Wun­dern behutsam und unmerklich über alles Denken und Sorgen, über alle Hoffnungen und Enttäuschun­gen hinweg aus verschütteter Tiefe die ursprüng­liche, reine, kindliche Erlebnisfreude in mir erlöste zum selbstvergessenen Staunen, Mitschwingen und Mitklingen im ewigen Rhythmus der Natur.

Seltsamer Traum, der uns alle immer wieder einmal packt, wie erst kürzlich auch unseren guten Onkel Fritz, der bei der Entrümpelung unseres Dach­bodens plötzlich mit stürmischer Sehnsucht sich auf sein altes Schaukelpferd schwang, sogar noch mit einem Papierhelm nachhalf, und doch unter all sei­nen Anstrengungen wehmütig gestehen mußte, daß sich das geheimnisvolle Pförtchen zum Paradies feiner Kindheit nicht auftun wollte. R. B.

Dornoiizen.

Tageskalender für Montag.

Gloria-Palast, Seltersweg:Moskau-Schanghai". Lichtspielhaus, Bahnhofstr.:Standschütze Brugg- ler". Ski-Klub, Gießen, 20.15 Uhr, Ski-Filmvor­führungDeutsche Meisterschaften 1935" und Gene­ralversammlung im HotelPrinz Carl".

Hitler-Zugenb.

Bann 116, Personalstelle.

Betr.: HI. -Ehrenzeichen.

Es werden hiermit alle HJ.-Ehrenzeichenträger des Kreises Gießen aufgefordert, sich in der Zeit vom 14. Oktober bis 20. Oktober schriftlich auf der Personalstelle des Bannes 116, Gießen, Wartweg 19, unter Angabe ihrer genauen Anschrift, Nr. des Ehrenzeichens und jetzige Tätigkeit in der NSDAP, zu melden.

Die Meldung ist äußerst wichtig!

Anträge-auf Zweitausfertigung können nunmehr gestellt werden. gez. Völzing, Geff.

Freiwillige für die Lustwaffe.

DNB. Das Reichsluftfahrtministevium gibt be­kannt.

1. Im Frühjahr 19 3 7 werden bei der Fliegertruppe und Luftnachrichten­truppe Freiwillige eingestellt, in Ostpreußen nur bei der Luftnachrichtentruppe.

2. Im Herbst 1937 werden bei der Flieger­truppe, Luftnachrichtentruppe, der Flakartillerie und dem RegimentGe­neral Göring" Freiwillige eingestellt.

3. Bewerber sollen sich sobald als möglich melden und zwar für die Frühjahrs einstellung bei jedem Truppenteil der Fliegertruppe und Luftnach­richtentruppe, für die Herbst einstellung bei jedem Truppenteil der Luftwaffe (Fliegertruppe, Luftnach­richtentruppe, Flakartillerie, RegimentGeneral Göring").

4. Auskunft über die Bedingungen für den Ein­tritt als Freiwilliger in die Luftwaffe und über den vorher abzuleistenden Arbeitsdienst erteilen alle Truppenteile der Luftwaffe, die Wehrbezirkskom­mandos und die Wehrmeldeämter. Von allen diesen Stellen wird auch dasMerkblatt für den Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe" ausgegeben, aus dem die Bedingungen für die Anstellung zu ersehen sind.

5. Meldungen bei anderen militärischen oder staatlichen Dienststellen sind zwecklos; sie verzögern nur die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers. Bergsteiger und Skifahrer meldet euch als Freiwillige zu den Gebirgstruppen.

Bei den Gebirgstruppen werden in der Zeit vom 15. Oktober 1936 bis 15. Januar 1937 Freiwillige für Einstellung im Herbst 1937 angenommen. Ge­

übte Bergsteiger und Skifahrer werden bevorzugt. Bewerbungsgesuche, die nach dem 15. Januar 1937 einlaufen, können nicht mehr berücksichtigt werden. Vorbedingung für die Einstellung ist, daß der Be­werber die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, arischer Abstammung, ohne Vorstrafen, unver­heiratet und nicht unter 1,60 Meter groß ist. Nähere Auskunft erteilt jedes Wehrkreiskommando und jedes Wehrmeldeamt.

Freiwillige

für die SG -Berfügungstruppe.

Bei SS.Deutschland" finden noch Musterungen ür den freiwilligen Eintritt in die SS.-Verfügungs- ruppe 3um 1. November statt. Bewerber können ich hierzu noch schriftlich bei SS.Deutschland", Abt. Ilb, München 13, Ingolstädter Straße 193, unter Einsendung eines Lebenslaufes mit Lichtbild melden.

Arbeitsbücher

für Entlassene aus dem Wehrdienst.

NSG. Der Präsident der Reichsanstalt hat eine neue statistische Berichterstattung über die Vermitt­lung ausgeschiedener Soldaten an Arbeitsplätze und über die durch die Einberufung zum Wehrdienst freigewordenen Arbeitsplätze vorgeschrieben. In einem Erlaß wurden genaue Vorschriften, auch über die Ausstellung von Arbeitsbüchern für ausgeschie­dene Soldaten erlassen. Um den Soldaten die Ver­mittlung eines Arbeitsplatzes in der freien Wirtschaft zu ermöglichen, sollen ihre Arbeitsbücher im Einver­nehmen mit den Dienststellen der Wehrmacht schon vor dem Ausscheiden der Soldaten ausgestellt werden.

Sammlung von Altmaterial.

Fwd. Der Reichswirtschaftsminister hat alle Be­hörden und Körperschaften des öffentlichen Rechts aufgefordert, sich für die systematische und möglichst restlose Erfassung von Altmaterialien in ihrem Be­reich einzusetzen. Jede einzelne öffentliche Verwaltung habe besonders folgende Materialien zu sammeln: Altpapier aller Art, Textilabfälle aller Art, Eisen- und Metallabfälle aller Art, Knochen aus Kantinen und Küchen. Für die regelmäßige Abholung der ge­sammelten Altmaterialien hat jede einzelne Sam-

Die Wallfahrten zum deutschen Osten werden auch von der Jugend als die beste Erziehung zum völkischen Bewußtsein und zur Volksgemeinschaft anerkannt. Aus solchem Anlaß unternahm eine Gruppe von 18 Gießener Mädeln unter Leitung der Untergauführerin Käthe Pfeffer eine Ostland­fahrt, um durch eine vierwöchige Wanderung durch das Land jenseits des Korridors deutsche Not und deutsches Schicksal kennen zu lernen. Diese Gruppe unternahm als einzige des Gaues eine solche Fahrt, von deren Eindrücken und Erlebnissen sie am Sonntagvormittag Bericht erstattete.

Zu dieser Morgenveranstaltung im Gloria-Palast hatten sich viele Eltern und Angehörige der Mädels eingefunden. Nach dem Einbringen der Wimpel begrüßte die Untergauführerin Küche Pfeffer die Gäste von der Partei, der Wehrmacht und den Behörden, wobei sie die politische Bedeutung dieser Fahrten unterstrich. So ist auch die Fahrt der Gießener Mädels nur als ein weiterer Beweis da­für aufzufassen, daß die deutschen Menschen an den Grenzen in ihrem Glauben an ihr Volk bestärkt werden sollen und die Gewißheit behalten, daß sie nicht allein sind. In ihrem Grenzkampf und in ihrer Grenzlandnot sollen sie mitfühlende und mit« empfindende Volksgenossen überall im Reiche ha­ben. Auch die Mädels bekennen sich zur Schicksals­verbundenheit mit den deutschen Volksgenossen und wissen, daß die Not Ostpreußens eine deutsche Not, fein Schicksal das Schicksal des deutschen Volkes ist.

An Hand von einigen Fahrtenbildern sprachen die Mädels von den Eindrücken ihrer Fahrt, auf

Daß die Bande der Kameradschaft, die aus dem Erlebnis des Weltkrieges heraus entstanden sind, die Zeiten überdauern, beweist wieder einmal , ber 9. Bataillonstag des Gießener Land- stur m b a t a i l1 o n s , der am gestrigen Sonntag einige Hundert alter Kameraden aus Oberhessen, den angrenzenden preußischen Gebieten, aus West­falen und dem übrigen Hessen in die alte Garnison­stadt Gießen führte. Bereits am Samstag fan­den sich die ersten Teilnehmer beim Kam. Kobel zusammen, wo sie von ihrem letzten Bataillons­kommandeur, Hauptmann a. D. Dr. Töpel- mann, Gießen, herzlich empfangen wurden. Nach­dem einige organisatorische Fragen geklärt und die Beratungen über die weiteren Bataillonstage er­ledigt waren, sprach Kamerad Schulrat a. D. Fi­scher, Gießen, über seine Erlebnisse bei einem Be­such der früheren Kampfitätten und Kriegergräber an der Westfront. Sodann berichtete Kamerad Tele­grapheninspektor F. Reitz über eine Fahrt zu den Kriegergräbern bei Verdun, wobei er auch den amerikanischen Marmorftiedhof besichtigte. Beim Austausch von Erinnerungen an die gemeinsame Frontzeit wurden einige frohe Stunden verbracht. Am Sonntagvormittag fand eine würdige

Gedächtnisfeier auf dem Heldenfriedhof im Neuen Friedhof statt. Der vom Bauerschen Ge­sangverein vorgetragene ChorgesangHeilig ist der Herr" leitete die Feier ein. Ärchiodirektor Herr­mann, Darmstadt, sprach hierauf zu feinen Kame­raden. Er lenkte ihre Gedanken zurück zu jenem bedeutungsvollen 18. Oktober, an dem durch die Schlacht bei Leipzig dem preußischen Schicksal die Stunde der Wende aus tiefer Not schlug, und zog den Vergleich zu dem Ausgang des Weltkrieges, der das heldenhafte Heer unbesiegt zum Rückzug zwang, nur weil die Heimat versagt hatte. Nach all den Jahren der Schmach und der Schande hat das deut­sche Volk jetzt wieder die Stimme seiner Feldgrauen verstanden, den Sinn des Opfertodes für das Va­terland begriffen und einsehen gelernt, daß es kein Recht gibt, wenn nicht eine Macht dahinterfteht. Die alten Soldaten preisen den Entschluß des Füh­rers zur Wiederaufrichtung der Wehrhoheit. Den gefallenen Kameraden widmen sie inniges Gedenken und neigen sich vor ihnen in Ehrfurcht und Dank­barkeit.

Hauptmann a. D. Dr. Töpelmann versicherte auch an diesem Bataillonstag allen Kameraden, die

melftelle mit den benachbarten Altmaterial- und Rohproduktenhändlern ober falls solche nicht in er­reichbarer Nähe wohnen, mit herumziehenden Lum­pensammlern bindende Vereinbarungen zu treffen.

Wichtig für Lehrstellen-Suchende.

Viele Eltern wenden sich schon jetzt an Betriebe und bitten, ihre Söhne für eine Lehrstelle zu Ostern 1937 vorzumerken. Hierdurch wird der notwendige planmäßige Einsatz der schulentlassenen Jugend un­möglich gemacht, mindestens erschwert.

Das Arbeitsamt hat sich deshalb an alle Be­trieb sgemeinschaften gewandt und gebeten, die Be­triebe anzuweisen, alle unmittelbar vorsprechenden Eltern an die Berufsberatung des Arbeitsamts zu verweisen, an die sie rechtzeitig, möglichst schon jetzt, die 1937 freiwerdenden Lehrstellen zu geben haben.

Die Eltern tun deshalb gut, die Lehrstellensuche auf eigene Faust aufzugeben und sich in Verbin­dung mit der Berufsberatung zu setzen. Sie haben dadurch die Gewähr, daß nicht irgendeine Lehr­stelle für ihren Sohn gefunden wird, sondern daß die Lehrstelle gewählt wird, die seiner Begabung und feiner charakterlichen Veranlagung entspricht. Nur wenn das gesichert ist, kann ein freudig ar­beitender Lehrling zum tüchtigen Gesellen oder Ge­hilfen in einer Lehre heran gebildet werden.

*

** Aufgehobene Straßensperre. Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke: Orts­durchfahrt Dorheim ist wieder aufgehoben.

** Sterbefälle in Gießen: Es verstorben folgende Gießener: am 11.: Marie Jäger, 48 Jahre, Marktstr, 4. 12.: Georg Hartmann, 73 I., Moltkestr. 24. 13.: Wilhelm Heß, 58 I., Land­grafenstraße 8. 14. Minna Korell, geb. Nolte, 38 Jahre, Steinstraße 40; Martin Lampe, Postober­inspektor, 63 I., Wilhelmstr. 69. 16.: Marie Vogt, geb. Vogt, 79 I., Neuenweg 19. Aus­wärtige: 9'. Okt.: Marie Roczak, geb. Klimowicz, 26 I., wohnhaft in Ringelshausen (Gießen). 11.: Anna Ehledey, geb. Tiedtke, 54 I., Lollar (Gießen).

** Die Feuersirenen werden im Laufe die­ser Tage zu einer Hebung der Feuerwehrmannschaf­ten ertönen. Es braucht also niemand in Unruhe zu kommen, wenn er den Ruf der Sirenen hört. Unsere Bevölkerung sei darauf noch einmal hingewiesen.

der sie zum erstenmal einen Begriff von der Aus­dehnung der Korridors erhielten, lieber Deutsch- Eylau fuhren sie zum Tannenberg-Nationaldenkmal und dann durch Masuren, das Land der tausend Seen, wo sie an manchem stillen Heldenfriedhos Denn eilten. Im Pregeltal statteten sie Insterburg einen Besuch ab und lernten dort in der Nähe einen originellen und vielseitig begabten Schmied kennen, der chnen viel Freude bereitete. In Gumbinnen machte der Friedhof mit 500 Gefallenen einen tiefen Eindruck auf die Wanderinnen. Diel Interessantes fanden sie in der Rominter Heide und namentlich im Hauptgestüt Trakehnen. In der Grenzstadt Schir- windt und später in Tilsit standen die Mädels an der litauischen Grenze, und welche Gefühle sie da­bei hegten, bewies das von ihnen zu den Bildern gesungene Lied von der Memelwacht. An Fischkut­tern und Heuschiffen vorüber führte ihr Weg zur Klinischen Nehrung, wo dem Fischerdorf Rossitten, das durch seine Vogelwarte und die Segelflieger­schule bekannt ist, ein Besuch ab gestattet wurde. Eine Reihe von Bildern war der Ordensfeste am Pregel und hansischen Stadt Königsberg gewidmet, der Geburtsstadt Agnes Miegels. Ueber Zoppot mit seiner bekannten Waldoper und Marienburg, mit dem als größte Burganlage Deutschlands be­kannten Hauptsitz des Deutschen Ritterordens, der Marienburg wurde die Heimreise angetreten.

Sinniger Schargesang, passende eingefügte Ge­dichte und ein ostpreußischer Nikeltanz ergänzten wirkungsvoll die Morgenstunde.

für das Vaterland fielen, und auch denen, die der Tod nach und nach aus den Reihen der lieber« lebenden herausgerissen hat, ein treues Gedenken über das Grab hinaus und legte ihnen zu Ehren einen schlichten Kranz nieder. In der Erinnerung an diese Kameraden neigen sich die alten Kriegs­kameraden, die ganz besonders dazu berufen waren, am Aufbau des machtvollen Dritten Rei­ches mitzuhelfen, in Ehrfurcht und Dankbarkeit vor dem Frontsoldaten und Führer Adolf Hitler und grüßen in ihm das deutsche Vaterland. Mit dem alten ReiterliedMorgenrot" ließ der Bauersche Gesangverein die Gedächtnisstunde aus­klingen.

Am Nachmittag fanden sich einige Hundert alte Landstürmer zur

Wiedersehensfeier

im Cafe Leib zusammen. Die Kapelle Krengel ließ durch das Spielen alter Soldatenlieder schnell eine frohe Stimmung aufkommen.

Hauptmann a. D. Dr. Töpelmann hieß die Kameraden herzlich willkommen Er erinnerte an die Jahre gemeinsamen Kriegserlebens vor mehr als 20 Jahren und gedachte der in der Zwischen­zeit verstorbenen Kameraden. Weiterhin gab er eine Anzahl Grüße bekannt. Der nächste Batail- lonstag soll in zwei Jahren, der folgende dann in dem anschließenden Jahr gefeiert werden, weil die­ser die 25. Wiederkehr des Ausmarsches des Ba­taillons ist. An den ehern. Hauptmann der 12. Kompanie des Kaiser-Regts. 116, den General­major a. D. Rudolf Mohr, wutde anläßlich seines 75. Geburtstages ein Glückwunschtelegramm gesandt. Ferner dankte der Redner allen Mithelfern, besonders dem Bauerschen Gesangverein für feinen Gesang bei der Gedächtnisfeier, aber auch den Kameraden Beyer, Nickel, Burmeister und Reitz für die Mitarbeit, und grüßte namens der alten Landstürmer den Wiedererwecker des deutschen Heeres und Vorkämpfer gegen den Weltbolschewis­mus, den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler.

Ein besonderes Erlebnis für die Landstürmer wurde dann die Wiedergabe einer großen Anzahl von Photographien, die die Erinnerung an die Kriegszeit wachriefen. Kamerad Schulrat a. D. Fischer gab hierzu, so weit es notwendig war, einige Erläuterungen, und die freudigen Zwischen­rufe und der starke Beifall erwiesen, daß mit die­sem erste» Versuch die Wiederschensseier eins schöne

Der deutsche Osten - Deutschlands Schicksal.

6ine Ostlandfahrt des Gießener DOM.

Wiedersehensseier

des Gießener Landsturmbataillons (M/9.).

Ueberrafd)ung geworden war. Mit einer Aufnahme des Feldgottesdienstes im Hofe der Zeughaus­kaserne im Oktober 1914, an dem das Bataillon mit 770 Landwehr- und 330 Landsturmmännern unter dem inzwischen verstorbenen Kommandeur, Oberstleutnant von Knobelsdorff teilnahm, wurde diese Bilderfolge eingeleitet. Manch einer sah sich wieder im Kreise seiner Kameraden, und die Erinnerung an viele Gefallene wurde wach. Aus­nahmen aus Constans, Douaumont und Valencien» nes, aus ernsten und heiteren Stunden, zogen an den Augen vorüber.

Nach dem Gesang alter Soldatenlieder gab Feld­webel-Leutnant a. D. Reitz den Empfindungen des Dankes der alten Landstürmer an ihren Bataillons- kommandeur Dr. Töpelmann Ausdruck, der mit großem Verständnis und Freundlichkeit jeden ein­zelnen Bataillonsangehörigen im Felde betreute und sich gerade in der Nachkriegszeit als derVater des Bataillons" bewies. Seine Soldaten vergessen nicht die Aufopferung in jenen schweren Tagen des Rückmarsches von Frankreich bis nach Friedberg, wo das Bataillon aufgelöst wurde, und sie find ihm besonders dankbar dafür, daß er die schon im Kriege gepflegte Kameradschaft durch die Abhaltung der Bataillonstage aufrecht erhalten hat. Kamerad Reitz rief die Erinnerung wach an die Einwei­hungsfeier des von Kamerad Dr. Töpelmann in Valenciennes errichteten Heldenfriedhofes, bei der ihm die Anerkennung der Generalität ausge­sprochen wurde, und dankte ihm im Auftrage der versammelten Kameraden für all die vielen Sorgen und die Beweise der Kameradschaft. Die Kamera­den brachten ihre Gefühle zu ihrem alten Komman­deur durch ein dreifaches Hurra zum Ausdruck.

Die aus dem Bataillon später dem 2. Pommer- schen Infanterie-Regiment Graf Schwerin Nr. 14 zugeteilten Landstürmer fanden sich unter Kamerad Hch. Christ-Lollar (Holzmühle) zusammen und tauschten Erinnerungen an die Kämpfe in Ruß­land und in der Champagne aus. Sie beschlossen, demnächst eine weitere Zusammenkunft abzuhalten.

Der inzwischen eingetroffene Kapitän a. D. Ober­regierungsrat i. R. S ch m e h l, ein Sohn der otaöt Gießen, wurde von Kamerad Dr. Töpelmann willkommen geheißen. Kapitän Schmehl dankte in seiner humorvollen Art für die freundliche Begrü­ßung und gab einige Erlebnisse von den Kaperfahr­ten des HilfskreuzersWolf" zum besten. Durch feinSeemannslatein" rief er Helle Freude hervor und setzte die Lachmuskeln kräftig in Bewegung.

Siebenköpfige Einbrecher- und Hehler­bande festgenommen.

LPD. Frankfurt a.M., 17. Oft. Im Jahre 1934 wurden wiederholt Einbruchsdiebstähle in ein La­ger einer Frankfurter Möbeltransportfirma ausge­führt und Sachen aller Art von bedeutendem Wert gestohlen. Die damals durchgeführten umfangreichen Ermittlungen der Frankfurter Kriminalpolizei führ­ten zunächst zu keinem Erfolg. Erst jetzt konnte der Fall restlos aufgeklärt, eine Menge von Stehlgut wieder herbeigeschafft und die Einbrecher und ein Teil der Hehler hinter Schloß und Riegel gesetzt werden. Die Einbrecherarbeiteten" zur Nachtzeit. Sie gelangten durch die Wohnung einer ebenfalls festgenommenen Mittäterin auf das Dach des Lager­hauses und fliegen nach Zertrümmerung der Fenster ein. Im Lager wurden viele Kisten, Koffer und Schließkörbe aufgebrochen und reiche Beute gemacht. Die Einbrecher stahlen mehrere Federbetten, mehrere Daunensteppdecken, wertvolle Koltertücher, große Mengen Bett-, Tisch- und Gebrauchswänsche, Kleider, Vorlagen und Teppiche, einen großen Posten Por­zellan, Silber- und Schmucksachen von bedeutendem Wert und ein Oelgemälde. Der Gesamtschaden be­trägt mehrere tausend Mark. Das Stehlgut wurde in bereitstehende Schließkörbe und Koffer verpackt und in Sicherheit gebracht. Einige Frauen haben den Einbrechern Beihilfe geleistet und sich auch am Absatz des Stehlgutes beteiligt. 2ld)t Familien haben über zwei Jahre einen Teil der gestohlenen Sachen in Gebrauch gehabt. Insgesamt sind sieben Personen dem Amtsgericht zugeführt und gegen andere ein Verfahren wegen Hehlerei anhängig gemacht worden.

Zwei Verkehrsunfälle.

Landkreis Gießen.

^Burkhardsfelden, 19. Okt. Gestern nach­mittag kam es auf der Straße zwischen unserem Orte und Oppenrod zu einem schweren Unfall. Der 11jährige Sohn des hiesigen Einwohners Karl Brück, der mit feinem Fahrrad unterwegs war, wurde von einem Personenkraftwagen angefahren, zu Boden geschleudert und schwer verletzt. Der bedauernswerte Junge mußte sofort in die Chirurgische Klinik nach Gießen eingeliefert werden.

Linden st ruth, 19. Okt. Gestern gegen 16 Uhr ereignete sich auf der Straße ReiskirchenLin­denstruth ein Verkehrsunfall. Ein Radfahrer, der ohne ein Zeichen zu geben, seine Fahrtrichtung än­derte, wurde von einem Motorradfahrer, der ihn im gleichen Augenblick überholen wollte, angefahren und zu Boden geschleudert. Der Radfahrer, wie auch der Motorradfahrer wurden dabei glücklicherweise nur leicht verletzt.

Rundfunkprogramm

Dienstag, 20. Oktober.

6 Uhr: Choral Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10:: Gymnastik. 8.30: Werbekonzert. 9.30: Musik am Morgen. Neue Originalmusik für das chromatische Akkordeon. 10: Schulfunk. Bauer und Kämpfer. Hörszenen aus dem Volkstumskampf im Banat. Von Karl von Möller-Hatzfeld. 11: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskon^ert I. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! Der Romanttker Tschai­kowsky. Seine V. Sinfonie in e-moll. 15: Volk und Wirtschaft. Handel und Schiffahrt nach Afrika. 15.15: Das deutsche Lied. Johannes Brahms. 16: Unterhaltungskonzert.Buntes Treib en".17.30: Die deutsche Hochschule für Politik. Ein Bericht zum Semesterbeginn von Erwin Anders. 17.45: Die Dachschieferindustrie im Moselland. Vortrag von Dr. Schönhofen. 18: Unterhaltungsmusik. 19: HI' Funk.Vorwärts Jungs und nicht gefackelt!" Ein Spiel um Marschall Blücher. 19.30: Die kleine Ueberraschung. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Deutsche Hel* den in Südost. Eine Folge deutscher Soldaten* Märsche. 21.10: Der deutsche Weg I. 22: Nachricht ten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. Nach* richten der DAF. 22.30: Unterhaltungs» und Volks­konzert. 24 bis 2: Nachtmusik.

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