Gewerkschaftler. Die Rede des Generalsekretärs der Arbeitergewerkschaft, Jouhaux, war ein Abklatsch der Schlagwörter von Kampf, Freiheit, Brot und Frieden, von sozialem Fortschritt und Kampf gegen die „Reaktion". Die marxistische Arbeitergewerkschaft kämpfe für die Einigkeit des Landes. Kein anderes Land habe das Recht, sich in das innere Leben Frankreichs zu mischen. Jeder Franzose habe das Recht, seiner Meinung freien Ausdruck zu geben; es gehe nicht an, daß andere Länder gegen französische Worte protestierten, die auf sranzösrschem Boden gesprochen würden.
Gme Lawine von Reden.
Die Rechtspresse kritisiert Blum.
Paris, 19. Okt. (DRB. Funkspruch.) „Eine Lawine von Reden ist über das Land gegangen." — „Ein Tag der politischen Beredsamkeit!" — „Es regnete Reden!" lauten die Ueberschristen der Zeitungen. Während die Volksfrontblätter davon sprechen, daß „die Volksfront unerschüttert bleibt („Po- pulaire"), sparen die Rechtsblätter nicht mit Kritik und ironischen Bemerkungen. Löon Blum habe, so schreibt „Echo de Paris", sich angestrengt, die Radikalsozialistische Partei zu beruhigen. Er habe die Radikalsozialisten gelobt und geliebkost w i e ein Reiter sein scheuendes Pferd. All das fei aber nur äußerlich. Die tatsächliche Bedeutung der Rede Leon Blums sei: „Ich gebe die Kommunisten niemals auf! Lieber ein Ende der Volksfront und Kammerneuwahlen!" Im übrigen mache sich Blum selbst keine Wahnvorstellungen mehr vom Weiterbestand der Volksfront- Regierung. Gewisse Stellen seiner Rede ließen deut
lich durchblicken, daß er selbst den Mißerfolg der Volksfront bereits erkannt habe.
„Figaro" führt den Ueberfluß an Reden darauf zurück, daß die Mitglieder der Regierung in den letzten Tagen schlecht Wetter für die Volksfront gespürt hätten. Laut „Jour" war es Blums größte Sorge, eine Trennung zwischen Radikal- sozialisten und Kommuni st en zu vermeiden. Wichtig seien die drei Grundsätze, die Blum aufgestellt habe: 1. Keine Aenderung der Politik ohne Aenderung der Regierung. 2. In der augenblicklichen Kammer gibt es nur eine Volksfrontmehrheit. 3. Wenn die Regierung gewechselt werden muß, dann Neuwahlen! Blums Auffassung habe Radikalsozialisten und Kommunisten vor einen Bruch des Dreier-Kartells der Volksfront warnen wollen. Am nächsten Samstag werde man in Biarritz die A n t w o r t der Radikalsozialistischen Partei erfahren.
Eine «.französische Gammelbewegung" gegen Gowjeidiktatur.
Paris, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) Der nationale Frontkämpfer-Verband UNC., der 900 000 Mitglieder in allen Bevölkerungsschichten hat, erläßt einen Aufruf zu einer „französischen Sammelbewegung".Außerdem ist der Vorsitzende des Verbandes UNC., Jean G o y, beauftragt worden, mit den führenden Männern der Organisationen und Parteien, die gegen eine Sowjetdiktatur kämpfen, Fühlung zu nehmen. Alle sollen erfaßt werden, angefangen von der Dolkspartei Doriots über die radikalsozialistischen Parteigruppen bis zu den nationalen Parteien.
40 neue Jugendherbergen ihrer Bestimmung übergeben. Baldur v. Schirach bei der Einweihung der Adolf-Hitler-Zugendherberge in Berchtesgaden.
Berchtesgaden, 18. Okt. (DNB.) Mit der feierlichen Einweihung der neuen Adolf- Hitler-Jugendherberge in Berchtesgaden wurden am Sonntag zugleich 40 neue Jugendherbergen in allen deutschen Gauen ihrer Bestimmung übergeben, während für zehn Neubauten die Grundsteinlegung vorgenommen wurde. Im Mittelpunkt der örtlichen Feier stand die von allen deutschen Sendern übertragene Rede des Reichssugerrdführers Baldur von Schirach in Berchtesgaden.
An der Eröffnungsfeier nahmen neben den führenden Persönlichkeiten der Parteigliederungen, der Wehrmacht und des Arbeitsdienstes auch Korpsführer Hühnlein sowie zahlreiche Amtsleiter der Reichsjugendführung teil. Fanfaren verkündeten die Ankunft des Reichsjugendführers Baldur v. Schirach. Nachdem ihm ein Jungvolkkind die Schlüssel der Adolf-Hitler-Jugendherberge überreicht hatte, kündete ein festliches Vorspiel von der Liebe der deutschen Jugend zu Heimat und Vaterland.
Der Leiter des Reichsverbandes für das deutsche Jugendherbergswesen, Obergebietssührer R o d a tz , meldete dem Reichsjugendführer die neuen Bauten des Jugendherbergswesens. Er dankte dabei allen, die am Aufbau dieses einzigartigen sozialistischen Werkes der Jugend mitgeholfen hätten, besonders den Millionen, die am letzten Sammeltag im Frühjahr durch ihr Scherflein dieses Werk ermöglichten.
Der Reichsjugendführer sprach dann über die Bedeutung des Jugendherbergswesens. Kein Staat der Welt, so stellte er fest, habe es vermocht, in derart großzügiger Weise vorbildliche Er- holungs- und Kultur st ätten für die junge Generation zu errichten. Dieses Werk sei jedoch nicht das Verdienst der deutschen Jugend allein. Hier habe die deutsche Volksgejamtheit eine einzigartige Leistung vollbracht. Das deutsche Volk habe der deutschen Jugend im Laufe der Jahre viele Millionen Reichsmark gespendet, damit diese Jugend für wenige Pfennige in allen deutschen Gauen auf ihren Wanderungen Unterkunft finden könne. Jeder deutsche Junge und jedes Mädel könne mit Stolz von sich sagen, daß sie im ganzen Reich zu Hause seien, denn es gebe keine deutsche Landschaft, die nicht der Jugend an ihren schönsten Punkten durch das Jugendherbergswerk erschlossen werde.
Im Namen der Jugend des Deutschen Reiches dankte Baldur v. S ch l r a ch allen, die die Jugend an den Sammeltagen unterstützt und ihr als Freunde ihrer Arbeit treu und selbstlos zur Seite gestanden hätten. Sein Dank galt besonders den ärmsten Volksgenossen, die aus ihrem kleinen Tagelohn fünf oder zehn Pfennige für das Werk der deutschen Jugend opferten. Gerade das Bewußtsein, daß diese Bauten größtenteils aus kleinen Pfennigspenden entstanden seien, sei für die Jugend so wertvoll und erziehe sie zur Gemeinschaft.
Der Reichsjugendführer versprach dann zum Danke für diese Opfer des Volkes feierlich, daß die Jugendbewegung des neuen Deutschland ihren Kameraden eine Welt offenbaren wolle, in der die herkömmlichen Begriffe Reichtum und Armut ihren Wert verloren hätten. Was der deutschen Jugend heute geboten werde, übertreffe selbst die kühnsten Träume früherer Jugenderzieher. „Wir können", so sagte Baldur von Schirach, „nichts besseres für die Eintracht des deutschen Volkes in der Zukunft tun, als die heutige Jugend die ganze Heimat erleben zu lassen". Der Reichsjugendführer schloß mit einem mit großer Begeisterung aufgenommenen Treue- und Dankbekenntnis zum Führer und weihte schließlich die Adolf-Hitler-Jugendherberge und zugleich alle anderen neuen Jugendherbergen im Deutschen Reiche mit dem Rufe „Adolf Hitler, Sieg-Heil!"
Unter Fanfarenklänaen und Salutschüssen wurde dann die Flaggenhissung auf der Adolf-Hitler- Jugendherberge vollzogen. Anschließend besichtigten der Reichsjugendführer und die Gäste die Adolf Hitler-Jugendherberge, die mit ihrer gediegenen und schmucken Einrichtung und mit ihrer prachtvollen Lage im schönen Berchtesgadener Land auf alle Besucher den tiefsten Eindruck machte. Nach dem Rundgang blieben Baldur von Schirach und Korpsführer Hühnlein längere Zeit mit den jungen Kameraden beim Eintopfessen auf der schönen Terrasse der Herberge zusammen.
Außer der Adolf-Hitler-Jugendherberge wurde in Bayern noch die Baldur von Schirach-Jugendher- berge eingeweiht, die sich oberhalb des Walchensees in Urfeld, ebenfalls in einer wunderbaren landschaftlichen Lage Bayerns erhebt.
Die SA. ist die Brücke zum Volk.
Gauleiter Sprenger auf dem Appell der SA.-Gruppe Westmark in Bad Ems.
Moskau der Fremdkörper in einem europäischen Friedenssystem.
Wachsende Erkenntnis in England.
Oxford, 18. Okt. (DNB.) Der ehemalige konservative Marineminister A m e r y sagte in einer Rede: „Ich teile den deutschen Standpunkt, daß Sowjetrußland mit seinen Interessen im Fernen und mittleren Osten, aufgebaut auf den verschiedenen Wirtschaftssystemen, niemals ein tatsächlicher Partner in einem europäischen Sy st em sein kann. In Europa wird es nicht eher Frieden geben, ehe man Frankreich nicht dazu bringt, Sowjetrußland aufzugeben. Um Deutschland zu einer Anerkennung des Status quo zu bringen, sei es notwendig, daß man Sowjetrußland endgültig aus dem Begriff Europa aus- scheide und daß dieses Europa dann nicht nur dazu ist, Frieden zu halten, sondern auch auf wirtschaftlichem Gebiet zusammenzuarbeiten. Dabei müsse Deutschland einen entsprechenden A b - satzmarkt und Rohstoffquellen erhalten. Praktisch bedeute das, daß Kontinentaleuropa sich untereinander solche wirtschaftlichen Vorteile zugestehen müßte, wie das jetzt i m britischen Weltreich der Fall sei.
Unter der Ueberschrift „Die rote Niederlage" schreibt Gervin im „Observer", durch die Ereignisse der letzten Zeit ziehe sich ein roter Faden hindurch, der gleich zeige, woher die Verwirrung rühre. Man könne aus den Ereignissen nur herauslesen, daß der Kommunismus vor der Mehrheit jeder Nation unwiderruflich a b - gelehnt werde. Hier sei es mit dem alten Traum Moskaus vorbei. Der Fehlschlag, den die sowjetrussische Politik erlitten habe, sei geradezu vernichtend. Von einem Ende bis zum andern habe sich die diplomatische Lage in Europa geändert. Das Versailler System sei tot. Die perverse Verbindung des Völkerbundes mit dem Rest dieses Systems sei nicht weniger erloschen. Das Schicksal der Sowjetpakte in ihrer gegenwärtigen Form sei besiegelt. Das britische Volk werde es ebenso wie das belgische niemals zulassen, daß es eine Verbindung mit ihnen geben. Wenn die ver
änderte Lage von Deutschland, Italien, Großbri« tannien und Frankreich richtig behandelt werde, könne sie zur Rettung des Friedens führen. Die Rückkehr Belgiens zur Neutralitätspolitik sei richtig und gut. Der Wandel der belgischen Politik sei unvermeidlch. Im übrigen seien keine Aussichten für die Sicherung des Friedens in Europa vorhanden, solange die sowjet- russischen Pakte mit Frankreich und der Tschechoslowakei in der gegenwärtigen Form bestehen blieben.
„Eine teuflische Macht."
Der Erzbischof von Liverpool über die Minierarbeit des Kommunismus.
London, 19. Okt. (DNB. Funkspruch.) Kommunistische Versuche, die englischenJugend- organisationen zu bolschewisieren, wurden vom Erzbischof von Liverpool vor dem katholischen Verband junger Männer in Ligan an den Pranger gestellt. Er erklärte, es seien Beweise vorhanden, daß führende Persönlichkeiten in zahlreichen Jugendoerbänden auf die Zerstörung der religiösen und sozialen Ordnung hinarbeiteten. Obwohl die kommunistische Partei in England nicht sehr stark sei, kontrolliere sie doch viele untergeordnete Verbände, durch die sie beinahe jede Einrichtung im Leben der Nation beeinflusse. Diese Organisationen hätten oft harmlose Namen und gäben sich als philanthropische oder religiöse Verbände aus. Der Kommunismus sei in der Hauptsache gottlos und zersetzend. Die Tatsache, daß eine so barbarische Weltanschauung, die alle menschlichen Rechte und Freiheiten verneine, einen großen Teil des Menschengeschlechtes ergriffen habe, zeige, daß hinter der kommunistischen Bewegung eine trufe l i s ch e Macht stehe.
Reichstagung für deutsche Vorgeschichte.
Alfred Rosenberg kündigt die Gründung eines Reichsinstituts an.
Ulm, 18. Okt. (DNB.) Am Sonntag fand in Ulm die dritte Reichstagung für deutsche Vorgeschichte statt, die mit der zweiten Reichstaaung für Vorgeschichte und Frühgeschichte des NSLB. und einem Reichstreffen für Geschichte und Vorgeschichte der deutschen Studentenschaft verbunden war. Die Tagung gewann dadurch besondere Bedeutung, daß auf einer von 10 000 Volksgenossen besuchten Versammlung in der Max-Eyth- Halle Reichsleiter Rosenberg das Wort nahm über „Die germanischen Lebenswerte im Weltanschauungskampf". Der Redner betonte, daß zwei Wissenschaften heute im Brennpunkt nicht nur des deutschen, sondern des allgemein europäischen Interesses ständen. „Es sind dies die Rassenkunde und die Vorgeschichte. Die alten Mächte, gegen die wir auf diesem Gebiet den Kampf aufnahmen, : haben ein sehr feines Gefühl dafür gehabt, daß sie mit Hilfe dieser beiden Wissenschaften geistig aus den Angeln gehoben worden sind. Es ist entscheidend, nicht nur für die Politik, sondern für die gesamte innere Haltung eines Volkes, wen es als seinen geistigen Ahnherrn anzuerkennen gewillt ist. „Heute stehen wir vor der Entscheidung, ob wir unsere Ahnen in Germanen und Griechen erblicken oder in Juden oder Syriern. Es kommt für uns alle darauf an, wo das heilige Land der Deutschen liegt, und wir glauben, daß dieses heilige Land nicht Palästina, sondern Deutschland ist. Heiliger Boden ist für uns immer dort, wo für diesen Boden von Deutschen gekämpft worden ist, wo deutsche Bauernfäuste den Pflug durch die Muttererde fuhren, und heiliger Boden ist schließlich auch, worüber auf dieser Tagung gesprochen wird. Wenn wir die Gesamtheit des Geschehens überblicken, dann können wir heute nur eines sagen: Die Ergebnisse der vorgeschichtlichen Forschung sind das Alte Testament des deutschen Volkes. Rassenkunde, deutsche Vorgeschichte und Dolks- f o r s ch u n g enthalten im Grunde genommen die gleiche wissenschaftliche Disziplin. Mit der deutschen Vorgeschichte ist die EntschTkierung des uralten verdeckten Bildes fernster Vergangenheit begonnen
worden, nicht nur Deutschlands, sondern aller Völker überhaupt.
Rosenberg zeigte dann unter Heranziehung zahlreicher Beispiele aus der Vorgeschichte und Kulturgeschichte, besonders der Inder, Griechen und Römer, wie der neue Blickpunkt uns erst die großen weltgeschichtlichen Zusammenhänge sehen lehre. Wir begreifen heute ihre Kultur als Die Selbstbehauptung und Erstarkung des nordischen Wesens gegenüber dem Rassenchaos des Orient und sehen ihren folgerichtigen Untergang, sobald sie die Werte und Gesetze ihrer Rasse vergessen und sich mit fremdem Blut vermischen. Durch eine einzige innere Wendung des Geistes hat eine neue Forschung in Deutschland und in der Welt begonnen. Selbst in fernen Ländern wird heute eifrig nach der arischen Vergangenheit gegraben. Dem Heben und Sterben in der Vergangenheit nachzugehen und die rassischen und charakterlichen Antriebe aufzudecken, ist die große Aufgabe unserer Vorgeschichtsforschung überhaupt."
Am Schluß seiner Rede betonte Rosenberg seine enge Verbundenheit mit dem Reichsbund für deut- che Vorgeschichte, dessen Bestrebungen er mit be- onderer Anteilnahme verfolge. Besonderen Dank prach er Prof. Dr R e i n e r t h für sein unermüdliches Wirken aus, wobei er seiner Freude Ausdruck gab, daß Reichsminister Rust auf seine Anregung hin vor kurzem Prof. Dr. Reinerth mit der Vorlegung des Planes für ein Reichsinstitut für deutsche Vorgeschichte beauftragt hat. Damit werde eine neue schöpferische Tat im nationalsozialistischen Reich geleistet. Am Nachmittag nahm Reichsleiter Rosenberg die Eröffnung der in der Markthalle aufgebauten Ausstellung „Lebendige Vorzeit" vor, die einen lieber» blick besonders über den Anteil der oberschwäbischen Vorgeschichte an dem großen germanischen Kulturgut bietet. Dabei konnte Dr. Reinerth dem Maler Wilh. Fetersen aus Elmshorn bei Hamburg den Preis des Reichsbundes in Höhe von 4000 RM für die beste bildliche Darstellung germanischek Vorgeschichte verleihen.
NSG. Die SA. -Gruppe W e stmo r k hatte im Kurhaus-Saal zu Bad-Ems zu einem SA.- Appell aufgerufen und dabei den Gauleiter um eine grundsätzliche Ansprache gebeten. Der Appell war zugleich als Werbeabend gedacht und war deshalb nicht nur von den Kameraden der SA., sondern auch von Angehörigen aller Gliederungen und vor ollem von vielen Volksgenossen besucht. Umfassend war die Rede, in der der Gauleiter den Anwesenden Aufklärung gab und ihnen noch einmal die Entwicklung der deutschen Geschichte in den letzten Jahrzehnten aufzeigte. Der Schwerpunkt der Rede aber war der bedingungslose Führungsanspruch der NSDAP, als der politischen Betreuerin und Leiterin des ganzen deutschen Volkes. Dabei ist der Weg der Partei auch zugleich in allen Lagen der Weg der SA. gewesen. Wer früher das Braunhemd anzog, dokumentierte domit Freund und Feind gegenüber, daß er ein Soldat Adolf Hitlers geworden war und zum Einsatz des Letzten bereit sein mußte. Im Gau Hessen-Nassau war es schon immer so, daß dort, wo eine Ortsgruppe entstand, zugleich auch die SA. ins Leben gerufen wurde. So konnten sich beide machtvoll im Reich, wie vor allem im Gau entwickeln. Unentwegt aber handelten wir nach dem Grundsatz: Wer uns angreift, liegt zuerst am Boden, eine Parole, die wir heute als Volk der ganzen Welt entgegenhalten. Zwar ist die Partei nur noch der Jugend zugänglich. Aber in ihren Gliederungen ist immer noch Platz für jeden Volksgenossen, der aktiv an dem herrlichen Geschehen dieser Zeit teilnehmen möchte. Die Sturmabteilung soll die große Erziehungsgemeinschaft der Nation sein, Kameradschaft und Einsatzbereitschaft fördern, kurz: beispielgebend für nationalsozialistisches Leben sein. Der Gauleiter wandte sich dann auch den falschen Propheten zu, die immer wieder einmal auftreten, um Verwirrung zu stiften. Auch ihre Entlarvung bezeichnete der Gauleiter als eine Aufgabe der SA. Schließlich solle sie die Brücke zum ganzen deutschen Volk sein, das braune Heer, auf das sich der Führer unbedingt stützen könne. Nach einer Darlegung der gewaltigen Aufgaben, die der Füh
rer mit dem Vierjahresplan dem ganzen Volk gestellt hat, schloß Gauleiter Sprenger mit einem Ausruf an alle diejenigen, die heute noch der SA. fern» stehen, sich in ihre Reihen einzugliedern.
NGOAp. und DAI.
im Schulw s-n.
Eine Vereinbarung zwischen Dr. Ley und dem Reichserziehungsminister Rust.
Berlin, 18. Okt. (DNB.) Reichserziehungsminister Pg. Rust und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley veröffentlichen folgende Abmachungen:
Der Reichserziehungsminister und der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront find sich einig über den gemeinsamen Einsatz zur Erreichung folgender Ziele:
1. Für die Aufbauschule, die vorwiegend den Nachwuchs aus der ländlichen Bevölkerung nach einem sechjährigen Besuch der Volksschule in weiteren sechs Jahren durch eine intensive Jnternatserziehung zum Abiturium führen soll, wird neben den bisherigen Trägern d i e NSDAP, a l s Schulträger zugelassen.
2. Für die Berufsschule wird in Zukunft neben den vorhandenen Schulträgern auch die Arbeitsfront als Schulträger zugelassen.
3. Auch die vorstehend genannten Schuleinrichtungen unterliegen der staatlichen Schulaufsicht.
4. Für die besonderen Aufgaben der fachlichen und beruflichen Heranbildung zur Gemeinschaftsarbeit der Studierenden an den Fach- und Hochschulen wird die Reichsschaft der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen als zuständig anerkannt. Einbezogen ist hierin auch die Zuständigkeit für die Durchführung des Reichsberufswettkampfes an den Hoch- und Fachschulen.
5. Der Reichserziehungsminister und der Reichs- organifationsleiter und Führer der Deutschen Ar
beitsfront werden unverzüglich auf dieser Grund-! läge in eine gemeinsame Arbeit zur Durchführung' dieser Grundsätze eintreten.
Das Eingangstor zur Pfälzer Wein- strafe eingeweiht.
Nach einer Besichtigungsfahrt für 120 Schriftleiter der in- und ausländischen Presse am Samstag, auf der den Teilnehmern ein lleberblick über die Pfälzer Landschaft, aber auch über die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse gegeben wurde, weihte am Sonntag Gauleiter Bürckel das Weintor in Schweigen ein, das ein Eingangstor zur deutschen Weinstraße bildet. Diese ist werbendes Bindeglied zwischen dem pfälzischen Weinbau und dem übrigen Deutschland, ein Kulturdenkmal unserer Zeit, das in eindrucksvollster Weise die Arbeit und das Leben des Pfäl- zervolkes veranschaulicht. Am Anfang dieser Straße an der französischen Grenze steht das Weintor, das zum Eintritt in das gastliche Deutschland lädt. In einer schlichten Feier, an der Ministerpräsident Siebert teilnahm, wurde das Tor seiner Bestimmung übergeben.
Dabei führte Gauleiter Bürckel u. a. aus: Wir sind stolz auf unsere Vergangenheit, weil nach einem tausendjährigen Kampf um diesen gesegneten Boden am Ende nun doch hier ein deutsches Tor steht. Und wenn drüben unser Nachbar in diesem Tor schon eingebaute Maschinengewehre wähnen sollte, so möchten wir feststellen, daß dieses Tor m der gleichen Zeit als Friedenstor entstanden ist, als gegenüber auf den Höhen Kanonen aufgerichtet wurden, um alles das zu vernichten, was wir durch dieses Denkmal verherrlichen. Unser Tor steht allen offen, die guten Willens sind als Wahrzeichen einer großen Zeit deutscher Freiheit und Ehre, als dankbares Bekenntnis zu unserem herrlichen Führer, dessen mir in Treue gedenken. Ministerpräsident Siebert übergab an Gauleiter Vürckel eine Spende von 20000 Mark zum Ausbau des Weintors und stellte den Ankauf von 10 000 Liter Wein für die Winterhilfe
in Bayern in Aussicht. In fröhlicher Fahrt zogen die Feftteilnehmer dann über die deutsche Weinstraße. Gauleiter Bürckel bekam in allen 36 Dörfern und Städten, zu denen die größten Weinbaugemeinden Deutschlands zählen, einen Ehrentrunk gereicht. Der Gauleiter wies immer wieder darauf hin, daß es unserem Führe r zu danken sei, daß solche Werke der Kultur und des praktischen Sozialismus geschaffen werden konnten.
BedrohlicheAusbreitung der blutigen Unruhen in Bombay.
London, 19. Oft (DNB. Iunkspruch.) Bei den Unruhen in Bombay waren bis zum Sonntagabend etwa 50 Personen getötet und 490 verwundet worden. Drei Hindu-Tempel und eine Reihe anderer Gebäude sind völlig niedergebrannt. 3m Laufe des Sonntags wurden rund 300 Unruhestifter verhaftet. Sie sind in einem Sonder- gefängnis in der Vorstadt Worli untergebracht worden. Die Stadt-Gefängnisse sind bereits überfüllt. Ueberführte Unruhestifter sollen auf Anweisung des Polizeikommissars mit Auspeitschen bestraft werden. Da die britisch-indischen Polizeitruppen nicht ausreichten, um weitere blutige Kämpfe zwischen Hindus und Mohammedanern zu verhindern, muhte ein Bataillon des Durham-3n- fanterie-Regimenls eingesetzt werden. Das Oberkommando entschloß sich, 16 mit Maschinengewehren und je einem Halbzug besetzte Lastkraftwagen durch die Straßen fahren zu lassen. Jedoch machte dies aus die unruhige Bevölkerung nur vorübergehend Eindruck. Die Lage wird als äußerst ernst angesehen, da die Unruhen, die bisher auf einen ziemlich kleinen Bezirk begrenzt waren, sich auf den volkreichen Norden der Stadt auszudehnen begingen. 3n einer am Sonntagabend in Bombay veröffentlichten Regierungserklärung heißt es, die pot llzel fei Herr der Lage.


