HA^JS_d.er GUTEN
Die Sonnenfinsternis.-Ein neuer Siern entdeckt
an
Marmeladeindustrie sieht sich vor eine vier Monaten etwa dem Vorjahr noch lagern, so daß die
zu finden. Der W e i n m a r k t große Aufgabe gestellt, da in die neue Ernte anfällt und aus große Mengen in den Kellern Frage der Unterbringung der
neuen Ernte akut wird. Vom Weinwirtschaftsoerband wurden zwei Wege gezeigt, die dem Mangel an Einlagerungsmöglichkeiten abhelfen sollen, einmal eine Absatzsteigerung der Jahrgänge 1934 und 1935 durch Weinwerbewochen und Patenweinaktionen wie im Vorjahr, in der nur Weine aus den letzten beiden Jahren geschenkt werden dürfen. Zum anderen wird es Aufgabe der Kreisbauernführer fein, alle Lagermöglichkeiten in ihrem Gebiet ausfindig zu machen. Außerdem werden die dazu berufenen Institute mit einer Kreditaktion einspringen müssen, um das Einbringen der Ernte sicherzustellen. Im Anschluß an die sehr ausführliche Aussprache über diese Fragen sprach Kreis
praktische Arbeit , , ,
zuständigen Stellen der Hauptabteilung III (Markt) und der ihr angeschlossenen Wirtschaftsverbände
Leiter der Abteilung Sonnenberg der Babelsberger Sternwarte, entdeckt wurde, in Potsdam sehr genau beobachtet und sein Spektrum ausgenommen werden. Sofort gehen nun die Telegramme in alle Welt hinaus, um alle Sternwarten der Erde zur weiteren Beobachtung aufzurufen.
Pünktlich um 4.23 Uhr trat der Anfang der Sonnenfinsternis ein. Der Anblick der Sonne war dabei durch eine große Sonnenfleckengruppe besonders eindrucksvoll. Der weitere Verlauf der Finsternis konnte am Fernrohr genau verfolgt und am Turmteleskop in einer Reihe von photographischen Aufnahmen festgehalten werden. Um 5.12 Uhr war die Sonne bis auf ein Drittel ihrer Fläche bedeckt. Die ganze Landschaft-schien in em fahles Dämmerlicht getaucht. Dann gab der Mond die Sonne wieder frei. Kurz nach 6 Uhr Uhr war alles wieder, als ob nichts gewesen wäre.
betrafen.
Landesbauernführer Dr. Wagner eröffnete die Sitzung und machte grundlegende Ausführungen über den Grundstücksöerkehr sowie über Fragen der Siedlung, der Bauernschule u. a. Ueber die Getreidekontingentierung im Jahre 1936 sprach der Geschäftsführer des Getreidewirtschaftsoerbandes, P e t s ch. Es wurde das Getreidesoll, die Festpreisgestaltung, sowie Schlußfcheineinzelheiten behandelt. Der Geschäftsführer des Viehwirtschaftsverbandes, Haack, erörterte die Lage am Nutzvieh- und Schlachtviehmarkt in Hessen-Nassau. In diesem Zusammenhang klärte er Zweifelsfragen über den Pferdeexport.
Die Nachmittagssitzung beschäftigte sich mit der Milchwirtschaft und sehr eingehend mit der Eierwirtschaft. Es wurden die Maßnahmen durchgesprochen, die für die Zeit des nachlassenden Eieranfalls im Herbst und Winter zu einer restlosen Versorgung der Verbraucher führen sollen. Die Ver- forgungslage wurde verschiedentlich eingehend beleuchtet. Der Bericht über die Lage am Obstmarkt ergab ein sehr günstiges Bild dieses Teilgebiets. Es ist gelungen, die Preise stabil zu halten und einen gerechten Ausgleich zwischen den Erfordernissen des Frischobstmarktes und dem Bedarf der
Der Streik in Belgien.
Feuergefecht zwischen streikendenArbeitern und Gendarmerie.
Brüssel, 19. Juni. (DNB.) Zu einem Feuergefecht zwischen streikenden Arbeitern und Gendarmerie ist es im Bezirk Berinage gekommen. Die Arbeiter hatten die Zufahrtsstraßen durch Barrikaden verspert und zur Behinderung der Gendar-
Oie Kreisbauernführertagung in Frankfurt a. M.
NSG. Frankfurt a. M., 19. Juni. Am gestrigen Donnerstag wurde unter dem Vorsitz des Landesbauernführers Dr. Wagner die Arbeitstagung der Kreisbauernführer im Hause der Landesbauern-
Aus aller Wett.
merke Glasscherben ausgestreut. Als der Truppen anrückten, wurden sie mit Sttmwurfen empfang^u Dann fielen von feiten der Arbeiter Sch u f s e. Es entwickelte sich ein regelrechtes Feuergefecht. Die Arbeiter mußten schließlich die Flucht^greifen und liefen in das nahegelegene sozialdemokratische Volks- haus. Die Gendarmerie drang mit schußbereiten Karabinern nach und verhaftete alle Insassen. Später wurde vor dem kommunistischen Parteilokal em 26jähriger Arbeiter tot aufgefunden. Elk hatte einen Bauchschuß. Aus Erregung über dke Vorfälle fiel auf der Straße kurz darauf eme 51jährige Frau tot nieder.
Büchertisch.
— Paul Eugen Sieg: „Detatom". Roman. Ganzleinen 2,50 Mark. (Verlag Scherl, Berlin SW 68. — (49). — Detatom ist ein geheimnisvolles Jndustriewerk im Westen Deutschlands. Aber das Werk wird bedroht durch eine feindliche Finanzgruppe. Dem mächtigen Gegner gelingt es, in die Fabrik einzudringen. Die Katastrophe kann den Tatendrang der Forscher nicht hemmen. Eine neue Fabrik bauen sie auf, völlig unterirdisch, und in ihr entsteht ein neuer Stoff, härter als Stahl, leichter als Luft. Der Menschheit erschließen sich neue Möglichkeiten: mit einer Rakete fliegen die Forscher zum Mond — und dann gelingt auch das größte Wagnis: die Entfernung zum Mars — 75 Millionen Kilometer — wird durch das Helan- Weltraumschiff überwunden. Das alles schildert Sieg mit außerordentlicher Phantasie in diesem Zukunftsroman.
— D i e Waldschule. Ein luftiges Bilderbuch von Fritz Baumgarten. Verse von C. F. von Schlichte groll. Verlag A. Anton & Co., Leipzig. — (121) — Bei der Entstehung dieses Bilderbuches hat offenbar die bekannte und beliebte „Häschen-Schule" von Koch-Gotha Pate gestanden, und wenn die Bilder in der „Waldschule" auch die zeichnerische Meisterschaft und den Humor der Häschen-Bilder nicht ganz erreichen, so wird das Büchlein doch vielen Kindern (so um das erste Schuljahr herum) manche fröhliche Viertelstunde bereiten.
Potsdam, 19. Juni (DNB. Funkspruch.) Die Sonnenfinsternis konnte heute in aller Frühe bei schönstem Wetter vom Potsdamer Astro-physikali- schen Observatorium beobachtet werden. Einen ganz besonderen Reiz gewann diese Finsternis durch ihr völlia zufälliges Zusammentreffen mit dem Auftreten eines seyr Hellen neuen Sterns. Gegen 1 Uhr nachts kam plötzlich von der Sternwarte Berlin-Babelsberg folgende Alarmnachricht: „Ein Heller neuer Stern dritter Größe ist i m Sternbild des Cepheus entdeckt worden." Wer nun einigermaßen weiß, was eine solche Entdeckung bedeutet, wird ermessen können, in welcher Aufregung sämtliche Instrumente des Observatoriums sofort klar gemacht wurden, um die kurze Zeit bis zum Hellwerden noch für die Beobachtung des neuen Sterns auszunutzen. In der Tat konnte dieser Stern, der von Dr. H o f f m e i st e r, dem
jägermeister Roth mann über Wildschäden und die Möglichkeit ihrer Behebung durch Zusammenarbeit von Landwirtschaft und Jägerei.
Brandstiftungen am laufenden Band.
Volksschädlinge vor Gericht.
LPD. Mainz, 17. Juni. Vor der Großen Strafkammer Mainz wurde am Mittwoch gegen den 31 Jahre alten Johann Joczinski, den 73 Jahre alten Ludwig Hils, den 42 Jahre alten Ludwig Bender II, den 38 Jahre alten Friedrich Rahn II, den 66 Jahre alten Friedrich Rahn I und den 32 Jahre alten Hugo Bender, sämtlich aus Bechtheim bei Worms, wegen Brandstiftungen am laufenden Band verhandelt. Die Angeklagten hatten i n n e r - halb von vier Wochen einen Schaden von 100000 RM. crngerichtet. Der Haupttäter Ludwig Bender II stiftete den Ludwig Hils an, seinen Heuschober in Brand zu stecken. Für den Schaden erhielt er 1931 von der Versicherung 1167 RM. Außerdem hatte er seinen Knecht, den Angeklagten Joczinski, dazu verleitet, die Fruchtschober der Angeklagten Hugo Bender und Rahn II an* zustecken. Für den Schaden waren von einer Versichrung eine Summe von 3000 RM., von einer weiteren Versicherung eine Summe von 911 RM. ausgezahlt worden. Dem gedungenen Täter hatte Bender eine Belohnung von 150 RM. versprochen, dieser erhielt aber nur 10 RM. Die ganze Angelegenheit blieb lange Zeit verborgen und kam erst jetzt zur Kenntnis der Oeffentlichkeit. Das Gericht verurteilte den Haupttäter Ludwig B e n d er II zu drei Jahren Zuchthaus, abzüglich sechs Monaten Untersuchungshaft, fünf Jahren Ehrverlust und zweimal 500 RM. Geldstrafe, ersatzweise für je 500 RM. zehn Tage Zuchthaus. Joczinski erhielt IV2 Jahre Gefängnis abzüglich acht Monate Untersuchungshaft, Rahn II zwei Jahre Gefängnis abzüglich acht Monate Untersuchungshaft, Rahn I vier Monate Gefäng - n i s und 2000 RM. Geldstrafe, ersatzweise für je 20 RM. einen Tag Gefängnis. Hils und Hugo Bender wurden mangels Beweises freigesprochen.
Familienlag Blumenschein.
Am 12. Juli treffen sich alle Angehörigen der Familien Blumenschein in Reichelsheim im Odenwald. Hier und in zahlreichen anderen Orten des Odenwaldes und feiner Umgebung wohnten schon im Mittelalter ihre Angehörigen, zumeist als Handwerker oder Bauern. Blühende Familienzweige finden sich noch heute dort, ferner in Darmstadt, Frankfurt, in Sachsen und in Amerika. Nach mühsamen Forschungen hat Studienrat Blumen- sch ein-Bautzen eine große Sippentafel ausgearbeitet, die alle im Odenwald beheimateten Familien Blumenschein zeigt. Auf einer zwölf Meter
schäft Hessen-Nassau fortgesetzt. Vornehmlich wurden diesem Tage Fragen durchgesprochen, die die llische Arbeit Der Kreisbauernschaft mit den
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die Erwärmung über dem Festland hat weiter Fortschritte gemacht, so daß am Donnerstag im Flachland bei uns allgemein Temperaturen über 30 Grad erreicht wurden; der Tagesdurchschnitt lag um 17 Grad über dem jahreszeitlichen Regelwert. In Südwest- und Süddeutschland war es auch gestern wieder vereinzelt zur Ausbildung örtlicher Gewitter gekommen. Der Schönwettercharakter bleibt vorerst erhalten, doch nimmt jetzt die Neigung zu, Gewitterbildung zu.
Aussichten für Samstag: Meist heiter, recht warm, Auftreten örtlicher Wärmegewitter.
Aussichten für Sonntag: Fortdauer des warmen Wetters bei zunehmender Gewitterbildung.
Lufttemperaturen am 18. Juni: mittags 30,9 Grad Celsius, abends 19,8 Grad; am 10. Juni: morgens 18,1 Grad. Maximum 31,3 Grad, Minimum heute nacht 14,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe ' am 18. Juni: abends 26,3 Grad; am 19. Juni: morgens 19,7 Grad. — Sonnenscheindauer 13,4 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.
Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 36: 9760. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange,K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
rangen Zeichnung finden sich ,859 A
bisher 1178 Namen, worüber in Reichelsheim ve richtet werden soll.
Verkehrsverbesserung zu den Olympischen Spielen in Berlin.
Am 28. Juli wirb nach knapp 2V-jährigerBauzeit, also gerade rechtzeitig zu den Olympischen Spielen der nördliche Streckenabschnitt d e r N 0 r d - S ü d - S - B a h n dem , allgemeinen Verkehr übergeben werden. Hiermit wird msbeson d-r- ftr die ^-wahner des Berliner Nordens und der nördlichen Vororte, die bisher mit der Reichsbahn
ausgehoben und sämtliche Zuge der drei N strecken von Bernau. Dramenburg unö Belten werden in den v-Bahntunnel -mg-suhrt.
Böhmische Riesengebirgsbaude in Flammen.
In der bekannten Adolf-Baude im böhmischen Riesenqebirge entstand ein Brand, ber infolge Wassermangels große Ausdehnung annahm. Der Brand ist wahrscheinlich infolge En^undung alter Farben an den Fensterrahmen der Baude entstanden. Unter dem Dach gerieten Hobestpane in Brand, und bald darauf stand die Adolf-Baude in Hellen lammen. An der Brandstätte hatten sich die Feuerwehren aus Spindlermühle und Umgegend emge- sunden Es gelang ihnen, die Einrichtungsgegen- stÄe zu retten, trotzdem ist der Schaden sehr groß. Verletzt wurde niemand.
Blutige Streikunruhen in Amerika.
In Kent (Ohio, USA.) kam es vor der Werkzeugfabrik, die seit zwei Monaten bestreikt wird, zu einem blutigen sechsstündigen Gefecht zwischen ungefähr 3000 Streikposten, die mit Gewehren bewaffnet waren, und ebenfalls bewaffneten Streikbrechern. Bei dem lebhaften Kugelwechsel wurden insgesamt 14 Mann verwundet, darunter einige schwer. Die Unruhen begannen, als die Streikposten versuchten, zwei Lastkraftwagen mit Streikbrechern an Der Einfahrt in die Fabrik zu hindern. Die Arbeitswilliaen auf dem Lastkraftwagen eröffneten ein heftiges Gewehrfeuer und warfen Tränengasbomben, um sich die Einfahrt zu erzwingen, woraus die Streikposten das Feuer erwiderten. Die Streikposten gaben später die Belagerung der Fabrik auf.
Schweres Unweiler über Neuyork.
Die schweren Gewitter und Wolkenbrüche, die bereits zur Verschiebung des Boxkampfes Schme - l i n g gegen Joe Louis geführt haben, haben im Stadtbezirk Neuyork sowie in den mittleren Teilen des Staates Neuyork erheblichen Sachschaden verursacht. Vielfach ist die Ernte völlig vernichtet. In der Umgebung von Neuyork wurden durch Blitzschlag drei Personen getötet und zahlreiche weitere mehr ober weniger schwer verletzt.
Unweller'In Algerien fordert sechs Todesopfer.
Ueber Tebesfa und Umgebung (Algerien) ging ein ungewöhnlich schweres Gewitter, begleitet von sintflutartigem Regen, nieder. In wenigen Minuten stand das ganze Eingeborenen-Viertel unter Wasser. Zwei Eingeborenen-Baracken wurden vollkommen überfluttet und ihre Einwohner, drei Frauen und drei Kinder, kamen ums Leben. Zwei andere Eingeborene, die in einer Hütte schliefen, wurden von den Wassermassen fortgeschwemmt. Der Sachschaden ist bedeutend.
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