aus dem Laden, aus
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ihr Schicksal wuchs über den Schwank und den Schabernack trotzig hinaus, als der Doktor Faust seine Himmel- und Höllenfahrt machte. I
verdient.
Es war die lustige Rache der fahrenden Leute an ihrem Todfeind, dem Bürger, der sie und die Menschennatur mit seiner Ordnung beschrankte; aber
wieder ein Paket und wieder einen Brief. Und dann schrieb er ihr, mitten zwischen Zeilen, darüber Tod und Vernichtung hingestrichen waren: „Ich wünschte, Sie wären mein Vater!"
Sie mußte laut auflachen wie über ein gelungenes Versteckspiel. Und nun schrieb sie nicht mehr. Sie stellte sich aber den Soldaten vor, phantasierte sich sein Bild zurecht und verspürte eine gelinde Reue darüber, daß sie ihren Vornamen nicht voll und ganz hingesetzt hatte. Eine Schüchternheit hielt sie davon ab, ihr Dersteckspiel einzugestehen.
Und dann! Eines Tages steht ein Soldat im Laden und stellt sich vor, fragt nach dem gütigen alten Herrn, der ihm soviel Gefälligkeiten erwiesen habe. Er erwartet offenbar einen schneeschlohweißen Vollbart, der sich jeden Augenblick durch die Tür schieben wird. Und da muß sie freilich Farbe bekennen. Die Augen des Soldaten blicken zuerst groß vor Staunen und dann lächeln sie hell verwundert und glücklich strahlend.
Uun nun ahnt sicherlich jeder, wie der Pfeil des Liebesgottes losschnellte und die Urlaubstage des Soldaten selig durchfunkelte. Und das Ende dieses feldgrauen Erlebnisses? Gleich nach Kriegsschluß heirateten sie. Er ist heute Werkmeister in seiner alten Fabrik geworden. Vier Kinder haben sie. Und manchmal sagt ihr der Mann, wenn er sie flink und nimmermüde am Feierabend antrifft: „Eigentlich, so unrecht hatte ich doch nicht, als ich dich mal für einen Mann hielt." — Dann sieht sie wie verwandelt von ihrer Arbeit auf und ihr Gesicht hat einen hellen Schimmer.
Dem Professor Dr. Fritz Röck, Direktor des Natur- historischen Museums in Wien, ist es nach sieben Jahren mühevoller Arbeit gelungen, die alte mexikanische Bilderschrift, die Aztekenschrift, zu entziffern. Professor Röck übersetzte das bedeutendste Schriftstück, den Codex Vindobonensis Mexicanus, der vor 400 Jahren Cortez als dem erhofften „weißen Erlöser" übergeben worden war. — (Scherl-M.)
Wiener Professor löste das Rätsel der Aziekenschrist.
gebrannten Händen, wie stark das reifende Salz ihrer Saat sei!
So zog der Schwank der fahrenden Leute dem Bürger das Narrenkleid an; einer aber von ihnen fing aus, die Beschränktheit mit allerlei Possen rech zu verhöhnen.
Eulenspiegel war er geheißen, wo ein Schabernack spielte, hielt er die Pritsche, und wo er lachte, lachte das Volk mit; denn wo sein Schabernack sah, hatten ihm Dummheit und Bosheit der Bürger selber die Tür aufgetan:
Wenn er den Wirt mit dem Klang seines Geldes bezahlte oder als Schneidergeseli die Aermel wortwörtlich an den Rock werfen wollte, wenn er in Erfurt den Esel zu lehren versprach oder in Nürnberg die Kranken gesund machte: hatten die also Gefoppten sich selber zum Spott den Schaden
Eine erlebt den Arbeitsdienst.
Wie er wirklich ist. - Gemeinsame Arbeit für ein großes Ziel.
Von Wiltrud Ahlhorn
Der Gott in der Maske
Don Max Zungmckel
Amtsgericht Gießen.
Der I. R. wurde wegen Uebertretung der Reichsstraßenverkehrsordnung mit 25 R M. Geldstrafe belegt. Der Angeklagte fuhr im Laufe des vorigen Jahres mit einem Dreiradwagen durch dis Braugasse, um in die Walltorstraße einzubiegen. Er fuhr dabei zu weit nach rechts und stieß mit einem aus einer Toreinfahrt kommenden Handkarren zusammen. In der gestrigen Hauptverhand-. luna wurde die Strafe auf 10 RM. herabgesetzt, da das Gericht ein Mitverschulden des den Handkarren bedienenden Zeugen für festgestellt erachtet.
Wegen groben Unfugs wurde der K. S. aus Gießen zu zwei Wochen Haft verurteilt. Der Angeklagte ist eine derjenigen Persönlichkeiten, die mit Vorliebe, sei es bei Tag oder nachts, Pärchen anschleichen und belauschen.
Große Strafkammer Gießen.
Der I. B. aus Garnbach wurde vor einiger Zeit vorn hiesigen Schöffengericht zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte lieferte zum Butzbacher Viehmarkt einige Ferkel und sollte das Ursprungszeugnis gefälscht haben. Diese Fälschung konnte ihm in der gestrigen Berufungsverhandlung nicht nachgewiesen werden, und es verblieb lediglich ein Fall des Betrugs. Das Gericht setzte die Strafe auf 1 Woche Gefängnis herab.
Wegen widernatürlicher Unzucht wurde der M. W. aus Offenbach zu2Moizaten Gefängnis verurteilt. Die. gleiche Strafe erhielt der L. B. aus Schlitz wegen tätlicher Beleidigung. Beide Berufungen wurden verworfen.
Die Schildbürger säten Salz auf den Acker, und als die Brennesseln aufgingen, spürten sie an
weil die Mutter verdienen mußte, oft ohne Aufsicht waren. Sie erzählte ihnen Märchen, brachte ihnen Bilderbücher, ihre Puppen und buk für sie Kuchen. Von ihren mageren Ersparnissen machte sie Liebesgaben und schickte sie ins Feld. Dankbriefe, von Soldatenhänden geschrieben, kamen hin und wieder. Sie beantwortete sie freudig und sorgfältig. Nun muß man bedenken, daß sie eine kräftige Handschrift hat. Ihren Vornamen setzte sie nur mit dem Anfangsbuchstaben hin. Sie war eben eine schüchterne Person und wollte nicht aufdringlich erscheinen.
Indessen hat der Ausgang des Weltkriegs die ohnedies schon brüchig gewesene Donaumonarchie zerschlagen und die Sudetendeutschen wurden in ein erst recht slawisch geführtes Staatswesen eingegliedert. Ganz langsam dämmerte nun im Nachkriegsdeutschland die Ahnung vom gesamtdeutschen Wert grenzdeutscher Bewährung und Kultur. Erst das Dritte Reich freilich brachte weiten Volksschichten das wirkliche Verständnis für die gesamtdeutschen Zusammenhänge. Nun lernte man auch die sudetendeutsche Dichtung ganz anders, als wichtiges Zeugnis deutscher Selbsterhaltungskraft, schätzen. Neben die ursprünglichen Mahner und Rufer: Hohlbaum, Strobl und Watzlik, die mit immer neuen Werken zum Gesamtbesitz der Nation wurden, neben Kol- benheyer, der als einer der größten deutschen Dichter unserer Zeit erkannt wurde und neben einer Reihe sudetendeutscher Dichter aus der älteren und mittleren Generation, wie Leibi und Leutelt, W i t t e ck und L e p p a ist nun auch eine junge Dichtergeneration aus dem sudetendeutschen Raum getreten, deren Herzschlag uns im gleichen Rhythmus fühlbar wird, wie der der Jugend im neuen Reich, lieber alle Staatsgrenzen hinweg ist gerade im Schrifttum der Jungen eine Brücke geschlagen, die nicht mehr gesprengt werden kann.
Das Tiefste an junger sudetendeutscher Treue und mahnend-sudetendeutscher Zähigkeit weiß Wilhelm P l e y e r zu sagen. Von ihm stammt das lyrische Buch „Deutschland ist größer!", das in keiner deutschen Volksbücherei fehlen dürfte, und der aufwühlende Roman „Der Puchner", der uns wie fein anderer hineinsehen läßt in die bange Wirrnis und den harten Trotz des sudetendeutschen Grenzland- Schicksals. Wie ein Schrpi der Entrüstung klingt dieser Roman. Denn dieses Schicksal des Puchner steht ja für alle die 3% Millionen Sudetendeutscher. Sie alle schauen wie er zurück auf eine uralte Geschlechterfolge, die seit Jahrhunderten diese sudetendeutsche Erde roden. Sie alle wuchsen wie er hinein in den Weltkrieg und kämpften mit namenlosen Opfern an der Seite der Reichsdeutschen; und sie alle wurden durch den Wahnwitz des Versailler Vertrages in den tschechischen Staat hineingepreßt.
Jeder Deutsche, gerade auch jeder deutsche Arbeiter, müßte einmal diesen Roman Pleyers lesen, nm die Pflicht des Binnendeutschen gegenüber bett mannhaften Grenzdeutschen aus dem Einblick in diese täglichen Kämpfe kennenzulernen.
So ist uns diese ganze deutsche Dichtung aus dem sudetendeutschen Raum mehr als nur Dichtung schlechthin: Mahnmal und politische Erkenntnis, Sprache des Blutes und Ruf der unwandelbaren Treue.
einzige Tochter, ging , „ v ter zur Hand. Es war Krieg. Das Geschäft ging seinen stillen Gang und brachte gerade soviel ein, daß die beiden Menschen sich behaupten konnten. Sie, die Tochter, in ihrer stillen, ernsten Art, wollte helfen, wollte mittun in einer Zeit, wo draußen, außerhalb des Vaterlandes, die feurigen, blutigen Würfel fielen. Sie schloß Freundschaften mit den Kindern, die ihre Väter im Felde gatten und die.
Zum Mittagessen sind wir zurück im Lager. Nachmittags werden wir theoretisch geschult: weltanschaulich und politisch. Denn neben der praktischen Arbeit ist es notwendig, über Begriffe wie Volk, Rasse und nationalsozialistische Weltanschauung Klarheit zu bekommen. Gesundheitspflege wird auch getrieben. Abends fingen wir oiel. Die meisten Madels lernen erst im Arbeits-
Ein Soldat, der bei Cambrai lag, schrieb ziemlich oft. Er war Schlosser gewesen und weil er elternlos war, hatte er diesen oder jenen Wunsch. Er bat sie, doch gelegentlich mal in seiner Fabrik anzufra- gen, wie es dort stünde, ob man sich seiner noch erinnere und ob er Aussicht habe, nach Kriegsschlutz wieder eingestellt zu werden. Ein Mensch, der in der Hölle des Schützengrabens, voller Dankbarkeit und Sehnsucht seines Arbeitsplatzes gedachte. Sie führte gewissenhaft feinen Auftrag aus, schickte bann
Mädels, 33 an der Zahl, treten in Linie vor dem Hause an. Die Schuhe werden auf hie Säubertet hin geprüft. Wir zählen durch. „Hell Hitler.
Dann geht's zu den Siedlern, emerfeits, um ihnen eine bezahlte Arbeitskraft zu ersetzen, ihnen bei aller Arbeit zu helfen, andererseits um ihnen m ihr wirklich sorgenvolles Leben etwas Heiterkeit mit- zubringen. Denn im Arbeitsdienst ist man ohne weiteres g u t e r L a u n e, von der man den Siedlern eine tüchtige Portion abgeben kann und muß!
Oer Schwank.
Don Wilhelm Schäfer.
Das Lied stieg in den Tag wie die Lerche, aber der Schwank saß mit den fahrenden Leuten in rauchigen Schenken, wenn irgendwo reiche Rast war. Er sah das umzirkelte Dasein der sorgsamen Bürger und sah die Plage der Bauern, wie sie seitab von der Straßenfreiheit der fahrenden Leute basaßen, gesichert vor Unbill.
Wetter unb Wind zauste sie nicht in den Stuben, sie schliefen in Betten und waren geschützt vor den Hunden: aber sie sahen den Himmel nur durch die Fenster unb kannten bie Lust nicht, wie bas wilde Getier, frei von Sorgen und Sachen, auf ihren Läufen zu sein.
Solcher Ehrbarkeit tat der Spott fahrender Leute ein Narrenkleid an: Schilda hieß er die Stadt feiner Schwänke, wo sie mit ihren Ratsherren und Zünften selbstgerecht saßen und allem natürlichen Wesen entfremdet ihr Winkelgewerk hatten:
Die Schildbürger wollten ein Rathaus bauen und hatten die Fenster vergessen; daß der finstere Raum hell sei, schleppten sie Licht in Säcken herbei.
Die Schildbürger wollten das Gras auf der Stadtmauer abweiden lassen und legten der Kuh den Strick um den Hals; als dem gehängten Tier die Zunge heraus hing, brümmelten sie, daß es den Grasgeruch schmeckte.
Denn da brach der Trotz durch die Schranken; die Menschennatur mit Lohn und Strafe zu schrecken, hatte die Kirche Seligkeit und Verdammnis über die furchtsamen Seelen gebracht:
Aber der fahrende Mann beugte sich nicht vor Himmel und Hölle, er wollte sein Erdenteil haben; den göttlichen Mächten zu trotzen, die seine Menschennatur für ihre Zwecke mißbrauchten, schloß er den Pakt mit dem Teufel.
Da machte der Schwank die Tore des Schicksals breit auf, da trat der fahrende Mann hadernd vor Gott, daß er den Feigen und Furchtsamen hülfe, statt mit den Kühnen und Ketzern zu sein.
Unser Tag verläuft nun folgendermaßen: im Sommer um 4.20 Uhr, im Winter um 5.45 Uhr wird man von der „Küche" mit dem grausamen Rus: „Aufstehen zum Frühsport!" aus dem tiefsten Schlaf gerissen. Schnell flitzt man in den Turnanzug und schlüpft für zwei Minuten nochmal unter die warme Bettdecke. Aber dann gongt es unbarmherzig, und wir treten auf dem Flur an. Nach dem Durchzählen geht es im Laufschritt in den Garten auf den sogenannten Sportplatz, das ist wohl der frühere Tennisplatz des Gutes. Dort wird eine Viertelstunde Gymnastik getrieben. Dann rast alles in die Waschräume, wo eine mächtige Planscherei losgeht. Vor dem Frühstück muß der Waschraum wieder tadellos aufgewischt, die Betten müssen glatt und ohne galten gebaut fein (was bei einem Strohsack nicht immer ganz leicht ist), und die Zimmer müssen gefegt, gewischt und gebohnert sein, bevor es wieder gongt und wir zum Fahnenaufzug hinuntergehen. Das ist der eigentliche Beginn unseres Tages! In drei Gliedern treten wir an. Ein Mädel steht am Fahnenmast. Alles schweigt. Die Führerin kommt die Treppe herunter. Wir singen das erste Lied des Tages: „Uns war das Los gegeben, ein freies Voik zu fein" oder „Grüßet die Fahnen". Stets ein Lied, das in irgendeiner Beziehung zu unserer Arbeit oder unserer Fahne steht. „Wir grüßen die Fahne!" Langsam steigt das Tuch am Mast empor: die Fahne mit dem Hakenkreuz und den Aehren in den Strahlen der aufgehenden Sonne und mit dem Wort: „Arbeit für Dein Volk adelt Dich .selbst — Deutscher Frauenarbeitsdienst". Nun sind wir eins geworden mit all den Mädeln im großen Deutschen Reich, die zur gleichen Zeit dieselbe Fahne aufziehen, die Fahne, die uns sagt: „Euer Arbeitstag beginne! Tut alle Eure Pflicht! Für Deutschland!" Das sagt die Fahne uns jeden Morgen von neuem. Darauf gibt die Führerin uns den Tagesspruch, ein Wort von Bismarck, Friedrich dem Großen oder dem Führer, das uns die genauere Weisung für unseren Arbeitstag ist.
Montags findet nach dem Frühstück die Arbeitseinteilung für die Woche statt. Drei Mädels find in der Küche, zwei im Hausdienst, drei in der Wäsche und einige in der Nähstube beschäftigt, wo für die NSV. genäht und Strümpfe gestrickt werden. Ein Mädel arbeitet im Kindergarten, wo die Siedlerkinder behütet werden, während ihre Eltern auf dem Felde beschäftigt sind Die Siedler-
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In den Schlafräumen bilden sich nun die k l e i- nen Zimmergemeinschaften innerhalb der großen Lagergemeinschaft. Nennen Sie es bitte keine Phrase, wenn ich sage: hier ist die kleinste Zelle der wirklichen Volksgemeinschaft, das heißt gemeinsames Leben und Erleben, gemeinsames Schaffen für eine Idee. Eine wirkliche Gemeinschaft des Volkes ist in unseren Schlafräumen im Kleinen und dann in der größeren Lagergemeinschaft erreicht, wo wirklich nur der gilt, der etwas leistet und allen anderen ein guter Kamerad ist; ganz gleich, ob er nun aus dem Büro, der Fabrik oder von der
Die Tätigkeit beim Bauern 'st vielseitig und abwechslungsreich, je nach der Große des Hofes und der Jahreszeit. Die Malkenderger Siedler be> sitzen im Durchschnitt 50 Margen Land Neben Gerste, Hafer und Weizen wird Hauptfach ich Roggen gebaut. Aber auch Rüben und vor ollem Kartoffeln, denn zur Siedlungsaenossenschaft gehört eine Spiritusbrennerei, der Die Siedler eine bestimmte Menge Kartoffeln liefern müssen Außerdem wird natürlich Vieh gehalten: 1 bis 3 Pferde, mehrere Kühe, Schweine, Hühner Tauben. Aus die er Aufstellung ist unsere Arbeit leicht zu ersehen. Eigentlich sollen wir ja der Siedlersfrau eine besondere Hilfe sein bei der Versorgung der Kinder, bei der großen Wäsche, beim Kochen und Reinemachen. Aber im Sommer und Herbst geht s fast immer raus aufs Feld wo, wie der Mann behauptet, die Hilfe nötiger fei. Ruben verziehen, Unkraut hacken, umgraben, in der Ernte buddeln, hatten und auflesen — all das gibt es draußen zu tun. Drinnen muß der Stall ausgemiftet, das Vieh gefüttert und getränkt werden. In der Scheune ist beim Dreschen und Häckselschneiden zu helfen. Alles Arbeiten, die wir Großstädter überhaupt nicht kennen. Kommt man als „Neue" zum Siedler, ist dieser oft noch mißtrauisch. Aber sobald er merkt, daß man sich Mühe gibt alles möglichst rasch zu begreifen und zur Zufriedenheit auszufuhren, dann schrumpft sein Mißtrauen beträchtlich zu- ammen. Und wenn er dann fogar mal zu einem andern Siedler sagt: „Ock Mensch, unser Frollein schmeißt den Kram!" — bann ist man ganz, ganz glücklich. ..
Alle Arbeit beim Siedler habe ich in schöner Erinnerung, nur eine einzige nicht: Kühe hüten! Denn bei brütender Hitze sind mir einmal sieben Stück Rindvieh ausgerissen, von denen ich, mit einem Stock bewaffnet, zwei Stück glücklich nach Hause brachte ... v f £
Unsere Verbundenheit mit den Siedlern wird nicht nur geschaffen durch das Zusammen arbeiten, sondern auch durch das Z u s a m m e n - s i ch - freuen bei gemeinsamen Festen im Lager (I.Mol, Erntedankfest, Advent). Wir versuchen, es den Siedlern bei uns so gemütlich wie möglich zu machen. Es wird gesungen, Theater gespielt, Volkstänze werden vorgeführt. Den materiellen Teil bestreiten die Siedler selbst mit Kaffee und Kuchen. „Wann dürfen wir wiederkommen? Es war so schön bei Euch!" So heißt es denn abends beim Abschied
Selbstverständlich gibt es noch Schwierigkeiten in dem Verhältnis von den Siedlern zum deutschen Frauenarbeitsdienst. Dertn sie sind neu, und wir sind neu. Aber das ist auch gut so. Denn gäbe es keine Hindernisse zu überwinden, dann stände uns nicht das Ziel so klar vor Augen, für das wir arbeiten. Arbeiten an uns selber und für die Siedler. Das Ziel: Das Mädel aus der Stadt hat die Arbeit und das Leben der Landbevölkerung gleich hoch, wenn nicht noch höher einzuschätzen als die städtische Arbeit. Das gräßliche Wort vom „dummen Bauern" soll verschwinden. Andererseits muß der Bauer sein Vorurteil gegen den „feinen Städter" fallen lassen. Das alles kann aber nur geschehen bei gemeinsamem, kameradschaftlichem Arbeiten und Erleben von Bauern und Städtern!
Schulbank kommt.
Da haben wir schon das Hauptziel des deutschen Frauenarbeitsdienstes: Gemeinschaftliches Leben, gemeinschaftliche Arbeit der gesamten weiblichen deutschen Ingen d. Aber nicht Arbeit für uns selber, sondern Arbeit für unser Volk. Der große Begriff „unser Volk" wird bei uns verkörpert durch Die Bauern, Siedler und kinderreichen Arbeiterfamilien, denen wir unsere Kraft zur Verfügung stellen. Aber über diese Ar-
dienst, daß Singen auch eine Arbeit sew kann, zu der höchste Konzentration und guter Wille gehört. Man denke ja nicht, wir sängen rauhe, wüste Kampflieder! Kein einziges von dieser Sorte haben wir aelernt. Dafür aber Volkslieder aus dem Mittel- alter, ober neue Lieder des Arbeitsdienstes, dis unseren Glauben und unser Ziel ausdrücken.
Ich möchte noch viel erzählen. Von Rundfunksendungen, bei denen wir mitfingen durften von Siedlerfesten; vom Geburtstag unserer Führenn. Aber es würde wohl zu weit führen.
beit will ich später sprechen. Zuerst müssen Sie unser Haus zu Ende betrachten.
Der eigentliche Aufenthaltsraum ist ja nicht die Stube, sondern der Tagesraum, ein großes, helles Zimmer mit dem Blick m den Garten. Zwei weiße Kachelöfen sorgen im Winter für Wärme. In der Mitte stehen vier lange Tische, die immer mit Blumen, ßaub ober Tannengrün geschmückt sinb. In einer Ecke führt bas Sofa, mit einem runben Tisch bavor unb bem Volksempfänger ein vielumworbenes Dasein. An ber Wanb hängen bie Silber vom Führer, vom Reichsarbeitsführer, von Frau Scho Itz-Kli nck und Frau Dr. Lemke, unsere Landesstellenleiterin des Frauenarbeitsdienstes Brandenburg. Die sechseckige, aus Holz gesägte Lampe und die beiden Blumenampeln aus Bast sind von Mädels aus dem Sager selbst angefertigt. Der Tagesraum ist unser „Wohnzim- mer".
Außer Tagesraum und Schlafräumen ist noch sehr erwähnenswert die Küche, wo die „Küchenchefin" mit ihren Gehilfinnen waltet. Auch eine Waschküche gibt es im Hause. Im Büro, dem rem geschäftlichen Raum des Lagers, arbeitet die Führerin mit ihrer „Büromaid', denn so ein Lager braucht mehr verwaltungstechnische Arbeit, als ein Außenstehender sich vorstellen kann. Die Führerin hat ihr eigenes, recht gemütliches Zimmer; und dann gibt es noch einige Boden- und Kellerräume.
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Manchmal kommen zwei Menschen auf ganz wunderliche Weise zusammen. Hier ist ein Fall, wo sich der Liebesgott eine komische Maske umband und dann, als er die beiden Herzen zusammenband, die Maske löste und in ein frohes Jubeln ausbrach.
1917 wurde sie achtzehn Jahre alt. Ihre Mutter besaß ein bescheidenes Eisenwarengesckäft. Sie, die fleißig und strebsam der Mut- Das Geschäft ging
Deutsche Dichtung im Sudetenraum.
Bon profeflor Dr. Heinz Kindermann, Danzig.
Die sudetendeutsche Dichtung darf den Ruhm für sich in Anspruch nehmen, daß sie zuerst bestrebt war, unserem Volke die Nöte und Gefahren des Grenzdeutschtums aufzuzeigen. Schon vor dem Weltkrieg haben Karl Hans Strobl in feinem Roman „Die Vaclavbude" (1902), Robert Hohlbaum in feinem „Ewigen Lenzkampf" (1912) und Hans Watzlik in feinen Novellen „Im Ring des Dffers" (1913) noch mitten aus dem Nationalitätenkampf der alten Donaumonarchie die Wunde des gefährdeten Deutschtums bloßgelegt und ihre schlimme Bedeutung für die ganze Nation dargetan. Aber die Binnendeutschen des Zweiten Reiches hatten damals kein Ohr für solche Sorgen, sie wußten noch nicht, daß die Grenzdeutschen einen notwendigen Wall deutschen Blutes, deutscher Art, deutschen Bodens bedeuten — und der Notschrei der sudetendeutschen Dichter blieb unbeachtet.
„Sie sind im Arbeitsdienst gewesen? Das war wohl ganz schrecklich?"
„Schrecklich? Nein, prima war es. Ich bin nur sehr, sehr ungern wieder fortgegangen" — ist meine Antwort.
„Wie bitte? Prima? Wie ist denn das möglich? Man hört doch gerade so wenig Gutes!"
„Sie sagen: wenig Gutes! Da kennen Sie wohl ein Mädel, das persönlich schlechte Erfahrungen dort gemacht hat."
„Ja..., nein..eigentlich nicht direkt. Aber eine Bekannte meines Mannes hat einen entfernten Vetter und dessen Tochter soll eine Freundin haben, die im Arbeitsdienst war. Aber Genaueres habe ich nicht gehört. Sie leben doch da beim Bauern und sind den ganzen Tag dort befchäftigt, nicht wahr?"
Da haben wir es: Keine blasse Ahnung vom deutschen Frauenarbeitsdienst! Irgendwelche unbegründeten Gerüchte und halben Wahrheiten werden geglaubt und leider unbesehen weitergegeben. In weiten Kreisen steht man dem Deutschen Frauenarbeitsdienst ablehnend gegenüber aus Unwissenheit und mangelndem Interesse. Da müssen wir eben überall versuchen, Klarheit über unsere Arbeit und Begeisterung für unsere Idee zu schaffen.
Ich möchte nun der Frau, die es sich im Arbeitsdienst so schrecklich vorstellt, gern etwas von unserem Leben erzählen und zugleich all den Menschen, die auch schon einmal gesagt haben: „Ach Gott! Weiblicher Arbeitsdienst! Man hört ja da so allerlei!"
*
Zuerst unsere Behausung: Wir wohnen nicht beim Bauern, sondern gemeinsam in einem Hause. Das Frauenarbeitsdienstlager Molkenberg bei Fürstenwalde an der Spree zum Beispiel ist in einem ehemaligen Gutshause untergebracht. 4 5 bis 5 0 Mädels aller Berufe, zwischen 17 und 25 Jahren, fast alles Berlinerinnen, leben dort im „Olymp", im „Taubenschlaa", im „Zigeunerzelt" und in der Bruchbude". All die Namen sind mit viel Mühe Und Sorgfalt je nach Lage, Besatzung oder Geschichte der Räume ausgedacht. Die Schlafzimmer sind denkbar einfach eingerichtet. Da sind die eisernen Betten, deren Sprungfederrahmen einige Bretter und deren Matratzen Stroh- fäcke sind. Man sage bitte nicht: „Aber darauf kann Doch kein Mensch schlafen! Das ist ja eine Quälerei!" Nein, das ist es nicht. Man schläft im Arbeitsdienst ungewiegt, auch auf Brettern. Im übrigen ist es sicher gesund! — Dann gibt es noch einen Schrank und einige Nachttische im Zimmer, die aus Apfelsinenkisten yergestellt und mit bunten Deckchen, Bildern ober kleinen Geschenken geschmückt
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