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Der Gauleiter bei den GrholungsWen der deutschen Zugend.

Rennstrecke abwärts nach dem Ludwigsbrunnen. rung: Wanderwart Richter.

onderzug zur Rosenschau nach Bab-Rauheim.

Der Sonderzug muß wegen zu geringer Beteili­gung ausfallen.

Rheinfahrt am 2. August.

Die für diesen Tag angesetzte Rheinfahrt muß wegen Mangels an Rheindampfern um 8 bis 14 Tage verschoben werden. Den genauen Termin geben wir in der Presse bekannt.

Urlaubsfahrt zu dem Weltkongreß nach Hamburg vom 22. bis 27. Juli.

Für diese Fahrt sind bis auf weiteres noch Plätze frei, so daß noch Anmeldungen auf der Kreisdienst­stelle angenommen werden. Der Teilnehmerpreis beträgt 27,50 Mark.

Urlaubsfahrt 41/36 Allgäu-Pfronten.

Die Fahrkarten für diese Fahrt sind bereits ein­getroffen und können auf der Kreisdienststelle ab­geholt werden.

Urlaubsfahrt 42/36 Sachs. Schweiz Bad Schandau.

Durch Richterreichen der Mindeftbeteiligung von 800 Teilnehmern ist eine Nacherhebung von 2 Mk. pro Teilnehmer erforderlich geworden, damit die Mindestkosten gedeckt sind. Die Fahrkarten können gegen Nachzahlung des erwähnten Betrages ab­geholt werden.

Urlaubsfahrt 43/36 Schwarzwald.

Auch diese Fahrkarten können bereits abgeholt werden.

Verhaftungen wegen Vergehens gegen ß 175.

Die Kriminalpolizeistelle Gießen teilt mit: Am 15. Juli gegen 21 Uhr beobachtete ein Mann von seinem Garten am neuen Lahnbecken aus zwei Jun­gen, die sich verdächtig an einem Gartenhäuschen zu schaffen machten. Kurze Zeit darauf fuhr der Mann auf dem Nachhausewege an dem Häuschen vorbei. Er hörte darin einen Jungen meinen. Dies kam ihm verdächtig vor, so daß er zwei weitere Garten­inhaber, die sich noch in der Nähe aufhielten, her­beirief. Als die Männer die Tür zur Gartenhütte gewaltsam aufrissen, fanden sie die beiden Jungen in einem Zustand vor, der auf eine strafbare Hand­lung schließen ließ. Die sofort verständigte Polizei holte die beiden Jungen auf die Wache. Der ver­führte zehn Jahre alte Junge wurde nach feiner Ver­nehmung sofort entlassen, während der andere, ein 17jähriger Bursche, vorläufig festgenommen wurde. Im Laufe der Vernehmung ergab sich, daß er mit einigen anderen jungen Leuten widernatürlichen Verkehr unterhalten hat. Im Laufe des 16. Juli wurden noch vier weitere Personen festgenommen. Sie wurden am gestrigen Freitag dem Ämtsgericht zugeführt. Zwei über 18 Jahre alte Burschen kamen in host, die drei Jugendlichen wurden auf freiem Fuß belassen.

Wegen Diebstahls wurde am gestrigen Freitag ein Mädchen festgenommen, dem Amtsgericht zuge­führt und in haft behalten.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 18. Juli. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eiek', deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10/4, Klasse B 10, Klasse C 9/4, Enteneier 9 bis 11, Wirsing, % kg 8 bis 10, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 20 bis 30, (gelb) 25 bis 30, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 14 bis 20, Rhabarber 6 bis 8, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln, alte, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, % kg 6 bis 9 Pf., 50 kg 5,50 bis 6,50 Mark, Frühäpfel, % kg 30 bis 40, Pfirsiche 30 bis 50, Himbeeren 25 bis 30, Aepfel, ausländische, 70, Birnen 25 bis 35, Kirschen 20 bis 40, Heidelbeeren 26 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 25, Johannisbeeren 16 bis 20, Hähne 1 bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Enten 1,20 Mark, Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blu­menkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 12, Salatgurken 20 bis 30, Einmachgurken 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

* Unfall. Das 7jährige Söhnchen der Witwe Deutscher, händelstraße, erlitt durch einen un­glücklichen Fall einen Bruch des linken Unter­armes. Das Kind wurde in die Chirurgische Klinik gebracht.

** Viehmärkte in Gießen. Am kommen­den Dienstag findet in Gießen Rinder- und Nuh- viehmarkt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt.

Rundfunkprogramm

Sonntag, 19. Juli.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgelmusik. 9: Katholische Morgenfeier. 9.45: Be­kenntnisse zur Zeit.Wir wollen die Gemeinschaft vor allem." Erlebnisse auf der Madeira-Fahrt. Von Reichsorganisattonsleiter Dr. Ley. 10: Stahl überm Korn. 10.30: Chorgesang. 11.15: Dichter im Drit­ten Reich: Heinrich Lersch zum Gedächnis. 11.30: Der Mummelsee". Ein Schwarzwald-Sagenkranz in Wort und Weise. Funkfolge. 12: Mittags­konzert. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt: Schlitzerländer Trachten- und Heimatfest. 15: Deutsche Scholle. 15.45 bis 21.50: Reichssen­dung: Übertragung der Festaufführung Lohen- grin. Romantische Oper in drei Akten von Richard Wagner. Aus dem Bayreucher Festspiel­haus. 22: Nachrichten.

TTlonfag, 20. Juli.

6.00 bis 8.00 Uhr: Musik in der Frühe. Früh- Gymnastik. Nachrichten des drahtlosen Dienstes. 8.05: Es spielen die Kapelle Ferdy Kauffmann und die Schwäbischen Dorfmusikanten. 9.00: Dom Reichs­sender Berlin: Es spielen das Waldemar-Haß-Quin- tett, Erwin hansche und Max Narath (auf zwei Klavieren) und das Akkordeon-Duo Paul Reich. 10.00 bis 12.00: Unterhaltungsmusik. 12.00 bis 13.45: Musik am Mittag. 13.45: Alle Reichssender getrennt: Neueste Nachrichten. 14.00: Allerlei von Zwei bis Drei! 15.00: Romantische Kammermusik. 16.00: Musik am Nachmittag. 17.00: Im Zwei- und Drei­viertelakt. 18.30: Willi Stech spielt neue Klavier­musik. 19.00: Blasmusik. Musikzug der SA.-Wach- ftanbarte. Dazwischen Hörberichte. 19.45: Deutsch­land baut auf: Arbeitsdienst schafft Volksvermögen. 20.00: Kurznachrichten des drahtlosen Dienstes. 20.10: Musik muß Freude sein! Ein großes Stell­dichein von Musik, Instrumenten und Künstlern.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samsiagaach- mittag geschloffen.

NSG. Freudige Erregung herrschte gestern nach­mittag in den Zeltlagern der Banne 80 (Wies­baden) bei Bad Schmalbach und 117 (Mainz) bei Budenheim a. Rh. Gauleiter Sprenger traf in Begleitung von Gebietsführer Brandt und Ge- bietsjungvolkführer Wagner in beiden Lagern zu einem kurzen Besuch ein. Nachdem er Ende Mai die Sommerlager der HI. und des Jung­volkes selbst eröffnet hatte, wollte er sich nun einen Einblick in das Leben und Treiben zwischen den Zelten verschaffen und sich von dem Geist über­zeugen, der in den Lagern herrscht.

Nachdem er die Front der angetretenen Lager­mannschaften abgeschritten hatte er traf jeweils etwa 250 hitlerjungen an gab er den Befehl, daß sich das Laaerleben in der hergebrachten Form abwickeln soll. Im Nu formten sich die einzelnen Gruppen, um hier ein Lied zu fingen, dort in­mitten eines Zuschauerkreises zu boxen, da Sport zu treiben, drüben Kleinkaliber zu schießen und hüben die Kräfte im Lauf zu messen. Ändere ent­wickelten sofort ein reges Ballspiel.

Der Gauleiter sah so die überraschende Vielfalt des Lagerlebens und ließ sich weiter über die einzelnen Phasen des Tageslaufes, die Morgen­feier, den Geländelauf, die Heimabende, die Lrzählerwettftreite und die allwöchentlichen Feierstunden unterrichten.

Er prüfte die hygienischen, sanitären und technischen Einrichtungen und sparte nicht mit Lob; gab manche wertvolle Anregung zu Verbesserungen und Neuschöpfungen, die noch im Laufe der Lagerzeit angebracht werden können.

An die Lagermannschaft des Bannes 117 richtete er zum Schluß noch Worte der Mahnung und des Ansporns: die Lager der Hitlerjugend geben die beste Möglichkeit, aus den Jungen Soldaten der Jugend zu machen. Unser Schicksal ist es nun ein­mal, entweder gemeinsam aufwärts zu schreiten oder gemeinsam ausgelöscht zu werden. Und in der Schmiede dieser Lager härtet sich die deutsche Jugend, mit eisernem Willen das Schicksal zu mei­stern und allen Widerständen trotzend, die Einheit des Reiches zu behaupten und zu festigen. Jeder an seiner Stelle erfüllt seine Pflicht, bescheiden, unbeug­sam und doch stolz.

Die Lager schaffen die beste Auslese der deut­schen Jugend, die sich immer bewußt zu sein hat, daß sie dereinst aus den Händen der allen Kämpfer ein verantwortungsvolles Erbe über­nimmt

und aus den Soldaten der Jugend ein Volk von

Ab 15. Juli 1936 wurde in ganz Deutschland der Fahrradbrief" eingeführt. Es handelt sich hierbei nicht etwa um eine behördliche Maßnahme, son­dern um . eine Gemeinschaftseinrichtung von Industrie, handel und Handwerk zur Kennzeichnung des Fahrrades und seiner S i - djerung vor Diebstählen.

17 Millionen deutsche Radfahrer.

Deutschland besitzt gegenwärtig nicht weniger als siebzehn Millionen Radfahrer, von de­nen die meisten ihr Vehikel zur Fahrt von und zur Arbeitsstelle benutzen. Nächst Dänemark, wo es fast mehr Radfahrer als Fußgänger gibt, dürfte Deutsch­land demnach das fahrradfreudigste Land in Eu­ropa fein. Allerdings hat die ständige Verkehrszu­nahme auf diesem Gebiet auch ihre Schattenseiten. In der Unfallstatistik vor allem spielen die Radfah­rer leider eine nur allzu gewichtige Rolle. Man zählte im vergangenen Jahr allein 8000 Tote und 250 000 Verletzte durch Verkehrsunfälle im ganzen Reich, wovon der Hauptanteil auf die Radfahrer entfällt. Nachdem die Unfallzif­fer im Frühjahr etwas zurückgegangen war, ist sie bedauerlicherweise in den letzten Wochen wieder bedeutend gestiegen, und sie dürfte, wie alljährlich, in den hauptoerkehrsmonaten Juli und August wohl ihren Höhepunkt erreichen. Nächst der systemattschen Erziehungder Radfahrer zu bewußter Verkehr soisziplin erscheint die Schaffung neuer Radfahrwege im ganzen Reich vorläufig als das einzige zweckdienliche Mittel, dem Verkehrstod Einhalt zu gebieten. Daneben gilt es, den Fahr- raddieb stahl in Zukunft so gut wie un­möglich zu machen, was nunmehr durch die Verabfolgung desFahrradbriefes" an jeden Fahr­radkäufer ab 15. Juli geschieht.

30000 Einzelkarteien im ganzen Reich.

Die allgemeine Einführung dieses Dokumentes wurde auf der am 14. Juni dieses Jahres in Bielefeld abgehaltenen hauptagung der Fachgruppe Fahrräder der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel be­schlossen. Jeder der 30 000 deutschen Fahrradhändler ist demnach verpflichtet, in Zukunft eine Einzelkarte zu führen, in der jedes verkaufte Fahrrad einge­tragen wird. DerFahrradbrief" besteht aus einer handlichen, kleinen Doppelkarte aus grauem Karton. Auf der Vorderseite findet man den Vermerk:Nicht in der Satteltasche des Fahrrads aufbewahren!" und darunter in großen Buchstaben die Bezeich­nungFahrradbrief" mit laufender Ausstellungs- nummer. Sodann folgen, wie in jedem Reisepaß, die genauen Personalien des jeweiligen Fahrradbesitzers und dessen eigenhändige Unterschrift. Auf den beiden Innenseiten des Dokuments sind außer Art und Marke des betreffenden Fahrrads sämtliche tech­nischen Einzelheiten von der Fabriknummer und Rahmenhöhe bis zur Kettenteilung vermerkt. Ein Weiterverkauf gestohlener Fahrräder ist hierdurch so gut wie unmöglich gemacht, da in jedem Falle die Personalien des Besitzers mit den Kennzeichen des Fahrrades genau übereinstimmen müssen. Zu­dem muß der Händler in dem Fahrradbrief ausdrück­lich bestätigen, daß die Eintragungen in jeder Hinsicht den Tatsachen entsprechen und der Fahrrad­brief in die Einzelkartei ausgenommen wurde.

Schwere Zeit für Langfinger.

Jeder Fahrradhändler erhält zunächst tausend Fahrradbriefe mit laufender Nummer. Insgesamt werden somit voraussichtlich nicht weniger als dreißig Millionen F a h r r a d b r i e f e an die Einzelhändler ausgegeben, worin die Verkehrszunahme der nächsten Jahre fdjoji ein­gerechnet ist. Die ab 15. Juli 1936 mit jedem neu verkauften Fahrrad ausgestellten Fahrradbriefe werden in eine Zentralkartei eingetragen. Später

Soldaten zu machen hat, das einig ist und bereit zum Marsch zur Ewigkeit des deutschen Volkes.

Hitlerjugend auf Ztalienfahrt.

NSG. Bereits zum zweitenmal startet in diesem Jahr eine Gruppe Hitlerjungen aus dem Gebiet Hessen-Nassau zu einer Jtalienfahrt. Dienen die Fahrten im eigenen Vaterland dazu, das eigene Volk kennenzulernen, den Hitlerjungen die Größe des Reiches zu zeigen, so haben die Auslands­fahrten darüber hinaus die Bedeutung, die Eigen­arten eines fremden Landes kennenzulernen.

Danziger HZ. in Hessen-Nassau.

NSG. Heute vormittag trafen die feit dem 12. Juli auf der Deutschlandfahrt begriffenen Danziger Hit- lerjungen und Jungvolkpimpfe mit dem Sonderzug von Potsdam kommend, auf dem Frankfurter Süd­bahnhof ein. Hier trennten sich von den etwa 1200 Hitlerjungen 800 sind bereits auf dem Wege nach Nürnberg die beiden für die Gebiete Hessen- Nassau und Saarpfalz bestimmten Gruppen. Ge­bietsführer Brandt hieß die vor dem Bahnhof aufmarschierten Einheiten im Gebiet Hessen-Nassau willkommen und wünschte ihnen, in der Kamerad­schaft mit der hessen-nassauischen HI. frohe und er­lebnisreiche Tage.

Bereitstehende Omnibusse brachten die 253 Hitler­jungen, die Gäste des Gebietes Hessen-Nassau, dann in die Zeltlager der Banne: 80 bei Bad Schmal­bach, 87 im Brexbachtal bei Höhr, 98 bei Wittgen- born, 287 bei Heubach (Odw.) und des Jungbannes 287 bei Urberach, wo sie zunächst acht Tage ver­bringen werden. Rheinische Jugendherbergen neh­men sie dann auf und vermitteln ihnen das Erleb­nis des deutschen Stromes, den die meisten von ihnen ja zum ersten Male sehen. Von hier aus werden sie bann in einzelnen Fahrtengruppen die weltberühmten Stätten des Rhein-Maingebietes, den Weltflughafen, die Reichsautobahn, die Opel­werke usw. besichtigen und ein Bild von der Viel­gestaltigkeit des wirtschaftlichen und kulturellen Le­bens des Rhein-Maingebietes erhalten.

Der 28. Juli sieht sie bann alle mieber in ber Gauhauptstabt, wo sie am gleichen Abenb bie Rö­merbergfestspiele besuchen unb mit biesem gewal­tigen Erlebnis bie in bieser Fülle auf sie einstür- menben Eindrücke beschließen.

Am darauffolgenden Tag fahren sie schon zusam­men mit ben Fahrtengruppen, bie im Sauerlanb, in ber Westmark unb im Gebiet Saar-Pfalz ben Westen bes Reiches unb sein Volkstum kennen ler­nen bürsten, auf bem Rhein bis nach Düsselborf, wo eine Feierstunbe alle wieder zusammenführt.

wird jeder Radfahrer, auch wenn er fein Fahr­zeug schon viele Jahre hat, einen Fahrradbrief be­sitzen müssen. Der Fahrradbrief wird jedoch dem Käufer erst bann ausgehändigt, wenn bas Rad voll bezahlt ist. Der Hänbler soll hierburch vor unbe­rechtigtem Weiterverkauf unb Veruntreuungen ge­schützt werben. Für jeben Fahrradbrief wird vom Käufer eine Gebühr von zehn Pfennigen zur Bestreitung ber laufenben Derwaltungskosten er­hoben. Leider werben in Deutschlanb alljährlich immer noch Tausenbe von Fahrrädern gestohlen. In Zukunft wirb ben Langfingern auch auf diesem Gebiet ihr Handwerk bedeutend erschwert fein. Je­des Abhandenkommen eines neugekauften Fahr­rades muß ab 15. Juli unter Vorlage des Fahr­radbriefes sofort ber zustänbigen Ortspolizeibe- hörbe gemeldet werden. Gleichzeitig ist der betreff sende Fahrradhändler zu verständigen, der seiner­seits den Diebstahl dem Fahrrad-Zenttalregister in Berlin-Charlottenburg, Hardenbergstrahe 13, mit« teilt. Außerdem werden in der Fachzeitschrift der deutschen Fahrradhändler und Mechaniker laufend biePersonalien" gestohlener Fahrräber veröffent­licht unb vor allem vor beren Ankauf gewarnt. Es wirb mit diesen Bestimmungen ein für allemal bem unhaltbaren Zustand ein Ende gemacht, daß ein Radfahrer im Falle des Diebstahles der Polizei vielleicht garnicht ein­mal die Fabriknummer, ober f o n ft i g e wichtige Kennzeichen feines Fahrzeu­ges angeben kann, woburch die Ermittlungen der Sicherheitsbehörben außerorbentlich erschwert werben.

Nummerschild und Führerschein für Radfahrer?

Die vielfach erschreckenbe Disziplinlosigkeit ber Radfahrer und auffallende Häufung der durch diese verschuldeten Verkehrsunfälle hat den Reichsver­kehrsminister, Freiherrn von Eltz-Rübenach, kürzlich zur Androhung schärster Gegenmaßnahmen im Falle des Weiterbestehens derartiger Zustände veranlaßt. Unter anderem sind die Einfüh­rung des Nummernschildes und Füh­rerscheins nebst Ausbildungszwangs für Radfahrer in Erwägung gezogen. Doch noch ist ben Radfahrern eine letzteGnaden- f r i ft" gegeben, bevor derartige einschneidende Be­stimmungen, die natürlich mit entsprechenden Un­kosten verbunden sind, in Kraft gesetzt werden. Es liegt daher an jedem Radfahrer selbst, durch sein Verhalten im Verkehr das über seinem Haupte schwebende Verhängnis in letzter Stunde abzu­wenden.

Oberhessen.

Lehrausflug ehemaliger Landwirt- schastsschüler Grünberg.

+ Gründer g, 15. Juli. Am gestrigen Mitt­woch unternahm ber Verein ber ehemaligen Land- wirtschaftsschuler unter Leitung von Landwirt­schaftsrat Dr. D i e n st (Grünoerg) eine Bezirks- rundfahrt. Trotz des schlechten Wetters nahmen zirka 60 ehemalige Schüler teil. Die lehrreiche Rundfahrt führte über Harbach, Ettingshausen, Queckborn, Wetterfeld, Ruppertsburg, Henriettenhof nach Lau« dach. In Harbach wurden die Kartoffelsortenoer­suche besichtigt und der Leiter der Fahrt gab über die einzelnen Sorten Erklärungen. Grünfutter- unb Kartoffelsilos würben in Queckborn gezeigt. Die Besitzer ber Silos gaben Auskunft über Geschmack unb Wertigkeit bes Silosutters. In ber Gemarkung Wetterfeld würbe Roggen mit Einsaat von Winter­erbsen betrachtet.

Lanbwirtschaftsrat Dr. Dienst betonte, baß diese Anbauart ohne Schaden am Roggen einen Ne-

Jugendgericht in Nidda.

* Nidda, 17. Juli. Am heutigen Tage ver- handelte bas Jugenbgericht beim Amtsgericht in Nibba gegen den 16jährigen Erwin Höres aus Geiß-Nidda. Der Angeklagte hatte bekanntlich am 10. Juni gelegentlich eines Schießens nach Spatzen durch Fahrlässigkeit den zwölfjährigen Schüler Reinhold Schwab aus Geiß-Nidda ge- tötet. In seiner Angst versteckte der Angeklagte bie Leiche in einem Kanal mit etwa 80 Zentimeter Durchmesser. Erst nach langem Suchen konnte man ben tödlich Verletzten ausfindig machen. Nachdem der Angeklagte während der Voruntersuchung die Tat hartnäckig leugnete, war er in ber Hauptver- hanblung in vollem Umfange geständig. Das Gutachten des sachverständigen Amtsarztes er­gab, daß der Tod des Schwab ganz kurze Zeit nach Abgabe des Schusses durch Verletzung der Lunge eingetreten ist. In Anbetracht der Jugendlichkeit des Angeklagten billigte ihm das Gericht mildernde Um- tänbe zu und verurteilte ihn zu einer Gefäng­nisstrafe von drei Monaten. Der gegen ben Angeklagten erlassene Haftbefehl bleibt auf- rechterhalten. Die Untersuchungshaft wurde nicht angerechnet.

benertrag von zirka zwei Zentner Wintererbsen bringe. Dasselbe gelte auch etwa für die Einsaat von Wiener Wicken. Dann wurde bem Gut Hen­riettenhof ein Besuch abgestattet. Die neugebaute Scheune mit bem mustergültigen Pferbestall würbe von den Fahrtteilnehmern allgemein bewundert. Nach der Mittagspause in Laubach setzt man die Fahrt nach Freienseen fort, wo man den Betrieb bes Bauers Hofmann besichtigte. Auherbem wurde auch noch die auf hoher Stufe stehende Hühnerfarm des gleichen Besitzers besucht. In Klein-Eichen wur­den bann nochmals mehrere Kartoffel- unb Grün- utferfilos gezeigt. Don hieraus führte bann bie Fahrt über Larbenbach unb Weickartshain nach Grünberg zurück. Herzlichen Dank sprach ber Vor- itzenbe bes Vereins der ehemaligen Lanbwirt- chaftsschüler dem Leiter der Rundfahrt, Landwirt- chaftsrat Dr. Dienst aus. Der Sinn ber Runb- fahrt war ber, die Kenntnisse, die die Schule vermit­telt hatte, wieder aufzufrischen.

Wiederbelebung des GesangvereinsSängerkranz".

+ ® r ü n b e r g, 17. Sufi. Sm Sahre 1933 rour. den die beiden hier bestehenden Gesangver­eineM ä n n e r g e f an g d e r e i n" undSän­ge r k r a n z" zusammengeschlossen. Als Cereins­name wählte manMännerchor Grünberg". Je­doch stand der Zusammenschluß unter keinem gün­stigen Stern, denn schon bald nachher blieb die Mehrzahl der bem früherenSängerkranz" ange- hörenden länger bem neuen Verein fern. Sie strebten bie Wieberbelebung ihres alten Vereins an. Als dies sich zunächst nicht verwirklichen ließ, ent­stand eine Gesangsabteilung der Deutschen Arbeits­front, Ortsgruppe Grünberg. Als Chorleiter wählte man Konrad Nicolai (Großen-Buseck), der frü- her Chorletter beimSängerkranz" war. Den Be­mühungen des Führers der Gesangsabteilung, Spenglermeister Fr. Schröder, und seiner Mit­arbeiter ist es nun gelungen, daß die Gesangsab­teilung den Namen unb bie Tradition bes früheren VereinsSängerkranz" weiterführen darf unb gleichzeitig als Mitglied in ben Deutschen Sänger­bund ausgenommen wurde.

Am Donnerstagabend wurde nun durch eine kleine Feier die Wiederbegründung des Vereins würdig begangen. Nach der Singstunde holten die Sänger im Hause ihres Sangesbruders Appel die sei­nerzeit dort eingerollte Fahne ab und geleiteten sie im Zuge zum schön geschmückten Saale im Der- einslokalZum Rappen". Nach einem Eröffnungs­chor sprach zunächst der Dereinsführer, Sprengler- meifter Fr. Schröder, der nach einer Ehrung der Toten einen kurzen Ueberblicf über die Ge­schichte des im Jahre 1910 gegründeten Vereins Sängerkranz" gab unb betonte, baß seine jetzt wieder erfolgte Belebung zum Wohle ber Sanges­kunst ausschlagen möge unb daß er treue Freund­schaft mit dem BrudervereinMännerchor" pfle­gen wolle. Hierauf sprach Kreisführer Gengna- g e l, ber bem Wunsche Ausbruck gab, ber Verein möge bie Tradition des altenSängerkranz" in würdiger Weise pflegen unb fortsetzen. Er bestä­tigte den von ben Sängern als Vereinsführer vor­geschlagenen Sangesbruber Spenglermeister Fr. Schröber. Diefer weihte alsbann bie Fahne bes Vereins unb übergab sie bem Fahnenträger Phil. Schomber. Noch einige Chöre unter der Leitung des Chorleiters Nicolai unb geselliges Beisammen­sein beschlossen bie Feier, zu ber außer den Sän­gern mit Angehörigen auch Vertreter der Stadt und Partei erschienen waren.

Verkehrsunsatl in Klein-Linden.

* Klein-Linden, 17. Juli. In ber Frank­furter Straße, 25 Meter von der sogenannten Todesfälle" entfernt, ereignete sich am heutigen Freitagnachmittag ein Verkehrsunfall, ber zum Glück noch glimpflich ablief. Ein aus Rich­tung Gießen kommendes kleineres Lieferauto eines Gießener Geschäftsmannes, das von einem Ange­stellten einer Gießener Reparaturwerkstätte ge­steuert wurde, wollte auf ber Straße, an der Ein­mündung bes Brandweges, drehen, als ihm von hinten ein ebenfalls aus Richtung Gießen kommen- des Personenauto, das überholen wollte, im spitzen Winkel in die Flanke fuhr. Die Polizei weilte bald darauf an der Unfallstelle unb nahm den Tatbe- stand auf. Personen kamen erfreulicherweise nicht zu Schaden. Beide Fahrzeuge wurden nicht sehr stark beschädigt unb konnten mit eigener Kraft ihre Fahrt fortsetzen.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 17. Juli. Unsere Volks­schule wurde heute mit der Einziehung der Fahne auf vier Wochen (Sommerferien geschlossen. Bei dieser Schlußfeier konnte ber Schulleiter, Rektor Dr. Crößmann, in seiner Ansprache 27 Schülern die Siegernabel vom diesjährigen Jugendwettkampf im Rahmen des 4. Deutschen Jugendfestes verleihen. Nachstehenden Schülern, die bei dem volkstümlichen Dreikampf 180 Punkte unb mehr erreicht hatten, wurde die Ehrung zuteil: Horst Lenz, Otto Weller, Erwin Neurath, Egon Otto, Paul Etzel, Reinhold Weigel, Otto Volkert, Hanfried Stein, Hans Eyring, Ewald Bierau, Ernst Franke, Hans Steinmüller, Hugo Gahmann, Hans Mülln, Fritz Germer, Heinz May, Hermann Dormehl, Hermann Rein, Gerhard Hildebrand, Erich Jung, Ernst Gelitzer, Albert Wel­ler, Helmut Ahmann, Martha Volkert, Marie Wei­nandt, Gertrud Dormehl, Gertrud Klein und Lisel Volk. Fünf weiteren Siegern waren bie Nadeln durch bie nationalsozialistischen Jugenborganisatio- nen beim Sonnenwenbfeuer überreicht worben. Fer­ner würben an 8 Kinder, bie schon in ben verstosse-

Fahrradbries" für jeden Radfahrer.