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Jungen in unserem Lande entstehen müssen, weil diese ungünstige LerhäUniszisfer ein Quell dauern­der und tiefer Unzufriedenheit für unser Volk dar- ftellt." Und tatsächlich ist der Glaube an die Mis­sion Japans als führende Großmacht Asiens dank einer unerhört eindringlichen Propaganda so sehr in die Seele des japanischen Volkes gesenkt wor­den, daß ein Verzicht auf die Forderung nach Flöt- tengleichheit unabsehbare innerpolitische Folgen nach sich ziehen müßte. Um die Schmach von Washington auszulöschen, hatte die japanische Regierung ja am 26. Dezember 1934 die Flottenoerträge von 1922 und 1930 fristgerecht gekündigt. Ihre Delegation war also in dem Hauptoerhandlungspunkt mit ge­nauester Marschroute nach London gekommen. Aber sie hat ihre Forderung so geschickt formuliert, daß sie London in dem Bewußtsein wieder verlassen konnte, den Zurückgebliebenen es zumindest schwer gemacht zu haben, Japan als den Schuldigen für die Ergebnislosigkeit der Flottenkonferenz hin- stellen zu können. Japan hat einmal oorgeschlagen, eine gemeinsame obere Begrenzung aller Seestreitkräfte festzulegen und zum andern die vollständige Abschaffung der An- griffswaffen zu beschließen. Japan wünschte also für alle Seestreitkräfte die Festsetzung einer Gesamthöchsttonnage, über die hinaus niemand bauen dürfe, wobei diese Höchsttonnage so niedrig wie möglich festgesetzt werden sollte, um zu einer tatsächlichen Abrüstung zu gelangen. Amerika hat mit dem Gegenvorschlag einer Herabsetzung der See- rüftungen um 20 Prozent aber unter Beibehaltung der gegenwärtigen Derhältniszahlen 5:5:3 geant­wortet. Japan mußte diesen Vorschlag aus seiner grundsätzlichen Einstellung heraus ablehnen, ist aber mit seinem eigenen Vorschlag nicht durchgedrungen gegen die Einwände der angelsächsischen Mächte, daß die Derteidigungsbedürfnilfe der großen See­mächte je nach ihrer geopolitischen Lage ganz ver­schiedene seien und daß eine Macht, die ihre politi­schen Interessen von ihren Heimatgewässern aus verteidigen könne, eine geringere Rüstung brauche, als Mächte, deren Interessen (Verantwortlichkeiten" nennt es die britische Erklärung) über die ganze Welt reichten. Auch der japanische Vorschlag auf Abschaffung der Angriffswaffen wurde von den anderen Mächten abgelehnt. Japan hatte darunter Schlachtschiffe, Flugzeugträger und große Kreuzer verstehen wollen. Namentlich die Flugzeugträger, mit deren Hille in das dichtbevölkerte und jieaen Bombenangriffe schon durch die landesübliche Bauart höchst empfindliche japanische Mutter­land über weite Seeräume hinweg Luftangriffe vorgetragen werden können, sind den Japanern ein Dorn im Auge, besonders da die Vereinigten Staaten über fünf solche Schisse verfügen und drei weitere sich im Bau befinden, von denen die größten 90 fertige und 45 abmontierte Flugzeuge, also eine ansehnliche Luftstreitkraft, an Bord zu nehmen ver­mögen. Amerika und England haben auch diesen Vorschlag Japans mit der Begründung abgelehnt, daß der Charakter als Angriffswaffe für die ein­zelnen Schiffstypen zu schwer zu definieren sei.

Es wäre nun aber falsch, in der geschlossenen Ablehnung der japanischen Forderung durch die andern beiden großen Seemächte (Frankreich und Italien haben in dieser ersten Phase der Londoner Flottenkonferenz nur eine Nebenrolle gespielt) eine angelsächsische Einheitsfront gegen Japan sehen zu wollen. Zwischen den Vereinigten Staaten und England bestehen vielmehr recht beträchtliche Mei­nungsverschiedenheiten, die sich sowohl auf die rüstungstechnische wie auf die weltpolitische Seite des Problems erstrecken und im weiteren Verlauf der Londoner Flottenkonferenz vermuttich eine Rolle spielen werden. Amerika beharrt auf der in Wa­shington festgesetzten Höchstgröße von 35 000 Tonnen für Schlachtschiffe, weil diese mit ihrem großen Fahrbereich besonders im weiten Raum des Pazifik gut zu verwenden find, und von 10 000 Tonnen für die großen Kreuzer, weil diese mit ihren 20,3-Zentt- meter-Geschützen dem bewaffneten Handelsschiff stark überlegen sind, das in der Regel nur 15- Zentimeter-Geschütze zu tragen vermag. England dagegen möchte die Gröhe der Schlachtschiffe auf höchstens 25 000 Tonnen herabdrücken und die Größe der Kreuzer auf 67000 Tonnen mit 15- Zentimeter-Geschützen festsetzen. Es hat Interessen und Besitzungen in allen Meeren zu verteidigen und braucht daher eine gewisse Anzahl von Schif­fen, unter die es einfach nicht heruntergehen kann, die aber den Bedarf anderer Mächte, auch Ame­rikas, beträchtlich übersteigt. Eine Verkleinerung der Typen würde also jur England eine gewaltige Kostenersparnis bedeuten. England verfügt auch in seiner großen Handelsflotte über eine Unzahl als Hilfskreuzer geeigneter Dampfer, die aber ben~ gro­ßen Kreuzern unterlegen sind. England wünscht also diese abzuschaffen, während Amerika ohne die gleich große Reserve an Hilfskreuzern an den gro­ßen Kreuzern festhält.

Auch aus politischen Gründen wird sich England vermutlich hüten, allzusehr in das Fahrwasser der Vereinigten Staaten zu geraten und die Japaner ohne Not vor den Kopf zu stoßen. Denn wenn zur Zeit des Vertrags von Washington Japan noch per einzige Rivale Englands in Asien war, so ist in­zwischen die Sowjetunion zu einem so er­heblichen militärischen Machtfaktor geworden, daß ein starkes Japan in Ostasien für die englische Politik unentbehrlich ist, um die Sowjetrussen von dem großen und für bolschewistische Propaganda besonders empfindlichen englischen Interessengebiet in Mittelasien von Südchina über Indien nach Persien fernzuhalten. Sowjetrußland hat eben durch den Mund feiner führenden Männer mitteilen lassen, daß es im kommenden Jahr nicht weniger als 14 Milliarden Rubel in feine Aufrüstung stecken will, das finb ein volles Viertel des russischen Volks­einkommens und 40 v. H. der gesamten Staatsaus­gaben. Tanks, schwere Artillerie und U-Boote sind bereits enorm vermehrt worden. Die Motorisierung ist unter Aufwendung ungeheurer Mittel voran- getrieben worden, so daß heute die Rote Armee die bestmotorisierte Armee der WeU sein dürste, die zudem noch über die stärkste Luftwaffe verfügt. Daß diese ungeheure Rüstung geschaffen wurde auf Kosten der dringlichsten Lebensbedürfnisse des russi­schen Volkes, verschweigen natürlich die bolschewi­stischen Machthaber. Sie verkünden der Welt nicht, daß Tausende Hungers sterben müssen, weil das Getreide ausgeführt wird, um den wahnsinnigen Rüstungsaufwand bezahlen zu können. Während sich Litwinow in Genf als Friedensfreund aufspielt, rühmen seine Kollegen Molotoff und Tuchatschewski in Moskau die Rote Armee als das Heer der Welt­revolution, das zum Angriff gerüstet steht. Wahr­scheinlich möchte man sich mit den ungeheuerlichen Rüstungen den Verbündeten in Paris und Prag in empfehlende Erinnerung bringen, aber der revolu­tionäre Zweck dieser Rüstungen, den die bolsche­wistischen Machthaber schon ganz eindeutig verkün- den, sollte den Franzosen doch $u denken geben. Auch in Japan und England wird man mit ge­mischten Gefühlen die Moskauer Kriegsreden ver­nommen haben und trotz des Mißgeschicks der

Deutschlands Friedensliebe ruht in der wahren Volksverbundenheit seiner Führung Reichsminisier Dr. Goebbels spricht in der Oeutfchlandhalle vor dem Gau Groß-Berlin.

Berlin, 17. Jan. (DNB.) Die ©autagung des Gaues Groß-Berlin der NSDAP, in der Deutsch­land-Halle, in deren Mittelpunkt eine bedeutsame Rede des Gauleiters stand, gestaltete sich für die mehr als 20 000 Teilnehmer zu einem eindrucks­vollen Erlebnis.

Dr. Goebbels sprach einleitend über die grund­sätzlichen Unterschiede zwischen Reaktionären und Revolutionären. Der Reaktionär sehe nur das Schöne und Große in der Vergangen­heit. Der Revolutionär blicke auf die großen Lei­stungen der Gegenwart und Zukunft.Es ist nicht an dem", erklärte Dr. Goebbels,als sei der große Umwälzungsprozeß zu Ende, sondern er geht fort und wird noch einige Jahr­zehnte weitergehen müssen. Wir werden uns von den Sorgen des Alltags nicht gefangen nehmen lassen und nicht den Blick für die Zukunft verlieren." Dr. Goebbels setzte sich dann mit jenen Spießern auseinander, die alle Erfolge a I s Selbstverständlichkeit hinnehmen, aber über die kleinen dadurch entstehenden Schwierig­keiten und Unbequemlichkeiten meckern.Der Spie­ßer gerät fast in Raserei, wenn eine Kompanie Soldaten vorbeimarschiert. Aber er will nicht dafür einmal gelegentlich auf Butter verzichten. Dor einem Jahr haben wir den Sieg an der Saar errungen. Dafür haben wir geschuftet. Man hat uns keinen Dank gesagt, und heute reden unsere Gegner nicht einmal mehr davon. Wenn es schief gegangen wäre, hätten sie zehn Jahre lang darüber geredet. Am 16. März wird es ein Jahr her fein, daß wir d i e Wehrfreiheit proklamierten. Die ganze Welt stand in atemloser Spannung, was nun geschehen werde. Man hätte erwarten müssen, daß, nachdem die Krise vorbei war, unsere Gegner erklärten: Das habt ihr gut gemacht, ihr habt Mut gehabt, und dem Mutigen gehört die Welt. Wir haben mit England einen Flottenvertrag ab­geschlossen, den jeder Politiker ein Jahr vorher für eine bloße Utopie erklärt hätte. Der Spießer sieht mit Begeisterung in der Wochenschau die vorbei­fahrenden Kriegsschiffe, aber er verliert kein Wort über unsere Leistung. Demgegenüber müssen wir uns zur Wehr setzen. Denn wenn wir das nicht täten, so würden wir allmählich mit unserer An­ständigkeit an die Wand gequetscht."

Mit großer Offenheit sprach Dr. Goebbels über die Probleme der Gegenwart, insbesondere über die bekannte Zunahme der Arbeitslosig-

Flottenronferenz beizeiten seine Folgerungen daraus ziehen. Die Ankündigung von alle Waffengattunaen umfassenden Aufrüstungsplänen in der britischen Presse ist zweifellos eine Auswirkung einmal des bisherigen Verlaufs der Flottenkonferenz, der kaum noch Hoffnung auf eine Rüstungsbeschränkung zur See läßt, zum andern der phantastischen Aufrüstung Sowjetrußlands. Sie ist der stärkste Unruheherd in der Weltpolitik.

Ernste Erkrankung des Kontos von England.

Conbon, 18. Ian. (DNB.) Eine am späten Abend des Freitags ausgegebene Mitteilung besagt, daß König Georg V. an Bronchialkatarrh und Anfällen von Herzschwäche leibet. Sein Zustanb gebe zu einer gewissenBesorg- nis Anlaß.

Daily Telegraph" melbet ans Sanbringham, bah sich die Erkrankung bes Königs in ben späten Abeubstunben bes Freitag verschlimmert habe. Die Leibärzte bes Königs hätten sich für Sauer- stoffbehanbluug entfliehen. Lord Dawson uub ber Leibarzt Sir Stanley Hewett seien währenb ber Nacht im Schloß Sanbringham ge­blieben. In einer späteren Meldung aus Sanb­ringham heißt es, bah ber König heute Nacht friebtich in seinem Zimmer schlafe. Don ben Mit- gllebern ber königlichen Familie finb bie Königin, ber Prinz von Males, ber Herzog von Pork uub bie Prinzessinnen Elisabeth uub Margareth-Rose im Schlosse anweseub.

Die Verlautbarung ber Aerzte, in bereinige Beunruhigung" über ben Zustanb bes Monarchen ausgebrückt würbe, ist kurz vor Mitternacht im englischen Rundfunk verlesen worden. Die Morgen­blätter, die in großer Aufmachung über die Er­krankung König Georgs berichten, erinnern daran, daß der König bereits im Iuni letzten Jahres an einem Bronchialkatarrh litt.

Dasprogrammfür deuBefuch der deutschen Frontkämpfer in England.

London, 17. Jan. (DNB.) Heber den Besuch der deutschen Frontkämpfer berichtet Preß Associa­tion u. a.: Die deutschen Frontsoldaten werden an­läßlich ihres Besuches in London an einer Reihe aufeinanderfolgender Abende von dem Präsidenten der British Legion, Generalmajor Mourice, dem General Sir Jan Hamilton, Lord Rochdale, von dem deutschen Botschafter und von Oberst C r o s f i e l d eingeladen werden. Der Be­such wird dazu dienen, eine bessere Verständigung zwischen den ehemaligen Frontjoldaten der beiden Länder herbeizuführen. Am Sonntag werden die Deutschen am englischen Kriegerdenk­mal in Whitehall einen Kranz niederlegen. Ferner werden sie am gleichen Tage bie Mohn­blumenfabrik der British Legion (es handelt sich um künstliche Mohnblumen, die alljähr­lich am Waffenstillstandstag zugunsten der Kriegs­opfer verkauft werden) und das Hauptquar­tier der British Legion besichtigen. Hier wird am Dienstag eine Besprechung stattfinden, nachdem die Anglo-German-Fellowship ein Frühstück für die Frontkämpfer gegeben Hai. Am Mittwoch werden die 5) e il ft ä 11 e der British Legion und die K r i e g e r \ i e b l u n g in Preston- hall in Kent besichtigt werben. Am Freitag werben bie Haig -Erinnerungshäuser in Mor­den (Kriegskrüppelheime) in Augenschein genommen werden. Am Samstag wird der Abordnung das Unterhaus gezeigt werden.

k e i t im Dezember, verursacht durch die Saison- Verhältnisse, schlechte Witterung, Rohstoff- und Devisenschwierigkeiten. Die Tauslyverträge mit dem Ausland hätten sich noch nicht voll auswirken kön­nen, man könne jedoch erwarten, daß diese Schwie­rigkeiten Ende Februar oder Anfang März über­wunden fein werden. Da wir gezwungen waren, Devisen für national politische Zwecke zu benutzen, waren wir genötigt, für andere Zwecke Devisen einzusparen. Das deutsche Volk habe keine Kolonien und keine Rohstoffe und müsse versuchen, sich recht und schlecht durchs Leben zu schlagen, so­lange es nicht den nötigen Lebens- und Wirtschafts­raum besitze. So lebt Deutschland zwar vielleicht bescheiden, aber immerhin doch von dem, was es sich selbst erarbeitet und erkämpft. Es ist darum kein Zufall, daß gerade die ärmsten Volksgenossen, die selbst um Not und Kamps wissen und sich gleichfalls ohne fremde Hilfe durchschlagen müssen, so leidenschaftlich an dieser Regierung und an diesem Regime hängen. Wenn man heute von Reisenden, die aus Rußland zurückkehren, hort, daß es dort eigentlich keinen Menschen gibt, der lacht und fröhlich ist, sondern daß die Menschen dort gedrückt und mißmutig einherlaufen, so kann man demgegenüber doch wohl feststellen, daß der deutsche Mensch, ohne deswegen gerade vor Lebensfreude überzuschäumen, erfüllt ist von innerer Freudigkeit und Befrie­digung, von einer beispielhaften Lebensbejahung.

Tosende, minutenlange Heilrufe löste bann bie Feststellung bes Ministers aus:Wenn es auch über biefe uub jene innere kulturpoliti­sche ober kirchliche Frage Meinungsverschieden­heiten und Mißverständnisse geben sollte in außenpolitischen Dingen ist die ganze Nation einig! Eine Spekulation auf die Uneinigkeit unseres Volkes in Fragen dieser Art wäre eine schlimme Fehlspekulation. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt, daß ein Volk ohne Macht selbst beim besten Willen den Frieden nicht erhalten kann, heute kann uns niemand mehr zwingen, etwas zu tun, was gegen bie Interessen unseres Laubes verstößt. Linen Krieg anzuzetteln, wäre für bie national­sozialistische Regierung, bie man im Auslanb so gern als eine Autokratie bezeichnet, sehr

viel gefährlicher als für irgenb einen ber soge­nannten demokratischen Staaten, in denen eine Mehrheit ben Krieg anzetteln kann, bie am Schluß des Krieges gar nicht mehr da ist und darum auch nicht mehr zur Verantwortung gezogen werden kann. Wenn aber einzelne Manner ihrem Volke gegenüber eine wirkliche, wahre Verantwortung in sich tragen, so werden sie sich hüten, dieses letzte Risiko ohne Not und für andere Zwecke als für die Verteidigung des nationalen Lebens auf sich zu nehmen. 3m übrigens kann sich in dem angeblich so aufofra- schen Deutschland die Regierung auf das Volk berufen, in einem Maße, wie es in angeblich demokratisch regierten Ländern kaum der Fall fein dürfte. Deutschland hat eine veredelte Form von Demokratie, mit deren Füh­rung das Volk in wahrer Verbunden­heit innerlich verwachsen ist. Wir alle leben der großen Aufgabe, unsere Nation zu einem Weltvolk zu machen, das Anteil hat an ben Gütern dieses Erbteils."

Dr. Goebbels fand die gleiche, gespannteste Auf­merksamkeit, als er anschließend im Schlußteil sei­ner fast 2^stündigen Rede auf das Verhält» n i s zwischen Führung, Partei und Volk zu sprechen kam. Das Geheimnis der sieg­haften Kraft der nationalsozialistischen Bewegung liege darin, daß sie es immer aufs neue verstehe, die Menschen im harten Alltagskampf 'wieder auf­zurichten und von den Kleinlichkeiten und Wider­wärtigkeiten des Lebens auf die großen Schicksals­fragen hinzulenken. Vergessen wir doch über den Widerwärtigkeiten des Alltags nicht die unendliche Fülle tiefen und herzlichen Dankes, der gerade von unseren ärmsten Volksgenossen wieder und wieder zum Ausdruck gebracht wird, von jener Masie unverdorbener, wahrhaft idea­listisch eingestellter Menschen, bie das Leben so neh­men wie es ist. Aus dem Beispiel des Füh­rers und aus der Tiefe dieses Dankes wollen wir jene Glaubensstärke und jene innere Sicherheit nehmen, damit sich unser Volk auch weiterhin nach uns innerlich ausrichten kann. Dann werden spätere Generationen in uns ein leuchten­des Beispiel sehen. Denn auch wir werden einmal sterben, bleiben aber wird ewig unser Werk."

9er italienische Vorstoß an der Somalifront.

Oer Heeresbericht meldet völlige Auflösung der abessinischen Truppenverbände.

120 Kilometer weit voraetraqen

Rom, 17. Jan. (DNB.) Der italienische Heeres­bericht vom Freitag macht folgende weitere An­gaben über die Offensive an der Somalifront: Die von General Graziani am 12. Januar begon­nene Schlacht am Ganale-Doria hat mit unserem vollen Sieg geendet. Der ge- Kne Feind ist überall auf der Flucht. Die letz- iderstände der abessinischen Nachhut sind auf der ganzen Front überwunden und die Truppen des Ras Defta sind entlang dem in nordwestlicher Rich­tung führenden Karawanenstraßen in Auflö­sung begriffen. An einigen Abschnitten waren unsere motorisierten Kolonnen gestern abend 120 Kilometer über ihre Ausgangsstel­lungen vorgerückt. Die Verfolgung geht weiter. Die abessinischen Truppen leisten keinen wirksamen Wider st and mehr. Die vollkom­mene Zusammenarbeit zwischen Infanterie, Tanks, Artillerie und Luftwaffe hat die Verluste des Gegners außerordentlich schwer werden lassen. Bis gestern waren 4000 Tote festgestellt. Bereits in tan ersten Tagen der Kampfhandlungen wurden Diele Gefangene eingebracht. Eine große Menge an Gewehren und Maschinengewehren wie auch einige Geschütze sind in unsere Hände gefallen. Unsere Verluste bei den Verbänden der Hei­matarmee sind gering. Die Tapferkeit unserer Truppen aus der Heimat wie der (Eingeborenen® Verbände und der Somali-Dubats ist über jedes Lob erhaben.

Die siegreiche Offensive des Generals Graziani ist in ganz Italien mit lebhafter Genugtuung aufgenommen worden. Die Zeitungen ver­öffentlichen spaltenlange Berichte. Der Militärische Mitarbeiter desPiccolo", General P o l l a t i, weist darauf hin, daß es zum erstenmal gelungen fei, den Feind zur Schlacht zu zwingen. Die erste unmittelbare Folge der Niederlage fei, daß die Abessinier von einem Teil der für sie so wich­tigen Kenya-Grenze vertrieben und da­mit die über diese Grenze kommenden reichen Z u - fuhren teilweise unterbunden werden konn­ten. Es sei auch nicht ausgeschlossen, daß nach diesem Siege neue abessinische Truppen, die für die Tigrefront bestimmt seien, an die S o - malifront geworfen würden. Auf jeden Fall liege trotz der vielen im Ausland umlaufen­den Falschmeldungen die Initiative auf den abessinischen Kriegsschauplätzen ganz in italie­nischer Hand.

Während an der erythräischen Front die Dor­regenperiode eingesetzt hat und alle Offensivbewe- gungen der Italiener lähmt, hat im Süden Abes­siniens General Graziani von Dolo aus mit (einen Truppen, die nicht nur aus Farbigen be­stehen, sondern durch weiße Truppen erheblich ver­stärkt wurden, einen Stoß geführt, der, nach ita­lienischen Meldungen einen vollen Erfolg bedeutet. Allerdings darf nicht übersehen werden, daß die Abessinier zu Beginn des Kampfes unmittelbar in der Umgebung von Dolo faßen und dort ihre Ma- fchinengewehrnefter gebaut hatten. Dolo gehört aber zu Jtalienisch-Somaliland. Es ist der Punkt an dem die Flüsse Daua, Ganale-Doria und Web zusammentreffen, um vereint als Djuba dem Meere zuzustreben. Wenn also die Offensivbewe­gung Grazianis von der Stadt Dolo ausging, dann muß er in den letzten Monaten feine Truppen rückwärts auf diesen Punkt konzentriert haben, wovon allerdings die Italiener nichts berichteten. Das Gelände ist bergig, gut bewachsen mit tro­pischem Buschwald und bietet der Verteidigung durch die Abessinier, die sich ihrer Stärke :m Kleinkrieg bewußt find, zahlreiche Stützpunkte;

allerdings konnten sie den modernen Waffen keinen Halt bieten. So ist der Erfolg Grazianis sehr wohl erklärlich. Immerhin scheinen aber die Trup­pen des Ras Defta erbitterten Widerstand geleistet zu haben, denn abgesehen von den Trupps abessini­scher Scharfschützen, die unmittelbar in der Um­gegend von Dolo die Italiener belästigten, haben am Fluße ©anale Doria die Abessinier sogar in Schützengräben wütenden Widerstand geleistet. Die italienischen Berichte bezeugen, daß die Er­oberung der Dörfer am ©anale Doria nur nach heftigen Nahkämpfen erfolgte.

Der Angriff der Italiener war ursprünglich zur Abwehr einer größeren Operation unternom­men worden, die der Ras Desto gegen Dolo selbst angesetzt hatte. Er begann am letzten Sonn­tag. Zunächst mußten die Scharfschützen der Abes­sinier bezwungen werden, dann setzte ein kombi­nierter Angriff von Infanterie, Tanks und Flug­zeugen gegen die abessinischen Schützengräben ein, der sich auf der ganzen Front von Englisch-Kenya bis in die Gegend des Flusses Schebeli ausdehnte, wobei das Schwergewicht die Kämpfe am ©anale Doria bildeten. Während die weißen italienischen Truppen auf der rechten Seite dieses Flusses vor­gingen, drangen die farbigen Truppen, die Dubats, auf dem linken Ufer vor. Der Angriff scheint mit so massierten Kräften geführt zu fein, daß Amino, Gogoru und Semiei genommen wurden. Ob sich Ras Defta nicht in neuen Verteidigungsstellungen festfetzt, bleibt abzuwarten.

Erhöhte Flieg erMakeit.

Addis Abeba, 17. Jan. (DNB.)Italienische Bombenflieger überflogen auch heute wieder K o» r a m und belegten die Stadt erneut mit Bomben. Wie abessinische Meldungen weiter besagen, sind von den italienischen Fliegern Flugblätter abgeworfen worden, in denen die Italiener er­klärten, daß im Kriege auch Kirchen zerstört wür­den, daß die Italiener aber nach Beendigung des Krieges mit Hilfe Gottes d i e Kirchen wieder aufbauen würden und auch sonstige Zerstörun­gen, die sie hätten vornehmen müssen, wieder gut­gemacht werden würden. An der Süd front laufen ständig Nachrichten ein, wonach während der gegenwärtig tobenden Schlacht italienische Ein­geborenentruppen zu den Abessiniern übergelau­fen sein sollen. Nach Meldungen dieser lleberläu- ter fall es in den letzten Dezembertagen bei M o g ad i s ch o, der Haupfftadt Jtalienisch-Somali- landes, zwischen Eingeborenentruppen einerseits und faschistischen Regimentern andererseits zu einer bewaffneten Auseinandersetzung gekommen fein. Solche Auseinandersetzungen habe es auch an mehreren anderen Stellen gegeben. Schließlich wird von abessinischer Seite die Nachricht verbrei­tet, daß offene Empörungen im Nordosten des italienischen Somalilandes stattgefunden hätten, weil sich die Eingeborenen weigerten, gegen die Abessinier zu kämpfen.

Italien weist die schwedischen Anschuldigungen zurück.

Rom, 17. Jan. (DNB.) Staatssekretär Suvich empfing am Freitag den schwedischen Gesandten in Rom, Sjöborg, und überreichte ihm eine Note der italienischen Regierung, in der in aller Form die Anklage eines vorsätzlichen Angriffes auf ein schwedisches Lazarett in Dolo zurückgewies en wird. Die Schuldigen für die zufällige Beschädigung des Lazarettes seien nicht auf italienischer Seite zu suchen. Wer sich in ein von Krieg beherrschtes Land, wenn auch in einer noch so menschenfreundlichen Aufgabe, begebe, laufe unvermeidlich gewisse Ge­fahren.