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renz teil. Nach der Empfangsfeierlichkeit besichtigen wir den Palazzo Vecchio.

Wir HJ.-Karneraden haben uns während unseres Aufenthaltes in Florenz die Herzen der Bevölke­rung erobert. Wenn das Dröhnen der Jungvolk- Trommeln und die schmissigen Klänge des HJ.-Mu- sikzuges in den Straßen der alten Stadt ertönen, dann sammelt sich sofort die Bevölkerung und be­kundet uns ihre Sympathie. Sie alle wollen die Giovani Hitlerieri" sehen. (Fortsetzung folgt).

Freiwillige

für das Regiment <5?nero( Göring.

DND. Das Reichsluftfahrtministerium gibt be­kannt:

Anfang Oktober 1937 erfolgt die nächste Einstel­lung von Freiwilligen im Regiment General Gö­ring (motorisiert); Standort Berlin. Alter: 18 bis 25 Jahre; Größe: nicht unter 1,68 Meter.

Voraussetzung für die Einstellung ist, daß her Bewerber a) die deutsche Staatsangehörigkeit (Reichsangehörigkeit) besitzt, b) wehrwürdig ist, c) tauglich ist, d) nicht Jude oder Mischling ist, e) I gerichtlich nicht vorbestraft und auch sonst unbe-. schölten ist (auch schwebende Gerichtsverfahren schlie­ßen die Einstellung aus), f) unverheiratet ist, g) -

Die Weihnachtsplakette ist dal

Me Im Vorjahre, wird durch das WHW. auch diesmal wieder als Dezember-Plakeile ein kleines Schmuckstück zum Vertrieb gebracht, das wegen seiner Schönheit und Bedeutung für das Weih- nachtsfest in allen Bevölkerungskeilen den größten Anklang finden wird.

Die im Vorjahre, haben sich auch für die kom­menden Tage wiederum die Jüngsten unseres Vol­kes, die Hitlerjugend, als Verkäufer und Sammler zur Verfügung gestellt.

Denn daher in den nächsten Tagen die Sammlung läuft von Freitag, 18., bis Sonntag, 20. Dezember sich unsere hiklerjungen und BDM.-rNädel an jeden einzelnen Volksgenossen wenden, so appellieren wir an die Opferfreudigkeit unserer Bevölkerung, aus Anlaß der Weihnachts­zeit noch mehr Abzeichen als sonst ab- zuvehmen.

Jeder Volksgenosse, der ein oder mehrere von die­sen Abzeichen erwirbt, möge bedenken, daß er mit feiner Gegenleistung dem WHW. des deutschen Vol­kes ermöglicht, unseren hilfsbedürftigen Volksgenof- fen zu helfen. Unsere Bemühungen sind seht beson­ders stark darauf eingestellt, jedem Volksgenossen das Gefühl zu geben, daß wir eine große verschwo-

Aus der Provinzialhauptstadt.

die Gewähr bietet, daß er sederzeit rückhaltlos für den nationalsozialistischen Staat eintritt.

Dem Bewerbungsgesuch ist beizufügen Lebens­lauf, Freiwilligenschein bzw. beglaubigter Auszug über Seiten 1' und 3 bis 5 des Wehrpasses und zwei Paßbilder in bürgerlicher Kleidung ohne Kopf­bedeckung.

Freiwillige der Jahrgänge 1915 bis 1919 werden im April 1937 zur Erfüllung ihrer Arbeitsdienst­pflicht herangezogen.

Meldeschluß für die Herbsteinstellung ist der 15. Januar 1937. Gesuche, die nach diesem Termin eintreffen, können nicht mehr berücksichtigt werden.

Für jeden wehrfreudigen jungen Deutschen ist es eine Ehre und Auszeichnung, wenn er im Regi­ment des Oberbefehlshabers Der Luftwaffe, General Göring, dienen darf. Die Beförderungsaussichten , und die Möglichkeit der Weiterverpflichtung auf i zwölf Jahre sind im Regiment General Göring für . tüchtige Soldaten besonders günstig.

I Die Freiwilligen können entsprechend der Viel­seitigkeit des Regiments General Göring als In­fanteristen (Jäger), Flak - Artilleristen, Pioniere, Kraftfahrer und Reiter Verwendung finden.

Einstellungsgesuche mit den notwendigen Papie­ren sind sofort zu richten an Regiment General Gö­ring. Berlin - Charlottenburg, Königin - Elisabeth- Straße 49.

rene Gemeinschaft sind, die jedem das Gefühl geben will, daß er zu ihr gehört.

Darum schließt euch aus dieser Gemeinschaft nicht aus, helft uns helfenI

kreisführungdes DHW. Detterau.

Winterhi'fsappell der Hitlerjugend.

Die Bannführung des Vannes 116 lädt die Be­völkerung Gießens herzlich zu dem am Donnerstag, 17. Dezember, auf dem Vrandplah 19.30 Uhr statt­findenden Lröffnungsappell der Hit­lerjugend ein.

p rogramm.

Fanfarenmarsch des Jungvolks.

Lied: Nur der Freiheit gehört unser Leben ...

Verlesung des Tagesbefehls des Reichsjugend­führers durch den Vannführer.

Rede des Gebietsabteilungsleiters, Unterbann­führers Dettmar.

Fanfarenmarsch des Jungvolks.

Rede des Kreisleiters Dr. Hildebrandt.

llebergabe der Sammelbüchsen an eine Gefolg­schaft.

Deutschlandlied und Horst-Dessel-Lied.

Die Vannführung des Vannes 116 erwartet von allen Volksgenossen recht zahlreiche Beteiligung.

aller Zierlichkeit der Kunst in seinen Arkaden und Sinnen. Ich weiß nicht warum, aber mir fiel ein Krokodil ein, als ich ihn sah, obschon seine Form nicht die geringste Ähnlichkeit mit diesem Tiere bat. Was da beschlossen wird, denkt man, muß ge- oeimnisvoll sein und klug und unerschütterlich und pari. Wie-ein Rätsel sieht er aus, dieser Palast, und scheint Hätsel zu beherbergen."

Wir werden in drei große Dampfer untergebracht und fahren nun auf dem Eanale Grande und be­staunen von hier das herrliche Venedig. Es geht durch die Rialtobrücke. Rach etwa 15 Minuten halten die Dampfer am Hotel Rist-Roma, wo das Mittagessen auf uns wartet. Hier spielt eine eigens für uns bestellte Kapelle deutsche Tanzlieder. Gegen 14 Uhr besteigen wir wieder unsere Schiffe und fahren nun nach dem Lido. Von dem lachenden, sonnigen Süden bekommen wir hier in Venedig allerdings nichts zu sehen. Es regnet immer weiter.

Wie unendlich groß ist die Freude und wie un­beschreiblich der Jubel, als wir vom Eanale Grande aus auf der sinken SeiteK d F." - F a h r e r sahen, die mit dem Dampfer .General von Steubem nach Venedig kamen. Mit stürmischen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer Adolf Hitler und die Heimat be­grüßen wir uns Dor uns liegt nun derGeneral von Steuden". Herzliche Heil-Rufe werden mit der Besatzung des Dampfers gewechselt. Rach einer Fahrt von etwa 20 Minuten legen unsere Damp­fer wieder an. Trotz des strömenden Regen geht es mit fröhlichem Gesang und viel Hu­mor an den Lido. In unseren Schuhen steht das Wasser. In einem großen Restaurationsgebäude be­kommen wir Schinkenbrötchen, Weintrauben, Wein und Birnen. Rach einstündigem Aufenthalt geht es wieder zum Dampferanlegeplatz zurück. Der Fan- arenzug, der Spielmanns- und Musikzug, die zu- ammen auf einem Dampfer untergebracht sind, vielen immer wieder. Es beginnt zu dämmern. Links wieder derGeneral von Steuden". Roch einmal werfen wir nach dem Markusplatz einen Blick. Es geht an der Kirche derSalute", dem Franchetti-Palaft vorbei, wieder durch die Rialto- brücke, zum Hotel Rift-Roma. Nachtessen. Um 20 Uhr erfolgt die Rückfahrt nach Padua.

18. September. Bereits um 5 Uhr wird geweckt. Aus dem Bett und sofort ans Fenster regnet es, oder nicht; werden wir heute etwas von dem ewig blauen Himmel" sehen, ober nicht; werden wir heute wieder Strümpfe und Schuhe wechseln müssen, oder müssen wir heute wieder ordentlich schwitzen? Das sind die Fragen aller. Eine Ant­wort zu geben, ist unmöglich. Es wird gefrühstückt. Hiernach Abschied von Padua und Abmarsch nach nach Bahnhof. Es geht gen Florenz.

Der Zug, der mit 120 Kilometer in der Stunde fährt, läßt die Ebene der Emilia bald hinter sich und erreicht die ersten Höhen. Nach einigen Tunneln sind wir mitten zwischen hohen Bergen. Bald fah­ren wir in den großen Apeninnentunnel ein, der 19 Kilometer lang ist und in dessen Mitte sich ein unterirdischer Bahnhof befindet. Jenseits des Tun­nels tut sich das fruchtbare grüne Tal des Bifenzio vor uns auf. Nach wenigen Minuten taucht der schlanke Turm des Doms von Trato auf, und bald darauf erblicken wir in der Ferne die berühm­ten Baudenkmäler von Florenz; die Kuppel des Brunellesco, den Palazzo Vecchi, den Campanile des Giotto und die Kuppel von S. Lorenzo, die die (Sri*-jungen von Michelangelo und die Medici YD°' ). t.

Um 11 Uhr läuft unser Sonderzug auf dem Flo­rentiner Hauptbahnhof ein. Es haben sich die Ver­treter der Behörden und führende Persönlichkeiten des ,Comitato Provinciale Fiorentino" eingefun­den. Ferner find eine Hundertschaft .Aoanguardisti Moschettieri Reparti Dux', eine Hundertschaft ,Ba- lilla Moschetieri', sowie der Musikzug des ,Comi- tato Provinciale' angetreten. Letzterer spielt bei der Einfahrt unseres Zuges das Deutschlandlied. Aussteigen. Antreten. Wir grüßen den Duce und den König von Italien und Kaiser von Aethiopien mit dreifachem Sieg-Heil. Unter denEja-Eja- Alalla-Rufen" der italienischen Jugend auf den Führer Adolf Hitler und das nationalsozialistische Deutschland verlassen wir die Bahnhofshalle und marschieren in unser Quartier in die SchuleGiotto" in der ,Via del Cenacole'. Beim Verlassen des Bahnhofs erblicken wir sogleich die düstere Masse der Kirche .Santa Maria Novella' Es geht durch die .Dia Panzani', .Via Tornabuoni', .Via Strozzi, zur .Piazza Duomo'. In Florenz werden wir über­all mit herzlichen Händeklatschen und erhobener Rechten stürmisch begrüßt. In mustergültiger Ord­nung und Disziplin marschieren wir durch die Hauptstadt der Toskana, deren Straßen von einer großen Menschenmenge umsäumt sind, die uns im­mer wieder stürmisch Beifall klatscht.

Anmmutig liegt diese Stadt in einem Talkessel zwischen sanft geschwungenen Hügeln. Sie ist reich an Bauten aus dem Mittelalter und der Renais­sance, aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Erinnert sei hier nur an die gotisch-toskanische Kathedrale Santa Maria del Fiore", denPalazzo della Siq- noria" und denPalazzo Pitti", der eine der kost­barsten Gemäldesammlung der Welt enthält. Vor uns steht der schöne Bau des spitzbogigen Doms, der mit buntem Marmor bekleidet ist und von der roten schlanken Kuppel Brunelleschis überragt wird.

12 Uhr Flaggenhisiung. Unser Musikzug spielt die italienischen und die deutschen Nationalhymnen. Eine italienische und eine Hackenkreuz-Fahne wer­ben im Schulhof gehißt. Es erfolgt die Zuteilung der Betten. 12.30 Uhr Mittagessen. Es gibt Nudeln. Rostbraten und Obst. Von 13.30 bis 15.30 Uhr Bettruhe.

Mit zwölf großen Autobussen unternahmen wir um 15.30 Uhr eine Besichtigungsfahrt nach den Arno-Ufern, Stadtpark, Fiesole, Römisches Theater, Ringalleen zum Piazzale Michelangelo. Am Abend desselben Tage wohnen wir der Film-Vorführung rm KmoSavoia" über den abessinischen Feldzug Dom Uebergang über den Mareb bis zur Ein­nahme von Addis Abeba" bei. Auf dem Rückmarsch aum Quartier besuchen wir noch das in Neubau be­findliche Haus der Dalilla, das in feiner großzügi­gen Raumgestaltung einen gewaltigen Eindruck auf uns macht.

*

19. September. 7 Uhr Wecken. 8 Uhr Flaggen- hissung und Frühstück. Danach Abmarsch zur Stadt. Wir besichtigen die Kgl. Uffiziengalerie, m der heute die Gemäldegalerie der Uffizien, die National­bibliothek und das Staatsarchiv und noch viele Se­henswürdigkeiten der Stadt Florenz untergebracht sind. Am Nachmittag marschieren wir zur Grabka­pelle der gefallenen Faschisten in der Kirche S. Croce. Hier legt der Reichsfugendführer gemein­sam mit Staatssekretär Ricci einen Kranz' nieder. Er verweilt kurze Zeit am Grabmal Michelangelos und dem Zenotaph Dantes. Anschließend begeben wir uns zum Empfang in das Rathaus, den Pa­lazzo Vecchio. Es nehmen hier die behördlichen Vertreter bis zur vierten Kategorie der Stadt Flo-

Das Paket regiert die Stunde!

Das ist ein Jahr wie's andere so: die letzte Woche vor dem Fest der Lichter steht im Zeichen des Freudemachens. Da regiert das Paket und behaup­tet seine Herrschaft im Straßenbild bis zum Hei­ligen Abend. Ganz wie die Schenkenden selber sind, so wird die Art ihres Gabenkaufes in Zeit und Auswahl offenbar. Kaum daß der eine es erwar­tet, bis feine blanken Markstücke in sauber ver­schnürte Geschenkpäckchen umgemünzt sind, kann sich's der andere indessen noch bis zu den letzten Stunden vor dem Festtag versagen, die Gaben mit Muße zu wählen. Für solche Leute könnte der De­zember zum Silbernen und Goldenen Sonntag noch ein halbes Dutzend Nachfolger haben: ihre Kauflust setzt mit unfaßlicher Pünktlichkeit knapp eine halbe Stunde vor Ladenschluß am Heiligen Abend ein. Da nimmt man das Nächstbeste, oder eben das Uebrig» gebliebene aus der großen Auswahlmasse, die schon seit Wochen bereit lag, um das Schönste ohne Hast zu suchen ...

Doch ob heute gekauft wird oder eine Viertel­stunde vor Herab gleiten der Rolläden an den Ge­schäften: das Paket regiert! Jeden dritten oder vierten Straßenpassanten trifft man mit einem oder mehreren Päckchen in der Hand Man läßt die Paketchen graziös mit der Schnur am Zeigefinger baumeln, oder klemmt die geheimnisvollen Dinge unter den Arm, wenn zur Qualität noch die Viel­zahl kommt. Und zu Haufe wird dann je nach Be­darf die reinste Postnebenstelle betrieben, bis alles versandfertig ist, um auch dem Kreis der fernwoh­nenden Freunde noch rechtzeitig die Gabe In die Hände zu spielen.

Doch seltsam: Zu manch anderer guten Eigenschaft zieht noch Geduld jetzt in die Herzen der Freudebe­reiter! Leute, die ungern Schlange stehen, reihen ich in stiller Beschaulichkeit in die Wartenden am Paketschalter. Da herrscht Hochbetrieb, und der gute Postbeamte weiß auch, was er getan hat, wenn mit Dienststundenschluß der Schalter geschlossen wird.

Jedenfalls: Ob auf her Straße, ob daheim oder sonstwo: Das Paket regiert die Stunde!

Dornotizen.

Tageskalender für Donnerstag.

Winterhilfsappell der HI.: 19.30 Uhr auf dem Brandplatz. Gloria-Palast, Seltersweg:Diener lassen bitten". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Wenn wir alle Engel wären". Weihnachts­ausstellung der oberhessischen Künstler: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand.

Ladenschluß am Heiligabend.

Die Polizeidirektion Gießen teilt mit: Am 24. De­zember dürfen offene Verkaufsstellen nur bis 17 Uhr geöffnet fein. Eine Ausnahme besteht lediglich für Verkaufsstellen, die ausschließlich oder überwie­gend Lebensrnittel, Genußmittel oder Blumen ver­kaufen. Derartige Verkaufsstellen dürfen bis 18 Uhr für den geschäftlichen Verkehr offengehalten werden. Die beim Ladenschluß schon anwesenden Kunden dürfen noch bedient werden. Die Vorschrift ten gelten auch für Verkaufsstellen von Konsurn- und ähnlichen Vereinen, für solche auf Eisenbahn- gelände und für das gewerbsmäßige Feilbieten außerhalb offener Verkaufsstellen. Sie gelten nicht für Apotheken, für den Marktverkehr und den Handel mit Christbäumen und den Verkauf von Waren aus selbsttätigen Verkaufseinrichtungen (Wa­renautomaten), die von dem Inhaber einer zum dauernden Betrieb eingerichteten offenen Verkaufs­stelle in räumlichem Zusammenhang mit dieser aus­

gestellt und in denen nur Waren feilgeboten wer­den, die auch in der offenen Verkaufsstelle selbst geführt werden.

Bürgermeister des Rheiu-Ma.n-Sebietes tagen in Gießen.

Die Pressestelle der Stadt Gießen teilt uns fol­gendes mit:

Gestern vormittag fand im Sitzungssaale des Stadthauses zu Gießen auf Einladung Der Landes­dienststelle Hessen/Hessen-Nassau des Deutschen Ge­meindetages eine Tagung der Oberbürgermeister und Bürgermeister der Mittel- und Großstädte un­teres Gebiets statt. In Vertretung des Obmannes der Arbeitsgemeinschaft für Serroaltungsfragen der hessen-nassauischen Stadtkreise und der hessischen Mittel- und Großstädte, Oberbürgermeister Dr. Krebs- Frankfurt a. M., eröffnete Bürgermeister Linder- Frankfurt a. M. die Sitzung und dankte der Stadt Gießen für die herzliche Ausnahme. Dor Eintritt in die Tagesordnung begrüßte Dberbürger» meicher Ritter Die Anwesenden und hieß sie in Gießen recht herzlich willkommen.

In der Sitzung wurden hauptsächlich Fragen, die in der letzten Zeit bei einer Stadtverwaltung auf- tauchten, oorgetragen unb allgemein besprochen. U. a. wurden das Thema Dienstverhältnisse der An­gestellten, ferner Angelegenheiten, die die Beamten- und Angestellten betreffen, weiter die Zusammen­arbeit der Städte in Naturschutzangelegeicheiten und die Beteiligung der Städte bei der Durchführung von Tagungen behandelt. Auch über die Auswir­kungen verschiedener Verordnungen im Zuge des Vierjahresplanes wurde von den einzelnen Städten eingehend berichtet. In einzelnen Städten hat man schon mit dem Einsatz begonnen, die bereits vorlie­genden Erfahrungen und Pläne wurden gegenseitig ausgetauscht. In einer im Februar kommenden Jah­res stattfindenden Sitzung soll näher auf den Ein­satz der Städte bei dem Vierjahresplan eingegangen werden. Unter Punkt Verschiedenes wurden noch kleinere Fragen behandelt.

Nach dreistündiger Tagung schloß Bürgermeister Linder mit dem Gruß an den Führer die Tagung.

Oie Steuerkarten für 1937.

Die Stadtverwaltung weist in der heutigen Be­kanntmachung darauf hin, daß die Steuerkarten für öas Jahr 1937 zugestellt worden sind. Arbeitslose Personen wollen die Steuerkarten für den Fall, daß sie im Laufe des Jahres in Arbeit kommen sollten, sorgfältig aufbewahren, da die Ausstellung einer neuen Steuerkarte nur gegen Zahlung von einer Mark erfolgt.

Aus Seite 4 Der Steuerkarte ergeben sich die Bestimmungen über die Hohe der'rgersteuer. Die Anforderung der Bürgersteuer gilt mit der Zu­stellung der Steuerkarte als bewirkt.

Kameradschastsabend der Studentenführung.

Am peftrigen Mittwochabend trafen sich sämtliche Amtsleiter und Fachschaftsleiter der Gießener Stu­dentenschaft im Studentenhaus zu einem Kamerad­schaftsabend. In dem schon geschmückten Nuhn- 3immer begrüßte der stellvertretende Studenten­führer Pg. Müller die Teilnehmer und sprach von dem Sinn dieser Kameradschaftsabende. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied richtete Stu­dentenführer Frank einige Worte an feine Amts­leiter, und nachdem er ihnen für die bisher ge­leistete Arbeit feinen Dank gesagt hatte, kam er

auf Weihnachten als das Fest des Friedens ffii sprechen. Wenn fast in der ganzen Welt zur Zeit Unfriede und Unordnung herrsche, so müßten wir Deutsche unserem Führer besonders dankbar fein, weil er ein einiges Deutschland aufgebaut habe. Der Staat verlange gerade heute den Einsatz aller und die Studenten müßten mit gutem Beispiel oorangehen. In der kommenden Zeit sollten alle treu zur Sache stehen und wie bisher ihre einzelnen Aufgaben erfüllen, dann käme es der Universität und darüber hinaus unserem ganzen Vaterlands zugute. Anschließend überreichte der Studenten- führer Frank jedem Amtsleiter eine kleines Bild von der Universität mit einer entsprechenden Wid­mung. In guter Kameradschaft verlies der Abend. NSDAP. Ortsgruppe Gießeu-Süd.

hilfskasfe.

Diejenigen Angehörigen der SA., SS., Marine- SA., Reiter-SA., des NSKK. und der Werkscharen, die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, können ihren Beitrag zur Hilfskasse noch entrich­ten am:

Mittwoch, 16. Dezember, Donnerstag, 17. Dezember, und Freitag, 18. Dezember,

jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr auf der Ge­schäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Str. 29 H.

Wer bis dahin nicht bezahlt hat, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich dar­aus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben.

G ne hochherzige St stung'

Um unseren Volksgenossen, die durch das WHW betreut werden, auch über die materielle Unter­stützung hinaus zu zeigen, daß sie zu uns gehören, ist die Kreisführung des WHW. u. a. auch an die Ver­einigten Lichtspiele in Gießen herangetreten mit der Bitte um Zurverfügungstellung von Freiplätzen für die zu betreuenden Volksgenossen.

Dankbar bestätigt die Kreis.ührung, daß die Der» einigten Lichtspiele Gießen ihrer Bitte entsprochen und sich bereit erklärt haben, laufend bis zum Avril 1937 monatlich 60 Freiplätze für die seelische Be­treuung unserer Hilfsbedürftigen zur Verfügung zu stellen.

Es wäre zu begrüßen, wenn dieses Beispiel viele Nachahmer findet, wenn jeder Veranstalter von kulturellen und unterhaltenden Darbietungen gleich­falls an das Winterhilfswerk denkt.

Kreisführung des WHW. Wetterau. Gietzener Dochenmorklpreife.

* Gießen, 17. Dez. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: D. f. Molkereibutter, Yi kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1 60, Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Wirsing, A kg 7 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feldsalctt 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln, Ä kg 5 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aepfel, kg 15 bis 20, Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 15 bis 20, Nüsse 45 bis 60 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., erstklassige Mastgänse 1 bis 1,10 Mk., Tauben, das Stück 50 Pf., Blumenkohl 50 bis 70, Endivien 5 bis 8, Lauch 5 bis 8, Sellerie 10 bis 30, Rettich 5 bis 15 Pf.

* Keine Weihnachtspakete an Ge­fangene. Dis Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: Es liegt Veranlassung vor, darauf hin­zuweisen, daß die Zusendung von Lebens- und Ge­nußmitteln an die Insassen der Gefangenenanstalten nicht zulässig ist. Auch für die Weihnachtsfeiertage kann eine Ausnahme von diesem Verbot nicht ge­macht werden.

** Der Zweigverein Gießen des Deutschen Sprachvereins" (Geschäftsstelle: Deutsches Seminar, Ludwigstrahe 19) hielt vor kurzem wie er uns berichtet eine wichtige geschäftliche Sitzung ab, in der er sich allen Kreisen der Stadt und seiner Umgegend für sprachliche Be­ratung zur Verfügung gestellt hat. Für die wich- tigsten Gebiete: für die städtischen Behörden, für die Volksschulen, die höheren Schulen und die Uni­versität, sowie für die Presse und die Bühne sind eigene Sprachwarte bestellt. Der Sprachverein hofft auf die Weise stärker als bisher an der Bildung eines klaren und schönen sprachlichen Ausdrucks im öffentlichen Leben mitzuarbeiten.

** Unfälle. Ein 19jähriges Mädchen aus der Klinikstraße mußte mit erheblichen Verbrühungen des rechten Fußes in die Chirurgische Klinik ein­geliefert werden. Die Frau eines hiesigen Kauf­manns zog sich durch einen unglücklichen Sturz einen Bruch des linken Unterschenkels zu und muhte ebenfalls in die Chirurgische Klinik gebracht werden.

** Verkehrsunfall. Gestern ereignete sich in den Abendstunden an der Ecke Liebigstraße-Ebel- ftraße zwischen einem Kraftwagen und einem Rad­fahrer ein heftiger Zusammenstoß. Der Radfahrer, der Bäckereilehrling Lorenz Harbauer, wohn­haft Crednerstraße, kam schwer zu Fall und erlitt erhebliche Kopfverletzungen sowie eine Gehirn­erschütterung. Der bedauernswerte junge Mann wurde sofort in die Chirurgische Klinik gebracht. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.

Große Strafkammer Gießen.

Der 34 Jahre alte Ernst Steinmetz und dessen Ehefrau, beide wohnhaft in Gießen, hatten sich gestern wegen Betrugs zu verantworten.

Der Angeklagte ist bereits oft wegen Hehlerei, Unterschlagung und Betrugs vorbestraft. Er hatte Ende April d. I. bei einer Dortmunder Firma die Stelle eines Kassierers angenommen. Als solcher hatte er den Auftrag, in seinem Bezirk Kunden­gelder einzukassieren und die eingegangenen Be­träge nach Abzug der ihm zustehenden Provision von 12 v. H. an die Firma abzuführen. Seine Frau hat ihn später in dieser Tätigkeit unterstützt. Nach­dem zunächst einmal eine Abrechnung ordnungs­mäßig erfolgte, haben die Angeklagten in der Folgezeit insgesamt über 1000 Mark bei Kunden einkassiert und für sich verbraucht. Die Firma wurde so um einen Bettag von über 800 Mark geschädigt, der ihr nach Abzug der Provision zustand. Stein­metz hatte sich weiter eines Betrugs dadurch schul­dig gemacht, daß er dem Arbeitsamt seine Tättgkeit als Kassierer nicht meldete und auf Befragen diese sogar verheimlichte, wodurch er sich unrechtmäßig in den Genuß der Krisenunterstützung setzte.

Die Strafkammer verurteilte den Angeklagten Emst Steinmetz, bei dem die strafschärfenden Voraussetzungen des Rückfalls vorliegen, zu einer Zuchthausstrafe von 2 Jahren, 5 Jah­ren Ehrverlust, sowie 500 Mark Geldstrafe, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt gilt Bei der Frau, die wohl unter dem Einfluß ihres Mannes