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J:e müssen dieIahrzeuge bei einer Verdunkelung
Millimeter und nicht breiter als 15 Millimeter sein darf. Dieser waagrechte Schlitz der Schutzkappen muß so angebracht sein, daß er 20 Millimeter tiefer als die Brennpunktlinie der Scheinwerfer liegt; hierdurch soll erreicht werden, daß der Lichtstrahl schräg nach unten (kurz vor das Fahrzeug) auf die Fahrbahn fällt.
Auch die Schlußlichter sind derart abzublenden, daß lediglich ein schmaler Streifen des roten Schlußlichtes zu sehen ist. Das polizeiliche Kennzeichen darf in diesem Falle nicht beleuchtet sein.
Parkende Kraftfahrzeuge dürfen bei vollkommener Verdunkelung nur das eben beschriebene rote Schlußlicht zeigen. Es ist jedoch darauf zu sehen, daß auf verkehrsreichen Straßen überhaupt keinerlei Fahrzeuge parken, sondern daß diese auf Parkplätzen, Hofeinfahrten usw. abgestellt werden.
Es ist selbstverständlich, daß auch aus dem Innern der Fahrzeuge (z. B. wie sonst bei Omnibussen) kein Licht nach außen dringen darf.
Kraltfahrzeuge, die nicht mit Schutzkappen oder dergleichen ausgerüstet sind, laufen Gefahr, bei vollkommener Verdunkelung ihre Fahrt durch Ortschaften nicht mehr fortsetzen zu können.
Da derartige Hebungen sich demnächst in vielen Orten wiederholen und über mehrere Stunden erstrecken werden, müssen die Fahrer nicht vorschriftsmäßig ausgerüsteter Fahrzeuge mit einem längeren und mehrstündigen Aufenthalt rechnen.
Ganz besonders sei noch bemerkt, daß Verdunkelungsübungen einen Teil der Luftschutzmaßnahmen darstellen, und daß ein Verstoß gegen diese nach dem Luftschutzgesetz strafrechtlich verfolgt wird.
Scharführer D a u st e r.
(1823). m
0 Allendorf a. d. Lda., 16. Dez. Nachdem die hiesigen Schulen wegen der Grippe eine Woche lang geschlossen werden mußten, ist die Epidemie nunmehr soweit zurückgegangen, daß wieder mit dem Unterricht begonnen werden konnte.
+ Grünberg, 15. Dez. Der hiesige Zweig- verein des Vogelsberger Höhen-Clubs hielt im Gasthaus „Zum Wilden Mann" seine Haupt- Versammlung ab. Der Vereinssührer, Oberstudlen- direktor H ü t h w o h l, erstattete einen ausführlichen Jahresbericht. An den 13 Wanderungen nahmen 161 Wanderer teil. Die im Bezirk des Zweigverems liegenden Markierungen sind dank der vorbildlichen Arbeit des Wanderwartes Kohlbach in guter Ordnung. Vier fleißige Wanderer im Jahre 1936 konnten mit Wanderauszeichnungen bedacht werden: Rektor i.R. PH. Bender mit 15 Punkten (20. Mal), Reallehrer i.R.. Rud. Kohlbach mit 13 Punk- ten (15. Mal), Oberstudiendirektor Hüthwohl mit 17 Punkten (7. Mal), Studienrat Weinel mit
und dem Garten mitzuteilen. Interessant war es zu hören, daß diejenigen Verstorbenen, die sich an den Liegenschaften, am Boden also, ein Unrecht zu schulden kommen ließen (indem sie z. B. den Grenzstein verrückten) umgehen müßten. Noch viele Einzelheiten wußte der Redner zu berichten von den Gebräuchen der Totenwacht, der Art, wie der Tote aus dem Haus gebracht werden muß, was im Hause gemacht werden muß, in dem jemand verstarb und was bei einer Trauerfeier alles zu beachten ist. Zum Schluß seiner vielen Beispiele, die der Redner zu geben wußte, sprach er davon, wie das bäuerliche Volk ein feines Gefühl für die Kraftfelder im Ueberfinnlichen habe, die das Leben in der G"mein- schaft mitbestimmen. Die Bräuche seien deshalb nicht versuchsweise zu halten oder neu zu beleben: wenn sie überfällig seien, müßten sie verschwinden. Im- mer aber müsse uns bewußt sein, wie tief die Ehrfurcht des einfachen Menschen vor den Geheimnissen des Lebens ist und jenen, die berufen sind, das Wissen um das heimische Brauchtum zu vertiefen, müßten versuchen, die Zeichen zu deuten, die gegeben sind. Alle Sitte und alles Brauchtum unseres Volkes erwachse aus den Grundkräften von Volkstum und Heimat. Lic. von der Au stützte sich bei seinen Darleaungen in der Hauptsache auf das Brauchtum im Odenwald, im Schlitzerland, im Vogelsberg, in der Schwalm, in Starkenburg usw. Eine Reihe von Lichtbildern veranschaulichte äußere Symbole unseres vielfältigen deutschen Brauchtums. Der Redner fand verdienten starken Beifall.
Der Vortrag fand eine schöne Ergänzung durch Liedoorträge von Frau Steiner (Hausen), die einige ihrer eigenen Dolksliedgedichte, in der Vertonung ihres Mannes, zum Vortrag brachte.
Der Ortsringleiter Dr. Michel beschloß den schönen Abend mit Worten des Dankes an diejenigen, die sich für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt haben.
ordiniert werden.
Rundfunkprogramm
Freitag, 18. Dezember.
„Heimisches Brauchtum im Ablaus des Menschenlebens."
unserem Orte die Feldarbeiten abgeschlossen sind, wird nunmehr der Brauch der „S p i n n st u b e
Der Tod.
3m dritten Abschnitt seine- Vortrags sprach der Ridner van den vielen Anzeichen eines bevorstehen, den Todes,alles. Schlage di- Glocke m das Abend- läuten hinein, dann st-rb- ein Mensch in der Gemeinde, blüh- ein Baum oder Strauch in einem Anwesen zum zweiten Male, dann sterbe ein Angehöriger der Familie. Vielerorts wolle man mit sinnlich wahrnehmbaren Erscheinungen bemerken, wie sich Leib und Seele trennen und wett Der-
breitet ist der Glaube, das bei Angehörigen die Bilder derjenigen von der Wand fallen, die zur gleichen Zeit gestorben sind. Der Redner erzählte, wie es in verschiedenen Gegenden unserer Heimat
"ch sei, den Tod eines Familienangehörigen auch den Tieren im Stall, den Blumen vor den Fenstern
Don der Motorstandarte 147 in Gießen wird fol- gendes mitgeteilt:
Auf Grund der Erfahrungen bei den durchgeführten Berüunkelungsübungen des Luftschutzes ist es von Wichtigkeit, daß die Allgemeinheit, insbesondere alle Kraftfahrer, über einige wichtige Bestimmungen unterrichtet werden. Denn gerade die Kraftfahrer zeigten bei dielen Hebungen, daß sie über die einschlägigen Vorschriften nicht im Bilde waren.
Vorauszuschicken ist, daß es zwei Arten bzw. Grade von Verdunkelung gibt. Man unterscheidet zwischen 1. der eingeschränkten Beleuchtung, 2. der eigentlichen Verdunkelung.
Bei der eingeschränkten Beleuchtung dürfen Kraftfahrzeuge innerhalb der Ortschaften nur mit eingeschalteten Parklampen (Standlicht) fahren; auf der freien Landstraße nur mit abgeblendeten Lampen (Stadtlicht).
Bei der eigentlichen (vollkommenen) Derdunke- lung dürfen Kraftfahrzeuge innerhalb von Ortschaften nur mit völlig abgeblendetem Licht (auch Rücklicht) fahren; auf der freien Landstraße nur mit Parklicht.
Elektrische Bahnen, Fuhrwerke und Radfahrer ?toben ihre Beleuchtung in gleicher Weise einzu- chränken.
Die völlige Abblendung der Kraftfahrzeuge wird erreicht, indem man die Lampen mit Schußkappen versieht. Diese Kappen sind aus Wachstuch, festem Stoff oder dgl. hergestellt und werden über die Lampen gezogen. Sie müssen die Scheiben der Scheinwerfer vollkommen bedecken und haben für die notdürftigste Beleuchtung der Fahrbahn einm waagrechten Schlitz, der nicht länger als 50 bis 80
6 Hhr: Maria zu lieben — Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Heitere Morgen- musik. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: In den Domen der Arbeit. Musik großer Meister in Betrieben (III). 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Musik am Mittag. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund (XXIX). 15: Volk und Wirtschaft. Textilindustrie paßt sich an. 16: Hnterhaltungs- konzert. 17.30: Ein kleines Spiel für große Leute! Von Horst Heydeck. 17.50: Dorfweihnacht. Alte Sitten und Bräuche. Von Hans Gäfaen. 18: Musik aus Dresden. 19: Hnterhaltungsmufik. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Kapelle Hauck spielt auf. 22: Nachrichten
12 Punkten (2. Mal). Das silberne Ehrenzeichen für 25jährige Mitgliedschaft erhielten Reichsbahnmspek- tor Ewald und Berufsschullehrer Gengnagel. Leider weist der Mitglieder,tand einen kleinen Rucr- gang auf, da für die durch Tod oder Wegzug aus- scheidenden Mitglieder nur selten N^uzuaange zu verzeichnen sind. Der gegenwärtige Mitgliederstand beträgt 70. In der Aussprache über den Jahresbericht wurde darauf hingewiesen, daß es erw-mscht sei, wenn von den seinerzeit gezeichneten 1200 Mr. für den Neubau des Clubhauses auf dem Hoherods- köpf ein Teil für den jetzt ausgeführten Erweiterungsbau dem Hauptvorstand zur Verfügung gestellt würde. Da der seitherige Vsremssuhrer, Oberstudiendirektor Hüthwohl, aus beruflichen Gründen eine Wiederwahl ablehnte, wählte die Versammlung Studienrat Weinel als neuen Vereinsführer. Der vom Wanderwart Kohlbach oorgelegte Wanderplan für 1937 wurde gutgeheißen. Anschließend fanden noch zwei Lichtblldcrvortrage statt. Im ersteren berichteten drei Schüler der Oberprima über ihren Klassenausslug, den sie unter Leitung ihres Klassenlehrers, Studien-Assessor Dr. V anbei, als Radtour die Weser abwärts durch die Lüneburger Heids nach Hamburg unternommen hatten, woran sich ein achttägiger Landschulau enthalt in der Jugendherberge auf Burg Tannenburg in der Nähe von Kassel anschloß. Den zweiten Dor- trag hielt Studien-Assessor Br. Füstl-r ub-r den unter seiner Leitung durchgeführten Landschulaufent- halt der Ober- und Hnter-Sekunda in der Jugendherberge Hachenburg im Westerwald. Hierbei wurde außer den Lichtbildern auch ein dort heraestellter Schmalfilm gezeigt. — Am Sonntagabend sand in der Stadtkirche ein vom Evangelischen B vn 0 veranstalt-ter Bundesabend statt, bet d'M Rfarrer Gontrum (Watzmborn) svrach. D'^an Schmidt w'--s auf das 5Eährige Best-ben des Bundes hin. Der Kirchmchor bot zwei Chore zur Ausgestaltung W Abends.
Kreis Friedberg
)( Butzback,. 18. Dez. 3n althergebrachter Wüse unternahm derDogelsbergerHöhen - u □ • Ortsgruppe Butzbach, am Sonntag die diesiahriqe Nikolauswanderung nach Oppershofen. Es beteiligten sich recht viele Wanderfreunde daran. Dort angekommen, brachte die Hnterhaliung bei Kaffee und Kuchen unter strahlendem Christbaum gemeinsame Weihnachtslieder. Gedichte von jung und alt, und im fröhlichen Treiben stellte sich der Nikolaus ein. der aus übervollem Sacke allen 2(n- wesenden, besonders den Kindern, Geschenke oller Art austeilte. Der Dereinsführer überreichte nach einer kurzen Ansprache dem langjährigen DHC.- Mitgliede Postin'mktor L - i st e r t nach feiner 100. Wanderung den silbernen bockring.
= Butzbach, 16. Dez. Immer noch herrscht M unserer Stadt in starkem Maße die Grippe. Lei- der hat sie bisher eine Reihe Opfer, darunter auch Leute im besten Alter, gefordert.
ch O st h e i n , 15. Dez. Gestern konnte der älteste Einwohner un'eres Ortes, Heinrich Hub er, in körperlicher und geistiger Frische seinen 94. G e - burtstag begehen. t .. f
I Gambach, 14. Dez. Die Kartoffel- spende der hiesigen Bauernschaft ergab in diesem Jahre 310 Zentner. Ein vom Gesangverein „Harmonie" zum Besten des Winterhilfswerkes veranstalteter Liederabend brachte den Ertrag von 35 Mark. — Im „Kleinen Feld" sowie östlich und nördlich des Dorfes fand eine Treibjagd statt. Es tanrn 339 Hasen zur Strecke.
ch M ü n z e n b e r g, 14. Dez. Am Sonntagabend kam im vollbesetzten Saale des Gasthaus „Zum Löwen" der Tonfilm „Friesennot" durch die Gaulilmstelle zur Vorführung. Ferner lies der Film „Nordlandfahrt". Beide Filme hinterließen einen starken Eindruck. Der Abend erhielt fernen Ausklang auf Übliche Weise. — Bei der Di e h- zählung am 3. Dezember wurden hier folg?”De Bestände gezählt: 119 Pferde und Fohlen, 665 Stück Rindvieh, 260 Schale, 782 Schweine, 211 Kaninchen, 2363 Hühner, 570 Gärse und 44 Bienenvölker.
kreis Bübingen.
0 Nidda, 16. Dez. Schon seit langer Zeit macht sich in unserer Stadt das Bedürfnis nach Warmwasserbädern geltend, namentlich bet denjenigen Volksgenossen, denen eine Badegelegenheit im eigenen Hause nicht zur Verfügung steht. Nun plant die Stadtverwaltung, in den Raumen des ehemaligen Arbeitsdienstlagers Brause- und Wannenbäder anzulegen. Mit dieser Einrichtung haben sämtliche Räume dieses Baues, einstmals ein Bierbrauereigebäude, nützliche Verwendung gefunden, und zwar für Errichtung eines weiteren Saales für die Landwirtschaftliche Schule, eines Saales für die Berufsschule für Mädchen (Einrichtung einer Kochschule) und von acht mittelgroßen Wohnungen.
Kreis Schotten.
)( Ruppertsburg, 15. Dez. Die Viehzählung hatte in unserer Gemeinde folgendes Ergebnis: Pferde 85 (86), Rindvieh 452 (414), Schweine 400 (393), Schafe 224 (184), Ziegen 110 (100), Kaninchen 271 (—), Gänse 156 (125), Enten 39 (67), Hühner 2830 (2665), Bienenstöcke 47 (44). Die Zahlen in Klammern sind die von der Zählung in 1935. Besonders bemerkenswert ist die stetige Zunahme an Schafen. Im Jahre 1933 waren es hier 139, in 1934 142, in 1935 184, in 1936 224.
Kreis Alsfeld.
schließlich noch nach Ober-Gleen, wo man ein Tanzvergnügen besuchen wollte. Das Lokal war aber bereits verschlossen, so daß die Heimfahrt an getreten wurde. In einer Rechtskurve zwischen Ober- Gleen und Kirtorf will der Angeklagte durch einen plötzlich vor ihm auftauchenden Lichtschein geblendet worden sein. Dadurch sei er von der Straße abgekommen und die Böschung links der Straße hinabgestürzt, wobei sich der Wagen überschlug. Einer der Insassen wurde derart schwer verletzt, daß der Tod am übernächsten Tage eintrat. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer Gefän g- nisstrafevonvierMonatenund legte ihm die Kosten des Verfahrens auf.
Auio mit Ladung verbrannt. \
^Windhausen, (Kreis Alsfeld), 16. Dez. Ein l Auto brand, der leicht schwerste Folgen hätte haben können, brachte auf der Landstraße zwilchen i Windhausen und Storndorf vier Menschen- I leben in Gefahr. Ein Auto, dessen Motor i aus unbekannten Hrsachen versagte, rutschte bei der 1 glatten Landstraße in den Graben. Als der Fahrer auf den Anlasser drückte, schoß a u s d e m M o - tor eine Stichflamme hervor und binnen kürzester Frist stand der ganze Wagen in Brand, der mit Wolle- und Stückwaren beladen war. Es handelte sich um auswärtige Händler, die auf dem Wege zum Weihnachtsmarkt in Lich waren. Waren im Werte von über 3000 Mark verbrannten; zumal der starke Wind die Flammen anfad^e, konnte fast nichts gerettet werden. Die vier Fahrer konnten mit Mühe ihr Leben retten. Selbst eine Aktenmappe mit einer Geldtasche verbrannte, so daß man nur noch das zerschmolzene Hartgeld fand.
Canorn»^ (fließen
£ Wiefeck , 15. Dez. Der Landwirtschaftliche Konsumverein Wieseck hielt bei Gastwirt Reuter seine Herbstgeneraloersammlung ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates Karl D a u p e r t erstattete den Geschäfts- und Revisionsbericht, dem zu entnehmen war, daß der Konsumverein in seinem Mitgliederstand, sowie im Hmsatz eine Stetigkeit aufweist. Die Vorstandswahl ergab die Wiederwahl von Karl Weller und Heinrich Ihm. In den Aufsichtsrat wurden Adolf Becker, Adolf Luh, Otto Rohrbach und Ludwig Erb wiedergewählt. Einer notwendig gewordenen Kreditaufnahme stimmte die Generalversammlung einstimmig zu. Zum Schluß wurden noch einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt.
£ Wieseck, 16. Dez. Die Musikschule Buch- w a l d veranstaltete im Saale von Braun ein Konzert. Lehrer Buchwald und der Schüler Alfred Leyerer eröffneten den Abend mit einer Mozartschen Komposition; Rudolf Größer wartete mit einem Neigen (Eggeling) und dem „Lied der Großmutter" (Äolkmann) auf, Ernst Will brachte vier Studienwerke von Czerny. Margot Kling bot eine Etüde des gleichen Komponisten, ein Graziella (Schwalm), das Andante aus „Rinaldi" (Händel), ein Menuett (Mozart) und das Brautlied aus „Lohengrin". Eine weitere Bereicherung erfuhr das Programm durch Erna Oswald, die eine Sonate zum Vortrag brachte. Elfe Pfeiffer spielte dann eine Etüde von Czerny und eine Komposition von Frederick Voß, Alfred Leyerer brachte schließlich noch Darbietungen von Nevin. Heinrich Erb verschönte den Abend mit dem Gesang einiger Lieder von Paul Buchwald. Die zweite Rhapsodie von Liszt, gespielt von Erna Oswald, beschloß den Abend. Die Mitwirkenden
Kircde und Eckule.
X Lollar, 16. Dez. Durch Entschließung des Landeskirchenausschusses vom 8. d. M. wurde Pfarrassistent Fritz Metzler aus der hiesigen Pfarrassistentenstelle entlassen und ihm unter Vorbehalt jederzeitigm Widerrufs die Verwaltung der Dsarrei Kirchberg unter Beibehaltung seines Wohnsitzes in Lollar übertragen. Am gleichen Tage wurde dem Pfarramtskandidaten Alfred Wick aus Weilburg (Lahn) unter gleichem Vorbehalt die Verwaltung der hiesigen P f a r r a f f i ft e n t e n ft e 11 e übertragen. Der neue Assistent wird am 4. Advent durch den Herrn Propst von Oberhefsen kirchenordnungs-
wieder auf genommen.
Kreis Wetzlar
4 Dutenhofen, 16.Dez. Der Weißbinder- meister Bender aus Oppenrod, der sich mit feiner Frau auf der Rückfahrt von Wetzlar nach Oppenrod befand, wurde zwischen Garbenheim und Dutenhofen im Kraftwagen von einem heftige n U n • wohlfein befallen. Seine Frau und der Kratt- Wagenführer wollten den Mann noch schnell zum Arzt nach Dutenhofen bringen, aber auf dem Wege dahin erlag der Bedauernswerte einem Herzschlag. — Die Grippe, die auch in unserem Orte start aufgetreten war, scheint im Abflauen begriffen ztt fein. Sie verlief saft durchweg harmlos. Die Schule brauchte nicht geschlossen zu werden. — Die diesjährige Lustschutzschulung in unserem Orte hatte dieser Tage mit einem Planspiel und einem schönen Kameradschaftsabend ihren Abschluß gefunden.
fanden reichen B.i'all.
± Garbenteich, 14. Dez. Der hiesige Gesangverein „Viktoria" hielt in der Gastwirtschaft „Zum grünen Baum" feine Jahreshauptversammlung ab. Heber 100 Mitglieder nahmen daran teil. Vereinsführer Ludwig Stein berichtete kurz über die wichtigsten Ereignisse innerhalb des vergangenen Jahres; besonders gab er seiner Freude über den Erfolg des Wertungssingens der Gruppe II des Sängerkreises Gießen Ausdruck, das in Garbenteich durchgeführt wurde. Den ausführlichen Jahresbericht erstattete der Schriftführer Paul Happel, der eine rege Tätigkeit im Verein fest- stellte. Kassenwart Ludwig Schäfer gab den Kassenbericht, der mit einem Plus abschliehen konnte. Auf Vorschlag des Kassenprüfers Karl D r o l s b a ch wurde dem Kassenwart Entlastung erteilt. Die bisherigen Kassenprüfer wurden wiedergewählt. Der Gesamtvorstand wurde in seiner bisherigen Zusammensetzung betätigt und durch den Vereinsführer erweitert. Heinrich Am end und Heinrich Mohr wurden als weitere Beisitzer, Anton Kehler als zweiter Schriftführer und Karl Keßler als Archivoerwalter verpflichtet. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, am ersten Weihnachtsfeiertag eine Weih- nachtsfeier für Kinder und am 23. Januar das Stiftungsfest zu veranstalten. Ferner wurde davon Kenntnis gegeben, daß der Vereinsführer Ludwig Stein in den Kreisoorstand berufen wurde. Der- einsführer Stein dankte dem Chorleiter für feine aufopfernde Arbeit und gab der Hoffnung auf weitere Leistungssteigerungen Ausdruck. Chorleiter Sommer versprach auch für die Zukunft seine Kraft für die Pflege des deutschen Liedgutes em- zusetzen, und ermahnte die Sänger, die Singstunden weiterhin rege zu besuchen. Der Chor verschönte mit einigen Liedern die Versammlung, die mit einem Gedenken des Führers Adolf Hitler ihren
♦ Deckendach, 16. Dez. Ein in der Nacht zum Montag entstandener R a u h r e i f hat die Fern» sprechleitung von Deckenbach nach Höingen ......isten Stelle in einer Länge von etwa
gehandelt hat, konnte das Gerichts zu einer erheblich milderen Beurteilung kommen und verurteilte sie zu 2 Monaten Gefängnis.
Schöffengericht Gießen.
Der 32 Jahre alte E. D. aus Kirtorf (Kreis Alsfeld) war wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Er fuhr am 6. September mit vier Kameraden ebenes im Kraftwagen von Kirtorf nach Homberg, Atzenhain und Deckenbach. Es wurden Lokale und Kirchweihfeste besucht und dabei dem Alkohol, wenn auch weniger von dem Angeklagten, zugesprochen. Auf der Rückfahrt von Deckenbach wurde der Heimatort Kirtorf durchfahren. Die Spritztour ging
Zu ein<r gehaltvollen Abendveranstaltung vereinigte gestern der O r t s r i n g Gießen des Landschaftsbundes Volkstum und Heimat einen Teil feiner Mitglieder in der Aula des Gymnasiums. Ortsringt^tter Dr. Michel leitete den Abend mit einer kurzen Ansprache ein, in der er betonte, daß auch dieser Abend dazu dienen solle, uns mit dem Wesen unserer Vorfahren zu verbinden und unser geistiges Verhältnis zu ihnen zu vertiefen.
Der Redner des Abends, Lic. von der A u, Drrmstadt, sprach in der Behandlung des Themas „Heimisches Brauchtum im Ablauf des Menschenlebens" zunächst über das Hineingestelltsein des einzelnen in die Gemeinschaft und ihre Heberlieferungen. Wenn wir auch die Ursprünge jeglich m Brauchtums nicht völlig in ihren letzten Wurzeln erkennen könnten, so sei doch im Gemeinschafts- glauben das Brauchtum zum Gesetz geworden. Brauchtum sei verwirklichtes Recht innerhalb der Gemeinschaft.
Die Geburt.
Soweit sich das Brauchtum um den Ablauf des menschlichen Lebens bewege, kreise es um drei Punkte: Werden, Hochzeit, Vergehen! Der Redner sprach zunächst über das Brauchtum bei der Geburt eines Menschen, bei der Taufe usw. Er schilderte, wie alles darauf abgestellt sei, das werdende M.mschlebsn nicht zu stören, die Mutter vor heftigen Erregungen zu bewahren, er kennzeichnete die Bedeutung des ersten Kindes, die vielfältige Anteilnahme der Frauen an dem Ereignis und die Bemühungen der Frauen um die Wöchnerin, die mit Fürsorge und Verehrung umgeben werde. Man hörte von Den vielen Bräuchen, die in den Land» schäften unserer Heimat üblich sind, um das Kind vor dem Einfluß böser Geister zu bewahren, es zu schützen und zu fördern. Die Bedeutung des Paten und der Gote, Die Zeremonien bei der Taufe selbst, die unterschiedliche Bedeutung des Geburtstages und des Namenstages, den ersten Schulgang des Kindes, das Brauchtum für die Konfirmation und noch manches andere mehr schilderte der Redner in vielen Einzelheiten.
Die Hochzeit.
Abschluß sand.
--- ©t einbad). 16 Dez. Die ©ripp e, die auch in unserer Gemeinde stark umgeht, scheint in ihrem Verlause gutartig zu fein. Die Schule hatte vergangene Woche vom Freitag an über Sonntag geschlossen. Am Montag konnte der Hnterricht wieder beginnen. — Eine der beiden seit vier Monaten ausgeschriebenen Lehrer st eilen wurde nunmehr mit Lehrer Schütz aus Schwaz (Kreis Als,eld) besetzt, der seitherige Verwalter Dieser Schulstelle, Eichler, ist nach Schwarz versetzt. Da die Lehrerwohnung, die bis zu seiner in Ruhestandssetzung von Lehrer Müller bewohnt wurde, im früheren zweiten Schulhause nunmehr gründlich neu hergerichtet ist, steht der Besetzung der ebenfalls ausgeschnebe- nen Stelle nichts mehr im Wege.
+ Mainzlar, 16. Dez. Die Viehzählung ergab hier folgende Zahlen (in Klammern sind die Ergebnisse der vorjährigen Zählung angegeben): --------
Rindvieh 447 (422); Pferde 14 (15); Schafe 229 . an ^rer höchsten Stelle in einer w» —- (181); Schweine 427 (371); Ziegen 61 (59); Kanin- 250 Meter zerstört. — Nachdem auch in chen 181; Bienenstöcke 34 (36); Federvieh 1766 -------- «.-**-* finh
In seinen weiteren Betrachtungen umriß Lic. von der Au die Ereignisse, wie sie die Musterung auch heute wieder mit sich bringt und kam dann auf die Brautwerbung zu sprechen. Er erörterte die vielerlei geheimnisvollen Riten, durch die es möglich sein soll, den zukünftigen Eheliebsten im Traum zu sehen und hörte von dem Brauch bei der Kirchweih, bei der die ersten oder letzten drei Tänze der Erwählten gehören. Man erfuhr von den seinen Hnterschieden, die in der Bewirtung eines jungen Mannes gemacht werden, der als Freier kommt, erfuhr, daß eine rechte Bauernhochzeit im- mer am Tage Donars, an einem Donnerstag statt- finden müsse, und auf dem Herd ein Donnerkeil aufzubewahren sei. Der echte Bauer dürfe nie bei abnehmendem Lickte heiraten. Der Dolterabend habe den Sinn, mit dem Lärm, der dabei entsteht, die bösen Geister zu bannen Man horte ferner von den vielen Aeußerlichkeiten, die im Ablauf Des Hochzeitstages beachtet werden muffen, ™ d-m Sang um di- ganze Wirtlchaft und um den Srundbesitz (ein Fest wird begangen ) und von dem Abschied aus dem Kreise der Jugend.


