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Kleine voliiische Nachn'Kien.

Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist im Flug' zeug in Ankara eingetroffen. Er wurde von Vertretern türkischer Behörden empfangen und be» gab sich in das Ankara-Palace-Hotel, wo er Woh­nung genommen hat. Dr. Schacht hat van der iranischen Regierung eine Einladung nach Teheran erhalten. Dr. Schacht wird dieser Ein­ladung im Anschluß an seinen Aufenthalt in An­kara Folge leisten.

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Das am 6. November 1934 zwischen Vertretern des Deutschen Reiches und der französischen Repu­blik getroffene Abkommen über die Höher­legung der Straßburg-Kehler Brücken und den Abbruch der Hüninger Eisen­bahn b r u ck e ist am 4. November 1936 in Paris ratifiziert worden und in Kraft getreten.

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Dom britischen Unterhaus wurde das Gesetz zur Aufrechterhaltung der öffentli­chen Ordnung in zweiter Lesung ohne Ab­stimmung angenommen. Die Vertreter aller Par­teien erklärten sich grundsätzlich mit dem Gesetz einverstanden, obwohl einige Mitglieder der La- bour-Party behaupteten, daß die neuen Polizei­vollmachten zu straff seien.

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Präsident Roosevelt hat beschlossen, der Er­öffnung der panamerikanischen Frie­denskonferenz am 1. Dezember in Buenos Aires beizuwohnen. Roosevelt fährt von Char­leston (Süd-Carolina) aus am Mittwochmorgen auf dem KreuzerIndianapolis" nach der argen­tinischen Hauptstadt ab.

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Der Danziger Polizeipräsident hat die Ausgaben der polnischen ZeitungenDziennik P o z n a n s k i",Kurjer Poranny" und S l o w o P o m o r s k i e" vom 14. November 1936 wegen entstellender Ausführungen und verleumde­rischer Angriffe gegen die Danziger Regierung be­schlagnahmt.

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Der Warschauer Starost ordnet die Schlie­ßung von vier jüdischen Organisatio­nen, und zwar zwei Volksbüchereien, einen Sport­verein und einen Gesangverein, wegen kom- munistischer Betätigung an. Zn den Bü­chereien hatten sich in letzter Zeit wiederholt Kom­munisten zu geheimen Besprechungen versammelt.

Aus aller Wett.

Furchtbare Explosion in einer französischen Pulverfabrik

In der Pulverfabrik von St. Chamas bei Mar­seille erfolgte eine schwere Explosion. Eine Mitteilung aus dem Hauptquartier des 15. Armee­korps beziffert die Zahl der Todesopfer auf 30, die der Verletzten auf 100, und wenig später wurde die Zahl der Verletzten sogar mit 200 angegeben. 3n Marseille wurden Lastkraft­wagen befchlagnahmt, um die verwundeten von der Ilnglücksstelle beschleunigt fortbefördern zu können.

lieber das Explosionsunglück werden noch fol­gende Einzelheiten bekannt: Um 16.30 Uhr brach am Montag in einer Werkstätte der Pulverfabrik Feuer aus, und zwar in einem Raum, in dem Gelbpulver hergestellt wird. Die Sirenen der Pulverfabrik verkündeten Feueralarm, und der Fabrikdirektor, zahlreiche Ingenieure und die meisten Arbeiter begaben sich zur Brandstelle. Kaum hatten sie sich dort eingefunden, als eine ungeheure Explosion erfolgte. Unter den Toten befindet sich auch der Direktor der Pulverfabrik. Die Ver­letzten sind auf die Krankenhäuser von Aix, Mar­seille und Salon verteilt und konnten zum Teil nach Anlegen von Notverbänden nach Hause gehen. Die Aufräumungsarbeiten und Bergungsbemuhun- gen dauerten gegen Mitternacht noch an.

lieber 40 Todesop er

Paris, 17. Nov. (DNB. Funkspruch.) Die ge­naue Zahl der Opfer, die das furchtbare Explosions­unglück in der staatlichen Schießpulverfabrik von St. Chamas in Südfrankreich verursacht hat, ist im­mer noch nicht bekannt. Jedoch wird von unterrich­teter Seite versichert, daß die zuletzt verbreiteten Meldungen, die von 4 0 Toten und rund 200 Verletzten sprechen, eher zu niedrig als zu hoch gegriffen sein Dürften, lieber die Explosionsursache wird noch bekannt, daß der Brand und die darauf folgende Explosion in den Mischapparaten des hoch­empfindlichen Explosivstoffes Tollit ausgebrochen find. Dieser Sprengstoff, der zuerst in England her- gestellt worden ist, und der während des Krieges als Ladung für die englischen Geschosse Verwendung fand, hat eine noch höhere Explosivwirkung als das sonst gebräuchliche Molinit.

Rheinische Fastnacht ein deutscher Volksbrauch."

Im Kölner Capitol wurde der von der Terra ge­drehte KulturtonfilmRheinische F a st n a ch t ein deutscher Volksbrauch" uraufge­führt. Die ersten Szenen des Films, der begeisterte Aufnahme fand, zeigen den Unterschied zwischen dem Fasching in München und an der Riviera und dem kölnischen Volksfest. Die Kamera wandert dann um den Dom, wirft einen Blick auf die Kölner Marktfrauen auf der Weiberfastnacht, begleitet den Prinzen und die Kölner Korps zur festlichen Pro­klamation, bringt einige Schnappschüsse von der

Schlüsselübergabe am Rathaus und gibt bann eine Fülle prächtiger Aufnahmen vom Rosenmontags­zug. Was man hier sieht, ist Köln und der Kölner, wie er den Karneval erlebt

Fünf Todesopfer eines Verkehrsunglücks in Dänemark.

In der Nähe von Fjennesleo, an der Strecke KorsörKopenhagen, wurde ein Kraftwagen von einem Eisenbahnzug erfaßt. Fünf Per­sonen kamen ums Leben.

Tödlicher Unfall bei einer Schniheljagd.

Bei einer Schnitzeljagd im Rheinauer Wald bei Mannheim kam die als Turnierreiterin bekannte Gattin eines Mannheimer Industriellen ums Le­ben. Ihr Pferd ging beim Nehmen eines Hinder­nisses in die Knie, kam aber wieder hoch, um dann

nochmals zu stürzen. Als das Tier nun wieder hochging, wurde die Reiterin mit dem Kopf gegen einen Baum gedrückt. Sie erlitt dabei so schwere Verletzungen, daß sie alsbald nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb.

Role Flugschüler aus Spanien in Frankreich verunglück!.

Spanische Flugschüler, die auf Kosten der roten spanischen Regierung in Bourges ausgebildet wer­den, machten einen Ausflug in mehreren Kraft­wagen. Einer dieser Wagen überschlug sich auf der Heimfahrt in einer steilen Kurve und begrub die Insassen unter sich. Sechs spanische Flugschüler mußten schwer verletzt ins Krankenhaus von Bourges eingeliefert werden, 19 andere trugen leichtere Verletzungen davon.

Gras Gano ehrte die ungarischen Helden.

Der italienische Außenminister Gras C i a n o legte am Grabmal des Unbekannten Soldaten in Budapest einen Kranz nieder.- (Scherl-Bilderdienst-M.)

Hat Amerika wieder Hoffnung?

Das Neuyork von heute. Start aufs Land.

Bon Dr. Friedrich Sohn

N e u y o r k, November 1936.

Je mehr sich unser stolzes Schiff, der Lloyd- DampferBremen", dem amerikanischen Kon­tinent nähert, desto stärker wird die Spannung. Welche Eindrücke werde ich auf nordamerikanischem Boden gewinnen? Als ich im Sommer 1932 nach einem zweijährigen Aufenthalt das an natürlichen Möglichkeiten so reiche Nordamerika verließ, be­fand sich die Wirtschaft in schwer st er Krise. Am Pier in Neuyork wurde man von hungernden Gestalten, die sich als Landsleute ausgaben, ange­bettelt. Am Times Square sah man im Angesicht der funkelnden Lichtreklame, der größten Kinos und Vergnügungspaläste der Welt allabendlich die lange Schlange der Arbeitslosen, die dort abgespeist wur­den. Die Kette der Hungernden schien endlos zu sein: die abgefertigten Arbeitslosen wurden immer wieder durch neue ersetzt. Auch die 3. Klasse unseres Schiffs war ein Spiegelbild der amerikanischen Wirtschaftskrise. Ein erheblicher Teil der Passagiere setzte sich aus Leuten zusammen, die vor Jahren voller Hoffnungen nach Amerika ausgewanden waren und die jetzt, nachdem sie arbeitslos gewor­den waren, mit ihren letzten Pfennigen in die Hei­mat zurückströmten. Sie hatten die Hoffnung nicht aufgegeben, daß man siedraußen" wie der Deutschamerikaner die alte Heimat bezeichnet nicht verhungern lassen werde. Ich muß unwillkür­lich an diese Erlebnisse zurückdenken. Das Zusam­menleben mit diesen Menschen und die Tragik ihres Schicksals hat mich zu tief beeindruckt, als daß ich sie jemals vergessen könnte.

Heute gilt unsere Amerikareise vor allem dem S t u d i u m der Agrarfrage. Roosevelt hat in feiner ersten Amtsperiode der Landwirtschaft be­sondere Aufmerksamkeit geschenkt. Freilich sind seine Bemühungen nicht ohne bitteren Beigeschmack ge­blieben. Das grundlegende Agrargesetz, dieA#ri= cultural Adjustment Act" hat Anfang 1936 das Oberste Vundesgericht unter Berufung auf die Ver­fassung aus dem Jahre 1787 als ungesetzlich erklärt. Um die Politik in ähnlicher Richtung wei­terzuführen, mußte man unter Berücksichtigung der verfassungsrechtlichen Lage nach neuen Wegen su­chen. Aber nicht nur die Tücken der Politik berei­ten dem Präsidenten Schwierigkeiten, mächtige N a- turkatastrophen es sei hier nur an die Dürreperioden, die Ueberschwemmungen und Staub­stürme erinnert warfen tiefe Schatten über Nordamerika. Wir wollen, ohne uns durch Vorur­teile den freien Blick trüben zu lassen, im Lande selbst erleben, was sich dort abspielt.

Stadtteile, in denen sich die Wolkenkratzer zu wahr­haften Gebirgen anhäufen: Der eine Stadtteil liegt an der äußersten Spitze der Halbinsel M a n h a t- t a n, hier haben die Banken ihre Herrscherpaläste aufgebaut. Das andere Gebirge, dessen höchster Gipfel das Empire State Building, mit feinen 102 Stockwerken die ganze Stadt überragt, befin­det sich in der Gegend von der 4 0. Straße bis zum Zentralpark. Im Vergleich zum Sommer 1932 muß sich dem äußeren Anschein nach in Neuyork die Wirtschaftslage wesentlich gebessert haben. Der Eindruck einer aufsteigenden Wirtschaft wird auch durch die späteren Beobachtungen in verschiedenen Teilen des Landes bestätigt. Amerika hat die Hoff­nungslosigkeit, die 1932 die ganze Wirtschaft be­herrschte, überwunden. Man glaubt wieder an den Aufschwung, wenn man auch keineswegs so fest von der ewigen Prosperität überzeugt ist wie vor 1930.

Spricht man mit Bankleitern, Industriellen oder Kaufleuten, so wird man immer wieder hören, daß die Agrarfrage noch ungelöst sei. An der Agrarfrage scheinen sich in der Tat die Geister zu scheiden. Roosevelt will bekanntlich eine Art Len­kung der Erzeugung: dadurch sollen in gewisser Weise auch die Märkte gesteuert werden, man will eine Uebererzeugung vermeiden, welche die Preise auf eine für den Farmer untragbare Höhe herab­drückt. Neuerdings kommt noch die Absicht hinzu, die Erzeugungskraft des Bodens zu erhalten, mit Der man bisher schändlichen Raubbau getrieben hat. Während die amerikanischen Kapitalisten in der Zeit der schlimmsten Krisennöte bereit waren, Zu­geständnisse zu machen und vielleicht im Einzelfall sogar einmal auf den eigenen Vorteil zu verzichten, hat sich diese Bereitwilligkeit mit der Besserung der Wirtschaftslage ganz wesentlich verringert. Soll man eine gewisse Lenkung erstreben, oder dem freien Spiel der Kräfte, dem Individualismus, der das bisherige Amerika gestaltet hat, die Entscheidung überlassen? Diese Frage ist ein Problem, auf das wir im Laufe unserer Aufsatzreihe immer wieder zurückkommen müssen.

In Neuyork freilich werden wir keine befriedi­gende Antwort auf diese Frage erhalten. Wir müs­sen hinaus aus der Enge seiner Straßenschluchten, aus dem wogenden Getriebe und dem Geflimmer der abendlichen Lichtreklamen. Erst die unendliche Weite des amerikanischen Kontinents wird uns die Probleme verstehen lassen und eine Antwort auf die in uns brennenden Fragen erteilen. Doch be­vor wir Neuyork verlassen, wollen wir noch einmal den Pulsschlag dieser einzigartigen Stadt erleben, der sich am eindrucksvollsten in den verkehrsreich­sten Stunden des Tages und am späten Abend

Nirgendwo treten d i e amerikani-

Die Siebenmillionenstadt Neuyork beherbergt uns nur eine Nacht in einem ihrer riesigen Hotels, i das in dem Wolkenkratzergebirge in der Gegend der 42. Straße gelegen ist. Neuyork hat zwei1 offenbart.

scheu Gegensätze so deutlich in Erscheinung wie in Neuyork. Mit wenigen Schritten wechselt man aus einer Umgebung, deren Pracht kaum noch überboten werden kann, in die Bezirke bitterster Armut. Menschen aller Rassen und Zungen fluten an uns vorüber. In der Vorstadt Hartem haben die Neger, die seit dem Kriege aus Den Südstaaten nach dem industriereichen Norden gewandert sind, eine Heimstätte gefunden. Wir bewundern die Taxi­chauffeure, die sich im Gewimmel des Verkehrs Meter für Meter erkämpfen müssen. Der gellende Ruf der Zeitungsoerkäufer bringt überall an unser Ohr. In Neuyork scheint alles auf rücksichtslosen Kampf und Wettbewerb eingestellt zu sein. Die Wolkenkratzer suchen sich an Größe, Pracht und Ausstattung zu überbieten. Im Empire State Buil­ding saust man im durchgehenden Fahrstuhl 80 Stockwerke innerhalb weniger Sekunden in die Höhe. Die Automobile und Menschen erscheinen vom Gipfel dieses höchsten Gebäudes nur als kleine Punkte.

Man wird in Neuyork überwältigt von der Größe menschlicher Leistungsfähig» k e i t. Es verstärkt sich aber auch die Erkenntnis, daß die A s p h a l t z i o i l i s a t i o n, die sich uns hier in höchster Vollendung offenbart, aus sich selbst heraus wohl kaum von Bestand fein kann. Wo kommen die Menschen aller Völker und Rassen her, die in unendlicher Folge oorübertreiben? Viele von ihnen mögen irgendwo auf dem Lande in Amerika ober Europa geboren fein. Anbere roieber m Neuyork wohnen etwa 1,8 Millionen Juben ent­stammen bem Ghetto südosteuropäischer Stäbte. An- gelockt von Glanz ber Großstabt finb sie hier zu- jammengeftrömt, um in ihrem Kampf ums Dasein bas Glück zu erjagen. Im Schatten ber Wolken­kratzer mit ihrem Glanz unb ihrer Pracht wohnt auch b i e N ot unb bas Elenb. Hier gehen wertvolle Menschen zugrunbe, um bie man sich nicht kümmert. Aber wir wollen nicht in die Tie'en der großstädtischen Zivilisation Vordringen, uns ruft das ländliche Amerika. Darum verlassen wir Neu­york, bas uns burch seine schreienben Gegensätze, sein Völker- unb Rassengewirr manche ernsten Ge­danken mit auf den Weg gibt.

Kunst und Wissenschaft

Kleist-Festwoche in Bochum.

Die Veranstaltungen der Kl e i st - W o ch e, bie bie Stabt Bochum unb bie Kleist-Gesellschaft in Derbinbung mit ber NS.-Kulturgemeinbe durchfüh- ren, würben mit ber Aufführung berFamilie Schroffen st ein eröffnet. Mit biefer Festwoche unternimmt es bas Bochumer Stabttheater, sämt­liche Werke Kleists von berFamilie Schroffen­stein" bis zum Prinzen von Homburg" auf bie Bühne zu bringen. Die Festwoche enbet am 21. No­vember, bem 125. Tobestage Kleists. Reichsleiter Rosenberg hat bie Schirmherrschaft übernom­men. Der Präsibent ber Reichstheaterkammer Dr. Rainer Schlosser, der Präsident der Kleist-Ge­sellschaft, Professor Dr. M i n d e - P o u e t, Staats- schauspieler Kayßler und Professor Dr. Obenauer sprechen während der Festwoche.

Zukost aus unseren Seibern.

Neben den wichtigen Feldfrüchten, die überall im Deutschen Reich vorkommen und die jeder von uns in ihrem Wachstum zu beobachten Gelegenheit hat, gibt es eine ganze Reche von min­der wichtigen Feldfrüchten, die wir zwar auch als Erzeugnisse des deutschen Bodens schätzen, die aber meist nur in einzelnen Teilen unseres deut­schen Vaterlandes angebaut werden und sich vielfach zu Spezialitäten bestimmter Gegenden entwickelt haben, lieber den Standort dieser weniger verbrei­teten Feldfrüchte berichtet bas Statistische Reichs­amt im letzten Heft vonWirtschaft und Statistik". Es werben im ganzen außer Buchweizen, Linsen, Spargel, Zwiebeln, Meerrettich, Tabak, Hopfey, Zichorien, Mohn, Hanf noch Spelz, Lupinen, Serradelle, Zuckerrüben zur Samengewinnung und Arzneipflanzen in bie Betrachtung einbezogen. Von diesen fünfzehn weniger verbreiteten Feldfrüchten werden im wesentlichen nur im Süden des Rei­ches angebaut: Spelz, Linsen, Hopfen unb Mohn. Als östliche Pflanze finb bie Lupinen sowie Serradelle anzusprechen. Zichorie wird haupt­sächlich in ber Magdeburger Gegend angebaut. Eins mitteldeutsche Spezialität sind auch Zucker­rüben zur Samengewinnung und Arzneipflanzen. Der Anbau von Spargel unb Zwiebeln be­schränkt sich zum größeren Teil auf Mittel- und Westdeutschland. Meerrettich wird zu etwa 70 o. H. in Ober- und Mittelfranken erzeugt.

Die wichtigsten Tabak anbaugebiete sind die Uckermark, Baden und die bayerische Pfalz. Dec Hanf anbau ist am ausgebreitetften in der Provinz Brandenburg, doch darf man damit rechnen, datz der Hanf auch in anderen Gebieten des Deutschen Reiches wieder eine stärkere Verbreitung erfahren wird. Interessant ist, daß diese fünfzehn verschiedenen Feldfrüchte im Jahre 1936 zusammen eine Anbau­fläche von nur 363 000 Hektar oder 1,9 v. H. des Anbaulandes beanspruchten, während die Anbau­fläche ber gleichen Früchte im Jahre 1883 etwa breimal so groß war. Gegenüber 1883 hat nur ber Anbau von Spargel, Zwiebeln unb Meerrettich sowie ber Serrabelle zugenommen, währenb bie An­baufläche aller anderen Erzeugnisse einen sehr be­trächtlichen Rückgang erfahren hat. In neuerer Zeit ist die Anbaufläche für Hanf dank den Bemühungen des Reichsnährstandes wieder gestiegen.