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ten in den hohen Dorbergen der Pyrenäen, ganz nahe bei dem alten Städtchen Tarascon, nicht zu verwechseln mit Tarascon an der Rhone, wo Dau- dets französischer Münchhausen herstammt. Der Wächter der Höhle, zugleich Forstwart, war vom Grafen instruiert, es galt nur noch, Frankreichs heilige Stunde, die Zeit des Mittagsessens, abzu­warten. Vom Weiler Niaux geht es noch 150 Meter auf einem steilen Pfad in die Höhe, dann öffnet sich ein unscheinbares Loch im Felsen, aber sobald man eine kurze Strecke über heruntergefallenes grobes Geröll geklettert ist, erweitert sich der Höh­lengang zu einer Folge von hochgewölbten Domen und Gängen, durch die man jetzt bequem trockenen Fußes vorwärts kommt, durch die aber in früherer Zeit enorme Wassermengen hindurchgeschossen sein müssen, wie die Flutmarken an den Wänden zeigen.

Nach einer guten Viertelstunde steht man in einem 50 Meter hohen unterirdischen Dom. Das hin- und herschießende grelle Licht der Azetylenlampen durchdringt kaum die Finsternis bis an die Decke des mächtigen Raumes, man ahnt seine Dimensio­nen mehr,'als daß man sie körperlich wahrnimmt. Plötzlich fällt der Lichtkegel auf die Wand, vor der wir stehen. Eine Gruppe prachtvoller Bisons wird erkennbar, ein Stück weiter Wildpferde und ein mächtiger Hirsch, dazwischen Konturen, in denen sich die Umrisse verschiedener Tiere über- und durch­einanderzuschieben scheinen. Die Zeichnung ist fabel­haft lebenswahr, bis ins Detail durchgeführt, mit schwarzer Farbe angelegt, und so gut erhalten, als ob der Künstler gestern sein Werk verlassen hätte.

Und nun erkennt man auch den Zusammenhang von Kunst und Magie! Was in den Höhlen im Vezere-Tal nur gelegentlich und nicht ganz deutlich zu sehen ist, das fällt hier unmittelbar, ich möchte sagen, kraß, deutlich in die Augen: an den Stellen, an denen das lebende Tier den tödlichen Pfeilschuß erhalten kann, sind scharfe, kräftiae Pfeilspitzen mit roter Farbe gemalt. Es handelt sich also um einen Zauber. Nicht jeder von den alten Höhlenmen­schen wird die Fähigkeit gehabt haben, solche, wie wir es ausdrücken,künstlerisch" vollendete Bilder zu malen. Auch diese Kunst wird als eine zaube­rische Kraft gegolten haben. Aber indem der Zau­berer das Bild und die Pfeile an den tödlichen Stellen hinmalte, war es sein Wille und sein Glaube, damit eine magische Wirkung auf das lebende Wild auszuüben. $n der Grotte de Cabrerets, im Gebiet des Flusses Lot, südlich von der Vezöre, welche Zeichnungen aus einer noch älteren Periode ent- bält, sind die Tiere roher daraestellt, als in der Grotte von Niaux, und ohne Augen, Ohren und Hörner. Das bedeutet, daß ihnen die Organe ver­zaubert werden sollten, mit denen sie den Jäger wabrn"hmen und angreifen könn"n. Auch das Men­schenbild in der Grotte von Combarelles Hot keinen Kopf,, sondern an der Stelle nur ein paar undeut­liche Striche. Offenbar soll es auch den Feind dar­stellen, dem man durch diese Art Magie seine Wach­samkeit gegen den Angriff nehmen will.

Mir scheint, Graf Begouen hat recht: an der Ur­quelle der Kunst hat die Magie als Kraft gestan- den, die es fertig brachte, diese Fähigkeit des Men­schen zu entbinden.

Am 17. und 18. Oktober findet die 1. Reichs- straßenfammtung für das Winterhilfswerk 1936/37 statt. Wie im vergangenen Jahr, so werden die Sammler für diese Reichsstrahen- sammlung von der Deutschen Arbeitsfront ge­stellt. Die Sammlung der Deutschen Arbeits­front muh ein voller Erfolg werden und dazu hast du, deutscher Volksgenosse, mit beizu­tragen! Der Arbeiter der Stirn und der Faust wird am 17. und 18. Oktober den Beitrag von dir fordern.

Isabella von Spanien.

Wo sich der Lauf des Weltgeschehens am stärksten zusammenballt und aus dem langsaryeren Strom am heftigsten ausbricht, bildet sich, trotz der Ein­maligkeit eines solchen Augenblicks, ein Beispiel, das die späteren Zeiten gern anschauen in der Ahnung, sich selber darin wiederzufinden. Ein in­nerer Ruf an das Gewissen der Zeit, ein tieferer Antrieb aus den Lehren des Gewesenen geht von der Geschichte aus, die ihren grundlegenden Charak­ter der Einmaligkeit, des Individuellen wohl zeigt, aber gerade darin Allgemeines ausspricht.

Aus der Geschichte des Abendlandes schien jahr- jehntelang der Untergang Roms unserer Zeit am verwandtesten zu sein. Das Ende des Mittelalters, der Anfang der Neuzeit, dessen- Parallelen zu unse­rer Zeit uns ebenfalls schon lange fesselten, ist komplizierter und vieldeutiger in seiner Derschlun- genheit von Niedergang und Aufstieg; aber gerade darum kann es uns heute drängen, mit ganz neuem Eifer zu forschen, wie die Kräfte der Welt sich damals gekreuzt haben. Auch da suchen wir naturgemäß nach den zusammengeballtesten Ereig­nissen, die am stärksten in sich abgeschlossen sind und unserm Geist darum am faßlichsten erscheinen.

Eines dieserauf die Spitze getriebenen" Gescheh­nisse in der Geschichte des Uebergangs vom Mittel- alter zur Neuzeit ist die merkwürdige, plötzliche Blüte Spaniens, die so schnell verwelkt ist, aus Jahrhunderten des Nichts aufgebrochen und in ein neues Nichts zurückgesunken. Kaum aus gänz­licher Ohnmacht aufgerafft, ist Spanien sofort zur ersten Weltmacht der Alten und der Neuen Welt geworden; doch hat es diese erste Stellung in der Ordnung der Völker kaum länger als ein paar Generationen hindurch bewahren können. Hatte es den Bogen einfach überspannt, und war sein gan­zer Glanz nur ein Strohfeuer? Oder hätte es bei tie­ferer Einsicht in die Bedingungen seiner Weltherr­schaft sie weiser verwalten können? Beide Fragen sind dringliche Fragen jeder Macht, die aufsteigt, jeder Zeit, die sich aus einem Niedergang wieder aufrichten will, Fragen einer welthistorischen Stra­tegie, in der jedes Beispiel der Vergangenheit der Gegenwart wichtig sein muß.

Der Zwang der Naturgesetze ist eindeutig; vor dem geschichtlichen Phänomen aber wird nie die Frage verstummen: Mußte es so kommen? Sie ist unbeantwortbar; dennoch vertieft sie die Einsicht in den Gang der Geschichte durch Ahnung ober Warnung unendlich. Eben darum sind d i e Anfänge jeder großen Bewegung so besonders fesselnd. Im Falle der spanischen Weltmacht möchte man allen Faktoren des Kommenden irt der Epoche ihrer Entstehung schon nachspüren, in der Zeit der Königin Isabella, die Spanien einte und ordnete, Columbus die Möglichkeit qab, seine Fahrt nach Westen anzutreten; Die Die Inquisition nach Spanien brachte, und die durch ihre wahn­sinnige Tochter Johanna die Großmutter Kaiser Karls V. wurde. Die Zeit und Gestalt Isabellas tritt plötzlich ganz nahe an uns heran; ihr gelang, was heute allenthalben gesucht wird: das Zersplit­terte zu einen, das Ohnmächtige mit gewaltiger Kraft zu erfüllen, einen Haufen widerspenstiger Provinzen zur Nation zu verschmelzen, einen ein­zigen Glauben bei allen spanischen Untertanen zu erzwingen und mit dieser derart gestählten Nation die damalige Welt zu erneuern. Doch hat ihr Werk nur kurzen Bestand gehabt.

Was gab dieser Frau die Kraft, eine so außer­ordentliche Leistung zu vollbringen? Und war es ein Versäumnis ihrerseits, daß dem Werk dennoch

Aufpfaden derGeschichte durch Frankreich

Von Or. Paul Rohrbach.

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zu erkennen, bei anderen muß der Finger des Füh­rers erst die Konturen umfahren.

In einem Seitenzweig der Höhle von Front de Gaume ist ein unheimlich wirkendes Menschengesicht mit schwarzer Farbe auf den Fels gemalt. Sieht man genau hin, so bemerkt man, daß schwache rote Striche, breit und stumpf ausgehend, gleich Strahlen das Haupt umgeben. In Combarelles ist mitten unter den Tierbildern eine kleine menschliche Figur in die Wand geritzt, und im Abri von Cap Blanc liegt unmittelbar vor den Pferdereliefs, unter Glas, ein wirkliches menschliches Skelett. Man hat es dort an Ort und Stelle aufgedeckt und genau in der Lage belassen, in der man es fand. Es ist auch ein Cro-Magnon-Mensch. War er es, der die Pferde in den Fels meißelte?

Nun kehren wir zurück zu der Unterhaltung mit Graf Begouen und wenden uns dem Ausflug nach den Wundern der großen Grotte von Niaux zu, deren Besuch uns der Graf ganz besonders empfahl. Sie ist nur mit Erlaubnis des vorgeschichtlichen Departements der Universität zugänglich. Niaux liegt etwa 100 Kilometer südlich von Toulouse, mit-

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Don Herbert Steinwarz, stellvertretendem Leiter des AmtesSchönheit der Arbeit'.

Sheffield und dampften nordwärts nach der Werft von Clyde.

Der ausgelachte Ingenieur Henry Bessemer wurde ein berühmter Mann. 1871 wurde er Präsi­dent des Eisen- und Stahlinstitutes von Groß­britannien und stiftete die Bessemer-Goldmedaille, die jährlich für besondere Verdienste im Eisenhütten­wesen verliehen wird. Er wurde Mitglied der Royal Society und geadelt.Bessemerstahl" undBessemer­verfahren" sind Begriffe, die aus ber heutigen Eisenindustrie nicht mehr wegzudenken sind. Nicht weniger weittragende Folgen aber hatte die Unter­redung des Jahres 1856 für John Brown. Auch er hieß bald Sir John und wurde eine der reichsten und einflußreichsten Persönlichkeiten der englischen Industrie. So lange er lebte, blieb die Firma in Sheffield, obwohl sie immer enger mit der Werft von Clydeside verschmolz und bald nach Sir John Browns Tode dorthin übersiedelte. Heute sind der Name John Brown und die weltberühmte Clydeside- werft, die Werft, aus der dieQueen Mary" her­vorgegangen ist, ein und dasselbe.

keine Dauer beschieden war? Wer wollte genau die Macht der Verhältnisse gegen die Verantwor- hing und Genie eines Fürsten, Führers oder Re­formators abgrenzenk

Spanien, dessen Boden und Art Isabella, trotz ihres zur Hälfte englischen Blutes, ungeheuer fest verhaftet war, ist in seinem innersten Charakter und seinen tiefsten Gesetzen für das übrige Abend­land wohl damals wie heute nicht leicht zu ver­stehen gewesen. Seine Entwicklung ist durch die maurisch-islamitische Herrschaft während der ent­scheidenden Jahrhunderte des Mittelalters von der des übrigen Europa getrennt gewesen; das tjat eine tiefe Kluft ergeben. Erst an der Schwelle der Neuzeit ist unter Isabellas Führung der Islam auch aus seinem letzten Besitz, aus Granada, herausge­drängt worden. Und nun erst konnte die Halbinsel eine abendländische, einespanische" Kul­tur zeitigen. Bis dahin gab es keine einheitliche Sprache im Land und darum auch noch keine große Literatur. Die Künste standen in stärkster Ab­hängigkeit von Fremden teils von maurischer Kunst, teils von französischer Gothik ober italieni­scher Renaissance. Die Weisheit unb Mystik der Mauren drang wohl schon in die christlichen Pro­vinzen ein, aber erst im 16. Jahrhundert erblühte b i e große christliche spanische Mystik. Das Lanb voller Gegensätze brängte bie Charaktere zum Extrem; die karge Armut des Herzlandes Ka­stilien, steinig und dürr in der südlichen Sonne, stößt an das weiche unb üppige Anbalusien, bas mit bem maurischen Granada liebäugelte; im Nar­ben das beweglichere Aragon hieU seine Blicke be­ständig nach Frankreich gerichtet. Der starke und starre Fatalismus im spanischen Wesen mag Ein­fluß oder Erbe des Islam sein; er läßt bie Armen apathische ihre Armut hinnehmen, ohne sie zu Ar­beit unb Tat kommen zu lassen, unb die Reichen im Genuß träge bahinleben.

Es ist Isabella gelungen, in wenigen Jahren biefes Land aufzurütteln. War es für eine energische und kluge Fürstin leicht, was sie vollbrachte? Aus den ersten Blick könnte man es fast glauben; es scheint, als habe sie einfachaufgeräumt"- wie man ein heruntergekommenes Hauswesen auf­räumt, alle Mißstände abschafft und alle Angelegen- beiten ordnet. Aber daß sie das gegen den Wider­stand all der langeingesessenen Mißbräuche fertig- braute, daß es ihr wirklich gelang, eine ein­heitliche, tatkräftige Nation zu schäft fen, ist dennoch wunderbar. Ihre Liebe zu Kasti­lien, das sie zuSpanien" erweiterte, ihr persön­licher Ehrgeiz unb ihr Glaube daran, Gott zu die­nen, werden vielleicht als Triebfedern ihrer Hand­lungen gleich stark gewesen sein: jeder dieser Fak­toren war zugleich genial und fanatisch.

Doch der geschichtliche Augenblick seinerseits gab erst ihrem Wirken die eigentliche Resonanz. Daß Svanien in den Brennpunkt des Abendlandes rückte, war nicht ihr Werk; ihr Werk wurde nur dadurch weltgeschichtlich, wenn auch die Welt­geschichte wiederum nicht zu denken ist ohne dieses Zusammentreffen einer großen Fürstin mit einem so günstigen Augenblick. Nichts hatte seit Jahrhun- berten ahnen lassen, daß bie Halbinsel am west- Heben Ende ber damaligen Welt Mittelpunkt ber Geschichte werden könnte. Diese Wichtig­keit erhielt sie bürch einen Vorgang, scheinbar weit entfernt am entgegengesetzten Rand der Mittel- meerwelt, durch den Ansturm ber muselmanischen Türken. Im plötzlich unausweichlich werdenden Entscheibungskampf zwischen Islam unb Christentum trat Spanien in den Brenn- vunkt des Geschehens durch die Tradition seiner Jahrhunderte langen Kämpfe gegen bie arabischen

gebildet worden, der die zu ergreifenden Maßnah­men der einzelnen Organisationen und Verbände festgelegt hat. In den einzelnen Gauen hinwie­derum werden in Gauausschüssen unb, falls es notroenbig wird, auch in Kreisausschüssen die Ver­bände dieser Spitzenorganisationen zusammenge­faßt. In diesen Gauausschüssen werden die Maß­nahmen beschlossen, die für die einzelnen Gaue am tunlichsten und am förderlichsten sind. Ebenfalls werden hier die Einzelausgaben für die Dauer der Aktion zugeteilt. Jeder hat auf diese Weise selbst Aufgaben, und jeder weiß, mit welchen Mitteln er zum Gelingen eines solchen großen Aufklärungs­feldzuges beitragen kann.

Hat man im vergangenen Jahr versucht, durch Massenveranstaltungen zunächst einmal die breite Öffentlichkeit aus den Stand der Lichttech- n i k aufmerksam zu machen, so wird man in die­sem Jahr hiervon abweichen und vielmehr bei den einzelnen Organisationen, Vereinen und Verbän­den, bei schon angesetzten Versammlungen, seien es Mitglieder- oder Dortragsveranstaltungen, durch Vorträge auf die Bedeutung des guten Lichtes auf- merksam machen. Hierfür stehen Diapositive und ein Lichtbildvortrag zur Verfügung.

Durch die Schaffung eines Kulturfilmes Gutes L i ch t", dem man bisher aus technischen als auch aus künstlerischen Erwägungen heraus nicht allzu nahe getreten ist, ist weiterhin ein be­deutender Schritt auf dem Gebiete des Lichtes am Arbeitsplatz getan morden. (Der inzwischen urauf, geführte Film hat das PrädikatStaatspolitisch wertvoll und volksbildend" erhalten.)

Um auch nach außen hin zu dokumentieren, baß Handwerk, Arbeitsfront, Wirtschaft und Wissen­schaft hier eine gewaltige Gemeinschaf t s - arbeit leisten, wurde eine vom Amt fürSchön­heit ber Arbeit" geschaffene Siegelmarke her­ausgegeben, bie von allen Firmen, bie beleuch­tungstechnisch einwandfrei liefern und arbeiten kön­nen, bezogen werden kann.

Der Auftakt zu ber biesjährigen Aktion fanb an­läßlich des Reichstreffens der Deutschen Lichttechniker in F r a n k f u r t/M a i n statt. Zum ersten Male in Deutschland und viel­leicht auch in der ganzen Welt tagten hier in Frankfurt Arbeiter unb Wissenschaftler desselben Arbeitsgebietes gemeinsam, um sich über ihre Erkenntnisse in Theorie unb Praxis auszusprechen. Auch hier wird ein völlig neuer Weg beschritten, ber hoffentlich in weiten Kreisen der Technik Nach­ahmung finden wird.

Alle an ber AktionGutes Licht gute Arbeit beteiligten Kreise sind überzeugt, daß auch mit dieser Teilarbeit ein weiterer Schritt zurSchön­heit der Arbeit" im allgemeinen getan werden wird.

Les Eyzies ist durch die vielen Besucher der Höh­len schon etwas Fremdenplatz geworden, aber es ist immer noch ein angenehmes Stück französischer Provinz mit einem gut geführten kseinen Hotel. Die Vezere und ihre Nebenbäche haben während der Zeit der großen Eisschmelze ihr Bett breit und tief in den hier herrschenden Kalkfels eingegraben. Diese Formation neigt zur Höhlenbildung. Eigentümlich sind dem Vezere-Gebiet außer den schlauchförmigen und verzweigten Höhlen die sogenanntenAbris": Einnagungen in die meist senkrecht abfallende Tal­wand, durch die ein geschützter Raum unter einer überhängenden Felsdecke entsteht.

Gleich das erste Abri bei der Bahnstation trägt einen Namen von größter rassengeschichtlicher Be­deutung: Cro Magnon! Als ich nach ihm fragte, bekam ich die gleichgültige Auskunft: Cro Magnon lohnt nicht, da ist gar nichts mehr zu sehen. Es schien auch in der Tat nichts weiter zu fein, als ein altes Scheunentor, das den Raum unter dem Felsen dahinter abschloß. Während ich noch baoor- stand und mir bie Bretter etwas zweifelhaft besah, tarn ein sreunblicher Mann gerade von ber Bahn unb fragte, ob ich bas Abri sehen wollte. Er schloß auch gleich bas Tor auf, wies auf den mit allerlei Gerümpel bebeckten Boden unb sagte: Hier hat ber Großvater meiner Frau, als er einen Stall bauen wollte, die Schäbel gefunden!

Das war im Jahre 1868. Die Schädel von Cro Magnon! Wie das meiste an Funden im Vezere- Tal gehören sie ans Ende der letzten Eiszeit. Die moderne Forschung nimmt an, daß die Rasse, von der sie stammen, nicht gleich den primitiveren Ras­sen noch früherer Epochen ausgestorben ist, sondern eines der rassengeschichtlichen Elemente bildet, aus denen das indogermanische Urvolk entstanden ist. Die übrigen Skelettreste zeigen Menschen von hohem kräftigen Wuchs, die Schädel zeigen ein breites Ge­sicht mit niedrigen Augenhöhlen und ein lang aus­ladendes Hinterhaupt. Dieser Typus kommt noch heute vor.

Eine Autofahrt von sieben Kilometer führt zum Abri von Cap Blanc. Der Besitzer, ein Dr. La- lanne in Bordeaux, hält es verschlossen, aber ein Wärter kann herbeigerufen werden. Wenn die Tür geöffnet ist und Licht hereindringt, steht man vor einer gelblichen Felswand und unterscheidet all­mählich einige fast lebensgroß herausgearbeitete Reliefs, die offenbar Wildpferde barfteHen. Wozu diese Kunstübung? Magie? Aber wir wollen die Erklärung noch verschieben.

Weiter geht es zu der langen, engen unb niedri- gen Höhle von Combarelles. Man muß ein paar hundert Meter in ben Berg hinein, unb fortwäh­rend tönt von hinten das warnendeAttention! la töte!" des Führers, der einen elektrischen Schal­ter nach dem andern andreht. Auf die Art wird immer das nächstliegende Stück des Höhlenschlauchs erleuchtet. Schließlich fangen die Figuren an: ein- aeritzte Tierbilder, Bisons. Renntiere, Höhlenbären, Wildvferde, Antilopen. Manche Tiere sind sofort

dak Nachdem im Winter 1935/36 durch die vielen Besichtigungen in deutschen Betrieben sestge- stellt werden mußte, daß die Technik den tatsäch­lichen Verhältnissen in den Betrieben weit voraus­geeilt war, erschien es dringend notwendig, auch für den Winter 1936/37 eine AktionGutes Licht gute Arbeit "ins Leben zu rufen, um die ein­mal als richtig erkannten Forderungen und Wünsche in noch größerem und gewaltigerem Um­fange der Praxis zu übermitteln. Erhebungen in 1500 Betrieben haben ergeben, daß in industrie- reichen Gegenden die Zahl ber gut beleuchteten Betriebe zu der Zahl der schlecht beleuchteten im Verhältnis 28:72 steht, während dagegn in weni­ger industriereichen Gegenden diese Zahl sich auf 10:90 erhöht. Propaganda und gegenseitige Unter­richtung in den industriereichen Gegenden hat schon zu einer wesentlichen Besserung der Be­leuchtung beigetragen. Eine besondere Aufgabe ber Referenten fürSchönheit ber Arbeit" wirb es ba- her sein, in ben vereinzelt liegenden ländlichen Betrieben einzugreifen unb den Betriebs- sichrem, selbstverständlich mit Vertretern der Elektrowirtschaft und des Elektrohandwerks, be­ratend zur Seite zu stehen.

Das Amt fürSchönheit ber Arbeit" hat es seit seinem Bestehen abgelehnt, irgenbwelche Dinge nur theoretisch aufzurollen. Der Erfolg ber Tätigkeit dieses Amtes liegt vielmehr darin, daß es überall praktisch an die Arbeit herangegangen ist, und daß sich niemand gescheut hat, zunächst einmal ganz einfache, grundlegende Dinge in den Betrie­ben zu verlangen.

So wurde zunächst bie Säuberung ber Betriebe sowohl in ber Umgebung als auch im Betrieb selbst, bie Säuberung ber Fenster, ber Fußboden unb ber Hofe gefordert, unb bann erst kam bie Forderung nach künstlerischer unb technischer Betriebsgestaltung. Schritt für Schritt kann diese Entwicklung in vielen Be­trieben heute beobachtet werden, und Schritt für Schritt hat auch bas Amt fürSchönheit unb Ar­beit" diese einzelnen Arbeitsgebiete in Angriff ge­nommen und sie durchgearbeitet.

Auch ber in biefem Winter burchzuführenbe zweite Aufklärungsfeldzug für bie gute B e - leuchtung am Arbeitsplatz wird in ber Reihe ber sonstigen Forderungen des Amtes für Schönheit ber Arbeit" einen weiteren Erfolg brin­gen. Durch bie Verbindung von Industrie, Hand­werk unb Wissenschaft unter ber Führung des Amtes fürSchönheit ber Arbeit" ist es möglich, bie Vielzahl von Interessen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen unb alle einzuspannen für ein Ziel, nämlich für gutes Licht am Arbeitsplatz.

Wie im Vorjahr ist beshalb auch in biefem Jahr unter ber Führung bes AmtesSchönheit ber Arbeit" ein Ausschuß ber Spitzenorganisationen

mergnaten unb Hüttenbesitzer lachten ihn und sein Patent einfach aus.

Der kleine Ladenbesitzer John Brown, Sohn eines Schieferdeckers, dessen einzige Schulbildung in einem privaten Dachstubenkursus für 16 Pfennig die Woche bestanden hatte, war der erste, der ihn nicht auslachte. Im Gegenteil, er kaufte ihm sein Patent ab und gründete eine Fabrik. Es war keineswegs gleich ein durchschlagender Erfolg. Doch John Brown verlor nicht bie Geduld. Er hatte seine bestimmten Vorstellungen im Kopf, er reifte unb sah sich um. Auf ber Marinewerft in Toulon sah er, wie bie französischen Kriegsschiffe mit Eisenplatten gepanzert wurden. Er kam nach Hause, wußte seine Zunge zu brauchen, und es verging nicht sehr lange Zeit, da legte bie englische Regierung zehn ge­panzerte Schiffe auf Kiel. Aber Die Panzerplatten waren aus gewalztem Eisen, nicht aus gehämmer­tem. In Sheffield entstand das gewaltige Eisenwerk John Brown G. m. b. H., die Schlote rauchten, unb Cisenbahnzüge voller Brown-Erzeugnisse verließen

Am Ursprung der Kunst?

Wer war bie Schöpferin ber Kunst? Niemand anderes, als die Magie! In die fern Satz gipfelte das Gespräch mit bem Grafen Begouen, bem Direktor der naturwissenschaftlichen Sammlungen unb Pro­fessor ber Vorgeschichte an der Universität Tou­louse. Graf Begouen ist eine internationale Größe auf dem Gebiet der prähistorischen Wissenschaft, und seine These, daß die Ursprünge der Kunst auf ma­gische Vorstellungen bes Menschen in unenblich weit zurückliegenden Zeiten zurückgehen, ist mehr als ein geistreicher Einfall. Sie wird gestützt durch bie Be­obachtung einer ganz großen Klasse ber uns erhal­tenen vorgeschichtlichen Zeugnisse.

Schon lange war es mein Wunsch, bie französi­schen Höhlen zu besuchen, in denen sich die bald in den Stein geritzten, bald mit roter und schwarzer Farbe auf ihn gemalten, oder als Relief gearbeite­ten Abbildungen von Jagdtieren und Menschen aus ber zweiten Hälfte ber älteren Steinzeit finden. Das Ende dieser Periode wird jetzt meistens 7000 bis 8000 Jahre v. Chr. angenommen also in einer Vergangenheit, die noch hinter den ältesten babylonischen Denkmälern ebenso weit zurückliegt, wie diese von uns heutigen entfernt sind. Es gibt Gelehrte, die sogar noch um Jahrtausende hinter diesen chronologischen Mindestansatz zurückgehen wollen.

Die bisher berühmtesten und auch am frühesten wissenschaftlich bekannt aemachten Bilder befinden sich in der Hohle von Altamira bei Santander in Nordspanien. Danach wurden andere, nicht so voll­kommene, aber zahlreichere im Tal der Vezere sie gehört zum Zuflußgebiet der Dordogne in Süd­frankreich bei bem Dorfe Les Eyzies bekannt. Ihnen galt mein erster Besuch. Die Landschaft ist bas durch seine Trüffeln unb Gänseleberpasteten be­rühmte Perigord. In Perigueux, wo die Bahn nach Les Eyzies abzweigt, steht eine der berühmten ro­manischen Kathedralen Südfrankreichs. Manche Be­sucher halten dasHotel de Commerce et des Postes" für ebenso wichtig, denn es ist die klassische Stätte für den Genuß eines Omelettes mit Trüf­feln und einer Gänseleber-Pastete, die den kulinari­schen Ruhm des Perigord ausmachen.