Ausgabe 
17.2.1936
 
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Amerikaner-Siege im Zweier-Bob

Linker Der Sieger, der Schwede D i k l u n d,

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beste Laufzeit hatte Englund (Schweden) mit 36:08 Minuten. Fritz Geifer (Deutschland) kam nach 41:33 Minuten durch die Kontrolle, Arne Tust (Norwegen) nach 36:53. Mit 40:03 war Matthias Wörndle der schnellste Deutsche, er hatte aber bereits den Finnen Niemi, der als letzter gestartet war, mit 36:37 Minuten an sich vorbeilassen müssen.

Auch die zweite Kontrolle sah die Schwe­den noch in Front, sie waren bis zum 13. Kilometer sogar noch schneller geworden. Wickström kam hier in 54:50 Minuten durch, doch hatte Englund mit 53:05 die bessere Zeit. Der Starterste Svatos (Tscheche!) war mit 57:52 weit zurückgefallen, wäh­rend sich Sc al et (Italien) mit 56:21 recht gut gehalten hatte. Erich Marx kam in 1:02,45 Std. durch die Kontrolle, Kalle Heikkinen in 56:48. Die weitaus beste Zeit hatte jedoch der zuletzt gestartete Schwede Viklund mit 42:27 Minuten heraus­geholt. Die Deutschen lagen immer noch im Hinter­treffen. P o n n kam in 59:38 durch, Fritz Geiser in 1:00,30 Std., Matthias Wörndle war mit 58:50 Minuten der beste Deutsche.

Kilometer 19, die dritte Kontrolle, sah Viklund-Schweden mit 1:23:40 Std. immer noch als schnellsten Mann. Seine Landsleute Englund (1:23:13), Wickström (1:25:59) und Bergström (1:26:33) waren aber kaum weniger schnell. Don den Deutschen hatte Marx 143:56 Std., die anderen waren nur wenig besser.

Nach 25 Kilometern Schweden in Front!

Am Ferch e n se e, bei 25 Kilometer (Kontrolle IV), lagen die vier Schweden der Zeit nach klar an der Spitze, obwohl Wickström schon seit gerau­mer Zeit hatte spuren müssen. Die beste Zeit hatte hier Ellis Vicklund mit 1:52:05 Std. vor Eng­lund mit 1:54:25 und Wickström mit 1:56:08. Bergström hatte 1:56:48 gebraucht, 2l Tuft-Nor- wegen 1:57:45. F. Heikkinen kam tn 1:59:23 durch, Brodahl in 2:02:05 war schon klar geschlagen. Die Deutschen hatten etwas Zeit gut gemacht, kamen

aber natürlich für einen der Dorderplätze nicht mehr in Frage.

Am Ziel im Ski-Stadion hatten sich inzwi­schen rund 6000 Zuschauer eingefunden, die voll Spannung auf das Eintreffen der Läufer war­teten. Die letzten 14 Kilometer waren fast ununter­brochen Abfahrt. Englund hatte auf dem letzten Streckenteil nahezu eine Minute gegen Wickström verloren, dessen Leistung nicht hoch genug einzu- schätzen ist. Schon nach den ersten Kilometern hatte der als Zweiter gestartete Schwede spuren müssen. Bester Mann war bei der letzten Kontrolle noch Vicklund-Schweden. Frisch und mit raumgrei- senden Schritten strebten die Schweden dem Ziel zu.

wickström Erster im Ziel.

Unter tosendem Beifall erschien der Schwede Wickström als Erster in der Nähe des Ski-Sta­dions. Er war verhältnismäßig frisch, als er nach 3:33:20 Std. Laufzeit durchs Ziel ging. Sein Lands- mann Englund folgte ihm in 3:34:10 St. als Zweiter, dann erschienen S m o l e j - Jugoslawien in 3:47:40 und Svatos-Tschechei, der als Erster vom Start gegangen war, in 3:54:33 Std. reiner Lauf- 3 Die Deutschen weit zurück.

Von der Kontrolle am Ferchensee (25 Kilometer) waren inzwischen auch die Zeiten der durchgekomme­nen vier deutschen Läufer gemeldet worden. Bester Deutscher war Meister Matthias Wörndle mit 2:07:35 Stunden. Josef Ponn hatte 2:10:40 Std. gebraucht, Fritz Geiser 2:10:52 Stunden. Erich Marx hatte noch mehr Boden verloren. Er kam in 2:20:50 Std. am 25. Kilometer vorbei. Bester Mitteleuropäer war bis zur ersten Hälfte der Jugo- slave S m o l e j.

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Spiele

Sonja Heme, zum 3.Mle Olympia-Siegerin

Das Kürlaufen der Krauen.

Schwedens großer Triumph im Ski-Marathon

Oie vier ersten Plätze für die Schweden.

Mit der Gesamtzeit von 5:29.29 Minuten ge­wannen sie die Goldene Medaille vorSchweiz II , die 5:30.64 Minuten benötigte.USA. II" kam mit 5:33.96 auf den dritten Platz undEngland" sicherte sich mit 5:40.25 die vierte Stelle. Die beiden deutschen Bobs, die am Vortage an siebter und neunter Stelle gelegen hatten, konnten sich we­sentlich verbessern und auf den fünften »nd sechsten Platz vorrücken.

Vier Schweden in Front!

Der Triumph der Schweden war bei diesem Ren­nen vollständig. Hatten die vier Läufer schon auf dem ersten Teil der Strecke ein mörderisches Tempo eingeschlaaen, so überzeugten sie auf dem zweiten Streckenabschnitt vollends von ihrem Stehvermögen. Alle vier Schweden landeten auf den ersten Plätzen. Alle Medaillen fielen an Schweden. Karp- pinnen hatte mit 3:39:33 Std. nahezu vier Minuten gegen den vierten Schweden Bergström verloren, der in 3:35,50 Stunden eingekommen war.

Der Sieger des 50-kilomeler-Dauerlaufes war der Schwede Ellis Viklund. Die 3:30:11 Std., die er nur benötigte, sind zweifellos eine ganz phantastische Zeit: sie ist um mehr als drei Minuten besser als die immer noch sehr gute des Zweiten W i ck st r ö m. England kam an dritter Stelle mit 3:34:10 Stunden vor Bergström, der 3:35:50 Std. benötigt hatte. Bis zum achten Platz waren die Skandinavier ausnahmslos unter sich. Nach Karp- pinnen kam als Sechster in Arne Tust der erste Norweger mit 3:41:18 Std. vor Frans Heikkin- n e n (Finnland) mit 3:42:44 Std. und Pekka Niemi (Finnland) mit 3:44:14. Dann schob sich der erste Mitteleuropäer ein. Es war der Tscheche Cyril M u s i l, der mit Startnummer 35 abgegangen war und ein ausgezeichnetes Rennen gelaufen hatte. Franc Smolej (Jugoslawien) brachte mit seinem 10. Platz und seinen 3:47:40 Std. Laufzeit eine große Ueberraschung. Sehr weit zurück endeten die Deut­schen, die durchweg nicht das zu halten vermochten, was man sich von ihnen versprochen hatte. Mat­thias Wörndle war mit 4:03:13 Std. noch der beste unserer vier Läufer. Geiser, Ponn und Marx folgten in dieser Reihenfolge.

Typische Wiener Schule zeigten anschließend die Akademiker-Weltmeisterin Gretl L a i n e r (Oester­reich) und Liselotte L a n d b e ck (Belgien). Beson­ders Gretl Lainer gefiel mit einem flüssigen und harmonischen Lauf, dessen Glanzpunkt eine Wechsel- Pirouette war. Bei Liselotte Landbeck war zu be­mängeln, daß das Programm zu viele Pirouetten enthielt und außerdem ein zu geringer Vorrat tn der Verschiedenheit der Figuren zu bemerken war. Die Ausführung war aber hervorragend.

Belita Jepson-Turner (England), klein und zierlich, hatte gleich zu Beginn das Mißgeschick, bei einemDreier^ zu stürzen. Dadurch kam die Eng­länderin aanz aus dem Konzept und stürzte noch zweimal. Ähr Programm war aber auch zu arttsttsch aufgebaut. Estelle Weigel (USA.) bot nur ein durchschnittliches Programm. Die Schwester Estel­les, Louise Weigel, konnte auch nicht viel mehr zeigen, sie war aber immerhin besser als ihre Schwester.

Als Nummer 8 lief die österreichische Meisterin Emmy P u tz i n g e r eine ganz ausgezeichnete Kür, die zwar keine besondere Schwierigkeiten aufzu­weisen hatte, aber flüssig und harmonisch vorge­tragen wurde. Eva Botond aus Ungarn zeigte einige recht gute Figuren, trug sie aber nicht edel genug vor. Zwei Stürze beeinträchtigten außerdem den Gesamteindruck. Angela Anderes (Schweiz) hatte ihr Programm nicht vollendet genug durch­gearbeitet.

Unsere Meisterin Viktoria Lindpaintner. die als Elfte startete, bot eine sehr gute Kür, trug sie aber leider etwas unruhig vor. Sie verriet eine ausgezeichnete Körperhaltung, besonders in den sehr schweren Pirouetten, dagegen gelangen die Sprünge nicht weich genug.Viktoria" war im Ganzen nicht so gut wie bei den deutschen Meister­schaften, als sie Maxie Herber den Rang ablief.

Mollie Philipps (England) brachte eine flüs­sige Kür mit artistischem Einschlag. Die Tschecho­slowakin Fritzi Metznerova verriet bei ihrem Vortrag eine gute Veranlagung, ließ jedoch die technische Reife vermissen. Ihre Landsmännin Vera H r u b a bot einen besseren Lauf. Die Oesterrei- cherin Bianca Schenk begann sehr vielverspre­chend, wurde aber später schlechter. Der Gesamt- eindruck, den man von ihrer Leistung gewann, be­friedigte aber. Die Belgierin Pvonne de Ligne hatte sich ein ansprechendes Programm ausgedacht, dessen beste Figur eine gekreuzte Pirouette war

Hedi S t e n u f (Oesterreich) war einer der Glanzpunkte dieses Nachmittags-, sie lief einen außerordentlich flüssigen Stil. Die Ausführung des sehr schwierigen Programms war kaum zu über­treffen. Gut geglückte Axel Pausen- und Salchow- Sprünge wechselten mit fabelhaften Pirouetten, wobei der Lauf durch das ausgeprägte musikalische Empfinden der Oesterreicherin noch eine besonders eindrucksvolle Note erhielt.

Die kleine Etsuko Inada aus dem Fernen Osten hatte sich sofort die Herzen der Zuschauer im ersten Ansturm erobert. Ganz in weiße Seide ge­kleidet, brachte die kleine Japanerin ein entzücken­des Programm, das durch das Kindliche im Vor­trag noch besonders wirkte. Ein flüchtiger Sturz bei einemDreier" störte die Gesamtwirkung nur

Der siegreiche amerikanische Bob. Vorn Brown, hinter ihm W a s h b o n d. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Bei herrlichem Wetter hatten sich on der Bob- Bahn am Rießersee am frühen Morgen zahlreiche Zuschauer eingefunden, um den Schlußkämpfen im Olympischen Wettbewerb im Zweierbob beizuwoh­nen. Im ersten Lauf ging als erster Bob der Bob Schweiz I" ins Rennen. Er konnte keine allzu­schnelle Fahrt machen und blieb über seinen Vor­tagszeiten.Belgien I" fuhr schon besser und der in der Gesamtwertung der ersten beiden Fahrten führende BobUSA I" kam mit 1:25.39 auf eine ausgezeichnete Zeit. Doch wurde diese Zeit lange nicht mehr übertroffen. Don den weiter folgenden

gezeichnete Zeiten.

Den vierten und letzten Lauf eröffneteUSA. II" mit der glänzenden Zeit von 1:22.16. An fünfter Stelle gingDeutschland II" ins Rennen, Grau und Brehme fuhren hier in 1:23.78 eine sehr schnelle Zeit. Die Glanzleistung des Tages erzielte dann wiederSchweiz II". Feierabend-Beerli unterboten ihren Bahnrekord vom Freitag recht wesentlich. Sie fuhren in 1:19.88 Minuten eine Zeit her­aus, die dann nicht mehr unterboten wurde. Dann erreignete sich der erste und einzige Sturz der Rennen, dem der BobLuremburg II" zum Opfer fiel. Die zweite Gruppe eröffnete bannSchweiz I ; Capadrutt blieb mit 1:23 wesentlich unter seiner Zeit vom dritten Lauf. Mit Spannung sah man dann den Start des führenden amerikanischen ersten Bobs. In vorbildlicher Fahrt nahm das von Brown gesteuerte Fahrzeug die Kurven, der Bob war schnell, doch hatte man den Eindruck, daß Brown-Washbond auchauf sicher" fuhren. Mit der sehr guten Zeit von 1:20.38, der zweitbesten des Tages, sicherten sich die Amerikaner ihren Vorsprung vor den Schweizern Feierabend-Beerli.

Am Samstagnachmittag, als im Kunsteis-Stadion die besten Kurrstläuferinnen der Welt antraten, um durch ihre Kür um die Olympischen Medaillen zu kämpfen, lachte die Sonne vom blauen Himmel und sandte ihre wärmenden Strahlen auf die viel­tausendköpfige Zuschauermenae, die das herrliche Eisstadion wieder bis auf oen letzten Platz be­setzt hielt. Das Stadion war wieder ausverkauft.

Frau Hertha Frey-Drexler (Schweiz) er­öffnete den Reigen der Kürläufe mit einem recht guten Programm, das mit einer gelungenen Mond- rombination einen sehr guten Abschluß fand. Im Ganzen war es aber nicht mehr als guter Durch­schnitt.

Cecilia nicht in bester $orm.

Als Zweite bereits kam die schärfste Rivalin von Sonja Henie, die Engländerin Cecilia C o l l e d g e. Sie zeigte eine Kür, die alle Schwierigkeiten ent- hielt, die ein bei einem solchen Wettbewerb vor­geführtes Programm aufweisen muß. Leider be- fand sich aber die Engländerin nicht in bester Form. Man hatte den Eindruck, daß das Programm nicht bis zum Letzten durchgearbeitet war. Die letzte Vollkommenheit fehlte. Zudem gab es Unstimmig­keiten zwischen Lauf und musikalischer Untermalung. So ging einmal die Musik mitten in einer wirbeln­den Pirouette vom beliebtenPußta-Fox" in die Weisen derGötterdämmerung" über. AlsCecilia" bann noch das Pech hatte, bei einem Salchow- Sprung mit der Hand leicht das Eis zu berühren, wäre es mit ihrer Ruhe vorbei. Sie wurde un­sicher. Die Körperhaltung ließ zu wünschen übrig, die Platzverteilung wurde ungleich. Es war schade, daß die talentvolle Engländerin ihr Kür so ungleich- mäßia lief, denn in dieser Form bedeutete sie für Sonja" kaum eine Gefahr.

Am Samstagvormittag wurde in Garmisch-Par- tenlirchen der 50-Kilometer-Skidauerlauf, das Ski- Marathon, ausgetragen. 36 von 45 gemeldeten Läufern hatten sich zum Start eingefunden. Das Rennen gestalteten die Schweden zu einem großartigen Erfolg. Vier Schweden nahmen am Lauf teil, vier Schweden endeten auf den ersten vier Plätzen. Das ist unstreitbar der größte Triumph, den ein Land bisher bei Olympischen Winterspielen im 50-Kilometer-Dauerlauf zu feiern vermochte. Sieger wurde mit der glänzenden Zeit von 3:30:11 Stunden Ellis Viklund (Schweden) vor seinen Landsleuten Axel Wickström (3:33:20), Nils Englund (3:34:10) und Hjalmar Berg­ström (3:35:50 Stunden).

Der Start.

Bei 8 Grad Kälte waren die Wetter- und Schnee- Verhältnisse ausgezeichnet, als sich die 36 Läufer von 45 gemeldeten auf den Weg machten. Ein Böllerschuß war das Zeichen zum Start. Der Tscheche Jan Svatos ging als Erster ab. Die Strecke war sehr abwechslungsreich, typischnordische Langlaufstrecken wechselten mit reinalpinen" An­stiegen und Schußfahrten. Den Läufern war also Abwechslung geboten.

Scharfes Anfangstempo der Schweden.

Die Schweden starteten als Favoriten für diese lange Strecke, bedroht einzig und allein von den Finnen Karppinen, Niemi und den beiden Heik­kinen. Die Mitteleuropäer kamen dagegen für einen der vorderen Plätze nicht in Frage. Die Schweden ließen von vornherein keine Zweifel über ihre Ab­sichten aufkommen. Alle vier Mann begannen in schärfstem Tempo und hatten bei allen Kontroll­punkten bis zur Hälfte der Strecke die besten Zeiten.

Mi Kontrolle I (Kilometer 8) traf als erster Wickström (Schweden) nach 36:14 Minuten reiner Laufzeit ein. Samuelshaug (Norwegen) hatte hier schon Zeit verloren, mehr noch der erste Deutsche Erich Marx, der unerwartet langsam war. Die

Links: Sonja tz eni-, die Olympiasieger,» bei ihrem hervorragenden Lcmf-, rechts: die deutjche Meisterin Viktoria Lindpaintner bei ihrer Kür. (Scherl-Bllderdienst-M.)

Fahrzeugen fuhren dannEngland" mit 1:28.58, Deutschland I" mit Hans Kilian in 1:26.63 gute Zeiten. Als erster Schlitten der zweiten Gruppe fuhr dannUSA II" auf der wesentlich schneller geworde­nen Bahn mit 1:24.80 die bis dahin beste Zeit des Tages.Deutschland II" kam mit 1:26.94 ebenfalls auf eine recht gute Zeit, dann aber fuhr wieder Schweiz II", der am Vortage den Bahnrekord er- zielt hatte, mit 1:24.11 die beste Zeit des dritten Laufes. Von den übrigen Bobs fuhren nochHol­land" mit 1:25.71 undItalien I" mit 1:25.78 aus-