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HI-Einsatz für das WHW.

Vom 18. bis 20. Dezember sammelt Hitler-Jugend, Jungvolk und BDM. für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes. Die Jugend des Führers steht in vorderster Front im Kampf gegen Hunger und Kälte. Wie in den vergangenen Jahren, setzt sie auch in die­sem Winter alles daran, der Volksgemeinschaft mit ihren Kräften zu dienen. Drei volle Tage ruft sie das deutsche Volk auf, durch seine Opfer jedem ein frohes Weihnachtsfest bereiten zu helfen. Die HJ- Sammlung für das WHW. steht unter der Parole:

.»HI. marschiert im Kampf gegen hunger und Kälte."

Winterbi'fsovveu 6er HiNenuoend

Die Vannsührung des Vannes 116 lädt die Be­völkerung Gießens herzlich zu dem am Donnerstag, 17. Dezember, auf dem Vrandplah 19.30 Uhr ftatt- findenden Eröffnungsappell der Hit­lerjugend ein.

Programm.

Aanfarenmarfch des Jungvolks.

Lied: Nur der Freiheit gehört unser Leben ...

Verlesung des Tagesbefehls des Reichsjugend- fuhrers durch den Bannführer.

Rede des Gebietsabteilungsleiters, llnterbann- führers Dettmar.

Fanfarenmarsch des Jungvolks.

Rede des Kreislelters Dr. Hildebrandt.

llebergabe der Sammelbüchsen an eine Gefolg­schaft.

Deutschlandlied und Horst-Dessel-Lied.

Die Bannführung des Bannes 116 erwartet von allen Volksgenossen recht zahlreiche Beteiligung.

Vetr.: Dinterhilfs-Eröffnungsappell der HI.

Sämtliche Gefolgschaften und Sondereinheiten Gießens, sywie der gesamte Bannstab haben am Donnerstag, 17. Dez., 19.30 Uhr, auf dem Brand­platz anzutreten.

Betr.: WHD. - Sammlung der HI.

Sämtliche Gefolgschaftsführer haben sich um­gehend mit den Ortsgruppenleitern wegen der Sammlung in Verbindung zu fetzen.

Betr.: Adventsfeier.

Im Cafs Ebel, Gießen, Burggraben (Eingang Marktplatz), findet Donnerstag, 17. Dezember, eine Adventsfeier statt. An der Feier, die Dienst ist, haben sämtliche Gefolaschaftsführer, Unterbann­führer, Führer der'Sondereinheiten, sowie der ge­samte Bannstab teilzunehmen.

Beginn 20.45 Uhr.

Vetr.: Dienst der Spielschar 1/116.

Zum dritten Singabend tritt die gesamte Spiel­schar am Freitag, 18. Dezember, 20.30 Uhr, vor der allen Pestalozzischule (Wernerwall) an.

Vetr.: Schiehlehrgang.

Sonntag, 20. Dez., findet der Schießlehrgang statt.

Oienstbefehl.

Am Donnerstag, 17. Dezember, treten die Mädel­gruppen 1, 2, 3 und 4/116 zum Eröffnungsappell der Sammlung für das WHW. um 19.15 Uhr am Brandplatz an. Die Gruppenführerinnen veran­lassen das entsprechende.

An olle ZM.-Führerinnen m!1->terqau 116*

Am Mittwoch, 16. Dez., um 20.15 Uhr, singen IM. aus sämtlichen Obergauen im Rundfunk. Die Sendung ist von euch zu hören. Die JM.-Gruppen- führerinnen geben an den Untergau ihre Kritik, welcher Obergau am besten gesungen hat.

Am Samstag sammeln im Rahmen der Reichs­straßensammlung der HI. alle Jungmädel für das Winterhilfswerk.

Die Führerin des Untergaues 116.

Mehrere Stunden Verdunkelung!

Gießener, bereitet euch für die große Verdunkelung im Januar 1937 vor!

Die Polizeidirektion Gießen teilt uns folgendes mit:

Am 13. Januar 1937 wird in Gießen sowie im ganzen Kreis Gießen eine Verdunkelung durch­geführt. Die Verdunkelung wird, im Gegensatz zu den früheren Verdunkelungen, mehrere Stun­den dauern. Die ganz schlauen Dunkelmänner, die es bei den seitherigen Uebungen nicht für nötig hielten, ihre Wohnungen abzudunkeln und die kurze Zeit ohne Licht in der Wohnung gesessen haben, werden sich diesmal bequemen müssen, ihre Woh­nung auch abzudunkeln.

Ls soll nicht versäumt werden, an dieser Stelle gleichzeitig darauf hinzuweifen. daß gegen solche Personen, die sich der Mitarbeit ent­ziehen, mit aller Schärfe vorgegangen wird.

Die Verdunkelung am 13. Januar 1937 beginnt mit (Eintritt der Dunkelheit und endet gegen 21.30 Uhr.

Die Derdunkelungsübung wird folgendermaßen durchqefuhrt: Mit Eintritt der Dunkelheit fetzt die eingeschränkte Beleuchtung ein. Der Beginn der vollen Verdunkelung wird durch akusttsche Zeichen bekanntgegeben.

Was wird beim Verdunkeln verlangt?

1. In allen Wohnungen.

Mit Eintritt der Dunkelheit müssen sämtliche Wohnungen abgedunkelt sein. Hier gibt es keinen Unterschied zwischen eingeschränkter Beleuchtung und voller Verdunkelung. Räume, die nur vor­übergehend benutzt werden, wie Speisekammern, Badezimmer, Aborte und bergt, sind ebenfalls zu verdunkeln, damit die Hebung durch unverhoffte Benutzung solcher Räume nicht gestört wird. Be­sondere Aufmerksamkeit ist den Dachfenstern zu widmen, sofern sie in Verbindung mit Wobnunaen stehen. Gerade solche Fenster können im Ernstfall eine Stadt, verraten und somit alle anderen Vor­sichtsmaßnahmen zunichte machen. Jeder Haus- haltunasvorstand ist für die richtige Verdunkelung feiner Wohnung verantwortlich.

2. Hotels, Wirtschaften. Veherbergungsstätten und Büros.

Für diese Lokale bzw. Räume gilt dasselbe wie für die Wohnungen mit dem Zusatz, daß hier sicherwirkende Lichtschleusen gefordert werden. Die Inhaber von Uebernachtungsstätten haben Vorsorge zu treffen, daß die Gäste die Anordnungen der Verdunkelung beachten. Da in derartigen Räumen und Lokalen die Derdunkelungsarbeiten viel Zeit erfordern, wird empfohlen, schon jetzt mit den Vor­bereitungen zu beginnen. Auch hier ist besonderes Augenmerk auf Dachfenster und Oberlichter zu richten. Oberlichter sind unbedingt abzudunkeln. In anderen Städten haben Inhaber solcher Lokale.

dunkle Vorhänge angebracht, die sich bei den Ver­dunkelungsübungen gut bewährt haben.

3. Verkaufsräume.

Verkaufsräume werden ebenfalls mit Eintritt der Dunkelheit nach außen vollständig verdunkelt. Die Schaufenster sind mit Eintritt der Dunkelheit mit eingeschränkter Beleuchtung zu beleuchten. Die Jnnenbeleuchtung der Verkaufsstätten ist voll zu benutzen. Lichtreklamen dürfen am Tage der Ver­dunkelungsübung nicht beleuchtet werden.

4. Industrie.

Die Industrie schließt sich ebenfalls der Verdunke­lungsübung an. Die Anordnungen werden durch den örtlichen Leiter des Werkluftschutzes getroffen.

5. Oeffentlicher Verkehr.

''a) Fahrzeugverkehr: Von Eintritt der Dunkelheit bis zur vollen Verdunkelung dürfen die Fahrzeuge innerhalb der Ortschaften nur mit Stand­licht (Parklicht) fahren. Außerhalb der Ortschaften kann abgeblendet gefahren werden. Von Beginn der vollen Verdunkelung dürfen die Fahrzeuge nur mit Abblendklappen fahren. Außerhalb der Ort­schaften kann während dieser Zeit mit Standlicht gefahren werden. Fahren ohne Licht ist verboten.

b) Fußgänger: Von Eintritt der Dunkelheit bis zur vollen Verdunkelung geht der Publikums­verkehr uneingeschränkt weiter. Mit dem Eintritt der vollen Verdunkelung ist der Verkehr auf die notwendigen Gänge zu beschränken, d. h. der soge­nannte Bummel hat zu unterbleiben. Besucher des Theaters, der Lichtspielhäuser und sonstiger Ver­anstaltungen unterliegen nur der Beschränkung, sich nicht länger auf der Straße aufzuhalten, als 3um Hin- oder Rückweg erforderlich ist.

6. Oefsentliche Beleuchtung.

Die öffentliche Beleuchtung brennt von Eintritt der Dunkelheit bis zur vollen Verdunkelung nur in eingeschränktem Maße. Mit Beginn der vollen Ver­dunkelung werden sämtliche öffentliche Lampen aus­geschaltet. Von diesem Zeitpunkt an brennen nur noch sogenannte Richtlampen. Die Fahrzeugführer werden somit zur größten Vorsicht ermahnt, damit Unfälle vermieden werden.

(Siebener, tut eure Vfticht und beweist, daß ihr gewillt seid, am Aufbau des Luftschutzes mitzu- helsen. Die vorausgeganqenen Teilübungen haben bereits, bis auf einzelne Ausnahmen, bewiesen, daß die Bevölkerung von Gießen die Notwendigkeit des zivilen Luftschutzes er­kannt hat.

Damit die Verdunkelung am 13. Januar 1937 ein voller Erfolg wird, wird erwartet, daß jedermann die getroffenen Anordnungen genauestens befolgt.

In Zweifelsfällen kann bei der Polizeidirektton und dem Reichsluftschutzbund Auskunft eingeholt werden.

der zweijährigen Militärdienstzeit wieder zutell ge­worden ist, em Vorteil, der für alle jungen deut­schen Menschen, die die Ehre haben, das Kleid des deutschen Soldaten tragen zu dürfen, für die ganze Zeit ihres Lebens ein wertvoller Gewinn fein wird, Der aber auch für die Gesamtheit unseres Volkes in vielfacher Weise reichen Nutzen bringt. B.

Aus Der provinzialhaupistadt.

Weibnachtsengel auf der Parkbank.

Daß sich in dieser rauhen, nebelkalten Zeit jemand auf einer Bank in den städtischen Anlagen nieder- läßt, gehört wohl zu den Seltenheiten. Niemand wird Lust verspüren, zwischen kahlen Büschen auf einem feucht vereisten Brett zu sitzen und über den struppig-grauen Rasen zu starren. Und doch habe ich neulich auf solch einer Bank gesessen, und sogar zu zweien, nämlich mit einem Weihnachtsengel.

Ach so, ein Kindermärchen? Nein, kein Kinder­märchen. Pure Wirklichkeit war dieses Abenteuer, und ich kann ungläubigen Fragern nicht nur die betreffende Bank zeigen, sondern auch noch den be­treffenden Weihnachtsengel vorweisen. Denn der be­findet sich heute in meiner Wohnung und steht hier lächelnd neben der Schreibtischlampe.

Aber es muß wohl alles der Reihe nach erzählt werden. Also ich schlenderte geruhsam über die Wege der winterlichen Anlagen. Es war kalt, aber ich hatte den Mantelkragen hochgeschlagen und sah ganz ver­gnügt den Drosseln zu, die geschäftig im Fallaub unter den Büschen lärmten. Ich folgte der rascheln­den, langsam durch das lichte Unterholz vorrücken­den Schar nach und bemerkte plötzlich einen kleinen bunten Fleck im fahlen Grau der Umgebung. Dieser bunte Fleck leuchtete von einer abseitigen Bank, und natürlich ging ich hinüber, um die Ursache festzu­stellen.

Das ist die Vorgeschichte meiner Begegnung mit dem Weihnachtsengel. Denn das Bunte auf der Bank, das war tatsächlich ein richtiges kleines Eng- lein, mit weißen Flügeln und einem Licht in der Hand. Es faß eigentlich nicht auf der Bank, son­dern es stand. Aber selbst der Aufsichtsbeamte, so streng er sonst gegen Leute vorgehen mag, die mit Füßen auf die Anlagenbänke treten, hätte in die­sem Fall nichts dawider gesagt. Denn ein Weih­nachtsengel ist keinPublikum", sondern eine my­stische Erscheinung. /

Verblüfft betrachtete ich mein ungewöhnliches Gegenüber und rief ein wenig respektlos aus: Nanu, wie kommst du denn hierher?" Aber der Weihnachtsengel antwortete nicht, denn er war aus Holz. Doch freundlich lächelte mir feine Winzigkeit entgegen, und so nahm ich denn ohne viel Umstände neben ihm Platz. Ich griff den Engel auf und be­sah ihn mir genau. Sehr niedlich sah er aus und war ausgesprochen fröhlich mit einem buntgetupften Kleidchen und rosigen Bäckchen bemalt. Auf ausge­streckten Händen trug er eine kleine rote Kerze, die schon zur fiälfte abgebrannt war. Jeder hat sol­chen Holzweihnachtsengel schon in den Auslagen der Geschäfte gesehen, indes gewiß noch niemals auf einer Bank in den städtischen Anlagen.

Die Umstände waren es, die das daumenhohe Fi­gürchen zu einem kleinen Wunder machten, wie es sinniger gerade für die Adventszeit nicht gedacht werde kann. Mit einem Streichholz entzündete ich den Kerzenrest meiner Nachbarin, und während ich mir am Flämmchen die Hände wärmte, dachte ich darüber nach, wieso der Engel auf die Anlagebank gekommen sein mochte. Spielende Kinder, vergeß­liche Erwachsene? Der Engel sagte gar nichts, er leuchtete nur still wie es Engelsart ist, und lachte mit feinen Pausbäckchen.

Allmählich brannte das Flämmchen ab, und ich begann zu frieren. Ratlos starrte ich auf den Weih- nachtsengel an meiner Seite nieder und versuchte, mich der iuristischen Bestimmungen über Fund und Fundablieferung zu entsinnen. Aber dann wurde mir klar, daß ein au^"raewöhnlicher Tatbestand auch außeraewöhnliche Maßnahmen erforderte. Zwischen einem Weihnachtsengel in der Adventszeit und einem Portemonnaie in de- Straßenbahn bestehen unüber­sehbare Unterschiede. Unmöglich konnte ich das win- zia zarte Englein in der kalten Einsamkeit zurück- laffen. Und so steht es denn h°ute, mit neuer roter Kerze ausgerüstet, neben der Schreibtischlampe und lacht, allen juristischen Problemen zum Trotz, paus­bäckig auf diese Zeilen nieder. v. M.

Tageskatender für Mittwoch.

NS.-Lehrerbund, Fachschaft Körperliche Erziehung, Arbeitsaemeinschaft für Mädchenturnen. 16 Uhr, in der Neue Pestalozzischule. Stadttheater: 15 bis 17.15 Uhr, , Vrinzessin Allerliebst": 19.30 bis 21.30 Uhr. ..Der Kampf mit dem Tatzelwurm". Gloria-Palast, Seltersweg: Ein kleiner goldener Ring". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Wenn wir alle Engel wären". Landschaftsbund Volks­tum und Heimat: 20 Uhr. Lichtbildervortrag von Lic. von der Au, Dgrmstadt. überHeimisches Brauchtum im Ablauf des Menschenlebens in der Aula des Gymnasiums. Petruskapelle: 20.15 Uhr, Vortrag von Pfarrer Lic. Saun. Okarben, über . Aufwärts aus eigener Kraft oder Erlösung?". Bekenntnisaemeinde Gießen: 20.15 Uhr Vortrag von Pfarrer Koch. Oberwetz. überChristlicher Glaube und Weltanschauung" im Jobannessaal. Weihnachtsausstellung der oherhessischen Künsller: ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand.

Stadttheater Gießen.

Heute nachmittag findet die Ausführung des MärchenspielsPrinzessin Allerliebst" oderDer wundersame Regenschirm" von Friedrich Forster statt. Die Spielleitung hat Karl V 0 l ck. Die musi­kalische Leitung führt der Kapellmeister Ernst Bräuer. Leitung der Tänze: Irmgard Zen­ner. Die Vorstellung beginnt um 15 Uhr und endet 17.15 Uhr. Außer Miete. Am Abend geht der LustspielerfolgDer Kampf mit dem Tatzel­wurm" von Leo Lenz und Ralvh Arthur Roberts in Szene. Die Spielleitung führt Wolfgang Kühne. Mittwoch-Miete. 13. Vorstellung. Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr.

Spielpfanänberung im Stadttheater.

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Infolge anhaltender Erkrankungen im Personal findet die Erstaufführung vonGyges und fein Ring", Trauerspiel von Friedrich Hebbel, am Frei­tag, 18. Dezember, nicht statt. Dafür geht am Frei­tag das rheinische VolksstückDer Sprung aus dem Alltag", Lustspiel von Heinrich Zerkaulen, in Szene, und wird somit in den offiziellen Spielplan aufge­nommen. Die Spielleitung führt Fritz Walter.

Oer 27. Dezember

kein allgemeiner Derkaufssonntag.

Fwd. Die Lage des Weihnachtsfestes führt in diesem Jahre dazu, daß am 25., 26. und 27. De­

zember drei Feiertage aufeinander folgen. Es war deshalb angeregt worden, den 27. Dezember (Sonn­tag) allgemein zum Warenverkauf für einige Stun­den freizugeben. Wie nunmehr vom Reichsarbeits­ministerium mitgeteilt wird, ist nicht beabsichtigt, dieser Anregung zu entsprechen. Für den Verkauf am 27. Dezember sind deshalb grundsätzlich die Richt­linien über den Sonntagsverkauf im Bedürfnis­gewerbe maßgebend. Diese Richtlinien sehen einen regelmäßigen Sonntagsoerkauf für bestimmte Waren vor, die der Gefahr des Verderbs ausgesetzt sind, und regeln den Sonntagsverkauf in ländlichen Ge­genden. An einzelnen Orten sind von den Landes­regierungen erlassene Ausführungsanweisungen hier­für maßgebend. Soweit für den 27. Dezember eine Erweiterung der Verkaufsmöglichkeiten gewünscht wird, ist es notwendig, mit den zuständigen Be­hörden in Verbindung zu treten. Eine Ausnahme­genehmigung ist ebenfalls erforderlich, wenn die Erlaubnis zum Nachfüllen der Automaten während der Weihnachtsfeiertage gewünscht wird.

Ablauf der Antragsfrist

für das Derwundeten-Abzeichen.

DNB. Die Frist für Anträge auf den Berech­tigungsausweis für das Verwundetenabzeichen läuft mit dem 31.Dezember 1936 ab. Soweit von den Antragsberechtigten Anträge noch nicht gestellt wor­den sind, sind sie rechtzeitig bei den zuständigen Bersorgungsämtern einzureichen. Die Frist wird nicht verlängert. Der Reichs- und preußische Ar­beitsminister hat jedoch mit Rücksicht auf die Feier­

tage die Versorgungsämter angewiesen, die bis einschließlich Montag, 4. Januar 1937, bei ihnen eingehenden Anträge als rechtzeitig gestellt anzu­sehen.

Lungmcidel schwimmen auch imWinter!

Schwimmen ist der gesündeste Sport. Kein an­derer Zweig unserer körperlichen Ertüchtigung ist so sauber und arbeitet in gleicher Weise den ganzen Körper so durch, wie das Schwimmen.

Selbstverständlich gehört deshalb auch das Schwimmen zur Grundausbildung des Jungmädels. Die Gießener Jungmädel haben' das Glück, diesen abhärtenden und allen gesundheitlichen Schäden vorbeugenden Sport auch im Winter betreiben zu können.

Die ängstlichen Eltern, die irrtümlicherweise im Schwimmen eine Erkältungsgefahr sehen, müssen bedenken, daß wir nicht heiß baden, sondern in Wasser von 17 Grad schwimmen. Das bedeutet, daß wir nach einer gründlichen Reinigung des ganzen Körpers eine halbe Stunde lang schwimmen,' sprin­gen und fröhliche Wasserspiele betreiben.

Die Schwimmabteilung der Gießener IM. wird vom Schwimmverein Gießen betreut. Dies gewähr­leistet eine sorgfältige Schulung, von fröhlichen Wassergewöhnungsspielen der Jüngsten und Nicht­schwimmerinnen zum guten Stil der verschiedenen Schwimmarten und schönen Sprüngen bis zum edlen Rettungsschwimmen der ältesten IM. Best- geschulte Kräfte werden diese verantwortungsvolle und schöne Aufgabe übernehmen.

Alle IM. werden sich zu Weihnachten den schwar­

zen Schwimmanzug und das Kovftuch mit dem HJ.-Abzeichen wünschen. Das Kopftuch wird über die Bademütze gebunden und verhindert wesentlich das Naßwerden der Haare. Am Ende der Schwimm- stunde müssen alle nochmal unter die kalte Dusche. Beim darauffolgenden Trockenreiben wird die Haut nochmals besonders kräftig durchblutet. Nichts schützt besser vor Erkältung, als eine gesunde Haut.

Eltern, seid nicht überängstlich! Laßt die Jung- mädel auch im Winter schwimmen und laßt sie sich damit Mut, Selbstvertrauen und Verantwortungs­gefühl erwerben.

AGOAp. Ortsgruppe Gießeu-Süd.

Hilfskaffe.

Diejenigen Angehörigen der SA., SS., Marine- SA., Reiter-SA., des NSKK. und der Werkscharen, die im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd wohnen, können ihren Beitrag zur Hilfskasse noch entrich­ten am:

Mittwoch, 16. Dezember,

Donnerstag, 17. Dezember, und

Freitag, 18. Dezember,

jeweils in der Zeit von 20 bis 22 Uhr auf der Ge­schäftsstelle der Ortsgruppe, Frankfurter Str. 29 H.

Wer bis dahin nicht bezahlt hat, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet und hat sich dar­aus entstehende Folgen selbst zuzuschreiben.

Trauer feier für Louis K eck.

Am gestrigen Dienstagnachmittag wurde Louis Frech, der warmherzige Erzähler und Sänaer seiner Heimatstadt Gießen, auf dem Neuen Fried­hof zur letzten Ruhe gebettet. Viele Freunde und Bekannte gäbe ihm das letzte Ehrengeleit und die Fülle der Kränze und der Blumen war Ausdruck der liebevollen Verehrung und der Anhänglichkeit an diesen bescheidenen Menschen mit einem jungen Herzen und sonnigen Humor. Die Turnerfahne, der er ein Lebensalter in Treue gefolgt war, hielt die Ehrenwache.

In den von Kapellmeister K r e n g e I feinfühlend vorgetragenen Weisen des MozartschenAve Ma­ria" klang die Erinnerung an bas begnadete Ta­lent Louis Frech an, aus dem heraus er feine künstlerischen Fähigkeiten in Lied, Schrift und Farbe in den Dienst der Allgemeinheit stellte. Pfar­rer Ausfeld fand ausgezeichnete Worte für die­sen treubesorgten, nimmermüden Menschen, der sei­ner Heimat so viel in seinen Liedern und Beschrei­bungen des alten Gießens geschenkt hat. Er zeich- nete ein Lebensbild dieses aufrechten deutschen Mannes, der aus feiner religiösen Frömmigkeit heraus zur Heiterkeit des Herzens gelangte, durch die feine künstlerischen Neigungen zur Entfaltung kamen, sowohl in feinen Auszeichnungen und Bil­dern, als auch in dem Bilde derWartburg", das er der Johannesgemeinde geschenkt hatte.

Nach dem Gebet des Pfarrers nahm die Alters­vereinigung 1858/1908 Abschied von ihrem Altes- fameraöen, dann ließen dieUnion" und die Lei­tung der Gießener Altersoereinigungen ihm, dem Ehrenpräsidenten beider Vereinigungen, den letzten Abschiedsgruß sagen; ihm, der lange Jahre hin­durch diesen Vereinigungen die Treue gehalten und in Freundschaft zu ihnen gestanden hat, war mit Worten nicht der Dank abzustatten, der ihm, wie der Svrecher sagte, aus ganzem Herzen zu sagen wäre. So sollen die von Louis Frech mit tiefem Ernst und köstlichem Humor geschaffenen Li"der, die er der Allgemeinhet übergeben hatte, stin Ver­mächtnis fein, das bester als ein erzenes Denkmal die Erinnerung in den Herzen bewahren soll. Auch der Sprecher des Männerturnvereins hatte Louis Frech, der fast feit der Gründung dem Mtv. anne- hörte und als fein erster Turnmart der Turner-fache aroßen Aufschwung gab, viel zu danken. Wie der Mtv., so haben ihn auch der alte H"ssenaau der DT. und der Gau Hessen im neuen RfL. durch Ver­leihung des Ehrenbriefes ausgezeichn-tt. Der Rttv. wird den frischen Turner, frohen Wanderer und fröhlichen Dichter, der als aufrechter deutscher Mann durchs Leben gegangen ist, ein bleibendes Andenken sichern. Noch einmal senkte sich die Tur­nerfahne über der Bahre, während die altoertrauten Weisen vom guten Kameraden erklangen. Dann schloß mit den stimmungsvollen Weisen von Schu­bertsRuhe in Frieden" die einbrucksnolle Trauer» feier für einenfreien, braven Bursch", dem das alte, traute Gießen es angetan hatte, so daß er ihm die schönsten Lieder fang.

De Herr Oberbürgermeister hatte als Zeichen der Dankbarkeit unserer Stadt für den Enttchlcttee einen Kranz mit Beileidsschreiben übermitteln lassen, ferner war als Vertreter des Oberbüraer- meifters und der Stadt Bürgermeister Dr. Hamm bei der Trauerfeier zuaegen, verzichtete iedoch her bisherigen Gepflogenheit entsprechend, auf eine An­sprache, nachdem der Oberbürgermeister selbst in seinem Schreiben die Trauer der Stadt und ihrer Verwaltung bereits zum Ausdruck gebracht hatte.

Volksdeutscher Abend des VOA.

Die Ortsgruppe Gießen des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland hielt gestern in der Aula der Universität einen Volksdeutsche Abend ab. Die Veranstaltung fand mit einem Liedvortrag des Bäuerischen Gesangvereins /Leitung: Musikleh­rer Bla ß) einen würdigen Auftakt. Der Chor sang dasLied der Ausländsdeutschen" von Rinkens.

Sodann hielt der Leiter der Ortsgruppe des VDA., Kreisdirektor Dr. Lotz, eine kurze An­sprache. Er wies darauf hin, daß der Abend ein volksdeutscher Ruf fein solle, der bas Wissen um unser Volkstum lebendig machen und den Kampf unserer volksdeutschen Brüder im Ausland veran­schaulichen solle. Der Ruf solle aber auch hinaus­dringen zu den 35 Millionen Deutschen im Aus­land und sie wissen lassen, daß ihnen das Reich für ihr deutsches Volkstum Stütze und Rücken­stärkung fei. Der Volksbund, fei auf den Plan ge­treten als Kampfgefährte des Führers in der deut­schen Sache. Dr. Lotz sagte bann ben zahlreichen Besuchern herzlichen Dank für bas burch ihre An­wesenheit gegebene Zeichen ber Verbundenheit mit ber Sache bes VDA. Er bankte ferner allen, die sich für bie Ausgestaltung bes Abenbs zur Verfü­gung stellten.

Nachbem Jntenbant Schultze-Griesheim brei Gedichte von Eichendorff zum Vortraa gebracht batte, hielt Lehrer K ö b l e r, ber Rebner bes Abenbs, einen großangelegten Vortrag unter dem ThemaSpanien als Kamvfplatz zweier Weltan­schauungen". Der Vortragenbe. ber brei Fabre mng in Spanien weilte unb sich eingehenb mit der Ge­schichte des Landes und mit Land unb Leute be­schäftigt batte, sprach aus seinem reichen Wissen über bie Ursachen, bie zu ben gegenwärtigen Kämp­fen in Spanien geführt haben. Er schilberte xu-

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