Oberheffen
u erfüllen hat, nicht zu unterschätzen. Zwei Chöre vlgten. Dann konnte man noch einmal Herrn
sehr stark die
jungen, 14. Dez. Infolge der schlechten, ungesunden Witterung herrscht in unserem Städtchen ' ' “ ' Grippe-
berg) unter Leitung des Musikzugführers Di e t laus- geführt wurde. Unter der ausgewählten Mustkfolge verdienen vor allem die schneidigen Märsche. Ouvertüren, Walzer und Potpourris hervorgehoben zu werden. Die Erwartungen, die man an die Ausführung des reichhaltigen Programms geknüpft hatte, wurden bei weitem übertroffen. Stürmischen Beifall erntete die Kapelle nach jedem Musikstück, so daß sie sich gezwungen sah, Einlagen zu geben. — Heute vormittag fand im Rathaussaale die Schlußbesprechung über die R e i ch s b o d e n s ch ä tz u n g für die Grundbesitzer der Laubacher Waldgemarkung statt. Zn einem lehrreichen Vortrag gab der Geologe S ch ö n h a l s vom Landesfinanzam^ DarmÜa0t an Hand der Karten eine eingehende Darlegung übe.- die Schätzungsergebnisse sowie das Verfahren und den Zweck der Bodenschätzung, die von den Zuhörern mit großem Interesse verfolgt wurde.
Samen sie hochbewertet nach Hause. Als letzte Schau in diesem Jahre fand am Sonntag die 4. Kreisgeflügelausstellung in Watzenborn-Steinberg statt. Oie Gießener Züchter stellten dazu 33 Tiere. Sie errangen darauf 6 Ehren- und 13 Klassenpreise. 23mal verdienten sie sich die Note sehr gut und
3uthergemeinde, Studienasiessor Reichard, einige Dorte und bat eindringlich, den Wert eines Chores, >ie Verkündigung des Wortes, die er auch im Lied
Tank in zwei weiteren Liedern Horen. Nach einer urzen Pause und einem Gemeindelied hielt Pfar- er Lic. Flechsenhaar (Ulfa) seinen Vortrag iber „Die Adoentshoffnung für die Kirche Jesu Christi." Nach einem kurzen Dantes- und Schlußwort von Kirchenvorsteher Prof. Dr. H e p d i n g lang die Gemeinde noch „Gelobet seist du Jesu
gliedern stellt.
In Würdigung der regen und aufbauenden Arbeit )es Gießener Vereins und anläßlich seines 40jäh- rigen Bestehens hat der Vorsitzende der Landes- achqruppe, Herr Ackermann, zugesagt, die Landesfachgruppenschau 1937 in Gießen abzubalten. Schon in kurzerZeit sollen die Vorarbeiten beginnen.
Jugend an die Front!
HI. sammelt vom 18. bis 20. Dezember für das Whw.
Christ."
Gießener Geflügelzuchtverein.
Man berichtet uns: Wieder einmal stellten die Mitglieder 1 .'s Gießener Geflügelzuchtvereins ihre Tiere in den Wettbewerb, und wieder einmal
Landkreis Gießen
"Y* Watzenborn-Steinberg, 14. Dez. Infolge der immer mehr zunehmenden Grippe- erkrankungen mußte die Schule auf acht Tage geschloffen werden.
* Lich, 15. Dez. Betrauert von vielen Freunden und dem größten Teil der Bevölkerung unserer Stadt und der Umgebung verschied am Sonntag der in weiten Kreisen bekannte und geschätzte „Alte Löwenwirt" Hermann Jhring im Alter von nahezu 76 Jahren. Ausgerüstet mit reichen Geistesgaben und einem unbestechlichen Urteil war er seinen Standesgenossen allezeit ein williger und hilfsbereiter sachverständiger Berater. Seine Schulbildung genoß er auf der damaligen Realschule zu Gießen, ein beabsichtigtes Studium wurde jedoch nicht-möglich, da ihn häusliche Verhältnisse zum vorzeitigen Abschluß seines Bildungsganges veranlaßt hatten. So wurde er, wie seine Väter, Landwirt und hat auch in diesem Berufe Vorbildliches geleistet. Don seiner außerordentlichen Beliebtheit und Wertschätzung zeugte der große Trauerzug, der sich heute durch die Straßen der Stadt bewegte. Dor dem Sarge schritten die Vereine, deren Mitglied der Dahingeschiedene war, dem Sarge folgten viele hiesige und auswärtige Trauergäste. Am Grabe würdigte der Geistliche die vielfachen Verdienste des Entschlafenen. Die Heimatfreunde werden ihn besonders schmerzlich vermissen, denn sein bewundernswertes Gedächtnis war ihnen häufig eine Stütze. Viele Ereignisse der Heimatgeschichte vermochte er mit prächtigem Humor gewürzt wiederzugeben. Mit Hermann Jhring ist ein deutscher Mann von echtem Schrot und' Korn dahingegangen.
* Cid), 14. Dez. Zehn Kameradschaften des Kreisverbandes Gießen (Kyffhäufer- bund) erhielten im Saale des Kam. Wilhelm Lotz zu Nieder-Beffingen ihre neuen Bundesflaggen. Hierzu waren erschienen der neue Kreisführer Dr. Monnard, der Derwaltungsführer ©lebe, der Propagandaobmann K ö h r e s. die beiden Unterabschnittsführer Börmer und Keil und 104 weitere Kameraden. Nach Abschreiten der Fahnenfront durch den Kreis^ührer bewillkommnete Bürgermeister Maul die Anwesenden im Namen der dortigen Ortsgruppe, und er fand anerkennende Worte für den Kyffhäuserbund. Unterabschnittsfüh- rer Börmer dankte dem stellv. Ortsgruppenleiter, stellte die Kameraden vom Kreisoerband^ vor, begrüßte sie und dankte ihnen für ihr Erscheinen. Dann sprach der Kreisführer, der u. a. sagte: Der
Kyffhäuserbund hat eine große Tradition, wir sind die Träger. Das verpflichtet uns zur Wahrung der soldatischen Tugenden Gehorsam, Treue, Hingabe. Die Fahne ist das Symbol. Kein echter Soldat läßt seine Fahne im Stick. In dankbarer Erinnerung gedenken wir all Derer, die der deutschen Fahne gefolgt sind bis in den Tod. Ich übergebe hiermit den Kameradschaften die von höherer Stelle schon geweihten Fahnen zu treuen Händen. Unserm Führer, der uns Kyffhäuserleuten ins Eiserne Kreuz das Hakenkreuz verlieh, versprechen wir treueste Gefolgschaft. Der allmächtige Gott schütze ustd segne ihn zum Heile unseres Volkes und Vaterlandes! Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer, das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die kernige Ansprache. Nach dem Wegtreten der Fahnenträger mit ihren schmucken Fahnen begann der gemütliche Teil, bei dem auch zahlreiche alte Soldatenlieder erklangen. Die Feier verlief in würdiger, soldatischer Weise. Der Saal war vom Besitzer in den deutschen Farben reich geschmückt. Der Kreisiührer ließ es sich nicht nehmen, den 88jähri- gen Kameraden (Veteran von 1870/71) Blei in seiner Behausung aufzusuchen und zu begrüßen.
sechsmal gut.
Rückblickend auf die nun hinter uns liegende Llusstellungszeit kann festgestellt werden, daß über« all da, wo Gießener Züchter ihre Tiere dem Preis- "ichterstab überließen, diese durchweg mit hohen 3?roerfungen bedacht wurden. Vier Mitglieder sogar (Bauer, Rhodeländer; Heimborn, schw. Wiener; Becker, Orloff; und Thunken,
HUUKUCL , XJCU.CL, | , LAX VW
^wergrhodeländer) zeigten die besten Tiere ihrer Kasse und erwarben sich dadurch die Berechtigung, an der Reichssiegerschau in Berlin teilzunehmen. Ganz besonders gehört hier der Erfolg von Mitglied Heimborn sestgehalten zu werden, der als Senior des Vereins noch unermüdlich an der 23er- i Besserung seiner schwarzen Italiener arbeitet.
Schönheit und Leistung! Höchste Vollendung der Kasse! Hinweg mit allen Kreuzungstieren! Das ist jie Forderung, die die Vereinsleitung den Mit
tätigt werden.
Große (Strafkammer Gießen.
Der 47jährige Ludwig Mitze aus Eichelsdorf (Kreis Schotten) war feit dem Jahre 1911 Gemeinderechner von Eichelsdorf. Die Anklage legte ihm zur Last, in den Jahren 1924 bis 1936 erhebliche Beträge aus der Gemeindekasse entwendet und für sich verbraucht zu haben. Der Angeklagte gab im Laufe der gestrigen Verhandlung die Höhe der von ihm unterschlagenen Beträge mit etwa 5000 Mark an, während die Revisionsbeamten des Kreisamtes einen Fehlbetrag in Höhe von 18 000 Mark errechnet hatten.
Der Angeklagte verschleierte in raffinierter Weise seine Verfehlungen dadurch, daß er doppelte Bücher führte. In feinen von ihm persönlich geführten privaten Aufzeichnungen vermerkte er die Einzahlungen, wie sie tatsächlich erfolgt sind, dagegen trug er in die eigentlichen Geschäftsbücher der Gemeindekasse die Beträge, die er für sich verwandte, nicht ein. Die jeweils vierteljährlich anzufertigenden Auszüge fälschte der Angeklagte. Er verstand es
Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde der 25 Jahre alte K. Sch. aus Staden (Kreis Friedberg) wegen tätlicher Beleidigung einer Frau zu drei Monaten Gefängnis, abzüglich zwei Monate Untersuchungshaft, verurteilt. Außerdem wurden dem AngeklaKen die Kosten des Verfahrens auferlegt.
Wegen . Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem minderjährigen Mädchen verurteilte das Gericht unter Ausschluß der Öffentlichkeit den 26- jährigen A. E. aus Stornfels (Kreis Schotten) zu einem Jahr vier Monaten Gefängnis. Sechs Monate Untersuchungshaft wurden dem Angeklagten angerechnet.
lachst den landschafllichen Charakter Spaniens und mrad) von dem Entwicklungen in kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht. Dann ging er auf die Geschichte Spaniens ein, die seit über IVz Jahrtausende eine Geschichte der Unruhe und des Blutver- -iehens gewesen sei. In eingehenden Darlegungen beschäftigte sich der Vortragende ferner mit den Starken Einflüssen der katholischen Kirche auf das geben in diesem Lande, lieber die Zeit der Mau- renberrjdjaft, der Inquisition und des Guerillakrieges führte der Redner seine Zuhörer in die Gegenwart und vermittelte dabei ein anschauliches Vild von dem völkischen Leben in Spanien. Zahlreiche Lichtbilder, eigene Aufnahmen des Dortra- -enden, unterstützten das gesprochene Wort. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine Aus- Rührungen.
Kreisdirektor Dr. Lotz schloß dann den Abend mit dem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler.
Adventfeier der £u beraemeinde.
Am dritten Advent hatte die Luchergemeinde, wie alljährlich, ihre Mitglieder und Freunde zu einer Üldoentsfeier in die Turnhalle am Oswaldsgarten ungeladen. Eine große Gemeinde hatte sich eingebunden. Das gemeinsam gesungene Lied „Macht hoch die Tür" eröffnete die Fsier, dann führten d:e Kinder der Kinderkirche ein Spiel von der Geburt
h. Treis (Lumda), 14. Dez. Wie in den umliegenden Gemeinden, so sind auch bei uns die Schulen wegen der zunehmenden Gripve- erkrankungen geschlossen worden. — Die Auf- räumungsarbeiten an der in der vorigen Woche eingestürzten Kirchhofsmauer, deren Trümmer die ganze Dorfstraße mehrere Meter lang bedeckten und jeden Verkehr hinderten, sind nun beendet; jede weitere Gefahr ist ausgeschlossen. Wegen des Abbruchs der Mauer, die schon seit vorigem Jahr Sprünge zeigte, waren seit difem Sommer Verhandlungen zwischen Kirchenvorstand, Hochbauamt und Denkmalpfleger im Gange, die aber infolge- der Urlaubszeit der Beamten und des Pfarrer- Wechsels ins Stocken geraten waren. Ob die Mauer in der seitherigen Gestalt neu hergerichtet, oder ihre Lage unter Aufwendung größerer Mittel, vielleicht auch durch Anbringung eines der Gemeinde noch fehlenden Ehrenmales für die Gefallenen des Weltkrieges verändert wird, werden die weiteren Verhandlungen ergeben. Man sollte die jetzt gegebene Gelegenheit, wie auch die zur Verbreiterung der an dieser Stelle unübersichtlichen Fahrbahn, nicht ungenützt vorübergehen lassen.
Lhristi auf. Konzertfänger K. E. Tank erfreute >ann durch den Gesang von zwei Hirtenliedern, von Arau Heermann auf dem Klavier begleitet. Die Konfirmanden und Konfirmandinnen und Glieder , 'er weiblichen Jugend wechselten hierauf in bunter
Kolge im Aufsagen von Verheißungen und Advents- . ßedichten und Singen von Weihnachtskanons. An-
chließend sprach der Leiter des Kirchenchors der
wandte.
Auf Grund der Beweisaufnahme, die bis in die späten Abendstunden des gestrigen Tages anbauerte, kam das Gericht zu der Ueberzeugung, daß der Angeklagte etwa 7000 bis 8000 Mark unterschlagen hat. Wegen Unterschlagung im Amte verurteilte ihn. die Große Strafkammer zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis unter Anrechnung von drei Monaten und zwei Wochen Untersuchungshaft. Mit Rücksicht auf das ehrlose Verhalten des Angeklagten wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. Das Gericht berücksichtigte insbesondere bei der Strafzumessung, daß der Angeklagte, der kinderlos verheiratet ist, ein Gehalt von etwa 200 Mark bezogen und keine Not gekannt hat, sowie die Höhe der von ihm unterschlagenen Gelder.
** Frühere Auszahlung von Dienst- meisterhaft, die bezügen an Weihnachten und Neujahr, verhindern. In Der Reichschatthalter Hessen — Landesregierung 9r”n
— verordnet an alle unterstellten Behörden, Gemeinden, Gemeindeverbände und sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechtes: Mit Rücksicht auf das Weihnachts- und Neujahrsfest können gezahlt werden: die am 25. Dezember 1936 fällig werdenden Dienstbezüge der Angestellten und die Lohne der Arbeiter am Mittwoch, 23. Dezember, und bie am 1. Januar 1937 fällig werdenden Löhne für die Arbeiter am Mittwoch, 30. Dezember. Die für diese Zahlungen erforderlich werdenden Ueberroeifungen auf Bank- und sonstige Konten sowie diejenigen auf dem Postwege dürfen jeweils entsprechend früher ge-
Entdeckung seiner Verfehlungen zu! kreis Schotten.
____________ _ diesem Jahre kamen die Verseh- s^s Laubach, 14. Dez. Die NS.-Gemeinschast lungen des Angeklagten durch Revisionsbeamte ans ! r a f t d u r ch Freude" hatte für gestern abend Tageslicht. Der Angeklagte t)at die von ihm ent» । 3U einem B l a s m u f i k k o n z e r t im „Solmser wendeten Beträge dazu verwandt, daß er sich einen $of" eingeladen, das von dem 37 Mann staken Neubau hinstellte und das unterschlagene Geld auch Musikzug des SA.-Hilfswerkslagers NW 4 (Fried- zur Bezahlung der erforderlichen Einrichtung ver-~ - ............. „ h am»
Kirche und Schule.
Landkreis GieNen
= Lang-Göns, 12. Dez. Dom 13. bis 17. Dezember findet in unserer Gemeinde eine Evangelisationswoche statt. Jeden Tag um 20 Uhr ist eine Versammlung in der Kirche. Redner ist Missionar Ruff aus Frankfurt a. M Die Vorträge werden unter dem Hauptthema „Das Aller- notwendigste" -stehen. An allen Tagen um 15 Uhr werden im Gemeindehaus Bibel stunden abgehalten.
§ Queckborn, 14. Dez. Am Samstagabend hielt Missionar Blümer von der Leipziger Mission in unserer Kirche einen Lichtbildern or- tr a g über das Missionsgebiet im ehemaligen Deutsck-Ostafrika. Man bekam einen Eindruck von der afrikanischen Landschaft, besonders von dcm schneebedeckten Gebirgsstock des Kilimandscharo, in dessen Nähe der Vortragende gearbeitet hatte. Dann wurde man vertraut gemacht mit den Sitten und Gebräuchen der dortigen Stämme, konnte einen Blick tun in die Arbeit der Missionare, Seelsorge, Lehrerausbildung und Krankenbehandlung. Auch sah man manche Erfolgs ihrer Tätigkeit an den schönen Gotteshäusern, die von den eingeborenen Christen gebaut worden sind. Manchem wurde so wieder einmal eine Aufklärung über Sinn und Zweck der Missionsarbeit gegeben, daß auch gerade durch die deutschen Missionare in fernen Landen das Ansehen unseres Vaterlandes gefördert wird. Der Abend war gut besucht.
* Ettingshausen, 14. Dez. Gestern predigte hier Missionar Blümer von der Leipziger Mission und zeigte am Abend schöne Lichtbilder von unserer alten Kolonie Deutsch-Ostafrika, in der er 25 Jahre tätig war. Dieselben Veranstaltungen fanden auch in der Gemeinde Hattenrod statt. Leider ließ der Besuch des Missionsgottesdienstes hier sehr zu wünschen übrig. Viele Einwohner sind grippekrank.
Rundfunkprogramm
Donnerstag, 17. Dezember:
6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten: 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik am Morgen. 9.30: Nachrichten. 10: Schulfunk. Volkslieder. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Musik für alle! Kreuz und quer durch unsere deutsche Heimat. 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Musik für alle! 14. Nachrichten. 1410: Dienst am Kunden. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Kinderfunk. 16: Wir laden Sie zu einem Tänzchen am Rhein. 17: Kleines Konzert zur Dämmerstunde. 17 30: Bunter Kranz, gestochten für Bücherfreunde. 17.45: Ratgeber für den Weihnachtsbüchertisch. 18: Blasmusik. 19: Querschnitt durch die 11. Olympischen Spiele. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk.
Mutti, diese — die schmeckt so gut.
Mutti lächelt, denn Zahnpasta ißt man ja nicht Aber die Zunge ist dennoch stark beteiligt und da ist das milde und wunderbar schöne Aroma der Nivea-Zahnpast® eine gute Hilfe, um auch die Kinder zur Zahnpflege anzuhalten.
Wege im Nebel.
Roman von Käthe Melmer.
(Copyright by Aufwärts-Derlag, Berlin SW 68.)
34 Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
Aufs höchste betroffen, hatte auch Janna zugehört. Doch schon fuhr Rammelt fort. Stcrmmelnd entrangen sich ihm die Worte: .
„Ja! Ich selbst--habe auf sie geschossen--
habe sie verwundet--" ______
[ Ein dumpfes Stöhnen brach plötzlich aus feiner Brust. Die Anstrengung schien zu groß gewesen zu sein. Ehe einer der Anwesenden es verhindern konnte, schlug er schwer mit dem Kopf auf die Bett-
Schreckensbleich starrte Janna auf den Arzt, der den Kopf auf das Herz des Patienten gelegt hatte.
Der Kommissar faßte sich zuerst.
I, Ist er ..
",Nein!" erwiderte der Oberarzt, sich wieder aufrichtend. „Nur wieder eine, tiefe Bewußtlosigkeit Aber ich fürchte, es wird schwer halten, ihn noch I einmal zu einer Aussage zu bringen."
IXX.
Sonntag morgen. .
Am Rande der Kleinstadt ein kleines, Hub- sches Haus.--- Inge Schlicht- Heimat wo sie
allein mit ihrer alten Mutter wohnte, feit,0er Vater vor nur wenigen Jahren an plötzlicher Krankheit gestorben war ..
In dem gemütlich ausgestatteten Wohnzimmer saßen die decken Frauen soeben beim Kaffeetrinken
„Komm. Jyge!" mahnte die alte Dame, Inge den zierlichen Brotteller herüberreichend. „Du ißt viel zu wenig! Dabei siehst du so elend aus, daß man Angst bekommen könnte, du fielest im nächsten Augenblick um!"
„Wirklich, Muttchen, ich möchte nichts mehr essen, ich habe gar keinen Hunger."
„Keinen Hunger! Das höre ich nun schon seit Tagen von dir, Inge! Kind, Xi hast etwas! Meinst ' bu, ich fühle es nicht? Jrgsrck etwas beschäftigt : Vch, lastet auf dir!"
„Laß doch Muttchen, es ist wirklich nichts!" Aber Frau Charlotte ließ sich nicht abschrecken.
„Dann faae mir einmal etwas anderes, was ich dich immer schon habe fragen wollen: Es gehen da so allerlei Gerüchte um, daß die Brand AG. nicht mehr feststehen soll. Weißt du etwas davon?"
„Was die Leute nur immer über die Angelegenheiten anderer zu klatschen haben müssen!" fuhr Inge auf.
„Leider handelt es sich hier ja aber nicht um Privatangelegenheiten, und es sind auch nicht die Leute, die hauptsächlich darüber sprechen, sondern die Presse selbst, die solchen Vermutungen Ausdruck gibt!" wandte die alte Dame vorsichtig ein. „Noch gestern stand eine derartige Notiz in der Mittags- zeitung. Hier, lies selbst!"
„Ja, ich weiß schon", antwortete Jnae, ohne die Zeitung, die ihre Mutter ihr entgegenhielt, weiter anzuseyen. „Ich habe sie gestern selber gelesen. Fettgedruckte Überschriften brachten einige Zeitungen sogar: „Brand AG. in Schwierigkeiten?" „Ueber- steht die Brand AG. den Prozeß?"--und was
dergleichen Titel mehr sind. Dabei ist eben das das einzig wirkliche Hebet das gefährlich werden kann! Nur so werden dann die Leute mißtrauisch und ziehen die Hilfsmittel zurück, die sonst vielleicht alles noch retten könnten!"
Inge hatte sich völlig in Eifer geredet. Ihre Wangen glühten. Erstaunt sah Frau Charlotte zu ihr herüber.
„Jedenfalls scheint es dir also nicht unbekannt zu sein, daß art den Gerüchten etwas Wahres ist?" fragte sie ernst.
„Natürlich ist etwas Wahres daran!" erwiderte Inge. „Ohne weiteres könnte es ja auch sonst nicht in der Presse veröffentlicht werden. Aber ich glaube einfach nicht daran, daß die Brand AG. nerfagt! Ich glaube es einfach nicht!"
Ohne Uebergang legte Inge plötzlich den Kopf auf die Arme und begann fassungslos zu schluchzen.
„Aber Kind, was ist denn mit dir? Was hast du denn nur auf einmal? Wenn du glaubst, daß die ganze Geschichte nicht so ernst wird, bann ist es doch gut! Ich habe dich nur gefragt, weil ich Angst hafte, du würdest bei einem Zusammenbruch der Firma auch deine Stellung oerliereni"
„Deswegen ist es doch gar nicht!" sagte Inge, noch immer schluchzend. „Ach, wenn er nur nicht so furchtbar darunter zu leiden hätte!"
„Wer hätte darunter zu leiden?" Von wem sprichst du denn, Inge?"
„Der Generaldirektor! Ach, Mutter, Mutter, ich habe ihn ja so lieb! Ich habe ihn ja so lieb!"
Wieder schüttelte das Weinen sie, während sie das Gesicht in den Händen verbarg.
Beruhigend strich Frau Charlotte ihr mit der Hand über das Haar.
„Mein liebes Kind, ich habe es ja schon längst geahnt!" sagte sie mit dem innigen Blick des Verstehens. „Und nun komm und erzähl mir alles, das wird dir gut tun!---"
Noch lange saßen die beiden Frauen an diesem Sonntagmorgen beisammen.
Inge hielt nun nicht mehr zurück, erzählte alles. Wie ihr das verstörte Benehmen Brands schon seit langem aufgefallen fei, wie er sich ihr endlich gestern morgen anvertraut, ihr von den Schwierig- keilen des Werkes gesprochen habe. Wie er ihr schließlich in furchtbarer Verzweiflung von dem Kampf mit Rammelt erzählt habe, dessen unglücklicher Ausgang die furchtbarsten Folgen für ihn haben könne ----
„Wenn er es nur beweisen könnte, daß es nur ein unglücklicher Zufall war, daß der Schlag gegen Rammelt nicht aus Absicht, sondern in der Verteidigung, in der Gegenwehr geschah!" rief Jnye aus. „Aber die beiden waren ja ganz allein, kein Zeuge hat die Tat gesehen! Und sonst spricht ja alles nur gegen ihn: der unglückliche Prozeß,--
die Verhandlungen Olga Willnoffs mit Rammelt wegen des Gutachtens, die sie doch in Walter Brands Namen führte,--die Tatsache, daß er
selbst so verstört war, als er die Sache bei der Sanitätswache meldete, — und vor allem, daß er es zunächst verschwiegen hat, daß er Rammelt niederschlug!"
„Das war allerdings auch ein großer Fehler von ihm!" murmelte Frau Charlotte.
„Gewiß, Mutter! Aber wer in seiner Lage hätte in einem solchen Augenblick nicht ebenso gehandelt? Es mußte ihm ja sofort klar sein, daß niemand es ihm bei den gegebenen Umständen glauben würde, daß er Rammelt nur im Handgemenge getroffen,
unglücklich getroffen hat! Er hoffte außerdem, daß es dem Arzt gelingen werde, ihn bald ins Bewußtsein zurückzurufen, daß die Sache dann zwischen ihm und Rammelt bleiben werde! So hat er die Sanitäter glauben lassen, er, Walter Brand, habe den Bevollmächtigten nur dort liegend gefunden ..."
„Und eben das ist ihm nun zum größten Verhängnis geworden!" nickte Frau Charlotte.
„Wer konnte aber auch wissen, daß zur gleichen Zeit die Polizei nach Dr. Rammelt suchte, daß dieser in der Zwischenzeit nicht nach Hause gekommen war, daß sein Hausgesinde ihn plötzlich suchen ließ, --daß eben alles so furchtbar zusammen kam?! Aber ttotzdem, Mutter, wenn ich auch selber nicht alles verstehe,--ich glaube an ihn, ich glaube
an ihn!"
„Und ich glaube, daß du recht daran tust, mein Kind!" erwiderte die alte Dame gütig. „Ich habe den Generaldirektor ja nur zwei- oder dreimal gesehen, aber in seinem Gesicht steht nichts Unlauteres; ich selbst hatte den Eindruck, daß dieser Mann in ihn gesetztes Vertrauen nicht täuscht! Aber nun sage mir noch eins, Inge: In welchem Verhältnis steht der Generaldirektor zu Olga Willnoff?"
„Genau weiß ich das auch nicht, Thitter! Aber etwas anderes weih ich, und mein innerstes Gefühl sagt es mir: Olga Willnoff meint es mit Walter Brand nicht ehrlich!"
„Und woraus schließt du das?"
„Weil sie einen unaufrichtigen, hinterhältigen Eindruck macht, Mutter! Und wenn du etwas Genaueres wissen willst: Weil sie noch vor wenigen Tagen spät nachts mit dem Bevollmächtigten Rammelt hier in ein Nachtcafs gegangen ist, während sie Brand glauben ließ, sie befände sich in Oberhof!"
„Und woher weißt du das, Inge?" rief Frau Charlotte erstaunt.
„Ich habe sie beide selber gesehen, Mutter! Es war an dem Abend, weißt du noch, als ich den Zug hierher versäumt hatte---Und ich irre mich
bestimmt nicht, es war Olga Willnoff! Vor dem Excelsior war es! Ihr rotes Haar ist ja unverkennbar! Und sonst--man braucht ja nur zuzu»
sehen, wie ein Herr einer Dame aus dem Wagen hilft, um zu wissen, wie sie zueinander stehen! lieber das Gutachten haben sie dort in der Bar ganz bestimmt nicht verhandelt!"
(Fortsetzung folgt!)


