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Nachdruck verboten!
26 Fortsetzung.
Die öcuifdic Rrbeitsfrom n.9.=0emcinrdiaft „firaft öurdi Freude"
Omnlbusfahrl nach dem Nürburgring.
Zu der Omnibusfahrt am Sonntag, 26. Juli, nach dem Nürburgring sind noch einige Plätze frei, und können noch Anmeldungen auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, angenommen werden. Der Fahrpreis beträgt 7 RM., die verbilligte Eintrittskarte 0,55 RM.
Volkslanzkrels.
Heute abend findet die Uebungsstunde wieder im Haus der Deutschen Arbeit, im großen Saale, statt. Beginn 20 Uhr.
Gutes Licht — gute Arbeit.
Im Herbst 1935 wurde unter der Leitung des Amtes „Schönheit der Arbeit" in der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" überall die Aktion „Gutes Licht — gute Arbeit" durchgeführt. Durch diese Aktion sollte die Notwendigkeit einer guten Beleuchtung am Arbeitsplatz herausgestellt werden, die unbedingt neben der Schonung der Augen und JElr»
Verfluchtes Gold!
Roman von 3. Gchneider-Zoerfil.
Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
Achtet die Gesetze des Straßenverkehrs
Vorschläge zu Verbesserungen willkommen. - Eine Preisaufgabe. 5000 Mark find zu gewinnen!
Jeden Morgen denselben Weg! Jeden Nachmittag denselben Weg! Da lernt man die Strecke kennen. Da weih man, wo es gilt: Aufpassen! Da sieht man, wo die Wagen immer wieder zusammenrasseln, wo immer wieder die Menschenansammlungen um irgendein neues Opfer des Verkehrs herumstehen, neugierig oder mitleidig, wissensdurstig oder auch sensationslüstern. Da weiß man, wie man am besten über die Straße kommt. Da ärgert man sich immer wieder über dieselbe dumme Einrichtung, die sich doch so leicht ändern ließe...
Da ärgert man sich immer wieder über iraend- eine Unart der Kraftwagenfährer oder der Radler oder der Fußgänger oder der Straßenbahnführer oder der Kutscher. Man sagt sich hundertmal: „Das sollte man doch nicht für möglich halten! Gibt es denn niemand, der diesem Unfug ein Ende macht?!"
Man geht auf dem Bürgersteig, es ist gar nicht viel Betrieb um diese Zeit. Eine Frau begegnet uns, eine einzelne Frau. Der Bürgersteig ist so breit, daß sich drei Frauen und drei Männer gleichzeitig begegnen könnten, ohne sich zu stören. Trotzdem rennen wir mit der einen einzelnen Frau zusammen. Nicht etwa... nein, was Sie denken, es soll eine uns gar nicht interessierende Frau sein. Keine Absicht dabei. Du willst ausweichen, sie will ausweichen. Trotzdem rasselt ihr zusammen!
Wie kommt es? Sie weicht links aus, du ärgerst dich darüber, weichst aber als wohlerzogener höflicher junger Mann ebenfalls links aus. Denn bei richtiger „Steuerung" nach den Derkehrsgesetzen würdest du sie anrempeln.
Wäre alles schön und gut. Aber plötzlich besinnt sie sich anders, wirft sich herum, weicht rechts aus. Du kommst nicht so schnell nach, weil für dich der Fall schon erledigt und die Aufmerksamkeit herab- gesunren war. Folge: Sie denkt, du beharrst auf dem nun einmal angefangenen linken Ausweichen, gerade in dem Augenblick kehrt sie also auf die erste Bahn zurück, in dem du, ihrer Schwenkung folgend, nach rechts ausweichst. So kann das Gewickele noch etliche Male weitergehen, je nach Entfernung des Gegners. Und schließlich rasselt ihr eben unfehl- bar zusammen. Worauf dich die Frau mißbilligend ansieht und vielleicht sogar etwas wie fugend von
ßische Derkehrsminister in einem an die obersten Landesbehörden gerichteten Erlaß ausführt, als unzuverlässig und ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen zu betrachten. Ihm ist daher der Führerschein zu entziehen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, ob die Unterlassung des Abschlusses einer Haftpflichtversicherung dem Führer selbst zur Last gelegt werden kann. Diese Frage ist zu verneinen, wenn z. B. ein angestellter Kraftfahrer ein Fahrzeug geführt hat, für dessen Versicherungsschutz der Halter (Betriebsführer) verantwortlich ist; hinge- gen ist der fehlende Versicherungsschutz nicht entschuldbar, wenn z. B. ein Fahrzeug für eine Vergnügungsfahrt geliehen war.
erwerb nicht überschreiten. In dieser Summe ist die । Einrichtung nicht enthalten. Die Summe von etwa ( 250 Mark einschließlich der allgemeinen Unkosten soll als jährliche Belastung gelten. So ist auch den kinderreichen Familien hier wieder eine Erleichterung gewährt worden.
Trachtengruppen aus dem Gau Heffen- Ilaffau fahren zum Weltkongreß.
NSG. Der Gau Hessen-Nassau sendet zum Welt- : kongreß für Freizeit und Erholung mehrere Trachtengruppen. So fährt die Wetter- fluer Spielschar mit 14 Spielern und einer Bauernkapelle von sieben Mann nach Hamburg. Dort wird sie auf ihrem Spielwagen durch die Straßen und Gassen fahren und ihre Heimatstücke vom „Kroagekneppche" und der „Bienekenigin" usw. zum Vortrag bringen. Eine Trachtengruppe aus Dexbach bei Biedenkopf bringt Hinterländer- trachten nach Hamburg.
Weiterhin fährt noch die Heimatspielschar Alten - B u s e ck zum Weltfreizeitkongreß. Sie wird dort u. a. das Spiel „Die oberhessische Honigküche" zum Vortrag bringen, das nicht am Schreibtisch entstand, sondern nach einer Gegebenen Idee schuf jeder Spieler während den Proben seine Rolle.
Bezirksgruppe Hessen der Fachgruppe Trinkbranntwein-Hersteller.
Der Sprechtag der Bezirksgruppe am 9. Juli in Gießen wurde — wie man uns berichtet — von dem Bezirksleiter Hermann Asbach, Rüdesheim, im Benehmen mit dem Beiratsmitaliede und Vertrauensmann August Balzer, Gießen, geleitet. Die Leitung der Fachgruppe war durch Geschäfts- führer Dr. Neumann, Berlin, vertreten. Außer den Mitgliedern des Unterbezirks Gießen konnte der Bezirksleiter auch noch die Beiratsmitglieder Ernst Margraf und Wilhelm Scholl, Kassel, begrüßen. In zwangloser Form wurden wichtige Fachfragen besprochen, zu denen der Geschäftsführer der Fachgruppe, Dr. Neumann, Berlin, und 6er Dezirksgeschäftsführer, Dr. Schmitz, Wiesbaden, einleitende Referate hielten. Besonders ausgiebig war die Aussprache über Marktordnungsfragen, über die Bezeichnungsvorschriften für Trink- branntroein und über das Maß- und Gewichtsgesetz. Mit Recht wurde darauf hingewiesen, daß die am 1. April in Kraft getretene Eichpflicht für Trink- branntweinversandfässer diejenigen Betriebe besonders schwer belaste, die auf dem Lande weit ab von dem nächsten Eichamt ihren Sitz haben. Es wurden wertvolle Anregungen gegeben, die die Fachgruppe weiterbearbeiten wird. Es war ein besonderer Erfolg dieses Sprechtages, daß sich alle Anwesenden an den Besprechungen der Fachfragen rege beteiligten. Der Bezirksleiter dankte allen Teilnehmern, besonders dem Beiratsmitglied Balzer für feine Vorarbeiten und schloß bann die gut verlaufene Derfammlung in üblicher Weise.
Tag der hessischen Feuerwehren in Nieder-Olm.
Ueber 34 000 freiwille Feuerwehrmänner gibt es in Hessen, die rund 7000 Freiwilligen Feuerwehren angehören. Die älteste Wehr in Hessen ist . die in Offenbach a. M. Seit länger als 90 Jahren steht sie im Dienste der Allgemeinheit und hat, wie alle anderen, tausendfache Schäden mit abgewendet. In den letzten zehn Jcchren sind 5927 Brände zu verzeichnen gewesen, die 9 048 246 Mk. Brandschäden verursachten. Diese an und für sich schon fehr hohe Brandschädensumme wäre um ein Vielfaches höher, wenn nicht wackere Feuerwehr- männer stets hilfsbereit zu jeder Tageszeit, bei Sturm und Unwetter eingefprungen wären. Diese segensreiche Einsatzbereitschaft verdient höchste Anerkennung.
Kommenden Sonntag, 19. Juli, findet in Njede r - O l m (Rheinhessen) der 2 8. Landesfeuerwehrtag statt, dessen Durchführung zeigt, wie diszipliniert die Feuerwehren sind. Mehr als 6000 Feuerwehrmänner marschieren auf. 18 Steiger führen zu gleicher Zeit Hebungen an der Steigerwand aus. Näheres über Sonderzüge zu dieser Tagung ist durch den Landesfeuerwehrpressewart Albin Klein in Gießen zu erfahren.
Entziehung des Führerscheins.
Verursacht ein Kraftfahrer, der nicht gegen Haftpflicht versichert ist, einen Schaden, den er nicht decken kann, so ist er, wie der Reichs- und Preu-
„Rolf!" mahnte die Mutter, schwieg, als er die Hand über die Augen drückte und sich nach der Tür wandte, die gleich darauf hinter ihm zufiel.
Man muhte etwas für ihn tun. Frau Steffen kleidete sich um und machte sich zum Ausgehen fertig. Vielleicht bekam sie in der Villa Terry eher Bescheid. Vielleicht war der Bediente ihr gegenüber weniger zurückhaltend. Maria hatte ihr seinerzeit gesagt, daß es lauter Personal sei, das schon jahrelang in ihren Diensten stehe. —
Es war Elisabeth Steffen eine fürchterliche Enttäuschung, als sie die Villa Terry verschlossen fand. Nur der Gärtner fegte die breite Einfahrt vom Schnee sauber und gab ihr Bescheid, daß der Haushalt aufgelöst sei.
„Wo die Herrschaften sich zur Zeit befinden, können Sie mir nicht mitteilen?" fragte sie.
.Leider nicht!"
„Wir sind Freunde!" erklärte sie halblaut. „Gute Freunde. Mein Sohn ist mit dem Fräulein Terry soviel wie verlobt. Nun sorgt er sich natürlich. Sie würden mich sehr glücklich machen, wenn Sie mir irgendwelche Auskunft geben könnten."
Er hielt das Kinn auf die Schaufel gestützt und blickte sie prüfend an. „Wäre vielleicht eine ganz schlechte Auskunft, meine Gnädige. Der Herr Kommerzienrat lebt ja wohl noch. Aber ob das Fräulein noch lebt? — Ich glaub's nicht."
„Haben Sie irgendeinen Anhaltspunkt — —?"
„Nein! Niemand weiß etwas vom Personal. Auch der Ferdinand nicht, der Diener, und die Babett, was das Zimmermädchen ist. Aber es wird wohl so jein. Wo wäre sie denn sonst?"
„Fräulein Terry hat doch sicher eine Menge Bekannte."
„Schon!" Er sah sie mit einem eigentümlichen Ausdruck an. „Aber Sie wissen ja, meine Dame — auf Fremde kann man nur zählen, solange es einem gut geht. Es hat sich keiner mehr sehen lassen, seit die Firma bankerott ist."
„Aber wenn Sie irgendwelche Nachricht bekommen sollten, bann verständigen Sie uns, bitte." Sie reichte ihm eine Besuchskarte und wollte ihm zugleich einen Geldschein in die Hand drücken, was er aber entschieden ablehnte.
„Das ist nicht nötig, meine Dame. Wenn ich was erfahre, komme ich auch fo. — Sehen Sie", meinte er, nach dem Tor zeigend, „das ist auch einer von
Sammle stets nur frische Pilze. Durchwässerte, alte, angefaulte und stark zerfressene Schwamme lasst im Walde zurück.
Nimm die Schwämme vorsichtig aus dem Bodeil heraus, damit du das Pilzgeflecht (die eigentliche Pilzpflanze!) und junge Fruchtkörperanlagen nicht herausreißt und dadurch zerstörst.
Entferne sofort im Wald anhaftendes Laub uni Erde, damit die Putzarbeit zu Haufe einfacher wird. Benutze als Sammelbehälter einen Korb oder offenen Kasten im Rucksack, damit die Pilze mchj zer« matscht werden und sich erhitzen.
Die gesammelten Pilze werden am besten sofort bei der Heimkunft geputzt und zubereitet. Andern, alls lagere man sie an einem kühlen, luftigen Orte bis zum nächsten Tag, wobei sie nicht in großer Menge aufeinanderliegen dürfen. Pilze enthalten ungefähr 90 v. H. Wasser und sind leicht verderblich. Die Fruchtschicht auf der Hutunterseite schneide man nicht weg, wenn sie keine Maden enthält. Sie ist reich an wertvollen Nährstoffen.
Pilze sind schwer verdaulich. Sie müssen deshalb bei der Zubereitung stark zerkleinert werden (am besten durch die Fleischmaschine). Außerdem müssen Pilzspeisen gut zerkaut werden. Abends find größere Pilzmahlzeiten nicht zu empfehlen. Nichtbeachtung dieser Vorschriften kann Verdauungsbeschwerden ver- Ursachen, die aber mit Vergiftungen nichts zu tun haben.
Zwanzig herrenlose Schafe aufgegriffen
Arn gestrigen Mittwochnachmittag wurden in bet Gemarkung Reiskirchen 20 Schafe ohne Auf- icht angetroffen. Die Tiere hatten bei ihrer Herren« ofen Wanderung durch die Felder allerlei Schaden angerichtet. Sie wurden von Bauern aus Reis« kirchen sichergestellt. Die Gendarmerie Reiskirchen wurde von dem seltenen Fund benachrichtigt.
(Siebener wochenmarktpreise.
* Gießen, 16. Juli. Auf dem heutigen Wochen, markt kosteten: Molkereibutter, kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse C 9%, Wirsing, kg 10, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bis 15, gelbe Rüben 10 bis 12, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün) 25 bis 30, (gelb) 25 bis 30, Unterkohlrabi 15 bis 30, Tomaten 30 bis 45, Zwiebeln 14 bis 15, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 30 bis 40, Kartoffeln (alte) 50 kg 3,95 Mark, (neue), 50 kg 6,50 bis 7,50 Mark, Psir« siche, % kg 30 bis 50 Pf., Himbeeren 25 bis 30, Aepfel (ausländische) 70, Birnen, 25 bis 30, Heidel- beeren 26 bis 30, Stachelbeeren 15 bis 30, Johannisbeeren 16 bis 20, Suppenhühner 80 bis 90, Tauben, das Stück 50 bis 60, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 5 bis 12, Salatgurken 20 bis 30, Einmachgurken 3 bis 5 bis 10, Oberkohlrabi 4 bis 8, Rettich 5 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 Pf.
*
** Straßensperre. Wegen Ausführung von Straßenbauarbeiten wird die Landstraße Fried- berg — Ockstadt innerhalb der Gemarkung Friedberg vom 23. Juli ab auf die Dauer oon 14 Tagen für jeglichen Verkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Friedberg—Ober-Roßbach.
** Gießen bei der Olympia-Ausstellung „Deutschland" vertreten. Lis gegenwärtige große Olympia-Ausstellung „Deutft- lond" in Berlin wurde auch durch Beiträge aus unjerer Stadt bereichert. Zur Ausstellung wuck durch das Verkehrsamt unserer Stadt die lote- maske Justus von Liebigs entsandt, ferner ein Gemälde, das Liebigs Laboratorium verm schaulicht. Das Gemälde stammt aus der Hand dk- Malers Trautschol'd, eines Zeitgenossen des großen Chemikers.
beitsfraft auf der anderen Seite eine Mehrleistung mit sich bringt.
Gegenüber dem Vorjahr soll jetzt der Kreis der beteiligten Organisationen um ein Beträchtliches vergrößert werden. Der Reichsstand des deutschen Handwerks und der Reichsinnungsverband des Elektro-Jnftallateurhandwerks haben ihre Mitarbeit an den Vorbereitungen und der Durchführung dieser Aktion zugesagt. Hierdurch ist eine hinreichende Be-. teiligung des Handwerks gewährleistet.
Bei den Tagungen der verschiedenen Verbände und Organisationen sollen Vorträae über die Bedeutung einer guten Beleuchtung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsstätte gehalten werden. In den Betrieben sollen bei Besichtigungen Lichtmessungen vorgenommen werden. So soll alles getan werden, um einen guten Verlauf dieser Aktion zu sichern.
Auch im Gau Hessen-Nassau wird unter Führung des (Baureferenten „Schönheft der Arbeit" ein Aktionsausschuß gebildet, in dem als Vertreter des Handwerks auch der Leiter der Gewerbeförderungsstelle tätig ist.
Merkregeln für die Pilzzeit.
Der Anfänger im Pilzsammeln sammle zuerst nur die bekanntesten Arten, wie Pfifferlinge und Stein- pilze, die bei genauem Zusehen gar nicht verwechselt werden können. Beim Sammeln von Steinpilzen hüte dich vor Verwechslung mit dem bitteren Gallenröhrling. Dessen Röhren werden im Alter rosa, beim Steinpilz dagegen grünlich.
Was du nicht kennst, lasse ruhig im Walde stehen; nur Rohlinge treten alle Pilze um ober schlagen sie kurz und klein.
Der Pilzreichtum und die Artenzahl tn unseren Wäldern sind viel größer, als meist angenommen wird. Der Steinpilz hat ungefähr 50 ähnlich aussehende Verwandte; Blätterpilze (Verwandte des Champignons und des grünen Knollenblätterpilzes; sie tragen Blätter auf der Unterseite des Hutes) gibt es bei uns ungefähr 1500 verschiedene Arten.
Albert Steffanelli hatte für Frau und Sohn eine Villa an der Peripherie der Stadt gemietet. Das kleine Haus in Ellbach war versperrt und sollte nur noch den Sommer über benützt werden. Rolf hatte ein nettes Kleinauto bekommen, das ihn rasch und zuverläjsig zu Hochschule und Klinik brachte. Der Monatswechsel, den ihm der Vater ausgesetzt hatte, war fürstlich.
Trotzdem dünkte es ihn, als sei er früher glücklicher gewesen. — Früher, als er sich noch auf dem groben Schotter der Straße, im brüten Stock einer Mietskaserne und am Mittagstisch ber Mensa durchgeschlagen hatte...
„Dich quält etwas!" sagte Elisabeth Steffen. Ist es um Maria? — Du darfst jetzt nicht mit ihr rechten. Es ist ja selbstverständlich, daß sie erst einmal über all das Fürchterliche hinwegkommen muß."
„Was ist da so fürchterlich?!" brauste er auf. „Konkurs! Hundert andere machen ihn auch! Deswegen kann sie mir doch Nachricht geben. Aber es ist ihr wahrscheinlich sehr erwünscht. Den stuck, med. auf diese Weise losgeworden zu sein."
„Wie häßlich, Rolf! Du schmähst sie und fvütest sie bemitleiden. Die Zeitungen schreiben nicht nur von einem Konkurs, sondern auch von Verfehlungen. Wahrscheinlich schämt sie sich. Vielleicht ist sie bei ihrem Vater, der sich ja auf der Flucht befindet und will keine Adresse wissen lassen, um ihn nicht zu gefährden."
„Aber mir! Mutter! Mir! Ich bin doch kein Fremder! Bei mir braucht sie doch keine Angst zu haben, daß ich sie verrate!"
,Don Verrat ist auch gar keine Rede, mein Bub. Du mußt dich in ihre Lage versetzen", appellierte sie an sein Gerechtigkeitsgefühl. „Du mußt Geduld haben. Sie schreibt dir sicher noch."
„Aber wann", rief er verzweifelt, „mann--1
Und dann mit einem Zurückwerfen des Kopfes: „Es muß ja nicht gerade Maria Terry sein! — Es gibt noch genug andere."
den Spitzeln, die sich den ganzen lag ums Haus schleichen, weil sie meinen, der gnädige Herr könnte doch einmal unversehens zurückkommen und ihnen in die Hände laufen. Aber da täuschen sie sich! So dumm ist er noch lange nicht. Wenn der Mann Sie fragt, was Sie mit mir gesprochen haben, dann sagen Sie ihm, Sie hätten das Haus besichtigen wollen. Es ist nämlich seit heute ausgeschrieben."
„Gewiß!" Sie überblickte jetzt mit großem In- teresse die breite Front, ließ die Augen über die spiegelnden Fensterreihen wandern und bewunderte die Einheitlichkeit der Architektur.
Aber der vermutliche Spitzel fragte sie nichts, als sie wieder auf die Straße trat. Er hatte eher ein Lächeln um den Mund, das ihr zu denken gab. Ehe sie um die Ecke bog, blickte sie sich noch einmal nach ihm um. Er schien eine Skizze von dem Haus zu machen, denn er hatte ein Blatt Papier aus der Tasche gezogen und ließ einen Bleistift darüber hingleiten.
Der Gärtner hatte ohne Zweifel etwas Falsches vermutet.
*
Der Lois Hornester wollte nach Garmisch, um Proviant einzukaufen. Wenn man zu zweien war, ging alles viel rascher zur Neige. Außerdem konnte er auch zu seinem Gast nicht sagen: „Macht nix, wenn ma kein Fleisch nimmer habn. Trink ma halt a Halbe mehr dafür."
Also mußte der Lois nach Garmisck. Bevor er den Rucksack überhing, gab er seinem Schützling noch einen ganzen Stapel Verhaltungsmaßregeln, wie sie sonst nur von Kinderfrauen oder besorgten Großmüttern gegeben roerben: nicht aufmachen, wenn einer läuten sollte. Aufs Feuer schauen, daß es nicht ausgeht. Wenn's Nacht werden sollte, bis er zurückkäme, die Läden hereinnehmen und die Vorhänge übereinanderziehen.
„Wenn doch die Läden zu sind", versetzte sie mi- derspenstig.
„Wohl, wohl. Aber dieweilen hat einer a Astloch, oder einen Sprung, und d' Leut sind neugierig."
„Erst muß doch jemand im (Barten sein, dann kann er hereinschauen."
„Freilich, das schon. Aber wenn einer einmal im (Barten is, nachher is's schon z' spät zum Läden zu- machen, mein i. Also, Freiln Maria: net auf- jperm, 's Feuer net ausgehn lassn und d' Lädn —"
heute" oder „Ein Benehmen haben die Männer...!" murmelt, während du recht deutlich denkst: „Diese Frauen...! Niemals wissen sie, was sie wollen! Wenn ich doch nur, anstatt hin und her zu trippeln, gleich energisch und unaufhörlich korrekt rechts ausgebogen wäre...!"
Warum wird den Fußgängern nicht einmal deut- lich unter die Nase gerieben, daß für sie untereinander die gleichen Verkehrsgesetze gelten rote für Fahrzeuge? Rechts ausroeichen, links überholen? Oft genug entwickelt sich aus solchen Anrempeleien die gar keinen bösen Willen zur Ursache zu haben brauchen, ein ernster Streit. Wenn nämlich zwei Männer, möglichst noch in Damenbegleitung, aneinanderstoßen. Das ist dann alsobald ehrenrührig. Und beruht doch meist nur auf beiderseitiger Dumm- heft! „
Za, über solche sich immer wiederholenden Bemerkungen ärgern wir uns. Aber es ist genau so wie mit der Apfelsinenschale. Zehn rutschen darauf aus, aber keiner nimmt sie weg. Wir ärgern uns über Derkehrstorheiten, falsche Anordnungen, sture Rechthaberei, verbrecherischen Leichtsinn, unnötige Gefährdung von Menschenleben, Gesundheit, Volksvermögen. Aber wir denken nicht daran, etwas gegen diese Zustände zu tun. Wer aber anders als mir soll Dafür sorgen, daß es besser wird? Wir sind 67 Millionen. Aber die Beamten, die dagegen einschreiten könnten, sind ein unbedeutender Bruchteil dieser Majse. Entsprechend weniger Beobachtungen können sie machen. Wenn wir ihnen nicht helfen, wird vielleicht der oder jener Fehler niemals beseitigt.
Also: Der Aerger allein macht es nicht! Er ist nur gesundheitsschädlich. Mithelfen heißt die Parole. Jetzt gibt es eine gute Gelegenheit: Der Aerger wird bezahlt. In der Zeitschrift „Kampf der Gefahr!" ist im April ein Preisausschreiben erschienen, das 5000 Mark für brauchbare Verbesserungsvor- schläge, auch örtlich bedingter, aussetzt. Es ist bis zum 30. September 1936 verlängert und wird im Juliheft „Kampf der Gefahr!" nochmals veröffentlicht. Die Vorschläge find einfach beim nächsten Polizeirevier abzugeben.
Ist glücklich t>eti)drottt 6eine Aenne weiß „Die Lick geht durch den Magen". Sit kocht ihm öfter seine LlebUnP» speisen: Dr. Delker-puöüinp. Sind im Sacken mit „Sacka* * - dem bewährten M' pulper - ist sie groß. 8» lebt das junge p«t nach dem Wahlspruch:
heller Äopf nimmt Jtet» Getter"!
„Und die Vorhänge zu", knickste sie.
Seit Wolfgang Amselmann ihr vor zwei Tage» die Nachricht gebracht hatte, daß der Vater jij wohlbehalten und unangefochten in Köln besam war sie zuweilen sogar übermütig. Und der Lo« war ein Mensch, dessen natürliche Veranlagung W oon sich aus keinen Trübsinn aufkommen ließ.
Die ersten Tage war sie ihm gegenüber noch eil bißchen unsicher gewesen. Aber bann änderte die Sache. Er ging immer mehr aus sich beraiü und ließ ihr kaum Zeit, an sich und des Batet! Unglück zu denken, soviel gab es, was er ihr allü an Praktischem und Nützlichem beizubringen fw wie man Kafee kochte, wie man Späne zum yeiiet' machen schnitt, wie man Sauerkraut abwässer». mit drei Fingern Kartoffelnudeln drehte, wie es J machen war. daß die Mehlschwitze nicht zu hell M nicht zu dunkel wurde; daß die Ofenklappen S- schlossen sein mußten, weil sonst die ganze Warn durch den Kamin in die Luft ging.
Maria reichte ihm die Hand und nickte ihm i1 „Jetzt können Sie gehen!"
„Glei, Freiln Maria. — Soll i Ihnen a Chn?
kindl mitbringen von Garmisch?"
„Ein Christkindchen?" verwunderte sie sich.
„An Lebzelten halt", lachte er. „Einen ßebtw — wissn S'. I werd schon was sindn. Bei Kramer in Garmisch gibt’s allerhand Feins. IP tuns mir ja--" l
„Läden zumachen, Feuer unterhalten, mcht w sperren."
Mit einem Schwung schob er sich zur Tur W aus. - ,
Die hatte leicht lachen! Er, der Hornester Ls« trug die Verantwortung für alles, und wenn er |v nach Garmisch ging, so wurde das ein ®elDJ, marsch, bei dem ihm nicht einmal Zeit für » Halbe Bier blieb, weil er sich einfach nicht getM-' Maria Terrn länger, als es unbedingt notig ö allein zu lassen.
Weiß der Teufel, was alles passieren konnte, r er wiederkam! Vielleicht kriegte sie's doch m" Angst allein im Haus, lief spazieren, unb er bann nach ihr suchen gehen. Ehe er zur 9ßegbieffl j kam, sah er noch einmal nach bem klemen n zurück, stutzte unb brach in ein helles Gelachter
Maria nahm eben — es war erst 3 Uyr mittags—die Fensterläden herein. (Forts-


