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England muß sich mit Deutschland verständigen.

Eine bedeutsame Kundgebung in London.

gen, sei, so erklärte der Sportreferent Müller, die Form der Sendungen bestimmt worden. Der Rundfunk übertrage nur die Haupt­kämpfe und die großen Entscheidun­gen, dagegen nicht den gesamten Verlauf; denn er habe ja auch an sein übriges Programm zu denken. Die Ereignisse am Rande vermittle das Olympia-Echo, das dreimal am Tage gesendet werde.

OerIntendant des Oeutschlandsenders

und Leiter des deutschen Olympia»Programms wies darauf hin, daß der Deutschlandsender der eigentliche Künder des Programms sei, das mit dem olympischen Staffellauf, der das heilige Feuer vom Altar des Zeus in Olympia nach Berlin trage, begonnen werde. An den Deutschlandsender sind mit Ausnahme des Reichssenders Berlin alle deutschen Sender angeschlossen.

Intendant Hans Otto $rirfe

vom Reichssender Frankfurt umriß in großen Zügen das zur Uebertragung kommende Kultur­programm, das nicht nur die Eröffnungs- und Schlußfeierlichkeiten, die offiziellen Festakte, die Er­öffnungssitzung des internationalen olympischen Ko­mitees, die Eröffnung der olympischen Ausstellun­gen und die Vorträge prominenter ausländischer Ehrengäste, wie Sven Hedin, sondern auch die Festgottesdienste und die öffentlichen Empfänge der Reichsregierung und nicht zuletzt die Auf­führungen auf der Dietrich-Eckart-Bühne umfasse. Hinzu kämen noch die großen olympischen Konzerte und das Militärkonzert in der deutschen Kampfbahn.

Das Kulturprogramm werde die Aufmerksam­keit aller derer auf sich lenken, die hinter den sportlichen Wettkämpfen noch einen weiteren tieferen Sinn sähen, nämlich den friedlichen Wettkampf der Rationen um die höchsten Güter, die Kulturgüter der Menschheit.

Die Beteiligung des Auslandes, so berichtetete Intendant B o e k m a n n , sei ungeheuer stark. Die Kämpfe würden von allen bedeutenden Sendern der Welt übertragen. Zum Teil übernähmen sie Ausschnitte aus den deutschen Programmen, oder aber sie übertrügen durch eigene Sprecher, von de­nen 80 gemeldet seien, die über 2000 Sendersendun­gen durchführten. Der deutsche Kurzwellensender selbst werde über sechs Richtsender in die sechs Sendezonen senden.

lieber die Tätigkeit des Reichssenders Berlin im Olympia-Monat berichtete dessen Intendant Walter Beu m-£< bürg.

Beflaggung aus Anlaß der U. Olympischen Spiele.

Berlin, 15. Juli. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister des Innern und der Reichs­minister für Dolksaufklärung und Propaganda geben für die Beflaggung der öffentlichen und privaten Gebäude aus Anlaß der X I. Olympi­schen Spiele folgendes bekannt:

Die öffentlichen Gebäude flaggen nach Maßgabe des Runderlasses des Reichs- und Preu­ßischen Ministers des Innern vom 15.12.1935 (MBliD. S. 1503) in der Reichshauptstadt vom 29. Juli, im übrigen Reich vom 1. A u g u st a b bis einschließlich 1 6. A u g u st.

Empfangs- und Abschiedszwecken dienende öf­fentliche Gebäude und Einrichtungen können aus diesen Anlässen bereits vorher und über den 16. August hinaus beflaggt werden. Auf diesen Ge­bäuden und Einrichtungen können neben der Reichs- und Nationalflagge (Reichsdienstflagge) auch die Olympische Flagge und die Flaggen der' an den Olympischen Spielen teilnehmenden Nationen ge­setzt werden. Bei letzteren ist die Flagge Grie­chenlands an erster Stelle zu setzen; Es folgen die Flaggen der übrigen teilnehmenden Na­tionen nach der deutschen ABC.-Folge, zuletzt Deutschland (als Gastgeber).

Die Bevölkerung wird aufgefordert, vom 2 9. Juli ab bis einschließlich den 20. A u gu st mit der Reichs- und Nationalflagge zu flaggen. Es können auch die Olympische Flagge und Flaggen der an den Olympischen Spielen teilnehmenden aus­ländischen Nationen gezeigt werden.

Die Flaggen werden während der Nacht nicht eingezogen.

Danziger HI. in Potsdam.

Berlin, 15. Juli. (DNB.) An historischer Stätte erreichte am Mittwochvormittag der Ber - linerBesuch der 200 0 Danziger Hitler- jungen in Potsdam seinen weihevollen Höhe­punkt. Zwischen dem Neuen Palais und der Reichs­führerschule des deutschen Arbeitsdienstes im Park von Sanssouci waren die 1500 Danziger Pimpfe und die 500 Hitlerjungen aufmarschiert. Potsdamer Ehrenabordnungen der HI., des Jungvolkes und des BDM. sowie der beiden Reichsschulen der HI. hatten gleichfalls Aufstellung genommen.

(Stabsführer Lauterbacher

richtete im Namen der Reichsiugendführung an die Aufmarschierten eine Ansprache.Es ist nicht Zu­fall", so führte der Stabsführer u. a. aus,daß ich euch gerade hier zu dieser Begrüßung und zur Weihe eurer Fahnen zusammengerufen habe. Ihr steht auf einem uns Deutschen und Natio­nalsozialisten heiligen Boden.

Der preußische Geist ist wiedererstanden durch

Adolf Hitler und ist heute der Geist Deutschlands.

Ihr werdet auf eurer Reise durch das Reich viel Schönes sehen und erleben. Ausgangspunkt dieser Reise ist aber die Stadt der preußischen Könige, in der wir zum ersten Male am 1. Reichsjugendtag marschierten. Hier weihten mir unsere Fahnen und hier entbieten wir euch die Grüße der deutschen Jugend. Es ist uns ein Herzensbedürfnis, euch als Repräsentanten deutscher Jugend im deutschen Dan­zig für eure Einsatzbereitschaft zu danken.

Euer Dank an die Bewegung darf nichts ande­res fein als das Gelöbnis zur Fortsetzung des Kampfwillens.

Heute erhalten auch eure Jungvolkfahnen die heilige Weihe durch die Blutfahne .Herbert Norkus^. Sie bedeutet für euch: Kämpfen, opfern und dienen."

Unter Trommelwirbel berührte in feierlichem Weiheakt dieHerbert-Norkus"-Fabne die 87 Jung­volkfahnen. Mit dem Gruß an den Führer und dem Lied der deutschen Jugend fand die erhebende Feier ihren Abschluß.

Am Abend verläßt ein Teil der jugendlichen Be­sucher bereits Potsdam zur Fortsetzung der Deutsch­landfahrt, während die übrigen Gäste tags daraus ihren Kameraden folgen werden.

London, 15. Juli. (DNB.) Die Anglo-German Fellowship veranstaltete am Dienstagabend im Dorchester-Hotel zu Ehren des Herzogs und der Her­zogin von Braunschweig ein Essen, an dem zahl­reiche führende Persönlichkeiten der englischen Po­litik und Wirtschaft teilnahmen.

Nachdem auf den Führer und den König von England der Toast ausgebracht worden war, ergriff zunächst der frühere britische Botschafter in Rom

Lord Rennell of Rodd

das Wort. Er erklärte, daß die große Mehrheit der breiten Masse in England freundschaftliche Beziehungen mit Deutschland herzlich wünsche. Schon seit langem sei die Zeit reif ge­wesen für die Schaffung einer Organisation zur Pflege der kulturellen Bande Deutschlands und Englands, die so viel miteinander gemein hätten. Er" hob hervor, daß Herzlichkeit und Zusammen­arbeit zwischen den drei westeuropäischen Mächten unerläßlich seien, widrigenfalls sie dem Untergang geweiht sein würden.

Nach Lord Rennet of Rodd hielt der bekannte englische Politiker

Lord Lothian

eine groß angelegte Rede, die er mit der Feststel­lung eröffnete, daß in den Beziehungen zwischen England und Deutschland ein Stadium erreicht sei, das gleichzeitig voller Hoffnungen und Befürchtun­gen sei, eine Gelegenheit, die, wenn man sie er­greife, der Welt den Frieden geben könne, von dem Adolf Hitler im vergangenen März gesprochen habe. Wenn man aber die Gelegenheit nicht wahrnehme, so werde man vielleicht der Katastrophe entgegen* steuern.

Lr frage, ob man die Streitigkeiten der letzten 30 Jahre fortleben lassen wolle, oder ob man gewillt fei, einen neuen Zeitabschnitt für die Menschheit zu beginnen. Das fei die Kernfrage, der man heute gegenüberstehe. Er glaube, daß die Stimmung auf beiden Seiten eine Rück­kehr zur Zusammenarbeit verlange. Allerdings glaube er im Hinblick auf die Ereignisse des letzten ober der letzten beiden Jahre auch, daß der erste und entschei­dende Schritt zur Ergreifung der jetzigen Gelegenheit nunmehr von England getan werden müsse. Dieser Schritt müsse darin be­stehen, ein für alle Mat auf das zu ver­zichten, was in Deutschland der (Beift von Versailles genannt werde.

Was die Kriegsschuldfrage angehe, so bestehe bereits Uebereinstimmung, nämlich darin, daß nicht eine Nation allein ausschließlich für den Krieg verantwortlich gemacht wer­den könne. Die Theorie der alleinigen Kriegsschuld habe zu gewissen dauernden und einseitigen Diskri­minierungen Deutschlands geführt, die heute die Wurzel alles Nebels seien. Keine große Nation könne sich solchen Einschränkungen auf allen Seiten unterwerfen. Das sei der erste Punkt, über den man sich klar werden müsse.

Lord Lothian kam hierauf auf den Völker­bund zu sprechen, der niemals imstande gewesen sei, die Deutschland zugefügten Unge­rechtigkeiten gemäß den Absichten des Prä­sidenten Wilson abzustellen. Die Welt brauche notwendigerweise irgendeine Form von internatio­naler Organisation. Wichtiger aber fei, daß der Völkerbund überalterte Verträge rechtzeitig revi­diere, als daß er die Macht habe, einen Angreifer in Schranken zu halten. Wenn er die Kriegsursa­chen rechtzeitig beseitigen könne, werde die An­griffsfrage niemals entstehen.

Die eigentliche Probe stehe der Genfer Ein­richtung noch bevor, nämlich die Frage, ob der Völkerbund die Vertragsrevision auf friedlichem Dege zustande bringen könne, die Deutschland denjenigen Platz in der Welt geben werde, auf den es Anspruch habe.

Hierdurch würde die Menschheit vor dem Unglück eines neuen Weltkrieges bewahrt werden.

Das nationalsozialistische Deutsch­land, so erklärte Lord Lothian weiter, sei hauptsächlich entstanden, um für Deutschland die Stellung der Gleichberechtigung im voll­sten Sinne dieses Wortes zurückzugewin­nen. Das sei Deutschlands natürliches Recht.

Lr habe es persönlich begrüßt, daß Deutsch­land feine grundlegenden Rechte als freie Ra­tion durch die Wiederaufrüstung zurück­gewonnen habe. Er habe die einseitige Wie- derbefehung der Rheinlande be­grüßt, nachdem der französisch - russische Pakt ratifiziert worden sei, ohne daß zunächst irgend­ein Versuch gemacht worden wäre, die Frage der Entmilitarisierung auf dem Verhandlungs­wege zu regeln. Er glaube, daß die Hauptver­antwortung für die Erzwingung dieser Ver­letzung bei den Rationen liege, die nicht aner­kennen wollten, daß die einseitigen Dis­kriminierungen nicht 15 Jahre lang nach dem Waffenstillstand aufrechterhalten werden könnten. (Beifall) Deutschland habe heute sowohl die Gleichberechtigung, als auch die Dachl. Deutschland sei wieder gerüstet. Für die britische Regierung bleibe lediglich zu tun übrig, ein für alle Riale auf das verhäng­nisvolle System zu verzichten, das darin bestehe, sich zuerst mit Englands Freun-, den zu besprechen, und dann die Ergebnisse dieser Besprechungen als eine Art Ultima­tum Deutschland vorzulegen. Lin Beispiel für dieses System sei kürzlich der Fragebogen gewesen. An die Stelle dieses Systemes müsse eine freie, gleiche und einmütige

Beratung am runden Tisch treten.

Der Redner empfahl England einen Verzicht auf die beabsichtigte Brüsseler Lo­carno-Konferenz und schlug stattdessen eine gemeinsame Aussprache vor, um sestzustellen, ob die Probleme, die Deutschland und seine Nachbarn noch trennten, nicht auf der Grundlage der Gleich­berechtigung gelöst werden könnten.

Im dem gleichen Maße, in dem eine Lösung der

osteuropäischen Frage erreicht werde, müsse das

Kolonial- und W i r t s ch a f t s p r o b l e m naturnotwendig in den Vordergrund treten. Es sei eine W e l t f r a g e. Persönlich glaube er nicht, daß das Problem durch die bloße Rückgabe der alten deutschen Kolonien an Deutschland gelöst werden könne. Das würde Deutschlands Be­dürfnisse unter den veränderten Bedingungen der heutigen Zeit nicht entsprechen. Die Frage müsse auf einer viel weiteren Grundlage erwogen werden.

Alle Kolonialmächte mühten gewillt fein, ihren Beitrag zu einer Gebietsübertragung zu lei­sten. Es fei weit wichtiger, daß der Völkerbund, möglichst mit Deutschland als Ditglied, im kommenden September ernstlich an dieses rie­sige Problem herangehe, als daß er versuche, wieder ein Sanktionssystem herauszustellen, das lediglich dazu verwendet werden könne, einen überalterten Status quo aufrechtzu­erhalten.

Die wichtigste Frage von allen fei schließlich die Einstellung des gegenwärtigen Rüstungswett­bewerbes.

Als nächster Redner sprach der Präsident der British Legion

Generalmajor Sir Krederik Maurice, der einleitend an den im vorigen Jahre von dem damaligen Prinzen of Wales und heutigen König Eduard VIII. ausgesprochenen Wunsch erinnerte, den Frontkämpfern der ehemaligen Feind st na len die Hand der Freund­schaft entgegenzustrecken. Er schilderte die seitdem zwischen britischen und deutschen Frontsoldaten aus­getauschten Freundschaftsbesuche und erklärte, daß seinerzeit der großen britischen Frontkämpferabord­nung ein geradezu königlicher Empfang zuteil ge­worden sei. Sir Frederick Maurice teilte hierauf mit, daß dem Herzog und der Herzogin von Braunschweig im Hinblick auf die große Gast­freundschaft, die britischen Frontkämpfern anläßlich ihrer Durchfahrt durch Blankenburg erwiesen wurde, die Ehrenmitgliedschaft der British Legion verliehen worden sei.

Anschließend erhob sich der

Herzog von Braunschweig.

Unsere beiden Völker, so betonte der Herzog, können sich freuen, daß diese gegenseitigen Besuche von Frontkämpfern sowohl von Ihrem, wie auch unse­rem Staatsoberhaupt so warm gefördert wurden. Es war Ihr König, der seinerzeit als Front­kämpfer die Anregung zu einem Besuch englischer 1

Frontkämpfer in Deutschland gab, und unser Führer hat einmal die Ueberzeugung ausge- sprachen, daß nur Männer, die wirklich vier Jahre lang im Felde gestanden haben, in besonderem Maße zu Frieden und Verständigung beitragen können, gerade weil sie die Schrecken des Krieges kennen.

Das deutsche Volk will ja Freundschaft mit England!

Die Zahl der Deutschen, die durch persönliche Be­ziehungen mit einzelnen Ihrer Landsleute Der- bunben sind, wächst von Tag zu Tag. Echte Freund­schaften zwischen Angehörigen verschiedener Länder sind feste Bindeglieder zwischen den Völkern.

Der Redner verwies weiter auf die sportliche Verbundenheit beider Völker und den Ausbau gegenseitiger Beziehungen auf dem Gebiet der Kunst und Literatur. Nach einem Hinweis auf die Bedeutung des Austausches von Wissenschaftlern und Studenten sowie der Teilnahme an inter­nationalen Konferenzen schloß der Herzog mit den Worten:

Wir sehen der Zukunft hoffnungsvoll entgegen und glauben unbeirrt daran, daß unsere bei­den Völker immer näher Zusammenkommen werden, zu ihrem eigenen Besten, zum Besten

Europas und zum Besten der Welt.

Hierauf ergriff Botschaftsrat Fürst Bismarck, der deutsche Geschäftsträger, das Wort zu einer Rede, in der er nach der Ausbringung des Toastes auf den Präsidenten der Anglo-German Fellow- ship, Lord Mount-Tempi e, in großen Zügen Ziel und Zweck dieser Organisation und der Deutsch- Englischen Gesellschaft schilderte.

Die Schlußworte sprach

Präsident Lord Mount-Temple,

der die Aufgabe der Anglo-German Fellowship in die Worte zusammenfaßte:Wir sind heute Abend vereint, um zwischen den beiden Ländern gute Kameradschaft und Freundschaft zu pflegen und zu fördern.

Der Verlauf der Veranstaltung war ein deut­licher Beweis für den großen Erfolg, den die Anglo-German Fellowship trotz der verhältnis­mäßig kurzen Zeit ihres Bestehens auf dem Ge­biete der deutsch-englischen Verständi­gung verzeichnen kann. Der den verschiedenen Rednern gezollte Beifall zeigte ebenso wie die Tat­sache der großen Beteiligung, daß die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer Annäherung ständig an Raum gewinnt.

England für Vertagung der Vrüffeler Locarno-Konferenz.

London, 16. Juli. (DRV. Funkspruch.) Die britische Regierung scheint gegenüber den französischen Gegenvorstellungen an dem Stand­punkt festzuhalten, daß die geplante Locarno­konferenz In Brüssel vorläufig auf- geschoben werden solle. Der britische Bot­schafter in Paris ist in diesem Sinne am Mittwoch erneut an den französischen Minister­präsidenten Blum herangetreten.

Die Frage der Lo c a r n o - Ko n s e r e n z wurde am Mittwochabend von dem Kabinettsaus- schuß für auswärtige Fragen, dem u. a. der Ministerpräsident und der Außen­minister angehören, erwogen. Das Kabinett tritt am Donnerstagvormittag zu einer Sonder­sitzung zusammen, in der möglicherweise eine end­gültige Entscheidung über die Zukunft der Konfe­renz gefaßt werden wird.

Reuter betont, daß Großbritannien eine spätere Konferenz, an der auch Deutschland und Italien teilneh­men würden, vorzlehe. Line solche würde übrigens im Einklang mit der kürzlichen Er­klärung Baldwins stehen, daß Bemühungen gemacht werden sollen, Deutschland und

Frankreich zusammenzubringen.

Der diplomatische Korrespondent derTimes" schreibt, daß nach der gestrigen Unterredung des französischen Botschafters Sorbin mit Sir Robert Vanfittart immer noch gegenteilige Ansichten Frankreichs und Großbritanniens über die Er­wünschtheit einer Dreimächte-Konferenz vorhanden seien. Die belgische Regierung teile bie britische Ansicht, und unter den gebotenen Umständen sei es wahrscheinlich, daß die Brüsseler Konferenz aufgeschoben werde.

Eden wieder im Dienst.

23 Anfragen im Unterhaus.

London, 15. Juli. (DNB.) Außenminister Eden ist nach einwöchigem Erholungsaufenthalt auf dem Lande am Mittwoch wieder nach London zurückgekehrt und hat feine Arbeiten im Foreign Office wieder aufgenommen.

Im Laufe des Vormittags nahm er an einer Kabinettsfitzung teil, in der u. a. über die durch das deutsch-österreichische Abkom­men geschaffene Lage und über die geplante Brüsfeier Konferenz gesprochen worden sein dürfte. Die Beratungen konnten noch nicht ab­geschlossen werden und werden am Donnerstag fort­gesetzt.

In englischen Kreisen wird die Richtigkeit der Meldungen nicht bestritten, wonach die franzö­sische Regierung beschlossen hat, auf eine Abhaltung der Konferenz der drei Lo­carnomächte Frankreich, England und Belgien am 22. Juli zu bringen.

In der Nachmittagssitzung des Unterhauses erwarteten Außenminister Eden nach seiner ein­wöchigen Abwesenheit nicht weniger als 23 21 n f r a- g e n, die sämtlich Gebiete der Außenpolitik betref­fen. Eben teilte einem Fragesteller mit, baß von der italienischen Regierung in jüngster Zeit keine besondere Mitteilung über die Achtung der bri­tischen Rechte am Tanasee eingegangen fei, daß aber Italien bei mehreren Gelegenheiten in früheren Monaten freiwillige Versicherungen ab­gegeben habe, wonach Rom beabsichtige, die bri­tischen Rechte in Abessinien und anderswo zu achten. In einer Antwort bestritt der Außenminister, daß

die französische Regierung in London Vorstellungen zugunsten einer Beendigung der zwi­schen England und Frankreich, Jugoslawien, Grie­chenland und der Türkei abgeschlossenen militä­rischen Beistandsabkommen erhoöen habe.

Er teilte ferner mit, daß die Zurückziehung ge­wisser Einheiten der britischen Flotte aus dem Mittelmeer in keinerlei Verbindung mit den einseitigen und vorläufigen Unterstützungsver- sicherungen an gewisse Mittelmeermächte stehe. So­weit Frankreich in Betracht komme, sehe die fran­zösische Regierung ihre gegenseitigen Beistandsver­pflichtungen zwischen England und Frankreich mit der Einstellung der Sühnemaßnahmen als erledigt an.

Der Abgeordnete Riley kam bann erneut auf bas deutsch-österreichische Abkommen zu sprechen und wollte wissen, ob dieses Abkommen irgendein bestehendes Abkommen oder eine Ver­pflichtung zwischen der britischen Regierung und der österreichischen Regierung berühre, was Eden ver­neinte.

Zum mindesten Dreier- Vesprechnng."

Ein neuer französischer Vorschlag.

Paris, 16. Juli. (DNB. Funkspr.) Die außen­politische Mitarbeiterin desOeuvre" will erfahren haben, daß die französische Regierung ihren Botschafter in London nach dem wenig erfolgreichen Schritt vom Mittwoch beauf­tragt habe, bei feiner heutigen Unterredung mit dem britischen Außenminister darauf hinzuweisen, daß, wenn sich die britische Regierung nicht dem­nächst zur Beteiligung an der Brüsseler Kon­ferenz entschließen könne, man doch zum rn in­des! e n eine Dreier-Besprechung ab hal­ten möge, die in einer französischen st en- stad t, möglicherweise in Soulogne f u r Mer, stattfinden könne. Das Ziel und die Bedeutung einer solchen Besprechung wurden sehr viel ge­ringer sein, da es sich lediglich darum handeln würde, die Lage zu prüfen und sich über ein Pro­gramm für eine spätere Konferenz der Locarno-Mächte auszusprechen.

Gesandter vonPapen in Berlin

Wien, 15. Juli. (DNB.) Der deutsche Gesandte v o n P a p e n hat sich am Dienstagabend zur Be­sprechung der mit dem Ueb ereinf ommen Deutschland-Oesterreich zusammenhängen­den Einzelfragen nach Berlin begeben. Anschlie­ßend wird er auf Einladung des Führers und Reichskanzlers in dessen Begleitung an den Bayreuther Festspielen teilnehmen.

Eine Unterredung mit Schuschnigg.

Rom, 15. Juli. DasGiornale d'Jtalia" gibt eine Unterredung mit Bundeskanzler Schusch' n i g g über das deutsch . österreichische Abkommen wieder. Das Blatt stellt fest, das Abkommen werde einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Klärung der bewegten poli­tischen Atmosphäre Europas bilden, dck bei seiner richtigen Durchführung aus der europäi­schen Politik eine empfindliche Stelle, die dauernd starke Gegensätze hervorgerufen habe, verschwinden werde. Für die Wiederherstel- t lung der normalen Beziehungen werde allerdings fi noch viel technische 2ltbeit zu leisten fein.