Italien am Ende der Sanktionen.
Eine Rede Mussolinis.
Keine Einheitsfront mit den Kommunisten
Eine Absage der englischen Arbeiterpartei.
Aus aller Welt
Ber-
Oie Deutsche Arbeitsfront und die „Oeutschland"-Schau.
Madrid, 15. Juli. (DNB.) Die ständige Kommission des Spanischen Landtages hat am Mittwoch mit 13 Stimmen der Vertreter der Volksfront gegen fünf Stimmen der Vertreter der Rechtsparteien und bei Stimmenthaltung des stellvertretenden Ministerpräsidenten Portela Valladares (Zentrum) den Alarmzustand im Lande um einen Monat verlängert.
Die Sitzung wurde mit einer Erklärung des Innenministers eröffnet, in der die Regierung die Gründe darlegte, die sie dazu veranlaßten, eine Verlängerung des Ausnahmezu-
es ihr Ziel fei, die demokratischen Arbeiterbewegungen in eine von der kommunistischen Internationale geführte revolutionäre Armee zusammenzufchweihen. Die k o m m u n i st i s ch e Partei Englands erkläre, daß sie weiterhin an bewaffnete Gewalt und Diktatur glaube. Ls fei allgemein bekannt, daß sie viele tausende Pfund Sterling von Moskau erhalle und daher den Anweisun
gen Moskaus gehorche.
Die Erfahrung zeige, daß der Kommunismus Verwirrung, Uneinigkeit und Zersetzung schaffe. Daher könne es keine Gemeinsamkeit zwischen den britischen Arbeiterführern und dem Kommunismus geben.
st a n d e s zu beantragen.
Rach diesen Ausführungen verlas der monarchistische Abgeordnete Graf Va Hella no eine Rote, in der die monarchistischen Ab geordneten des nationalen Blocks — das sind die Traditionalisten und die Mitglieder der spanischen Erneuerungsbewegung — auf Grund der jüngsten Ereignisse ihren endgültigen Auszug aus dem Parlament erklären. Die Ermordung Calvo Sotelos, so heißt es in der Rote, sei ein Staatsverbrechen, und die Abgeordneten des nationalen Blocks könnten es nicht verantworten, auch nur eine Minute länger die Verbindung mit den Beschützern und den moralisch Mitschuldigen dieser Bluttat aufrecht zu erhalten. Die Tat sei eine logische Folge der marxistischen Revolutionshetze, die noch vor wenigen Tagen einen sozialdemokratischen Abgeordneten im Parlament zu der Feststellung habe hinreißen können, daß Attentate gegen die Person des politischen Gegners „plausibel und gesetzlich zulässig" seien
Der Führer der Katholischen Volksaktwn Gll Nobles erklärte die Regierung in einer heftigen Rede für schuldig an den unhaltbaren innerpolitischen Zuständen, die in Spanien herrsch- aen, und machte die von der Volksfront betriebene Politik verantwortlich für den Mord an Calvo Sotelo.
Die Aussprache, die zwischen den Abgeordneten über die innerpolitische Lage stattfand, soll sich in außerordentlich heftigen Formen abgespielt haben.
Fortdauer der Massenverhastungen.
Madrid, 15. Juli. (DRB.) Aus dm spanischen Provinzen laufen wieder Nachrichten von zahl-
ImmernochFabrikbesetzungen in Frankreich.
Polizeibeamte besetzen ein Nathans zur Verfechtung ihrer Ansprüche.
Paris, 16. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der französische Innenminister hatte am Mittwoch eine Besprechung mit dem Generalsekretär und den Führern des m a r x i st i s ch e n G e - werkschaftsverbandes, um sie auf die unhaltbaren Zustände hinzuweisen, die sich aus der noch immer andauernden Besetzung von Betrieben ergeben, und sie aufzufordern, dafür Sorge zu tragen, daß alle noch besetzten Werke geräumt werden und sich Neubesetzungen nicht mehr ereignen.
Der marxistische G e w e r k s ch a f t s v e r - band veröffentlichte daraufhin eine Erklärung, in der er sich bereit erklärte, der Aufforderung des Innenministers Folge zu leisten unter der Bedingung, daß sofort Verhandlungen über die Lösung noch bestehender Streitfragen ausgenommen würden, und daß auch die Arbeitgeber aufgefordert werden, sich an den Geist und den Buchstaben der übernommenen Verpflichtungen zu halten.
In Dünkirchen haben am Mittwoch sogar die P o l i z e i b a m t e n das Rathaus besetzt, um ihren Gehaltsforderungen Nachdruck zu verleihen. Erst als nach langen Verhandlungen der stellvertretende Bürgermeister das Versprechen gab, daß sich die Stadtverwaltung baldigst mit den Forderungen der Polizeibeamten beschäftigen werde, wurde das Gebäude wieder geräumt.
London, 16. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Landesausschuh der englischen Arbeiterpartei hat am Donnerstag eine Erklärung veröffentlicht, in der die k o m m u n i st i s ch e Par- tei Englands und die k o m m u n i st i s ch e Internationale aufs schärfste angegriffen werden. Die Erklärung richtet sich in erster Linie gegen die Versuche der Kommunisten, eine „Einheitsfront" mit der Arbeiterpar- tei zu bilden. Seit beinahe 20 Jahren habe der Kommunismus versucht, die britische Arbeiterbewegung seinen Zielen unterzuordnen. Die Methode und die Taktik habe sich geändert, aber die kommunistischen Ziele seien unverändert geblieben.
Auf der letzten Sitzung der kommunistischen Internationale habe Dimitroff erklärt, daß
Einigung auf der Meerengen-Konserenz
England stimmt einem sowjetrussischen Zusahantrag zu.
ßen KdF.-Dampfer gezeigt werden.
Der „Berufsertüchtigung und Leistungssteigerung" wird ebenfalls ein Platz eingeräumt werden. Eine große Reihe von Bildern berichten über die Berufsbildungarbeit der Deutschen Arbeitsfront. Schulungskurse, Lehrlingswerkstätten, Abendschulen, Umschulungslehrgänge usw. werden im Bilde gezeigt. Als Zeichen der Qualität deutscher Arbeit werden in der Mitte der Koje die Arbeiten aus dem letzten Reichsberufswettkampf zu sehen sein. Dazu hat der Führer das ihm von den Lehrlingen der Daim- ler-Benz-Werke als Geschenk überreichte Modell eines Rennwagens zur Verfügung gestellt. Eine Broschüre „Segen der Tat", die vom Propaganda- nmt der Deutschen Arbeitsfront in mehreren Sprachen herausgegeben wird, gibt dem, der noch mehr über Aufbau, Organisation usw. der Deutschen Arbeitsfront erfahren will, genügend Aufschluß.
Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.
Ueber seine Erfahrungen mit der Berlinischen Baugesellschaft hatte sich als Zeuge im Berliner Bauunglücksprozeh der Reichsbahnbaurat Wagner zu äußern, der die Bauleitung im Nachbarabschnitt des Bauloses Tieckstraße hatte. Hier war die Berlinische Baugesellschaft zum ersten Mal als ausführende Bausirma herangezogen worden — gegen die anfänglich starken Bedenken des Zeugen. Als aber dann der Angeklagte Noth auf dem Plan erschien, „ging mit einemmal alles wie am Schnürchen und die der Firma übertragenen Ar- beiten wurden schließlich zur vollen Zufriedenheit der Reichsbahn zu Ende geführt". Die Arbeiten m der Tieckstraße, so betonte der Zeuge, feien schwieriger gewesen als die in der Hermann-Gormg- Straße, da man mehrere Häuserblocks habe ab- reißen und unterfahren müssen.
Ueber die Pflichten eines Bauwarts hatte sich der Ingenieur S ch ö n f e l d zu äußern, der als Bauwart der Reichsbahn auf der Baustelle Fried-
Genugtuung gibt. .
Nach der Annahme der politisch entscheidenden Artikel wurde festgestellt, daß auch die übrigen Artikel, soweit man sich nur unter Vorbehalt einer Gesamtreqelung auf sie geeinigt hatte, nunmehr endgültig angenommen seien.
Paris frohlockt.
„Triumph des sowjetrussisch-französischen Standpunktes."
Paris, 16. Juli. (DNB. Suntfprud)) Die Einigung, die am Mittwoch in Mo n t r e u x über einen der heikelsten Punkte des Programms dank dem Entgegenkommen der englischen Abordnung zustande gekommen ist, wird in der französischen Presse als der Triumph des sowjetrussisch-französischen Standpunktes gefeiert. Die Blätter unterstreichen na-
drid überführt worden.
Neue Blutopfer.
Madrid, 15. Juli. (DNB.) Wie erst jetzt bekannt wird, wurden bei der Schießerei, die nach der Beerdigung des monarchistischen Abgeordneten Calvo Sotelos am Dienstagabend im Stadtzentrum stattfand, drei Faschisten getötet und sechs z. T. erheblich verletzt. Nach den Begräbnisfeierlichkeiten hatte sich ein Kundgebungszug gebildet, dessen Teilnehmer beim Dorüberfahren eines Polizeiautos Hochrufe auf Spanien ausbrachten und im Sprechchor riefen: „Spanien j a — Rußland nein!" Die Polizisten, bei denen es sich um dieselbe Beamtengattung handelt, deren Angehörige den Mord an Calvo Sotelos begangen haben, faßten diese Rufe als Herausforderung auf, sprangen aus den Autos und feuerten, wie Augenzeugen behaupten, ohne irgendeine vorherige Aufforderung blindlings in die Menschenmenge, wobei die genannte Zahl von Opfern gefordert wurde.
Am Mittwochvormittag fanden unter starker Beteiligung der Bevölkerung zum Gedenken des ermordeten monarchistischen Abgeordneten Calvo Sotelos in den Kirchen in San Sebastian Trauergottesdienste statt. Nach Beendigung der Feiern bildete sich aus den Teilnehmern ein faschistischer Demonstrationszug, der von Marxisten beschossen wurde. Ein Faschist ist dabei getötet, drei andere sind lebensgefährlich verletzt worden. Die Polizei löste den Zug auf und stellte die Ordnung wieder her.
NSG. Auf der im Rahmen der Olympia in lin stattfindenden Ausstellung „Deutschland" wird auch die Deutsche Arbeitsfront als die Organisation aller Schaffenden Deutschlands vertreten sein. In der Ehrenhalle versinnbildet eine Darstellung das Wirken der Deutschen Arbeitsfront als Betreuerin der gesamten Arbeit. Inmitten einer Karte von Deutschland treibt ein großes Zahnrad 18 weitere Zahnräder an, die alle das Symbol einer Reichsbetriebsgemeinschaft tragen. Weiterhin gibt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Einblick in ihr Schaffen. Die Aemter „Reisen, Wandern und Urlaub", „Sport" und „Schönheit der Arbeit" zeigen Erfolge ihrer Arbeit. Weiterhin wird das Modell eines der auf Kiel liegenden gro-
reichen Verhaftungen von Mitgliedern der spanischen Faschist en bewegung und anderer rechtsgerichteter Organisationen ein. In Sevilla sind umfangreiche polizeiliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen und zahlreiche Haussuchungen abgehalten worden. In den frühen Morgenstunden patrouillieren Abordnungen der Volksfront in den Straßen. In Salamanca wurde der dortige Faschistenführer trotz einer ergebnislos verlaufenen Haussuchung zusammen mit anderen Mitgliedern der spanischen Faschistenpartei ins Gefängnis eingeliefert. In Zamora ist der dortige Führer der spanischen Erneuerungsbewegung Der- haftet und unter polizeilicher Bewachung nach Ma-
Ausnahmezustand in Spanien verlängert
Oie monarchistischen Abgeordneten verlassen endgültig das Parlament.
taten der italienischen Regierung, die von allen dankbar empfunden würden. Unter stürmischen - Huldigungsrufen auf den König von Italien und i Kaiser von Abessinien und den Duce fand die Feier ' ihr Ende.
Oeffentliche Tagung des italienischen Sonderkriegsgerichts.
Addis Abeba, 16. Juli. (DNB. Funkspr.) Am Mittwoch fand zum ersten Mal auf einem öffent- . liehen Platz eine Sitzung des italienischen Sonderkriegsgerichts statt, durch das d r e t Eingeborene zum Tode verurteilt wurden. Ein weiterer Angeklagter wurde frei- gesprochen. Die Hinrichtung der zum Tode Verurteilten wurde sofortvollzogen.
Die Angeklagten waren geständig, nach Addis Abeba gekommen zu sein, um unter der Hand Waffen und Munition zur Fortfetzuny des Kampfes gegen die Italiener auszukau- fen. Die Anklage wurde durch einen General vertreten, der bereits mit Graziani den libyschen Feldzug mitgemacht hatte. Er betonte, daß die Italiener bisher hätten Milde walten lassen, aber auch anders vorgehen könnten, wenn die^ Gegner dies durchaus wollten.
Die dreistündige Gerichtsverhandlung machte auf die tausendköpfige Menge, die ihr beiwohnte, sichtbaren Eindruck. In Zukunft sollen täglich öffentliche Gerichtsverhandlungen stattfinden.
Italienische Truppen aus Libyen zurück
Rom, 15.Juli. (DNB.) Von zuständiger italienischer Seite wird die Nachricht über eine bevorstehende Zurückziehung eines Teiles der italienischen Truppen in Libyen als richtig bestätigt. Die Truppenverstärkungen seien seinerzeit nach der Entsendung der englischen Flotte ins Mittelmeer nach Libyen gelegt worden und sollen nunmehr schrittweise in Uebereinstimmung mit der Zurückziehung der englischen Flottenverstärkungen aus dem Mittelmeer wieder nach Italien zurückgebracht werden.
Keine Vergeltungsabsichten.
R o m, 15. Juli. (DNB.) Zu den Abmachungen der Türkei, Griechenlands und Jugoslawiens mit England wird von maßgebender italienischer Seite nochmals erklärt, daß Jtalten keinerlei Absicht zu Vergeltungsmaßnahmen habe, und , daß infolgedessen die Befürchtungen der betreffenden ■ Länder unberechtigt seien. Da die angebliche Gefahr , nicht vorhanden sei, könne man allerdings auf ita= . lienischer Seite auch nicht verstehen, welchen Zweck i die Beibehaltung dieser aus der Sanktionszeit ftam- = menden Abmachungen noch haben soll.
richstraße tätig ist. Er gilt besonders als Fachmann, da er im l_l-Bahnbau schon seit 1908 tätig ist. Der Bauwart habe, so bemerkte er, die Ausführung der Sauarbeiten in sachlicher Hinsicht zu überwachen, in Zweifelsfällen habe er die Entscheidung des ihm übergeordneten Neubauamtsvorstehers einzuholen, der normalerweise täglich auf der Baustelle erscheinen müsse. Mit der ausführenden Baufirma müsse eine enge Zusammenarbeit bestehen. Auch deren Statiker habe die Pflicht, sich selbst auf der Baustelle über die örtlichen Verhältnisse zu unterrichten. Gegen die Verwendung „gestoßener Streifen" in beschränktem Umfange sei nichts einzuwenden, wenn sie richtig verblattet seien, der Einbau von Konsolen sei jedoch im Berliner Bauwesen nicht üblich.
Oberst Lindbergh kommt nach Berlin.
Auf Einladung des Reichsministers der Luftfahrt, Generaloberst Göring, wird der amerika- nische Ozeanflieger Oberst Lindbergh der deutschen Luftwaffe und Luftfahrt einen mehrtägigen Besuch abstatten. Oberst Lindbergh beabsichtigt, am 22. Juli mit seinem Privatflugzeug auf dem Flugplatz Staaken einzutreffen. Folgende Besichtigungen sind vorgesehen: Berliner Zentralflughafen Tempelhof, Fliegergruppe Döberitz des Jagdgeschwaders Richthofen, Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershof, Heinkel- und Junkerswerke sowie die sportfliegerischen Anlagen in der Umgebung Berlins. Selbstverständlich steht auf dem Programm Oberst Lindberghs auch ein Besuch des Olympischen Dorfes und des Reichssportfeldes.
Standortmeldung der Luftschiffe.
Wie die Deutsche Seewarte mitteilt, stand das von Nordamerika kommende Luftschiff „Hindenburg" um 7 Uhr (MEZ.) 1300 Kilometer östlich von Neufundland.
Das heimkehrende Luftschiff „G r a f Z e p p e l i n" hatte um 6 Uhr den halben Weg zwischen Rio de Janeiro und Bahia zurückgelegt.
Neunjähriges Mädchen zieht 1000-marf-(5eroinn.
Daß das Glück oft den Richtigen zu finden weiß, beweist ein Vorfall, der sich dieser Tage in Kassel ereignete. Dort zog ein neunjähriges Mädchen, das sich in Begleitung seiner Mutter befand, bei dem braunen Glücksmann ein Los, auf das ein G e - roinn von 1000 Mark entfiel. Der Familienvater, der über vier Jahre arbeitslos gewesen war und Armenbeihilfe bekam, dürfte wohl die richtige Verwendung für das Geld haben.
Ein Raubmörder hingerichtet.
Der 1907 geborene Robert Heirich wurde in Würzburg hingerichtet: er ist am 11. März 1936 vom Schwurgericht in Würzburg wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt worden. Heirich hatte in der Nacht zum 27. Oktober 1935 den 73 Jahrs alten früheren Gärtner Otto Müller in Würz»
türlich in erster Linie die Vorteile, die Frankreich daraus ziehen würde, und heben in diesem Zusammenhang einmal die Sicherstellung der Erdölversorgung im Kriegsfälle, dann aber auch
die Bestätigung des automatischen Eha- rakters der gegenseitigen Bei- standspakte hervor, die Frankreich mit Sowjetrußland und Rumänien abgeschlossen hat und die die freie Durchfahrt der Handelsschiffe dieser beiden Staaten auch im Kriegsfälle einschließt.
Das „Oeuvre" begrüßt es besonders, daß Frankreich auf Grund des Artikels 16 des Abkommens von Montreux in der Lage sei, nach dem Abschluß eines gegenseitigen Bei- standspaktes mit der Türkei nickt nur seine eigene Sicherheit zu gewährleisten, sondern gleichzeitig auch die Sicherheit seiner Verbündeten in diesem Teile Europas.
Der „Jour" stellt fest, daß die Einigung kein Hindernis für die roirffame Durchführung der zwischen Frankreich, Sowjetrußland und Rumänien abgeschlossenen gegenseitigen Beist andspakte darstelle.
„Die Türkei", so schreibt der „Matin", „hat auch im Kriegsfälle kein Kontrollrecht mehr über die Ladung der Handelsschiffe.
Man sieht also, daß die Möglichkeiten für Frankreich, seinen Freunden beizustehen, mit ben, notwendigen Garantien umgeben worden sind."
M o n t r e u x, 16. Juli. (DNB.) Gestern ist in der I Meerengenkonferenz eine Einigung i zwischen Großbritannien und Sowjet- ; rußland bezüglich der Durchfahrt von' Kriegsschiffen k r i e g f ü h r e nd e r M ä ch t e erzielt worden. Großbritannien schloß sich dabei einem sowjetrussischen Zusatzantrag an, der die endgültige Fassung des umstrittenen Absatzes 2 des Artikels 16 des Abkommensentwurfes bedeutet und folgendermaßen lautet:
„Jedoch ist die Durchfahrt durch die Meerengen Len Kriegsschiffen und Hilfsschiffen jedes kriegführenden Staates verboten, außer in den Fallen des Artikels 23 des gegenwärtigen Abkommens, sowie im Falle der Hilfeleistung für einen angegriffenen Staat auf Grund eines d i e Türkei verpflichtenden Paktes über neqenfeitige Hilfeleistung, der im Rahmen der. Dölkerbundspaktes abgeschlossen und gemät den Bestimmungen des Artikels 18 des Dölkerbundspaktes registriert und veröffentlicht ist.
Diese Formulierung beruht auf einem französischen Vermittlungsvorschlag, dem die Vertreter der Sowjetunion und Großbritanniens zustimmten. Die japanische Delegation erklärte, daß die Textänderung über ihre Instruktionen hinausgehe und daß sie neue Weisungen einholen müsse. Die bulgarische Delegation erklärte, daß der neue Text gewisse Klarstellungen erfordere, insbesondere hinsichtlich der Bestimmung des Angreifers, die nicht allein von der Entscheidung der an dem Hilfeleistungspakt beteiligten Staaten abhängen dürfe, sondern entsprechend dem Verfahren des Völkerbundes getroffen werden müsse. Sie behielt sich vor, die Frage ihrer Regierung zu unterbreiten. Die rumänische und die jugoslawische Delegation erklärten gleichfalls, sich mit ihren Regierungen in Verbindung setzen zu müssen. , , . m,
Zu Artikel 18 des Entwurfes, wonach der V o l - f e'r b u n b s r a t mit Zweibrittelmehrheit bie Aufhebung von Maßnahmen verlangen kann, bie die Türkei im Zustanb ber Kriegsgefahr getroffen hat, stellte der japanische Vertreter den Antrag, daß in diesem Falle gleichzeitig mit ber Entscheidung des Völkerbundes eine übereinstimmende Stellungnahme der Mehrheit der Unterzeichner des Abkommens erfolgen solle. Dieser Antrag veranlaßte eine längere Aussprache^ln der auf die Folgen einer etwaigen Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Gremien hingewiesen wurde. Unter Berücksichtigung dieser praktischen Schwierigkeiten soll der Redaktionsausschuß einen Text ausarbeiten, der dem japanischen Verlangen
R o m, 16. Juli. (DNB.) Aus Anlaß des E n d e s 1 der wirtschaftlichen Belagerung Jta- i liens durch d i e Sanktionsländer fanb . am Mittwochabend auf der Piazza Venezia eine : großartige Kundgebung statt, bei der M u f f o l i n i i an die den Platz füllende riesige Volksmenge folgende Ansprache richtete:
„heule, am 15. Juli des Jahres 14, ist auf den Wällen des w e l l j a n k l i o u 1 s m u s die weihe Fahne aufgezogen worden. Das ist y«hl nur ein Zeichen der Ikbergabe, sondern man möchte wünschen, dah es auch ein Symptom der Rückkehr zum gefunden 2Uen- schenverstand war. Das Verdienst an diesem grohen Siege an der Wirtschaftsfront gebührt voll und ganz dem italienischen Volke. (Die Menge ruft: „Ihnen, Duce!") Es gebührt den IHännern, Frauen und Kindern ganz Italiens. Niemand hat gezittert, niemand hat sich gebeugt, alle waren zu jedem Opfer bereit in der Ueberzeugung, dah schließlich die Zivilisation und die Gerechtigkeit den Triumph in Afrika und in Europa davontragen werde. So ist es gekommen, so wird es morgen und immer geschehen unter dem Zeichen des unbesiegbaren
Liktorenbündels."
Lang anhaltende begeisterte Kundgebungen folgten der Rede des Duce, der sich genötigt sah, immer wieder auf dem Balkon des Palazzo Venezia zu erscheinen. ,.. v ., ,
In ganz Italien fanden vaterländische Feiern statt. Sämtliche Städte trugen Flaggenschmuck und überall beteiligten sich große Dolks- massen.
Ergebenheit in Addis Abeba.
Rom, 16. Juli. (DNB.) In Addis Abeba fand anläßlich des Festes der Heiligen Dreifaltigkeit in der koptischen Kirche eine große religiöse Feier statt. Der Abuna Zirillos verherrlichte darin die italienische Regierung, deren segenreiches Wirken Abessinien Frieden und Wohlstand bringen werde, und er ermahnte seine Gemeinde zu aufrichtiger Zusammenarbeit mit der italienischen Regierung. Im neu geordneten Abessinien sei kein Platz, mehr für das alte Räuberunwesen.
Nach der Feier lud der Vizekönig Marschall Graziani den Abuna und die koptischen Häuptlinge, darunter Ras Hailu und Ras K e b b e b e, in ben Regierungspalast ein. In einer kurzen Ansprache wies Graziani barauf hin, baß Italien alle Religionen in ber gleichen Weise achte. Ras Hailu bankte im Namen ber Anwesenben dem Vizekönig für seine Worte und für die Wohl-


