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Buntes

Das Mtsel der Zwillinge

Einer der rätselhaftesten Fälle, die sich bisher mit Zwillingen ereignet haben, beschäftigt gegen­wärtig die griechische Polizei. Man steht vor der Frage, ob es sich um einen höchst geschickten Be­trugsversuch handelt, der durch die Umstände be­günstigt ist, oder um einen nicht ungewöhnlichen Fall von Verlust des Gedächtnisses. In Athen lebten die Zwillinge Hippolytos und Demosthenes Ro- dofthos, deren Aehnlichkeit so außerordentlich war, daß selbst Freunde die beiden nicht unterscheiden konnten. Sie waren auch beide Ingenieure, Hippo­lytos war Angestellter in einem Bergwerk, der Bruder Direktor in einer kleinen Fabrik. Dor eini­ger Zeit hatte sich Demosthenes verheiratet. Bei diesem Anlaß hatte er eine Lebensversicherung für eine ziemlich hohe Summe ausgenommen. Vor etlichen Wochen ereignete sich nun in seiner Fabrik eine Explosion, die ihm und zwei Arbeitern das Leben kostete. Das Unglück fand gerade in einem Augenblick statt, in dem sich Hippolytos, was sonst sehr selten vorkam, zu einem Besuch bei dem Bruder eingefunden hatte. Beim Anblick der Leiche des Bruders brach Hippolytos in Verzweiflung aus und fiel dann in eine lange, tiefe Ohnmacht. Einige Tage lang hegte man die Befürchtung, daß er wahnsinnig würde. Inzwischen zahlte die Versiche­rungsgesellschaft der Witwe pünktlich die Prämie aus. Aber als einige Tage später Hippolytos ge­heilt war und wieder im Bergwerk erschien, um seine Arbeit aufzunehmen, erhob sich der Verdacht, daß er gar nicht Hippolythos, sondern Demosthenes wäre. Tatsächlich hatte er jede Kenntnis seiner früheren Tätigkeit verloren: er erinnerte sich nicht mehr an viele Einzelheiten seines Lebens und wußte nichts mehr von allem, was er früher in dem Bergwerk gearbeitet hatte. Er erklärt, er habe alles vergessen infolge des furchtbaren Schlages, der ihn bei dem plötzlichen Tode des Bruders be­troffen hatte. Neben ihm schwört die Witwe, daß der Verstorbene tatsächlich ihr Mann gewesen sei, während die Freunde und die Bekannten vor- einem Rätsel stehen und sich weder in dem einen oder dem anderen Sinne entscheiden können.

Interessant, aber nicht neu.

Die Schafzüchter Australiens haben eine Erfin­dung gemacht, um die Wolle der lebenden Schafe sauber zu erhalten. Die Schafe, die sich ihr Leben lang auf der Weide Herumgetrieben haben, starren aber von Schmutz und Staub, und die Wolle dieser Tiere erzielt, auch wenn sie gewaschen ist, nicht annähernd den Preis, als wenn die Wolle von Natur fein und sauber ist. So sind praktische Men­schen, um ihre Schafzucht gewinnreicher zu gestal­ten, auf den Gedanken gekommen, ihren Tieren Staubjacken" anzuziehen. Diese Jacken schmiegen sich dem Fell dicht an etwa wie Möbelschoner der guten Polstermöbel und erhalten die Wolle dar­unter wunderbar weiß, glänzend und weich. In Sidney ist eine ganze neue Industrie aufgekom­men, um die Bedürfnisse dieser neuenSchafmode" zu befriedigen. In Südaustralien allein tummeln sich bereits 50 000 Schafe also bekleidet auf den

Allerlei.

Weiden. Ein englischer Archäologe, der davon hörte, schüttelte den Kopf:Interessant, aber nicht neu. Die Griechen kannten das vor 3000 Jahren." Im alten Griechenland herrschte nämlich die Sitte, daß bestimmte Tiere aus der Herde ausgewählt wurden, deren Wolle für das Kleid des Herrn oder der Herrin dienen sollte. Diese Tiere hatten die Ehre, in eine Jacke gesteckt zu werden, um die glänzend saubere Wolle hervorzubringen, die allein würdig war, die fürstlichen Glieder zu bedecken.

Das Haus Augustus

Auf dem Palatin werden, wie aus Rom berich­tet wird, die Arbeiten an dem Haus des Augustus im Auftrage des Ministers für die nationale Er­ziehung fortgesetzt. An der alten Fassade gegen die via dei Cherchi wurde der moderne kleine Turm, der den antiken Eingang versperrte, abgetragen. Die sehr ansehnlichen Reste der Fassade werden

wieder hergestellt und der antike Eingang wieder geöffnet. Im Innern der Hauses ist der großartige Säulengang bereits vollständig freigelegt, und die Ausgrabungen bringen weiterhin Säle und Gale­rien zutage, auch die große Treppe, die gleichfalls alt ist und zu dem oberen Stockwerk führt, wo die prachtvolle Reihe von Räumen, die noch vorhan­den sind, völlig von den modernen Baulichkeiten, die sie fast verbargen, befreit worden ist. Wenn diese Arbeiten beendet sind, wird das Haus des Augustus das wichtigste Bauwerk unter den Kaiser­palästen sein. Bemerkenswert ist besonders ein klei­ner achteckiger Saal mit rechteckigen und halbkreis­förmigen Nischen, die in zwei Reihen übereinander abwechseln, ferner ein rechteckiger Saal mit zwei Apsiden an den kurzen Seiten, und der Rest eines Saales in Form eines griechischen Kreuzes. In einem anderen Raum wurde ein, mittelalterlicher kleiner Säulengang mit Malereien aus der Renais­sance wieder befestigt, die Malereien wurden ge­reinigt. Bei allen Arbeiten wurde festgestellt, daß das Haus des Augustus schon im Altertum verschie­dene Umbauten und Erneuerungen erfahren hat.

Neues für den Büchertisch.

Luftschiffkapitän Ernst A. Lehmann: Auf Lustpatrouille und Weltfahrt. Erlebnisse eines Zeppelinführers in Krieg und Frie­den. Herausgegeben von Leonhard Adelt. Reich­illustriert. 332 Seiten. Halbleder. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag GmbH., Berlin- Charlottenburg 2. (161) In diesem Tatsachen­buch, das wie ein abenteuerlicher Film der Welt­geschichte der letzten Jahrzehnte vor uns abrollen läßt, berichtet Luftschiffkapitän Ernst A. Lehmann, heute Direktor der Deutschen Zeppelin-Reederei, von seinen gefährlichen Kriegsfahrten über Rußland, den Balkan, die Nordsee, von tollkühnen Ueber- querungen feindlicher Fronten, von Bombenangrif­fen auf London, von dem oft verzweifelten Kampf der Lufthelden gegen Flieger, Geschütze, Kriegs­schiffe, alle Unbilden der Witterung, von dem Vor­stoß bis tief nach Afrika zur Rettung der heroischen Kolonialkämpfer Lettow-Vorbecks. Wir erleben die Enttäuschungen und Anstrengungen der Nachkriegs­zeit, bis der neue Zeppelin entsteht, als erstes und bisher einziges Luftschiff die Welt umfährt, unter Lehmanns Führung eine regelmäßige Amerikaver­bindung ausnimmt, sich in das ewige Eis des Po­largebiets wagt, während ringsum fremde Luft­schiffe bedauerliche Rückschläge erleiden.

Herbert Volck: Die Wölfe. 33000 Kilometer Kriegsabenteuer in Asien. Ganzleinen 2,85 RM.: kart. 2, RM. Verlag Ullstein, Berlin. (166) Leutnant Volck, Sohn eines Rechts­anwalts aus Dorpat, kämpft als Dragoneroffizier unter Kluck an der Marne. Dann kommt er als Fliegeroffizier nach dem Osten. Er kämpft in der Luft bei Rava-Ruska, Brest-Litowfk und Kowel, im gleichen Abschnitt wie Richthofen. Mit seiner Ge­fangennahme in Wol.hynien beginnen seine russisch­sibirischen Abenteuer: Kerkerschicksale, Fluchtwande­rungen durch eisige Winternächte, an zusammen­fallenden Lagerfeuern, um die Rudel grauer Wölfe schleichen, wegloses Irren durch die mongolischen Steppen, nochmals Verhaftung durch einen Ko­

sakenschwarm, furchtbare Einzelhaft in Irkutsk, Freiheitsträume, dann, phantastischer als ein Ro­man, das Entrinnen nach Moskau. Aber auch dies ist nur ein Ruhepunkt vor neuen Abenteuern, vor | märchenhaften Fahrten durch die wilden Berge des, Kaukasus zu den Tscherkesfen nach Persien, nach den Räuberburgen Kurdistans, nach Mesopotamien und Palästina. Bilder stürzen vorbei, bunt wie der Orient, unwirklich wie Traumgesichte; der sie auf­zeichnete, hat eine fabelhafte Spannkraft des Wil­lens und des Geistes. 1918 ist Leutnant Volck von seiner Fluchtreise in Deutschland wieder eingetrof­fen. Hindenburg und Ludendorff haben im Großen Hauptquartier seinen mündlichen Bericht gehört. Nach dem Zusammenbruch wird er Gründer des Freikorps Lüneburg-Volck. 1928 und 1929 organi­siert er den deutschen Landvolkkampf in Holstein. Mit Klaus Heim verurteilt, erkrankt er nach einer Haft von 20 Monaten schwer, bis er am 21. März 1933 begnadigt wird. V.' sibirisch-kaukasisches Aben­teuerbuch erscheint jetzt in neuer Fassung, für die Generation, die den Krieg miterlebte und für die, die seitdem heranwuchs.

Arno Dohm: Skagerrak. Die größte Seeschlacht der Geschichte. 324 Seiten. Mit 51 Bil­dern. Volksausgabe: Leinen 2,85 Mk. C. Bertels­mann Verlag, Gütersloh. (215.) Ein Buch, das den Hergang der Schlacht und die Heldentaten bei Freund und Feind miterleben läßt; das Kämp­fen und Sterben derer hüben und drüben, die als Soldaten und Seeleute ihr Letztes hergaben, um ihrer Flotte und ihrer Flagge den Endsieg zu sichern. Dohm schuf ein genaues und ausführliches Gemälde der Seeschlacht, das dem deutschen Volke die Größe der Leistung, den Schneid und Opfermut der kämpfenden Flotten in spannender Schilderung zum Bewußtsein bringt.

P. E. Ettighoffer: Verdun, das große Gericht, mit 31 Photos. Verlag C. Ber­telsmann, Gütersloh. Preis 2,85 RM. (216) Eine einzige Schlacht des Weltkrieges vereinigt in

sich aßc Schrecken des modernen Kampfes, umschließt alles Heldentum deutscher und französischer Soldaten und bleibt Symbol zähesten Durchhaltens Ver­dun. Verdun blieb die hohe Schule der besten Kampf­truppen bei Freund und Feind. Dieses Dichters und Verdunkämpfers Buch ist das Heldenlied vom Kämp­fen, Leiden und Sterben zweier großer Nationen. Eine erschütternde Erzählung, die uns mitten hinein- führt in die Panzerforts, in die Trichter und Gräben und Artilleriestellungen, zu den Kämpfern bei Freund und Feind.

Marianne Bruns: D i e Dioskuren i n O l y m p i a. Roman aus Alt-Griechenland. Ganz­leinen 4,20 RM. Gerhard Stalling, Verlag, Olden­burg i.O./Berlin. Auf dem heiligen Boden von Alt-Olympia spielt dieser Roman. Wettkampfspan­nung und Sportgeist im edelsten Sinne beherrscht die entscheidenden Auftritte. Unter solchen Zeichen ent­wickelt sich eine lebendige Romanhandlung. In ihrem Mittelpunkt steht das Dioskurenpaar, die befreun­deten Knaben Megakles und Antenor. Im großen Strome der hellenischen Stämme ziehen sie von Kyl- lene durch das elische Land nach der berühmten Wett­spielstätte, ausersehen, als Vertreter ihrer Heimat an den olympischen Kämpfen teilzunehmen. Charaktere treten scharf gezeichnet hervor, lebensvolle Szenen spielen sich ab vor dem Hintergründe der schicksals­vollen Geschichte des Griechenvolkes, die der Volks­held Themistokles und sein großer Gegenspieler Hieran von Syrakus machtvoll durchschreiten. In diesem Jahre, das dem deutschen Volke das Erlebnis der modernen Olympischen Spiele auf eignem Boden bringt, ist es besonders reizvoll, sich einmal in jene Welt zu versenken, die den Gedanken eines edlen und friedlichen Wettstreits unter den 'Völkern als erste verwirklichte.

HerbertSchöffler, Professor an der Uni­versität Köln: Die Reformation. Einführung in eine Geistesgeschichte der deutschen Neuzeit. 106 Seiten mit zwei Karten. 2,30 RM. Verlag Heinrich Pöppinghaus, Bochum-Langendreer. 1936. (158) Der Wert der Untersuchung liegt in ihrer kritischen Verwendung eines reichen Tatsachenmaterials im Zusammenhang mit einem in der langen theologisch­historischen Diskussion neuartigen Gedankengang.

Dr. Werner Dittrich: Vererbung und Rasse. Ein Hand- und Hilfsbuch für den Lehrer. 84 Seiten. Mit 50 Abbildungen. Kart. 3,20 Reichsmark. Franckh'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. (212) Der Verfasser hat es verstau- den, aus dem ungeheuren Stoffgebiet alles von der Wissenschaft als gültig Anerkannte auszuwählen, um so dem Lehrer das notwendige Wissen über Vererbungslehre und Rassenkunde zu bieten. Ditt- rich hat sich dabei eng an die methodischen Aufsätze des Reichsreferats für Rassefragen im NSLB. ge­halten, so daß seine Arbeit die rein wissenschaftliche Grundlage für die praktische Arbeit des Lehrers darstellt. Aber nicht so sehr auf die Wissensvermitt­lung kam es dem Verfasser an, sondern die Er­ziehung zu rassisch bewußtem Denken und Handeln war ihm das Wichtigste, da ja die sichere rassische Haltung das Ergebnis solcher Erkenntnisse auf dem rassekundlichen Gebiet sein muß. Diesem Wollen hat Dittrich seinen Stil angepaßt, und hat damit den Stoff so fesselnd gestaltet, daß jede, neue Erkenntnis gleichzeitig zum Erlebnis wird und jedem deutlich zum Bewußtsein kommt, wie nötig wir die neuen Rassegesetze brauchen.

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Tagesordnun g:

1. Geschäftsbericht,

2. Bericht über die ges. Revision am 16. u. 17. 5. 35,

3. Jahresabschluß 1935; hier, Ge­nehmigung,

4. Verteilung des Reingewinnes aus 1935,

5. Entlastung des Vorstandes und des Aufsichtsrates,

6. Wahlen in den Aufsichtsrat, 7. Satzungsänderungen (81,4,20, 25, 28, 29, 31, 33, 34, 38 u. 39), 8. Anträge der Mitglieder.

Abstimmungsberechtigt sind nur Mitglieder der Genossenschaft. An­träge zu Punkt 8 der Tagesord­nung sind bis zum 22. August 1936 bei dem Unterzeichneten (Klinik- straße!2 seinzureichen. Der Jahres­abschluß kann vom 17. August bis 25. August 1936 beim Rechner der Genossenschaft - Herrn Münster, Jheringstraße 10 - von den Mit­gliedern der Genossenschaft ein­gesehen werden. 5074V

Gießen, den 14. August 1936.

Der Aufsichtsrat: Keuler stellvertr. Vorsitzender.

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Anschließend Kranzniederlegung an beiden Denkmälern und an den Soldatengräbern auf dem Alten Friedhof. Marsch durch die Stadt zum Brandplatz.

Nachmittags großes Treffen mit Familien auf dem Festvlatz an der Waldeslust. (Hallen für 2000 Mann.) 16 Uhr: Kameraden­ehrung, Konzert, Festtreiben für Jung und Alt. Feuerwerk.

Der Eintritt ist frei!

Alle jungen und alten Kameraden, die stolz sind auf ihr ehrliches Soldatentum, und alle Volksgenossen, die ihre Verbundenheit be­zeugen wollen, sind herzlich willkommen. 068d

Arbeitsgemeinschaft

Gießener Soldatenkameradschaften.