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Lastkraftwagen, Omnibusse, Schlepper
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zweite aber: Angriff an der W e st f r o n t. in Tirol wie del Diese Absicht entzweite die deutsche Oberste Heeres-1 jahrs bewiesen.
Z.B. und
Synthetischer Kautschuk auf der Auto-Ausstellung.
Die JG.-Farbenindustrie benutzt die Int
hat, bedeutete einen schweren Einbruch in seinen Operationsplan. Daß auch seine Beurteilung oder Kampfkraft der Verbündeten Frankreichs nicht zutraf, hat der Verlauf der österreichischen Offensive in Tirol wie der der russischen Offensiven des Früh- i. Das Drama von Verdun aber
Die Einstellung des Generals von Falkenhayn sollte zum Verhängnis für das deutsche Heer und damit für den weiteren Verlauf des Krieges werden. Schon die Verzögerung des U-Boot-Krieges und seine spätere Verflachung, die trotzdem den Eintritt Amerikas in den Weltkrieg nicht verhindert
Vorzug."
Verdun also sollte die „A b n u tz u n g s m u h l e für die französischen Armeen werden. Für die Durchführung dieses Planes kam nach der Lage der * Festung nur der Raum nördlich von Verdun zu beiden Seiten der Maas, von den Argonnen im Westen bis zur Orne-Niederung im Osten in Betracht. Der Befehlshaber des mit den Vorbereitungen betrauten AOK. 5, der deutsche Kronprinz, wie sein Chef des Stabes, General Schmidt v. Knobelsdorff, traten denn auch für den gleichzeitigen Angriff auf beiden Ufern ein. Ihr Vorschlag , wurde von Falkenhayn ab gelehnt, da er die für einen solchen Angriff benötigten Kräfte nicht zur Verfügung stellen könne. Er wo!te sich ausreichende Reserven zur Verfügung behalten, um einem, etwa an dem englischen Frontteil erwarteten Entlastungsunternehmen durch Abwehr und Gegenstoß begegnen zu können. Darüber hinaus hielt er an der Auffassung fest, daß es nicht erforderlich sei, die Festung zu nehmen, wenn diese Gefahr nur den Franzosen in greifbare Nähe gerückt würde. Dementsprechend wurde der Angriff auf Berd ' nur a u f dem Ostufer der Maas vorgesehen. Zunächst waren 9 Divisionen, aber über 1400 Geschütze mit 2,5 Millionen Geschossen bereitgestellt.
besitzt. Die neue, besonders ansprechende Karosserie schafft einen sehr geräumigen Kofferraum.
Mit dem Typ 1500 stellt Fiat einen neuen 6-Zylinder-Wagen mit 1485 ccm heraus.
Hanomag zeigt einen 32 PS Dier-Zylinder- Diertakt-Dieselmotor, der bestimmt ist für den Einbau in Personenwagen, Lieferwagen und Zugmaschinen. Dieser kleinste Vier-Zylinder- Diesel der Welt ist seit einem Jahr erprobt in Personen- und Lieferwagen und ist jetzt reif für die Serienherstellung. Ferner ist eine vollautomatische Hanomag-Kuppelung geschaffen worden. Der Fahrer hat dabei nur noch zwei Fußhebel, den Brems- und Gashebel, anstatt drei zu bedienen. Das bedeutet eine wesentliche Erleichterung für den Fahrer und eine Schonung der Maschine.
Ein neuer Sechs-Zylinder-3,5-Liter-Wagen von Hansa Lloyd hat einen obengesteuerten Motor; die Vorderräder sind durch parallele, an der Querebene schwingende Lenker geführt, die sich gegenseitig durch Schraubenfedern abstützen.
Kaiser bringt ein Kleinstfahrzeug mit DKW.- Heckmotor auf 2,50 Meter Radstand heraus.
Maybach hat aus dem im Vorjahr gezeigten Typ SW. 35 einen vergrößerten Typ SW. 38 mit neuem Motor, verlängertem Radstand und Schwingachsen vorn und hinten entwickelt.
Bei Opel entstand durch die Kreuzung zwischen dem früher schon aufgegebenen Ein-Liter-Waaen und dem 1,2-Liter-Modell der neue P. 4. Ein Sportwagen soll erhöhten Anforderungen gerecht werden.
Stoewer hat im Typ Greif Junior nach Tatra Lizenz den luftgekühlten Motor leistungsfähiger und geräuscharmer entwickelt.
Krafträder.
BMW. entwickelte auf der Siegermaschine der Sechs-Tagefahrt den Typ R 5 mit kombinierter Fuß- und Handhaltung.
Die Neukonstruktion von Z ü n d a p p , das Sportmodell KS500 hat als besonderes Merkmal Ventilsteuerung durch Stoßstangen, Nockenwellenantrieb durch Zahnräder und zwei Vergaser.
Auch in der Anhängerabteilung und im Zubehör sind sowohl bei Karosserien, beim Konstruktionsmaterial, bei einbaufertigen Aggregaten beim elektrischen Zubehör und bei der Werkstattausrüstung (Werkzeuge für den Autobetrieb) zahlreiche beachtenswerte Neuerungen zu sehen.
Adler bringt allgemeine Verbesserungen, größere Spurenweite, verlängerten Radstand eine neue Kühlerverkleidung.
Austro-Daimler-Steyr zeigen mit Neukonstruktion des Typs 50 den österreichischen Kleinwagen mit Dier-Ganggetriebe (1000 ccm) bei
Allgemein ist bei diesen Fahrzeugen bemerkenswert, daß zahlreiche Maschinen auf den Betrieb mitheimischemTreibstoff eingerichtet sind. Daneben ist eine Zunahme von Elektrofahrzeugen zu bemerken, die z. T. schon nach modernen fahrzeugtechnischen Grundsätzen konstruiert sind. Zahlreiche Kleinschlepper arbeiten mit Motoren, die ursprünglich für den stationären Betrieb gebaut wurden.
Die AEG. zeigt Elektrofahrzeuge mit 2-Gang- aetrieben für Bergfahrten.
Bergmanns Elektro-LKW. haben bei Geschwindigkeit bis 20 Kilometer ein Fahrbereich von 60 Kilometer. Die Elektrowagen von B l e i ch e r t besitzen eine „Stromkuppelung", die die Stromver- bindunq trennt.
Die Büssing NAG. haben ihre Dieselmotoren wärmetechnisch sehr verbessert. Der Fahrersitz liegt z.T. neben dem Motor, wodurch eine bessere Fahrbahnübersicht und gesteigerte Wendemöglichkeit besteht. Außerdem tritt ein Gewinn der Ladelänge ein. Dieselbe Neuanordnung hat übrigens auch Daimler-Benz. Hier hat man im Typ L1100 eine Neukonstruktion, bei der Vergaser- und Dieselmotor zur Wahl stehen. Nachdem aber die Schwierigkeiten, die dem Bau eines verhältnismäßig leichten und schnellaufenden Dieselmotors bisher entgegenstanden, heute beseitigt sind, ist dieser Typ als richtungweisender Vorstoß in das Gebiet des leichteren Lastkraftwagens zu werten. Dtaßgebend ist hier wohl der Gedanke, daß von einem -gewissen Ausnutzungsgrad ab weniger die Beschaffungskosten sprechen, als der Gesamtwirkungsgrad, der durch die höhere Wirtschaftlichkeit des Dieselmotors jetzt auch in dieser Größenklasse entscheidend beeinflußt wird. Der Typ 10 000, ein dreiachsiger LKW., von dem zwei Achsen angetrieben werden, soll in erster Linie die Ausnutzung der durch die Reichsautobahnen geschaffenen Äerkehrs- verbesserungen ermöglichen.
Henschel zeigt mit dem Omnibus Typ 68 einen 12 Zyl. 31 Dieselmotorwagen mit zwei angetriebenen Achsen bei 300 PS-Leistung. Krupp bringt die Konstruktion eines luftgekühlten Dieselmotors und einen dreiachsigen Geländewagen mit Allrad - Antrieb. Der Krupp-Omnibus ist mit einem Flüssigkeitsgetriebe ausgerüstet. Der Typ L 3,5 M 162 hat einen Gaserzeuger für teerfreie feste Kraftstoffe (Koks). ____________
Das Drama von Verdun
Don Dr. Oähne, Oberstleutnant a. O.
des Betriebes auf den Reichsautobahnen. Außerdem werden in Halle V ein Modell eines Auto- Hofes an der Reichsautobahn und gelände- gängige Kraftfahrzeuge der Wehrmacht gezeigt.
Personenkraftwagen.
Sonderzug zur Auto-Ausstellung.
Der Bezirks-Jnnungsmeister für das Kraftfahr- zeughandwerk im Gau Hesjen-Nassau teilt mit:
Das rege Interesse für die Große Automobil-Aus- stellung in Berlin läßt erwarten, daß die oorjahri- gen Besucherziffern wesentlich übertroffen werden. Damit auch aus unserem Gau recht viele Volksgenossen Gelegenheit haben sollen, die Ausstellung in der Reichshauptstadt zu besuchen, verkehrt ein S ander z u a ab Frankfurt über Kassel hin in der Nacht vorn 21. auf 22. Februar ab Franksurt-Hbhf. 21.10 Uhr. Rückfahrt ab Berlin (Potsd. Bhf.) um 23.50 Uhr in der Nacht vom 25. auf 26. Februar. Der Fahrpreis beträgt etwa 20 NM. hin und zuruck. Es ist dies der einzige Sonderzug, an dem sich je- dermann beteiligen kann; er wird nicht wiederholt. Auskunft erteilen alle Fahrkartenausgaben der Reichsbahn und die MER.-Reifebüros.
So besitzt z. B. Weichgummi aus Buna eine höhere Beständigkeit als Naturgummi und ist ferner viel temperaturbeständiger als Naturgummi. Diese Eigenschaft ist gerade bei Kraftfahrzeug rei- f e n von erheblicher Bedeutung, da bei der heutigen Entwicklung des Kraftfahrzeuges und Straßenbaues die Fahrgeschwindigkeiten sich immer mehr steigern und damit die Reifen sich stärker erhitzen.
Die Gummi-Industrie, früher ausschließlich an Die Verarbeitung von Naturkautschuk gewohnt, hat im Laufe des letzten Jahres, wie die Ausstellung zeigt, auch das neue Buna-Material zu verarbeiten gelernt. In gemeinsamer Versuchsarbeit mit der IG. Farbenindustrie sind hier sehr wertvolle Fortschritte gemacht worden. Reichspost, Reichsbahn und Wehrmacht haben durch Vergebung von Aufträgen die Arbeiten vorwärts getrieben. Ueber 1 Million Fahrkilometer wurden mit Buna- Reifen zurückgelegt, weit über 1000 Reifen befinden sich zurzeit in Prüfung.
22 PS-Leistung.
Bei Auto-Union wurde aus dem zwei Liter 6 Zylinder-Wanderer-Geländesportmodell ein Sportfahrzeug mit hoher Spitzenleistung entwickelt, der mit Kompressor ausgerüstet 150 km/st erreicht.
BMW. bringt mit dem Txp 326 die Neukonstruktion eines 6-Zylinder-Wagens mit 1957 ccm Inhalt heraus. .
An der Spitze der Neuschöpfungen der bisherigen Autoschau steht wohl wieder Daimler-Benz, die gewissermaßen zum Auftakt eines neuen Zeitabschnittes in der Automobilgeschichte im 51. Jahr den er st en Personenwagen mit Dieselmotor Herausstellen. Der Viertaktmotor arbeitet mit vier Zylindern nach dem bewährten Vorkammerverfahren bei einem Kraftstoffverbrauch von 9 bis 11 Liter auf 100 Kilometer. Spitzengeschwindigkeit soll 90 km/st fein. Mit den Typen 170 V und 180 H sind zwei weitere Neukonstruktionen geschaffen worden, von denen der zweite einen Heckmotor mit Preßluft-Wasserkühlung
Diese heraufziehenden Schwierigkeiten mußten die deutsche Oberste Heeresleitung zu ernsten Erwägungen veranlassen, wie eine Entscheidung des Krieges herbeizuführen war. Und da fällt der Blick des Generals von Falkenhayn, feit September 1914 Chef des Generalstabes des Feldheeres, vor allem auf England, als den „Erzfeind, der den Kriegswillen aller Verbündeten mit ungeheuerlichem Druck aufrechtzuerhalten weiß." Da England weder innerhalb noch außerhalb feiner Landesgrenzen in feinem Lebensnerv zu treffen ist, muß ihm fein bestes Schwert, Frankreich, zerbrochen werden, denn — so beurteilt General von Falkenhayn die militärische Lage zu Beginn des Jahres 1916 — Rußland ist durch seine Niederlage im vergangenen Jahre für lange Zeit lahmgelegt, seine innere Auflösung wird ebenfalls schnell fortschreiten. Das serbische Heer ist völlig vernichtet, Rumänien Deutschland wohlgesinnt. Italien wird froh fein, das Kriegsabenteuer auf anständige Weife beenden zu können. Frankreich selbst ist militärisch und wirtschaftlich bis an die Grenze des Erträglichen geschwächt, es müsse nur dem französischen Volke vor Augen geführt werden, daß es militärisch nichts mehr zu hoffen habe, um das Auseinanderfallen des Feindbundes zu beschleunigen. Diese, den Kernpunkt der vom General von Falkenhayn selbst veröffentlichten sogenannten „Weihnachtsdenkschrift" über die für das Jahr 1916 beabsichtigten Operationen bildenden Gedanken, gipfeln in zwei Folgerungen. Die erste: Sofortige Aufnahme des uneingeschränkten U-Boot-Krieges, um England unmittelbar zu treffen. Ihr wurde infolge des aus der Rücksicht auf die Haltung Amerikas geborenen Widerstandes des Reichskanzlers von Bethmann-Hollweg nicht entsprochen! Die
leitung mit der österreichischen, deren Chef Conrad von Hötzendorff erst Italien durch einen mit Deutschlands Hilfe von Tirol ausgeführten Angriff völlig schlagen und sich dann, wiederum vereint, gegen die Franzosen und Engländer wenden wollte. Eine Einigung kam nicht zustande, jeder ging seine eigene Wege — ins Unglück.
Nach den Erfahrungen, die die im Jahre 1915 von der Entente versuchten Massendurchbrüche gezeitigt hatten, erschien dem Chef des deutschen Ge° neralftabes ein gleiches Verfahren für feine Absichten nicht ratsam, schon des erforderlichen Aufwandes an Truppen und Material wegen. Die 26 Divisionen, die er für die Entscheidung nur glaubte bereitstellen zu können, wollte er nicht auf eine Karte fetzen. Seine strategisch neue und in ihrem Ausmaß gigantische Absicht war vielmehr, mit möglichst geringen Kräften den Gegner zum „Ausbluten" zu bringen! „Hinter der französischen Front gibt es in Reichweite Ziele, für deren Behauptung die französische Führung gezwungen ist, den letzten Mann einzusetzen. Tut sie es, so werden sich Frankreichs Kräfte verbluten, gleichgültig, ob das Ziel selbst von uns erreicht wird oder nicht. In Betracht kommen Belfort und Verdun. Verdun verdient den
An der Jahreswende 1915/16 konnte das deutsche Heer mit Stolz auf die vergangenen zwölf Monate zurückblicken, in denen an allen Fronten der Ansturm der gegen Deutschland und seine Verbündeten verschworenen Feindmächte überlegen abgeschlagen worden war. Man konnte hoffen, bald mit einem großen Schlage, sei es im Osten, sei es im Westen, den Krieg zu beenden.
Das erschien notwendig, denn immer mehr zeigte es sich, wie sehr die Leistungen der Front von den Verhältnissen und der Stimmung in der Heimat abhängig waren. Unter dem Druck der englischen Hungerblockade, die sich in der Donaumonarchie mangels einer straffen Wirtschaftsorganisation noch stärker auswirkte, begann man in Deutschland die Länge des Krieges zu empfinden. Internationale Bestrebungen, pazifistische und antimilitaristische Gedanken gewannen allmählich Einfluß, genährt durch die Mißstände, die durch die Zwangswirtschaft, vor allem aber durch das Gebaren der Schieber und Kriegsgewinnler immer mehr auftraten. Es fehlte der große Staatsmann, der die innerpolitischen Schwierigkeiten meisterte, den Siegeswillen des Volkes aufrechterhielt und die gesamten Kräfte der Nation auf den Krieg einstellte.
tionale Automobil- und Motorrad- Ausstellung Berlin 1936, um die Öffentlichkeit daüber zu unterrichten, was auf dem Gebiet der synthesischen Kautschuk - Erzeugung bisher von ihr erreicht worden ist. Schon während des Weltkrieges konnte in dem heutigen Werk Leverkusen der JG.-Farbenindustrie der sog. Methylkautschuk hergestellt werden. Wenn auch in der Folge die Arbeiten über synthetischen Kautschuk nie vollständig ruhten, so wurden sie doch erst wieder seit dem Jahre 1926 in den Werken der JG.-Farbenindustrie breiter ausgenommen, nachdem man neue Wege zur Herstellung des chemisch einfachsten Bausteines für die Kautschuksynthese, das Butadiens — ein Gas, das sich leicht zu einer Flüssigkeit verdichten läßt - fah.
Der synthetische Kautschuk ist heute aus einem anderen Baustein als der Methylkautschuk des Krieges aufgebaut. Seit dem Jahre 1926 ist unter Einsatz von ganz erheblichen Mitteln an der technischen Lösung der Kautschuksynthese (Ausgangsmaterial Kalk und Kohle) aus Butadien gearbeitet worden. Je nach der Zusammenlagerungsmethode entstehen Kautschukarten von unterschiedlichen technischen Eigenschaften, die allgemein den Namen „B u n a" tragen. Mit dem Absinken des Naturkautschukpreises war man bemüht, Bunasorten zu entwickeln, die bessere Eigenschaften als Naturkautschuk besitzen.
Oer Kranich.
Don Ernst Wiechert.
Ein Waldarbeiter hatte ihn gefangen, am Rande der Moore, von denen ich erzählt habe. Er war kaum höher als meine Hand, als ich ihn bekam, und ebenso groß wie ich, als ich ihn wieder verlor. Er lebte in unserem Garten, und auch im Garten Eden konnten Mensch und Tier nicht zärtlicher zueinander gewesen sein als wir beide. Jeden Morgen und Abend brachte ich ihm kleine Fische vom See, und er nahm seine Speise aus meiner Hand. Wir erwachten, wenn die Sonne aufging, und begrüßten einander, wie zwei Geliebte einander begrüßen. Scheint nicht der Lauf jener Tage und jener Liebe mir wie der Lauf eines goldenen Rades? Wir legten die Hände spielend in seine Speichen, und leuchtend rollte es vom Aufgang zum Niedergang. Ich rief noch meinem Vogel, mit ausgebreiteten Schwingen kam er zu meinen Knien. Ich ging vom Hof, und er stand am Zaun und klagte feine Einsamkeit. Ich kam wieder, und seine herrlichen blaugrauen Schwingen schienen mich umarmen zu wollen.
Aber um die Mittagsstunde waren wir der großen Einheit am nächsten. Ich lag auf dem Rasen und rief nach ihm. Er kam und blieb zu meinen Füßen stehen. Er spielte mit meinen Schuhen, meinen Knöpfen, meinen Händen. Und dann trat er zwischen meinen linken Arm und meine Brust. Er blickte sich noch einmal um, mit seinen wundervollen Augen, denen nichts entging. Dann ließ er sich in die Knie sinken. Noch einmal hob sich sein schlanker Hals, als liege er auf dem Moor und müsse nach seinen Feinden sehen. Dann legte er sich nieder, so daß sein Leib zwischen meinem Arm und meinem Herzen lag, und verbarg feinen Kopf an meiner Brust. Ein leise träumender Ton kam unaufhörlich aus seiner Kehle, unsäglich geborgen und glückselig. Meine Hand strich über fein bläuliches Gefieder wie über die Wange eines Kindes. Sein Auge öffnete sich noch zuweilen und blickte mich an, und dann schliefen wir ein, während die Bienen über uns summten und der Pirol vom Walde rief.
Vieles in meinem Leben hat meine Seele erhoben und sie mit dem erfüllt, was wir jenseits von allem Dogma Frommsein nennen. Aber mir ist, als wäre ich dem Herzen Gottes niemals näher gewesen als in den Stunden, in denen meine Hand über das Gefieder des Kranichs glitt und er an meinem Herzen lag, als hätte dieselbe Mutter uns geboren.
Als ich im nächsten Sommer wiederkam, war der Kranich nicht mehr da. Man sagt mir, er sei
verkauft worden, in den Tiergarten einer großen Stadt, und wahrscheinlich war es geschehen, um Geld für mich zu verdienen. Ich verstand das nicht. Ich verstand nur, daß er fort war, und daß Garten, Feld und Wald leer waren ohne ihn. Und heute, da ich alles zu verstehen suche, ist mir, als hätte man mich damals für immer aus dem Paradiese vertrieben als aus der großen Einheit, mit der Gott noch einmal wie zum Tröste Kinder und Tiere umschließt.
Tlichtssürungui/kleinerMann!
Don Oiernar Moering.
An einer Ecke in den Straßen der Innenstadt staut sich der Verkehr. Ein mit Altpapier-Ballen turmhoch beladener Wagen bildet das Hindernis. Der Kutscher, gezwungen, fein Fuhrwerk vor dem roten Zeichen der Verkehrsampel anzuhalten, bemüht sich vergeblich, wieder flott zu werden. Der Wagen ist vielleicht ein wenig überlastet; solange er in Fahrt ist, geht es ohne weiteres, hier aber, beim Anziehen, rutschen die Hufe der beiden starken Pferde hilflos auf dem glatten Asphalt aus, die braven Tiere kommen trotz guten Willens nicht weiter.
Inzwischen erlischt bereits wieder das auf freie Fahrt weisende grüne Licht, der Wagen versperrt noch immer die Durchfahrt, hinter ihm ftnuen sich Reihen von Motorrädern, Autobussen und anderen Fuhrwerken, die Hupen bellen, die Lage entwickelt sich zu einer kleinen Katastrophe.
Zwei Straßenkehrer haben ihr Werkzeug beiseite gelegt und ihre Schultern gegen die Rückwand des Wagens gestemmt. Als die Ampel wieder ihr grünes Auge spielen läßt, springen noch einige Passanten hinzu, unter ihnen auch ein zehn- bis zwölfjähriger Knirps, ein wahrer Zwerg vor der mächtigen Höhe der Fuhre.
Ein lächerliches Nichts an Kraft, gemessen an dem Koloß der Last, den in Bewegung zu setzen es sich unterfängt! Aber der Knirps, ohne Sorge um dieses groteske Mißverhältnis, schiebt unbekümmert seine Schulter unter die Platte des Wagens und stemmt, so gut er eben vermag.
Die Räder geben einen Seufzer von sich, die Last beginnt sich langsam zu bewegen.
In diesem Augenblick springt eine Frau in die Reihe der schiebenden Männer, packt den Knirps beim Kragen, reißt ihn an ihre Seite: „Wo steckst du nur schon wieder, Bengel?" und zieht den sich Sträubenden mit sich fort. Der Knirps mault, mit einemmale fitzt ihm ein Katzenkopf im Nacken.
Und während er von der im Gewühl der Menge
untertauchenden Mutter weitergezogen wird, hört man, wie das Schlußwort einer Szene, fanfarenhell seinen trotzigen, voller Empörung hinausgeschleuderten Protest: „Man wird hier doch wohl noch helfen dürfen?!"
Ei, kleiner Mann, war die Mama, die es so blitzeilig hatte, dir an die Ehre geraten? Da hast du nun geglaubt, deine Pflicht zu tun, und was ist das Ende? Ein Katzenkopf!
Nichts für ungut, kleiner Mann! Man muß manchen Katzenkopf 'einstecken, ehe man aus einem kleinen Mann ein großer wird, manchen gerechtfertigten und auch manchen ungerechtfertigten. Machen wir kein Wesen davon. Aber deine Bubenempörung war herrlich!
Es war sozusagen eine moralische Empörung. Und darum nenne ich dich ja nun auch nicht mehr Knirps, sondern kleiner Mann. Weil du nicht für deine Sache rebelliertest, sondern für eine gemeinsame.
Natürlich hast du dich geirrt. Der Katzenkopf war nicht die Bezahlung für deine Hilfsbereitschaft, sondern ... nun ja, die Mama hatte es eben eilig, sie war ein bißchen nervös, da rutscht eine Hand schnell mal aus. Und der Katzenkopf ist auch ganz unwichtig, nicht wahr?
Wichtig ist nur dies: Man wird hier doch wohl noch helfen dürfen?!
Jawohl, das allein ist wichtig! Und darin soll dich ein Katzenkopf nicht beirren! Denn siehst du: Solche kleinen Männer wie dich können wir gerade gebrauchen! Wir großen Männer, meine ich.
Ich will dir ein Geheimnis verraten: wir sogenannten Männer sind nämlich gar nicht so groß. Im Gegenteil: wir sind oft genug auch nichts anderes als kleine, ach, ganz kleine Männer. Und wenn das Schicksal zu einem Berg anwächst, zu einem hohen Berg, den man unter allen Umständen beiseiterücken muß, damit wieder Luft zum Atmen frei wird, so sind wir, gemessen an feiner Größe, genau so lächerlich winzig oder noch viel viel winziger als du im Vergleich zu dem Lastwagen, gegen den du mit uns deine geringe Kraft wendetest. Zwerge sind wir, und ein einzelner von uns würde den Berg, der doch fort muß, unter allen Umständen fort muß, nie bewegen können. Aber viele von uns kleinen Männern schaffen es vielleicht, und ein ganzes Volk von solchen Kerlen, wie du, sollte das es etwa nicht schaffen? Das wäre ja wohl gelacht!
Wird man hier also wohl noch helfen dürfen?
Aber natürlich wird man hier einmal helfen dürfen, kleiner Mann!
Nur Geduld, kleiner Mann? Und Glück auf, kleiner Mann, Glück auf!
Mit vier Jahren ein Bariton.
Der kleine Brian Staniforth aus Sheffield ist zwar erst vier Jahre alt, aber er verfügt dennoch über eine Stimme wie ein Tambourmajor. Diese ungewöhnliche Gabe ist nicht etwa durch eine Krankheit verursacht worden, die seinen Kehlkopf und feine Stimmbänder verwandelt hat; schon von Geburt an war Brian mit einem solchen brummigen Organ versehen, und man kann sich denken, mit weichem Erstaunen feine Eltern feinen ersten Lebensschrei vernahmen. Auch in der Folgezeit machte der kleine Bursche, bet sich immer bester Gesundheit erfreute, mit seinem gewaltigen Bariton den Eltern und Nachbarn mancherlei Kummer, den statt eines dünnen Gequäkes vernahm man ein gewaltiges Brummen, das durch alle Wände drang. Späterhin hat der kleine Brian dann mit seiner Männerstimme manchen lustigen Streich verübt. Als er bemerkte, daß jedermann sich verwundert oder entsetzt umsah, wenn da so ein kleiner Knirps plötzlich mit Stentorstimme zu rufen anfing, machte er sich einen Spaß daraus, die Ahnunglosen zu necken. In der Straße aber kannte man den kleinen Brummbären schnell aus dem Kreis seiner Spielkameraden heraus, deren Anführer er bald wurde, was nicht verwunderlich war. Einen unfreiwilligen Scherz leistete er sich bei einem Verkehrsunfall. Er wurde dabei bewußtlos ins Krankenhaus gebracht, wo sich die Aerzte sofort um ihn bemühten. Entsetzt aber fuhren ihre Köpfe in die Höhe, als der kleine Kranke sich auf einmal aufrichtete und mit Männerstimme fragte, wie er denn hierher gekommen sei. Zunächst glaubten die Aerzte, es sei eine Stimmveränderung infolge des Unfalls eingetreten, dann aber vernahmen sie, daß Brian gar keinen „Stimmwechsel", sondern seit je ein so männliches Auftreten hatte. In England gibt es übrigens noch einen „Kinderbariton". Es ist ein zehnjähriger Junge aus London namens Johnny Green, der jetzt als Sänger ausgebildet wird. Verschiedentlich hat man schon versucht, ihn für den Rundfunk zu gewinnen, aber die englische Gesetzgebung gestattet es nicht, Kinder unter zwölf Jahren zu Vorführungen irgendwelcher Art heranzuziehen. So kann auch der kleine Brian Staniforth, der auf Grund feiner ungewöhnlichen „Begabung" sicherlich bald auf den Brettern stände, noch ein Jahr als Straßenjunge mit- Kindern und Erwachsenen seine Späße treiben. Seine Eltern fürchten nur, daß bei zunehmendem Alter vielleicht doch noch ein Stimmwechsel käme und dann aus einem Kinder-Bariton ein Männer-Sopran würde!


