tenntnis und der Selbstverleugnung über Deutschland dahingehen werde. Für manche ist die Erfüllung anders gekommen, als sie gehofft hatten. Daß dann aber nach dem Umschwung so viele Verärgerte aus ihrer selbstgewählten Einsamkeit her- auskamen und sich in Berufsgemeinschaften oder Parteigliederungen mit Volksgenossen aller Schichten und Kreise in eine Reihe stellten, kann nur durch das Bewußtsein erklärt werden, daß es sich endlich wieder lohne, in Deutschland zu hoffen und zu kämpfen. Diese Menschen sind zum Sauerteig des deutschen Volkes geworden und haben seine negativen Eigenschaften, insbesondere Nörgelsucht
und Besserwisserei unterdrücken helfen. Wir müssen alles aufbieten, um diese wertvollsten unter uns vor Enttäuschungen und vor neuer Flucht in die Einsamkeit zu bewahren.
Reichsbauernsührer Darrs hat sich in seiner Rede vom 29. November in Goslar gegen diejenigen gewehrt, die „den deutschen Bauern besser kennen" wollen. Auch hartgesottenen Egoisten, von denen es in allen Berufsgruppen unseres Volkes zahlreiche Exemplare geben mag, muß es aufgegangen sein, daß der deutsche Bauer in den letzten drei Jahren vom lähmenden Druck der Unrentabilität erlöst worden ist. Diese Erlösung wäre miß-
tor in Spanien sieht, der noch den Anspruch erheben könnte, das spanische Volk zu repräsentieren. Die dieser nationalen Regierung gegenüberstehende Partei hat überdies durch die ganze Art ihres Kampfes, durch die Ermordung politischer Gegner, durch Geiselerschießungen, Verbrennungen und andere Brutalitäten die Leidenschaften bis zum äußersten aufgepeitscht. Eine Versöhnung mit dieser Partei erscheint schon wegen der in ihr offensichtlich vorherrschenden anarchistischen Tendenz
clffabon, 14. Dez. (DRV. Funkspruch.) General Queipo de Llano wandte sich sehr scharf gegen den Kommunistenhäuptling Del Vayo und seine in Genf gegen das nationale Spanien geführte Hetze. Die Art und Weise wie die spanischen Bolschewisten gegen das nationale Spanien und gegen die guten Elemente des Landes vorgehen, schließe alle Verhandlungsmöglichkeiten mit diesem Gesindel aus. Auch eine maßgebende Persönliches der nationalen Regierung hat dem Havas-Verkreter in Salamanca gesagt, daß eine Vermittlung nicht möglich sei. Das nationale Spanien führe einen Kampf, in dem es keine Kompromißmüglichkeit zwischen Gut und Böse gebe, zwischen Wahrheit und Lüge, zwischen Leben und Tod gebe es keine Diskussion. So sehr auch die Gefühle derjenigen zu achten feien, die die Initiative zum Vermittlungsvorschlag gemacht hätten, so beweise doch allein schon diese Anregung, daß sie sich über die wahre Lage in Spanien nicht klar feien, oder daß man sich nicht klar darüber sei, was in Spanien auf dem Spiele stehe. Der Kampf könne nur mit dem Sieg durch die Bajonette oder durch eine bedingslose Uebet- gabe der Roten enden. Selbst wenn, was nicht anzunehmen sei, die Roten in Valencia zu einer Vermittlung bereit seien, sei es General Franco nicht. Im übrigen scheine man im Auslande vergessen zu haben, daß der Spanten zerreißende Krieg von religiösen und vaterländischen Ideen beherrscht werde, Über die es kein Verhandeln gebe. Aus dem spanischen Krieg fei eine Frage geworden, die die ganze europäische Politik interessiere. Das hätten die Spanier nicht gewünscht und nicht vorhergesehen. Sie seien jedoch nicht bereit, solchen Erwägungen das verfolgte Ziel zu opfern, das darin bestehe, von neuem ein katholisches und imperiales Spanien
Frankfurter. Am Sonntag fährt der Bruder Frankfurters nach Haufe „um seinen Vater zu beruhigen". Am Montag wird ein Anruf aus Bern erwartet. Am Dienstag erfolgt gleichzeitig mit einer Expreß- karte ein neuer Versuch, Frankfurter telephonisch zu erreichen. Alle die Telephonate werden aus einem jugoslawischen Ort mit Bern in der Schweiz geführt. Es ist völlig unwahrscheinlich, daß es sich hier nur um Gesundheitsfragen gehandelt hat. Nach dem ersten telephonischen Anruf, bei dem der Bruder Frankfurters mit dem Freund Davids, dem Jugoslawen Pavlinovice gesprochen hat, schreibt Alphons Frankfurter an seinen Bruder u. a.: „Nachdem ich mit Branke Pav- linowitsch gesprochen hatte, war ich keineswegs beruhigt, obwohl er mir versicherte, daß du gesund seiest." Auch der Einwand, daß die Lügen Frankfurters über sein Studium Gegenstand der geführten Unterhaltung sein sollten, ist nicht recht einleuchtend. Ein Tatbestand, der 13 Semester hindurch sich fortsetzte, brauchte nicht — ohne jeden äußeren Anlaß — plötzlich innerhalb von vier Tagen telephonisch und telegraphisch aufgerollt und geklärt zu werden. Der ganze Vorgang wird nur verständlich, wenn man onnimmt, daß die Familie Frankfurter etwa am 30. Januar (Tag der ersten Expreßkarte) von der beabsichtigten Tat erfuhr und sofort versuchte, mit dem Sohn in Verbindung zu treten. Es ist dabei möglich, daß es die Absicht der Familie gewesen ist, den David Frankfurter von seinem Verbrechen abzuhalten. Da der Mörder seit Dezember 1935 keine Verbindung mit seiner Familie mehr gehabt hat, erhebt sich die Frage: Bon welcher Seite hat die Familie Frankfurter von dem bevorstehenden Ereignis Kenntnis erhalten?
Die Aufzeichnungen Frankfurters auf dem Deckel einer Zigarettenschachtel beginnen mit den Worten: „Es soll ausgeführt werden bas Ur t e i l" und sie geben den Mordplan in allen Einzelheiten wieder, einschließlich der Zahl der beabsichtigten Schüsse und eines Hinweises auf die Kopfschüsse, mit denen Gustlosf bann ja auch ermoroet wurde. Niemand, der einen Entschluß nur aus sich selbst heraus faßt und einen Plan zu einer Tat sich allein überlegt, kommt auf den Gedanken, diesen Plan schriftlich zu fixieren, vor allem dann nicht, wenn -r genau weiß, daß er die Niederschrift während der beabsichtigten Handlung doch nicht zu Rate ziehen kann. Nur eine Person wird versuchen, sich Notizen zu machen, der bestimmte, ins einzelne gehende Ratschläge von anderen Personen erteilt worden sind. Man schreibt solche Ratschlage auf, um sie nicht zu vergessen und um sie
langen oder doch recht kurzlebig gewesen, wenn die Regierung des Deutschen Reiches „nach allen Richtungen Geschenke verteilt", also auch eine allgemeine Lohn- und Gehaltssteiaerung ermöglicht hätte. In jedem Berufsstand müssen sich — das ist eine der auf weite Sicht segensreichsten Folgen der berufsständischen Zusammenfassung — die Kräfte durchsetzen, die alles aufbieten, um durch national- wirtschaftliches Wohlverhalten das Erreichte mch wieder aufs Spiel zu setzen. Darum ist der Appell der führenden deutschen Wirtschaftspolitiker an die Selbstzucht und die Disziplin der einzelnen mehr als eine rednerische Floskel ohne greifbaren Inhalt.
schwer denkbar. Wie es vollends in Frage kommen könnte, bei dieser Sachlage eine ordnungsmäßige Volksabstimmung in Spanien zu bewerkstelligen, vermag die Deutsche Regierung nicht zu erkennen. Trotzdem wird sie aber, wenn die anderen Regierungen brauchbarekonkreteVer- mittlungsvorschläge glauben machen zu können, an deren Prüfung und Verwirklichung bereitwilligst Mitarbeiten.
Berlin, den 12. Dezember 1936.
zu schaffen. In diesem Kreuzzug für Gott und Vaterland werde sie niemand aufhatten.
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Wie üblich gab General Llano auch einen Bericht über die Lage an den Fronten. Mit Ausnahme kleinerer Kampfhandlungen ist der Sonntag ruhig verlaufen. Ein Angriff des roten Gesindels auf die Stellungen der Nationalisten im Frontabschnitt von Madrid, am Samstag, ist vollkommen abgeschlagen worden. Die Nationalisten haben dabei mehrere Tanks und anderes Kriegsmaterial erobert. Bei Villa Real haben die nationalen Streitkräfte einen Angriff gegen die Roten unternommen, und sie aus ihren Stellungen vertrieben. Wie auch in den vorhergehenden Tagen waren nationale Flieger tätig.
Eine nichtssagende Entschließung des Wkerbundsrates.
Genf, 12. Dez. (DNB.) Der Völkerbundsrat hat in öffentlicher Sitzung eine Entschließung angenommen, die feststellt, daß das gute Einvernehmen zwischen den Nationen ohne Rücksicht auf die innerpolitische Gestaltung der Staaten aufrechterhalten werden müsse und an die Pflicht aller Staaten erinnert, die gesetzesmäßige Unversehrtheit und politische Unabhängigkeit eines anderen Staates zu achten. Weiterhin begrüßt der Rat das Bestreben des Nichteinmischungsausschusses, wirksame Kontrollmaßnahmen zu schaffen und den von Großbritannien und Frankreich unternommenen Schritt. Es wird ferner als wünschenswert bezeichnet, so rasch wie möglich eine gemeinsame internationale Aktion Humanitären Charakters ins Leben zu rufen. Für den künftigen Wiederaufbau Spaniens würde eine internationale Hilfe ebenfalls erwünscht sein.
Der Vertreter der roten Machthaber von Valencia del Vayo stimmte der Entschließung zwar zu, machte aber den Vorbehalt, daß die Aktion des Rates damit sich nicht erschöpfen dürfe. Er werde gegebenenfalls eine weitere Prüfung der Angelegenheit beantragen.
sich in aller Ruhe einprägen zu können. Es gibt nur eine Erklärung für diese Aufzeichnungen des Mörders: Es ist ihm bei der Durchführung feiner Tat von anderer Seite ein ins einzelne gehender Plan ausgearbeitet und mitgeteilt worden. Diesen Plan hat er sich notiert, um alles so durchzuführen, wie es von ihm erwartet wurde. Dabei fiel das Wort vom Urteil als einer bereits bekannten und feststehenden Tatsache, denn Frankfurter notierte sich „Es soll ausgeführt werden das Urteil". Wer hat dieses „Urteil" ausgesprochen? Das ist die große Frage, die dieser Prozeß aufgeworfen, aber nicht beantwortet hat.
In einem Schreiben, das bereits am 8. März 1936 von einer Einwohnerin des G e - burtsortes Frankfurters, Vinkovci, an eine Bekannte geschrieben worden ist, heißt es u. a.:
„Große Sorge haben wir, zumal dem hiesigen Rabbiner sein Sohn, der in Vern lebt, mit Namen Frankfurter, der den 31$.- Führer Gustlosf erschossen habe, ein Vlnkov- caer ist und sein Vater hier tagtäglich massenhaft van den Juden der ganzen Welt Glückwünsche bekommt, daß einer weg ist. Ich horte mit meinen eigenen Ohren eine Jüdin sagen: „Die Würfel sind gefallen, er muh fallen." Das war so ca. einen Wonat vor dem Attentat in Davos. Damals wußte ich nicht, was es bedeuten sollte. Wan spricht, der junge Frankfurter war vor einem Wonat hier, und da sind in Belgrad in der Zentrale der jüdischen Waxonnerie die Würfel gefallen."
Man darf nach allen bisherigen Erfahrungen mit der internationalen Verpachtung jüdisch-bolschewistischer Wühlereien ohne weiteres annehmen, daß der jüdische Kreis in dem Heimatort des Verbrechers nur ein vermittelndes Glied in der Kette der Urheber und Auftraggeber gewesen ist. Die eigentlichen geistigen Urheber des Davoser Mordes aber mußten im Rahmen ihrer internationalen Pläne ein besonderes Interesse daran haben, gerade auf dem Boden der Schweiz den Versuch zur Anzettelung internationaler Verwicklungen zu machen. Die Frage nach den Hintermännern des Mörders wird auch mit dem Urteilsspruch im Churer Prozeß keinesfalls aus der öffentlichen Diskussion verschwinden können. Interessenten an der Aufklärung sind schließlich alle Staaten, die mit dem Bolschewismus nichts zu tun haben wollen.
Auch politischer Bord ist Bord.
Professor Grimm entkräftet die Argumente der Verteidigung.
Chur, 12. Dez. (DNB.) Am vierten Verhand- lungstag hielt der Prozeßvertreter der Neben- klägerin Frau Gustlosf, Prof. Dr. Grimm (Esten), eine groß angelegte, durch ihre ruhige Sachlichkeit und ihre außergewöhnlich tiefe juristische Fundierung hervorragende Rede. Professor Grimm führte u. a. aus: „In dem Beschluß des Hohen Gerichts vom 20. November 1936 wird erklärt: Es sind hier Dinge vorgetragen worden, es ist eine Literatur zitiert worden, die so niedrig ist, daß ich es ab- lehne, mich damit auseinanderzusetzen. Das Judenproblem in Deutschland und die Behandlung, die die Judenfrage in Deutschland erfahren hat, ist em historischer Vorgang von säkularer Bedeutung. Geschichtliche Vorgänge können nur von der Geschichte beurteilt werden. Erst in 100 Jahren wird man klar darüber sehen, wie das Urteil der Geschichte endgültig aussieht. Die Zeitgenossen werden in ihrer Mehrheit nie in der Lage fein, Die großen epochemachenden Vorgänge, die sie mit- machten, abschließend zu beurteilen. Ich lehne es also ab, dem Gegner zu folgen und das Gericht zu einem Forum politischer Auseinandersetzungen uni Propaganda zu machen.
Selten, sagte Professor Grimm, habe er einen Mordfall erlebt, der s o k a l t b l ü t i g u n d ü b e r- legt, fast pedantisch genau wie dieser ausgeführt worden fei. Er verwies auf die unumstößlichen Beweise der Schießübungen, der Zigarettenschachtel und erklärte, daß n i r g e n d s d i e An z e i ch e n e i n er Affekthandlung, nirgends Leidenschaft festzu- stellen sei. Einen schleichenden Affekt aber gebe es nicht. Selbst die Freunde des Täters bezeichneten ihnen als einen Phlegmatiker. Die Zeugen sagten, daß er in allen Dingen objektiv eingestellt gewesen sei, auch zum Nationalsozialismus. Keinerlei Gefühle seien zu erkennen. Als er auf der Treppe Frau Gustlosf gegenübergestanden habe, habe er nach seiner eigenen Aussage das Gefühl unterdrückt, weil der Entschluß zum Mord fest in ihm stand. Heute solle alles das rein reflexmäßige Handeln gewesen sein. Professor Grimm umriß dann noch einmal das Bild des Mörders als eines verbummelten, seinem Triebleben hingegebenen Studenten, über den das vernichtendste Urteil sein eigener Vater am Tage der Tat geschrieben habe. Dieser abschreckenden Erscheinung des Täters stellte er dann die makellose Persönlichkeit Wilhelm Gustloffs gegenüber, der für die Idee, für den Führer und für Deutschland gelebt habe. Wilhelm Gustlosf sei ein Kämpfer gemeßen, aber von hoher anständiger Marte aus habe er seinen Kampf geführt. Professor Grimm hob die rein menschlichen Eigenschaften des ersten Blutopfers der Bewegung in der Schweiz hervor und stellte dieser idealen Persönlichkeit den Mörder gegenüber, der von sich aus gesagt hat: „Eine ganze Welle von Haß erfüllte mich gegen alles, was Nationalsozialismus war." 7- Eine Welle von Haß! Der Verteidiger hat geglaubt, diesen Haß als Milderungsgrund anführen zu können. Darf ein Rechtsstaat zulassen, daß der Haß sich zügellos austobt? Muß er nicht rücksichtslos fordern, daß der Haß an den Schranken des Gesetzes Halt macht, daß er das Gesetz respektiert? „Es geht heute", fuhr Professor Grimm fort, „um die Ordnung schlechthin, um Dtbnung oder Unordnung ober Anarchie, um Ordnung ober Chaos. Politischer Mord ist Mord. Den politischen Mord zulassen, ihn verherrlichen, rechtfertigen oder ihn auch nur milde betrachten, führt zum Chaos, zur Anarchie."
Zum Schluß seines Plädoyers überreichte Professor Grimm dem Kantonsgericht einen feierlichen Einspruch gegen die Art derVer- t e i b i g u n g Dr Curtis. In diesem Einspruch heißt es: ,Trotz der feierlichen Zusage hat die Verteidigung den ganzen gestrigen Verhandlungstag, volle sechs Stunden, dazu benutzt, Ausführungen zu machen und Schriftstücke zu verlesen, die mit der Person Frankfurters und diesem Prozeß nicht das geringste zu tun haben und eine einzige Beschimpfung eines der Schweiz befreundeten Landes enthalten. Es bedarf keines Nachweises, daß es ein Mißbrauch des R e ch- tes der Verteidigung bedeutet, wenn diese es unternimmt, in einem Verfahren, in dem die Witwe des Ermordeten von dem Mörder, der ihr das Liebste geraubt hat, Genugtuung für den erlittenen Schmerz begehrt, diesen Schmerz nur noch zu vermehren durch zügellose Angriffe auf die Ehre des Landes des Getöteten, die diesem ein und alles war."
Nach den Ausführungen Professor Grimms, die durch ihre ruhige Sachlichkeit wirkungsvoll von den Auslassungen des Verteidigers Dr. Curtt abstachen, nahm noch einmal der Amtskläger Dr. Friedrich Brügger das Wort, der bas Plädoyer der Verteidigung als eine schwindsüchtige juristische Konstruktion bezeichnete. Für die Beurteilung der Strafsache sei die tendenziöse Propagandaliteratur durchaus wertlos. Die Tatsache aber sei unbestreitbar, daß hier ein vorsätzlicher Mord vorliege. „Wenn das kein vorsätzlicher Mord ist, bann gibt es überhaupt keinen vorsätzlichen Morb mehr." Frankfurter habe mit voller Ueberlegung gehandelt, die Waffe mit der M0rdabsicht erworben, Schießübungen oorgenommen, die Reise nach Davos mit der M 0 rdabsicht a n • getreten, den Mordplan schriftlich auf der Zi- garettenschochtel niebergelegt, alles sorgfältig aus- gekundschaftet, sich Einlaß in die Wohnung Gust- loffs zum Zwecke des Mordes verschafft und die Mordtat genau s0 ausgeführt, wie er sie g e v l a n t habe.
Der Präsident gab dem Angeklagten das letzte Wort. In typisch jüdischer Art mit weinerlicher Stimme gab der Angeklagte einige der neuen Greuelgesckichten, die er gehört habe, wieder; von Reue über seine verbrecherische Tat ober auch nur einer weiteren Begründung seines Frevels kein Wort. So widerlich und abstoßend wie der Eindruck des Angeklagten, so widerlich und abstoßend war auch der Ausklang. Das Gericht gab bekannt, daß am Montag keine neue Verhandlung anberaumt sei, daß das Urteil vielmehr nach der Beratung schriftlich zugestellt werde.
Anbots Heß dankt Frau Gustloff.
München, 12. Dez. (DNB.) Auf ihrer Rückreise von Chur, wo sie im Prozeß gegen den Mörder ihres Gatten, des früheren Landesgruppenleiters der Schweiz der Auslondsorganifatton der NSDAP., Wilhelm Gustloff, vor Gericht entscheidend wichtige Aussachen machen mußte, wurde Frau Gustlosf heute in München vom Stellvertreter des Führers Reichsmini st er Rudolf Heß empfangen. Rudolf Heß sprach Frau Gustlosf im Namen des Führers den Dank für das persönliche Erscheinen in dem Prozeß aus, das für sie so schmerzliche Erinnerungen wecken
Deutschlands Stellung zum französisch-englischen Vermittlungs-Borschlag.
Berlin, 13. Dez. Den hiesigen Botschaftern Englands und Frankreichs wurde folgendes Memorandum übermittelt:
„Die Deutsche Regierung beehrt sich, auf die Me- moratiben der Königlich Britischen und der Französischen Regierung vom 5. b. M. über die Lage in Spanien folgendes zu erwidern:
I.
Die Deutsche Regierung teilt selbstverständlich den Wunsch der beiden Regierungen, in Spanien mö Mich st halb geordnete friedliche Z u- ft ä mb e hergestellt zu sehen und insbesondere der Gefahr eines Uebergreifens des Brandes auf bas übrige Europa vorzubeugen. Sie ist bereit, alle Maßnahmen zu unterstützen, die wirklich geeignet finb, diesem Zwecke zu dienen, der allen ordnungsliebenden und auf die Sicherung des Friedens bedachten Regierungen in Europa am Herzen liegen muß.
II.
Was den Vorschlag der beiden Regierungen anlangt, den Grundsatz der N i ch t e i n m i s ch u n g in die spanischen Wirren zu bekräftigen und durch weitere Abreden effektiv zu g e ft a 11e n, so muß die bimtsche Regierung daraus Hinweisen, daß sie von Anfang an, so auch in ihrer Note vom 27. August d I. dafür eingetreten ist, die zu treffenden Abreden auf die Verhinderung der Ausreise von freiwilligen Teilnehmern an den Kämpfen in Spanien auszudehnen. Sie hat es sehr bedauert, daß sich andere Regierung en damals hierzu nicht haben entschließen können, was zweifellos wesentlich dazu beigetragen hat, die Lage in Spanien zu verschärfen. Ob das allgemeine Verbot jeder direkten oder indirekten Intervention auch unter den heute gegebenen Verhältnissen noch zu dem erstrebten Ziele führen kann, muß leider einigermaßen zweifelhaft erscheinen. Das bedarf angesichts der allgemein bekannten Rolle, die landfremde Elemente in immer steigendem Maße bei der Entfesselung anarchischer Aktionen in Spanien gespielt haben und noch spielen, keiner näheren Begründung. Die deutsche Regierung ist aber gleichwohl bereit, sich in dem Londoner Ausschuß, wie bisher, an allen Beratungen darüber zu beteiligen, wie eine Aenderung dieses Zustandes und eine wirksame Kontrolle der zu treffenden Vereinbarungen herbeigeführt werden könnte. Dabei ist sie aber der Ansicht, daß das Verbot direkter Intervention als ein einheitliches G e - famtproblem in Angriff genommen werden müßte.
III.
Der Gedanke, durch eine gemeinsame Vermittlungsaktion der beteiligten Mächte den Kämpfen in Spanien ein Ende zu bereiten, verdient an sich sicherlich alle Sympathie. Die Deutsche Regierung hat indeß schon durch die von ihr ausgesprochene Anerkennung der nationalen Regierung zum Ausdruck gebracht, daß sie neben dieser Regierung keinen anderen Fak-
Abschluß des Frankfurier-Prozesses in Chur.
Wer sind die Hintermänner?
Eins ist an dem bisherigen Verlauf des Churer Mordprozesses auch für den Außenstehenden außerordentlich auffallend. Von allen interessierten Seiten — wovon wir das Schweizer Gericht und die -eigentlichen Schweizer Kreise ausdrücklich ausnehmen — ift schon seit dem Mord an Wilhelm Gustlosf und danach mit zunehmender Beflissenheit bis in die Prozeßzeit hinein die völlig unglaubwürdige Fiktion aufgestellt worden, als handele es sich um die Tat eines absoluten Einzelgängers, der nach der einen Tendenz jener Ausstreuungen so etwas wie das Opfer feiner eigenen Jdealauffaffung geworden fei, nach der anderen unter dem Einfluß feiner „inneren Stimmen" gehandelt habe. Diese beiden Versuche zur Irreführung der öffentlichen Meinung wurden und werden mit einer solchen Planmäßigkeit betrieben, daß sich in geradezu zwingender Weise die Frage ergibt: Wer hat denn nun eigentlich das meiste Interesse an dieser Darstellung des Frankfurter als eines Einzelgängers? Mit anderen Worten: Wer find die Hintermänne r, die den feigen Mord letzten Endes ausheckten?
Gerade die sechsstündige, von den Tatbeständen des Prozesses immer wieder meilenweit ablenkende Rede des Verteidigers Dr. C u r t i hat — zweifellos sehr gegen bie Absichten der internationalen jüdischen Clique — die Frage nach den Hintermännern Frankfurters aufs stärkste in den Vordergrund gedrückt. Es war allzu auffallend, wie dieser Verteidiger Stunde um Stunde völlig abseitige Dinge vorbrachte, die mit den Tatbeständen überhaupt nichts zu tun haben und zweifellos neben dem Versuch der Reinwaschung des Angeklagten vor allem den Zweck verfolgten, von den Hintergründen des Mordes, in denen sich der eigentliche Tatplan konstruierte, abzulenken.
Diese Hintergründe und diese Hintermänner Frankfurters aber werden u. a. auch durch die Tatsache beleuchtet, daß nach einwandfreien Beobachtungen die Juden im Heimatort des Mörders in der Zeit unmittelbar vor dem Verbrechen immer wieder in auffallender Weife die Köpfe zusammensteckten. In der Verhandlung angeschnitten wurden die auffällig starken Bemühungen der Familie Frankfurter, gerade in den Tagen unmittelbar vor der Tat mit David Frankfurter in persönliche, möglichst telephonische Verbindung zu treten. Am Donnerstag vor der Tat eine Expreßkarte des Bruders. Am Freitag telephonischer Anruf. Am Samstag Erwartung eines telephonischen Anrufes durch den Bruder. Am Sonntagabend ein Telegramm an den David
Das nationale Spanien lehnt Verhandlungen ab.
Es gibt kein Kompromiß zwischen Gut und Böse.


