Einzelbild herunterladen

iah eude"

, Tel 311» jnika-Fach-

Tamm

Tanz

; 50 Pfennig

7232 D

i Cafe Leib abend iiimiiiiiiiiiiiiiiiiii der NSDAP.

M

ßitoniithen

br, Neue Aula: MM leh eder 1 Mk. [iibsD

*^i* ;

9h u . Vjm

tu. :

'«eilt

Tesek J Olis um Qt - lomie^^o hren ter O*hs >rL?

S-K 6t A« Ä^S

en Eilzug, !?r Em Irans- fe.e QUs der »oi hrl'Mtiwf hhnb.

'Minben ,u. «I' > b«s aunge !sM" ein'r lA*im

Hen Hebung f $ . bei einer Ie em schwerer )on(eitung kam Ehrung. Zwei )m getötet, andere leicht

iger.

Stuttgart ein Send in Hotels )' und Privat- lung gab. Vor lnnte sich Wjgj steifer für Öen ''lchen Winter.

ember. abe* alität: [

Topfi

Reinshaus en

5. November kl ttii=B1.6"der" frei! »° ber^!L inner

[ 4 U^r [«.

Samstag, ig.KavemderMS

Eichener Anzeiger (Senerai-Anzeiger für Gbechchen)

Itr.268 vrliies Blatt

Aus der provinzialhaupistadi

Veilchen im November.

von

8. Fortsetzung.

Erfüllung H.

Neues Freibad (Schwimmbad) und TNilitärschwimmanftalt.

sollen. Das Ausmaß dessen, was nach dieser Rich- tung hin getan werden kann, ist jedoch abhängig von den Möglichkeiten der Finanzierung, die heute in dieser Hinsicht noch nicht erschöpfend zu über­blicken sind.

war jedenfalls so.

Mit Dank nahm ich das Sträußchen Veilchen ent­gegen, gab ihm frisches Wasser und stellte das kleine Blumenglas auf meinen Schreibtisch. Schon eine Stunde darauf war das Zimmer voll Veilchendust. Jeder Besucher bestätigte mir das.

Veilchen im November ... Ich saß smnend vor dem Blütenwunder und staunte die kleinen Blumen an. Draußen geistern die dichten Nebel, und kalter Regen fällt vom Himmel. Hier aber im warmen Zimmer stehen Boten des Frühlings. Der starke Frost der Oktobernächte hat sie nicht bezwungen. Sie blühten willig weiter und spendeten ihren Duft. Dahlien, Löwenmäuler, Rosen und Nelken senkten die Köpfe und verwelkten, die kleinen bescheidenen Veilchen aber hielten der Kälte stand. Klein und bescheiden, und doch so trotzig und stark.

Aber das allein war es nicht, was mich so be­wegte. Ich mußte unwillkürlich daran denken, daß diese Veilchen nun doch trotz ihres Ausharrens zur falschen Zeit gekommen waren. Wenn die Blätter gefallen sind und der Sturm an den kahlen Aesten zerrt, wenn sich das Laub schützend auf die Erde legt und alles zur Ruhe geht, dann kehrt leise Wehmut in unferm Herzen ein. Wir denken daran, daß alles, auch das Schönste, auf dieser Erde vergänglich ist, und wir rüsten auch uns für die Winterszeit. Wir warten auf den ersten Schnee und finden es natür­lich, wenn nun alles in Feld und Flur schlafen ge­gangen 'ist. Bäume und Blumen, die Sinnbilder des Frühlings und des Sommers, schlummern einem neuen Frühling entgegen.

Und da kommt nun dieses Veilchensträußchen und erweckt Gefühle und Wünsche, die dem Herzen wehe tun. Wenn in den ersten Märztagen Schnee und Eis vom warmen Südwind weggetaut werden, wenn die Schneeglöckchen läuten und die Vögel mit ihrem Gesang beginnen, wenn kräftiger, frischer Erdgeruch durch die Luft zieht, dann haben wir Sehnsucht nach den ersten duftenden Frühlings­boten, nach den Veilchen.

Am versteckten Platz, unter Laub und dürrem Gras, geschützt von den Dornenhecken, da stehen sie und strecken ihre kleinen violetten Köpfchen in die Höhe. Diese e r st e n Veilchen sind es, die uns jubeln lassen und die uns verkünden, daß der neue Frühling kommt. Sie werden von den Kindern ge­pflückt und mit Sang und Klang ins Haus ge­bracht. Ja, dann sind sie am rechten Platz. Veil­chenduft und Frühlingserwachen gehören zusammen.

Das Veilchensträußchen im November aber kann nicht die Tatsache vergessen machen, daß wir vor : dem Winter, vor der langen Ruhe der Natur stehen, i Es kann nur noch einmal das Bild des letzten Früh-

wanderten.

Die kleinen Blumen können aber zu gleicher Zeit eine Verbindung Herstellen zwischen Vergangenheit und Zukunft. Sie bilden den duftenden Weg, der

von einem Frühling zum andern hinüberführt. Sie tragen Erinnerung und Prophezeiung in sich. Und deshalb will ich das kleine Sträußchen lieb haben, und es soll möglichst lange auf meinem Schreibtisch stehen, bis auch seine Blumenköpfchen eines Tages welk herabhängen werden.

keineswegs vom Gärtner, denn bei ihm kann man ja Rosen, Nelken und alle anderen Blumen zu jeder Jahreszeit kaufen. Nein, es warenselbstgezogene aus feinem Garten. Mit Stolz erzählte er es mir. Schon feit einigen Jahren blühten diese Veilchen im Frühling und im Herbst, manchmal sogar während des ganzen Jahres. Ob das nun an der Pflege oder an dem guten Boden läge, das wußte er nicht. Es

(Nachdruck verboten.) V.

Schon ziemlich abseits vom Getriebe der Innen­stadt, inmitten eines großen, etwas verwahrlosten Gartens, lag die Villa des alten Justizrats Will- noff. Es dunkelte schon, und im Erdgeschoß des Hauses waren die Fenster bereits alle erleuchtet.

In dem kleinen Salon, der zur Straßenseite hinauslag, ging mit kleinen, trippelnden »schritten die Justizrätin auf und ab. Unruhig spähten ihre Augen währenddessen nach der Tür, als könne in jedem Augenblick jemand eintreten, den sie sehn- lichst erwartete. t

Wie Immer drehten sich ihre Gedanken um ihre Tochter Olga. Olga, ihre einzige Tochter, dieses ver-

Um dem Bedürfnis nach einer modernen Frei- bad-(Schwimmbad-) Anlage zu entfpre- ( chen und ferner dem Erfordernis der Garnison . nach einem zeitgemäßen M i l i tärschwim m - bad Rechnung zu tragen, ist für die nächste Zeit die Schaffung dieser beiden Anlagen geplant. Das neue Freibad und die Militärschwimmanstalt werden ihren Platz außerhalb des Lahn­gebiets erhalten. Die Wasserversorgung für diese Einrichtungen unterliegt gegenwärtig gewissen Dor­bereitungsarbeiten, von deren Ergebnis .die endgül­tige Entscheidung über die Platzfrage abhängig sein wird. Es wird großer Wert darauf gelegt, daß für die Speisung der Schwimmbecken durchaus ein­wandfreies, klares und gesundes Wasser zur Ver­fügung steht. Die Freibad-(Schwimmbad-)Anlage soll nach den Vorschriften des Deutschen Reichsbun­des für Leibesübungen gebaut und ebenso auch nach diesen Richtlinien die Versorgung mit Wasser durchgeführt werden, damit in diesem Schwimm­bad schwimmsportliche Veranstaltungen nach den Wettkamvsbestimmungen des Fachamts Schwimmen des Reichsbundes für Leibesübungen durchgeführt werden können.

Weitere rege Wohnungsbautätigkeil.

Im Hinblick auf den anhaltenden starken Bedarf von neuem Wohnraum wird die Stadt weitere Wohnhausbauten im Schwarzlach- Ge­biet und am Leimenkauter-Weg zur Durch­führung bringen. In beiden Stadtbezirken sollen die neuen Wohnhäuser in der gleichen Weise er­richtet werden, wie sie durch die jüngsten Arten des Bautpvs bereits geschaffen wurden, damit eine einheitliche Fortführung der Bebauung gegeben ist. Für das Schwarzlach-Gebiet ist gegenwärtig die Schaffung von 38 Wohnungen vorges"hpn. Welches Ausmaß die neue Bautätigkeit am Leimenkauter- W"g annehmen wird, hängt von den finanziellen Möglichkeiten ab, die dafür von der Stadtverwal­tung erschlossen werden können.

Ein weiteres großes Wohnungsbauvorhaben wird in aller Kürze die Bauftrma Freese am Erd- kauterwea in Angriff nehmen, wo die Errichtung von Häusern mit insgesamt etwa 40 Wohnungen vorgesehen ist.

Neue Grünflächen. Springbrunnen. Fallende Bäume.

Auf dem Gebiet der Verschönerung des Stadt­bildes ist geplant, weitere Grünflächen und auch eine Reihe von Springbrunnen zu ; schaffen, die auf alle Stadtgebiete verteilt werden

Rammelt? Konnte es denn sein, daß er über den Prozeß jo leicht dachte? Schließlich stand doch die ganze Existenz, Vermögen, Ehre und Ansehen der Familie Brand auf dem Spiel! Und all das hatte er ihm doch gesagt und jetzt wieder geschrieben, deutlich genug! Trotzdem, trotzdem lehnte Gerhard ab! Bat ihn, die Verhandlung mit Rammelt sel­ber zu führen! Als ob das so einfach wäre! Als ob Gerhard es nicht wüßte, daß er, Walter, sich zu Verhandlungen nun einmal nicht eignete, daß ihm das ruhige Blut, das kühle, schnelle Berechnen des Gegners fehlte! Dazu bei einem Gegner wie Rammelt, dessen Tüchtigkeit, aber auch eisige Un­persönlichkeit stadtbekannt war. Wenn einer, so tonte nur Gerhard mit ihm verhandeln. Und nun sagte er einfach ab!

Ob der alte Juftizrat einen Ausweg wußte? Das angemeldete Gespräch fiel ihm wieder ein:

Ja, was ist denn, Fräulein Schlicht? Warum bekomme ich mein Gespräch nicht?"

Ich kann keine Verbindung mit dem Büro von Herrn Justizrat bekommen! Herr Justizrat wird schon zu Hause sein..." ,

So rufen Sie eben in feiner Wohnung an.

Auf Walter Brands Gesicht zuckte es schon wie­der vor Nervosität und verhaltenem Aerger.

Endlich kam die Verbindung.

Der Herr Justizrat ist jetzt nicht anwesend. Herr Generaldirektor möchten die Güte haben, vielleicht heute abend in seiner Prioatwohnung vor­zusprechen."

Gut! Sagen Sie, daß ich kommen werde!

Das neue Garnison-Lazarett.

Am gestrigen Freitag hat vor der Lokalkommission des Kreisamtes die Verhandlung der Vertreter der Wehrmacht-Verwaltung mit den Grundeigentümern zwecks Bereitstellung des Baulandes für das neue Garnison-Lazarett stattgefunden. Das Wehrkreiskommando hat die sofortige Einwei­sung des Wehrmachtfiskus in den Besitz der Grund­stücke beantragt. Diesem Verlangen ist gestern statt- gegeben worden, so daß mit dem Beginn des Baues des neuen Garnison-Lazaretts südlich der verlänger­ten Schubertstraße bereits in den allernächsten Ta­gen gerechnet werden kann. Die Bauarbeiten sind auch schon an mehrere Baufirmen vergeben wor­den. Mit diesem Bau wird nicht nur einem Erfor­dernis der Wehrmacht Rechnung getragen, sondern zugleich ein bedeutsames Stück Arbeitsbeschaffung

Ob ich Dr. Rammelt kenne?" unterbrach sie ihren Gedankengang auf die Frage Brands bin. Gewiß kenne ich ihn, sehr gut sogar! Schon, weil er Sanna Hellers Verlobter ist."

Janna Heller? Die Dame kenne ich nicht!"

In der Tat waren die Gebrüder Brand niemals mehr als durch ein geschäftliches Interesse verbun­den gewesen. Beide waren zu verschieden in ihrer Art. Wohl achteten sie sich, doch fehlte es ihnen am Verständnis füreinander. In den Jahren aber, als Gerhard sich Janna Heller genähert hatte, war Walter Brand außer Landes gewesen. Und da es zu einer offenen Verlobung zwischen Gerhard und Janna noch nicht gekommen war, Gerhard selbst aber niemals zu seinem Bruder über sie gesprochen hatte, hatte Walter nicht einmal den Namen von Janna Heller erfahren.

Olga Willnoff deutete sich die Erklärung für Wal­ter Brands Unkenntnis über Janna Heller in ähn­licher Weife. Einen Augenblick nur dachte sie da­ran, Walter aufzuklären. Doch dann besann sie sich. Besser, er wußte nichts davon! So unterdrückte sie die Bemerkung, gab endlich Antwort auf die ihr gestellte Frage:

Und warum meinen Sie, ob ich den Bevoll­mächtigten Rammelt kenne?"

Ach, nur ein Gedanke, nichts weiter! Es hat ja schließlich doch keinen Zweck . . ."

Erstaunt blickte Olga auf. Die letzten Worte hatten so resigniert, so müde und voll geheimer Bitterkeit geklungen, daß sie im gleichen Augenblick über­zeugt war, daß etwas dahinterstecken müsse.

Sie überlegte blitzschnell.

Don ihrem Vater wußte sie, daß Walter Brand in einem schweren Prozeß verwickelt war, bei dem es sich bei beiden Parteien um MilUonenohnckte handelte. Dr. Rammelt aber war als Sachverstän­diger für die benötigten Gutachten ernannt woroen. Ob Walter Brand deshalb nach ihm fragte?

Warum weichen Sie mir aus, Herr General­direktor?" sagte sie mit einschmeichelnder Stimme. Was hat denn keinen Zweck mehr und hat gleich- zeitig mit Dr. Rammelt zu tun? Darf ich es wirk- lich nicht wissen?"

Vorsichtig umging Walter ihre Frage.

(Fortsetzung folgt!)

Schnee und Kälte hinweg, zum neuen Veilchen im November ... Blumen der und der Sehnsucht!

Dornotizen.

Tageskalender für Samstag.

Fliegeralarm!

Gießener, beachtet genau die Anordnungen der Polizei für den Fliegeralarm am nächsten Montag! Die richtungweisenden Bestim­mungen waren am vorigen Donnerstag in einer Bekanntmachung im Gießener Anzeiner zu lesen, heute teilt die Polizei wichtige Er­gänzungen mit. Alle Volksgenossen in Gie­ßen bekunden am Montag bei der Flieger- alarm-Aebung die von der Polizei geforderte

größte Disziplin!

Um die Schlagfertigkeit des Gießener Feuerwehr­dienstes noch mehr als bisher zu steigern, hat die Stadtverwaltung die Anschaffung eines weiteren neuen L ö s ch z u g e s beschlossen. In den jetzi­gen Räumen der Feuerwache ist für diese Geräte aber kein Raum vorhanden. Daher wird an der Feuerwache ein Erweiterungsbau errichtet werden, in dem die Geräte des neuen Löschzuges ihren Standort haben sollen. Der Erweiterungs­bau wird von den jetzigen Gebäuden der Feuer­wache ausgehend nach dem Schulhof der Pestalozzi- fchule zu feinen Platz finden, fo daß also die ge­genwärtigen Raumverhältnisfe an der Front Oswaldsgarten unverändert bleiben werden.

Dennoch aber will ich vorwärts schauen, über ...... Frühling!

Neue Projekte der Stadt Gießen.

Kommunale Aufgaben der nächsten Wochen.-Planungen für das nächste Jahr.

fein. Man könnte dann wohl den Gedanken zur Verwirklichung ins Auge fassen, auf bie[e Weise auch den abseits von den jetzigen Stra­ßenbahnlinien gelegenen Straßen- zügen eine angenehme und preiswerte Fahrver­bindung zu geben. Insbesondere wäre dann die Möglichkeit geschaffen, für den südlichen Sta dtte il, namentlich für das Klinikvier - t e I und die angrenzenden Bezirke, Fahrgelegenhei­ten einzurichten, die frei wären von den Hemmun­gen und Hindernissen, die schon seit Jahren als Schmerzenskind unserer Straßenbahn bekannt sind. Eine zweckmäßige und nur dem Gemeinwohl die­nende Kombination zwischen Straßen­bahn - und Omnibusbe trieb, d. h. auf­einander abgeftimmte Fahrpläne mit guten An- fchlußzeiten, würde dann in greifbarer Nähe liegen. Natürlich wird bis zur Verwirklichung 'tiger Möglichkeiten, die heute erst nur noch a^ "ore- tische Betrachtungen anzusehen sind, längere Zeit vergehen, aber d i e erfreuliche Tatsache besteht doch, daß die Stadtverwaltung neue gute Wegezur befriedigenden Lösung der dring­lichen Verkehrsprobleme unserer Stadt beschreitet und damit im Begriffe ist, der Gesamtheit unserer Bevölkerung einen neuen wertvollen Dienst zu leisten.

Auf dem Arbeitsgebiet der Besserung unserer Derkehrsverhältnisse liegt auch das Projekt einer

Umgestaltung der Vorgärten vor dem Liebig- museum und dem Hauptzollamt.

Dort soll durch die Neuregelung der Dinge im Zusammenhang mit einem beim Haupt­zollamt geplanten Anbau mehr Raum zur glatten Bewältigung d e s starken

Wege im Rebel.

Vornan von Käthe Mehner.

(Copyright by Aufwärts-Verlag, Berlin SW 68.)

Unter der weitblickenden Führung unseres Ober­bürgermeisters Ritter ist die Stadtverwaltung in eifriger, wenn auch nach außen hin wenig sichtbarer Weise am Werk, immer neue Wege zur Vorwärts- entmicflung der Stadt Gießen zu bereiten. Aus dem großen L-fbeits- und Aufgabenkreis, den sich der Oberbürgermeister und seine Mitarbeiter jür die Zeit bis zum Jahresende und für die ersten Monate des nächsten Jahres zunächst zur Erledigung gestellt haben, fei hier einiges mitgeteilt.

Ein bedeutendes Werk der Derkehrsverbefserung, das in weiten Kreisen der Bevölkerung volle Zu­stimmung finden wird, stellt

die Schaffung eines Pendel-Verkehrsbetriebs von der Straßenbahnhaltestelle vor derStadt Lich" durch das Oftmarkenviertel bis zur Wald- kaferne

bar. Diese neue Fahrverbindung wird wohl Ende November oder vielleicht in den ersten Tagen des Dezember in Betrieb genommen werden. Es handelt sich dabei um den Einsatz zweier großer Omnibusse, deren jeder etwa 30 bis 40 Personen fassen wird. Die Omibusse, die mit Dieselmotoren-Antrieb ausgerüstet sind, wer­den einen regelmäßigen Pendelverkehr von der Straßenbahn-Haltestelle vor derStadt Lich" bis zur Waldkaserne versehen. Das neue Verkehrsmittel, dessen Fahrplan eine zweckentsprechende zeitliche Abstimmung auf den Verkehr der Straßenbahn­wagen erfahren soll, wird sowohl den Truppen in der Waldkaserne, als auch den Bewohnern in den Straßenzügen des Ostmarkenviertels und des un­teren Kugelberges eine gute Anschlußmöglichkeit an die Straßenbahnwagen bringen, wobei auch der Fahrpreis eine Regelung erfahren dürfte, die sicher­lich den Beifall der Fahrgäste finden wird. Die Stadtverwaltung hofft, mit dieser neuen Einrichtung allen berechtigten Wünschen der Verkehrsinteressen­ten gerecht werden zu können.

Dieser Omnibusbetrieb bringt aber nicht nur die Erfüllung unmittelbarer Notwendigkeiten, sondern er ermöglicht auch einen gewissen Ausblick auf künf­tige Möglichkeiten. Wenn diese Omnibusse den Er­wartungen entsprechen woran man wohl nicht zweifeln kann so dürften sie vielleicht der

Ausgangspunkt zu einer weiteren Ausgestal­tung unserer städtischen Verkehrsmittel

Verkehrs an der Ecke Liebigstraße-Bahnhof- straße geschaffen werden. Nach der Durch­führung dieser Umgestaltung würde als besonders wertvoller Gewinn eine erhebliche Verbesserung der Ausfahrtmöglichkeit der großen Fahrzeuge vomHofe desPostamtsund eine größere Straßenübersicht für die Fahrzeug­lenker sowohl in der Richtung nach der Liebig- strahe, als auch nach dem Bahnhof zu verzeichnen sein. Kurz gesagt: die jetzt geradezu lebensgefähr­liche Verkehrsfalle an dieser Stelle, die schon man­cherlei Unheil verursacht hat, würde verschwinden.

Erweiterungsbau an der Feuerwache.

Walter Brand, der Generaldirektor der Brand Aktiengesellschaft, war um einige Jahre alter als fein Bruder Gerhard. Eme gewisse Aehnlichkeit zwischen beiden war nicht zu verkennen doch war die Gestalt Walters massiger, sein Gesicht voller und sein Schritt schwerfälliger.

Während er eben jetzt unruhig in seinem Büro auf und ab ging, fdjien ber unter (ernen Füßen au wittern, faulem Schlicht, bte Sekre- tärin, bte hinter ihrer Schreibmaschine auf das Diktat des Generaldirektors wartete, kam es fast jo "^Schreiben Sie weiter, Fräulein Schlicht in dem Sinne, wie ich Ihnen soeben schon sagte Das heißt nein, hören Sie auf! Sie sollen aufhoren. Geben Sie mir den Bogen! Den Bogen wieder­holte er nervös und in nicht allzu sanftem Ton, als sie sekundenlang zögerte.

Doch ohne von seiner Heftigkeit Notiz Zu nehmen, nahm die Sekretärin den Bogen aus der Moichme und reichte ihn dem Chef. Inge Schlicht kannte die Sorgen, die auf dem Generaldirektor lofteten. Co empfand sie über seinen ihr sonst Ton

der Nervosität und Ungeduld mehr Mitleid als ^S^/on kehrte der Generaldirektor zu ihrem Tisch 3Ur'serbinben Sie mich bitte mit Hern Juftizrat Wittn^f! Suchen Sie seine Amtsnummer!

Während die Sekretärin ^e Verbindung mit dem Büro des Justizrats herstellte, verfiel Walter Brand aufs neue in seine unruhige Wanderung. Rastlos gingen und kamen ferne Gedanken Wieder und wieder beschäftigte ihn die unverständliche Ab­sage seines Bruders, mit dem Bevollmächtigten der Vereinigten Zuckerwerke zu verhandeln. Vielleicht war es nichts als eine persönliche Antipathie gegen

wöhnte Geschöpf, die noch einmal so lange mit jedem Manne herumkokettieren würde, bis sie über­haupt keinen mehr bekam! Dabei tat eine gute Heirat bitter not! Kaum würde man das Haus, den kostbaren Mercedes noch lange halten können, wenn Olga nicht bald eine gute Partie machte! Und gleich kam nun Walter Brand, Generaldirektor eines großen Unternehmens! Wenn Olga nun mit ihm...?

Ein lautes Hupen unterbrach jäh ihre lieber« legungen. Schnell trat sie ans Fenster, blickte hin­ter der Gardine auf die menschenleere Straße.

Richtig, ein Wagen hielt! Eben entflieg ihm eine hohe, kräftig gebaute Gestalt. Das muhte der Ge­neraldirektor sein!

Eilfertig rief die Justizrätin nach Olga. Gleich­gültig antwortete diese, trat dann langsam in den Hausflur, um den Gast zu empfangen.

Der Generaldirektor lächelte erfreut. Wenigstens noch nicht gleich wieder das leidige Geschäft!

Er kannte Olga kaum. Das letztemal, als er sie gesehen hatte, war sie noch fast ein Kind gewesen. Wie sie sich verändert hatte, seitdem! Alles schien reizvoll, vielversprechend und interessant an ihr! Und zu welch rassiger Schönheit hatte sie lich ent­wickelt! Das hochgeschlossene saphirblaue Kleid aus fließender Seide hob die Vorzüge ihrer Figur aufs vorteilhafteste und kontrastierte eigenartig mit dem in der abendlichen Beleuchtung fast brennenden Kupfer ihres Haares, von dem Walter den Blick fast nicht wenden konnte.

Sie faßen sich in dem kleinen Emvsangssalon in bequemen Klubsesseln gegenüber. Während beide noch einige belanglose Worte miteinander wechsel­ten, betrachteten sie sich gegenseitig in geheimem ^Auch Olga hatte Walter selten so ungestört in Augenschein nehmen können wie in diesem Augen­blick. Unwillkürlich verglich sie ihn mit feinem Bru­der Gerhard, freilich nicht ohne, wie immer schon, jenem bei weitem den Vorzug zu geben. Wie plump, wie ungeschickt erschien Walter gegenüber dem gewandten'Benehmen, der temperamentvollen Beweglichkeit Gerhards! Und trotzdem,--ein

Spiel mit dem Feuer mochte sich hier lohnen, viel­leicht gerade mit dem Mann, der Gerhards Bruder war...

Stadtheater: 20 bis 22.45 UhrEin idealer Gatte" (NS.-Kulturgemeinde Theaterring). Gloria-Palast, Seltersweg: 14.15 UhrO mein Heimatland" (Kulturfilm):Blumen aus Nizza". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Wo die Lerche singt". GesangvereinHeiterkeit", 20.15 Uhr Konzert im Studentenheim. Reichstreuebund, 20.30 Uhr Barbara- und Gründungsfeier des Ar­tillerievereins Gießen im Cafe Leib. Oberhessi- scher Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera. _____________________________

Seit Jahren die größte und führende

Maß-Schneiderei

Sf ü r Zivil und Uniformen

Herren-Bekleidungshaus

Gießen G.m.b.H. Marktplatz Vertragslieferant der Heeres-Kleiderkasse

In diesem Zrsammenhange sei mitgeteilt, daß m den nächsten Tagen mehrere Baume an der Kaiser-Allee aus dem Straßenbild verschwinden werden. Diese Bäume sind in ihrem Wurzelwerk und im unteren Teile des Stam­mes krank und sehr brüchig, wenn auch die Krone noch die Merkmale eines gesunden Zustandes zeigt. Da die Standfestigkeit der Stämme in keiner Weise mehr gewährleistet ist und sie infolgedessen zu einer großen Gefahrenquelle für Personen, Häuser, Fahr­zeuge und sonstige Anlagen geworden sind, muß not- ^USenM1uSbUeiSbe^r du- nieten' Bottsgenoffen 3ugute jornmen

pininpn Tnaen bestand die ernste Besorgnis, daß wird, darüber hinaus aber auch neue Absatzmoglich mehrere dtefer X» Ä X unS ketten für die verschiedensten Zweige der he.mnchen unabsehbares Unheil anrichten würden. ' Wirtschaft erhoffen laßt.

Ungs hervorzaubem, kann an die Tage erinnern, an denen wir zum erstenmal mit frohem Herzen ffin -Freund brachte sie mir mittags. Sie sind dem Gesang der Lerchen lauschten und im warmen -in Vrcuno DL.a)ie ' v Sonnenschein dem kommenden Frühling entgegen-