8:6 heranzukommen, doch ließen sich die Ungarn ihren Sieg nicht mehr entreißen.
Deutsche Fechter in großer Form.
Zum Kampf um die Bronze - Medaille stellte Deutschland in Wahl, Eisenecker, Casmir und Heim seine stärkste Mannschaft, die stärkste, die Deutschland je im Säbelfechten stellen konnte. Die Deutschen befanden sich in einer fabelhaften Form, so daß die Polen völlig überrascht wurden. Schon nach der ersten Runde lagen die Polen mit 3:1 im Rückstand. In der zweiten Runde machten sie starke Gegenangriffe, doch die Deutschen behielten die Führung mit 6:2 sicher. Auch die dritte Runde begannen die Deutschen siegreich. Casmir leitete die letzte Runde erfolgreich ein mit einem eindeutigen Sieg über den stärksten Polen Sobik. Nachdem Heim den zweiten Kampf verloren hatte, holte Wahl einen Kampf auf und Eisenecker beendete die Runde und Kampf 9:3 siegreich.
Die „17. Rhön".
61 Segelflugzeuge int Wettbewerb. Hanna Reitsch einzige weiblicheTeilnehmerin
Für den 17. Rhönsegelflugwettbe- w e r b hat der Deutsche Luftsportverband wiederum nur 61 Segelflugzeuge zugelassen, damit entsprechend den vorhandenen Unterbringungsmöglichkeiten der Maschinen auf der Wasserkuppe und den Startplatzverhältnissen jeder Wettbewerber unter den gleichen Bedingungen starten kann. Auch hat man für diesen Wettbewerb die Punktwertung beibehalten, nach der jeder Teilnehmer nur im Rahmen seiner Landesgruppe bzw. Reichsgruppe
Oer Erntewagen.
„Schwer beladen schwankt der Wagen..." Leider wird dieser schwer beladene Wagen nicht immer nur besungen, sondern im Gegenteil, er ist gerade in letzter Zeit häufig genug das Ziel recht unerfreulicher Worte und Gedanken. Es gibt wohl keinen Kraftfahrer, der viel auf Landstraßen fährt und der nicht schon des öfteren seinem Zorn über die Heu- und sonstigen Erntewagen Ausdruck verliehen hat. Mit ihrer breit überhängenden Last versperren sie den Weg. Sie fahren langsam. Sie weichen schwerfällig aus. Die Lenker hören manchmal die Hupensignale erst nach geraumer Zeit, und angeblich sollen manche Erntewagenfahrer bisweilen sogar mit Bedacht möglichst lange keine Notiz davon nehmen, daß hinter ihm ein Kraftwagen versucht, Platz zum Ueberholen zu erlangen. Es braucht nicht gesagt zu werden, daß in der Verurteilung solcher böswilliger Fahrer allgemeine Uebereinstim- mung herrscht. Nicht dringlich genug kann den Landwirten immer wieder die Mahnung in Erinnerung gerufen werden, daß sie auf den Kraft- wagenoerkehr Rücksicht nehmen müssen. Absichtliche oder auch nur durch Fahrlässigkeit schuldhafte Behinderungen des Verkehrs werden mit Recht nachdrücklich und unnachsichtlich bestraft. Nur allzuviele Unglücksfälle sind hierdurch schon hervorgerufen worden, ganz abgesehen von der Rücksichtslosigkeit, die in einem solchen Verhalten zum Ausdruck kommt.
Aber auf der anderen Seite sind Erntewagen schließlich nicht nur eine unangenehme und uner- wünichte Erscheinung auf der Landstraße. Auch von der Kraftfahrerperspektive aus gesehen läßt sich dem Erntewagen die Nützlichkeit und Notwendigkeit nicht absprechen. Und es ist nun einmal so, daß gerade bei unsicherem Wetter der Bauer und Landwirt gezwungen ist, die Ernte, sobald es möglich ist, zu bergen, und nicht erst abzuwarten, bis eine verkehrsärmere Stunde die Landstraße frei macht. Hier spricht drohender Regen ein gewichtigeres Wort als alles andere. Ebensowenig läßt es sich vermeiden, daß Erntewagen vom Felde her manchmal unverhofft auf die Landstraße einbiegen. Und daß die Wagen breit und schwer beladen fiiw — nun, etwas Besseres können wir uns tatsächlich wohl nicht wünschen, als eine möglichst große Fülle von alledem, was hier eingebracht wird. Ebenso wie vom Bauern und Landwirt unbedingt Rücksicht auf den Kraftwagenverkehr zu verlangen ist, ebenso muß natürlich der Kraftfahrer auch feiner, seits ajif den Landstraßen mit der erforderlichen Vorsicht fahren und in den Erntewagen nicht nur
Lufthansa und Gruppe DFS.-Darmstadt starten kann.
Von den 61 Teilnehmern, unter denen sich die bekannte Segelfliegerin Hanna Reitsch- Darmstadt als einziger weiblicher Teilnehmer befindet, werden die im letzten Wettbewerb bereits benutzten Konstruktionen wieder geflogen. So ist der „Röhnadler" 21mal vertreten, vier Piloten fliegen noch den „Rhönbussard", hingegen 26 die erfolgreichste Konstruktion des letzten Wahres, den „Rhönsperber". Der „Kondor" ist viermal vertreten und je einmal „Kondor II" und „Präsident", die „Mini- moa", die „Mü 13 m" und die neue Rhönsperbertype der „Sperber Junior", den Hanna Reitsch fliegt. Mit diesen bewährten Segelflugzeugtypen dürfte die vollzählig am Start vertretene deutsche Segelflieger-Elite unter einigermaßen günstigen meteorologischen Verhältnissen zweifellos wieder gute Erfolge erzielen.
Der Leiter der „17. Rhön", Major Huber, wird am kommenden Sonntag nach der Eröffnungsfeier am deutschen Fliegerdenkmal auf der Wasserkuppe den Start freigeben.
Gportamt »Kraft durch Freude".
Heute folgende Kurse:
Allgemeine Körperschule (Frauen und Männer): von 20.30—21.45 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26. (Vorherige Anmeldung nicht erforderlich. Kosten 20 Pf. für den Uebungsabend.)
Schwimmen »(Frauen und Männer): von 20.30 bis 21.30 Uhr, Anfänger und Fortgeschrittene, Dolksbad; von 21.30 bis 22.30 Uhr, Anfänger und Fortgeschrittene, Volksbad.
Reiten: von 20 bis 21 Uhr, Universitäts-Reit- insiitut, Brandplatz.
„unerwünschte Verkehrshindernisse" sehen, die lediglich zu seinem persönlichen Aerger den Weg benutzen. Es ist schließlich unser aller und damit auch sein eigenes Brot, das die Bauern mit schwerer Mühe ernten und in ihre Scheuern einbringen!
Br.
Dornotizen.
Tageskalender für Freitag:
Gloria-Palast (Seltersweg): „Boccaccio".
Bon der Universität Gießen.
Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:
Der ordentliche Honorarprofessor an unserer Universität D. Dr. phil. Freiherr August von Gall hat an Stelle des vor kurzem verstorbenen hervorragenden mexikanischen Linguisten Professor Pablo Gonzalez Casanova einen Ruf an die Universität Mexiko für die Dauer von zwei Jahren erhalten.
Der Reichs- und preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat dem Stadt- veterinärrat Dr. med. vet. habil. Hugo Keller, Direktor des Städtischen Schlachthofs in Gießen, eine Dozentur für das Fach „Fleischbeschau, Lebensmittelkunde und Schlachthofkunde" in der Veterinär- Medizinischen Fakultät unserer Universität verliehen.
Sparsamkeit auch im Kleinen.
Nachhaltig wird darauf hingewirkt, daß alle Roh- und Hilfsstoffe, Nahrungsmittel usw. möglichst restloser Verwendung zugänglich gemacht werden. Der Kampf gegen den Verderb von Lebensmitteln ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig. Auch die Ausnutzung von Abfällen, Abwässern usw. wird zunehmend erfolgreicher durchgeführt. Gleichviel an welcher Stelle Güter verbraucht ober benutzt werden, schonende und umsichtige Behandlung soll durchweg Platz greifen. Die damit vorgezeichnete Linie bedeutet nicht, daß nur im Großen haushälterisch mit den verfügbaren Gütern umgegangen wird. Gerade auch im Kleinen, in jedem einzelnen Haushalt, soll sparsame Verwendung der verfügbaren Dinge zu einer Selbstverständlichkeit werden.
Dieses schonende Umgehen mit allen Sachen bildet eine wertvolle Ergänzung derjenigen Form von Sparsamkeit, die sich im Sparen von Geldbeträgen auswirkt. Im übrigen aber wird durch sparsames Verwenden von Gütern vielfach erst eine Voraussetzung für erhöhte Sparfähigkeit geschaffen. Wenn es im Einzelfall vielleicht nur Pfen-
nige sind, die etwa aus dem Verkauf von Altmetall oder der besseren Ausnutzung von Lebensrnitteln erübrigt werden können, auch diese Pfennige oder Groschen ergeben zusammengenommen bald größere Beträge. Es muß nur dafür Sorge getragen werden, daß diese kleinen Pfennigbeträge nicht wieder verausgabt, sondern auch angesammelt werden.
Diesem Zweck dienen u. a. Heimsparbüchsen, wie sie beispielsweise die Sparkassen gern ausgeben. Die gefällig aussehenden Heimsparbüchsen sind nicht nur
Die SA. leistet weiter Erntehilfe!
3m Hinblick auf die regenreichen Tage dieser Woche werden die Stürme der SA.-Stanbarle 116 auch für den kommenden Sonntag zur Erntehilfe bereitstehen. Soweit von den Landwirten im Bereich der Standarte 116 SA-Männer als Helfer bei Erntearbeiten am nächsten Sonntag gewünscht werden, sind die Wünsche umgehend dem Ortsbauernführer mitzuteilen, der dann von der zuständigen SA.-Dienststelle die erforderliche Zahl von SA.- Männern anfordert. Darauf wird von den Stürmen die erbetene Erntehilfe der SA. eingesetzt.
Tagesbefehl.
An die gesamte Gießener Hitler-Jugend (einschließlich MHI. und Feldschere).
Die Einbringung der Ernte ist durch die ungünstige Witterung auf das schwerste gefährdet. Wir müssen uns deshalb mit aller Kraft für die Einbringung der Ernte einsehen. Die hitler-3ugend, Gefolgschaft 1, 2, 3, 4, MH3. und Feldschere, treten am Sonntag, 16. August, 7 Uhr, an der Banndienst- stelle mit Fahrrädern an. Bon hier aus erfolgt die Verteilung auf die umliegenden Orte.
Kameraden, als hitlerjungen wissen wir, was wir dem deutschen Volke zu jeder Stunde schuldig sind.
heil Hitler!
Der Führer des Bannes 116: Ernst heim, Bannführer.
eine Zierde für das Heim, sie mahnen durch ihr Dasein auch alltäglich daran, kleine und kleinste Summen zurückzulegen, Sparsamkeit auch im Kleinen zu üben.
Zfgra, Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung Ortsgruppe Gießen.
w ev
Auf vielfachen Wunsch haben wir die Anmeldefrist für unsere am Sonntag, 23. August, stattfindende Rheinfahrt bis einschließlich Mittwoch, 19. August, verlängert. Es können also bis zu diesem Termin noch Meldungen entweder auf unserer Geschäftsstelle, Bahnhofstraße 38, ober bei unseren Zellen- und Stützpunktobmännern entgegengenommen werden.
Erfolgreiche Kurzschriftler.
Von ber Kreiswaltung Wetterau der Deutschen Arbeitsfront wird uns gemeldet:
Die Arbeitsschule ber Deutschen Arbeitsfront veranstaltet in jebem Monat ein Leistungsschreiben in deutscher Kurzschrift, um allen Besuchern ber Lehrgänge bie Möglichkeit zu geben, bas Gelernte unter Beweis zu stellen.
Bei ber Bewertung ber Arbeiten wirb ber ein» roanbfreien Übersetzung, sowie ber Satzzeichenlehre besondere Beachtung geschenkt. Das Leistungszeugnis wirb nur für fehlerlose Arbeiten ausgestellt unb ist daher ein Garant wirklichen Könnens.
Bei dem 9. Leistungsschreiben konnten Zeugnisse an folgende Teilnehmer ausgestellt werben:
16 0 Silben: Meta Amenb, Else Kampf.
14 0 Silben: Jngeborg Seybolb.
12 0 Silben: Hebwig Kindt, Karoline Weitzel, Adolf Muhl, Albert Lauer, Otto Törner, August Velten, Ludwig Fink.
100 Silben: Wilhelm Enz.
Aus ber Provinzialhauptstadt.
Unbekannte Fracht.
Boman von Zrani Z.vraun
14. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Gegen Mittag kam Durham abermals zu ihnen. Er trat ein, zog die Tür mit Sorgfalt zu und tagte: „Die ,Queen Elizabeth' liegt noch im Hafen. Ich war an Bord und habe so getan, als hätte ich ein Stück vergessen. Dabei habe ich mich an den Zahlmeister herangemacht und weidlich auf euch beide geschimpft. Er taute denn auch auf und erzaylte mir, daß ihr sogar die Frechheit gehabt hättet, euch vorher bei ihm in der Kabine eure Papiere zu stehlen. Stehlen, sagte der Dicke." Er sah Die beiden der Reihe nach an. „Wie stimmt bas f^rer Geschichte überein, die ihr mir aufgetischt habt
„Wir haben die Papiere wirklich nicht, noch nicht, Durham. Aber was Sie uns da berichten,platzt uns hoffen, daß wir sie bald haben werden.
„Das sind Rätsel! Heraus mit der Sprache!"
Rudolf Terbrügge schwieg. Er konnte das nicht ausdrücken, es haperte noch immer mit dem Englisch. Für ihn antwortete John Schnakenbeck mit einem erfreuten Lächeln: „Wir hatten einen ijreunb an Bord, Durham, der versprach uns, sich um unsere Papiere zu kümmern. Hat er sie erwischt, wird er sie uns zuschicken." ,,
Durham rieb sich die Hände. „Das ist grogartig , sagte er. „Vielleicht bekommt ihr sie heute noch - Dann können wir mit der Eisenbahn heute narfjt fahren. Mein Bruder ist einverstanden, wenn ich euch mitbringe. Ihr habt es euch doch nicht etwa überlegt?" Plötzlich schien es, als liege ihm Daran, die beiden mitzubekommen.
„Sie könnten ja für uns Z.um Hauptpostamt gehen, Durham, und unsere Papiere obholen. Postlagernd, verstehen Sie. Dann brauchen ® 9
nicht auf die Straße und können nicht geschnappt werden. Abends, zum Bahnhof, wird es dann schon
Durham war einverstanden. Er lief wieder weg und wollte gleich zur Post. , . ...
„Er hat »5 jetzt auffallend eilig, findest du nicht, John?"
„Wir hätten ihn nach der Löhnung fragen sollen. Hat er uns erst einmal in Dundee, werden wir zu allem Ja und Amen sagen müssen." John Schnakenbeck lief durch das Zimmer, immer wenn er nachdachte, trat er so eine Wanderung an. Aber diesmal beruhigte er sich rasch. „Es hat ja keinen Zweck", sagte er, „der Mann hat uns so und so in seiner Gewalt. Gehen wir nicht mit ihm, benachrichtigt er die Leute auf der ,Queen Elizabeth'. Wenn das Schiss, wie es den Anschein hat, doch hier länger liegenbleibt, gibt es nur die eine Möglichkeit für uns, mit Durham nach Dundee zu verschwinden. Hier würden wir über kurz oder lang entdeckt." Rudolf Terbrügge nickte; sie waren sich wieder einmal notgedrungen einig.
Nach kaum einer Stunde kam Durbam zurück. Er schwenkte zwei Briefe. „Ich habe sie", rief er triumphierend. Es waren tatsächlich die Papiere. Nichts sonst enthielten die Briese. Niedholz war mehr als vorsichtig gewesen; kein Absender war ge
nannt.
Sie verabredeten, sich um 6 Uhr vor dem Bahnhof zu treffen. „Es ist besser, als zu dritt durch die Stadt zu marschieren." Durham verschwand wieder.
„Er hätte ruhig ein paar Pounds dalassen können!"
Aber es ging auch so. Der Wirt wechselte den deutschen Schein ein. Sie bekamen eine Handvoll Silbergeld heraus. Das Hotel schien wirklich billig zu sein. Um 6 Uhr standen sie nach einem Marsch auf Schleichwegen vor dem Bahnhof. Mit dem Schlag der Uhr tauchte Durham auf. Die Fahrkarten in der Hand, führte er die beiden an den Zug. Er hatte alles genau berechnet: als sie faßen — er konnte gerade noch kameradschaftlich eine Zigarette anbieten —, fuhr der Zug ab.
Rudolf Terbrügge atmete auf. „Jetzt fallt mir ein Stein von der Brust", sagte er auf Deutsch. Der Freund nickte. Er übersetzte die Bemerkung, da Durham eine fragende Kopfbewegung machte. Der Oberheizer grinste.
Der Zug brauste durch den Abend. Die Landschaft schien dunkel verhängt. Nichts war zu ernennen, als daß die Gegend gebirgig war Die berühmte Brücke über den Tay entging ihnen, toie kamen vom Süden heran.
Durham nahm sie vom Bahnhof Dundee aus in einem Wagen mit in das Haus feines Bruders.
Es lag nahe am Wasser. Ein großes Schild verhieß, daß es sich um die Bootswerft James G. Durham handle; und tatsächlich konnte man vom ersten Stock des Hauses einen großen Lager- und Werkplatz mit Gleitbahnen zum Wasser hinunter überschauen. Freilich, Seeschiffe würde diese kleine Werst nicht bauen.
Mr. James G. Durham empfing die beiden Deutschen freundlich. „Mein Bruder Henry", sagte er, „hat mir schon telephoniert, daß Sie auf meiner „Mary D." als Heizer anmustern wollen. Hat er Ihnen sonst noch etwas gesagt?"
Sie saßen sich in weiten, ledernen Klubsesseln gegenüber, der Kapitän und seine beiden Heizer. Henry Durham nahm an dieser Besprechung nicht teil. John Schnakenbeck sagte: „Die Fahrt geht nach China, erfuhren wir. Es handelt sich um eine ganz besondere Ladung und die Löhnung ist entsprechend höher."
James G. Durham sah ihn an. „Das sagte mein Bruder?"
„So ungefähr drückte sich Mr. Henry aus.
Der Kapitän lachte ein bißchen. „Nun gut. Sie werden zufrieden sein. Sie kennen den britischen Tarif? Ich lege 50 Prozent zu. Einverstanden?"
Die beiden Deutschen sahen sich an. „Gewiß, danke", sagte John Schnakenbeck für beide.
Durham war gleichfalls zufrieden. Er goß drei Whisky ein und' hob sein Glas. „Gehen Sie an Bord, nehmen Sie diesen Zettel mit. Sie bekommen schon heute Kost und Logis. Das Schiff liegt am Nordkai, Sie können es nicht verfehlen, wenn sie linkerhand immer am Wasser entlanggehen." Er gab ihnen die Hand und brachte sie bis zur Tur. Dann ging er zu seinem Bruder hinüber. „Nette, ruhige Burschen", äußerte er. „Sie gehen jetzt an Bord. Ich danke dir, Henry."
Aehnlich im Sinne lautete das Urteil der beiden Deutschen. Sie wanderten am Wasser entlang. Ein mittelgroßer, verräucherter Dampfer tauchte gegen den Nachthimmel auf. „Dreitausend Tons", sagte John Schnakenbeck schätzend. „Er wird schön schaukeln, wenn der Wind weht."
Ein Matrose hielt Wache. Diesen Mann brauchten sie nicht zu überwältigen, um an Bord zu gelangen. Er führte sie sogar. — Die Mannschaftsräume waren besser als auf der „Queen Elizabeth", hoher
8 0 Silben: Elfriede Weiß, Kurt Giller, W. Buschmann, Hilde Buschmann.
6 0 Silben: Lieselotte Müller, Hilde Menges, Irmgard Walther.
Am Dienstag, 18. August, 19.30 Uhr, beginnen in der Öffentlichen Handelslehranstalt, Gießen, Liebigstraße, neue Lehrgänge in Deutscher Kurzschrift und Maschinenschreiben. Auskunft und Anmeldung durch die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung in Der Kreiswaltung Wetterau, Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 5, Telephon 3275.
Imker-Tagung in Bad-Nauheim.
Arn kommenden Sonntag veranstaltet die Kreisfachgruppe Oberhessen in der Reichsfachgruppe Imker einen Lehrgang über Bienenseuchen, der im Kerckhoff-Jnstitut in Bad-Nauheim stattfinden wird. Für die Zeit von 11 bis 13 Uhr ist eine Schulung über Bienenkrankheiten mit Lichtbildern vorgesehen, ab 15 Uhr wird Dr. F r e u d e n st e i n, Marburg, einen Lichtbilder-Vortrag über das Thema „Das Wesen des Bienenvolkes" halten. An dem Lehrgang nehmen die Mitglieder Der Ortsfachgruppen Gießen, Butzbach, Wetterau, Altenstadt-Heldenbergen und- Vilbel teil, Gäste aus anderen Ortsfachgruppen sind willkommen.
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** Don der Freiw. Gail'fchen Feuerwehr wird uns heute berichtet: Gelegentlich der Hauptübung am 6. Juli erhielt der Oberfeuerwehrmann Ernst Römer für 25jährige Dienstzeit den Ehrenbrief der Wehr. Im Auftrag der Kameraden der Steigermannschaft übergab Löschmeister Goß dem Jubilar eine Taschenuhr. Ferner wurde bei der am 10. August abgehaltenen Hauptübung dem Lösch- meister W. Feuerbach für 25jährige Dienstzeit vom Wehrleiter der Ehrenbrief überreicht. Zugleich überreichte Oberfeuerwehrmann Henn im Auftrage der Hydranten - Mannschaft dem Jubilar ein Bronze-Standbild des Führers und Reichskanzlers.
** Eine Siebzigjährige. Am morgigen Samstag, 15. August, wird Frau Hermine 5 orten g, Witwe, geborene Möser, Kaiserallee 8 wohnhaft, 70 Jahre alt. Die Jubilarin ist treue Leserin des Gießener Anzeigers.
** Der Patenwein kommt! Wie die Gießener Geschäftsstelle der Wein-Werbewoche uns mitteilt, wird der erste Lastzug mit Patenwein für die Stadt Gießen von Oppenheim am morgigen Samstag um 9 Uhr am Selterstor eintreffen.
** Olympia - Schaufenster - Dekoration. Wie verschiedene Firmen im Seltersweg die gegenwärtigen Olympischen Spiele zum Anlaß nahmen, ihren Schaufenstern besondere Gestaltung angedeihen zu lassen, so hat auch eine bekannte Firma in der Neustadt eines ihrer Schaufenster zu einer symbolischen Darstellung der Olympischen Spiele ausgenützt. Mit einfachen Mitteln, in geschickten Anordnungen, unter zweckentsprechender Verwendung farbenfreudigen Materials, von frischem Grün und Flaggentuch entstand dort ein sehenswertes Gesamtbild.
** Erloschene Seuche. Die Rotlaufseuche in dem Schweinebestand des Bäckermeisters Karl Sommer, Gießen, Bismarckstraße 26, ist erloschen. Die Gehöftsperre ist aufgehoben.
Amtsgericht Gießen.
Äurch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen wurde der K. K. aus Gießen wegen Vergehens gegen das Milchgesetz zu einer Geldstrafe von 50 RM., hilfsweise zehn Tagen Gefängnis, verurteilt. Der Angeklagte hatte hiergegen Einspruch eingelegt, nahm diesen jedoch in der gestrigen Hauptverhandlung vor Eintritt in die Verhandlung zurück. Der Angeklagte wurde mit den weiter entstandenen Kosten belastet. Kleine Strafkammer Gießen.
Die Berufung des E. I. von Oberschrnitten gegen das Urteil des Amtsgerichts Nidda wurde kostenpflichtig verworfen. Der Angeklagte hatte in einer Papierfabrik in Oberschrnitten aus einem Behältnis in einem Schrank fortlaufend Gelder entwendet, die er für sich und andere Zechgenossen verbraucht hat. Es verblieb bei der vom Amtsgericht Nidda ausgesprochenen Gefängnisstrafe von 5 Monaten. Außerdem wurden dem Angeklagten die durch die Berufungsoerhandlung entstandenen Kosten auferlegt.
Zwei schwere Jungen wurden aus dem Zuchthaus
Gute Möbel bei Koos
Giessen Schulstn6
und daher luftiger; auch auf Sauberkeit schien besser gehalten zu werden. Die Hängematten waren ungebraucht und offensichtlich neu beschafft.
„Hier ist noch frei", sagte der Matrose, und zeigte mit der Hand die Plätze. „Das sind die Schränke."
„Seid ihr sonst vollzählig?"
Der Matrose nickte. „Es geht ja morgen schon los", verkündete er. „Ihr seid Deutsche?" und als sie nickten: „Da werdet ihr einen Landsmann treffen. Der Zahlmeister ist Deutscher."
„Der Zahlmeister? Ausgerechnet der Zahlmeister auf einem britischen Schiff?"
„Ja, es stimmt schon. Mr. Lorenzen ist ein studierter Mann, er war hier in Dundee am Krankenhaus, aber da ist etwas vorgekommen, ich weiß nicht genau, um was es sich handelte, ein Dokument verschwand, glaube ich. Mr. Lorenzen wurde entlassen. Er war bei Durhams gut bekannt. Da ist nämlich eine Tochter, müßt ihr wissen, und wenn die Frauen etwas wollen, erreichen sie es. Mr. Lorenzen verstand nichts von der Seefahrt, aber Verträge machen, etwas ausrechnen und diese Dinge, das konnte er gut. Also wurde er auf der „Mary D." Zahlmeister." Der Matrose lachte leise vor sich hin und ließ die beiden allein.
„Ist das nun gut ober nicht gut, diesen Landsmann zu treffen, was meinst du, Rudolf?"
„Das will ich dir sagen, wenn ich ihn gesehen habe, John."
„Alt kann der Mann ja nicht sein", überlegte John Schnakenbeck halblaut. „Mr. Durham, der Kapitän, ist vielleicht 45. Die Tochter also wohl um die 20 herum. Wenn dieser Lorenzen die Tochter verehrte, kann es kein alter Mann fein."
„Pack deine Sachen aus, John, halte keine Selbstgespräche. Es ist ganz gewiß, daß wir sehr bald erfahren werden, wer dieser Landsmann ist", sagte Rudolf Terbrügge. Er schien gut gestimmt. Es gefiel chm hier an Bord.
Sie lernten ihre Nachbarn kennen, bann bie Ablösung an ben Feuerlöchern, alle waren Engländer ober Schotten. Da sie nicht mübe waren, übernahmen sie bie erste Wache, was bie beiben anbe- ren Heizer, die an Lanb Abschied gefeiert hatten, sehr erfreute.
(Fortsetzung folgt!)


