Dünn den dritten Platz vor der Japanerin R. Ösawa zu sichern. Vollkommen ruhig bestieg sie den 5-Meter-Turin und zeigte einen Salto rückwärts aus dem Stand, wie man ihn in Deutschland wohl noch nie schöner von einer Frau gesehen hat. Damit gelang es ihr, den dritten Platz zu sichern.
Die übrigen deutschen Springerinnen, die Frankfurterinnen Aenne Ehscheidt und Anni Kapp, kamen auf den achten bzw. elften Platz.
Olympischer Zeitplan für Samstag.
15 Uhr: Sieger-Zeremonien. 16 Uhr: Fußball- Endspiel. (Olympia-Stadion.)
Schwimmen:
9 Uhr: Turmspringen (Männer), Entscheidung; Wasserball, um den 1. bis 4.Platz; 15 Uhr: um den 5. bis 8. Platz; Vorführungen der drei Sieger im Turmspringen; 200-Meter-Brust (Männer), Endlauf; 400-Meter-Fretstil (Frauen). Endlauf; 1500-Meter-Freistil (Männer), Endlaus; Vorführungen der drei Siegerinnen im Turmspringen. (Schwimm - Stadion.) Fechten: Säbel - Einzelkämpfe, Endrunde. (Turnhalle, Kuppelsaal im Reichssportfeld.) 19 Uhr: „Olympisches Konzert". (Dietrich-Eckart-Bühne.) 20.30 Uhr: Boxen, Entscheidungskämpfe. (Deutschlandhalle.) 8 Uhr: Reiten, Geländeritt der Vielseitigkeitsprüfung. (Löberitz.)
Wasserball um den 5. bis 8. Platz.
Das erste Spiel der Wasserball-Endrunde um den 5. bis 8. Platz bestritten am Donnerstagvormittag Holland und O e st e r r e i ch. Nach hartem spannendem Spiel gewannen die Holländer mit 5:4 (2:3) und errangen dadurch die ersten Punkte.
Im zweiten Spiel der Endrunde trafen sich zum Abschluß der Wettkämpfe am Donnerstagnachmittag die Mannschaften von Schweden und Großbri-
lanmen. Der Sieg der Schweden mit 4:2 (2:1) entsprach durchaus den Leistungen.
Dorochy Poynton-Hillin vorbildlicher Haltung. (Atlantik-M.)
Harte Vorkampfe der Schwimmer.
Triumph der holländischen Schwimmerinnen.
Dina Senfs vor Rie Rlastenbroek im 100 - Meter - Rückenschwimmen.
Einen spannenden Verlauf nahm die Entscheidung im 100-Meter-Rückenschwimmen für Frauen. Die Holländerin Dina Senfs lag sofort klar an der Spitze, verlor dann aber an der Wende und schien bereits völlig geschlagen. Das starke Feld war davon. Die Amerikanerinnen Mortridge und Bridges hatten die Führung vor der zweiten holländischen Vertreterin Rie Mastenbroek. Dann machte sich Dina Senfs in einem fabelhaften Spurt an die Verfolgung ihrer Gegnerinnen. Zug um Zug schaffte sie sich näher heran und brachte schließlich das Kunststück fertig, ein aussichtslos scheinendes Rennen noch knapp zu gewinnen. Erschöpft ließ sie auf den letzten Metern zwar wieder etwas nach, aber unter dem tosenden Beifall der Zuschauer rettete sie sich gerade noch ins Ziel mit einem Handschlag vor ihrer Kameradin Mastenbroek. Dina Senfs holte sich die Goldmedaille in 1:18,9 vor Rie Mastenbroek mit 1:19,2. Die Amerikanerin Bridges folgte in 1:19,4 mit ebenfalls nur ganz knappem Rückstand als Dritte.
Ragnhild Hveger schwimmt Olympiarekord.
Das 400 -Meter-Freistil-Schwimmen der Frauen wurde am Donnerstagmorgen mit den fünf Vorläufen begonnen. Von den gemeldeten 30 Teilnehmeri"nnen waren nur 20 am Start. Schon die Vorläufe zeigten, daß in der Entscheidung zwischen Dänemark und Holland um Sieg und Plätze gestritten wird. Die beiden großen Gegenspielerinnen Ragnhild H v e g e r - Dänemark und Rie Mastenbroek - Holland gewannen ihre Läufe jederzeit sicher. Das 15jährige dänische Mädel zeigte den größeren Ehrgeiz und stellte mit 5:28 Minuten im ersten Vorlauf einen neuen Olympischen Rekord auf, der bisher von Helen Madison- USA. mit 5:28,5 gehalten wurde. Tinni Wagner- Holland gewann in 5:57,5 den zweiten Vorlauf, zu dem nur zwei Schwimmerinnen angetreten waren. Hart umstritten war der dritte Lauf. Hier siegte die zweite Dänin Frederiksen in 5:39,5 Mm. vor Timmermans-Holland (5:42,5), die allerdings nur auf Platz schwamm. Den dritten dänischen Sieg errang Inge Carlsen mit 5:57,1 im vierten Lauf vor Ieffery-Großbritannien und Petty-USA. Im letzten Durchgang schwamm Mastenbroek-Hol- land mit 5:38,6 Min. ganz verhalten.
Olympia-Rekorde über 200-m-Brust.
Fünfmal Vorlauf. Deutsche qualifiziert.
Schon im ersten der fünf Vorläufe des 200- Meter-Brustschwimmens wurde der Olympische Rekord, den der Japaner Tsuruta in Los Angeles mit 2:45,4 aufstellte, unterboten. Hamura-Japan und S i e t a s - Hamburg, die auf der zweiten und dritten Bahn nebeneinander lagen, hatten einen glänzenden Start. Der Japaner führte von Anfang an unb wurde auf dem zweiten Teil der Strecke
schneller in seinen Zügen, während Sietas bei seinem langen breiten Zug blieb. So sehr sich der „fliegende Hamburger" auch mühte, an den jungen Japaner kam er nicht heran. Hamura siegte in 2:42,5 mit einem Meter vor Sietas mit 2:44,6.
Nicht so schnell war der zweite Vorlauf. Wieder kam es zu einem japanisch-deutschen Zweikampf zwischen Ito und Balke. Bis 500 Meter führte Balke vor Kasley-USA., die beide — im Schmetterlingsstil schwimmend — knapp vor Ito lagen. Der kleine Japaner kam dann aber mächttg auf. Alle Versuche des deutschen Meisters, zu dem Japaner aufzuschließen, waren vergebens.
Mit Ausnahme des erkrankten Weltmeisters und Olympia-Siegers im Eiskunstläufen, Karl Schäfer, stellten sich im dritten Vorlauf alle gemeldeten Teilnehmer zum Start. Higgins lag vom Start weg in Front und gewann sein Rennen leicht in 2:48,8. Im dritten Vorlauf fehlte der Ungar C s i k. Spence- Bermudas siegte in 2:51 vor Clavsen-Kanada und Ebert-Tschechoslowakei. Ueberaus hart war der letzte Vorlauf. Koiko-Japan holte sich einen Vorsprung vor den Philippinen Jldosonzo und dem Deutschen Heina. Heina schwamm auf sicheren dritten Platz. Das gelang ihm auch. Sieger wurde Koiko in 2:42 vor Jldosonzo.
Zwischenläufe über 100-Meter-Hücken.
Das starke Feld von acht Teilnehmern stellte sich im ersten Zwischenlauf zum 100-Meter-Rücken- schwimmen. Es war das Rennen eines Mannes: des Amerikaners Adolph Kiefer, der ganz überlegen in der neuen olympischen Rekordzeit von 1.06,8 vor seinem Landsmann Vanderweghe in 1:08,6 und dem Australier Oliver anschlug. Die Deutschen Simon und Schwarz schieden aus.
Endlauf ohne Deutsche.
Der zweite Zwischenlauf war wesentlich langsamer. Er endete mit einem neuen Siege des Sternenbanners durch Drystale, der mit 31,4 Sekunden die erste Bahnlänge äußerst schnell zurücklegte und auf dem Rückwege den japanischen Olympiasieger von Los Angeles Kiyokawa sehr sicher hielt. Heinz' Schlauch endete als Vierter.
Für den Endlauf am Freitag steht damit nochmals eine Kraftprobe zwischen USA. und Japan bevor.
1 SOO-Meter-Freistil-Zweikampf Japan-USA.
Drei Deutsche in den Zwischenläufen.
Mit fast einstündiger Verspätung wurde der erste Vorlauf zum 1500-Meter-Freisttlschwim- men der Männer gestartet. Die über 20 000 Zuschauer erlebten bei windstillem, sonnigem Wetter einen harten Kampf zwischen Jshiharada-Japan, Leivers-Großbritannien und dem jungen deutschen Meister Heinz Arendt, der ein taktisch kluges Rennen schwamm. Jshiharada siegte in 19:55,8 Min. vor Leioers (20:04,4), Arendt (20:10,7) und dem Kanadier Pirie (20:16,4). Arendt beschränkte sich darauf, den wichttgen dritten Platz zu halten.
Medica und Terada in totem Rennen.
Am Start zum zweiten Vorlauf stand es fest, daß hier Medica und Terada den im Schwimm-
Kampfmoment aus dem Wasserballspiel Deutschland gegen Schweden. (Ailantik-M.)
-
Up
sport immer wieder neuen Zweikampf USA. — Japan verkörpern würden. Terada schwamm auf den ersten 400 Meter ein scharfes Tempo. Medica ließ den Japaner führen. Die letzten 700 Meter brachten einen spannenden Kampf. Wende um Wende legten die beiden Führenden gemeinsam zurück. Auch bei der letzten Wende lagen der Japaner und der Amerikaner noch Kopf an Kopf. Medica setzte zuerst zum Spurt an, kam auch gleich an Terada vorbei, doch der kleine Japaner ließ nicht locker. Verbissen, mit immer schneller greifenden Armzügen und verdoppeltem Beinschlag arbeitete er sich an Medica heran, und im Ziel schlugen Terada und Medica wieder zusammen an. 19:55 Min wurden gestoppt. Jörgensen-Dänemark wurde Dritter in 21:42 vor Hooper-Kanada (21:47,4) und Faustin-Brasilien.
Im dritten Vorlauf konnte erfreulicherweise Freese hinter Uto und Flanagan einen ausgezeichneten dritten Platz belegen und sich damit für die Vorentscheidung durchsetzen. Der Ausgang des Rennens unter den sechs Bewerbern, von denen nur Garcia-Uruguay seine Meldung nicht erfüllte, lag ausschließlich zwischen dem erst 19jährigen Japaner Uto, dem Amerikaner Flanagan und dem Deut- chen Freese.
Wie schon vorher Arendt und Freese, so gelang es im vierten Vorlauf auch P r z y w a r a, sich durch einen guten dritten Platz in die Zwischenläufe zu bringen. Der Engländer Wainwright gab bis 400 Meter das Tempo an und führte vor dem Deutschen und dem Amerikaner Christy, der aber
dann mächtig aufkam und zum Schluß sein Rennen allein Schwamm, Christys Sieg in 20:26,5 stand nie in Frage.
Kaiser, Murach und Sogt siegen weiter.
Olympisches Boxlurnier.
Das olympische Boxturnier ist bereits bis zur dritten Runde gediehen. Den Kämpfen um den Eintritt in die Vorschlußrunde wohnten am Donnerstagnachmittag wieder zahlreiche Zuschauer bei. In allen Gewichtsklassen wurde erbittert und hart um den Sieg gestritten, und fast durchweg waren die Entscheidungen nur knapp. Von den Deutschen kamen unser Fliegengewichtler Kaiser diesmal mit einem Punktsieg über den Uruguayer Trica- nico sowie Murach im Welter- und V o g t im Halbschwergewicht je eine Runde weiter Kaiser griff auch heute seinen Gegner vom ersten Gongschlag immer wieder an. Tricanico hatte gegen den Deutschen nie eine Gewinnchance. Murach hatte gegen den Holländer H. G. Beckers stets gewonnenes Spiel. Vogt zeigte gegen Koivonen (Finnland) einmal mehr sein großes Kämpferherz.
Zwei ko.-Siege gab es im Schwergewicht von Lovel (Argentinien) über Freas (Uruguay) und Nielsen (Dänemark) über Toussaint (Luxemburg). Die Argentinier kamen sonst noch durch Carlo- magne, Casanovas, Villareal und Risiglione zu Erfolgen. Lediglich der Leichtgewichtler Oliver wurde von dem Dänen Cops als Erster seiner Nation ausgeschaltet.
Den deutschen Turnerinnen gelang es, im harten Wettkampf auf der Dietrich-Eckart-Bühne vor 20 000 Zuschauern mit klarem Vorsprung vor der Tschechoslowakei und Ungarn die Goldene Medaille zu erringen. Hier sieht man sie bei ihren Freiübungen. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Die Olympischen Spielturniere.
Fußball: Norwegen—polen 3:2.
Kampf um die Bronzene Medaille.
Im Kampf um die Bronzene Medaille des Olympischen Fußballturniers standen sich am Donnerstagnachmittag im Reichssportfeld die Mannschaften von Polen und Norwegen gegenüber. 80 000 Zuschauer erlebten einen spannenden Kampf, den schließlich die Norweger knapp mit 3:2 (2:2) für sich entscheiden konnten. Norwegen, das in der Zwischenrunde Deutschland mit 2:0 besiegt hatte, belegte damit den dritten Platz im Fußballturnier und erhält dafür die Bronzene Medaille.
Drei Hockey-Trostruuden-Spiele.
Vor 15 000 Zuschauern wurde am Donnerstag im Hockey-Stadion das dritte Spiel der Hockey-Trostrunde, der Kampf zwischen den Mannschaften von Japan und Dänemark durchgeführt. Kühles Wetter und beste Bodenverhältnisse ließen einen schnellen und rassigen Kampf entstehen, den die Japaner klar mit 4:1 (1:0) für sich entscheiden konnten.
Im vorletzten Spiel der Hockey-Trostrunde feierte Ungarn einen knappen, aber verdienten 1:0 (l:0)-Sieg über die spielstarken Belgier. Die Belgier hatten das Mißgeschick, ihren ausgezeichneten linken Läufer Distave schon nach Beginn des Kampfes durch Verletzung zu verlieren.
Das Schlußspiel der Trostrunde bestritten die Mannschaften von Afghani st an und USA. Die spieltüchtigen Afghanen erzielten dabei mit 3:0 (1:0) einen weiteren schönen Erfolg. Die Amerikaner konnten gegen die technisch weit überlegenen Afghanen durch großen Kampfeifer lediglich ein im allgemeinen ausgeglichenes Spiel erreichen.
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Vor Beginn der Trostrundenspiele am Donnerstag wurde Afghanistan durch den Präsidenten des Internationalen Hockey-Verbandes, Georg Evers- Deutschland, der Leautey-Pokal für besondere Verdienste um den Hockey-Sport überreicht.
Olympisches Basketball-Turnier.
USA. und Kanada im Finale.
Das erste Olympische Basketball-Turnier konnte am Donnerstag auf den Tennisplätzen im Reichssportfeld soweit gefördert werden, daß nunmehr sie Teilnehmer an der Endrunde feststehen. USA. und Kanada qualifizierten sich für das Finale und damit kommen die beiden amerikanischen Mannschaften ins Endspiel, die schon von vornherein als Favoriten angesehen wurden. Das Endspiel . findet am Freitag statt.
Die Ergebnisse der Vorschlußrunde: Kanada — Polen 42:15 (25:6); USA. — Mexiko 25:10 (13:2); Philippinen — Italien (um den 5. Platz) 32:14 (18:8).
Ungarischer Sieg im Gäbel-Mannschastsfechten.
Für Deutschland die „Bronzene".
Von den Zuschauern, die sich überaus zahlreich am Donnerstag zum Mannschafts-Säbelfechten ein- fanden, hatte feit dem Nachmittag keiner mehr den
Kuppelsaal verlassen, als die Mannschaften zum dritten Durchgang und zu den Entscheidungstreffen um Sieg und Plätze antraten.
Arn Nachmittag schon hatte Deutschland gegen Ungarn mit 13:1 verloren, ein Ergebnis, das erwartet kam. Deutschland trat auch im zweiten Durchgang gegen das starke Italien nur mit einer zweiten Garnitur an und unterlag mit 9:2. Da auch Polen im ersten Durchgang von Italien 10:6 und im zweiten von Ungarn mit 10:1 geschlagen wurde, entschied der Kampf Ungarn — Italien den ersten Platz, Deutschland — Polen ermittelte den Dritten.
Auf,Bahn I traten sich Ungarn und Italien zum entscheidenden Kampf gegenüber. Die ungarischen Säbelfechter galten als Favoriten. In den beiden ersten Runden gingen die Italiener mit 2:0 in Führung. Die Ungarn konnten nur mit Mühe auf 4:4 gleichziehen. Ganz überraschend sicherten sich die Ungarn in der dritten Runde einen 8:4-Vor- sprung. Noch einmal gelang es den Italienern auf
Olympische Medaillen.
Nationen
Gold
Silber
Bronze
Griechenland ............
—
—
—
Aegypten................
1
2
2
Argentinien..............
2
1
Australien...............
—
—
1
Belgien .................
—
—
—■
China...................
—
—
—•
Dänemark ...............
—
—
1
Estland .................
2
1
2
Finnland................
7
6
5
Frankreich...............
4
5
4
Großbritannien...........
3
4
3
Holland.................
4
4
6
Indien..................
—
—
—-
Island..................
—
—
—
Italien..................
6
5
5
Japan...................
4
3
5
Kanada .................
1
2
5
Lettland.................
1
—
1
Mexiko..................
—
—
1
Neuseeland..............
1
—
—
vtorwegen................
1
2
1
Oesterreich...............
3
5
3
Philippinen .............
—
—
1
Polen...................
—
2
2
Rumänien...............
—
—
——
Schweden................
6
5
8
Schweiz .................
1
6
2
Süd-Afrika..............
—
—
—
Tschechoslowakei..........
3
4
—-
Türkei ..................
1
—
1
Ungarn .................
7
1
3
Uruguay ................
—
—
—
Bereinigte Staaten........
20
17
6
Deutschland..............
21
19
27
Die in der vorstehenden Tabelle angegebenen Zahlen vermitteln lediglich die in den sportlichen Wettbewerben von den einzelnen Nationen errungene Anzahl der Medaillen. Die Kunstwettbewerbe sind hier also nicht berücksichtigt.


