Ur. 189 Drittes Blatt
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für ©berljefien)
Keiiag, 14.2Iuguff (956
XI. OLYMPISCHE SPIELE
BERLIN 1936
flüssigen
Darauf an, sich hinter Velma
Poynton nicht mehr Köhler aber kam es
Schon wenige Stunden nachdem die deutschen Reiter in der Olympiade- Dressurprüfung ihre Triumphe gefeiert hatten, begann ebenfalls auf dem Maifeld vor mehr als 10 000 Zuschauern die Military. Ganz andere Pferde und Reiter stellten sich hier den Richtern. 18 von 53 gemeldeten Bewerbern erledigten ihre Aufgabe an diesem Nachmittag: es waren durchweg robuste Warmblüter, die ihre Eignung auch im Gelände und als Springpferde beweisen müssen. In dieser ersten Teilprüfung der Dressur sollte zunächst einmal die Geschmeidigkeit des Pferdes, sein Gleichgewicht und sein Eingehen auf den Willen des Reiters fest- gestellt werden. Unter den bisher geprüften Pferden gewann man besonders von Grey Friar (Lt. Grandjean, Dänemark), Mageremlek (Kapitän Ma- laktschieff, Bulgarien), Altgold (Oberlt. von Stjerns-
Auf dem Maifeld wurde am Donnerstag der Kampf der Reiter in der Dressurprüfung abgeschlossen. Deutschland errang durch „Kronos" unter Oberleutnant Heinrich Pollay den Sieg und die „Goldene" und mit „Absinth" unter Major Friedrich Gerhard fiel uns zugleich noch der zweite Platz und die „Silberne" zu. Den dritten Platz belegte „Nero" unter Major Podhajski-Osterreich. Auch in der Mannschaftswertung kam der Sieg an die deutschen Reiter.
Als am Donnerstagvormittag die Olympia-Dres- sur-Prüfung fortgesetzt wurde, hatten sich wieder viele Tausende von Zuschauern auf dem Maifeld eingefunden. Um 11 Uhr waren die Vorführungen beendet, und als nach einer Stunde des Wartens das Ergebnis verkündet wurde, brach ein Beifallssturm los, der die Sieger förmlich überschüttete.
hervorragende Leistungen.
Es waren auch hervorragende Leistungen, die Reiter und Pferde vollbrachten. Ganz großartig war der Eindruck des Siegers, Oblt. Pollay- Deutschland auf „Kronos", aber auch Major Ger- Hard-Deutschland auf „Absinth" und Major Podhajsky-Oesterreich auf „Nero", die Gewinner der Silber- und der Bronze-Medaille, zeigten Spitzenleistungen der Reitkunst.
Nachdem schon 19 28 in Amsterdam — 1932 in Los Angeles waren unsere Reiter nicht dabei — Freiherr von Langen auf dem heute noch erstklassigen „Draufgänger" den Olympiasieg davongetragen hatte, konnten unsere Reiter diesmal gleich drei Medaillen gewinnen. Neben dem Sieg von Oblt. Pollay und dem zweiten Platz von Major Gerhard errang die deutsche Mannschaft mit Rittmeister von Oppeln-Bronikowski auf „Gimpel" als dritter Reiter auch noch den Sieg in der Mannschaftswertung, der eben- falls eine Goldmedaille einbrachte. Frankreich und Schweden eroberten vor Oesterreich die beides anderen Medaillen der Länderwertung. Im ersten der drei reitsportlichen Wettbewerbe war unser Erfolg damit so groß und unser Start so gut, wie man ihn sich nicht besser hätte wünschen können.
verdiente deutsche Siege.
geblieben, so daß nur drei Boote den Kampf aufnahmen. Dom Start weg sicherte sich unser Achter einen leichten Vorsprung vor Australien und der Tschechoslowakei. Bei 1000 Meter lag Deutschland schon mit einer Länge in Front, während das Boot der Tschechoslowakei schon weit zurücklag. Bis ins Ziel hatte dann der deutsche Achter 2% Längen herausgeholt, so daß sich die Mannschaft nicht zu verausgaben brauchte.
Italiens Achter hatte im zweiten Lauf zunächst mit Japan zu kämpfen, machte sich aber dann frei uyd gewann mit gutem Vorsprung in 6:35,6. Japan belegte den zweiten Platz.
hart umkämpft war noch der dritte Lauf. Nachdem Kanada bis 500 Meter die Führung behauptet hatte, ging das Boot England in Führung und siegte in 6:29,3 mit einer guten Länge vor Kanada und Frankreich.
Die Vorentscheidungen im Einer.
Der dritte Tag der Grünauer Ruderregatta wurde mit den Vorentscheidungen im Einer abgeschlossen. Im ersten Lauf stellte Schäfer (Deutschland) seine gute Form erneut unter Beweis und fuhr das Rennen für sich allein. Schäfer gewann in der guten Zeit von 8:04 vor dem Amerikaner Barrow (8:17,4) und Giorgio, Argentinien (8:18,4). — Im zweiten Vorentscheidungslauf sicherte sich zunächst hasenöhrl (Oesterreich) die Führung und lag noch bei 1000 Meter vor Warren (England), Campbell (Kanada) und Rufli (Schweiz). Der | Schweizer Meister ging dann jedoch ab und über- ' spurtete alle drei. Fast im Ziel fing er hasenöhrl ab. Die drei Ersten dieser beiden Vorentscheidungen
I bestreiten heute, Freitag, den Endlauf.
Im Turmspringen der Frauen, das am Donnerstagvormittag entschieden wurde, gab es spannende Kämpfe der besten Springerinnen. In der Endwertung gewann die Amerikanerin Poynton-Hill (rechts) mit 33,93 Punkten die Goldene, ihre Landsmännin Dünn (Mitte) mit 33,63 Punkten die Silberne und die Deutsche Köhler (links) mit 33,43 Punkten die Bronzene Medaille. Damit gelang es der jungen Käthe Köhler, zum ersten Male eine Bresche in die bisher unüberwindliche Front der Amerikaner zu schlagen.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
daß die Goldmedaille der blonden, gut gebauten zu nehmen war. Für Käthe
Brett), „Kopfsprung vorwärts mit Anlauf gestreckt" (Zehn-Meter-Brett) und „Salto rückwärts aus dem Stand gestreckt" (Fünf-Meter-Brett) auszuführen waren. Die Teilnehmerinnen waren in zwei Gruppen eingeteilt.
Der Kampf um die Medaillen wurde in der Gruppe 2 entschieden. Die Springerinnen dieser Gruppe waren besser und lieferten sich um die ersten Plätze vom ersten Durchgang an einen harten Kampf. Die beiden Amerikanerinnen Poyton- Hill und Dünn sowie Käthe Köhler (Deutschland) waren die Besten. Die amerikanische Olympiasiegerin von Los Angeles hatte die undankbare Aufgabe, in dieser elfköpfigen Gruppe anzuspringen, hielt aber trotzdem vom ersten Durchgang an die Spitze. Schon im zweiten Durchgang wurde der Kampf wesentlich schärfer. Käthe Köhler war in Haltung und Ausführung des Kopfsprungs vorwärts aus dem Stand vom 10-Meter-Brett besser als Poynton-hill. Nach dem dritten Pflicktsprung stand es aber bereits mit einiger Sicherheit fest.
Krönung in den ausdrucksvollen und , .. Galoppwechseln von Sprung zu Sprung fand.
Am dritten Tag der Olympischen Ruderwettkämpf- meinte es der Wettergott nicht so gut mit Den zir- tiven wie an den beiden Vortagen, hinter dunklen, regendrohenden Wolken hielt sich die Sonne versteckt und ein recht unangenehmer, diesmal von vorn kommender Wind, machte besonders beim Start den Booten allerlei zu schaffen. Mit den Hoftnungs- läufen in allen Bootsgattungen hotte das Pr - gramm wohl die bisher größte Reichhaltigkeit auf. zuweisen, und so pilgerten denn auch ®iel)^r tausende hinaus, um von allen Platzen der herrlich n Anlage Zeugen erbitterter Kämpfe 3" werden die gerade deshalb so besonders hart den, weil sich ja hier die letzte Möglichkeit gab, als Sieger eines Laufes in den Endkampf um olympische Ehren eingreifen zu können, ouerjt itar- teten die Vierer mit Steuermann.
Die Laufe im Vierer mit Steuermann.
Pünktlich senkte der Starter die Flagge zum ersten Lauf im Vierer mit Steuermann. In. dem Funser- feld setzten sich die Dänen sofort an die Spitze und können diese auch erfolgreich vereidigen. Erbittert kämpfte der japanische Vierer, doch gelang es nicht zu den Führenden aufzuschließen. Zusammen mu Japan schieden noch die Tschechoslowakei, Brasilien und Schweden aus. _ ...
In einem fast noch härteren Kampf gegen die m
Merkämpse um die letzte Chance
Wiking-Achter in der Entscheidung.
Front liegenden Polen konnte sich im nächsten Lauf Ungarn als Sieger für den Endlauf durchsetzen. Der italienische Vierer mußte als Dritter ebenfalls feine Hoffnungen begraben. — Einen verhältnismäßig leichten Sieg erkämpfte sich dann Frankreich.. Schon auf halber Strecke in Front, gelang es den Franzosen, den Endspurt von USA. erfolgreich abzuwehren und sicher mit einer Länge das Ziel zu passieren.
Glatte Siege im Zweier „ohne".
Von den drei Läufen im Zweier ohne Steuermann gab es eigentlich nur im ersten etwas Kampf. Die beiden Argentinier Podesta-Curafella gingen mit schnellem Schlag an die Spitze und mußten diese zunächst gegen die USA.-Mannschaft verteidigen, an der später die Engländer Eree-Bumforo oorbeigingen, aber trotz energischen Nachsetzens die Argentinier nicht mehr erreichen konnten. Brasilien gab schon bei 1200 auf und USA. streckte noch 100 Meter vor dem Ziel die Waffen.
Im zweiten Lauf erwiesen sich zum Schluß Ne Schweizer Klopfer-Muller gegen die Vertreter von Uruguay als die Stärkeren, während im dritten Lauf sich für Dänemark Olsen-Larsen mit mehr als 10 Längen die Startberechtigung zum Endlauf erkämpften, in dem die Sieger dieser drei Rennen auf Polen, Ungarn und Deutschland treffen.
Der Sieg von ,Lronos" war verdient, hervorragend war der Ostpreuße in der Trab- und Galopparbeit. Gleich bei der ersten Piaffe war die Arbeit unseres Spitzenpferdes geradezu ideal, oor= bildlich waren auch die Traversalen. Der Wallach zeigte in der Schritt- wie auch in der lebendigen Galopparbeit das denkbar beste. Prachtvoll wurde „Kronos" aber auch durch den überaus weichen Sitz seines Reiters Oblt. Pollay unterstützt.
Major Friedrich Gerhard, der Leiter des Dressurstalles' der Kaoallerieschule Hannover, belegte auf „Absinth", der ebenfalls der ostpreußischen man^n"/du7ch Sichecheit^und Schwun^°bes?echende I ward. Schweden». Legenyi (Oberlt. Visy. Ungarn) Vorführung Während des ganzen Programms er- und Fasan (Rittmeister Lippert, Deutschland) einen lebte man eine dauernde Steigerung, die ihre I recht guten Eindruck.
29 Bewerber im Kampf.
Don den insgesamt 29 Bewerbern, die zum Teil ihr Pensum schon am Vortage erledigt hatten, kamen nur drei auf über 1700 Punkte. Der Oesterreicher „Nero" unter Major Alois Podhajsky war neben „Kronos" und „Absinth" der Dritte im Bunde. „Nero" ist ein Pferd mit Poesie und Ausdruck. Vollendete Harmonie zwischen Reiter und Pferd stempelten die Arbeit dieses österreichischen Vertreters klassischer Reitkunst zu einer überragenden Spitzenleistung, die aber dennoch nicht ganz an die der beiden deutschen Preisträger heran-
Eine sehr gute Leistung sah man auch wieder von „Teresina" unter dem schwedischen Oblt. Adlercreutz, während „his Ex" (Rittm. Jensen, Dänemark) als Geheimtip vieler Fachleute etwas ins Hintertreffen geriet und hinter „Teresina" sowie den beiden Franzosen „Favorite" und „Debaucheur" nur auf den 7. Rang gelangte. Schon am Vortage war unser drittes Pferd „Gimpel" unter Rittm. von Oppeln-Bronikowski gegangen, der jedoch über den 10. Platz nicht hinauskam.
Einen Erfolg wie nie zuvor hat Deutschland an diesem Tage auf reiterlichem Gebiete ebenso wie mit seiner Zucht errungen, denn mit großer lieber« legenheit gingen unsere Reiter auch in der Gesamtwertung der Nationen als Sieger hervor.
Beginn der Vielseitigkeitsprüfung.
Dänemark und Italien im Zweier „mit".
Ebenso klar überlegen wie in den hoffnungsläu- en der vorangegangenen Rennen erwiesen sich die Sieger der beiden Läufe im Zweier „mit". Die Schweiz führte zunächst ziemlich lange, konnte jedoch dem Endspurt der Dänen nicht standhalten, die mit drei Längen Vorsprung das Ziel passierten.
Ohne voll auszufahren, ging anschließend das italienische Paar mit lVz Längen nach ständiger Streckenführung vor Jugoslawien durchs Ziel. Da Ungarn seine Mannschaft abgemeldet hat, werden in der Entscheidung nur Deutschland, Frankreich, Dänemark, die Schweiz, Italien und Jugoslawien starten.
Hoffnungsläufe im Vierer ohne Steuermann.
Den ersten Lauf des Vierers ohne Steuermann beendeten die Oefterreicher, mit schnellem Schlag und mit 1% Längen vor Dänemark in 7:23,4 als Sieger. Dann setzte sich der englische Vierer ebenfalls ohne große Mühe in 7:27,4 vor den Italienern und Ungarn durch. — Im
Doppelzweier
kam zunächst das australische Meisterpaar Dixon- Turner zu einem überlegenen Sieg vor Polen, Ungarn, der Schweiz und Brasilien. — Ganz überlegen zeigten sich dann im zweiten Lauf die Engländer Bersford - Southwood, deren Sieg vom Start weg nie gefährdet war. USA., das technische Meisterpaar, Jugoslawien und Oesterreich folgten.
Der Wiking-Achter im Endlauf.
Wie nickt anders zu erwarten, hat sich die Wiking- Mannschaft im ersten Hoffnungslauf zum Achter nun doch die Teilnahme für das Entscheidungsrennen gesichert. Dänemark war dem Start fern
Die erste Entscheidung des Donnerstags fiel, wir berichteten gestern bereits kurz darüber, im Olympischen Schwimmstadion beim Turmspringen der Frauen. Wieder gab es einen großen Erfolg der amerikanischen Springerschule, die damit bisher sämtliche Springwettbewerbe bei den Männern und Frauen eindrucksvoll gewinnen konnte. Dorothy Poynton-hill (USA.), die bereits im Kunstspringen den dritten Platz belegte, erneuerte vom Fünf- und Zehn-Meterbrett ihren Olympia- Sieg von 1932. hinter ihr glückte es Velma Dünn (USA.) nach hartem Kampf mit der deutschen Springerin Käthe Köhler (Hamburg) auch die Silbermedaille für das Sternenbanner zu erringen. Den absolut bestbewerteten Sprung führte Käthe Köhler als Dritte in diesem überaus starken Feld aus. Für ihren Salto rückwärts aus dem Stand vom Fünf-Meter-Brett erhielt sie 9,52 Punkte.
Von den 23 gemeldeten Turmspringerinnen fehlte keine. Das olympische Programm setzt sich in diesem Wettbewerb nur aus vier Pflichtsprüngen zusammen, die in der Reihenfolge „Kopfsprung vorwärts mit Anlauf" (Fünf-Meter-Brett), „Kopfsprung vorwärts aus dem Stand" (Zehn-Meter-
Dberleutnant Pollay, den unser Bild zeigt, errang auf „Kronos" die Goldene Medaille. (Schimer°M.)
Großartige deutsche Reitersiege.
Zwei Goldmedaillen und eine Silberne in der Dressur.
Im zweiten Vorrennen der Doppelzweier waren die Deutschen K a i d e l und Pirsch, die unser Bild zeigt, die Sieger. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Das Turmspringen der Frauen.
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