■&en. hen.
B ln «tjiir
cn des
8 1900 Q|.
Sf*w $s M । 5 n ?Unbtr n',2- 4X1 klammer, währen halber
^rbanJ DFB. ÖOI, "'n für ba. Sugestiniini 1 ®lasgotBt:
Auto-Prki; J 'n Moni, Itruttion b(. J von b(l uarina uni
8 Pfennig r sich wie
ein König .Lebewohl iute Pflaste ;b sein W raugenlaett lose(8Pflast I in Apotheke: I lerzuhäbei ! mbnrgH.Elgi! Iwen-Dreg.! I ersw.69; 6u;
Frankf.^tr.31 |
ile
32
Handeliklam I uent m. 8 jähr. 1 Ziel: Mittlere Einjähr..Exom Mädchen au» ähen. Schulgeld eme Nebenge
ihrige Handele- hulgeld RMI?.-, I lebuhren.
v, Berufolflliy hteiben, Steno illen Handelt
für dot neu» ^utVünhe In i\\ Im Schulge tlrofie32.
' nsijt
Bauschule i.Rh. jlslehranslall d Tiefbau jausdiuleDaim iUSchule Bmgen len Semei«*'1 ril VM
ner- hänge'
lkfurtHetob,! a für Hees® n-Na»s»a:
-Kauf gegana6"6'
Frankfun tt.13.Tel-
lenloi durch cP« n^Holtilr.36,
dun«
Hr.63 viertes Blaff
Gießener Anzeiger (Generai-Anzekaer für G^erhessen)
Samstag, 14. Marz 1936
Braunsteinbergwerk Großen-Linden
unter und über Tag.
Hi
•/*
tz ' hsK
'N . '
NM**"**''
e
V ■
'Ai* ,
von starken Stahltrossen, gcfteucrt von einem Manne, der hinter den großen (Seiltrommeln im Maschinenhaus sitzt und viel Verantwortung zu tragen bat. In kaum 20 Sekunden kommt man auf der 25-Meter-Sohle und trn Füllort auf dieser Tiefe an. Dieser Füllort ist ein verhältnismäßig hohes ausgemauertes Gemälde, in dem mehrere Wagengleise zusammenlaufen. Auf diesen Gleisen rollen die gefüllten SBagcn an, werden m den Förderkorb geschoben, nach oben gebracht — die leeren Wagen gelangen wieder nach unten. Vom Füllort aus führt der Weg in die „Strecken" die nach verschiedenen Seiten im Bergwerk auslaufen. Von den Strecken aus führen „Querschläge" und von ihnen aus werden, schier labyrinthisch, Gänge vorgetrle- ben, an deren Enden der Bergmann steht und das wertvolle Erz mit seinem Preßluftspatcn abbaut.
Der Gast, der begleitet und behütet vom Steiger in die Grube kommt, verliert ungemein rasch jegliche Orientierung. Es gibt Ja hier unten feine „Himmelsrichtung" Die Strecken sehen für das Auge des Laien alle gleich aus. Man geht um Kurven und Ecken und merkt es kaum, da das Auge das Dunkel nicht zu durchdringen vermag. Nur im Bannkreis der Grubenlampe ist die Umgebung matt erhellt.
Von der 25-Meter-Sohle kann man tiefer und tiefer gelangen Der Steiger öffnet hin und wieder irgendwo am Boden eine viereckige, kaum 40 Zentimeter im Quadrat messende Falltür und über schmale Leitern (die der Bergmann „Fahrt" nennt) führt der Weg in die Tiefe
Merkwürdigstes aller Gefühle, über eine solche „Fahrt" im engen holzverschalten Schacht senkrecht in die Tiefe zu steigen — fünf Meter, zehn Meter, fünfzehn zwanzig Meter — oben und unten Finsternis, die leise zischende Lampe am eisernen Haken zwischen Daumen und Zeigefinger, dicht vor dem Gesicht, Fuß um Fuß die Sprossen suchend, mit den Händen nachgreifend — so steigt man hinab. Alles Empfinden fürHöhe
Der Förderturm — Sinnbild des Bergwerkbetriebs.
Für den Fährbetrieb im Schacht gibt es ein fehl klar ausgedachtes Signalwesen Mit Glockenfchlägen verständigen sich der Mann am Füllort und bei Mann im Maschinenhaus. Interessant, daß darüber hinaus auch eine Verbindung durch ein eingebautes Sprachrohr besteht, mit dessen Hilfe man sich gut verständigen kann. Was oben hineingesprochen wird.
UeberblicE über einen Teil des Tagebaubetriebes. — (Aufnahmen |7|: Neuner, Gießener Anzeiger.)
Braunstein?! Was ist Braunstein? So wird mancher Lefer fragen Der Wissenschaftler würde sagen: Mn O» — Mangansuperoxyd! Der Bergmann sagt: ein Erz! Der Laie würde sich vielleicht an die Begriffe des Wortes halten: brauner Stein! Es ist aber etwas ganz Merkwürdiges mit diesem Braunstein: er ist weder braun noch (Stein; außerdem hat Braunstein, wie er bei Großen-Linden vorkommt, durchaus nicht den Charakter des Erzes, wie man es sich landläufig vorstellt, sondern ist von einer weichen tonigen Beschaffenheit und in der Farbe blaugrau bis blauschwarz. Braunstein aus dem Hüttenberg enthält Mangan und Eisen. Das Vorkommen in der Lindener Mark weist hohe Prozentsätze auf: 18 v. H. Mangan und 22 v. H. Eisen — das übrige sind tomge Erden und Wasser. Fettig glänzend liegt das Erz dicht unter der Erdoberfläche, mächtig in einer Schicht von 0,50 bis mehreren Metern, hin und wieder durchzogen von schwachen Adern rötlichen Tons. Der Abbau geschieht im Betrieb über und unter Tag Das Braunsteinbergwerk Großen Linden, wie auch der Abteilungsbe- trieb Gießen — Bergwerkswald — gehören zu K> nvp
Braunstein stellt für die Roheisenerzeugung einen mehligen Bestandteil dar Das im Erz enthaltene Mongan dient der Qualitätserhöhung des Eisens, es macht das Eisen geschmeidiger gestattet eine bessere Verarbeitung beim Schmieden, erhöht die Härte des Stahls Ohne jede Veränderung in al-icher Struktur, wie das Erz gewonnen wird, wandert es (lediglich zerkleinert in faustgroße Ssticke) m den Hochofen Das Mehr oder Weniger des Zusatze« entscheidet mit über die Qualität des Roheisens. Die Bedeutung des Großen-Lindener Brauirsteinbergwerks für die deutsche Eisenindustrie ist größer als es der Laie vermuten kann Es gibt derartige Vorkommen nur wenige, im Grunde nur zwei die den Abbau lohnen. Das zweite derartige Bergwerk befindet sich im Rheinland.
Die laufend und systematisch durchgeführten Bohrungen auf dem zum P3erk gehörigen Gelände lassen erkennen, daß das Vorkommen noch auf lange Zeit hinaus lohnenden Abbau gestattet, lieber 300 Volksgenossen haben gegenwärtig dort Arbeit und Verdienst. Die Wirtschaftsbelebung seit 1933 hat auch dem Großen-Lindener Braunsteinbergwerk erheblichen Aufschwung gebracht. Im vergangenen Jahre konnte die Belegschaft um etwa 175 Mann erhöht werden Bergleute für den Betrieb unter Tag fahren in drei Schichten ein und aus.
*
Einmaliges großes und starkes Erlebnis, dem Bergwerk unter Tag, dem Bergmann „vor Ort" einen Besuch abzustatten, und dabei Volksgenossen in einem Beruf kennenzulernen, der kaum einen Vergleich zuläßt. Der Bauer pflügt unter weitem Himmel, so mancher Handwerker kann seinem Be- ruf im Freien nachgehen und in feine Werkstatt fällt auch Immer zu irgendeiner Zeit des Tages ein Sonnenstrahl, der Beamte, der Kaufmann, der Arbeiter, sie alle stehen immer im lebendigen Verkehr mit Menschen, bewegen sich frei in mehr ober weniger freundlichen Räumen, haben Ausblick auf Irisches Grün, auf Blumen und blühende Sträucher, «erleben den Wechsel der Jahreszeiten bewußt und Stunde um Stunde, hören die Vögel ihr Lied fin
gen und hin und wieder summt eine Biene in das Zimmer als Abgesandter des Frühlings ober des Sommers, sie alle sehen den Blitz unb hören den Donner als kraftvolle Aeußerungen der Natur. —
Das alles muß der Bergmann oermiffen! Tag für Tag fährt er ein tn den Schacht, begibt sich an seinen Arbeitsplatz auf die Sohle und baut das Erz ab Zwei Mann arbeiten meist zusammen. Im Scheine ihrer leise zischenden Karbidlampe arbeiten sie auf engem Raum, der nur spärlich erhellt wird. Das Blauschwarz des Erzes nimmt alles Licht an sich. Mit dem Preßluftspaten wird das Erz abgebaut, mit Schubkarren wird es zur nächsten Rolle transportiert. Stundenlang arbeiten beide allein, so wie überall im weitverzweigten Bergwerk, räumlich oft Hunderte von Meter voneinander entfernt. Die undurchdringliche Finsternis beherrscht Stollen und Strecken, die alle mit starkem Holz ausgebaut
N
W
j
v,- U
- ■
Arbeit mit dem Prcßluftspaten.
sind, — nur hin und wieder taucht m der Ferne ein Lichtfunke auf, wenn sich der Steiger nähert, um nach den Männern „vor Ort" zu sehen
*
Das Bergwerk unter Tag ist eine*Welt für sich. Wer sich hier zum ersten Male nähert, wird es nicht tun, ohne bas Gefühl ber Ehrfurcht vor bem Beruf bes Bergmanns. Unb biefe Ehrfurcht muß sich vertiefen, wenn er einbringt in btefes Reich, tief in bie Erbe, bie uns trägt, bie sich kunstvoll aufbaut, die der Mensch beherrscht, wenngleich sie ihn manchmal kraftvoll und unbändig überwältigt.
Rasch sinkt der Förderkorb in die Tiefe, gehalten
oder Tiefe geht verloren. Schließlich aber ist die 67- Meter-Sohle (tiefste Sohle im Braunsteinbergwerk Großen - Linden) erreicht In derStrecke geht es dann auf unb zwischen Gleisen, vorwärts, links unb rechts münben Erzstotten ein, in bie von ben höher gelegenen Sohlen aus das gebrochene Erz eingeschüttet wirb unb unten bireft in bieWagen gleitet. Schließlich ist auch bas Enbe ber Strecke erreicht .. Nicht überall liegt bas Erz gleichmäßig. Hin unb roicber ist bas Lager unterbrochen. Im Gießener Braunsteinbergwerk trifft man streckenweise auf Schiefer Teilweise ist auch Kalk in ber Formation anzutreffen Gegen ben Kalk unb Schiefer wirb mit Dynamit vorge- gangen. Für biefen Zweck
M H ? >
fei
Eine charakteristische Abbaustelle im Tagebau.
tL .Ux
Gefüllte Wagen verlassen den Bunker ber Aufbereitung.
wirb bas Gestein an ver- schiebenen Stellen mit bem Preßlufthammer angebohrt, in bie Hoffnungen werben, etwa 1,50 bis 1,80 Meter tief, Sprengpatronen eingeführt, bie Zünbschnur gelegt unb bann bie Erplofion herbeigeführt Die Arbeiter, bie mit blefer Tätigkeit betraut finb, ziehen sich babei auf etwa 50 bis 80 Meter von ber Spreng- stelle zurück unb warten, möglichst hinter einer Streckenbiegnng bie Detonation ab. Ungeheuer Ist ber ßuftbruef im engen Stollen — weit fliegt bas Gestein.
Für ben Bergmann gibt es in ber Braunsteingrube verhältnismäßig wenig Gefahren. Die Grube ist überall sehr gut ausgebaut unb iabcllos inDrbnung gehalten. Auch bie Luft ist nicht, wie mancher wohl glauben
könnte, schlecht („gute Wetter" lagt ber Bergmann). „Schlagenbe Wetter" gibt cs im Braunsteinbergwerk nicht. Dafür aber manchmal viel Wasser. Streckenweise tropft cs lebhaft von oben. Teilweise kommt bas Wasser in Rinnsalen über bie Wänbe unb ocrblnbet sich mit der lehmigen Erde zu einem zähen Schlick. Viel Wasser läuft in schmalen Gräben entlang den Hauptstrecken ab, die nach der Pumpstation zu leichtes Gefälle haben. Die Pumpen sind Tag und Nacht in Betrieb und drücken das Wasser durch einen Stollen aus der Grube
ist unten, 70 Meter tiefer, klar zu verstehen. Selbstverständlich ist das auch umgekehrt der Fall.
So gibt es viel zu hören, zu beobachten, zu erleben. Ueberall begegnet dem Gast der alte Borg- mannsgruß, das sinnvolle unb innige „Glück Auf!" Ueberall steht ber einfache, arbeitsame Volksgenosse auf seinem Posten in schweren Diensten, tut seine Pflicht unter äußeren Umständen, denen wohl nicht jedermann gewachsen ist. Aber der Bergmann liebt auch seinen Beruf unb ist mit ihm ebenso oerbunben, wie jeber, ber seinen Beruf als Lebensaufgabe betrachtet. Die Arbeitskamerabschaft de- beutet hier unten sicherlich auch mehr als nur einen Begriff.
(Sprengpatronen werben In vorgebohrte Löcher cingeführt. Im Füllort der 67-Meter-Sohle.
Unb wenn ber Gast in blefem fast faustischen Bo- reich roieber am Bahnhof steht, dann wird er nm einiges nachdenklicher geworden fein, als zu jener Stunde, da er die Schachtaulago betrat. Dor Für- berforb bringt uns rasch nach oben. Strahlender Sonnenschein liegt über der Vorsrühlingslandschast des gesegneten Hüttenbergs.
*
Braunstein wird jedoch auch in umfangreichem lagebau gewonnen Da ist aber alles einfacher und weniger heroisch. Zwar gibt es auch da schwere Arbeit, aber sie geschieht doch un Freien, unter blauem Himmel, unter ber Sonne, unter ber Helle bes Tages Das Erz liegt in dem gegenwärtia m Betrieb befindlichen Abbau oft nur zwei Meter tief unter ber Erdoberfläche Aufschlußreich zeichnen sich am angeschnittenen Erdreich die geologischen Schich- tungen ab. Ueberall tritt in diesem Tagebau das fettige, glanzende, blau sch warze Erz zutage wird mit langen Spatenstichen abgebaut verladen und von kleinen Feldbahnlokomotiven die aufgeregt große Rauchwolken ausstoßen, nach der Verladestation Großen Linden gebracht In vielen Waggons rollt das Manganerz ans der Lindener Mark in die Hochöfen von Buderus, in die Hochöfen des Lahngebietes und des Siegerlande'« in der Hauptsache unb In großen Mengen aber In die Hochöfen an ber Saar unb Im Ruhrgebiet ...


