Ausgabe 
13.7.1936
 
Einzelbild herunterladen

Geschichten aus aller Welt

II

icrr an der

;id)t

ein

,be-

m.

Nei-

Unter-

>ie

Nachdruck verboten!

^Fortsetzung.

lit ein

r Verfahrens beunruhigende Rückwirkungen au r Effektenmarkt nicht zu befürchten._____________

Revision im Mordprozeß Voqler.

Mainz, 11. Juli. (LPD.) Wie wir erfahren, hat die zum Tode verurteilte Frau Frieda Vogler am 11. Juli Revision gegen das Urteil des Schwurgerichts vom 9. Juli eingelegt.

jeliitet. Erich Deku, über den uch u n g s h a f t verfügt wurde, ist des Betrugs, >e- Depötoergehens und der Urkundenvernichtung iur.i Nachteil eines Großgläubigers verdächtig. An- zejchts des beschränkten Geschäftskreises der Union- 8mk ist über den gekennzeichneten Tatbestand im US eine Schädigung weiterer Kreise nicht zu märten. Auch sind bei dem gegenwärtigen Stand

Genossen umgesehen und war dabei gegen eine Straßenlampe gerannt, so daß auch er von den Straßenpassanten ergriffen merben konnte.

immeiA"! s bestes Her, Ma­nscht werk es

-den. Um- leiben, M

n

>erden, mg «ft t Sie ö? «braute inh Gute- ett heE hrigen ** )t unter p

uit zu verhindern, daß sie ihre verwerflichen gütigen weiter in die Tat umsetzen können.

Hintergründe der Liquidation der Union-Bank.

In Amsterdam erregt eine Tragikomödie einiges Aufsehen, die sich in den letzten Tagen ereignete. Um die Mittagsstunde sollten sich ein Bräutigam und seine Braut mit ihren Zeugen und den Gästen beim Standesamt einfinden, um ihre Trauung voll­ziehen zu lassen. Zur festgesetzten Stunde erschien auch die Braut im langen Schleier, umgeben von ihren Verwandte^. Es verging eine Viertelstunde, eine Halde Stunde, von dem Bräutigam war nichts zu sehen. Schließlich wußten sich die Wartenden keinen anderen Rat, als auf die Suche nach dem Vermißten zu gehen, da sie fürchteten, daß ihm ein Unglück zugestohen sei. Man ging in das Haus des Bräutigams, fand es aber fest verschlossen. Man holte die Polizei und ließ die Tür aufbrechen. Alle Zimmer wurden durchsucht, aber keine Spur von dem Bräutigam war zu finden, und die Suchenden wollten schon wieder abziehen, als sie plötzlich ein merkwürdiges Geräusch in einem großen Wand­schrank hörten. Nun öffnete man den Schrank, und vor den Ueberraschten erschien, bleich wie der Tod, der vermißte Bräutigam. Als er endlich wieder zu sich gekommen war, erklärte der Held, daß er im letzten Augenblick, seinen Entschluß sich zu ver­

heiraten, bereut und daß er, um sich vor den Un­sicherheiten des Ehelebens zu retten, seine Zuflucht in dem Schrank gesucht habe. Was die Braut dazu gesagt hat, ist leider nicht bekannt geworden.

Ist die Gattin ein Schaufenster?

(kh) Paris.

Solange die schöne Pvonne als Gattin des Ju­weliers F. sich mit ihrem Mann gut verstand, war niemals die Rede davon, daß das Anlegen von Schmuckstücken bei den Gesellschaften, die der Ju­welier gab, eine Überschreitung der Verpflichtun­gen bedeute, die eine Ehefrau vor dem Standes­amt übernehme. Das Problem wurde erst in dem Augenblick spruchreif, als man aus irgendwelchen Gründen eine Trennung der Ehe anstrebte und nun die schöne Pvonne plötzlich die Forderung aufstellte, ihr alle jene Juwelen zuzusprechen, die sie im Laufe der Zeit getragen habe. Der Gatte versicherte, daß er Pvonne die Juwelen nur gab, damit diese sie recht schön trage und so Reklame dafür mache. Poonne aber steht auf dem Standpunkt, daß eine Ehefrau fein Schaufenster sei, keine Geschäftsaus­lage, und daß somit der Schmuck, den der Gatte ihr gebe, ihr auch gehöre. Die Richter werden dieses ein wenig komplizierte Problem zu entscheiden haben.

Die Opfer desBlauen Tigers".

in zunächst Jurisprudenz und später Theologie in HcUe und in Gießen. 1888 machte er das erste Unlogische E<

standsgebiet" gereift. Er wird den Ehemann sichtigen" und die Streiklage untersuchen.

Der Bräutigam im Schrank.

C. K. Arnsterda

^Zusammenhang mit den Vorgängen, die zu dem Zchuidationsbeschluß der Union-Bank iif-ten, ein Vermittlungsoerfahren ein-

*4

Zersluchies Gold!

Roman von 3- Schneider-Ioerstl.

Irieberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.

beamtet unter den die Abfertigung abwartenden Reifenden des aus Frankreich gekommenen Zuges einen wohlbeleibten Herrn, in dessen recht fleischig ausgefallenerSitzgelegenheit" eine Heftzwecke steckte. Offenbar hatte er sich im Eisenbahnabteil auf diesen nützlichen Gebrauchsgegenstand gesetzt, ohne etwas davon zu verspüren.'Das war immer­hin recht merkwürdig. Der Beamte näherte sich unauffällig dem Dicken und drückte die Heftzwecke noch tiefer in ihreUnterlage" der Dicke aber rührte sich nicht. Daraufhin wurde er höflich ge­beten, sich einer Leibesvisitation zu unterziehen, die dann auch trotz seines wütenden Einspruchs vor sich ging. Mit dem Erfolg, daß man bei ihm um jene unempfindliche Stelle gewunden mehrere Me­ter feinen Stoffs für einen Herrenanzug fand. Kein allzugroßes Verbrechen aber die kleine Heft­zwecke hatte hier einen detektivischen Zweck erfüllt.

Es war einmal ein kleiner Spitz...

(ky) Budapest.

Rach einer wilden Jagd durch die Straßen Buda­pests gelang es dieser Tage der Budapester Polizei, zwei lang gesuchte Einbrecher zu fangen, wobei ein kleiner, weißer Spitz eine große Rolle spielte. Und

Lind k uschM-' die bei ren unk uttbreüer: trägt iw ! MM lieber k has ts is ffrt

Wp e da rede' nifö.6 entnommr ichimd zch slllnm, & h der chl der W 15 die H nbe Donk ib händig er @1*

(m) Marseille.

Vor kurzem ist in Marseille nach fast zweijähriger Abwesenheit der Forscher Francois Marechal ein- getroffen, in dessen Begleitung sich noch ein junger Mann befand. Beide sind die Ueberlebenden einer zwölfköpfigen Expedition, die auszog, um in Su­matra Jagd auf denBlauen Tiger" zu machen. DieserBlaue Tiger" ist ein Schmetterling. So be­haupten wenigstens die Eingeborenen auf Sumatra, denn gesehen hat man dieses märchenhafte Farben­wunder noch nicht, das im unwegsamsten Innern der Insel leben soll. Von diesem herrlichsten Schmet­terling der Welt hörte der französische Millionär Vaupert, ein leidenschaftlicher Schmetterlingssamm- ler. Er rüstete eine Expedition aus, die fast eine Million Franken kostete und die Aufgabe hatte, den blauen Tiger" zu fangen. Bei dieser Jagd auf ein Tier, das vielleicht nur in der Einbildungskraft der Eingeborenen besteht, da sie behaupten, daß der blaue Tiger" ein Geist fei, der sich nicht fangen lasse, tarnen zehn Mann ums Leben. Die beiden Ueberlebenden haben den Falter ebenfalls nicht ge- schn, so daß sie über das Aussehen dieses Tieres nichts sagen können. Es soll sich aber um einen der größten Vertreter seiner Gattung handeln, von Flü­gelspitze zu Flügelspitze soll er nicht weniger als 35 Zentimeter messen und sein Aussehen sei ebenso phantastisch wie sein Name. Marechal und seine Be­gleiter zogen aus, um diesen sagenhaften Schmetter­ling zu fangen, aber es ist ihnen nicht gelungen. Dafür schwebte über der Expedition von Anfang an ein merkwürdiger Unstern. Kaum hatte die Expe­dition den Hasen von Marseille verlassen, hatte sie schon den Verlust eines Menschen zu beklagen: ein Teilnehmer brach sich beim Fall auf der Schiffs­treppe das Genick. Bevor man in Sumatra an­langte, stürzte ein Mann über Bord und ertrank. In einer Hafenkneipe auf Sumatra hatte ein Dritter Streit mit einem Eingeborenen. Der Malaie stieß ihm den Kris ins Herz. Dann begab sich die Ex­pedition ins Innere Sumattas, und man hörte fast zwei Jahre nichts von ihr. Bis jetzt Maröchal be­richtete, wie es ihm ergangen ist: Fieber, feindliche Eingeborene, Infekten, Giftschlangen, giftige Pflan­zen und wilde Tiere setzten der Expedition furchtbar zu. Als sie die Gegend erreichten, in der derblaue Tiger" gesehen worden sein sollte, gerieten die Ex­peditionsteilnehmer in den Hinterhalt eines Ein­geborenenstammes, der nicht zulassen wollte, daß man denblauen Tiger" fing. Mit drei Ueberleben­den konnte sich Marschal retten, von denen noch zwei den Giftschlangen zum Opfer fielen. Jetzt ist Marechal zurückgekehrt, sein einziger Begleiter lei­det an schweren Nervenstörungen und er selbst kann heute nicht mehr begreifen, wie er es so lange in jener furchtbaren Gegend aushalten konnte. Säubert, der die Expedition ausrüstete, hat den Hinterbliebe­nen der toten Expeditionsteilnehmer eine Rente aus­gesetzt die unergründlichen Urwälder Sumatras haben ihr Geheimnis behalten.

Die Heftzwecke.

(rm) Madrid.

Auf einer Zollstation an der spanisch-französischen Grenze sah dieser Tage zufällig ein spanischer Zoll-

& Js SS Ä 1130^ untberJ Un|et; ttmpi raoet II

I eines' ' Schis iem Ws adnehs Don g; le tonitr. en, auf, 1 ln fein hrhundeii- Vetter ieder ein! orfes öurl Per c W L- einem gn 05 schM cungen r irben V

n Dber|W mit wch ut base

Rücksichtsloses Ourchgreisen gegenüber Gittlichkeitsverbrechern.

lllzey, 11.Juli. (LPD.) Durch eine mehr- tägige Polizeiaktion wurde Alzey und seine Umgebung von Volksschädlingen, die sich sittlicher Verfehlungen schuldig gemacht baidow., befreit. Der größte Teil der Feftgenom- nuuen wurde unter Haftbefehl gestellt und nach M.iinz in Untersuchungshaft gebracht. Einige wei- ktt Beschuldigte wurden in Schutzhaft genommen,

Dürfen wir inzwischen in Ihre Stube kommen?" fragte Wolfgang, den Marias Zusammenschauern ängstigte.

Freilich dürfen S', Herr Amselmann! Gehn S' nur eini. I mach bloß noch Feuer in der Bauern- ftubn. Dann trign S' einen Kaffee oder einen Tee--"

Ist fein Wein mehr im Keller?" fragte Wolf­gang, dem die Wärme, die ihm aus ßois Zimmer entgegenströmte, fast den Atem nahm.

Mehr als gnua, Herr Amselmann. Zehn Fla­schen oder zwölf. Wer hättn denn trunkn? Gebn S' acht, Freiln! Daß Ihnen der Waldl net den ganzen Pelz zerfetzt."

Maria raffte ihren Mantel zusammen, an dessen Pelzbesatz der eine der beiden Dackel zu beißen und knabbern begann. Den Rücken dem Ofen zugewandt, ließ sie sich dann von Wolfgang aus dem Mantel helfen.

Noch Angst?" fragte er, ihre kalten Hände rei­bend. ,Hier bleibst du völlig unbeläftiat. Wenn es irgend etwas zu berichten gibt, adressiere ich's an den Lois."

Ja, bitte, Wolfgang. Wenn nur die Sorge um Vater nicht wäre--"

Vorläufig ist sie überflüssig, Maria. Ich schreibe ihm, daß du hier bist, und daß er sich nicht im geringsten zu ängstigen braucht."

Man wird deinen Brief abfangen!"

Wolfgang wurde nachdenklich. Es würde sich sicher ein Weg finden, daß man Terry erreichte. Man hatte so viele Freunde in Köln.

So ist es recht", wandte er sich an Hornester, der zwei verheißungsvolle Flaschen auf den Tisch stellte.Glühwein ist das einzig richtige. Soll ich ein bißchen behilflich sein?"

Aber Maria hatte schon einen Tigel in der nie­deren Anrichte erspäht und trug ihn an den Tisch, wartete, bis Wolfgang die Flasche entkorkt hatte und schüttete dreiviertel des Inhalts hinein. Zimt und Nelken waren noch vom Sommer her da. So­gar eine Zitrone fand sich.Das wird ein Teufels« trankerl", schnalzte Lois, als ein herbfeiner Duft durch die Stube zog. Er brachte Gläser aus der Bauernstube herüber und schaute zu, wie Maria sie vorsichtig anwärmte. Ein Geschick hat's, dachte er, als sie den schweren dunklen Wein löffelweise in das Glas rinnen ließ. (Fortsetzung folgt.)

tue Schädigung weiterer kreise nicht zu erwarten. lPD. Frankfurt a. M., 11. Juli. Der Ober- tailsanwalt in Darmstadt hat gegen den Bank- »ir-lltor Erich D e f u, Vorstandsmitglied der Inon-Bank, Komm.-Ges. a. G., Berlin-Darmstadt,

thologische Examen zu Gießen, besuchte bann das Pi°diger-Seminar zu Friedberg und bestand das $n»ite theologische Examen in Darmstadt. Seine Amtstätigkeit sah ihn in Engelrod, in Beuern und btr.n in Großen-Linden. Als Vorsitzender der Hes-

Jfarrer i. R Schutte, 75 Jahre alt

= Großen-Linden, 13. Juli. Morgen feiert p(irrer i. R. Schulte seinen 75. Geburtstag. $ (irrer Schulte war 21 Jahre Seelsorger in Gro­ßen-Linden und erfreut sich bis zum heutigen Tage eir=r allgemeinen Beliebtheit. Gewohnheitsgemäß teuren die meisten Pfarrer nach ihrer Pensionie­rung ihrem Wirkungskreis den Rücken; dies hat vsirrer Schulte nicht getan, sondern hat sich in Tnßen-Linden ein eigenes Heim erstellt. Damit ba er seine Liebe zu Großen-Linden bewiesen. W.hrend seiner Dienstzeit wurde die hiesige Kirche un> das 1. Pfarrhaus renoviert.

Pfarrer Schulte, aus Düsseldorf gebürtig, be= Halte die Gymnasien in Mörs und Düsseldorf, tvierte an den Universitäten zu Bonn und Ber-

!lm die deutsche Kunstflugmeisterschast.

Stoer errang wieder den Titel.

Der erste Tag der deutschen Kunstflugmeister­schaft, die am Wochenende in München durchgeführt wurde, hatte stark unter dem dauernden Regen zu leiden. Von 15 gemeldeten Teilnehmern nicht erschienen war Erich Fritsch- Paderborn stell­ten sich 14 dem Starter. Die Teilnehmer begeisterten mit ihrer eleganten Sicherheit, mit der sie ihre Pflichtfiguren flogen. Verlangt wurden 10 Hebun­gen, u. a. Roller, Fächerturn, Kreiser, Ueberschlager und Doppelüberschlager. Diese Uebungen absolvierte der vorjährige Meister Willi Stoer am sichersten mit 120,6 Punkten vor Gerd A ch g e l i s - Berlin 108,66 Punkte, Trekle-Fürth 107,6 von Hageburg- Dresden 107,4, Ludwig Elflein-Königsberg 104,66 und Günter Friedrich-Breslau 103,5.

In großartigem Stil und mit meisterhaften Lei­stungen holte sich der deutsche Kunstflugmeister W. Stoer- Augsburg am Sonntag auf dem Mün­chener Flugplatz Oberwiesenfeld zum zweiten Male den Titeln Seinen schon am ersten Tag in den Pflichtübungen errungenen Vorsprung verteidigte er erfolgreich und kam schließlich auf die hohe Punktzahl von 800,16. Sein schärfster Gegner, Gerd Achgelis, bekam wegen eines Motordefektes feine Maschine nicht hoch und fiel somit aus.

Das Wetter hatte sich gegen den.Vortag nicht ge­bessert. v. Hagenburg - Dresden kam mit 677,13 Punkten auf den zweiten Platz vor Wendelin T r e k l e - Fürth und Friedrich (Breslau. Den fünften Platz belegte etwas unerwartet Ludwig Elfte in-Königsberg.

,3ut auf keinen Fall", meinte das Mädchen, sah ujjfeine Tändelschürze nieder und überlegte.Wenn iur nicht ins Zuchthaus kommt, der Herr Kom- »zyienrat. Alles andere ist nicht so schlimm."

Über immer noch schlimm genug", warf Ferdi- rnL ein,und man kann gar nichts tun, es abzu- BiiÄen. Ich habe siebentausend Mark Erspartes." »Ich fünf", sagte Betty.

Man könnt's Zusammenlegen."

,~lnb was bafür kaufen", ergänzte sie.Ein fi-t.s vielleicht. Müßt ja kein großes sein: ein paar mer, ein bißchen Garten 'rum. Weiter braußen niürlid), wo bie Häuser nicht mehr so teuer sinb. ii könnten sie bann hineinziehen. Besser ist's im» Mchin als nichts."

Ba!" sagte Ferbinanb und entdeckte, daß der grate Teppich an der einen Ecke etwas an der möe gelitten hatte. Man mußte ihn drehen, dann terr wieder eine andere Seite nach der Sonne hin liegen.Wenn es nur erst soweit märe, daß irr wüßte, wie es ausgeht, dann könnte man

ins Telephon unterbrach ihn.

x Diie oft würde das heute noch klingeln? Am pt'üi war's, man hängte es aus, aber dann ruckten F nnem wohl nacheinander persönlich auf den Leib, trnngten Antwort und wollten Auskunft auf bie sinnigsten Fragen haben.

sollten sie also anrufen. Mehr als man wußte, Ipnte man nicht sagen.

imfelmanns junger Verwalter Lois Hornester, l)as Wochenendheim in Grainau betraute, schau- ft zum fünften Male an diesem Vormittag den *äei| frei, der zur Straße führte. Bis er am -i^it angelangt war, merkte man schon nicht mehr, Iber Pfad eigentlich lief. Die Flocken fielen in AInr-Größe. Dazu blies ein kalter Wind, gegen d" weder Halstuch noch Strickweste Schutz boten.

!iafür war es drinnen in den kleinen Stuben,

net wieder flottbringen tätn. Soll i's gleich pro» biern?"

Wolfgang legte ihm die Hand auf den Arm und suchte in den ehrlichen, grauen Augen.Ich bin nicht allein gekommen, Lois".

Net? Ham S' den Herrn Bruder dabei?" Nein, Lois eine Dame."

A so!" lachte Hornester verständnisvoll.War­um auch net? Js ja Ihr Haus. Hat keiner was zu fagn, wen S' Ihnen da mitnehmen. Aber die Zer­friert ja, wenn f so lang in der Kältn sitzn bleiben muß. I schür den Ofen in der Bauernstubn an. (Blei is warm. Den Wagen lassen S' nur stehen, Herr Amselmann. Den schaff i schon eina." Damit lief er ins Haus voran, deren Tür er weit offen ließ.

Wolfgang kehrte zum Wagen zurück, öffnete den Schlag und nickte Maria zu:Komm! Der Verwal­ter ist ganz allein. Wir müssen klug sein. Er hält dick für meine Geliebte. Der läßt sich den Kopf abschneiden, ehe er dich verrät."

Ihre eben noch blassen Wangen zeigten ein bren­nendes Rot.Ich mache dir soviel Scherereien."

Es ist ja gar nicht der Rede wert, Maria! Komm jetzt! Wir müssen uns beide erwärmen. Ich muß auch bald wieder zurück nach München. Hyl- mar kommt abends nach Haus. Hast du alles?" wandte er sich noch einmal in den Wagen.Die Koffer kann der Lois holen nur deine Tasche, Maria."

Arm in Arm gina er mit ihr den verschneiten Weg nach dem Hause.

Lois kam mit einem Schwung fleingefpaltenen Holzes die Kellertreppe herauf und ließ feine Last vor Ueberrafchung beinahe auf den Boden fallen. So etwas! Das hätte der Steffen auch nicht gedacht, als er ihr damals auf der Straße den ka­putten Wagen zusammenflickte. Trotz dem Schleier und dem hochgestülpten Mantelkragen, hatte er Maria Terry sofort wiedererkannt. Da hatte ber Peter bamals boch so unrecht nicht gehabt: Trau ben Weibern nicht, Steffen!

Na, wenn auch! Ihn gings nichts an! Aber traurig war's. Freilich, ber Herr Amfelmann hatte patzig viel Gelb, unb ber Steffen war ein armer Teufel. Kein Wunber, baß er ba ins Hintertreffen geraten war.

lang, aber niemand wagte es, sich ben beiben außergewöhnlich starken Männern entgegenzustellen. Da riß sich ein kleiner Spitz, ben sein Herr an ber Seine führte, los unb setzte ben Verbrechern nach. Schnell hatte er ben einen gefaßt, biß unb kratzte ihn, unb obwohl sich der Verbrecher nach Leibes­kräften des kleinen Hundes zu erwehren suchte, konnte er boch nicht mehr entkommen, so daß ihn der herbeigerufene Polizist ohne Schwierigkeit fest­nehmen konnte. Der andere Einbrecher hatte sich während seiner Flucht nach seinemverunglückten

mbS)- eihe D°n ,

,freb E

. H-n-L ndschaf^

(en Nv el X M

Ä

,it P-W

i «'V tultn. ® fn JUi®

inflpK.r V

wenn man der Wahrheit die Ehre geben will, dann hat überhaupt der Spitz allein bie Einbrecher ge­faßt. Im Büro ber Ungarischen Förstervereinigung saß an einem Spätnachmittag Josef Mayer, der Sekretär ber Vereinigung. Plötzlich vernahm er aus dem benachbarten Kassenzimmer ein verdäch­tiges Geräusch, als ob jemand gerade damit be­schäftigt sei, den Gelbschrank aufzuknacken. Mit schlotternben Knien öffnete Herr Mayer ben Kassen­raum, als ihm auch schon zwei schwere Jungen entgegensprangen, ihn niederschluaen unb davon­liefen. Mayer rief um Hilfe, aber Der herbeieilende Hausmeister wurde auf die gleiche Weise erledigt. Die beiden Einbrecher liefen nun die Straße ent«

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Sterben die Känguruhs aus?

(ur) Sidney.

Dor ein paar Jahren erhoben die Tierfreunde Einspruch gegen die rücksichtslosen Jagdzüge, die bald hier, bald dort in Australien von Farmern oder Sonntagsjägern auf Känguruhs unternommen wurden. Die Folge war, daß ein zeitweiliges Jagd­verbot für Känguruhs erlassen wurde. Im letzten Jahre vermehrten sie sich so stark, daß man von einer regelrechten Känguruh-Plage sprach. Nun scheint plötzlich von anderer Seite eine Gefahr für die Känguruhs entstanden zu sein. Man beobachtet nämlich das Umsichgreifen einer bisher noch nicht be­obachteten Maul- und Klauenseuche unter den Känguruhs im Riverina-Gebiet. Die Tierärzte konnten bislang den (Erreger ber Känguruh-Krank­heit noch nicht ermitteln. Man befürchtet aber ein Uebergreifen der Krankheit auch auf andere Gebiete und im weiteren Verlauf eine ernstliche Bedrohung jener kuriosesten Tierart unserer Erde: des Kän­guruhs.

Es wird noch mit Federkielen geschrieben.

() London.

In unserem Zeitalter der Schreibmaschine oder zumindest des Füllhalters kommt kein Mensch auf den Gedanken, daß es immer noch Leute gibt, bie mit Feberkiel schreiben und daß es auf ber Welt noch jemand gibt, der sich mit der gewerbsmäßigen Herstellung dieser romantischen Schreibwerkzeuge befaßt. Und doch ist es so. Mr. Grey Barton in Peckham in England stellt jährlich viele Tausende von Federkielen her und versendet sie in die ganze Welt. Die kostbarsten unter den Federkielen sind die aus Schwanenfedern. Grey Barton hat wäh­rend seiner langjährigen Tätigkeit aber nur einen einzigen Federkiel aus einer Pfauenfeder für einen Adeligen zur Hochzeit hergestellt. Dieser züchtete nämlich auf feinem Gut Pfauen und wollte zur Unterzeichnung feines Hochzeitsvertrages keine an­dere Feder benützen, als den Kiel eines feiner Pfauen.

Wenn die Lehrerin heiratet..

(bn) Oslo.

Ein merkwürdiger Schulstreik ist in einer kleinen Dorfschule in ber Nähe von Tronbheim in Nor­wegen ausgebrochen. Die (Eltern weigern sich, ihre Kinber in die Schule zu schicken, weil sich die Leh­rerin verheiratet hat. Gegen eine Heirat an sich haben die (Eltern ja nichts einzuwenden. Es stört sie jedoch, daß der Mann der Lehrerin fast ein Schulkamerad ihrer Kinder sein könnte: er ist nämlich erst 18 Jahre alt! Die Lehrerin ist 40 Jahre alt, Witwe und Mutter mehrerer Kinder. Die Schulbehörden haben vergeblich versucht, die entrüsteten (Eltern der Gegend umzustimmen. Sie befinden sich in einer schwierigen Lage, da ja im Gesetz nicht vorgeschrieben ist, in welchem Alter ein Mann sein muß, um einen würdigen Ehegatten für eine Lehrerin in der Nähe von Trondheim ab­zugeben. Jetzt ist ein Schuldirektor in dasAuf-

von denen ihm zwei zur Verfügung standen, desto molliger. Der grüne Kachelofen war mit Buchen­scheiten vollgestopft. Die sprühten und knackten, das einem das Herz im Leibe lachte.

Vom Fenster aus sah sich das Flockentteiben ganz luftig an. Wer sich unterwegs befand, mochte es weniger vergnüglich finden. Don der Zugspitze war nichts mehr zu sehen. Zwanzig Meter hinter dem Garten erhob sich eine graue Wand dahinter lag der Gebirgsstock. Am Schneeferner machten sie sicher ein gutes Geschäft, wenn es so weiterging.

So ein Blödsinn! dachte Hornester, als sich Mo­torengeräusch durch die Stille Bahn brach. Bei dem Wetter! Der hatte auch kein Gefühl für seine Maschine. Die konnte ja nett aussehen, bis er sie wieder zu Hause hatte. Er wunderte sich nicht im geringsten, als der Wagen fünf Meter vor der Gartentür ftetfenblieb. Der sollte schon viel früher im Schnee verschwunden sein, viel früher, so etwa zwischen Garmisch und ...

Was war denn das? Der Herr, der aus der Tür krabbelte, ging geradewegs auf das Tor zu, probierte und schon war er drin. Die beiden Dackel bellten wie besessen, schnupperten und bra­chen dann in ein Geheul der Wiedersehensfreude aus.

Da sollte doch gleich!

Lois Hornester stand schon am Gartentor. Jessas ber Herr Amselmann! A so a Ueber- raschung!" Er nahm bie leberbehanbschuhten Finger in feine Pranke unb schüttelte ben Kopf.Sie sinb ja nett wenig berfrorert! Gehn S' nur geschwind rein, Herr Amselmann. I hab's warm. Gleich berfangen S' Ihnen wieber. Das ist ja auch a Diecherei, bei biefer Kältn."

Ist niemand hier?" fragte Wolfgang und wies nach dem einstöckigen Bau.

Kein Mensch! I bin ganz alleinigs."

Ich habe nur gedacht, daß vielleicht einer unserer -Bekannten--'

21 wo!" lachte Hornester.Her täf denn kom­men jetzt? Die fürchten alle den Schnee und die Kältn. Und die Weg sind auch nimmer so, daß man grab mir nix btr nix herfahren könnt. Js es leicht ftednbliebn?" fragte er, nach bem Auto beutenb, besten Dach von Den Flocken bereits zu- gebeckt war.Macht nix", tröstete er,ben friegn wir schon außer. Wär net schlecht, wenn wir ben

[ifeen Bereinigung für Volkskunbe hat sich ber ge- (ch tzte Geistliche große Verbienste erworben. Seine bejDnbere Liebe galt ber Lanbschaft bes Hütten- beiZS unb Großen-Linbens, um beren geschichtliche Trorschung er sich sehr oerbient gemacht hat.

schwerer Autounfall bei Büdingen.

Tübingen, 11. Juli. (LPD.) Auf der Laub- (tr'ße zwischen Büches und Büdingen fuhr am Fi itagnachmittag ein mit zwei Personen besetztes ll.to aus Berlin beim Ueberholen eines an» been Kraftwagens, als dieser plötzlich nach ber &ite abbiegen wollte unb ber Berliner Wagen ju: Vermeibung eines Zusammenpralls zur Seite Sei ssen würbe, gegen einen Baum. Der eine 3nnffe bes Berliner Wagens würbe babei schwer, Sei anbere leichter verletzt. Die beiben Ber­ieten wurden von den Insassen eines zufällig ba» (yei*ommenben anberen Autos bem Krankenhaus W-sführt. Der Kraftwagen würbe vollkommen zer- hrnmert >9 .

Landkreis Gießen.

' Lollar, 13. Juli. In der Kurve bei Kirch- üeg erlitt ein Arbeitsbienstmann, der mit dem UUorrab unterwegs war, einen Unfall. Mit erheb- fidEn Verletzungen wurde er in ärztliche Behand- lu'jg nach Gießen gebracht.

Kreis Alsfeld.

Deckenbach, 13.Juli. In ber Nacht zum Sinntag erlitt der hiesige 31 Jahre alte Steinrich- tci Willy Dorr durch einen Motorradunfall eine schwere Knieverletzung, sowie verschiedene Fleisch- wmden, die seine Ueberführung in die Chirurgische