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Montag, lZ.Zutt 1956
Wietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhetzen)
Ur. 161 Drittes Blatt
Großer Gporterfolg des Gießener Arbeitsdienstlagers
Gruppensporitreffen in Marburg. — Lager „Justus von Liebig" in Front.
Eigener Bericht des Gießener Anzeigers.)
Aus der Provinzialhauptstadt
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Zett von 3:50,5 Minuten, in der Entscheidung, die bereits eine halbe Stunde später gelaufen werden mußte, immer noch die gute Zeit von 3:52,2 Minuten. Zweiter Sieger wurde die Mannschaft von Biedenkopf mit 4:25,0 Minuten. An dritter Stelle kam Straßebersbach mit 4:30 Minuten ein
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Das Lager „Justus von Liebig" bestritt den Mannschaftsmehrkampf mit Truppführer Meinecke (Führer), Böcking, Seufferheld, Scherer, Herz, Koppelkamp, Truppführer Becker, Licht, Osada und Wagner. Jeder einzelne gab seine letzte Kraft. So war es der Mannschaft vergönnt, den Sieg in diesem vielseitigen Kampf zu erringen. Mit 794,4 Punkten standen die Gießener vor Dillenburg mit 790,8 Punkten an erster Stelle. Dritter Sieger wurde die Abteilung Biedenkopf. Die erzielten Leistungen waren umso erfreulicher, als für die Wettkämpfe nur wenig vorbereitendes Training möglich war.
Ein weiterer schöner Erfolg war der Abteilung 5/222 im Staffellauf (800, 400, 200, 100 Meter) beschieden. Ihren Vorlauf, deren drei zu bestreiten waren, sicherten sich die Gießener glatt und kaum weniger sicher auch den Entscheidungslauf.
Im Vorlauf erreichte die Gießener Mannschaft (Obervormann Nolte, Eckers, Annen, Becker) die
massierter Heerwurm, in dem da und dort schwarze Flecke auffielen, die neugeborenen Lämmer. Ohne zu zögern, sprangen auch sie über das Wasser, allerdings mit besonders lautem Schreien. Der Hund hat den Grabenübergang vielleicht achtmal wiederholt; er mußte ja vorn und hinten, hüben und drüben nach dem Rechten sehen, während der Schä- fer mit sich selbst genug zu tun hatte, um trockenen Fußes über die Furt zu kommen.
„So, jetzt können wir zwei Menschen ein bißchen stehenbleiben", sagte der alte Mann. „Hier wird sich die Herde auseinanderziehen; alle Schnucken zockeln zunächst einmal schnell und ohne zu fressen bis ganz vorn an die Straße; das ist eine alte Gewohnheit, und dann kommen sie gemächlich wieder herauf zu mir. Sie sind nämlich gar nicht so dumm, wie man sich Schafe denkt."
Es geschah genau so. Ich setzte mich auf einen Findlingsblock, schaute in die Nähe, wo am Boden zwischen der Flechte kleine Blümchen blühten, winzige wilde Stiefmütterchen. Ich horchte auf den Ruf des Brachvogels, und immer wieder ging mein Blick hinauf zu den weiß leuchtenden Zugwölkchen im blauen Dom des Himmels.
Plötzlich hebt der Schäfer, der — auf seinen Stab gestützt — die ganze Zeit reglos verharrte, den linken Arm, und im gleichen Augenblick saust der im Heidekraut liegende Hund nach links davon, ein Motor von Kraft und Schnelligkeit, aber mit zielbewußtem Handeln. Er umrundet die weit verteilte Schnuckenherde, treibt sie — ohne daß er auch nur ein Schaf berührt — konzentrisch zusammen. Schon ist das Schnuckenvolk dicht gedrängt; weiter ziehn wir unsere Heidestraße, heute, wie es gestern war, und wie es morgen wieder sein wird im stetigen Gleichmaß
das Rebhuhn genannt wurde: „Das Raphuhn mit dem Schnabel pickt, / Daß mancher drob zu Todt erschrickt." Ein 12-Pfünder von 1580, der die Schlange heißt, erklärt seinen Beinamen folgendermaßen': „Die Schlange hat ein scharff Gesicht, / Dafür hilft Panzer und Harnisch nicht." Beliebt war die Benennung „Die Nachtigal" für die Donnerbüchsen, da sie den Feinden „gar lieblich" sangen. „Will niemand singen / So sing aber ich. / lieber Perg und Tal / Hört man mein Schall", steht auf einer Kanone von 1544. Ein Harnisch im Waffensaal des Berliner Schlosses trägt folgenden Spruch: „Auf Gotts Gewalt / Hab ichs gestalt, / Er hat gefüget / Was mir beweget." Von den zahlreichen Schwertinschriften sei nur eine genännt, die sich auf einer Klinge von 1643 befindet: „Zieh mich nicht heraus ohne Noth / Steck mich nicht ein ohne Ehre."
Letzte Erinnerungen an Valentina.
In einem großen Versteigerungslokal von Turin drängte sich kürzlich eine große Menge; es waren keineswegs nur Damen, die eine leidenschaftliche Verehrung für einen großen Filmstar beherrschte, sondern man sah auch eine große Zahl Männer, die dem sich bietenden Schauspiel mit goßer Aufmerksamkeit folgten. Der berühmte amerikanische Rudolph Valentina, der vor einigen Jahren von einer Krankheit dahingerafft wurde, hatte in Turin „Erinnerungen" zurückgelassen, die nun versteigert wurden: den Inhalt von drei großen Koffern, die der Schauspieler bei der Durchreise durch diese Stadt im Jahre 1927 einer Expedition zur Aufbewahrung hinterlassen hatte. Toilettengegenstände, verstaubte Bürsten, leere Flaschen und eingetrocknete Schminkpn, Krawatten, die heute sehr unmodern wirken, Kleidungsstücke aus einer anderen Zeit, alles Sachen, die einst von dem Mann getragen wurden, der viele Frauenherzen in der Welt einst schneller schlagen ließ, waren aus den drei Koffern ausgegraben worden, in denen sie neun Jahre geruht hatten. Die Versteigerung sollte die Kosten der Aufbewahrung und der Versicherung decken, die in neun Jahren einen ansehnlichen Betrag erreicht hatten. Aber um diese Summe zu erreichen, brauchten die einzelnen Stücke nicht hoch angesetzt zu werden, und die Bewunderinnen Valentinas konnten eine Erinnerung sehr billig erstehen. Für fünfzehn Lire erhielt eine einen ganzen Anzug in grau- blauem Seinen, für zwei Lire eine andere ein Paar Reithosen; für zwölf Taschentücher zahlte man 150 Lire, während man ein paar Vorhänge für zwei Lire nach Hause mitnehmen konnte.
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hellen Stimmchen das Konzert der Großen über* tönen.
Nach einer Viertelstunde schließt sich die Stalltur hinter der letzten Schnucke. Handschlag wird mit dem alten Schäfer getauscht, der nun seinen langen, schweren Wettermantel ablegt, den Schippenstock an den Nagel hängt und als nächstes seinem Hund die Mittagsmahlzeit besorgen will. Erst dann kommt der eigene Magen zu Recht.
„Was haben Sie denn in dem Sack mitgebracht vom Heidegang?", frage ich. Verwundert über meine Unwissenheit brummt der Schäfer: „Ein Lamm, das heute morgen beim Weiden geboren wurde. Ich habe mir die Mutter mit. Bindfaden am Ohr vermerkt; sie bleibt heute nachmittag im Stall zurück, damit das kleine Lamm erst mal in Ruhe trinken kann. Uebermorgen gehen sie dann beide wieder mit hinaus"
Manchen Tag bin auch ich mit diesem struppig weißbärtigen Schäfer über die Heide gewandert. Ich sah die schmalen Pfade, die von den zierlichen Füßchen der Schnucken ausgetreten worden sind und sich im Zickzack durchs Heidekraut schlangeln; ich sah kerzengerade Wacholder und wild zerzauste, einzelne hier, dort wohl hundert zusammengedrängt in vielerlei Gestalt.
Der Schäfer zeigte nur, wieviel Ueberlegung und Wissen auch zu diesem so einfach scheinenden Handwerk gehört, und während wir plaudernd miteinander dahinschritten, eingewoben in das knirschende Geräusch der hart rupfenden Tiermäuler, sah ich, daß die Herde plötzlich von selbst einen Bogen nach links schlug und auf eine Kuhle zulief, aus der einige Schirmkiefern mit dunkelgrünen breiten Kronen emporragten. Nur vier ober fünf Schnucken hielten den alten Kurs; der Hund brauchte gar kein Kommando: aus sich heraus verließ er feinen Platz dicht beim Schäfer, flitzte wie em abaeschos- fener Pfeil davon, holte in Sekundenschnelle die Außenseiter zurück und stand auch schon wieder am alten Platz neben dem Schäfer, der äußerlich von dieser Ordnungsarbeit keinerlei Notiz genommen hatte.
Ich selbst beschleunigte meinen Schritt, nachdem ich bemerkt-, daß hinter der Kuhle em Was,er- graben lief, über den offensichtlich tue H-rde wegschreiten mußte. Dies geschah mit verblüffender Selbstverständlichkeit. Schon bildeten die Schnucken eine schmale, langgezogene Marschformation die großen Böcke mit den mehrfach gewundenen Schneckenhörnern sprangen Zuerst über den Gra- ben, und hinterdrein polterte das Gefolge, die Jahr- : linge und die Mutterschafe, ein filbergrauer, eng
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Dann wurden die sportlichen Wettkämpfe gönnen, die zum Teil schon am Vormittag Samstags in Angriff genommen waren. Der Vormittag hatte den Gepäckmarsch für den Mannschaftsmehrkampf gebracht. Der Marsch führte mit 25 Pfund Gepäck über 12 Kilometer. Bei 8 Kilometer der Strecke gab es einen Keulenzielwurf und am Schluß ein Kleinkaliberschießen zu erledigen. Schon hier konnten sich die Gießener hervortun. Am Nachmittag wurden für den Mannschaftsmehrkampf das Kugelstoßen, der Weitsprung und der Keulenweitwurf bestritten. Die Gießener Arbeits- dienstkameraden vermochten sich dabei weiterhin an der Spitze zu behaupten, obwohl andere Mannschaften auch ausgezeichnete Könner in ihren Reihen hatten. Am Sonntagnachmittag finden dann der 100-Meter-Lauf und der Hindernislauf statt, die von vielen interessierten Zuschauern verfolgt wurden. Der Hindernislauf stellte hohe Anforderungen. Es waren Hürden zu nehmen, es gab Schwebebalken über eine tiefe Grude zu nehmen, eine Kriechübung, die Ueberwindung eines Drahtverhaues und einer Steilwand waren gefordert und ver-
Ltnks: Die Mannschaft des Gießener Arbeitsdienstlagers, die den Mannschaftsmehrkampf gewann. — Rechts: Gießener Arbeitsdienstmänner beim Vorbeimarsch am Führer des Arbeitsdienstgaues Hessen-Nord, Oberstarbeitsführer Neuerburg. (Aufnahmen s2s: Neuner, Gießener Anzeiger.)
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M iten Sieger.
'edes der neun Lager der Gruppe hatte Mann- id iten zu stellen. So waren also die Kameraden jo Dillenburg, Biedenkopf, Braunfels, Wetter, Aßen, Wickftadt, Straßebersbach, Damm und 01 denbach am Start. Schauplatz der Kämpfe war )h Marburger Kampfbahn, ideal an der Lahn ge- le| n, umrahmt und überhöht von Schloßberg und unsren bewaldeten Höhen. Das Wetter war nicht in; ünftig. Gewitterregen gingen während beider toje mehrere nieder, ohne indes wesentlich zu stö- rer Der Führer des Arbeitsgaues Hessen-Nord, Dbi rftarbeitsfübrer Neuerburg, nahm am sportlichen Geschehen regen Anteil. Partei, Wehrmacht iinl Behörden waren zahlreich vertreten. Am ScTmtagnadjmittag säumten viele Volksgenossen bie Kampfbahn. Mädchen des Marburger Hinter- loröes verschönten mit ihren bunten Trachten das BiD. Die Wettkämpfer selbst, im gleichgearteten Sportdreß des Arbeitsdienstes, traten zu jeder Etenbe der beiden Tage m voller Disziplin auf.
Paradeaufstellung — Vorbeimarsch.
Der Samstagnachmittag brachte zunächst eine Imp ofante Heerschau aller Abteilungen auf der Bur- Mwiese. In Paradeaufstellung boten die Mann- ften einen begeisternden Anblick. Der Oberst- Mcitsführer schritt die Fronten ab. Dann zeigten Hi die Mannschaften auf einem langen Marsch bud) die Stadt der Marburger Bevölkerung. Vor ben Museum in der Biegenstraße gab es den Vor- bemarsch am Führer des Arbeitsgaues XXII (^ssen-Nord) Oberstarbeitsführer Neuerburg. Di Mannschaften machten auch hier einen vor- glichen Eindruck Auch die Gießener Abteilung,
Alte beuffche Wafferiinschriffen
Der reiche Schatz volkstümlicher Dichtung, der in den vielen Inschriften auf Häusern und Geräten aufgespeichert ist, bringt die kernhaft tüchtige und humorvolle Gesinnung unseres Volkes so recht zum Ausdruck. Auch die Waffen trugen früher ihre sinnvollen Inschriften, und besonders die Kanonen waren damit verziert. Manche der Geschütze des Berliner Zeughauses enthalten solche Sprüche. So steht auf einem 24-Pfünder von 1677: „Wann man mich in Zorn gebracht, / So beweis ich meine Macht." Ein anderes Geschütz von 1691 spricht: „Friedrich, dem der Sieg gegeben, / Laßt das Volk in Freuden leben." Manche der Kanonen erläutern ihren Namen, so eine kleine Kanone von 1566, die
Zunstgesellen.
Jeden Morgen begegnen sie mir. Immer zu derselben Zeit, wenn kurz vor Arbeitsbeginn der Straßenverkehr lebhafter wird und in den Fabriken bereits die Maschinen auf fleißige Hände warten. Mag an der Straßenecke der Strom der Passanten noch so drängend sein: ihre Gestalten tauchen nicht unter, sie bleiben sichtbar, solange ihr fester Schritt auf dem Bürgersteig widerhallt.
Ein Wunder ist es nicht, denn sie zeichnen sich vor allen anderen aus. Der eine von ihnen trägt einen hohen Zylinder, und der andere einen schwarzen Schlapphut, dessen Ausmaße an ein Wagenrad erinnern. Dazu stecken sie beide in einer kurzen, schwarzen Samtjacke und in Hosen, die sich nach unten zu mächtig weiten.
Es sind Zimmerleute, die irgendwo auf einem Bau arbeiten. Junge Zimmerleute, denen die Gesundheit auf dem Gesicht geschrieben steht, und die mit stolzem Selbstbewußtsein ihren Weg gehen. Von den Vorübergehenden werden sie häufig erstaunt gemustert, aber das stört sie nicht; sie tragen ihre Tracht wie etwas Selbstverständliches.
Ein Stück Romantik wird von ihnen in das Straßenbild getragen. Etwas von jener gemächlicheren Zeit, in der der Handwerkertracht größere Bedeutung zukam, und in der das Wort Handwerksbursche noch seinen ursprünglichen ehrenden Sinn besaß. Etwas von jener Zeit, als das Zunftwesen in goldener Blüte stand, und der Meister in seinem Fach als eine Persönlichkeit von Rang und Ansehen geschätzt wurde.
Die beiden Zunftgesellen halten sich auch jetzt noch etwas darauf zugute, zünftig zu sein. Und sie tun es mit Recht. Ihre Tracht entspringt nicht irgend-
geführt von Oberfeldmeister Lösch, fiel angenehm auf.
Die sportlichen Wettkämpfe.
einer Laune oder Spielerei, sie ist vielmehr gutes altes Brauchtum vergangener Zeiten und beansprucht daher auch in der Gegenwart geziemende Anerkennung. Sie sind ehrsame Gesellen eines ehrsamen Handwerks. Und wie zur Zeit der Zünfte der junge Geselle einige Jahre in der Fremde weilen mußte, um sich den Wind um die Nase wehen zu lassen, so pflegen sie es auch heute noch. Ja, sie halten es in der Handhabung dieser Gebote sehr streng, und sicher hat diese strenge Zucht, die sie freiwillig auf sich nehmen, ihre besonderen Werte.
Wie ihre Tracht, so entspricht auch die Wanderschaft, die sie kreuz und quer durch die Lande führt, ihrem Brauchtum. Ein schmales Bündel birgt dabei ihr ganzes Gepäck, und im übrigen vertrauen sie neben ihrem Knotenstock dem jugendlichen Drange unb ihrem handwerklichen Können, das überall gebraucht wird, wo schaffende Hände sich regen.
So gehören sie trotz ihrer romantischen Tracht zu unserer Zeit, die erfüllt ist von der dröhnenden Sinfonie modernen Gestaltens. Unh von allen denen, die täglich zu diesem Gestalten beitragen, werden sie gewiß nicht die schlechtesten Arbeitskameraden ftin.
Dornotizen.
Tageskalender für Montag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Peter Ibbetson".
Zn einem Monat 1900mal geholfen.
NSG. Die Sozialabteilung der Deutschen Arbeitsfront, Gau Hessen-Nassau, berichtet über ihre Tätigkeit im Monat Juni 1936:
Es wurden durch diese Abteilung im Monat Juni rund 1900 Fälle bearbeitet und erledigt. So wurden aus Notstandsgebieten Facharbeiter in an-
durchweg Hervorragendes. Die Leistungsunterschiede beliefen sich jeweils auf nur wenige Minuten. Den Sieger stellte hier das Lager B r a u n f e l s mit der Zeit von 3 Stunden und 11 Minuten. Gießen folgte als zweiter Sieger mit 3 Stunden 17 Minuten. Dritter wurde mit 3 Stunden 19 Minuten die Abteilung Straßebersbach. Jede der 9 Abteilungen hatte einen Führer und drei Mann zu stellen. Gießen bestritt den Marsch mit Truppführer Hubenthal, Pilger, Bamberg und Rohr. Die Strecke führte über Marburg, Weißenstein, Goßfelden, Göttingen und über Cölbe nach Marburg in die Kampfbahn zurück. Die Mannschaften wurden herzlich begrüßt und gefeiert.
Der übrige Verlauf des Nachmittags brachte noch Grund- und Kugelgymnastik, die mit einer Exaktheit durchgeführt wurden, wie man sie selten zu sehen bekommt. Anmarsch und Abmarsch hierzu vollzogen sich in einer ganz erstaunlichen Disziplin und harmonischer Ordnung. Das Gießener Lager nahm mit 60 Mann daran teil.
Ein „lebender Rasen" brachte unterhaltsame Leibesübungen, die jede Abteilung nach eigenem Willen gestaltete.
Ein H a n d b a l l s p i e l zwischen der Mannschaft der SA.-Standarte Jäger 11 und der Elf der RAD.-Gruppe 222 endete mit einem 10:7-Sieg der SA.-Mannschast.
Nach der Siegerehrung, zu der alle Mannschaften antraten, fand man sich zu einem Kameradschaftsabend in den Stadtsälen ein. Am Samstag hatten alle Arbeitsmänner der Gruppe eine Aufführung der Marburger Festspiele besucht.
Lchnuüen ziehn über die Heide.
Don Paul Eipper.
Schnucken, Heidschnucken: das sind — zoologisch Krochen — mittelgroße Schafe mit buschig ab- fieienben meist silbergrauem Wollvlies und zierlich ihnen, schwarzen Beinen. Ihre Augen blicken tem- reamentvoll aus den dunklen, verhältnismäßig schmalen und langen Köpfen; man merkt schon bei iei ersten Begegnung mit diesen lebhaften Hauste en der Lüneburger Heide, daß sie noch viel Ur- (p längliches vom wilden Vorfahr in sich tragen, ton wetterfesten Bergschaf.
Ls gibt auch nur ganz wenige Tage im Jahr, an lenen die Heidschnucken im Stall bleiben; sie wollen fe:ts schon beim Frühlicht hinaus, wollen wandern {nD im Wandern ihre Nahrung suchen. Ob Sonnen- xlut, ob pfeifender Wind, die Schnucken ziehn ib-r die Heide, Stunde um Stunde, Tag um Tag, ihi ganzes fiebert lang.
Wenn wir sie besuchen wollen im schönen Nieder- Wenlanb, müssen wir manche Zeit über Feldwege wcndern, deren Sandboden in der Sonne flimmert bi» flüssiges Gold. Wir können dabei mit den Birten Zwiesprache halten, ihre wippenden Honge- Mt?iqe grüßen und die zartgrünen, Ilchtdurchschei- M«den Kronen; es gibt keinen Baum, ber besser iic Heidewege säumen würde; keiner ichwmgt oleichermaßen mit bis in die unendliche Ferne; Fein innerer leuchtet so wie eben die Birken und ihre lom Sturm gekurvten schneeig weißen Stamme.
Weit hinten, eingebettet in der flachen Heide, (teilt irgendwo eine dunkelgrüne Insel auf, em Hochländer Hain von knorrigen Eichen, spitzen Tan- K, breiten Kiefern. Diese °lt°hrwurd,gen Raume heuten enge Gemeinschaft, schließen H W ™1 $TL zuammen, sind seit Jahrzehnten, teils seit Jahr- hunderten, gute Hüter des einsamen Heldehofes. der - wenn wir nun näher kommen - strohgedeckt im) wuchtig vor uns liegt.
ist Mittag geworden. Von rechts bringt vielstimmiges Blöken; eine Staubwolke wandert über Straße; die Schnucken kommen zur Mittagsrast ''Schnell vor ans Hofgatter! Lau. bellend springt 1 ler kleine rote Schäferhund an uns Epor. Die Be grHßung ist nur kurz; er hat gerade letzt viel Arbeit, ! |i< feine Schützlinge alle im Stallraum sind. Seit Urigen Tagen sichren die Schnuckenmutter ihre ’ üornmer bei sich, zierlich kleine,
li( trfrUä und quer umherhupfen und dauernd mit
Die Veranstaltung nahm dank der ausgezeichneten Organisation und der raschen Durchführung einen sehr anregenden Verlauf. Durch die Tatsache, daß jeweils nur die Mannschaft als Gesamtheit bewertet wurde, gab es manchen Beweis echter Kameradschaftlichkeit. War das Sporttreffen für die gesamte kam Stratzebersbach mit 4:öu uemuren em. Gruppe eine aufschlußreiche Prüfung auf dem Ge- Im Gepäckmarsch über 25 Kilometer leiste- biete der ßeibesubung, so war es für unser Gieße- ten die Mannschaften der einzelnen Abteilungen fast I ner Lager „Justus von Liebig em Sondererfolg.
Die Gruppe 222 des Reichsarbeitsdienstes hielt an Samstag und am Sonntag in Marburg ein 5 irttreffen' ab, Las sich zu einem schönen Erfolg be gesamten Gruppe, insbesondere aber zu einem Snbnis für das Arbeitsdienstlager „Justus von c »big" in Gießen gestaltete. Einhellig und ae )(os waren die Kameraden der anderen Lager üUchließlich der Führerschaft, der Meinung, daß .( eßen ganz groß" sei! Es war auch so. Die Hinnen des Gießener Lagers konnten sowohl den Dl niischaftsmehrkampf, wie auch die Olympische fiel gewinnen. Im Gepäckmarsch stellten sie den


