Wandern und Reisen ♦ Bäder und Sommerfrischen.
Zunifahtt auf dem Inn.
Bon E. Trost
Hallo — es ist nicht so ganz einfach, alle für eine mehrtägige Fahrt im großen, zweisitzigen Faltboot nötigen Dinge einzukaufen, zusammenzustellen, zu verpacken und zu verstauen, — und dabei nicht etwa zu guter Letzt noch das Wichtigste zu vergessen! Aber endlich ist doch alles so weit, der Wetterbericht meldet blauen Himmel, Wärme und sonst noch alles, was dem Faltbootfahrer erwünscht und vorteilhaft erscheint — und so ziehen wir denn am Samstag um die Mittagszeit los.
Zuerst ein Stück mit der Eisenbahn. An einer kleinen Tiroler Station wird ausgestiegen und das zusammengeklappte Boot samt Zubehör auf seinem Zweirädergestell verstaut, die Rucksäcke werden um» gehängt, und dann beginnt der knapp einstündige Fußmarsch bis zum Ufer des Gebirgsflusses. Dort wird das Faltboot zusammengesetzt, und zwar sehr sorgfältig, denn ein kleiner Fehler in der Zusammenstellung der Stäbe und Spreizen kann unter Umständen zur schweren Lebensgefahr werden. Ein paar Kissen kommen ins Boot, das Zelt und die Schlafsäcke für das Biwak unter freiem Himmel, ferner der Gummikoffer mit der Stadtkleidung. Der praktische Dreß der Paddler, kurze Satinhose und weißes Trikothemd, wird angelegt — und wenige Minuten später schaukelt unser Boot draußen auf dem Strom, dem Inn, der hier schon leidlich ruhig und gemächlich seines Weges zieht.
Rattenberg am Inn, vor dem es gilt, an einem bösen Strudel alle fahrtechnische Geschicklichkeit zu beweisen, ist das erste Städtchen, welches wir passieren. Wie ein lebendig gewordenes Bild des Mittelalters schmiegen sich die uralten, flachbedachten Häuser an den Festungsberg — doch schon sind sie vorüber und der Blick kann ungehindert über die massive Mächtigkeit des Sonnwendjoches und der Kundler Berge schweifen. Rasch geht es dahin auf den graublauen Wellen, über die allmählig erste Abendschatten herabsinken. Drüben leuchten, noch eisbedeckt, die Kitzbühler Alpen, die Hohe Salve grüßt herüber, an den Dörfern Wörgl, Kirchbichl und Langkampfen gleiten wir vorbei — und dann ist da das Kaisergebirge und Kufstein, das von der ehrwürdigen Feste Geroldseck malerisch bekrönte Grenzstädtchen Tirols. Dort muß die Zollrevision überstanden werden — und dann, nachdem die Pässe in Ordnung befunden worden sind, können wir drüben, schon auf bayerischem Boden, für diese Nacht das Zelt aufschlagen.
Faltbootfahrer stehen immer ein wenig außerhalb der bürgerlichen Ordnungsgesetze — das bringt die ganze Sachlage so mit sich — und bald knistert rasch gesammeltes dürres Holz im lodernden Lagerfeuer. Etliche Jnnfischlein, unterwegs mit der Schleppangel erbeutet, werden mit Butter bestrichen, in der glühheißen Asche in Salbeiblättern gebraten und munden vortrefflich zu frischem Butterbrot und einer großen Flasche Tiroler Roten. Die Müdigkeit treibt uns bald ins Zelt und in die warmen Schlafsäcke, über uns leuchten die Sterne, Grillen zirpen — und das Gebell der Hunde im Dorf drüben am anderen Ufer verfolgt uns bis in den tiefen erquickenden Schlaf.
Am andern Morgen in aller Frühe — verscheucht ein Bad im noch eiskalten Fluß restlos alle Spuren von Schläfrigkeit. Funkelnd und blitzend gleich Diamanten sprühen die Wassertropfen im Sonnenschein, rinnen silbrig über sonnengebräunte Körper und schaffen Hunger zum kräftigen Frühstück, das aus Tee, Schwarzbrot, Eiern, Obst und einer großen Konservendose voll köstlicher heißer Würstchen besteht. Hernach wird zusammengepackt, das Lagerfeuer sorgfältig ausgelöscht und weiter geht die fröhliche Fahrt, hinaus ins Voralvenland. Dann und wann kommen nicht ganz ungefährliche Krümmungen und Strudel, unter Brücken, deren Pfeiler vorsichtig umschifft werden müssen, geht es hindurch — man muß aufmerksam fahren und manchmal spritzen kühle Tropfenschauer hoch über das Boot. Allgemach wird der Fluß breiter und auch ruhiger. Freundliche Dörfer säumen die Ufer, in den Bauerngärtchen blühen Stiefmütterchen, Jasmin und jene zierlichen Sträucher, die der Volksmund „Blutende Herzen" nennt. Durch Wälder, in denen der Kuckuck ruft, durch grüne Auen und saftstrotzende, vergiß- meinnichtbesteckte Wiesen rauschen die flimmernden Wellen, und sonntägliches Glockengeläute klingt von den zwiebel- und spitztürmigen Landkirchen. Die schön und eigenartig geformten Voralpenberge Brünnstein, Heuberg und Hochriß und der sagenumwobene Wendelstein stehen im leichten, blaugrauen Dunste, der gutes Wetter verheißt — endlich, bei Neubeuern, dessen Schloß malerisch auf einem Hügel thront, gräbt sich der Inn sein Bett in die Moränenlandschaft der schwäbisch-bayerischen Hochebene. Die Innstadt Rosenheim taucht auf — dort stehen auf einer Brücke junge Leute und winken uns zu und ein breiter Flußkahn versucht uns einzuholen, doch geben die Insassen dieses Beginnen bald wieder auf.
Nach kurzer Mittagsrast in einem behäbigen Bauerngasthofe fahren wir weiter zwischen Weiden- und Birkenauen und breiten Sandbänken, an dem Städtchen Wasserburg, das der Inn von drei Seiten umschließt, vorbei und die vielen Krümmungen hinunter gegen Mühldorf.
Schwalben schießen hell zwitschernd über die im Lichte der untergeyenden Sonne goldrot leuchtenden Wellen — und nur selten kreuzen einmal etliche Fischerboote und Paddler unseren Weg. Unweit von Mühldorf haben wir früher schon einmal unser Lager aufgeschlagen und nach kurzem Suchen finden wir unseren altbekannten Biwakplatz auch richtig wieder. Wenig Leute scheinen seit dem vorigen Herbste hierher gekommen zu sein, denn die Steine der Feuerstelle sind noch aneinandergefügt und einige Pfähle, die wir zur Befestigung unseres
Zeltes in den Boden gerammt hatten, befinden sich noch am alten Flecke. Wieder wird wie gestern abgekocht, beim Scheine des langsam niederbrennenden Feuers noch ein wenig geplaudert — und dann nächtigen wir wieder — mitten in der tiefen Einsamkeit des Waldes, wo der Wind leise in den Bäumen säuselt, die Wellen raunend und murmelnd ans Ufer schlagen und nur ab und zu klagende Schreie eines Nachtvogels die wunderbare Stille stört.
Wanderfahrten.
Gießen—Wieseck—Hangelstein—Aspenkippel— Climbach—Allendorf.
Zu dieser Wanderung benutzen wir zunächst die blaue Dreiecksmarkierung, die am Justizgebäude beginnt. Sie führt uns über die Wiesen, im Volksmund „Gänseäcker" genannt, am Rande des Philosophenwaldes her durch Wiefeck, hierauf die Straße nach Altenbuseck entlang bis zur Ludwigsburg, wo sie in den Wald einbiegt. Wir überschreiten den Hangelstein, berühren alle bemerkenswerte Punkte, wie den schönen Ausblick über dem Steinbruch, die Felsenkanzel, Teufelskanzel, Unionslinde und kommen später über den Daubringer Paß, wo sich wiederum hübsche Blicke, zur rechten in das Busecker Tal, zur linken in das Lumdatal erschließen. Stets durch Wald gehend, treffen wir nach geraumer Zeit rote Punkte, die uns nunmehr, später gemeinsam mit blauen Strichen, den Weg zeigen. Kurz vor dem Waldausgang berühren wir noch den Aspenkippel, den wohlerhaltenen Krater eines basaltischen Vulkans und sind bald darauf in dem hochgelegenen Climbach, wo wir Rast machen können. Der Abstieg nach dem Endziel Allendorf bietet nochmals prächtige Blicke in das Lumdatal, auf Londorf, Nordeck, Winnen, den Leidenhofer Kopf und Totenberg. Wanderzeit 4Ve Stunden.
Gedern—Herchenhainer höhe—hoherodskopf— Schotten.
Mit Sonntagskarte Gedern—Schotten zurück fahren wir über Stockheim das liebliche Nidoertal aufwärts bis Gedern, durchschreiten das freundliche Bergstädtchen bis zum Schloßberg. Hier beginnt die aelbe Kreuzmarkierung, die uns bis zum Hoherodskopf begleitet. Durch Feld und Wald führt uns das Zeichen über die mit Felsen und Geröll bedeckte Alte- burg mit lohnender Aussicht nach Herchenhain, dem höchstgelegenen Dorfe Hessens. Unterwegs bieten sich schöne Blicke in das Niddertal mit den Dörfern Sichenhausen, Kaulstoß und Burkhards. Bald darauf haben wir auch die Herchenhainer Höhe erreicht, wo wir uns an der großartigen Fernsicht ergötzen. Auch dürfen wir nicht versäumen, dem stimmungsvollen Gefallenendenkmal des VHC. einen Besuch abzustatten. Im Vater-Bender-Heim am Fuß der Höhe sind Erfrischungen zu haben. Die weitere Wanderstrecke führt uns durch eine prächtige Vogelsberglandschaft zumeist über blumige Triften, zuletzt durch den Oberwald stark ansteigend hinauf zum Hoherodskopf, wo wir im Klubhaus des VHC. rasten können. Den Weg zum Endziel Schotten nehmen wir. grünen Ringen nach, über Breungeshain u. Michelbach. Dauer der Wanderung 5 Stunden.
„In Jene lebt sich's bene!" Kleiner Bummel durch eine TOOjährige Stadt.
Von Herbert Günther.
Vom 20. bis 28. Juni begeht Jena mit einer Reihe festlicher Veranstaltungen das Jubiläum seines 700jährigen Bestehens als Stadt.
Zur Feier des 700jährigen Stadtjubiläums von Jena treffen sich alte Jenenser Studenten in seinen Mauern, um gemeinsam dieses Fest zu verbringen. Dann wird die freundliche Stadt noch schmucker wirken als sonst schon und noch heller. Helligkeit nämlich scheint ihr besonderes Kennzeichen zu sein. Sie liegt in das weite Tal der blinkenden Saale gebettet, und die bewaldeten Kalkberge, die sich bis zu 250 Meter über den Fluß erheben, leuchten immer in weißem Schimmer.
In den ersten warmen Tagen stellt die „Göhre", das populärste Wirtshaus, Tische und Stühle vor die Tür, und zwar gleich bis halb über den Markt. Wer sich einmal auf diesem buntbewegten und doch friedlichen Platz in der Mitte der lebhaften Stadt einen Nachmittag hat bräunen lassen, wird die Glut dieser Stunden so leicht nicht wieder vergessen. Dort, in der „guten Stube" Jenas, werden sich viele Studienfreunde wieder begegnen.
„ Heber der Bronze-Statue des gutmütigen Kurfürsten Johann Friedrich befindet sich eins der „sieben Wunder Jenas": der Schnapphans des Rathausturms, der zum Vergnügen der bei den Klängen der Stadtkapelle Promenierenden mit dem Glockenschlag 12 Leben bekommt. Am hübschesten ist es am Markttage, wenn die Leute vom Lande unter ihren großen bunten Schirmen hocken, und der appetitliche Dunst der Rostbratwürste die ganze Stadt durchzieht. Dann schmeckt zu den Bratwürsten das Lichtenhainer Bier aus den althergebrachten Holzkrügen am besten.
Zu den anderen Wundern gehören die Durchfahrt unter dem Altar der Stadtkirche, der Jenzig (der höchste Berg der Umgebung, 386 Meter) und der berühmte Fuchsturm mit seinen „Rostbrätchen", einer Jenenser Spezialität. Aber Jena besitzt viel mehr Wunder als nur sieben! Welche reiche Geschichte hat es hinter sich! Im „Gasthaus zum schwarzen Bären" traf sich Luther 1522 als Junker Jörg mit den Schweizer Studenten, schritt auch 1524 an gleicher Stelle mit dem Bilderstürmer Karlstadt, und über 4V2 Jahrhunderte später wohnte Bismarck in demselben Hause.
Die Universität, 1558 gegründet, aus einer lutherischen Akademie entstanden und lange eine „Feste des wahren Luthertums", erlebte ihre erst Blütezeit unter der Leitung Goethes, als Schiller mit seiner unsterblichen Antrittsvorlesung: „Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte?" das Katheder bestieg und Fichte, Schelling, Hegel lehrten. Eine zweite Blütezeit schloß sich an: die Gebrüder Schlegel und Humboldt, Jean Paul, Tieck, Novalis, Brentano sind die erlauchten Gäste
der Stadt und machen sie — vor Heidelberg — zur Hochburg der älteren Romantik.
Zahlreiche Erinnerungsstätten an alle diese Größen der Dichtung und Wissenschaft finden sich noch heute. Am Fürstengraben, Jenas schönster Straße, unfern vom Botanischen Garten, vom Alten Kol- legiengebäude, der Universitätsbibliothek und dem Planetarium steht das efeubesponnene Haus des Buchhändlers Frommann, in dem Goethe Minchen Herzlieb, die spätere Ottilie seiner „Wahlverwandtschaften", kennenlernte. Im Schiller-Gäßchen finden wir die liebenswerteste von Schillers Jenenser Wohnungen, den Entstehungsort des „Wallenstein", mit dem Steintisch im Garten, der Schiller und Goethe so oft an bedeutenden Gesprächen sah.
Jena, 850 zum ersten Male erwähnt seit 1236 Stadt; besitzt viele mittelalterliche Bauwerke wie das Johannistor mit seinem „Käsekorb", einem Erker zur Ausstellung zänkischer Weiber, oder den Pulverturm. Eindringlicher aber sprechen von der großen Vergangenheit die vielen kleinen Namenschilder an den Häusern oder die Gräber aus klassischer Zeit aus dem überaus stimmungsvollen Alten Friedhof. Die Stadt sah alle jene hohen Geistestaten in Zeiten des Niederganges wie der Erhebung: Hatte sie 1806 die unglückliche Schlacht erleben müssen (den besten Blick über das Schlachtfeld gewinnt man an dem Wäldchen von Closewitz, nördlich des Napoleonsteines auf dem Windknollen), so geschieht hier 1815 die Gründung der deutschen Burschenschaft im „Gasthaus zur Tanne".
Naturwissenschaft und Technik bringen Jena seinen dritten Triumph. Drei Namen bezeugen ihn vor allem: Ernst Haeckel, Carl Z e i ß und Ernst Abbe. Emst Haeckel, der Verfasser der „Welträtsel", war fast 60 Jahre hindurch Professor in Jena, wo er die heute zu einem Museum ausgestaltete Villa Medusa bewohnte. Carl Zeiß, der Universitätsmechaniker, wurde Begründer der später weltbekannten optischen Werkstätten; sein genialer physikalischer Mitarbeiter Ernst Abbe rief 1889 die Carl-Zeiß-Stistung ins Leben. Durch diese selbstlose Verwendung ihres gesamten Reinertrages wurde er zum Wohltäter von Stadt und Universität. Obwohl Jena, vor allem durch seine Glasindustrie — Jenaer Glas ist weltberühmt — zu einer modernen Industriestadt wurde, die zugleich mit 60 000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Thüringens ist, blieb es doch eine gemütliche Universitätsstadt.
Zu den Vorzügen gehört nicht zuletzt Jenas reizvolle Umgebung. Zum Wandern auf Goethes und Schillers Spuren ladet die Verglandschaft ein. „Auf den Bergen die Burgen, im Tale die Saale", heißt es im Studentenlied; und schon Goethe rief: „Ich geh auch hier in Weimar weit und breit umher, doch läßt sich, wenn ich aufrichtig sein soll, der Gegend nichts abgewinnen, sobald man die jenaische gewöhnt ist."
Rutsch über die Werra...
Das war auf unserer letzten Fahrt ins Werra- tal. Wir lagen vor unseren Zelten und ließen uns die Strahlen der Sonne auf den Körper knallen.
Keiner sprach ein Wort. Jeder döste vor sich hin. Doch plötzlich wurde einer lebendig. Es war unser Dicker, den ich vorher schon beobachtet hatte, wie er seine Blicke zur Lagerumzäunung gleiten ließ und angestrengt nachdachte. „Kinder/ rief er jetzt, „ich fjabe eine Pfundsidee". Die anderen waren aufgewacht aus ihrer Döferei und guckten ihn verständnislos an. „Na und", meinte Fritz. Wie ist es denn, wenn wir aus dem Seil unserer Lager- umzäumung eine Seilbahn über die Werra machen würden, eine Rolle mit Haken ist auch da und ein Stück Holz als Griff werden wir auch noch finden. Alle waren begeistert. „Dicker, bist in Ordnung, wirklich eine Pfundsidee. Du muß nur den Lagerführer fragen, ob er das Seilabnehmen erlaubt. Warte, ich flitze hin", rief Heini. Alles wartete gespannt. Da kam auch Heini schon wieder zurück. „Genehmigt", rief er von weitem. Und jetzt! — los. Seilabnehmen und runter zur Werra war eins. Mit einem alten „Aeppelkahn", den Fritz aufge- ftöbert hatte, wurde das Seil zu einem am anderen Ufer gelegenen Zwetfchenbaum befördert.
Schnell hatten zwei Mann das 30 Meter lange Seil in der Krone des Baumes befestigt. Unser Dicker blieb drüben, um die Bahn auszuprobieren. Die anderen nahmen das Ende des Seiles im Kahn mit auf die andere Seite. Jetzt kletterte Heini am Baum hoch, faßte die Rolle, in deren Haken das Holz eingekeilt war. 20 Mann standen auf der anderen Seite und warteten auf das Kommando. Heinig war fertig.
„Haltemannfchaft anziehen", brüllte er.
Ein Ruck. In saufender aber gleichmäßiger Fahrt schoß der Dicke über die Werra. Jetzt war er noch fünf Meter vom Ufer entfernt. Immer tiefer kam er auf das Wasser, jetzt mochte die Höhe noch einen Meter fein. Doch da — jetzt konnte er sich nicht mehr halten. Ein Plums: mit den Füßen nach oben und dem Hinterteil im Wasser landete er am Ufer. Wir konnten uns vor Lachen nicht mehr halten. Er sah zu drollig aus.
Heini machte erst ein wütendes Gesicht, als wollte er jeden, der sich ihm näherte, erwürgen. „Gemeinheit, meine schöne trockne Hose, und das Hemd ist auch naß!" Doch dann konnte er dem Gelächter der Kameraden nicht widerstehen.
Fritz, der als nächster fuhr, gab das Kommando zum Seilanziehen. Dabei flüsterte Hans dem Dicken was ins Ohr.
Fritz schwebt gerade über der Mitte der Werra, als Hans und Heini mit Gewalt nach vorne stürmten und das Seil lockerten. Fritz schrie noch etwas und verschwand dann für Sekunden unter der Wasseroberfläche. Prustend und fluchend arbeitet er sich durch das kalte Wasser ans Ufer.^
Noch größeres Gelächter empfing ihn, als die Kameraden erfuhren, daß sich der Dicke gerächt hat, weil Fritz ihn vorher durch Lockern des Seiles mit dem nassen Element vertraut gemacht hatte. E. K.
Reisewinke.
Zuschlagkarten am Schalter lösen!
Wer mit der Eisenbahn fährt, weiß, daß Zuschlagkarten auch beim Schaffner im Zuge erhältlich sind. Diese Möglichkeit der Nachlösung ist jedoch nur als Ausnahme für solche Fälle gedacht, in denen der Reisende beim Umsteigen keine Zeit mehr hat, zum Fahrkartenschalter zu gehen. Trotzdem wird von der Nachlösemöglichkeit im Zuge neuerdings aus Bequemlichkeit in so großem Umfange Gebrauch gemacht, daß den Zugschaffnern durch diesen Fahrkartenoerkauf die Wahrnehmung ihrer sonstigen Aufgaben außerordentlich erschwert ist. Wer also beim Umsteigen noch genügend Zeit hat, unterstütze die Zugschaffner in ihrer schweren Arbeit, indem er sich die notwendigen Zuschläge am Fahrkartenschalter löst. Auf den größeren Bahnhöfen gibt es übrigens meist für diese Zwecke auf den Bahnsteigen im Dienstraum der Aufsichtsbeamten besondere Nachlöseschalter.
Postreisescheckhefte.
Die Postreisescheckhefte haben, wie die Pressestelle der Reichspostdirektion Frankfurt mitteilt, für den Reisenden große Vorteile. Sie können auf alle durch 25 (früher 100) teilbare Reichsmarkbeträge bis 2500 Mark ausgefertigt werden. Anträge auf Ausstellung eines Postreifefcheckhestes durch die Postscheckämter nimmt jede Postanstalt entgegen. Mit dem Antrag ist der Betrag, auf den das Heft lauten soll, gleichzeitig mit Zahlkarte einzuzahlen oder auf das besonders anzulegende Reifescheckkonto zu Überweisen. Von seinem Reisescheckguthaben kann der Berechtigte bei jeder Postanstalt oder bei den Bahnhofswechselstuben der Deutschen Derkehrs- Creditbank beliebige durch 25 teilbare Reichsmarkbeträge abheben. Postreiseschecks berechtigen bis auf weiteres nicht zu Abhebungen bei der Bahnhofs- wechselftube in Basel und bei den Poftanstalten im Gebiet der Freien Stadt Danzig. Als Ausweis dient der im Postscheckheft angegebene behördliche Ausweis mit Lichtbild und eigenhändiger Unterschrift.
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