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tete, seine Eltern und Großeltern zu Hause

er-

Großkundgebung der AS.-Irauenschast in der Volkshalle Gießen am Sonntag, dem 14.3uni, Beginn 45 Uhr

Ls sprechen:

Gaufrauenfchastsleiterin Westernacher

Gauorganisationsleiter Bickendorfs

Kreisleiter Zürtz -Lauterbach

Gaupropagandaleiter 7Nüller-§cheld. der ursprünglich zu dieser Kund­gebung sprechen wollte, ist leider durch anderweitige dienstliche Inanspruchnahme verhindert.

Wir machen nochmals alle Volksgenossen aus Gießen und Umgebung auf diese Kundgebung aufmerksam. Wer an den Fragen und Problemen unserer Zeit inter­essiert ist, wird die Gelegenheit nicht versäumen, diese Kundgebung zu besuchen.

Von allen Parteigenossen, Mitgliedern der Gliederungen und politischen Leitern erwarten wir, daß sie zahlreich an dieser Kundgebung teilnehmen.

Die Fahnen der Gießener Ortsgruppen sind mit je zwei Fahnenbegleikern um 14.50 Uhr vor der Volkshalle angetreten.

Eintritt 0,20 RTN. Vorverkauf täglich von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr in der Kreisgeschäftsstelle der NS.-Frauenschast im Hause des LasL Hettler.

Kreisleitung Wetterau der NSDAP.

.Auf Einladung des Festfolgeausschusses hat sich der 62 Fahre alte Freiherr Fritz Schenk zu Schweins berg in Kirtorf (Kreis Alsfeld) bererterklart, seinen Ahnherrn bei den < Addern und im Festzug

ustellen. In seinem Gefolge be- finoet sich außerdem als Knappe sein 14» z?cr zufällig den Namen ® uKn f r a 91. Heute, wo die Geschlechter­kunde wieder zu verdientem Ansehen gekommen ist,

wird es für Grünberg eine besondere im historischen Festzug Glieder dieses Uradels­geschlechtes mitreiten zu sehen.

Oienstjubiläum beim Amtsgericht Grünberg.

Grünberg, 13. Juni. Der Oberamtsrichter bei dem Amtsgericht Grünberg Karl Dölp duckt am 14. Juni auf eine 41jährige Dienstzeit Zuruck. Aus diesem Anlaß hat ihm der Führer und Reichs­kanzler seine besten Wünsche ausgesprochen und damit seinen Dank und seine Anerkennung für die dem Reich geleisteten treuen Dienste verbunden.

Am heutigen Samstagvormittag fanden sich nn Sitzungssaal des Amtsgerichts die Beamten und Angestellten des Gerichts zu einer schlickten Ehrung ihres langjährigen Amtsvorstandes zusammen, ju dieser Feier war auch der Präsident des Land­gerichts Gießen erschienen, der in seiner Ansprache die langjährigen treuen Dienste des Jubilars an Volk und Vaterland würdigte und ihm das Gmcr- Wunschschreiben des Führers überreichte.

Rätselhaftes Verschwinden eines 43jährigen Knaben.

± Nidda, 12. Juni. Seit Mittwoch 17.45 Uhr ist der 13jährige Schüler Reinhold Schwab, ein­ziges Kind von Wagenmeister Adolf Schwab im benachbarten Geiß-Nidda, auf rätselthafte Weise ver­schwunden und bis zur Stunde noch nicht gefunden. Er und zwei Gefährten von etwa 17 Jahren be- schäftigten sich mit Schießen von Spatzen vermit­telst eines Floberts. Zur bezeichneten Zelt verlieh er die Kameraden, da er, wie er richtig behaup-

warte. Diese, gegen 18.30 Uhr eingetroffen, legten dem Fehlen des Jungen anfangs eine Bedeutung nicht bei. Doch als er bei Anbruch der Nacht noch fehlte, bangte man um ihn und suchte bei Bekann- ten und Verwandten, jedoch ohne das erwartete Resultat. Auch die Nachforschung der Bürgerschaft am Donnerstagfrüh um 4 Uhr, zunächst in allen Pfuhl- und sonstigen Gruben, dann in der näheren Umgebung, hatte nicht den erhofften Erfolg. Heute Nachmittag suchen die hiesigen Arbeitsdienstler die Nidda in der Gemarkung Geiß-Nidda und einen nahen Wald ab. Die Bevölkerung von Geiß-Nidda und der Nachbarorte ist begreiflicherweise in gro- her Aufregung über das unbegreifliche Verschwin­den des Jungen, den Ortsangehörige nach 17.45 Uhr nicht mehr gesehen haben.

+ Grünberg, 12. Ium. Anlaß zur 750-Jahr- feier der Stadt Grünberg vom 27. bis 29. Juni gab bekanntlich die Erbauung der Burg Grünberg durch den Landgrafen Ludwig III. von Thüringen und Hessen im Jahre 1186, aus der sich später die ^vtadt gleichen Namens entwickelte. Der älteste uns bekannte Vogt (Statthalter) des Landgrafen auf der Burg Grünberg war ein Guntram von Mar- bürg Dieser Guntram von Marburg steht im Mittelpunkt des ersten lebenden Bildes beim Fest­akt am Samstagabend in der Turnhalle einer Darstellung seiner Vereidigung, durch den Land- grasen und fuhrt auch am Festsonntag die erste Gruppe des historischen Festzuges Kettenpanzer- ntter nnt Herolden an Guntram von Marbura

... . m - ----- , Juntram von Marburg A ein Vorfahre des heute noch in Oberhessen an- Essigen Geschlechts der Freiherren Schenk zu Schweinsberg. Seine Amtszeit als Vogt der Burg Grünberg dauerte von 1216 bis 1234; er war ein Enkel des Eckehard von Ulfa, von dem alle heute noch lebenden Schenke abstammen.

Marschkolonne aufgehoben hatte, plötzlich rückwärts auf die Straße. Im gleichen Augenblick passierte ein Personenkraftwagen, der einem entgegenkom­menden Lastkraftwagen auszuweichen hatte, die Straße. Das Kind wurde von dem Personenauto erfaßt und zu Boden geschleudert; es erlitt Ver­letzungen am Koos und am Hals und wurde in die elterliche Wohnung nach Leihgestern gebracht. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange.

Oberhessen.

Erfolge der Wiesecker Stenographen.

* Wies eck, 12. Juni. Bei dem aus Anlaß des Kreisgebietstags der Deutschen Stenographenschaft im Mai hier abgehaltenen Leistungsschreiben in Deutscher Kurzschrift hatten die Wettschreibteilneh­mer der hiesigen Ortsgruppe einen überaus guten Erfolg. Von insgesamt 34 Wettschreibern eine bei Kreistagungen bisher noch nie erreichte Beteili­gungsziffer konnten 33 erfolgreich abschneiden. Unter den von ihnen abgegebenen 58 Arbeiten wur­den im Schnellschreiben 10 mit der NoteHervor­ragend", 17 mitSehr gut" und 4 mitGut" be­wertet, während im Richtigschreiben dreiHervor­ragend", 30Sehr gut" und 11Gut" erzielt wur­den. Erstmalig beteiligten sich an diesem größeren Leistungsschreiben mit großer Freude und Begeiste­rung auch unsere jüngsten, erst 13jährigen Kurz- schriftler, deren Arbeiten besonders lobende Erwäh­nung verdienen. Die Ergebnisse ermuntern zum Streben nach weiteren Erfolgen auf dem bevor- stehenden Leistungsschreiben, das mit der diesjähri­gen Gaugebietstagung am 4., 5. und 6. Juli in Gießen verbunden ist und für den die Wiesecker Stenographen schon seit einigen Wochen rüsten.

7S0-Zahrfeier von Grünberg.

tat ein. Professor Dr. Reinwein spricht über das ThemaZwischen Weiß und Rot" (Erlebmsse in sibirischer Gefangenschaft). Auf die heuttge An- zeige sei hingewiesen.

** Die Vermietung der neuen Markt­lauben betrifft eine Bekanntmachung der Stadt­verwaltung im heutigen Anzeigenteil. Die Be- sttmmungen für die Vermietung sind bei der Stand­zeichenstelle von dem Wochenmarkt und im Stadt­haus, Bergstraße 20, Zimmer 18, erhältlich. Auf die Bekanntmachung sei besonders hingewiesen.

* Dolkspreisschießen des Schützen- v er eins Gießen. Der Schützenverein Gießen e. D., veranstaltet am 14. Juni 1936 von 8 Uhr bis 19 Uhr auf seinen Schießständen zum dritten Male ein Gruppen- und Volksschießen, das wie seine bei­den Vorgänger bei der Bevölkerung unserer Stadt und der näheren wie weiteren Umgebung sich glei­cher Beliebtheit erfreuen wird. Es sind bei geringem Einsatz wertvolle Preise zu gewinnen, darunter: 1. Preis: 1 Bild des Führers (Ehrengabe der Stadt Gießen), 2. Preis: 1 Fahrrad, 3. Preis: 1 Wand­uhr, 4. Preis: 1 Photoapparat, 5. Preis: 1 Besteck­kasten. Die Preise zu dem Gruppen- und Dolks- schießen sind bei der Firma A. Reinig in Gießen teilweise ausgestellt. Das Schießen ist offen für jedermann. Die Kampfschützen des Schützenvereins können sich nur außer Konkurrenz beteiligen. Für Formationen findet das Gruppenschießen unter den bekannten Bedingungen statt. Man hofft auf eine starte Beteiligung aller Volksgenossen.

** Der kehrsunfall auf der Straße nach Leihgestern. Gestern nachmittag ereignete sich auf der Straße nach Leihgestern ein Verkehrs­unfall. Die 10jährige Marie Maid, die mit der Schulklasse unterwegs war, trat, als der Lehrer die

Gestern abend tot anfgefunden.

Wie wir heute, Samstag, morgen hören, hat das rätselhafte Verschwinden des 13jährigen Reinhold Schwab bereits seine Aufklärung gefunden. Der Junge wurde in einem Kanal inmitten des Dorfes tot aufgefunben. Nach den bisherigen Fest- stellungen liegt eine Tötung durch eine Fahr- lässigkeit eines Kameraden vor, der mit der Schußwaffe unvorsichtig umging. Die polizei­lichen Ermittlungen über den tief bedauerlichen Vorfall sind im Gange.

Ein Zechpreller-Kleeblatt festgenommen.

LPD. Bad-Nauheim, 12. Juni. Zwei Män- ner und eine Frau schädigten in Bad-Nauheim mehrere Gaststätten, indem sie sich dort Speise und Trank trefflich munden ließen und dann auf Nimmerwiedersehen ver­schwanden. Der Polizei gelang es jetzt, das taubere Kleeblatt zu verhaften. Bei der Festnahme machte einer der Zechpreller, der anscheinend noch mehr auf dem Kerbholz hat, einen Fluchtver- such, der jedoch mißlang.

Salzgrafentag in Bad-Nauheim.

2j?b- »J-^oufceim, 12. Juni. Am 27. und 28. Ium findet m Bad-Nauheim eine große Arbeits- tagung der Referenten und Kreisringleiter des Land- schaftsbundes ,,Volkstum und Heimat" statt. Ver­bunden mit dieser Tagung wird derSalzqrafen- tag der Brauchtum aus der Zeit des Salzsieder- dorfes Nauheim übermitteln wird. U. a. sieht das

Programm auch einen Festzug beim Salz- grafenfest vor, dem ein Brunnenfest nnt Salzgrafen- triinf folgt Landschaftsleiter Ministerialrat Rings- Hausen spricht bei einer Kundgebung. ö Ein Kind durch heißes Wasser verbrüht

Lauterbach, 12. Juni. Im Kreisort Gunzenau ereignete sich ein tragischer Unglücksfall Lef/in ^"schenleben forderte. Ein kleiner Junge b-k ÄU£t)e' ln der eine Wanne mit k o - d) e n d - heiße m W a s s e r auf dem Boden stand Das zwelfahnge Kind stolperte und fiel rück- ® a r t s ln die Wanne. Mit schweren Verbrü- Hungen wurde der Junge in das Landeskranken- Haus nach Fulda eingeliefert, wo er feinen schweren Verletzungen erlag. ' "

Landkreis Gießen.

r Lich, 11. Juni. In unserem Städtchen trafen sich vieler Tage die noch lebenden ehemaligen ^cküler der einstigen Präparanden, schule die in den Jahren 1885 bis 1887 Schüler dieser Anstalt gewesen waren. Die Anregung xu trie er Zusammenkunft war von Rektor t. R. Ludwig Erb und Lehrer Karl D ärmer, die beide zu den Jahrgängen gezählt haben und in unserer Stadt wohnen, ausgegangen. Die meisten dieser alten Lehrer, bis auf drei, sind heute Lehrer im Ruhestände. Unser Städtchen mit seinen Schön­heiten hatte es ihnen angetan, sie wollten es noch einmal sehen. Mancher suchte auch noch einmal seine alten Quartierleirte, so sie noch am Leben waren, auf und warf einen Blick in das Zimmer, das er vor 50 Jahren bewohnt hatte. Am Nach- mittag wurde der vielen noch aus der Erinnerung bekannte Weg nach Arnsburg eingeschlagen und die alte Klosterruine besichtigt. Gegen 2Ibenb traten die alten Herren, nachdem sie so manches alte Er­leben ausgetauscht hatten, die Heimreise an.

CO Klein - Linden, 11. Juni. Bei der Schweinezwischenzählung am 4. dieses Monats wurden in unserer Gemeinde 389 Schweine gezählt.

* Klein-Linden, 12. Juni. Am kommenden Samstag kann Eisenbahnwärter i. R. Johannes Vogel in körperlicher und geistiger Frische seinen 77. Geburtstag im Kreise seiner Familie begehen.

Kreis Friedberg.

LPD. Friedberg, 12. Juni. Die Rosenzüchter von Steinfurth, das zu den größten und bekannte­sten Rosenzuchtgebieten des Reiches zählt, veran­stalten am 18. und 19. Juli eine große Schnitt- r osen-Schau.

Kreis Alsfeld.

H- Ober-Ohmen, 12. Juni. Heute hat ein zweiter Volksgenosse von hier seinem Heimat­dorfLebewohl" gesagt, um eine Sied­le r st e l l e in Brandenburg anzutreten. Wenngleich anderorts bessere Existenzverhältnisse zu erwarten sind, fällt der Abschied von der alten Hei­mat, wo man geboren wurde und Jahre seines Lebens verbrachte, dennoch ungemein schwer. Das Bewußtsein, immerhin im Vaterland aller Deutschen zu bleiben, läßt den Trennungsschmerz etwas mil­dern.

Große Strafkammer Gießen.

An dem gestrigen Verhandlungstage befaßte sich die Große Strafkammer mit dem Paul Seger aus Frankfurt a. M. wegen Betrugs, schwerer Ur­kundenfälschung und Beleidigung. Der Angeklagte, der bereits vorbestraft ist, verstand es, sich auf ' Grund gefälschter Papiere nach der Machtübernahme des Führers die Stelle des Stadtbau­meisters in Vilbel zu verschaffen. Er ging dabei in äußerst raffinierter Weise vor, indem er die gefälschten Urkunden zur Beglaubigung von Abschriften der Polizei in Frankfurt a. M. vorlegte, die ihren Stempel darunter setzte und somit den Ur­kunden den Anschein der Echtheit auferlegte. Mit , diesen gefälschten Abschriften gelang es ihm nun, den fraglichen Posten zu bekommen, den er vom September 1933 bis April 1934 begleitete. U. a. legte er unechte Zeugnisse über den erfolgreichen Besuch der höheren Hoch- und Tiefbauschule, sowie ein Diplom der Technischen Prüfungsanstalt in Ber­lin vor. Als der Bürgermeister hinter die Betrüge­reien des Angeklagten kam, brachte dieser es außer­dem fertig, ihn in Form eines Briefes, der nach Berlin gerichtet war, mit den gemeinsten Beleidi­gungen zu belegen.

Das Vorleben des Angeklagten ist für seine neuen Straftaten recht bezeichnend. Schon mehrere Male versuchte er durch Hochstapeleien und Betrügereien sich von Frauen erhebliche Geldbeträge zu verschaf- fen. Einem Mädchen gegenüber gab er sich als Postassessor aus, der demnächst zumPostdirektor" befördert würde. Im Jahre 1932 heiratete er, um in den Besitz einer Mitgift von 25 000 Mark zu kommen; aber schon nach wenigen Monaten wurde die Ehe geschieden. Einem anderen Mädchen, dem er ebenfalls die Ehe versprach, entlockte er 200 Mark. Später lebte er mit einer verheirateten Frau in wilder Ehe.

In der gestrigen Sitzung erschienen rund 40 Zeu­gen, die ein Bild von dem Angeklagten und feiner Arbeit" abgaben. Sv sollte er in feiner Eigenschaft als Stadtbaumeister Pläne über einen neuen Hotel­bau und die Herstellung einer neuen Straße in Vilbel ausarbeiten. Dazu war er natürlich in An­betracht seiner mangelnden Vorbildung nicht in der Lage. Als er einen Plan für das Schwimmbad un­fertigen sollte, beauftragte er einen seiner Ange­stellten mit dieser Angelegenheit, beseitigte dessen Namen unter dem Plan und setzte seinen eigenen darunter. In Anbetracht des Umfanges, die die An- gelegenheit genommen hat, wurde die gestrige Sitzung auf den kommenden Mittwoch vertagt. Bis dahin sollen noch weitere Zeugen geladen werden. Gegen den Angeklagten wurde Haftbefehl erlassen.

Sistmvrdprvzeh Vogler

vor dem Mainzer Schwurgericht.

LPD. Mainz, 12. Juni. In der Mstmordsache -Vogler beginnt nunmehr nach umfangreichen Er­mittlungen am 29. Juni die Hauptverhandlung vor dem Schwurgericht in Mainz. Der Beschuldigten Frieda Vogler aus Mainz-Kostheim wird da- nach zur Last gelegt, ihren Ehemann, den Gastwirt Georg Vogler, und den Friseur S. durch Gift ermordet und gleichzeitig Vergiftungsversuche an Irem Stiefsohn Georg Valentin Vogler, dem Installateur K. und an der Ehefrau H. vorgenom­men zu haben. Sämtliche Personen erkrankten nacheinander in den Jahren 19301934 unter fast öenfelben Krankheitserscheinungen, wie heftige Schmerzen im Leibe, Lähmung der Beine, völliger Haarausfall, Nachlassen der Sehkraft bis zur fast völligen Erblindung. Besonders entsetzlich war das seiden des Stiefscchnes, der wiederholt das Kran- kenhaus aufsuchte. Als er dann wieder nach Haufe kam, erkrankte er von neuem, fo daß er schließlich bei Verwandten Unterkunft suchte.

Im Verlaufe der Ermittlungen wurden die Leichen des Gastwirts Vogler und des S. ausge­graben. Die chemische Untersuchung der Leichenteile ergab das Vorhandensein von Gift, das tödlich ae- wirkt haben mußte.

Die Beschuldigte stammt aus Unterwittingshaufen tn Baden. Bereits im Jahre 1911 kam sie nach Mainz, wo sie im Jahre 1913 den Gastwirt Vogler heiratete, der verwitwet war und aus feiner ersten Ehe einen Sohn, Georg Valentin Vogler, mit in die Ehe brachte.

Der Prozeß erhält durch die darin zu erörternden medizinischen Fragen und dem in dem Verfahren Ä^^oße Rolle spielenden Aberglauben der De- schuldigten eine interessante Note. Es sind über 100 Zeugen zur Hauptverhandlung aufgeboten.

Shrenbriefe für MTDer. Gießen.

Kreisfachamtsleiter Karl Da u p ert (Wieseck) vom Fachamt I (Turnen, Gymnastik, Sommerspiele) des Reichsbundes für Leibesübungen erschien in der jüngsten Vorstandssitzung des Männer-Turnvereins Gießen, um führende und in 30- bis 50jähriger Mitarbeit bewährte Turner in herkömmlich schlich­ter Weise zu ehren. Nach überzeugungstreuer An­sprache über die Werte echten Tumertums für Volk und Vaterland und unter dankbarer Würdigung der Verdienste jedes einzelnen überreichte er auftrags­gemäß die hohe Auszeichnung des Ehrenbriefes der Deutschen Turnerschast an die Turner Karl Lang, Wilh. Michel und Karl Müller, den Ehren- brief des Heimatturnkreises Lahn-Dill im Gau 12 Hessen den Turnern Heinrich Dechert, Rudolf Leisler und Wilh. Gerhard. Zugleich im Namen seiner mitgeehrten Kameraden dankte der Vereinsführer Karl Müller mit dem Gelöbnis, in alter Treue zur Turnsache weiter einsatzfreudig mitzuarbeiten in der großen Gemeinschaft des neuen Reichsbundes.

Ein Wort an die Krastwagenführer.

Don einem Radfahrer, der die Mahnung der Kraftwagenführer an die Radfahrer in unserer Ausgabe vom Mittwoch mit großer Aufmerksam­keit gelesen hatte, geht uns folgende Erwiderung zu:

Als sehr vorsichtiger und langjähriger Rad­fahrer möchte ich manchem Kraftwagenfahrer zu­rufen:Fahrt scharf rechts, habt aber auch Acht auf die vor euch fahrenden Radfahrer!" Geschah es mir doch dieser Tage, als ich auf der Ludwigstraße vom Ludwigsplatz kommend in die Alicestraße langsam, vorsichtig bremsend, einbog, daß hinter mir ein Personenwagen, ein kaum hörbares Si­gnal gebend und hart auf der rechten Seite fah­rend, herkam und ebenfalls in die Alicestraße ein­bog. Der Kraftfahrer hatte das Tempo kaum ge­mindert, und hätte ich mich nicht sofort nach dem Bürgersteig zu fallen lassen, so hätte ich sicherlich mit dem Hinteren Kotflügel unliebsame Bekannt­schaft gemacht.

Häufig kann man jetzt auch auf dem Weg über die Lahybrücke die Beobachtung machen, daß von den Kraftfahrern nicht immer auch die notwendige Rücksicht auf Radfahrer genommen wird. Es er» scheint gerade jetzt um so notwendiger als durch Gleisumbauten der Biebertalbahn die Lahnbrücke schwer passierbar geworden ist. Solange nichts pas­siert, mag es angehen! Don der kritischen Situa­tion zum Unglück ist aber nur ein kurzer Schritt!" Nehmt", so schließt der Einsender feine Zuschrift an die Kraftfahrer,Rücksicht auch auf den Rad­fahrer."

Deutscher Schneidertag 4936.

Im Anschluß an den Reichshandwerker-Tag fand in Frankfurt a. M. der Deutsche Schneider- Tag, die Tagung des Reichsinnungsoerbandes des Herrenschneider-Handwerks, statt. Wie aus allen Orten Deutschlands, nahmen an ihr auch Vertreter unserer hiesigen Herrenschneider-In­nung teil.

In eingehenden Darlegungen wurden auf der Tagung die beruflichen, fachlichen und wirtschaft­lichen Fragen des Herrenschneider-Handwerks er­örtert. Vor allem spielten dabei das berufliche Aus- blldungs- und Prüfungswesen und Maßnahmen zur sachlichen und wirtschaftlichen Ertüchtigung des Herrenschneider-Handwerks eine Rolle. Von Inter­esse ist, daß das Herrenschneider-Handwerk plant, ein Gütezeichen für Maßkleidung einzuführen, das dazu bestimmt ist, das gute Erzeugnis gegenüber minderwertigen Erzeugnissen äußerlich zu kenn­zeichnen.

Einen interessanten Einblick in die kulturellen Bestrebungen des Herrenschneider-Handwerks bot die am Nachmittage stattfindende Mode-Tagung. Schon seit Jahren hat die Pflege der Mode im Herrenschneider-Handwerk eine Heimstätte gefunden. Und diese Arbeiten haben schon bisher zu erfreu­lichen (Erfolgen geführt, indem man auch im Aus- lande und zumal in England, dem Lande der Her- renmobe, von einem deutschen Stil in der Mode spricht und ihn anerkennt. Zur Förderung und Verstärkung dieser Bestrebungen hat der Reicks- innungsoerbanb beg Herrenschneider-Handwerks seit kurzem im Rahmen seiner Organisation ein beson­deres Mobeamt eingerichtet. Dieses Mobeamt trat burch bie diesmalige Modetagung zum ersten Male äußerlich in Erscheinung. Die den Schneidertags- Teilnehmer gezeigten Modellvorführungen brachten den Willen des Herrenschneider-Handwerks zum Ausdruck, nicht nur fachlich gute Leistungen hervor­zubringen, sondern auch dem Gedanken der Mode eine besondere Pflege angedeihen zu lassen und das kulturelle Ziel zu verfolgen, bas Kleidbild unseres Volkes entsprechend ber geistigen Haltung unserer Zeit zu gestalten.

Alles in allem zeigte bie Tagung, daß auch das Herrenschneider-Handwerk mit allen Kräften be­müht ist, seine Reihen nach der großen Linie aus­zurichten, die der Reichshandwerker-Taa erneut für das gesamte Handwerk vorgezeichnet hat, nämlich den Dolksgemeinschafts- und Leistungswillen in feinem Bereich zu stärken und das Herrenschneider- Handwerk zu einer wahren Berufs- und Leistungs- gerneinschaft zusarnmenzuschließen.

(Siebener Dochenmarklpreife.

* Gießen, 13. Juni. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Gier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A IOK, Klasse B 10, Klasse C 9%, (Enteneier 9 bis 10, Wirsing, % kg 10 bis 12, Weißkraut 15 bis 20, gelbe Rüben, das Bündel 10 bis 15, Spinat 10 bis 20, Rö­mischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 40, Spar­gel 25 bis 55, Erbsen 30 bis 40, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 14 bis 15, das Bund 10, Rhabarber, % kg 10, Pilze 50, Kartoffeln, 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,95 Mark, neue, kg 15 bis 18 Pf., Aepfel 30 bis 70, Kirschen 40 bis 60, Stachel- beeren 25, Erdbeeren 50 bis 65, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mark, Suppenhühner 90 Pf., Tauben, das Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 30 bis 90, Salat, 3 Stück 10, Salatgurken, das Stück 30 bis 40, Ober» kohlrabi 5 bis 12, Sellerie 10 bis 40, Rettich, 10 bis 15, das Bündel 10 bis 15, Radieschen, das Bündel 10 Pf.

**Frauenbildnis mit Schmuck." Der Oberhessische Kunstoerein zeigt in der Zeit vom 14. bis 28. Juni im Foyer des Stadttheaters 80 Ar­beiten des Wettbewerbs der Deutschen Gesellschaft für Goldfchmiedkunst unter dem TitelFrauen- bilbnis mit Schmuck". Aus die heuttge Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

**Zwischen Weih und Rot." Rektor, Dozenten- und Studentenschaft der Universität Gie- ßen laden für den kommenden Montag, 15. Juni, zu einem Vortrag in die Neue Aula der Unioersi.'