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ttr.57 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, (3. §ebruar 1936

Reichsautobahn zwischen DarmstadtMannheim- Heidelberg beschäftigt waren, sowie unter Vorlage ihres DÄF.-Ausweises bei ihrer zuständigen Orts- waltung. Die DAF.-Ortswaltungen sind angewie­sen, diese Liste am 28. Februar 1936 abzuschließen und an ihre zuständige Kreiswaltung weiterzurei­chen, Die DAF.-Kreiswaltungen reichen sodann die gesamte Aufstellung ihres Kreises an die Gaube­triebsgemeinschaft, die nach Prüfung der Listen den auf die einzelnen Ortswaltungen entfallenden Be­trag diesen direkt zur Verteilung zustellt. Zuständig für' die Verteilung ist allein die Gaubetriebsge­meinschaft Bau Hessen-Nassau. Die Verteilung er­folgt frühestens Mitte März 1936.

Diese Maßnahme ist ein Beweis dafür, daß die Firmen, denen durch das Arbeitsbeschaffungspro­gramm des Führers die Möglichkeit gegeben wurde, wieder aktiv am Wiederaufbau Deutschlands mit­zuarbeiten, den Sinn der Betriebsgemeinschaft und des damit verbundenen Leistungsprinzips als Grundlage für die Volksgemeinschaft voll erfaßt haben. Wir hoffen gern, daß dieses Beispiel auch

bei anderen Firmen anregend für die Verwirk­lichung des wahren deutschen Sozialismus wirken möge.

Zur Einstellung von Fahnenjunkern.

Unterprimaner müssen sich baldmöglichst melden.

LPD. Auf vielfache Anfragen wird darauf hin­gewiesen, daß Unterprimaner, die im nächsten Jahr als Fahnenjunker in das Heer eingestellt werden wollen, sich baldmöglichst bei den Truppenteilen außerhalb der entmilitarisierten Zone melden müssen. Letzter Termin 3 1. 3.19 3 6.

Ueber die Annahmebedingungen und alle weiteren Einzelheiten unterrichtet das Merkblatt, das bei den Unteren Ersatzbehörden zu erhalten ist Dort wird auch Auskunft über Truppenteile gegeben. Die Anschrift dieser Dienststellen ist bei jeder Polizei­meldestelle zu erfragen.

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Das Winterschießen der Gießener Artilleristen

Die Telephonisten auf der Beobachtung.

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Auf dem Beobachtungsstand; zwischen den Bäumen das Scherenfernrohr.

Anrückende Protzen vor dem Stellungswechsel der Batterie.

punkt herein. .

Aber auch diejenigen Teile unserer Ausfuhr, die auf echten Kaufabschlüssen beruhen, werden keines­wegs durchweg in Devisen bezahlt, sondern zum weit überwiegenden Teil im Verrechnungs­wege beglichen. Denn Abkommen, die zu einem unmittelbaren Deviseneingang führen, konnten bis­her nur mit einigen wenigen Ländern, insbesondere mit England und Belgien-Luxemburg, abgeschlossen werden, so daß in den ersten drei Quartalen 1935 nur ein Fünftel der Ausfuhr einen baren Devisen­erlös brachte. Da jedoch ein bestimmter Prozentsatz der bar erzielten Ausfuhrerlöse vertragsmäßig für die Einfuhr aus diesen Ländern bereitgestellt wer­den muß, sind selbst die in echter Devisenform ein­gehenden Mittel keineswegs frei verfügbar. Auch erfordern nicht nur die Nebenkosten des Han­delsverkehrs (Reisespesen, Provisionen u. a.) bare Devisen, selbst im Verkehr mit solchen Ländern, mit denen der Warenverkehr sich im Verrechnungs­wege vollzieht, sondern wir hatten 1935 noch etwa 250 bis 300 Mill. Mark an Zinszahlungen ins Ausland zu transferieren. Nimmt man dies alles zusammen, so wird es nicht nur verständlich, daß wir trotz der Verbesserung unserer Handels­bilanz mit unserem Bedarf an ausländischem Geld nach wie vor an einer sehr schmalen Kasse sitzen, sondern daß trotz ständiger und zum Teil erfolg­reicher Bemühungen doch im ganzen unsere im Verrechnungsverkehr aufgelaufenen Schuldsalden noch keine nachhaltige Verminderung erfahren

In unserer Ausgabe vom gestrigen Mittwoch haben wir den Verlauf des Winterschießens der Gießener Artillerie bis um die Zeit von 11.30 Uhr Mittwoch vormittag geschildert. Während nach dem KommandoStellungswechsel" in der Feuerstellung die Geschütze zum Abmarsch fertiggeinacht wurden, weilten die Offiziere und Unteroffiziere der 1. Batterie auf dem Beobach­tungsstand am Gleiberger Friedhof, um hier von

Militärische und zivile Beobachter auf der Beob­achtungsstelle während des Schießens. Im Vorder­grund links der Leitende, Abteilungskommandeur Hauptmann Welte, daneben der Divisionskom­mandeur Generalleutnant Lüdke, sodann der Kommandeur des Artillerie-Regiments 45, Oberst v. Berg. (Aufnahmen [6J: Photo-Pfaff, Gießen.) dem leitenden Abteilungs-Kommandeur, Haupt­mann Welte, dem Regiments-Kommandeur, Oberst von Berg, und schließlich von dem Di­visionskommandeur, Generalleutnant Lüdke, in der Besprechung das Urteil über den Verlauf der Uebung zu hören. Die zahlreichen Ehrengäste waren dahei sehr interessierte Zuhörer, denen die kritische Wertung aus dem Munde der berufenen Fach­männer wertvolle Aufschlüsse gab.

Unterdessen hatte sich die 2. Batterie in der Feuerstellung bereitgestellt und ihr Batterieführer mit den Männern der Beobachtung auf der Be- ehlsstelle seine Scherenfernrohre, Telephone usw. aufgebaut. Unmittelbar nach der Entlassung der 1. Batterie zur Rückkehr nach der Kaserne began­nen die Geschütze der 2. Batterie ihre eherne Sprache. Befehl auf Befehl ging von der Beob-

schütze in die klare Luft hinein. Bei dem wunder­bar Hellen Wetter konnte man bis zum Schluß des Schießen an dem Rande des Atzbacher Waldes die Einschläge der Granaten klar erkennen. Im Übrigen verlief auch dieses Schießen in der gleichen Weise wie am Vormittag.

Bis zum Schluß der Uebung waren nicht nur die Beobachtungsstelle, sondern auch die Feuerstellung, die einige hundert Meter entfernt in einer Ge­ländesenke lag, und die Abhänge des »Gleiberg von einer großen Menschenmenge besucht, die allen Einzelheiten des Uebungsverlaufs mit stärkstem Interesse folgte. Zu rügen wäre nur, daß einige Leute trotz 'aller vorherigen öffentlichen War­nungen verantwortungslos ins Schußfeld liefen, so daß das Schießen am Nachmittag unterbrochen werden mußte, bis durch einen Gendarm und einen Offizier der Batterie die unvorsichtigen Men­schen aus der Gefahrenzone hinausgewiesen waren. Ein Strafmandat wird natürlich für diese Herr­schaften noch kommen.

Im übrigen verlief der ganze gestrige Tag glatt und zu aller Zufriedenheit. Man wird ihn als einen schönen Tag der Gemeinschaft zwischen Sol­daten und Volk und als ein interessantes Ereignis in Erinnerung behalten.

Einfuhr sehr kurz, bei der Ausfuhr hingegen in vielen Fällen wesentlich länger sind. Je stärker wir gegenwärtig darauf bedacht sein müssen, unsere Ausfuhr zu fördern, um so entgegenkommender müssen wir in einzelnen Fällen bei der Bemessung der Kreditfristen sein. Hinzu kommt, daß in den Ziffern unserer Ausfuhr in erheblichem Umfange Warensendungen enthalten sind, für die ein Gegen­wert teils überhaupt nicht, teils erst in einem un­bestimmten Zeitpunkt hereinkommt. Bis zur Ver­schärfung der Devisenbestimmungen im Dezember des vergangenen Jahres war ja die Uebertra- gung von Aus w^a ndererver mögen noch in der Form der Warenausfuhr möglich und zu­lässig. Ein Gegenwert fließt nicht zu. Ferner fand im Rahmen unserer verstärkten Ausfuhrbemühun­gen eine erhöhte Belieferung ausländischer Kom- missions- und Konsignationslager statt, so daß also die Ausfuhrziffern nicht unbeträchtliche Posten u n- verkaufter Ware enthalten. Der Erlös kommt erst in in einem vorläufig noch unbekannten Zeit-

Außenhandel und Währungsreserven.

Aus Bankkreisen wird uns geschrieben:

Es wird in der Öffentlichkeit vielfach nicht recht verstanden, daß die im zweiten Halbjahr 1935 er­zielte Aktivität unserer Handelsbilanz nicht ihren sichtbaren Ausdruck in einer entsprechen­den ErhöhungunsererWährungsreser- v e n findet, daß vielmehr ganz im Gegenteil die Bestände der Reichsbank an Gold und Deckungs­devisen, die im Ausweis vom 7. August mit 110 Mill. RM. ihren Jahreshöchststand erreichten, bis Ende November über 16 Mill. RM. e i n g e b ü ß t haben, während der Außenhandel im gleichen Zeit­raum Ausfuhrüberschüsse von insgesamt 221 Mill. RM. aufweist.

Nun würde man selbstverständlich bei einem Währungssystem, das keiner Zwangswirtschaft unterliegt, einen eindeutigen Zusammenhang zwi­schen aktiver Handelsbilanz und Entwicklung der Währungsreserven überhaupt nicht vermuten dür­fen. Denn bann würde neben dem Warenverkehr bgj zwischenstaatliche Kapital- unb Kreditverkehr für die Gestaltung bes Währungsfonds von ausschlag- gebenber Bebeutung sein. Lediglich bie Tatsache also, baß wir keine freie, sonbern eine Planwährung haben, baß ferner unsere auslänbischen Schuldver- pflichtungen einem Transfermoratorium unterlie­gen, rechtfertigt bie Annahme, es müßten bie Ueber- fchüsse unserer Ausfuhr doch in unseren Währungs­beständen sichtbar werden. Warum dies praktisch nicht der Fall ist, dafür gibt es eine ganze Reihe Gründe.

Zunächst einmal darf nicht außer acht gelassen werden, daß die Zahlungsfristen bei der

achtungsstelle durch den dünnen Draht der Tele­phonisten hinunter in der Feuerstellung, um sofort seine Auswirkung in dem Donner der Geschütze zu finden. Auch hier wieder erfolgte zunächst das Einschießen, anschließend Gruppenfeuer usw., genau so wie bei dem gestern geschilderten Verlauf des Schießens der 1. Batterie. Für einige Zeit hatte sich auch der Kommandeur unseres Jnf.-Rgts. 36, Oberst V i e r o w , mit einer Anzahl Offizieren sei­nes Regiments als interessierter Zuschauer einge­funden, ferner waren der Regierungspräsident von Wiesbaden, der Landrat von Wetzlar und von Gießen weiterhin der SS.-Standartenführer I a - kober, außerdem noch viele weitere Volksgenos­sen aus Gießen und den benachbarten Dörfern er­schienen. Unter der Aufsicht des Leitenden, des Kommandeurs Hauptmann Welte, oblag auch die 2. Batterie mit Gründlichkeit ihren Aufgaben. Etwa um die Mittagsstunde gab es eine Feuer­pause, die nicht in militärischen Dingen begründet lag. Das Zügle des Bieberlieschens, auf dem Beob­achtungsstand alsRheingold aus dem Biebertal" gemeldet, mußte das Schußfeld durchfahren, so daß für diese Zeit die äußere Sicherheit des Schießens nicht vorhanden war und deshalb die Geschütze ver­stummen mußten. Bis gegen 12 Uhr hatte aber auch diese Batterie ihre Aufgabe erfüllt.

Und nunmehr rumpelte die Feldküche heran, dies­mal nicht allein für die Soldaten, sondern auch für die zahlreichen Zivilisten, die von der Abteilung als Ehrengäste zum Winterschießen geladen waren. Da gab es denn eine ganz vortreffliche Linsensuppe mit Wurst, deren Zubereitung den Soldatenköchen zur höchsten Ehre gereicht. Wie ausgezeichnet dieser Feldküchen-Eintopf schmeckte, beweist allein die Tatsache, daß die meisten Esser zweiZüge", zahl­reiche sogar dreiSchläge" faßten, weil es eben gar zu gut schmeckte und außerdem der stundenlange Aufenthalt in der frischen Luft natürlich Appetit gemacht hatte. Da wurden zunächst da natürlich bie Zivilisten keine Kochgeschirre bet sich hatten an ber Felbküche Teller, Löffel, Messer unb Ga­bel empfangen. Dann erhielt man bie rounberbar gebrühte Wurst von ansehnlichem Format. Unb hierauf folgte ber Schlag Linsensuppe, ber bann feine Fortsetzungen fand. Unb nahezu unerschöpf­lich war ber Vorrat bieses Kessels, so baß auch bie bienfttuenben ©enbarmeriebeamten unb bie zum Absperrbienst kommandierten Infanteristen noch ihre Suppen-Schläge mit Wurst empfangen konn­ten. Erneut konnte man feststellen, daß die Füh­rung unserer Gießener Artilleristen auch hier wie­der in ber umsichtigsten unb großartigsten Weise für alles Vorsorge getroffen hatte. Kein Wunber, baß man auf ber ganzen Linie nur vollste Zusrieben- heit über biesen ausgezeichneten Dienst an ber Felbküche bemerken konnte.

Nach etwa einftünbiger Pause kam bas Schießen roieber in Gang. Die 3. Batterie hatte sich in ber Feuerstellung unb auf ber Beobachtungsstelle fertig gemacht, unb halb darauf krachten auch ihre Ge­

konnten.

Um so bedeutsamer ist es, daß es unseren pri- Daten Kreditbanken bei der jährlichen Erneuerung des erstmalig 1931 abgeschlossenen sog. Still­halteabkommens reglmäßig gelungen ist, dem deutschen Außenhandel ein Kreditkontingent bei den ausländischen Banken zu erhalten, das den wenn auch geschrumpften Warenumsätzen einen ge­nügenden Rückhalt verleiht. Von Anfang an hat dieses umfassende Vertragswert, das der Regelung unserer kurzfristigen Auslandsverschuldung dient, im Zeichen eines echten Interessenausgleiches zwi­schen Schuldnern und Gläubigern unter verständ­nisvoller Zusammenarbeit der beteiligten in- und ausländischen Kreise gestanden. Niemals wurden bei allem vertraglichen Rankwerk die großen Hauptziele der Stillhaltung aus dem Auge ver­loren: möglichst nachhaltige Verminderung der kurzfristigen Auslandverschul- dun.g bei gleichzeitiger Erhaltung des für die Finanzierung des Außenhandels erforderlichen Kreditvoluyiens und weitgehender Scho­nung der Gold- und D e v i s e n v o r r ä t e der Reichsbank. Man wird der vom Geist tatkräf- tiger Selbsthilfe getragenen Stillhaltung das Zeug­nis ausftetlen können, daß sie mit der bemerkens­werten Verwirklichung dieser Ziele zugleich den Wert und praktischen Nutzen solidarischen Zusam­menwirkens von in- und ausländischen Angehörigen des gleichen Berufsstandes, hier der privaten Bank­welt' sehr deutlich herausgestellt hat. Und wenn mnn hinzufügt, baß die Auslandsgläubiaer bereits Wert auf eine prinzipielle Erklärung gelegt haben, es möchten bie beutfchen Banken sich bei einer Steigerung bes legitimen Krebitbebarfs vorzugs­weise an bie alten' Krebitgeber im Auslande hal­ten, so zeugt bas von einem unoermmberten Ver­trauen in bie geschäftliche Intelligenz unb Loyalität ber beutfchen Banken unb Wirtschaft.

Nationalsozialismus in Baubetrieben.

Die Kreiswaltung Gießen der Deutschen Arbeits­front teilt uns mit: __ .... .

Bei Eröffnung der Reichsautobahn, Teilstrecke DarmftabtMannheimHeidelberg, wurde tn Zu­sammenarbeit zwischen der obersten Bauleitung der Kraftfahrbahnen, Frankfurt a. M und der Gaube- triebsgemeinfchaft Bau, Hesfen-Nasfau, Frankfurt

Geschütze in der Feuerstellung.

a. M., angeregt, eine Leistungsspende seitens der beim Bau' dieser Strecke beschäftigten Baufirmen aufzulegen, die den Arbeitskameraden zugute kom­men soll, die an dieser Strecke mitgearbeitet haben.

Diese Spende wurde nunmehr mit einem Betrag von 17 000 Mark abgeschlossen und der Gaube­triebsgemeinschaft Bau Hessen-Nassau zur Vertei­lung übergeben. ,

In den Genuß dieser einmaligen Zuwendung, die ohne jede Rechtsverbindlichkeit erfolgt, kommen folgende Arbeitskameraden: Alle diejenigen Gefolg­schaftsmitglieder, die vom Arbeitsamt als freie Ar­beiter (nicht Stammarbeiter) einer beim Bau die­ser Teilstrecke der Reichsautobahn beschäftigten Baufirmen zugewiesen wurden. Bedingung ist da­bei, daß diese Ärbeitskameraden Mitglied der Deut­schen Arbeitsfront und spätestens bis 31. Dezember 1935 in die Deutsche Arbeitsfront emgetreten sind.

Um unnötigen Leerlauf zu vermeiden melden sich die Arbeitskameraden, die diese Voraussetzungen erfüllen, sofort unter Vorlage einer Bescheinigung, aus der hervorgeht, daß sie bei einer Firma an der

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Kanoniere an den Munitionskörben.