Erste Arbeitstagung der Arbeitskammer Hessen.
NSG. Im Büraersaal des Rathauses trat die Arbeitskammer Hessen zu ihrer ersten Tagung zusammen. Sofort nach der Eröffnung durch den Leiter der Kammer, Landesobmann Pg. Willi Becker, wurde des Märtyrers unserer Bewegung, des Landesleiters Pg. Wilhelm Guftloff feierlich gedacht. Nach der Begrüßung der Ehrengäste, u. a. der Vertreter des Gauleiters und der alten Garde, nahm der Leiter der Kammer die Vereidigung der neuen Mitglieder vor. Zur Durchführung ihrer großen Aufgaben muß die Kammer in ihrer Zusammensetzung eine wesentliche Erweiterung erfahren, denn in einer Zeit, in der unendliche Probleme ihrer Lösung harren, ist es eine unbedingte Notwendigkeit, die Arbeitskraft, die im Volke ruht, zu mobilisieren und für die gemeinsamen Ziele einzusetzen. 18 Betriebsführer und 18 Gefolgschaftsleute als Vertreter der 18 Reichsbetriebsgemeinschaften im hiesigen Bezirk sind der Kammer beigetreten, u. a. der Gruppenführer der SA. Pg. Beckerle, der SS.- Oberführer Ludwig, Prof. Dr. L u e r als Leiter der Wirtschaftskammer und Bauernführer Dr. Wagner, Pg. Dr. Wirth für den NS.-Juri- stenbund und Pa. F a a tz für den Arbeitsdienst. Gerade für die Zusammenarbeit aller verantwortlichen Männer der Arbeit, der Wirtschaft und der Sozialpolitik muß eine Arbeitsharmonie bestehen, die die Gewähr für eine erfolgreiche Lösung und eine richtige Beleuchtung aller oorkommenden Probleme bietet. Diese Verkoppelung aller Faktoren der Wirtschaft und Sozialpolitik finden wir in ollen Organen der Selbstverwaltung, beginnend beim Dertrauensrat über die Arbeitsausschüsse, die heute bereits 3000 zählen, bis zu den Arbeitskammern und Wirtschaftskammern, Reichsarbeits- und -wirtschaftsrat. Welche Bedeutung die Kammer in
unserem Leben einnimmt, geht aus einem Ausspruch Selzners hervor, der sagte: „Die Männer, die hier versammelt sind, sind mitverantwortlich für die soziale Befriedung in Deutschland: denn die Kammern sind Hilfsorgane in dem gewaltigen Aufbauwerk des Führers .
Unter diesem Gesichtspunkt stand die Arbeit der ersten Tagung, die sich als Arbeitsthema ein wertvolles Gebiet nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik gesetzt hatte: Lenkung des Gemeinschaftsverbrauches. Zu diesem Problem sprach Pa. Prof. S e l ck, der Betriebsführer der IG. Farben. Unsere ganze kaufmännische Initiative und Goodwill muß restlos eingesetzt werden, um den für unsere Gesamtwirtschaft wichtigen Roh st off bedarf sicherzustellen, der vier Fünftel unserer Auslandseinfuhr allein ausmacht. Deshalb zuerst Devisen für Rohstoffe, deren Fehlen sich katastrophal auswirken würde, und lieber einmal die lächerliche Unannehmlichkeit der fehlenden Auslandsnahrungsmittel in Kauf genommen, deren Mangel in kurzer Frist durch die fortschreitende Erzeugungsschlacht ausgeglichen fein wird.
Der Siedlungsplan von Dr. Ludovici sieht in der Siedlung nicht nur eine Bedarfslenkung für den einzelnen, sondern für die ganze Volkswirtschaft. Bessere Ernährung, gesünderes Wohnen und stärkere Heimatkraft durch die eigene Scholle als hervorstechendste Merkmale der Siedlung fordern gerade von den Arbeitskammern, sich für die Siedlung einzufetzen.
Landesobmann und Gauwalter Becker forderte in feinem Schlußwort Offenheit und Ehrlichkeit von Betriebsführer und Gefolgschaften. „Arbeit und Sorge kann auch eine Freude fein: sorgen zu dürfen für andere und zu arbeiten für unser deutsches Volk."
Aus aller Welt.
Oer Soldaienbund im Wehrkreis IX.
LPD. Kassel, 12. Febr. Der neu gebildete „Soldatenbund" nahm mit der Gründungsbesprechung der Bundesgruppe IX in Kassel auch un Bereich des Wehrkreises IX seine Arbeit auf. Mit der Führung der Gruppe wurde General der Infanterie a. D. Schniewindt, Marburg beauftragt. Mit der Bildung der Kameradschaften, die die kleinste Einheit des Bundes bilden, ist bereits begonnen worden. In der Provinz Hessen-Nassau sind mit Ausnahme der entmilitarisierten Zone bereits 6000 ehemalige Angehörige des Reichsheeres listenmäßig erfaßt. Aus den Aufgaben des Soldatenbundes, zu denen vor allem die Aufrechterhaltung soldatischen Geistes und der soldatischen Kameradschaft in lebendiger Verbindung mit der aktiven Truppe gehört, ergibt sich ganz von selbst ein gutes kameradschaftliches Verhältnis zur neuen Wehrmacht und zum R e i ch s k r i e g e r b u n d „K y f f h ä u f e r". Vor allem aber will der Soldatenbund enge kameradschaftliche Beziehungen z u allen Gliederungen der Bewegung, die, wie das neue deutsche Volksheer, von soldatischem Geist erfüllt sind, pflegen. Im Bunde wird keine Politik getrieben, diejenigen Mitglieder, die sich politisch aktiv betätigen wollen, können außerdem den Gliederungen der Partei, z. B. SA. oder SS. angehören. Der Eintritt in den Bund ist freiwillig. Anspruch auf Zugehörigkeit haben alle Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, die seit dem 1. Januar 1921 im neuen Heere gedient ober geübt haben und in Ehren ausgeschieden sind.
Hoch über kaufend Kriegspferde in Deutschland.
Die vom „Deutschen Tierfreund" in Seeshaupt (Oberbayern) durchgeführte Ehrung der noch lebenden Kriegspferde hat ergeben, daß noch eine ganze Anzahl der jetzt in einem durchschnittlichen Alter von 26 bis 30 Jahre stehenden Tiere
leben. Bisher konnten vom „Deutschen Tierfreund" 1164 nachweisbare Kriegspferde mit dem Ehrenschild „Kriegskamerad" ausgezeichnet werden und an 231 Kriegspferde, deren Pfleger sich in einer amtlich anerkannten Notlage befinden, die Ehren- spende von je einem halben Zentner Hafer vermittelt werden. Interessant ist die Feststellung, daß sich die Kriegspferde zu 85 v. H. in den Händen ehemaliger Frontkrieqer befinden. Von den bisher festgestellten 1164 Kriegspferden tragen 218 Kriegsoerwundungen. Die Aktion, die von allen Tierfreunden im ganzen Meich begeistert ausgenommen wurde, ist noch nicht abgeschlossen. Besitzer von Kriegspferden können, unter Erbringung des Nachweises über die Teilnahme der Pferde am Weltkrieg, diese noch bis 1. März 1936 bei der Schriftleitung der Tierschutzzeitschrift „Der Deutsche Tierfreund" in Seeshaupt (Oberbayern) melden. Die Angaben müssen vom zuständigen Bürgermeister und vom Ortsbauernführer beglaubigt fein.
Verheerende Schneestürme in Bulgarien, Griechenland und in der Türkei.
Wie aus allen Teilen Bulgariens gemeldet wird, hat der Schneesturm, der auch das schwere Eisenbahnunglück verursachte, überall großen Schaden angerichtet. In Warna am Schwarzen Meer wurden zahlreiche Häuser abgedeckt und Hunderte von Bäumen entwurzelt. Mehrere Dampfer sind überfällig. Nach Zeitungsmeldungen hat auch ein d e u t s.ch e r Dampfer, dessen Name nicht angegeben wird, 808 -Rufe ausgesandt, ohne daß man bisher etwas über fein Schicksal weiß. Die meisten Drahtverbindungen sind unterbrochen. Die internationalen Züge verkehren mit vielstündigen Verspätungen. Der Schneesturm hat neben größeren Sachschäden auch zahlreiche Menschenopfer gefordert. Bisher werden 19 Personen gezählt, die
durch entwurzelte Bäume, fortgerissene Ziegel und Dächer erschlagen oder durch Erfrieren ums Leben gekommen sind. Man nimmt an, daß die Zahl der Toten noch beträchtlich höher ist, da von Stunde zu Stunde neue Opfer gemeldet werden. Die Zahl der Verwundeten geht hoch in die Hunderte.
Ein mächtiger Orkan, der mit starkem Schneefall verbunden war, hat einen großen Teil der Türkei von der Außenwelt abgeschnitten. Die Telephonverbindungen mit dem In- und Ausland wurden unterbrochen, und der Eisenbahnverkehr nach dem Westen mußte eingestellt werden. Von der Pontonbrücke im Goldenen Horn hatten sich während des Sturms zwei Pontons losgerifsen, die sieben Motorboote rammten. Allenthalben wurden die Dächer abgedeckt. Biele Hütten sind eingestürzt. Die Stadt Adrianopel ist unter einer tiefen Schneedecke begraben. Der Verkehr ruht völlig. Der Orient; expreß ist bei Tschataldscha eingeschneit.
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Das Unwetter hält auch in ganz Griechenland an, und die Verbindungen sind vielfach unterbrochen. In Saloniki sind infolge der Schneefälle und der Stürme 22 Todesopfer zu beklagen, darunter zehn Ertrunkene. Außerdem wurden 500 Personen verletzt. Beim Untergang eines griechischen Schiffes kamen der Kapitän und zwei Mann der Besatzung ums Leben.
Sechzehn Todesopfer eines Eisenbahnunglücks in Bulgarien.
Amtlich wird mitgeteilt, daß die große Eifen- bahnkatastrophe in Südbulgarien bisher insgesamt 16 Todesopfer gefordert hat, nachdem inzwischen ein weiterer Schwerverwundeter verschieden ist. Weiterhin sind sieben Verletzte, darunter fünf Schwerverletzte, geborgen worden. Die Räumungsarbeiten sind fast beendet, so daß der Verkehr auf der Strecke nach Burgas wieder ausgenommen werden konnte. Aus Anlaß der Eisenbahnkatastrophe hat der deutsche Gesandte in Sofia, R ü m e I i n , dem Verkehrsminister die Anteilnahme der Reichsregierung und des deutschen Volkes zum Ausdruck gebracht.
Gifk stakt Schnaps! — Drei Todesopfer einer Verwechslung.
Ein gräßliches Unglück, das mehrere Familien in tiefe Trauer versetzte, ereignete sich in Gleißenberg in der Nähe von Schlüsselfeld (Mittelfranken). Die Frau des Brauers und Gastwirts Hilpert wollte den mit Eisfahren beschäftigten Arbeitern Schnaps bringen, vergriff sich aber in der Flasche und gab ihnen ein G i f t, das im Betrieb für die Reinigung von Fässern Verwendung findet. Drei der Arbeiter, alle Familienväter, st a r b e n nach einer halben Stunde. Ein vierter, der sich erbrochen hatte, schwebt in Lebensgefahr. Die Frau, die das schwere Unglück verursacht hatte, ist völlig zusam- mengebrochen.
Brandunglück in einer griechischen Skadk.
In der griechischen Stadt Vvlvs wurden zwanzig kleinere Häuser von Flüchtlingen durch ein Gr o ß - feuer zerstört. Dabei fand eine Person den Tod, drei wurden verletzt. Die Flüchtlinge behaupten, daß der Grund auf einen Racheakt der ortsansässigen Bevölkerung zurückzuführen fei.
Sprengfiossexplosion in einem Tunnel bei Ehikago.
In einem Tunnel bei Ehikago ereignete sich eine Dynamitexplosion. Zwei Arbeiter wurden getötet und über 30 verletzt, darunter einige schwer.
Ein französisches Transozeanflugzeug vermißt.
Am Mlttwochmittag war das französische Verkehrsflugzeug der Strecke Dakar—Natal, „Stadt Buenos Aires", feit 48 Stunden verschollen. Der letzte Funkspruch des Apparates, an dessen Bord sich fünf Mann Besatzung und ein Fluggast befinden, stammt von Montagnachmittag 15 Ühr. Am Mittwochvormittag ist von Dakar aus das Flugzeug „Santos Dumont" gestartet, um die Strecke abzufliegen. Außerdem sind drei Avisos ausgelaufen, um sich an der Suche zu beteiligen.
Der Kapitän des deutschen Dampfers „Schwa, benland", der auf der Strecke zwischen Bathurst und Natal auf dem Südatlantik vor Anker liegt und dem Südamerikadienst der Lufthansa als Stützpunkt dient, hat ebenfalls bekanntgegeben, daß er sich an der Suche beteiligt.
Zwei Grohseuer in USA. fordern zwölf Tote und fünfzig Verletzte.
In einem dreistöckigen Wohnhaus in Neuyork brach ein Brand aus. Drei Männer und eine Frau kamen in den Flammen um. lieber 30 Hausbewohner wurden verletzt. Viele von ihnen zogen sich beim Springen aus dem Fenster schwere Verwundungen zu.
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Ein Großfeuer zerstörte 65 Zimmer des Victoria-Mansion-Hotels in Lakewood in New Jersey. Acht Personen sind in den Flammen umgekommen, 20 erlitten Brandwunden oder Verletzungen infolge Sprungs aus den Hotelfenstern. Durch die eisige Kälte wurden die Löschversuche der Feuerwehr stark behindert. Sieben Personen werden noch vermißt.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Trotzdem der Höhepunkt der Frostperiode auch bei uns in der Nacht zum Dienstag erreicht war, setzten sich doch auch in den letzten Nächten recht erhebliche Strahlungsfröste fort. In Nord- und Mitteldeutschland hat sich jedoch eine starke Milderung eingestellt, die zum Teil die Temperaturen bis leicht über den Gefrierpunkt ansteigen ließ und von leichten Schnee-, strichweise auch Regenfällen begleitet war. Bewölkung und Niederschlag haben bereits auch auf den nördlichen Teil unseres Bezirkes übergegriffen, werden voraussichtlich aber keine wesentlichen Fortschritte mehr in südlicher Richtung machen. Die höheren Luftschichten zeigen bei verhältnismäßig milden Temperaturen nur geringe Feuchtigkeiten (bei 2000 Meter Höhe etwa 0 Grad Celsius, bei 3.5 v. H. Feuchtigkeit).
Aussichten für Freitag: Vielfach dunstig und wolkig, doch nach Norden und Osten hin leichte Niederschläge, im Süden leichte Frostabschwächung, im Norden neue Frostzunahme, Winde meist um Nord.
Aussichten für Samstag: Fortdauer des im wesentlichen trockenen Frostwetters.
Lufttemperaturen am 12. Februar: mittags 2,9 Grad Celsius, abends —5,2 Grad: am 13. Februar: morgens —5,8 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum heute nacht —9,3 Grad: — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 12. Februar: abends —1,8 Grad; am 13. Februar: morgens —2,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 7,6 Stunden.
Wintersport-Wetternachrichten.
Vogelsberg. Hoherodskopf: heiter, — 8 Grad, 12 cm Gesamtschneehöhe, fein Neuschnee, Pulverschnee, im Walde Ski gut.
Rhön. Wasserkuppe: bewölkt, —6 Grad, 6 cm Gesamtschneehöhe, fein Neuschnee, verweht, Sfi und Rodel mäßig.
Schwarzwald. Feldberg: Heiter, — 9 Grad, 80 cm Gesamtschneehöhe, fein Neuschnee, Pulverschnee, Sfi und Rodel sehr gut.
Sauerland. Winterberg: Nebel, —5 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politif: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21.1. 36: 11000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverfaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
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