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Flandin verteidigt Frankreichs Paktpolitik

Was sagt man in Polen?

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schen Deutschland und seinem machen würden. Im übrigen sei

speare-Drama zugewendet wird, und damit dem Drama und dem Theater überhaupt; das kann uns nur willkommen sein. hth.

ten, wie in Rücksicht auf die eigenen Interessen.

Das WarschauerABC" führt aus, daß nur negative Gründe Frankreich zu diesem verwundet« lichen Bund veranlassen und zwar die Abneigung der in Frankreich regierenden Freimaurerei gegen alle national oder autoritär regierten Staaten so­wie der Wunsch, Polen zu zeigen, daß Frankreich auch ohne Polen im Osten einen Verbündeten finde. Diese Gründe veranlaßten die französische Linke zu einem Schritt, der sehr unüberlegt sei. Es sei zu hoffen, daß die gesunden Elemente in Frankreich den Logen nicht erlauben würden, Frankreich auf die Bahn einer fruchtlosen und ris­kanten Politik zu bringen.

Das Urteil im Königsmordprozeß.

Lebenslängliche Zuchthausstrafe für die drei angeklagten Kroaten Drei Abwesende zum Tode verurteilt.

Spielmannszug und dem Musikzug Brigade 11 gebildet, der der Tote angehört hatte.

Der Fahnenblock, ein Sturm der SA., ein Spiel-

Der Trauerzug.

Die Spitze des Trauerzuges wurde

Paris, 12. Febr. (DNB.) Im Königsmord­prozeß erklärte der Hauptoerteidiger, Rechtsanwalt Saint Auban, die Ustaschis seien eine Ver­einigung von Separatisten, und man habe es deshalb auch mit einem politischen Mord zu tun. Die Angeklagten hätten es weder auf das Leben noch auf das Besitztum französischer Staats­männer abgesehen. Sie verlangten die Revision der Verträge, und das sei kein Verbrechen. Der Verteidiger erinnerte sodann an ähnliche Ver­brechen in der Geschichte und zitierte in diesem Zusammenhang auch den Mord von Sara­jewo. Wenn man die Angeklagten verurteile, müsse man wissen, daß man Aufständische treffe und keine Verbrecher. Er beantrage deshalb ein Urteil im Geiste des unsterblichen Frankreichs. I Der Gerichtshof hat die drei Angeklagten z u

aus, daß beide, Schlegel wie Rothe, unbestreitbare Vorzüge in ihren Ueoersetzungen aufwiesen, beide auch Schwächen, und daß man sich nicht grund­sätzlich für oder wider einen der beiden Partner, sondern lieber von Fall zu Fall, von Aufführung zu Aufführung entscheiden wolle.

Zu bedenken bleibt in jedem Falle, daß ein end­gültig abschließendes Urteil doch die genaue Kennt­nis der immerhin schon einen beträchtlichen Teil des gesamten Shakespeareschen Dramenwerkes um­fassenden Uebertragung von Rothe und deren Ver- aleichung mit dem alten Romantiker-Text voraus­setzt, was einen ziemlich beträchtlichen Aufwand nicht allein an Zeit, sondern auch an eindringendem Verständnis für die zeitgeschichtlichen, literarischen, theaterhistorischen und stilistischen Probleme bei Shakespeare erfordern würde. Wie schwierig und vielgestaltig diese Probleme sich darstellen, wird dem Laien nur ungefähr bekannt sein. Er be­kommt einen Einblick in der sehr interessanten klei­nen Schrift, die Rothe vor kurzem unter dem TitelDer Kampf um Shakespeare" bei Paul List in Leipzig hat erscheinen lassen. (105 Seiten. 587) Dieses Buch sollten nicht nur jene lesen, die etwa die sehr gute Aufführung der Komödie der Irrungen" in Rothes Neufassung bei uns auf dem Theater erlebt haben, sondern darüber hinaus alle, für welche die Beschäftigung mit Thea­ter und Dichtung, insbesondere mit Shakespeare, mehr als eine unverbindliche Abendunterhaltung bedeutet. Rothe darf jedenfalls unserer Aufmerksam­keit gewiß sein, wenn er in dem vorliegenden, knapp und einleuchtend geschriebenen Bericht Rechenschaft ablegt über seine Arbeit und über seinen Anteil an dem .Kampf um Shakespeare", der heute bei uns im Gange ist. Was Rothe vorbringt, ist nicht

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Bühne im allgemeinen), über Rhythmus und Inter­punktion. Zum Ausgangspunkt des Berichtes kehrt dann der Textoergleich zurück, in dem Rothe an knappen Beispielen aufschlußreiche Einblicke in seine Arbeit an der Neuformung der Dramen des arößten Elisabethaners gibt. Auch wer Rothe ablehnen zu müssen glaubt, wird seinen Rechenschaftsbericht mit Nutzen und mancher Anregung lesen.

Rothe ging bei seiner Arbeit von der Ueber- zeugung aus, daß die alten, seit langem bei uns eingebürgerten Uebersetzer die Schlegel, Ti eck, Baudissin Shakespeare aus einer eben romantischen Vorstellung heraus übersetzt und ihn damit aus der ihm eigentümlichen Welt des elisabethanischen Zeitalters gelöst hätten; ihre Ar­beit sei veraltet und von der modernen Forschung überholt. Deshalb will Rothe aus jahrelangem, eindringenden Studium der Shakespeare-Welt und ihrer Probleme mit seiner Neubearbeitung Shakespearein historischer Treue" und zugleich in einer unserem eigenen Empfinden und Verständ­nis angepaßten Sprache auf die Bühne bringen. Diese Sprache aber das ist es gerade wurde, soweit wir den Streit bisher haben verfolgen kön­nen, von der Theaterkritik abgelehnt, weil die Rothesche Uebersetzung eine Banalisierung Shake­speares darstelle, weil sie Akzentverschiebungen im Gesamteindruck bewirke, vor allem durch die über­triebene Unterstreichung komischer Partien. Rothe wiederum konnte sich auf die außergewöhnliche Theaterwirkung seiner Fassungen berufen, auch in Fällen, wo der Uebersetzer auf dem Programm­zettel nicht ausdrücklich genannt war.

Soviel scheint sicher zu sein, daß man um nach bestem Wissen und Gewissen Shakespeares Würde zu wahren und dem deutschen Theater und seinen Besuchern zu dienen von Fall zu Fall wird prüfen müssen, welche Uebersetzung dem Stück, das man gerade spielen will, am besten ge­recht wird, ihm innerlich am nächsten kommt, den dichterischen Genius des großen Briten am reinsten und edelsten widerstrahlen läßt. Wir könnten uns vorstellen, daß Rothe, dessen Uebertragung der Komödie der Irrungen" wir ausgezeichnet finden, etwa bei der Eindeutschung vonRomeo und Julia" versagt. Aber selbst noch im Einzelfalle wird oft genug Meinung gegen Meinung stehen bleiben, wenn es sich, beispielsweise, um den Sinn eines Wortes, um den rhythmischen Fall einer Verszeile, um die ästhetische Wirkung eines Bildes handelt. Wie der Streit um Shakespeare aber im ein-

Kunst und Mistenschast.

Der Dibelüberseher D. Dr. Hermann Menge.

3n der im Feuilleton vom 6. d. M. erschienenen Notiz zum 95. Geburtstag des Bibelübersetzers D. Dr. Hermann Menge ist dem Verfasser ein Irrtum unterlaufen. Der Bibelübersetzer Menge war nicht Gymnasialdirektor in Mainz, sondern Direktor des Gymnasiums in Helmstedt. Der in Mainz tätige Professor Heinrich Menge war Mathematiker und ist übrigens schon 1917 gestorben.

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machten, die es durchzuführen hätten. Es könne ungefährlich und sogar vorteilhaft sein, e s könne aber auch zur schlimmsten Ge­fahr führen.

Was denkt in London der Bann aus der Straße?

Eine europäische Feindseligkeit gegen Deutschland."

London, 13. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die Tatsache, daß ein Teil der öffentlichen Meinung Englands den französisch-sowjetrussischen Pakt er­heblich anders als die amtlichen Kreise und die Presse beurteilt, kommt in einer Zuschrift von D. G. W i l l i a m s an dieTimes" zum Ausdruck. Williams schreibt:Ich möchte bezweifeln, daß der französisch-russische Pakt das unschuldige D o k u- m e n t ist, als den ihn der Leitaufsatz derTimes" hinstellt. Der Mann auf der Straße ist der An­sicht, daß der Pakt lediglich der Teil eines Planes für die Einkreisung Deutsch­lands ist. Mit dieser Meinung hät der Mann

Ein riskantes Spiel."

Aeutzerst kritisches Echo in Warschau.

Warschau, 12. Febr. (DNB.) Die Pariser Kammerdebatte über den französisch-sowjetrussischen Vertrag wird in Warschau mit gespanntester Auf­merksamkeit verfolgt. Das MilitärblattP o l s k a Z b r o j n a" hebt zwar sehr zurückhaltend hervor, daß für Polen aus dem Abschluß des Vertrages zwischen Frankreich und der Sowjetunion keine unmittelbaren Folgerungen und keinerlei Verpflich­tungen hervorgehen, stellt jedoch in seinem Artikel alle die französischen Stimmen zusammen, die die Zweckmäßigkeit des Vertrages beunruhigt in Zwei­fel ziehen, und zwar sowohl wegen der möglichen Erleichterung der kommunistischen Propaganda in Frankreich wie in Rücksicht darauf, daß der Ver­trag militärisch keinerlei Erhöhung der französischen Sicherheit bedeute.

Der schwerindustrielleK u r j e r Polski" stellt fest, daß der Vertrag keinesfalls zu einer Reinigung der Atmosphäre und zur Stärkung des internatio­nalen Vertrauens beitrage. Es sei sehr zweifelhaft, ob diese in der Zukunft erwarteten Vorteile sich durch die heute durch ihn hervorgerufene Unruhe und die Verwirrung, durch die Vergiftung der Atmosphäre, durch die Unterminierung aller Brücken der Verständigung zwi-

auf der Straße nicht völlig unrecht. DieTimes erklärt, daß es in Deutschlands Belieben stehe, sich dem Pakt anzuschließen. Will man denn etwa ernstlich behaupten, das bolschewistische Rußland würde im Falle einer Wiederholung des Ruhr- Abenteuers durch Frankreich den Deutschen um eines Paktes Willen zu Hilfe kom­men oder Frankreich würde Rußland daran hin­dern, die Nation zu erniedrigen, die es selbst er­niedrigen möchte? Man unterzeichnet nicht Pakte im Reiche der Phantasie. Vielleicht wird man sagen, es schadet nicht, wenn der Pakt durch und durch phantastisch sei. Aber als ein bloßer Fetzen Papier stellt der Pakt erneut eine europäische Feindseligkeit gegenüber einer Nation in Europa dar. Ist es nicht eine bedeutsame Tatsache, daß der Völkerbund nicht das geringste getan hat, um den Versailler Vertrag zu ändern? Wie ton­nen wir Abrüstung in einer Welt erwarten, die etwa einmal monatlich ihre Feindseligkeit gegen Deutschland zu erweisen scheint, aber nie auch nur im Traum daran denkt, schreiende Ungerechtigkeiten wie die Annektion von Memel und die Abtrennung von Danzig zu be­seit i g e n ?"

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Partner bezahlt die Sowjetunion immer noch eine große Unbekannte, und niemand wisse, welche Kraft es wirklich darstelle. Es sei ein riskantes Spiel, die jetzige und die künftige Polittk auf dieser Unbekannten zu bauen, was sehr schmerzlich auf die Beziehungen Frankreichs zu seinen nächsten Verbündeten und vor allem zu seinem wichtigsten Verbündeten rück- wirken könne. Die polnische Oeffentlichkeit habe den Verhandlungen über den sowjetrussisch-sranzösischen Pakt von Anfang an kritisch und ableh­nend gegenübergestanden. Sie stehe auch heute auf dem gleichen Standpunkt, und zwar ebenso in Rücksicht auf das Wohl des französischen Verbünde-

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nur gut gesagt und überzeugend fundiert, sondern fesselt vor allem durch eine Fülle von Betrachtun­gen, Bemerkungen und Beobachtungen, die über den eigentlichen Anlaß der Neuübersetzung hinaus wesentlich und ergiebig scheinen. Nicht nur, daß je­der, der etwa eine Uebersetzung Rothes auf dem Theater hört, die Aufführung nach der Lektüre ge­rechter und verständnisvoller beurteilen wird: auch was über Shakespeare und seine Welt, über seine Texte, sein Theater und seine Ueberlieferung hier dargelegt wird, ist nicht bloß für Anglisten und Theaterleute sehr lesenswert. Besonders be­achtlich erscheinen die Erfahrungen Rothes in der Zusammenarbeit mit Sievers, dem verstorbenen Leipziger Germanisten und Schall-Analytiker; sehr gut auch die Bemerkungen über Theater und Ueber­setzung, über den Humor und die komischen Sze-

Paris, 12. Febr. (DNB.) Außenminister Fl and in gab vor dem Auswärtigen Ausschuß der Kammer einen Ueberblick über die außenpoli­tische Lage. Die Regierung sei von dem Willen ge­leitet, im Rahmen des Völkerbundes eine freund­schaftliche Regelung des italienifch-abefsinifchen Streites zu suchen unter loyaler Achtung aller aus dem Völkerbundspakt herrührenden Verpflichtungen. Flandin wies weiter darauf hin, welche Folgen eine Verschärfung der Sühnemaßnahmen in internationaler Hinsicht nach sich ziehen könnte.. Auf die Frage, welche Haltung er zur O e l s p e r r e einnehmen werde, antwortete Flandin, Frankreich sei an diesem Problem nicht unmittelbar in­teressiert, da es Petroleum weder herstelle noch befördere. Dessen ungeachtet würde sich die franzö­sische Regierung nach den Beschlüssen des Völkerbundes richten. Flandin soll weiter erklärt haben, daß Frankreich keine neue Ini­tiative nach der Art des Laoal-Hoare-Planes er­greifen werde, sondern sich streng an den Rahmen des Völkerbundes halten werde.

Der Außenminister hat den Ausschuß auch von den Londoner und Pariser Besprechungen in Kennt­nis gesetzt, die ihm gestattet hätten, eine glückliche Uebereinstimmung in der Auffassung über die we­sentlichen europäischen Fragen festzustellen. Flan­din behandelte das ö st e r r e i ch i s ch e Problem, wobei er besonders die Notwendigkeit eines unab­hängigen Oesterreich unterstrich. Dabei soll er auch auf die Mitarbeit Italiens an der Gewährleistung dieser Unabhängigkeit hingewiesen haben Das Donauproblem werde am besten durch zweiseitige politische und mehrseitige wirtschaftliche Abkommen gelöst werden können.

Heber die Tragweite des sranzösisch-sow- jetrufsischen Paktes befragt, hat Flandin die Grenzen der sich aus diesem Pakt ergebenden Verpflichtungen Umrissen und daraut hingewiesen, daß seine Uebereinstimmung mit den Völ­kerbundssatzungen und dem Locarno- Vertrag von den vertragschließenden Mächten ausdrücklich anerkannt worden fei. Italien und Eng­land seien ständig über alle Verhandlungen aus dem Laufenden gehalten worden. Im Falle einer Nichtratifizierung des Paktes würden der tschecho­slowakische Pakt hinfällig und der vorgesehene ru­mänisch-sowjetrussische Vertrag m Frage gestellt werden.

Gefährliche Selbsttäuschungen in Paris.

Paris, 13. Febr. (DNB. Funtspruch.) Wladi­mir d'Ormesson, der, wenn auch mit Maß, für den französisch-sowjetrussischen Pakt eintritt, versucht imFigaro" das Dokument als einen Pakt des Abwartens", einprovisorisches Protokoll" hinzustellen. Er hätte allerdings lie­ber gesehen, wenn das Abkommen solange nur paraphiert geblieben wäre, bis auch andere europäische Staaten guten Willens Deutschland einbegriffen sich hinzuge­sellt hätten. Darauf müsse die französische Diploma­tie auch mit Ausdauer hinarbeiten. Wenn das Ab­kommen ein Bündnis darstellte, wie von man­chen Gegnern behauptet werde, dann allerdings müßte man es radikal verwerfen; denn um keinen Preis wolle man ein neues französifch-sowjetruffifches Bünd - n i s. Nicht etwa aus innerpolitischen Gründen, denn die kommunistische Frage und die des franzö­sischen außenpolitischen Systems seien völlig ver­schiedene Dinge. Die revolutionäre Propaganda in Frankreich sei nicht vom französisch-sowjetrussischen Pakt abhängig, sondern einzig von der Wachsam­keit und Entschlossenheit der französischen öffent­lichen Gewalt. Sowjetrußlands Polittk fei infolge des fast völligen Bankrotts feines weltumspannen­den Ehrgeizes heute konservativ (!) und in Vertei­digungszustand (!). Darin befinde sie sich mit der französischen in Hebereinstimmung. Das Abkommen vom 2. Mai stelle daher soweit keine ernste Gefahr dar. Es werde das fein, was diejenigen daraus

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Kampf um Shakespeare.

Schlegel oder JRoffie?

Die kürzlich in der Presse verbreitete Mitteilung, Reichsminister Dr. Goebbels habe namhafte deutsche Theaterleiter, Literarhistoriker und Kritiker zu einem Gutachten über die b e fte Heder­setz u n g der Dramen Shakespeares auf­gefordert, hat die Aufmerksamkeit der großen Oeffentlichkeit auf einen sehr interessanten Litera­turstreit gelenkt, der sich in letzter Zeit insbe­sondere aus Anlaß neuer Shakespeare-Inszenierun­gen in Berlin wie in vielen Städten des Reiches immer mehr zugespitzt hat. Es handelt sich, kurz gesagt, um das Problem: in welcher Gestalt soll Shakespeare heute auf dem deutschen Theater er­scheinen? Genauer: ist die seit langem allgemein ge­bräuchliche Uebertragung von Schlegel und T i e ck beizubehalten, oder ist sie Überholt und ver­altet; muß man nach einer neuen Form suchen, die dem Geist und dem Willen, dem dramatischen Hr- bilde und der Welt des großen Briten besser ent­spräche? Die Frage ist dadurch aktuell geworden, daß ein zeitgenössischer deutscher Shakespeare-Heber- setzer, Hans Rothe, der feit 17 Jahren an einer solchen Neuformung arbeitet und bereits eine ganze Reihe von Shakespeare-Stücken in seiner Heber­setzung hat erscheinen lassen, mit dieser Arbeit einen unleugbaren Erfolg zu verzeichnen hatte insofern, als eine beträchtliche Zahl deutscher Bühnenleiter sich für Rothes Hebersetzungen entschieden und in vielen Fällen auch ihre Aufführungen zu einem unbestrittenen Siege vor dem Publikum geführt haben. Nickst gelöst ist damit die Frage, ob der Erfolg dieser Aufführungen in der alten Schlegel-Tieckschen Uebersetzung minder durchschla­gend gewesen wäre. Hnd ebenfalls unbestreitbar ist der Hmstand, daß die Kritik in zunehmendem Maße sich gegen Rothe und zugunsten der fraktionellen Eindeutschung der Romantiker ausgesprochen hat.

So ist die Lage, aus der heraus der anfangs erwähnte Aufruf des Reichsminifters Dr. Goeb­bels verstanden werden muß. Zu gleicher Zeit und teilweise schon kurz zuvor haben einige deutsche Zeitungen von sich aus zu einer Entscheidung auf­gerufen: sie haben sich an bekannte Theaterleiter gewandt mit der Bitte, ihr Urteil abzugeben und vorzubringen, was sie für und wider Rothe und für und wider Schlegel auf dem Her­zen haben. Trotzdem hat sich bisher, soweit wir zu sehen vermögen, noch kein klares Bild ergeben; vielmehr liefen die meisten Gutachten, die uns von dieser Seite zu Gesicht gekommen sind, darauf hin-

mannszug und der Musikzug sowie eine Ehren­kompanie der Wehrmacht und die Kranzabordnun­gen schlossen sich an. Der Standartenführer der Schweriner SA. trägt auf einem Kissen den Ehren­dolch, die Armbinde und die Abzeichen des Ver­storbenen. Ein Ehrensturm der Leibstandarte des Führers marschierte vor der Lafette mit dem Sarg, der mit einer Hakenkreuzfahne bedeckt war. Darauf lagen die Mütze und ein schlichter Blumenstrauß. Unmittelbar hinter dem Sarg schritt der Stell- tertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, zusammen mit den Angehörigen. Ihm folgten die weiteren Ehrengäste, Reichsleiter, Reichsminister, Gauleiter, Reichsstatthalter, Staats­sekretäre und andere Persönlichkeiten aus Staat und Partei. Den Schluß des langen Trauerzuges bildeten Formattonen der SA.

Im Andachtsraum des Krematoriums spricht Landesbischof Schultz kurze Worte letzten Ge­denkens. Gedämpft klingt das Gebet des Geistlichen über den Platz, wo die Tausenden durch die Laut­sprecher Zeugen dieser letzten Feier sind. Dann spricht der Landesbischof den Segen, und langsam gleiten die sterblichen Ueberrefte Wilhelm Gustlosfs hinab. Der Tote hat die Erfüllung seines Lebens erhalten in der Stunde der Wiedergeburt der Treue und der Einsatzbereitschaft des Volkes, für das er sein Leben ließ. Die Fahnen senken sich. Drei Salven der Leibstandarte hallen als letzter Gruß über den Friedhof. Das Horst-Wessel-Lied klingt auf, und das Trauergefolge verläßt dann langsam die Stätte der Beisetzung.

nut im Geiste, sondern lebendig mit uns mit.

Und einer dieser Begleiter in die fernste Zu­kunft hinein wird auch dieser Tote sein. Das sei unser heiliger Schwur in dieser Stunde, daß wir dafür sorgen wollen, daß dieser Tote in die Reihen der unsterblichen TNärtyrer un­seres Volkes einrückt. Dann wird aus seinem Tod millionenfaches Leben kommen für unser Volk.

Das hat dieser jüdische Mörder nicht geahnt oder vorausgesehen, daß er einen tötete, aber in die fernste Zukunft hinein Millionen und aber Millionen Kameraden zu einem wahr­haft deutschen Leben erwecken wird. So wie es früher nicht möglich war, durch solche Taten den Siegeszug unserer Bewegung zu hem­men, sondern sie im Gegenteil aus diesen Toten Bannerträger unserer Idee geworden sind, so wird auch diese Tat nicht die Zugehörigkeit des Deutschtums im Auslande zu unserer Bewegung und zum deutschen Vaterland hemmen. Im Gegen­teil; nun hat jede Ortsgruppe des Auslandes ihren nationalsozialistischen Patron, ihren heiligen Märtyrer dieser Bewegung und un­serer Idee. In jeder Geschäftsstelle wird nun sein Bild hängen. Jeder wird seinen Namen im Herzen fragen, und er wird nimmermehr vergessen sein in alle Zukunft.

Das ist unser Gelöbnis; diese Tat fällt auf den Täter zurück. Nicht Deutschland wird dadurch ge­schwächt, sondern die Macht, die diese Tat verübte.

Das deutsche Volk hat einen Lebenden im Jahre

1936 verloren, allein einen Unsterblichen für die Zukunft gewonnen!

Der Führer hat geendet. Mit einem letzten Gruß verabschiedet er sich von dem Toten. Die Kapelle stimmt das Deutschlandlied an, dem das Horst- Wessel-Lied folgt. Die Versammluna hat sich von «ihren Plätzen erhoben, und laufende von Armen recken sich zum Gruß empor. Der Führer schreitet zum Ausgang. Die Totenwache hebt den Sarg auf. Die Fahnen senken sich und dumpfer Trommel­wirbel ertönt. Langsamen Schrittes wird der Sarg dem Ausgang zu getragen. Draußen vor der Fest­halle formiert sich der Trauerzug.

lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Als darauf die Verurteilten abgeführt werden soll­ten, erhob sich Pospischil leichenblaß und schrie laut auf Kroatisch:E s lebe das freie Kroa­tien! E s lebe Ante Pawelitsch !" Die Gendarmeriebeamten wollten ihn mit Gewalt fort- führen, er widersetzte sich dem und rief einige Augenblicke später nochmals den jugoslawischen Pressevertretern ins Gesicht:Es lebe das freie Kroatien!" Dann erst gelang es den Gerichtsdienern, Pospischil und die beiden anderen Verurteilten ab­zuführen.

Unmittelbar danach begann eine neue Sit­zung des Gerichtshofes, diesmal ohne Beisein der Geschworenen, in der die anderen drei Angeklagten, Pawelitsch und Kwaternik sowie der Oberst Perzewitsch, in Abwesenheit verurteilt

Seiffrftriften

Die Deutsche Gesellschaft für Rasfenhygiene veranstaltet im Februarheft der Monatsschrift Volk und Rasse" (I. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW, Einzelheft 0,70 Mk.) ein Preisaus- schreiben für die besten Arbeiten über dieAuslese in der deutschen Geschichte". Positive Erbgutpflege, Förderung der bewährten und wertvollen Erb­anlagen ist die dringendste Aufgabe neben der aus- merzenden (Srbgutbeeinfluffung. Schon immer ist die Auslese der Hochwertigen durch Leistung eine der stärksten geschichtlich wirksamen Kräfte gewesen. Die Preisaufgabe will besonders aufschlußreiche Beispiele in der deutschen Geschichte sammeln. Der Verlag hat für die beiden besten Arbeiten Preise in Höhe von 1000 RM. ausgesetzt. Dr. H. Wülker, Berlin, liefert im vorliegenden Heft einen wertvollen Beitrag zu dieser Auslesefrage. Er untersucht Herrschaft und Untergang des deutschen Hochadels und führt als wichtigste Ursache für den Niedergang das Zölibat an. Das Deutschtum in Siebenbürgen und der Zips ist schweren Anfeindungen ausgesetzt, wie Dr. Joh. Gottschick in seinem BeitragDie Siebenbürger Sachsen, ein deutscher Volksstamm" zeigt. Heute kommt zu dieser Bedrohung von außen die neue, selbstheraufbeschworene Gefahr: dasZweikinder- system".

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Don den amtlichen Verpflichtungen wurden ent­bunden die ordentlichen Professoren Dr. Bruno Meißner (Semitische Philologie) an der Univer­sität Berlin; Dr. Wilhelm Pfaff (Zahnheil- künde) an der Universität Leipzig; Dr. Erwin Payr (Chirurgie) an der Universität Leipzig; Dr. Max Henkel (Geburtshilfe und Gynäkologie) an der Universität Jena.

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