für die siegreiche Durchführung eines Krieges, den er erdacht, gewollt und geleitet habe. Niemand redet heute mehr von einer Strafexpedition oder einer Sicherung der afrikanischen Kolonien Eritrea und Somaliland deretwegen die abessinische Bedrohung abgewehrt werden mußte. Nein, es wird offen zugegeben, daß Italien seinen Platz an der Sonne haben wollte und nun hat. Aber könnte ein noch so hoher Orden jemals eine derartige Leistung richtig belohnen? Schon als Ministerpräsident war Mussolini dank des Annunziatenordens „Vetter des Königs", was also müßte er nun werden, als Duce, als Reichsgründer, als Eroberer des Reiches Salomos und des Löwen von Juda? Alles, was Italien geworden ist, hat sein eiserner Wille geschaffen, er allein vollbrachte den unsagbaren Gegensatz, den jeder gewahr wird, der die heutige Zeit mit derjenigen C r i s p i s vergleicht. Beim ersten Krieg werde der Faschismus zusammenbrechen, hat es überall geheißen, wie vorher schon die Währung. Keines von beiden ist eingetroffen. Mussolini hat sogar das alte Wort, daß man zum Kriegführen dreierlei brauche, Geld, Geld und noch einmal Geld, Lügen gestraft. Er steht über Cäsar, denn er hat keine Feinde im Senat.
Das Volk ist insofern nicht ganz zufrieden, als es sich keine Ehrung weiß, die dem Verdienst des Duce würdig genug wäre
Und Mussolini selbst? Er spricht nicht von sich, er schüttet allen Lorbeer auf seine Legionen. Gewiß, Rom wird einen Triumphzug Haven, aber die Urbs gewährt ihn nicht wie seinerzeit dem siegreichen Feldherrn, sondern der Feldherr überläßt ihn denen, die gesiegt haben mit Schwert und Spaten. Es war ein Krieg des Volkes, der Bürger und Bauern und Arbeiter. So warten wir auf die Heimkehr derer, die auszogen mit (Schaufel und Gewehr. Sie werden die Zweitausend-Jahrfeier der ewigen Stadt eröffnen, Soldaten und Arbeiter werden Schulter an Schulter marschieren durch die antiken Triumphbögen, Römer Mussolinis. Das ist der Sinn der augusteischen Pax Romana, der mussolinischen: Das Schwert verwandelt sich in die Pflugschar, Traktoren folgen den Geschützen, moderne Straßen überwinden die Regenzeit. Untergegangen ist nur, was äußerlich und barbarisch war am Reiche des Negus, Rom nrr bürgt sich für den Fortschritt.
Darüber hinaus aber steht allerdings die neue Tatsache fest: Italien geht von der Binnenpolitik zur WeltpoliUk über, es ist als Kolonialreich eine Weltmacht geworden.
Kunst und Wissenschaft
Ottovon-Guericke-Gedenkfeier in Magdeburg.
Aus Anlaß des 250. Todestages Otto o. Guerickes legte der Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg, Dr. M a r k m a n n , einen Kranz am Denkmal Guerickes nieder. In der Stadthalle fand eine Gedenkfeier statt. „Wenn wir heute Otto von Guerickes gedenken, so führte Dr Markmann aus, so geschieht es, um einen Mann zu ehren, der in einer Zeit der tiefsten Erniedrigung des deutschen Volkes der deutschen Wissenschaft Weltgeltung erkämpfte Der Name des Bürgermeisters Guericke ist unlösbar mit der Geschichte der Stadt Magdeburg verbunden. Um sein Andenken lebendig zu erhalten, habe ich mich entschlossen, eine Plakette zu stiften, die, von der Meisterhand Professor Bosse- l i 5 aeschaffen, an Persönlichkeiten verliehen werden ' soll, die sich um das Gemeinwohl oder um Wirtschaft, Wissenschaft oder Technik hervorragend verdient gemacht haben. Ich habe die Ehre, um Annahme dieser Plakette zu bitten den Herrn Reichs- und preußischen Verkehrsminister Freiherrn v. Eltz-Rübenach, den Herrn Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Dr. Todt, und meinen Gauleiter Staatsrat Eggeling." — Die Vaterländische Ouvertüre von Max Reger leitete über zu der Gedenkrede von Professor Dr.- Jng. e. h. Dr phil. h. c. C M a t s ch o ß über „Otto von Guericke als Forscher und Ingenieur".
Spanische Kommunisten greifen ein Kloster an.
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Dieses Bild zeigt Kommunisten, die an der Hausfront einer Klosterschule emporklettern, um in das Gebäude einzudringen, während berittene Polizei bereits einschreitet. In manchen Fällen kam die Polizei jedoch zu spät, und die lodernden Flammen schlugen schon aus den Dächern der Klöster und Kirchen. — (Deutsche-Presse-Photo-Zentrale-M.)
Alltägliches aus Moskau.
Trotz schärfster Briefzensur haben einige Briefe einer Jngenieursgattin aus Moskau ihren Weg ins Ausland gefunden, Briefe, deren Schilderungen im krassesten Gegensatz zu denen stehen, die man in Pariser Zeitungen über das Sowjetparadies liest.
Die Benutzung der neuen Moskauer Untergrundbahn, die mit riesigem Kostenaufwand gebaut und mit großem Luxus ausgestattet wurde, ist dem Volk versagt, denn sie kostet das Dreifache der Fahrt mit der Straßenbahn. Aber wie sehen die Bahnhöfe in der Untergrundbahn schon aus! Sie sind selbst für russische Begriffe sehr verschmutzt. Vielfach sind die Marmorplatten schon beschädigt, von den Wänden rieselt das Wasser herab, die Tunnels sind nicht genug abgedichtet. Und überall sieht man Handwerker beschäftigt, denn die Bahn wurde so eilig hergestellt, daß schon jetzt beständig Reparaturen an ihr ausgeführt werden müssen.
Moskau hat gewaltige Warenhäuser, und die Jngenieursgattin benötigt schwarzes Nähgarn, also einen Artikel, nach dem beständig Nachfrage herrscht. Aber siehe da, die Verkäuferin erklärte, Nähgarn sei a u s v e r k a u f t, es gäbe in ganz Moskau keines. So kaufte die Kundin schließlich dünnen roten Bindfaden und ein Fläschchen schwarze Tinte, um damit den Bindfaden schwarz zu färben. In einem anderen großen Kaufhaus will sie einen Kochtopf erstehen. Zwar sieht sie große Stapeln von Topfdeckeln aller Größen und Arten, aber Töpfe kann sie nicht entdecken. Der Verkäufer gibt dazu die Erklärung. Die Kochtöpfe seien von der Fabrik versehentlich wohl nach einer anderen Stadt gegangen, und es
werde zur Zeit nachgeforscht, nach welcher. Es könne daher noch eine Weile dauern, bis sie ankämen.
In einem Lande, in dem vor dem Kriege Heizmaterial in jeder Menge zu den niedrigsten Preisen zu haben war, ist es heute eine Äoft» barkeit, die sich die meisten versagen müssen. Zentralheizungen dürfen nur mit obrigkeitlicher Genehmigung in Gang gebracht werden und dann kann oft wegen Kohlenmangel wochenlang nicht geheizt werden. Es ist daher kein Wunder, daß bei den sehr unhygienischen Wohnungsverhältnissen Krankheiten an der Tagesordnung sind und die Grippe furchtbar wütet
Eine Freundin der Jngenieursgattin betrat eines Tages den Laden eines Grammophongeschäftes, um sich einige Platten zu erstehen, aber es waren keine vorrätig Dafür war der Laden mit kleinen leichten Grammophonkoffern angefüllt! In Rußland und auch in Moskau gibt es große Fabriken, die Glühbirnen Herstellen, aber i n keinem Geschäft konnte die Jngenieursfrau eine erstehen Das hängt wieder mit den Devisen zusammen, denn Sowjetrußland führt nach den Randstaaten Glühbirnen in großen Mengen aus, was ihm weit wichtiger ist als die Versorgung des eigenen Marktes. Dagegen gibt es elektrische Kochtöpfe in Massen, aber die Verkäufer wissen nicht, ob sie für den Moskauer Strom passen. Fleisch gibt es nur pfundweise, wobei die Knochen mitberechnet werden, Einwickelpapier muß man selbst mitbringen. Kartoffeln aber kauft man im Sowjetparadies stückweise. Und was käuflich zu haben ist, ist sehr teuer
Oie Narrenkappe.
Der Zeuge.
„Es war also eine Helle Nacht?" jawohl, Herr Vorsitzender." „Wie weit konnten Sie denn sehen?" „Diele Kilometer weit."
„Sie wollen also unter Ihrem Eid behaupten, daß Sie viele Kilometer weit in der Nacht vom 16. bis zum 17. Dezember sehen konnten?"
„Jawohl, Herr Vorsitzender."
„Wieoiele Kilometer weit glauben Sie denn ungefähr gesehen zu haben?"
„Das kann ich nicht sagen. Aber sehr viele.
„Erst behaupten Sie, viele Kilometer roeit gesehen zu haben und dann können Sie nicht einmal angeben, wieoiele Kilometer ungefähr das wohl waren?"
„Ja, doch."
„Wieso ja doch? Haben Sie einen Anhaltspunkt für Ihre Behauptung hinsichtlich der Kilometer- zahl?"
„Jawohl, Herr Vorsitzender.
„Welchen denn?" ,
„Den M o n d." Puck.
Sachverständiges Urteil.
Eine junge französische Schauspielerin erlitt kürzlich einen recht schweren Autounfall, bei dem sie große Schnittwunden davontrug. Man brachte sie in ein nahegelegenes Krankenhaus, wo der diensttuende Arzt sich sofort daran machte, die breitklaffenden Wunden zu nähen. Obwohl die Schauspielerin durch den Schock schwer mitgenommen war und viel Blut verloren hatte, ließ sie sich nicht narkotisieren und wurde auch nicht ohnmächtig, sondern folgte mit gespanntester Aufmerksamkeit der Arbeit des geschickten Arztes. Mit einmal hörten die Umstehenden sie im Tone des höchsten Erstaunens murmeln: „Großartig! Ich wußte gar nicht, daß die Männer so gut nähen können .."
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeork Frankfurt.
Durch ein im Osten liegendes Tiefdruckgebiet wird eine feuchte und verhältnismäßig kühle Luftmasse nach Deutschland verfrachtet. In ihrem Bereich herrscht dunstiges und überwiegend bewölktes Wetter vor, das strichweise Anlaß zu Regen, vereinzelt sogar zu Gewittern gibt. Wenn auch die Großwetterlage sich erneut in einer Umgestaltung befindet, so ist doch eine rasche und durchgreifende Aenderung der bereits zur Zeit bestehenden Witterungsverhältnisse nicht wahrscheinlich.
Aussichten für Mittwoch: Vielfach dunstiges, sonst zeitweilig aufheiterndes Wetter, vereinzelte, teilweise aber auch gewitterige Regenfälle, mäßig warm, Winde um Nord.
AussichtenfürDonnerstag: Einzelheiten noch nicht absehbar, doch im wesentlichen noch Fortdauer des nicht unfreundlichen, aber unbeständigen Witterungscharakters.
Lufttemperaturen am 11. Mai: mittags 18,7 Grad Celsius, abends 13,4 Grad; am 12. Mai: morgens 11,3 Grad. Maximum 19,2 Grad, Minimum heute nacht 8,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Mai: abends 17,8 Grad; am 12. Mai: morgens 14,3 Grad. — Sonnenscheindauer 2,2 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange.
Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. IV. 36: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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